Meine Blogroll

Samstag, 25. Juni 2011

Der frühe Vogel hat nen Knall ..

Morgens um halb vier fängt der erste Federball (vor meinem Fenster) mit dem Gezwitscher an.

Freitag, 17. Juni 2011

Entwarnung

Ein Symptom für einen bevorstehenden Nervenzusammenbruch ist die Überzeugung,
die eigene Arbeit sei ungeheuer wichtig.

Bertrand Russell




Da besteht bei mir also gerade keine Gefahr >_<

Donnerstag, 16. Juni 2011

Grenzüberschreitungen

Ich habe es gerade mit den schweren Themen.

Sexuelle Gewalt
Gerade habe ich (via Mädchenmannschaft) die Geschichte einer Vergewaltigung gelesen. Verstörend. Was dieser Frau, Liz Seccuro, geschehen ist – und vor allem, wie es danach weiterging. Wie ein traumatisierter Menschen einfach ignoriert werden kann.. Völlig entwürdigt wird durch das Schweigen derjenigen, die sich kümmern sollten. Erschreckend auch das Wissen, das so etwas tausendfach, ja, millionenfach passiert. Ich bin froh, dass Vergewaltigung heute kein Kavaliersdelikt mehr ist. Doch was ist, wenn Aussage gegen Aussage steht? Und was ist mit all den Gefälligkeiten die Frauen immer noch leisten "einvernehmlich", weil sie keinen anderen Ausweg sehen …

Collateral Damage
Es beschäftigt mich auch, was in vielen Beziehungen geschieht. Ich meine damit die Schattenseiten der Zweisamkeit. Ich nehme mich selbst nicht aus. Beispielsweise wenn einer für etwas herhalten muss, wenn er/sie eine Projektionsfläche bildet für das eigene …. Erwünschtes, Befürchtetes, Verhasstes, Geliebtes. ... Ich glaube daran, dass es wichtig ist, sich selber auf die Spur zu kommen – statt den anderen als Geisel zu nehmen. Mir ist der herrschende "Beziehungsmarkt" total suspekt, all diese Datingportale, Fremdgehbüros etc.

Ich will herausfinden, wer ich selber bin. Ich bin weder die Kampffrau noch das Mäuschen. Ich bin eins und alles. Ich bin genauso derb wie poetisch. Ich will. So. Sein. Weil das "ICH" viel mehr ist, als ein eng gesteckter Jägerzaun um irgend ein eignes Gärtchen …

Mir geht eine Wahrheit nach der anderen auf. Mir wird auch bewusst, dass und wie ich meine Spielchen treibe mit dem anderen Geschlecht. Ich brauche es, mich überlegen zu fühlen, die Situation im Griff zu haben. Es braucht schon einen sehr sanften Mann, damit ich mich zurücknehme und friedlich bleibe. ich habe soviel Lebenskraft, Wut und Lebenslust in mir. Das drängt nach draussen. Und ich fühle mich auch noch sehr beeinträchtigt von meiner Vergangenheit. Die vermag ich zwar langsam abzustreifen, doch es braucht Zeit und Geduld. Darum gehts mir: um Menschlichkeit. ich möchte menschlich behandelt werden und darum will ich auch andere menschlich behandeln. Auch wenn innerlich oft ein Kampf tobt. Ich bin auf dem Weg.

Frauen und Gewalt
Das Schema Frauen = Opfer, Männer = Täter – das geht für mich nicht mehr auf. Ich rede jetzt nicht von Vergewaltigungsdelikten und von häuslicher Gewalt sondern vom ganz normalen Beziehungsalltag. Ich sehe einiges anders. Weil meine Erfahrungen andere sind. Weil ich (seelische) Gewalt und Machtausübung von Frauen sehr wohl kenne. Das mag auch der Grund sein, warum ich mich nicht als Feministin sehe, obwohl ich mich wie eine fühle.

Meine These: Frauen sind genauso grenzüberschreitend wie Männer. Es ist nur nicht so offensichtlich. Weil offene Gewalt bei Frauen (eher) tabu ist. Hintenrum geschieht es aber doch: Frauen sind schneller dabei, jemanden zu mobben. Über den Mund fahren, jemanden bedürftig halten, Niederhalten, Abwerten, subtile "Spielchen". Oder der Mutter rutscht halt öfter die Hand aus. Oder der Ehemann wird fertiggemacht. Frauen sind auch gewalttätig. Darum mag ich die alte Leier nicht mehr hören. Wegschauen gilt auch hier nicht …

These: Gewalt geschieht immer dann, wenn ich mein Gegenüber abwerte oder in seinen Grenzen verletzte.

Mittwoch, 15. Juni 2011

Jetzt

Fürs Bravsein wird man nicht belohnt.
Lieber wach sein und geschmeidig bleiben …

Sonntag, 12. Juni 2011

Sofareisen GmbH

Gestern war ich eine Weile auf der Nordseeinsel Juist, dann im Schwäbischen und ganz zu Anfang war ich im Südosten der Türkei, im kurdischen Gebiet, mit einem längeren Abstecher in den kurdischen Teil des Irak. Dort würde ich gerne mal in echt hinreisen, in den Südosten der Türkei und allgemein in den Nahen Osten. Libanon, Jemen, Jordanien … Dennoch, die brisante Lage dort möchte ich nicht live erleben. Ich war schon in Israel, bin über die Golanhöhen gefahren, habe die Checkpoints bei Jerusalem passiert  – und die angespannte Lage dort hat mir gereicht. Überall bis an die Zähne bewaffnetes Militär. Wie muss es erst in den umgebenden Ländern sein?

Wenn ich so eine Sendung gesehen habe ist mir immer, als wäre ich wirklich dort gewesen! Ich sammle Landschaften, Gerüche, Stimmungen, Eindrücke von Menschen und Kultur ...  ich erlebe alles sehr real.

Dienstag, 7. Juni 2011

Speckberg

TV. Gestern wurde ein Walross in einer Naturdoku als "Speckberg" bezeichnet. Ob es sich nun wohl einen Anwalt nimmt? – Das Gerede bei all diesen Sendungen ist eh zu 80% überflüssig …

Montag, 6. Juni 2011

Gratwanderung über die Goldwaage

Wenn ich über "Sex" rede, was meine ich dann damit? Meine ich
Sinnlichkeit, Lust, Spielen, pure Triebbefriedigung oder etwas ganz anderes? Ich finde das Wort an sich nichtssagend, meistens ist damit landläufig das Rein.Raus gemeint. Davon zeugen all die "Viagra"-Spammails …

Wenn ich das Wort "Liebe" benutze, bringt das ebenfalls schon einen Riesenballast mit sich. Und trotzdem mag ich weder das Wort und noch das Gefühl verbannen. Ich mag nur die Konsumvariante nicht.

Was ist mit "Geschlecht" (Neudeutsch "gender")? Damit gehts mir wie mit den anderen Wörtern. Geschlecht klingt nach Verwaltungssprache oder nach Anatomie (Pathologie?). Damit ist noch nichts gesagt. Geschlecht ist (k)eine Frage der Identität. Idenittät ist (k)eine Frage des Geschlechts. Das biologische Geschlecht muss keineswegs dem gefühlten entsprechen. Der Begriff scheint eher eine Formsache zu sein. Etwas worauf "man" sich "einigen" muss. Wie wärs mit "Geschlecht: Unbestimmt".

Mittwoch, 1. Juni 2011

WiderspruchsKraft

Meine Widersprüche fallen übereinander her
ich sitze im Publikum und sehe zu,
wie sich Raubtiere zerfleischen,
das Publikum tobt. Ich schaue.

Meine Widersprüche fallen übereinander her,
und ich bin einmal dieser, einmal jener,
alles scheint richtig und falsch. Zugleich.
Aua. Ich blute.

Meine Widersprüche fallen übereinander her,
ich spüre eine gewaltige Energie, die mich
antreibt. Die Kraft des Sowohl-Als-Auch.
Ja, ich bin. Und Wie!

Zutiefst Mensch. Mich. Selbst.

Liebe/Lust/Gewalt

Schon einen passenden Titel zu finden stellt sich als schwer heraus. Ich belasse es bei dieser Variante.

Die Fälle Kachelmann und Strauss-Kahn beschäftigen mich. Alle wissen Bescheid und haben doch keine Ahnung. Mir gehts auch so. Trotzdem beschäftigts mich und ich werde meine Gedanken dazu festhalten, auch wenn ich noch nicht "durch" bin damit und mir so vieles durch den Kopf geht und mitunter eben sehr widersprüchliches.

Fall Strauss-Kahn: Hier ein Mann, der sich scheinbar für unwiderstehlich hält und auch das Geld dazu hat, das auszustrahlen. Manchmal nützt auch das Geld nichts. Er will herrschen, nimmt sich was und wen er will, ohne jegliches Schuldbewusstsein. Die Frau als Objekt. Da ist dieser uralte Machismo. Und auch das ebenso alte Klischee. Frauen sollen sich "nicht so anstellen". Aussagen wie "sie hat es doch auch gewollt" sind als Entschuldigung sexueller Gewalt immer noch üblich. Ich bin froh, dass das heute bestraft wird.

Trotzdem, der Fall ist für mich nicht eindeutig. Die mediale Inszenierung passt zeitgenau in politische Ränke. Und das ist das, was mich daran stört, von der sexuellen Gewalt abgesehen. Wenn die Franzosen den Amerikanern Puritanismus vorwerfen, macht auch das Sinn. Es kommt ans Tageslicht, was die Menschen wirklich bewegt.

Wieviel Sexismus allein schon in der Diskussion steckt, bringt der Artikel von Magda von der Mädchenmannschaft auf den Punkt. Darum fühle ich mich auch gehemmt, darüber zu schreiben, die Fettnäpfchen lauern überall …

Oversexed and underfucked … könnte den allgemeinen Zustand am ehesten beschreiben. Sex ist überall und nirgends. Ich glaube viele sind heutzutage verunsichert. Das soll nichts entschuldigen. (Das muss ich, der politischen Korrektheit halber, auch gleich noch schreiben, obwohl ich diese Korrektheit auch im Verdacht habe, eine falsche Sache zu sein – aber Schwamm drüber … )

Fall Kachelmann: Wer kennt sich in einem solchen medial aufgeheizten Wirrwarr aus? Die (sexuelle) Grenze liegt für mich genau dort, wo einer von beiden sich verletzt fühlt. S/M ist ok, solange es für beide stimmt. Doch wie schnell enden auch "normale" (Gänsefüsschen!) Beziehungen in einem totalen gegenseitigen Kollateralschaden? Im Verletzen, da stehen die Frauen den Männern in nichts nach. Ist es nicht auch weiblich, subtil oder weniger subtil, Rache auszuüben für enttäuschte Liebe, Eifersucht, verletzten Stolz? Ist nicht auch das uralt? Wobei ich mir keineswegs die Zeiten zurückwünsche, in denen Frau, ohne negative Konsequenzen für den Täter, betatscht und "genommen" werden durfte.

Für mich gibts in diesem Fall keine Eindeutigkeit, eigentlich in beiden Fällen nicht. Auf jeden Fall wurden Grenzen überschritten, mich kotzt es an, wenn Menschen so sehr von sich überzeugt sind, dass sie andere zu ihrem Objekt machen. Ob im Sexuellen oder sonst. Es ist viel Heuchelei im Spiel, bei beiden Geschlechtern.

Was alles unter dem Label "Liebe" unter Menschen läuft, ist manchmal das Seltsamste und Traurigste überhaupt.

Hier bei Wildgans habe ich den passenden Satz dazu gefunden:

Die Gewalt fängt nicht an
wenn einer einen erwürgt
Sie fängt an
wenn einer sagt:
„Ich liebe dich:
Du gehörst mir!“

Erich Fried