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Samstag, 22. Januar 2011

Fühlen und Träumen

Im Symphoniekonzert weinen, einen Film tief berührt verlassen, andächtig ein Bilderbuch anschauen, lange über eine Szene in einer an sich banalen Fernseh-Serie nachdenken, sich von einem zwischenmenschlichen Konflikt (zu sehr) beeindrucken lassen. Ich habe nah ans Wasser gebaut. Der Gefühlsozean ist stets nur einen Schritt entfernt. Mich rührt sovieles an, was andere eher schnell wieder verdrängen oder vergessen, oder gar nicht erst wahrnehmen. Dieses tiefe Fühlen, Berührtwerden und Betroffenwerden nervt und beschäftigt mich, es ist soviel Sortierarbeit bis alles wieder an seinem Platz ist! Ich würde vieles viel lieber an mir abprallen lassen. Mein Vater sagte einmal, er habe lange gebraucht, bis er das im Griff hatte, diese Rührung. Diese Formulierung erschreckte mich. Muss man das denn im Griff haben? Mir ist bewusst geworden, dass ich genau das vergeblich versuche und es mich unglücklich macht. Ich gehöre zum Volk der Träumer und Phantastinnen, der Gefühlsmenschen und Innenweltforscherinnen - und langsam bin ich sogar stolz drauf..

Kommentare:

  1. Rührung ist so ein plötzliches Ergriffensein. Wie soll man das denn in den Griff bekommen? Und warum?
    Ich hab früher bei Sissy geheult und heule heute noch, wenn es gerade soweit ist.

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  2. du hast recht. ich bin ja selber stutzig geworden... bei filmen zu heulen finde ich inzwischen schön :)

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  3. Und bei Filmen heulen sagt doch etwas über das aus, was wir sehen!
    Ich habe viele DVD´s mit meinen LIeblingsfilmen. Manchmal koche ich oder so und plötzlich kommt mir ein Film in den Sinn. Wenn ich Zeit habe schaue ich ihn zeithah. Dabei kam schon erstaunliches zu Tage.

    Hm... im Grunde hat man mir mein ganzes Leben lang gesagt, ich sei so ängstlich, zu nah man Wasser gebaut oder zu sensibel. Sensibel mit diesem üblem Unterton.

    HEUTE kann ich mit geradem Rücken und ganz viel Mitgefühl für mich selbst sagen:
    Ich bin ein überaus feinfühliger Mensch. Das macht das Leben nicht immer einfach. Aber ich bin so und ich kann es mittlerweile annehmen und auch das Gute daran sehen.
    Feingefühl, Mitgefühl und offene Ohren fehlen in dieser Zeit doch überall. Es gibt Menschen in meinem Umfeld die gerade diese Art an mir lieben und schätzen.

    Gruß
    oona

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  4. Diese coolen taffen Menschen gibts doch schon genug und wo bringt uns das hin?
    Es kann auch sehr schön sein, so tief zu fühlen, das damit umgehen zu lernen ist wichtig, nicht dagegen ankämpfen ;)

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  5. @regenfrau:
    ja, damit umgehen lernen finde ich wichtig. manche sind auch schnell befremdet durch tränen.

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