Meine Blogroll

Samstag, 29. Dezember 2012

In versöhnlicher Stimmung

Das Aquarium ist nun fertig eingerichtet. Die Beleuchtung mitsamt Timer, der Filter, der Heizer – alles läuft … Mit destilliertem Wasser das Becken aufgefüllt. Zwei Wasserschnecken kamen als blinde Passagiere mit den Wasserpflanzen mit. Wilde Kurven und Bahnen zogen sie während der letzten Nacht auf dem Sandboden. Schöne Muster … Mich macht dieses kleine Wasserreich sehr glücklich!

Einen Steinläufer in den Badewanne gefunden, der während dem starken Regen Zuflucht suchte. Fotografiert und in die Kräuterkiste auf dem Fenstersims entlassen … Wo er wie ein Lindwurm in der Mulchschicht verschwand.

Fühle mich wieder näher an den Menschen. Die Taubheit der letzten Wochen und Monate verschwindet langsam. Das Herz schlägt grossräumiger, mit mehr Freude und hat auch wieder Platz für andere … So mag ich auch wieder andere treffen; gleich ein Spaziergang mit sehr guter Freundin und "Leihhund" im Wald.

Die Sonne scheint.

Die Träume sind weniger extrem geworden.

. . .

Zuversicht wächst.

Freitag, 28. Dezember 2012

Wasserwelten (2)

Die Vorbereitungen sind in vollem Gange, inzwischen sind die Triopse schon "meine Kleinen", obwohl sie noch in ihren Eiern ruhen.

Ja, ich war schon immer etwas seltsam >_< und früh mit allem Kleingetier per Du …

Heute gehts nochmals ins Zoogeschäft am Wohnort. Ein 2 bis 3 Liter Plastik-Becken, Wasser-Thermometer, Pflanzen und ein Wasserfilter inkl. Pumpe fehlen mir noch. Zudem brauche ich noch getrocknete Mückenlarven als Futter und noch mal ein paar Liter destilliertes Wasser. Wasser kaufe ich an der Tankstelle, ich nehm an, dass sie dort grössere Kanister haben.

Es geht voran!

Raus aus Angst und Ohnmacht (4)



Zu Teil 1
zu Teil 2
zu Teil 3


Auftrieb
Die Lehre verlieh mir Auftrieb. Ich ging mit Leuten in die Berufschule die 10 Jahre jünger waren als ich. Das forderte mich heraus. Es war wie ein Nachholen meiner Jugend, endlich war ich einmal Teil einer Gruppe ... Die Lehre war aber auch anstrengend. Ich hatte nicht mehr viel Energie für meine Freizeit und andere Menschen. Ich konzentrierte mich ganz auf meinen Weg. Alles andere blendete ich aus. Das war meine Chance, diese Ausbildung, die wollte ich packen. Ich wusste, dass ich einen weiteren Anlauf wahrscheinlich nicht mehr nehmen würde.

Abschied in Trauer – und Wut
Mein Bruder. Ich hatte mir eingeredet, dass er es schon schaffen würde, schliesslich hatte ich es ja auch geschafft! Doch er hat aus seinen Schwierigkeiten keine Konsequenzen gezogen, hat professionelle Hilfe verweigert. Unsere Gespräche halfen ihm jeweils für eine Weile. Doch heftiges Partymachen und nächtelang seine Musik aufnehmen und sampeln plus eine Ausbildung, davon brachte ich ihn nicht ab. Wenn ich ihn traf, war er oft verkatert, vorallem an den Wochenenden. 

Er wurde müde, zu müde zum Leben. Dann nahm sich mein kleiner Bruder mit 23 Jahren das Leben … 

Das beschäftigt mich bis heute. Obwohl ich der Überzeugung bin, dass jemand auch aktiv etwas für sich tun muss, wenn man ihm die Chance bietet. Seine Verweigerung seine Probleme anzugehen, das löste in mir Hilflosigkeit und auch Wut aus. Warum machte er einfach so weiter? Ich verstand es nicht und kümmerte mich wieder mehr um mich. Bis heute weiss ich nicht, ob er es spontan entschied oder plante.

Ich verdränge einen Teil davon bis heute. Und ich glaube daran, dass jeder Mensch für sich selber verantwortlich ist. Stark sein für andere, das kann ich nicht, so bin ich nicht gebaut. Sonst hätte ich selber keine Energie mehr. Es kommt alles immer wieder stückweise aus der Erinnerung hoch. Auch bei ihm kam der Knick in der Pubertät und mit dem Eintritt in die Erwachsenenwelt. Vorher war er ein Strahlemann und Goldjunge gewesen, immer fröhlich. Bis die Schwermut durchschlug …

Ich bin immer noch hin und hergerissen zwischen Wut und Trauer. Er war kein einfacher Mensch. Ich vermisse ihn.

Weitermachen!
Das geschah im dritten Monat meiner vierjährigen Ausbildung. Nur nicht zur Besinnung kommen! Das war danach mein Motto. Ich stürzte mich erst recht in die Arbeit und Ausbildung. Obwohl ich immer weniger Energie hatte ging es bis zu meiner Krise 2010 (letztes Ausbildungsjahr) auch einigermassen gut. Dann war ich so erschöpft und leer und wünschte mir den Tod. Einfach Ruhe. Aktiv wurde ich in dieser Hinsicht nicht. Eher total passv. Ich wollte nur nicht mehr. Seither nehme ich wieder Psychopharmaka. Ansonsten hätte ich die Ausbildung aufgeben müssen. Das war aber der rote Faden in meinem Leben. Etwas woran ich mich festhielt.

Selbstbestimmung
2010 wechselte ich von meiner Psychologin zu einer Psychiaterin. Es war ein Abschied nach 13 gemeinsamen Jahren. Die Ärztin begleitete mich durch die Krise und von ihr erhielt ich nun auch wieder ein Medikament. Ich rang massiv mit mir selber, sollte ich wirklich wieder etwas nehmen? Doch weiter runter ging es nicht mehr – ich wollte wieder Leben in mir fühlen.

Dabei ist es mir diesmal wirklich gelungen, eine gute Verhandlung mit der behandelnden Psychiaterin zu führen: Was für ein Mittel? Wogegen? Wofür? Welche Nebenwirkungen sind akzeptabel? Wie handhaben wir das mit der Dosierung? Ich konnte es in der Tropfenform einschleichen. Es ist geglückt, das für mich passende Mittel zu finden und auch die richtige Dosis zu treffen. Damit kann ich leben. (Substanz Sertralin, 25mg). Wobei ich auch parallel Alternativmedizin in Anspruch nehme. Das Entweder-Oder habe ich für mich abgehakt: Warum nicht das Hilfreiche aus allem wählen?!

Wie weiter 2013?
2012 war wieder ein Jahr der Krisen, auch wieder Erschöpfung. Scheinbar ist es mein Muster, mich bis zur Selbstaufgabe in etwas zu vertiefen. Das wurde ja auch meinem kleinen Bruder zum Verhängnis, diese Grenzenlosigkeit. Eine Familie von Grenzgängern … Nun hat die Ärztin gemeint, dass ich mein Mittel 2013 absetzten kann, weil es mir wieder viel besser geht. Ich will das nicht. Es ist noch zu früh. Eine weitere Verhandlung ist also fällig. Sie meint, der psychiatrische Teil sei eigentlich abgeschlossen, nun käme allenfalls noch der psychotherapeutische. Vielleicht gehe ich auch nochmal zu jemand anderem, hab ich mir gedacht. Zudem werde ich dieses Jahr wieder auf Jobsuche gehen. Das ist nötig. Wir müssen wir also noch schauen, wie wir weiter machen. Fühle mich stärker in diesen Besprechungen mit ihr, einer nüchternen und pragmatischen Fachfrau, da ich meine Impulse (Übertragungen) besser reflektieren kann. Das klingt nach Gesundung, auch wenn ich mich oft anders fühle. Doch, ich sehe und fühle klarer. Ich werde sehen. 

2013 wird auf jeden Fall ein interessantes Jahr … da bin ich mir sicher. 

Ich war noch nie so sehr DA ^_^


Raus aus Angst und Ohnmacht (3)




Alternativen mit Schwierigkeiten
Mein Körper war müde vom Medikament, ich suchte nach Alternativen. Da kam wieder eine Frau (Medium und Reikimeisterin) in mein Leben, die meinte, ich könne entweder Psychopharmaka nehmen oder den Reikiweg gehen, beides zusammen passe eben nicht. Sie sprach aus Erfahrung, war von Schlafmitteln abhängig gewesen. (Doch auch hier hörte ich mehr auf sie als auf mich). Mit der Zeit merkte ich, dass sie recht dominant war und ihr eigenes Leben nicht in geordneten Bahnen verlief, ganz abgesehen von ihrer grossen medialen Begabung. 

Zusammen mit einer Ärztin für Naturheilkunde, reduzierte ich dann mein Medikament erfolgreich. Erst dieses Umschwenken auf die alternative Schiene hat mir geholfen, mit den Entzugserscheinungen klar zu kommen. Manuelle Therapie, Homöopathie und Akupunktur, dazu Massagen bei einem anderen Therapeuten. Wobei ich auch bei dieser alternativen Ärztin wieder einen Kontrollverlust erlitt. Die manuelle Therapie war mit Schmerzen verbunden. Sie drückte und hebelte, dass mir die Tränen liefen. Bereits im Wartezimmer lief mir vor Angst der Schweiss in Strömen. Nie mehr tue ich mir so etwas an! 

Das Muster vom (gefühlten) Kontrollverlust wiederholte sich dann doch noch ein paar Mal. (Bei Ärztinnen, bei Chefs, bei HeilerInnen). Ganz entkomme ich dem bis heute nicht, doch ich gehe anders damit um. 

Himmel 7 oder Tiefgeschoss
Einige Zeit spätzer setzte ich das Mittel dann ganz ab und von da an gabs für mich nur noch Esoterik, Homöopathie und Co. Ich tauchte in eine spirituelle Scheinwelt ab und verschwand in einer extremen Liebesbeziehung mit einem ebenfalls "vom Leben beschädigten" Menschen. Da ging was ab. Da musste ich mich nicht um den Alltag kümmern. Doch ich traf wieder auf den bekannten Kontrollverlust. Es vergingen trotzdem sieben paar Jahre ohne synthetische Psychopharmaka. Ich verbrachte diese Zeit irgendwo zwischen Himmel 7 und Tiefgeschoss (dort wo es so warm wird und die seltsamen Typen mit den Hörnern wohnen). 

Hinein ins Arbeitsleben
Den beruflichen Weg nahm ich erst wieder auf, als mich der zugedrehte Geldhahn der Eltern und meine Sozialarbeiterin dazu brachten. Ab 2006 wurds dann ernst. Schritt für Schritt. Und diesmal klappte es. Erst mit Teile montieren in einer geschützten Werkstatt, dann mit Berufswahl und anschliessender Lehre. Der Staat half finanziell. Dafür bin ich dankbar! Heute bin ich auch dankbar für die Hilfe meiner Eltern. Sie halfen so, wie sie es vermochten. Heute kann ich das so sehen.



. . . to be continued . . .


Zu Teil 4

Nach dem Sturm

Die Hoffnung wird in mir wieder grösser, mit jeder Stunde. Wahrscheinlich war es der Sturm, der mich so gebeutelt hat. Ich mag wieder tapfer sein  …

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Unter der Asche ist noch Glut

Eben hab ich mir überlegt, die letzten paar Posts, die ganz schwermütigen, zu löschen. Mein Blog ist, entgegen meinem Vorhaben zu meinem Beginn hier, ein Problemblog geworden. Doch ich hab es satt, mich tapfer und vor allem fröhlich zu geben, wenn ich mich nicht so fühle. Ich steh dazu, dass es mir nicht gut geht und ich meinen roten Lebensfaden suche, deshalb bleiben die Einträge.

Etwas vorspielen, das ist so anstrengend. Ich fühle mich ernüchtert und erschöpft von meinen ersten 8 Monaten in der freien Wirtschaft. Deshalb die schweren Themen. Auch wenn ich weiss, dass ich mich damit noch mehr im Kreis drehe. Ich muss erfassen, was war und ist, damit ich verstehe, wer ich bin und wo ich stehe. Die ganze Geschichte!

Es gibt Momente in denen ich mich locker und leicht fühle, doch die sind selten geworden. Ohne dass ich es richtig gemerkt habe, hat es sich so ergeben. Erst zählte erst nur, die Lehre abzuschliessen, dann die Stellensuche – und dann nur noch die Arbeit. Für anderes blieb mir immer weniger Energie. Wobei die inneren Kämpfe am anstrengendsten sind. Meine Ängste im Zaum zu halten und trotzdem "normal" zu leben und zu arbeiten, das ist (m)ein Kraftakt. Müde fühle ich mich, auch nach 6 freien Tagen. Innerlich müde. Doch zwischendurch sprühen wieder ein paar Funken. Sie verlöschen schnell wieder. Immerhin sind sie da. Ich versuche, damit zufrieden zu sein. Und mich lieben zu lassen, wie ich bin. Gerade brauche ich viel Wärme von aussen. Irgendwo ist auch in mir noch Glut, glaube ich.

Raus aus Angst und Ohnmacht (2)

Zu Teil 1 *klick*


- - -

Meine depressiven Löcher riefen nach Behandlung, doch ich wich aus …

Therapie und Medikamente
Meine erste Ausbildung musste ich dann wegen Angstzuständen abbrechen, danach stürzte ich in ein noch tieferes Loch. Damals (1997, ich war 18 Jahre alt) begann ich dann auch meine Gesprächs-Psychotherapie bei einer Psychologin, ich musste dazu erst überredet werden. Telefoniert habe ich nicht selbst. Zum Termin bin ich dann abergegangen. Von Anfang an hat da die Chemie gestimmt. Zum Glück!

Ein paar Monate später begann ich, auf Anraten meiner Psychologin, Medikamente zu nehmen um aus der Depression herauszukommen. Leider erlebte ich den Umgang mit der betreffenden Psychiaterin als erneuten Kontrollverlust. Ich fühlte mich nicht ernst genommen mit meinen Empfindungen betreffend Nebenwirkungen meines Medikamentes.

Trau schau wem
Alleingelassen fühlte ich mich später auch mit den Entzugssymptomen. Ich sollte das Mittel wieder absetzen. Innert drei Wochen, nachdem ich es über längere Zeit genommen habe! Was mich heute total absurd dünkt...  Wegen den gefühlten Entzugssymptome wurde ich von der Ärztin beschwichtigt: Die gibt es bei diesem Medikament nicht!

Das war die Auskunft der Ärztin. Da stand eben nichts von im Arzneimittel-Kompendium. Schlussendlich meinte sie dann, dass ich eben noch nicht soweit sei und mein Körper mir das zeige.

Psychopharmaka absetzen: Wie denn?
Irgendwie war das doch auch eine Art Hilflosigkeit und Ignoranz von ihr, die mich wütend machte. Wusste sie es nicht besser? Bildete ich mir nur was ein? Wobei ich mir hier mehr traute als ihr, ich begann Psychiater zu meiden. Ich vertraute nur meiner Psychologin. Für die Medikamente ging ich zum Hausarzt, dem vertraute ich auch.

Heute steht genau das in der Packungsbeilage: Entzugssymptome. War das damals nicht drin? Ich erinnere mich nicht … Ein Antidepressivum kann, abgesehen von seinen Vorteilen, eben auch seine Probleme mich sich bringen! Heute weiss ich, dass dieser Wirkstoff (Trimipramin) inoffizell auch als Schlafmittel verwendet wird … Und ich war jahrelang müde. Viele oder besonders starke Mittel (die wahren Hämmer) habe ich nie genommen. Trotzdem fand ich das Buch "Psychopharmaka absetzen" aus dem Antipsychiatrieverlag sehr hilfreich. Die Geschichten waren viel heftiger als meine eigene, trotzdem wurde mir zum ersten Mal klar, dass ich mit meinem Erleben nicht alleine bin! Was die seelische Krankheit aber auch die Medikamente anbelangt. Übrigens war das die einzige Information die ich damals im Web dazu fand. Das Thema schien schlicht nicht im Internet zu existieren; das war etwa vor 11 Jahren.

Das Medikament abzusetzen, das schaffte ich jedenfalls nicht. Die Welt stürmte mit Vehemenz auf mich ein, sobald ich es versuchte und ich fühlte nur Panik. Das  war auch meine Sensibilität, die zurückkam und die ich nicht ertrug. Ich brauchte eben noch diese Watte um mich herum.

Die Suche nach Alternativen
Mein Körper weigerte sich mit der Zeit, das Mittel weiter zu akzeptieren. Mein Hausarzt meinte dazu nur, er könne mir sonst ein anderes geben, das sei manchmal nach einer gewissen Zeit mit dem gleichen Mittel nötig. Das wollte ich nicht! Das selbe in Grün? Nee!



. .  to be continued . .



Zu Teil 3

Raus aus Angst und Ohnmacht (1)


Was passiert mit mir?
In der Schule wurde ich jahrelang gemobbt und verfolgt. Dann gibts da auch noch eine Missbrauchs.Geschichte in frühster Kindheit (erlebt im Urlaub bei Bekannten). Daher stand ich stets unter grossem Druck. Daheim waren Spannungen an der Tagesordnung. Ich lebte mit diesen Ohnmachtsgefühlen, entwickelte meine Strategien. 

In der Pubertät habe ich dann zunehmend den Halt verloren. Wohin mit mir? Was soll ich nur für einen Beruf lernen? Muss ich denn das überhaupt?! Hilflosigkeit und Verwirrung gehörte irgendwie zu meinem Leben. Genauso wie das Kämpfen und mein sturer Schädel sowie eine hohe Sensibilität und Fantasie. Eine Wahnsinns-Mischung und ein super Benzin bis heute!

Ich hatte jedenfalls keine Ahnung davon, wer ich bin und was ich kann – oder ich traute mich schlicht nicht, es auszuleben. Versagensängste beherrschten mein Leben.

Die Schule hatte mir trotzallem einen geordneten Rahmen geboten. Nun sollte ich aus diesem Rahmen hinaus. Ich war komplett überfordert, meine Eltern auch.

Gegen das Ende der Schulzeit begannen meine Depressionen. So konnten Körper und Seele in einen Kokon des "Nichtmüssens-weil-Nichtkönnens" flüchten.



. .  to be continued . .

Teil 2

Kein "Entweder-Oder" mehr

Was mir meine Träume sagen wollen, ist mir klar. Ich fühle mich bedroht und verfolgt, kann mich nicht entfalten – das betrifft vorallem die Arbeitswelt und meine Familienthemen.


Es ist nötig, dass ich mich davon entlaste. Die Frage ist: Wie setze ich es um?

Sicher nicht, in dem ich weglaufe. Auch nicht mit noch mehr Grübeln und Analysieren. Den therapeutischen Weg beschreite ich ebenfalls schon lange genug. Ich erwarte mir da keine umwerfenden Ergebnisse und nichts bahnbrechend Neues mehr. Das Ärztehopping verkneife ich mir. Ich werde mich auch nicht in eine Klinik flüchten, wie ich es vor Jahren tat: Um weg zu sein.

Mein "Schlachtfeld" ist und bleibt das tägliche Leben. Dem stelle ich mich. Und ich werde Lösungen finden. Wobei mir auch klar ist, dass das wieder ein Prozess ist. Die Haurucklösungen haben nie funktioniert. Das passt nicht mehr. Kategorisches Entweder_Oder hat mich nicht weitergebracht sondern ich bin immer in Sackgassen gelandet.

Kompromisse haben mich, obwohl ich sie nicht mag, immer weiter gebracht.


Fort, einfach nur fort

Traumsymbol Krieg 
Ich sah keine Soldaten, doch die Bedrohung lag in der Luft. Es würde Krieg geben. Die Bedrohung lauerte hinter jeder Tür und sie lauerte in jedem Moment. Verstecke wurden vorbereitet. Familien versteckten Kinder in Kellern. Panik. Besorgte Gesichter.

Das altbekannte Gefühl "Sie sind hinter mir her!" stellte sich wieder ein. 
Die Menschen, meine Feinde.

Gehen oder bleiben? Wohin flüchten? Wo gab es Sicherheit?

Das frage ich meinen Vater im Traum. Er meint, es kommt darauf an, wie alt man sei. Er sei zu alt um zu flüchten, er bleibe hier.

Für mich war klar, ich würde gehen. Ich musste gehen. Obwohl ich damit andere im Stich liess, was mir in neue Konflikte stürzte. Doch ich wollte vorallem mich in Sicherheit bringen. Der Nervenkrieg des Bleibens, den würde ich nicht überleben. Die Bedrohung machte mich halb wahnsinnig. Ich wollte nicht in Gefangenschaft geraten.

Fort, einfach fort!

- - -

Samstag, 22. Dezember 2012

Wasserwelten (1)

Schlussendlich nun doch ein paar Haustiere … Und die Erfüllung eines uralten Wunsches: Ein Aquarium! Wie habe ich schon als Kind Aquarien und alles Leben im Wasser geliebt .. "Unterwasser" war ein Ort, an den ich mich geträumt habe und der meine Phantasie beflügelt hat.

Gestern habe ich mir ein Nanoaquarium für Garnelen mit 23 Liter Fassungsvermögen und einen TRIOPS-Experimentierkasten von Kosmos gekauft. Inzwischen habe ich mich belesen und weiss, dass ich noch einen Heizstab brauche, um das Wasser für die Aufzucht der Triopse (Triops longicaudatus) aufzuwärmen. Und dass die Aufzucht nicht im Aquarium erfolgt, sondern in einem kleineren Gefäss mit circa 3 Litern Fassungsvermögen. Das seltsame Plastikding/Becken aus dem Experimentierkasten überzeugt mich nicht. Zudem werde ich das Becken sicher nicht mit einer Nachttischlampe beheizen; das wird doch viel zu warm!

So brauche ich noch ein paar Zutaten wie eben den Heizer für das Aufzuchtbecken und Sand und Pflanzen für das Aquarium. Dieses soll, laut Recherche, etwa 2 Wochen "einlaufen" bis die Tiere umziehen können. Es gibt noch einiges zu organisieren.

Freitag, 21. Dezember 2012

Vom Wachsen lassen

Traumsymbol Schwangerschaft (Vorsicht; drastische Bilder)

Mir träumts des öfteren vom Schwangersein. Wobei die Schwangerschaften immer schiefgehen. Entweder entwickelt sich das Leben nicht richtig oder das Geborene ist sehr schwach. Wobei es sowohl um das Wachsen als auch um den Akt des Gebärens an sich geht.
Ich beobachte. Bin in meinen Träumen meist nicht die Schwangere.

Ich deute Schwangerschaft in meinen Träumen es als Wachstum, als Neues, als Projekte, als lebenswerte Dinge, als Kreativität, als "Dinge die rauswollen". 

Manchmal sind es auch Worte! So deute ich den Traum von einer Schwangerschaft in einer Mundhöhle … Ich denke mir während dem Traum: Aber irgendwann sprengt es doch den Kopf?! Das geht doch gar nicht. Ja logisch geht es nicht: Da ist kein Raum. 

Diese Bilder sind drastisch. Das Neue, Hoffnungsvolle in meinem Leben hat Mühe, sich zu entwickeln und zu wachsen. Das Wachstum von neuem Leben ist gehemmt. Es geht um den Akt des Schwangerseins und Gebärens. Der Schöpfungsakt ist vollendet, die Frucht ist da und ist bereit… doch kann sie auch wachsen und ans Licht dieser Welt kommen? 

Ich habe ein super gutes Gespür für verhindertes Potential bei anderen, was ist mit meinem eigenen?

Dieses verhinderte Wachstum in meinem Leben so extrem vor Augen geführt zu bekommen, tut schon weh. Ich soll mich nicht mehr abwenden (können) von dem, was wachsen muss ...

Wie stelle ich es an? Wie gebe ich der Schöpfung Raum …
Zeit, in mich zu gehen. Es ist Zeit. Und es ist Zeit dafür da.
Jetzt!

Unheilige Zeit

Zum ersten Mal in meinem Leben bekomme ich den Jahresabschlussstress so richtig mit. Alle räumen noch den Schreibtisch und die Mailbox auf und schicken Druck- und Webpublishingaufträge raus. Dringend! Hohe Prioriät! Könnten Sie mir noch? ....

Die Krisen kommen am Laufmeter. An die eigenen Unpässlichkeiten habe ich mich mehr oder weniger gewöhnt, doch ich bin nicht die einzige die gerade am Rad dreht. Gestern war ich dran. Heute waren es mal nicht meine Krisen!

Alle sind am Rumhetzen und Rumhibbeln. Ist das wirklich nur der übliche Jahresendstress?
Ich weiss nicht, was am Sternenhimmel gerade los ist!

Die Nerven liegen blank, (Zwischen)menschliches tritt zutage …

Eine Kollegin habe ich beim Rumsprinten auf dem Gang beobachtet. Dachte mir; gesund ist das nicht. Diese Hektik! Wahnsinn! Später klappte sie zusammen und ich rief die Ambulanz, weil sie nicht mehr gehen konnte, Schmerzen und Schüttelfrost hatte. Später brachte ich ihr noch das Handy ins Krankenhaus. Da lag sie, ganz zart und mitgenommen – und machte sich ernsthaft Gedanken darüber, wann sie wohl ihren Schreibtisch aufräumen kann …

Die Welt ist absurd.




- - -

PS 1: Da kann man sich und allen anderen nur noch mit Inbrunst innerlich Frohes Fest und Gute Besserung wünschen – und wie ein Kind ganz ganz fest darauf hoffen, dass Wunder geschehen …

- - -

PS 2: Die Festtage waren nicht unheilig aber auch nicht festlich. Sie sind jedes Jahr unruhig. Andere bestimmen den Inhalt und den Rhythmus und dieser Tage, nicht ich. Jedes Jahr. Mir entspricht das nicht. Das ist mir klar geworden. Mir ist nur noch nicht klar, wie ich dies ändere.

- - -

PS 3: Was vom Feste bleibt … Damit befassen sich gerade einige Blogger. Bei mir ist es Melancholie. Die sich gleich nach dem Geschenkeauspacken einstellt und nicht mehr verfliegt, eine Schalheit. Und ich merke auch, dass das Thema bei mir noch nicht gegessen ist. Dieses seltsame Weihnachten. Doch mit einem Geburtstag am 21. und einem am 24. Dezember (in der Familie) trifft einiges zusammen, dem sich schlecht ausweichen lässt. Was Luisa Francia gestern in ihrem Blog übers Schenken schrieb, dem kann ich mich anschliessen. Schenken und beschenkt werden – verpflichtet. Freier ist man ohne. Oder man ist frisch und frank mit eigener Meinung und schafft es auch, Geschenke abzulehnen. Diplomatie ist immer kompliziert. Doch ich bin kein Gradeherausmensch, der Impuls ist zwar da, doch die Stabilität nicht. Fürs impulsive Ansprechen fühle ich mich später zu schuldig, das gelassene Bereden beherrsche ich nicht. Da fehlt es mir an Stärke und Festigkeit. Ich laviere. GUT zu wissen, dass es anderen auch so geht, mit diesem Fest. Wie mir scheint, sogar der Mehrheit. Hätte ich das nur schon als Kind gewusst >_<




Donnerstag, 20. Dezember 2012

Working in a Coalmine



Soviel zur Stimmung auf der Arbeit die letzten Wochen und Monate. Ich finde es schwierig, mich am Arbeitsplatz nicht aufreiben zu lassen und bei mir zu bleiben. Ein Gefühl von Sinnlosigkeit lässt mich seit einiger Zeit nicht mehr los. Es ist wie ein Kampf gegen Windmühlen.

Die Feiertage sind nah und ich bin soo froh drum. Einfach weil Feiertage auch Freitage sind … Da werd ich mich sortieren und eine neue Vision für 2013 entwerfen.


Samstag, 15. Dezember 2012

Gedanken über Esoterik (1)

oder Esoterisch und trotzdem normal

Was für eine Gratwanderung >_< …

Selber esoterisch unterwegs, gibt es doch Dinge, die mir an dieser Szene / Glaubensrichtung / Lebenseinstellung auffallen und die mich sehr stören, manches davon habe ich selber an mir erfahren oder an anderen erlebt:

Das Positive Denken und die Lichtarbeiterei beispielsweise – oder eher das, was daraus konstruiert wird. Das kommt mir vor wie: Heitschi_Bumbeitschi_Licht_und_Liebe_und_alles_unter_den_Teppich. Sowas kann ja nicht heilsam sein! Wer sich immer nur dem Licht zuwendet, bekommt irgendwann einen Sonnenstich und wird dann anschliessend von seinen Schatten aufgefressen >_< Haha, ne – aber es braucht doch wirklich den Ausgleich und das Genauhinschauen! Licht ohne Liebe tut einfach nur weh. Und immer nur Liebe leben – das schafft kein Mensch. Was tue ich wann und mit welcher Absicht? Das irdische Leben hat viele Facetten – und es gibt sowohl den Tag als auch die Nacht und noch vieles Dazwischen. Eine positive Lebenseinstellung ist hilfreich, die Verdrängung problematischer Lebensbereiche/Lebensthemen nicht.

Das duale Denken Wenn man davon ausgeht, dass wir in einem Multiversum leben, also wenn alles möglich ist und mehrdimensional – warum kämpfen dann immer noch, wie in den Schriften der Essener, die Kinder des Lichts gegen die Kinder der Dunkelheit? Dieses polare schwarzweisse Denken erscheint mir überholt. Darum finde ich auch "Herr der Ringe" langweilig.

Das Schüler/Lehrer-Ding scheint mir ein alter Zopf zu sein. Im vollen Vertrauen auf das gegenwärtige Zeitalter behaupte ich: Es braucht keine herkömmlichen Hierarchien mehr. Wir sind keine Jedis. Wer sich einem Guru unterordnen will, soll das tun. Jedoch kann jeder Mensch dein Lehrer sein. Dein Kind, der Arschloch-Nachbar, deine Oma, der Mann vom Paketdienst und sogar du selbst. Das Ansehen und das Alter, auch das Geschlecht spielt keine Rolle mehr. Die Seele ist unsterblich und weise, sie hat nur verschiedene Verpackungen. Ein Lehrer ist ein Mensch, von dem du etwas lernst, egal wer und was er ist.

Regeln und Schuldzuweisungen 
Wenn du nur fest genug glaubst, dann … Wenn du dich falsch ernährst, dann … Genau wie in manchen evangelischen Freikirchen, wird auch in dieser Szene gerne der Zeigefinger erhoben. Wenn man die Regeln nicht befolgt, ist man dann eben selber schuld. Und wenn man nicht von seinem Leiden geheilt wird, hat man eben nicht genug fest daran geglaubt …

Ernährungsgesetze gehören auch in den Bereich der Regeln Damit lässt sich auch viel konstruieren. Wobei ich persönlich glaube, dass wenn man zB raffinierten Zucker als das "absolut Böse" darstellt, er dann auch diese Wirkung haben kann. … Ein liebevoll zubereitetes Essen zu geniessen und wertzuschätzen erscheint mir sinnvoller als jede dieser Regeln.

Das Gefasel vom Karma gehört in die gleiche Schublade. Nämlich dann, wenn es als Instrument benutzt wird. Damit lässt sich sehr viel Geld verdienen. Was wissen wir denn schon wirklich über die sogenannten letzten Dinge … Ich glaube zwar daran, dass es solche Gesetze und ein Schicksal gibt, genauso wie ich an Reinkarnation glaube. Wobei ich mich frage, woher manche Menschen die Autorität nehmen, andere darüber zu belehren und für teures Geld an deren Karma herumzupfuschen.

Abgeleitet von den selbstkonstruierten Karma-Gesetzen entsteht dann der Sozial-Darwinismus. Es gibt Menschen, denen es gut geht und die machen es richtig. Dann gibt es Menschen, denen es nicht gut geht und die machen es falsch. Je nach dem wie es dir geht, weisst du genau, zu welchen du gehörst: Ob du oben durch kannst oder unten durch musst. What?

Abgehobensein Esoterik war meine Flucht in ein farbigeres Leben, in Zeiten in denen mir der Alltag wenig positiv erschien. Da kann ich mich selber bei der Nase nehmen, denn in diese Falle bin ich auch schon geraten. Ich wollte mich nur noch in den geistig-spirituellen Sphären tummeln. Und trotzdem war es mein Weg in einen lebenswerten Alltag. Erdung und irdisches Leben lassen sich nicht vom spirituellen Weg trennen. Wir alle leben im Hier und Jetzt – und das findet jetzt gerade auf der Erde statt! Bist du ganz da?

und ganz zuletzt die Arroganz Das ist die Überheblichkeit die sich einstellt, wenn man es endlich kapiert hat und erwacht ist – während die anderen noch tief schlafen. Es ist doch schön, zu den Auserwählten zu gehören, oder etwa nicht? >_<

Gerne wäre ich leichter

Manchmal habe ich schon den Eindruck, mit meinen schweren Themen, meinem Nachdenken und meiner Strenge manchmal, die Menschen zu verschrecken. Doch das ist das, was in meinem Kopf und meiner Seele vorgeht. Schon immer.

"Denk nicht soviel" hiess es schon ab und zu mal. Wie denn? Die Welt betrachten, darin leben und über sie nachdenken – das kann ich nicht voneinander trennen. Meistens tendiert es gegen die schwermütige Seite, das ist auch meiner Müdigkeit den Menschen gegenüber geschuldet und meinen inneren Kämpfen.

Gerne wäre ich leichter.

Über Religion und Neurosen

Selbst im Traum beschäftigte mich der Film von gestern Abend noch: Populärmusik aus Vittula. Am meisten hängengeblieben ist bei mir die Familie von Niila. Der religiöse Fanatismus und die gleichzeitige Brutalität seines Vaters Isaak. Die Laestadianer musste ich dann googeln. Pietismus auf die brutale Art. Wo da die Innerlichkeit und Gottesbezogenheit sein soll ... Wobei es im Film ja auch heisst, Isaak habe sich an Gottes Stelle gesetzt … In sehr streng christlich-religiösen Familien scheint die "Züchtigung" von Kindern generell verbreitet zu sein. Die Erbsünde muss ausgetrieben sein, die Schulden müssen bekannt werden.Verbrechen aus religiöser Verblendung.

Wobei ich den Pietismus, aus eigener Erfahrung, auch von der sozialen Seite her kenne. Nicht von mir, aber aus der Familie. Zuwendung zum Menschen, Gemeinschaftsgeist, Bescheidenheit, tätiges Christentum. Die neurotische Seite ist aber genauso gut bekannt. Das ewige sich Niedermachen à la "Wir sind alle Sünder" und "klein vor Gott". Das hat mich schon als Kind befremdet und mich auf andere Wege gebracht. Einen Gott vor dem ich mich klein und unwert fühle, den brauche ich nicht.

Das Buch Religiöse Neurosen von Helmut Hark kann ich zum Thema empfehlen.

Freitag, 14. Dezember 2012

Weihnachtswahnsinn – ohne mich

Der Weihnachtsrummel geht mir am Arsch vorbei. Ich feier meine eigene besinnliche Zeit, in meinem Innern. Dafür brauche ich weder Deko, noch Musik oder Geschenkewahnsinn. Ich habe endlich den Abstand zum Mainstream gefunden, den ich mir immer gewünscht habe. …

Montag, 10. Dezember 2012

Depression Deluxe

Mir geht das Lied "Depression Deluxe" von den Toten Hosen nicht aus dem Kopf. Diese Euphorie nahe dem absoluten Nichts, den bringt für mich kein anderes Lied und keine andere Band so gut rüber.  …


Sonntag, 2. Dezember 2012

Tierisches Familienleben

Wie Tiere leben
Hyänen leben im Matriarchat, sie kümmern jahrelang fürsorglich um den Nachwuchs. Männchen stehen in der Rangordnung ganz unten.

Der Chef ist männlich bei den patriarchalen Pavianen in der kargen Steppe. Die Paviane leben mit anderen Gruppen im Krieg, sie jagen einander Weibchen ab und machen diese mit Gewalt gefügig.

Bei den Wölfe pflanzen sich nur Alphaweibchen und Alphamännchen fort. Also die Leittiere.

Schnecken sind Zwitter, also Frau und Mann zugleich, die für den Hochzeitstanz zusammenkommen.

Einzelgängerisch: Tiger, Fischotter, Bären, Füchse … sie treffen sich nur zur Paarungszeit. Die Mutter zieht meist die Jungen alleine auf.

Vögel kümmern sich oft gemeinsam um den Nachwuchs. Manchmal bis zur kompletten Selbstaufgabe (Pinguine).

Spinnen treffen sich zur Paarungszeit, wenn das Weibchen noch keine Lust hat, frisst es das Männchen. Es kann aber auch sein, dass die Paarung stattfindet, das Männchen aber danach doch noch gefressen wird … 

Bei manchen Tierarten werden behinderte Nachkommen liebevoll umsorgt und begleitet. Freude herrscht, wenn das Kleine stark wird und sich der Gruppe anschliesst. Grosse Trauer herrscht, wenn das Kleine doch nicht überlebt. Bei anderen Tierarten werden schwächere Jungen sich selbst überlassen. Beides macht bei der jeweiligen Tierart anscheinend Sinn.

Haubentaucher werben in einem wundervollen tänzerischen Reigen umeinander, sie beschenken sich gegenseitig, bevor sie sich paaren und das Brutgeschäft beginnt.

In Massenschwärme tauchen die Eintagsfliegen auf. 3 Jahre als Larve, Paarung, Eiablage, Tod.

Wie Menschen leben
Bei den Tieren bestimmt der Instinkt – und beim Menschen?
Es gibt so vieles an natürlichem Verhalten, das man in der Natur beobachten kann,
wofür entscheidet das Tier "Mensch" sich?


Samstag, 1. Dezember 2012

The 8th Earl of Asherton – Eine Hommage



Schöner leiden!

So sieht ein Mann aus, dessen grosse Liebe eben einen anderen geheiratet hat* … 

Keiner leidet so schön plakativ und sexy – wie der 8th Earl of Asherton … 
Für mich sind Detective Sergeant Barbara Havers (gespielt von Sharon Small) 
und Detective Inspector Linley eines der besten Ermittlerduos ever … 

Danke ZDFneo, für diese Entdeckung!








*Im Pilotfilm zur Serie

Donnerstag, 29. November 2012

liebe, beziehung, freundschaft

nachdenkliches 

in einer beziehung kann man sich selber sowohl fremd
oder auch erst recht vertraut werden.

wer sich selber fremd ist, wird immer angst haben, den anderen zu verlieren.
den anschluss zu verlieren. sich lieber gar nicht erst binden?

erkenne dich selbst – im andern ...

du, mein bester spiegel.

manche sind nur zusammen, um nicht allein zu sein.
das wars aber dann auch.

ich misstraue denjenigen, die von einem treffen zum nächsten jetten/switchen.
lassen sie sich jemals auf einen menschen wirklich ein?
warum entziehst du dich mir?

bin ich dir überhaupt wichtig genug? 
warum lässt du mich stehen?
 – und bin ich mir selber wichtig genug, mich deswegen nicht in frage zu stellen?

manche paare driften umso mehr auseinander, je länger sie zusammen sind. 
schmelzende eisschollen, die es auseinander treibt.

halte ich es aus, dass mich jemand genau so mag, wie ich bin?

wie komme ich damit klar, gemocht, gar geliebt zu werden?
warum muss ich es mir verdienen, geliebt zu werden?
wie werde ich dieses vorstellung los?

wenn du dich weigerst zu wachsen, trennen sich unsere wege!

warum beginne ich jemanden zu verachten, ihm zu misstrauen,
der zu mir steht, auch wenn ich mich daneben benehme, gewollt oder ungewollt, jemandem der viele meiner abgründe kennt? verachte ich im grunde mich selbst?

wenn ich mich gehalten fühle, kann ich in jeden abgrund schauen und ihn überfliegen, wohlwissend, dass er da ist. der abgrund – aber auch der mensch, der zu mir steht. ich weiss nun, wo er ist, der abgrund und wie tief er ist. alleine traue ich mich nicht immer in dieses dunkel vor.

zusammen wächst man über sich hinaus.

ich lerne, mit vertrauten, selbst über die leere zu sprechen. und über ängste, trauer und die grosse wut die mich hin und wieder packt. ich falle dadurch nicht tiefer, sondern ich steige aus meinem abgrund empor, bis ich fühle, dass ich wieder boden unter den füssen habe. bin mensch unter den menschen, fühle mich nun warm statt taub.

Samstag, 24. November 2012

Sex und Alter

… ist ja immer noch ein Tabuthema. Vor einiger Zeit bin ich über das Buch "Nacktbadestrand" von Elfriede Vavrik gestolpert. Manche Szenen und Fantasien haben mich geschockt, andere sehr fasziniert. Da geht also eine 79-jährige nach 40 Jahre ohne Sex einfach los und entdeckt ihre Sexualität neu!

Ich finde das macht Mut.

Sex wird ja häufig mit Attraktivität und Jugend verbunden. Also demnach muss irgendwann damit Schluss sein – sobald altersmässig eine Schallgrenze überschritten wird? Und ab da gibts dann nur noch Kuschelsex oder käufliche Liebe?

Dieses Buch alle belehrt eines Besseren … wer sich traut, hier ein Talkshow-Video der Dame.

- - -

Und wer dann noch mehr darüber wissen will, lese hier über andere reife Damen dies nicht lassen können. Vielleicht kommt dieser Film auch mal wieder im TV.

Freitag, 23. November 2012

Wider den tierischen Ernst

Wer sagt denn, dass vernünftig sein
in jedem Fall
und immer
gesundheitsfördernd sei?

Hund oder doch Wolf?

Krank daheim. Batterien leer da Seele nervös.
Domestikation erfolglos.

Mein Traum, ich grüble immer noch darüber nach. Ich bin tatsächlich eine Wölfin, die sich als Hund ausgibt, immer darum bemüht, nicht enttarnt zu werden. Kann sogar Männchen machen.

Das muss ja scheitern! Doch das ist kein Grund, es nicht doch immer und immer wieder zu probieren.

Wie lange schon und wie lange noch?!
Das frag ich mich selbst.


- - - Nachtrag 29/11/2012
 Bin versöhnlicher gestimmt, auch was diesen Traum anbelangt … Ich muss das alles auch nicht in dieser Absolutheit beantworten. Warum dacht ich das nur? Wer ich nun bin. Und wo ich nun stehe. Das ist doch veränderbar und sowieso immer veränderlich, auch wechselhaft, zum Glück. Eine Seite wählen zu müssen ist ein Trugschluss. In meinen Seelenlandschaften gibt es angepasste und wilde Gebiete. So bin ich wohl Hund, Wolf und Jägerin zugleich.


Donnerstag, 22. November 2012

Erkannt

Das Leben ist eine Risikosportart.

Bad Girls

Die wahren Bad Girls sind, entgegen landläufiger Meinung, keine Verführerinnen.
Sondern sie sind Frauen, die für die Pflege ihres Selbstwerts erst gar keinen Mann nötig haben.

Samstag, 17. November 2012

Traumsymbol Wolf und Hund

Mein Traum: Zwei grosse Hirtenhunde haben auf den Feldern zwei Wölfe gepackt und sie zu einem Bergbauernhof verschleppt. Dort haben sie die Wölfe festgehalten und gewartet, bis die Herren (in Jägerkluft) kamen. Einer der Hunde versuchte, sich mit einem Wolf zu paaren. Wobei ich nicht weiss, ob das für den Wolf wirklich freiwillig war.

- - -

Weiteres Geschehen weiss ich nicht,
da der Traum woanders weiterging.

Eine Deutung brauche ich nicht. Der Fall ist eindeutig.
In meinem Leben dominiert des Zivilisierte über das Wilde.
Bin frei geboren und dann in Gefangenschaft geraten
– oder bin ich gar ein Hund? 

- - -


Bin etwas schockiert.

Das muss ich erstmal sacken lassen …

Tierwunsch

Mein Haustierwunsch verschwindet nicht, doch ich ingoriere ihn grosszügig. Ein Tier kommt momentan nicht ins Haus. Basta. Vorallem da ich am Wochendende auch nicht immer daheim bin. Die Wunschvorstellungen gingen die letzten Jahre über Garnelen zu Vögeln zu Rennmäusen zu Hunden zu Urzeitkrebsen zu Katzen zu Meerschweinchen zu Ratten …
Darum lass ich es.

Weil es hauptsächlich darum geht, mich weniger einsam zu fühlen. Tiere machen, dass ich mich wieder richtig lebendig fühle, weil sie viel mehr vom Leben und von wahrer Präsenz verstehen als wir Menschen. Tiere können nicht (so gut) lügen. Diesen Job des Unterhalters und Trösters möchte ich gerade keinem Tier zumuten. Dadurch wird es in eine Rolle gedrängt bei der man die Natur und die wahren Bedürfnisse eines Tieres ignoriert. 

Irgendwie muss ich mich selber wieder lebendig kriegen.

Ich hab schon zuviel Drama mit Tieren erlebt. Die Meerschweinchen mit den fehlgestellten Backenzähnen, die man dann einschläfern musste, die Pärchen von Wellensittiche von denen immer einer starb und einer überblieb und dann wieder einen Partner brauchte, der Hund, der nie richtig erzogen wurde. Der Hund ist nun seit bald zwei Jahren tot. Ich bin ihm dankbar, ich glaube er war mein Lebensretter in manchen dunklen Momenten. Und er hatte einen goldenen Humor. Ich hab ihm vesprochen, dass ich es mit der Erziehung und artgerechten Haltung beim nächsten Hund besser machen werde. Bevor ich das nicht halten kann, lass ich es. Und dieses Versprechen will ich halten!

Es wäre schön, ein Haustier zu haben. Doch manchmal bin ich nach der Arbeit selbst zum Pflanzengiessen zu müde. Beinahe wäre mir mein grossgezogener und umsorgter Weihnachtsstern (bekam ihn als Minitopfpflanze) eingegangen.

Ein kleines Drama in meiner kleinen Welt …





To do: Lebendig sein …

Donnerstag, 15. November 2012

DRUCKbranche

Arbeitsleben ist Kasperletheater für Erwachsene! Ich arbeite und schaue Menschen bei ihren Spielchen zu. Teils mir selber. Finde es stressig, zermürbend. Doch in welcher Branche ist es anders? Sind wir nicht alle zu Dienstleistern mutiert, die, mit einem gefrorenen Lächeln, alles möglich machen? Auch das Unmöglichste? Auch den grössten Scheiss produzieren, auch den plötzlichen hochdringlichen Auftrag noch in Topqualität erledigen, natürlich für lau?

Für manche Kunden ist es normal, einen Auftrag geraume Zeit auf dem Schreibtisch ruhen zu lassen um diesen dann, dringlich und drängend, als Mail mit "hoher Priorität" zu verschicken. In der Erwartung, dass nun alles zackzack geht.

Andere wiederum ändern x-mal ihre Inhalte – nachdem das Layout schon steht. Und wollen dann, ungelogen, 5x ein neues Gut-zum-Druck. Nach jeder Änderung. Dann heisst es, das sei nun die allerletzte Änderung gewesen, man gehen morgen nun in Druck. Am nächsten Tag: 5 min nach Feierabend; warum hab ich nochmals nach meinen Mails geschaut??! Da sind noch ein paar Änderungswünsche.

Und immer drängt alles ... und soll doch tadellos sein und nix kosten.

. . . AHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH …


Kasperletheater kann auch ja manchmal auch ganz lustig sein.. Ich habe keine Lust mehr, das lustig zu finden. Meine Nerven liegen öfters blank, gestern kam ich heulend heim und heute mach ich einen Tag blau – einfach um mich mal wieder zu sortieren.

Ich weiss, ich habe NICHT die falsche Branche erwischt, 
sondern schlicht den falschen Planeten …

Montag, 12. November 2012

Das Peter-Prinzip



Das Arbeitsleben wie es ist ...
Einst habe ich das Video bei Frau Croco (auf ihrem vorherigen Blog) gefunden
… und ich muss sagen, das Video ist mir immer wieder ein Trost  :)))

Sonntag, 11. November 2012

Weder hier noch dort, irgendwo dawischen

Es ist so: Die Vergangenheit spielt in alles hinein.
Man entkommt ihr nicht.
Man kann sich ihr nur stellen oder alles zu verdrängen versuchen,
zumindest solange, bis man wieder volle Kanne darüber stolpert.

Kindheit: Spannungen daheim, Mobbing in der Schule. Jugend: Mobbing in der Schule, wenig Sicherheit, wenig Orientierung im äusseren Leben. Später vor allem Angst, Angst, Angst, grosse allgemeine Verunsicherung. Wer bin ich? Und warum bin ich so? Irgendwann habe ich angefangen, genau dieser Angst ins Gesicht zu sehen, erfolgreich.

Immer soweit, wie es ging. Und nun?
Die seltsamen körperlichen Phänomene, die Erschöpfung und gesundheitlichen Aussetzer der letzten Monate lassen sich samt und sonders auf seelischen Stress zurückführen. Das wurde nach all den ärztlichen Checks klar, die ich gemacht habe. überall hiess es, es sei das vegetative Nervensystem. Seit Jahren gebe ich Gas, um im (Arbeits)Leben Fuss zu fassen. Nun scheint es mir langsam, als wäre der Preis dafür doch zu hoch, oder brauche ich einfach einen Strategiewechsel?

Ich hatte mich mein bisheriges Leben lang immer entweder im stillen Kämmerlein, auf der Flucht oder auf der Flucht nach vorne ... befunden. Auch jetzt, wo ich seit einem halben Jahr einen festen Arbeitsplatz habe, lässt der innere Stress nicht nach. Es gibt Spannungen unter manchen Mitarbeitern (bin nur am Rand betroffen) und es gibt mehr Arbeit, als gut für mich ist, obwohl ich nicht Vollzeit arbeite sondern Teilzeit. In der Zeit, in der ich arbeite, gebe ich jedoch alles. Ich stehe ständig unter Strom. Und das alles staut sich dann ziemlich weit innen.Wo ich keinen direkten Zugriff mehr darauf habe. Es gibt für mich momentan nur den medikamentösen Schalter um mal runterzukommen ...

Ich habe keine Angst mehr um mich, denn ich weiss, dass ich durchkomme. Ich weiss nur noch nicht wie!

Werd mich die nächste Zeit mal mit dem Thema PTBS (Posttraumatsiche Belastungsstörung) befassen und damit, wie ich mein vegetarisches Nervensystem ... einmitten kann.

LG und bis bald


Sonntag, 4. November 2012

Garnele auf Landgang

Vor kurzem, nachdem es die ganze Nacht geschneit hatte, meinte mein Freund morgens zu mir, wir lagen beide noch im Bett: Wir haben Besuch! Was mich gleich etwas schauderte, da ich mir nicht vorstellen konnte, was/wer es sein könnte. Morgens, im Schlafzimmer!

Er zeigte an die Wand über meinem Kopf. Ich schaute, noch im Halbschlaf, hoch. Da war ein ziemlich grosses Insekt das da ganz ruhig an der Wand klebte! Mir gruselte es ein bisschen. Ich mag Insekten sehr, aber Insekten in der Wohnung – das ist ein anderes Thema (abgesehen, wirklich, von Spinnen!).

Es hatte unglaublich viele und vorallem: unglaublich lange Beine …





Ich betrachtete dieses exotische Wesen, und mir wurde klar, dass ich sowas noch rein gar nie in meinem Leben gesehen habe! Es sah aus wie eine Garnele, gekreuzt mit einer Kellerassel oder einem Tausenfüsser. Ich zählte etwa 14 Beine auf jeder Seite, dazu lange Tastorgane, wenn ich richtig schaute, war da ein Paar davon vorne, eines hinten. So in etwas. Also weder 8 beine noch 6 Beine – sondern etwas gaaanz anderes!

Das erstaunte mich etwas, denn ich kenne recht viele einheimische Tiere. Dieses war mir völllig unbekannt. Erstmal transferierte ich es hinaus in den Schnee, was das arme Tier gar nicht mochte, wie ich gleich feststellte, es zuckte, sobald es mit Kälte und Nässe in Berührung kam, zusammen und blieb starr liegen. Es machte keine Anstalten, sich unter den Schnee zu verkriechen. Das tat mir dann doch leid, umbringen wollte ich es nicht …

Also holte ich ein Marmeladenglas und legte ein bisschen Grün rein. Ich wusste nicht so recht wohin mit dem Exot! Scheinbar war es kein einheimisches Wesen, so empfindlich wie es auf den Schnee reagierte. Ich beobachtete es, wie es sich den Kopf putzte und dieses Gesichtchen wurde mir sympathisch. Es sah sehr putzig dabei aus. Nur, diese Beine, …

Ich forschte zuerst nach Bildern im Internet (Stichwort: Europäische Tausendfüsser) und fand ein Bild, das meinem Insekt aufs Haar glich. Mit dem Hinweis, dass es sich dabei um einen Spinnenläufer handelt, gelangte ich dann auf Wikipedia – also war es wirklich keine Garnele auf Landgang ;) sondern Scutigera coleoptrata, auch Spinnenassel genannt. Ein Wesen aus der Überklasse der Tausendfüsser und der Klasse der Hundertfüsser. Vermutlich stammt es ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Danke, Wikipedia!

Der morgendliche Gast an der Zimmerwand, fand dann eine Bleibe in einem milden Hauswinkel, draussen unter einem Kirschlorbeerstrauch. Ich vermute, dass er in meiner Wohnung sonst vetrocknet wäre, da die Luftfeuchtigkeit hier drin meist zu niedrig ist.

… Ich hoffe es geht ihm gut! Es ist ja wieder wärmer geworden. Ich mag solche Momente, diese staunenswerten Begegnungen, auch wenn ich mich anfangs manchmal etwas überwinden muss. Eben apropos Insekten in der Wohnung … Habe wieder etwas gelernt, jemanden kennengelernt und wieder einmal gestaunt über die Vielfalt der Natur!

Sonntagmorgen




Der Werwolf eine Wohnung weiter unten raunt und heult wieder sein "Scheisse" in die Welt hinaus … Mein bester Freund und Weggefährte schlummert auf dem Sofa noch ein bisschen weiter. Die Sonne bescheint die wilde Gartenkiste auf meinem Fenstersims. Der Sellerie für die Selleriepiccata wartet blanchiert auf seine Weiterverarbeitung. Ich bewundere meine Shoppingschätze der letzten beiden Tage. Ach du sonntägliches, weibliches Idyll … >_<

Mittwoch, 31. Oktober 2012

5 Bücher // Halloween …

Ein paar Bücher aus meinem Fundus sorgen für die passende Stimmung, Grausiges und Schönes. In diesem Sinne: "Happy Halloween" oder besser "memento mori"…


Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen von Jon Ranheimsaeter, nach einem Splattermärchen der Gebrüder Grimm. Ein wunderbares Bilderbuch/Comic. Das richtige für einen gemütlich-gruseligen Abend auf dem Sofa. Ich lese es alle paar Jahre wieder und finds immer noch gelungen …

Aus die Maus/ Wir sind unfassbar – Ungewöhnliche Todesanzeigen von Christian Sprang und Matthias Nöllke. Sprüche, Zitate, Poesie, Zoten, gewollte und ungewollte Komik aus einem sehr menschlichen Bereich der grenzwertig ist, in jeglicher Hinsicht …

Mythen, Überlieferungen, Legenden – Fantasy-Art von Linda & Roger Garland ist ein vollfarbiger Band mit Illustrationen dieser beiden Künstler. Ich lasse mich gerne von diesen Bildern inspirieren.

Schmetterling und Taucherglocke – von Jean-Dominique Bauby Selten habe ich ein Buch gelesen, dass zugleich so tragisch und unfassbar poetisch ist. Dieser Mann beschrieb vor seinem Tod, wie es ist, lebendig tot zu sein. Gefangen im eigenen Körper, körperlich gelähmt bis auf das Zucken des Augenlides und zugleich geistig ganz auf der Höhe. Den Film zum Buch habe ich mir gespart, die starken Bilder, die Poesie dieses Buches möchte ich mir bewahren.

Für viele das absolute Grauen schlechthin, für mich lecker Essen, deshalb musste dieses Buch auch noch auf die Liste: Innereien – erworben habe ich es antiquarisch, erschienen bei Time-Life Bücher. Meine Skills gehen bis jetzt über das Zubereiten von Kutteln in Tomatensauce nicht hinaus, aber was nicht ist, kann ja noch werden. >_<


Samstag, 27. Oktober 2012

Innerlich stark

Ich weiss nicht, das was ich schreibe, über das Leben und über den Tod meines Bruders, das klingt so verdammt abgeklärt. Ich möchte das nicht so stehen lassen. In der Welt und unter Menschen bewege ich mich eher unsicher, ich bin mit vielen Ängsten und Unsicherheiten behaftet, aber ich ziehe viel Kraft und Sicherheit aus meinem Inneren. Ich habe eine andere Art, das Leben zu nehmen, eine innerliche, das "wie" lässt sich schwer in Wort fassen …  Über vieles habe ich schon sehr lange, teilweise jahrelang, nachgedacht. Vielleicht wirkt es daher abgeklärt …

Hilfe annehmen

Für mich ist dies der Knackpunkt: Zu erkennen, dass ich es nicht (mehr) ohne Hilfe schaffe. Das macht mich erst einmal noch unsicherer. Kann ich diesem Menschen trauen, kann sie/er mir wirklich helfen? Werde ich nun bevormundet? Weiss nun jemand an meiner Stelle, was das Richtige für mich ist ist? Werde ich dann nicht noch hilfloser sein, abhängiger, ohnmächtiger?

Ich habe darauf verschiedene Antworten gefunden:
  • Es ist wichtig, dass ich die Hilfe zu einem frühen Zeitpunkt hole, nämlich dann, wenn ich beginne, unsicher und wacklug zu werden, aber noch selbstständig entscheiden und handeln kann.
  • Wenn ich spüre, dass ich diese Form der Hilfe nun nicht mehr brauche, muss ich auch bereit sein, diese loszulassen. Umgekehrt gilt das auch. Ich kann eine getroffene Entscheidung jederzeit wieder rückgängig machen. Es ist nichts in Stein gemeisselt! Auch wenn ich mal etwas entschieden habe, kann ich diese Meinung wieder umwerfen. So zB mein Entschluss, nach 7 Jahren ohne Psychopharmaka, doch wieder welche zu nehmen (seit 2010). Was ich nicht bereue. 
  • Ich stehe dazu, verschiedene Methoden der Unterstützung zu wählen und zu mischen. So nehme ich alternativmedizinsiche und schulmedizinische Beratung/Medikamente in Anspruch, sowie Psychotherapie … 
  • Eine gute Hilfe ist immer eine Hilfe zur Selbsthilfe; sie entmündigt nicht, sondern befähigt! 
  • Opfer von Gewalt, egal welcher Art, misstrauen menschlicher Hilfe schnell. Ärzte sind, mit ihrer Autorität, in Augen von Opfern schnell "der Feind" schlechthin. Ich akzeptiere für mich, zu dieser sensibilisierten Menschengruppe zu gehören. Dies erfordert von mir ein Mitgefühl für mich selbst, wenn ich mich durch ärztliches "Personal" oder eine Therapeutin/einen Therapeuten oder eine Therapieform "terrorisiert" oder bedroht fühle. Es ist nicht alles so schlimm wie es sich anfühlt. Andererseits kann etwas Kleines auch sehr schlimm sein ... Das gilt ebenso für den alternativen/esoterischen Bereich. Auch dort kann es zu gefühlten Übergriffen kommen. Ich lerne, damit umzugehen und mich deutlich auszudrücken was ich will und was ich nicht will. Das gilt auch für die Dosierung oder die Art von Medikamenten. Ärzte sind sogar lernfähig ... Bei Alternativmedizinern, ich weiss nicht … >_< 
  • … to be continued … 






… Hilfe für andere, jetzt wird es kompliziert …





(Triggerwarnung: Suizid, Selbstmord, Tod eines Angehörigen d. Suizid)






























Mein Bruder konnte sich genau diese Hilfe nicht holen. Er mochte sich keinem fremden Menschen (in diesem Falle Psychiater) anvertrauen, er hat es ausprobiert, es war ihm im innersten zuwider, über persönliche Dinge mit einem wildfremden Menschen zu reden. Er fühlt sich, als würde er ins Leere sprechen, der Arzt hörte vorallem zu. Er fühlt sich dadurch alleine gelassen, hätte gerne eine Reaktion, einen Tipp gehabt. Wobei das ja auf die Therapiemethode/Schule ankommt …


Er hatte einen dicken Kopf. Er lehnte Medikamente und auch alternative Methoden ab. Ein Freund von ihm, selber Medizinstudent auf dem Weg zum Psychiater, hätte ihn begleitet bei einem neuen Versuch, doch einen Arzt aufzusuchen. Doch das wollte er auch nicht.


Wie oft muss man einem Menschen die Hand reichen?

Ich überlegte mir, wie es gewesen wäre, hätte ich ihn zwangsweise in eine Klinik einliefern lassen oder so lange genervt, bis er mich mit zu meiner eigenen Therapeutin begleitet hätte.

Er hat nie eine Andeutung gemacht, dass er sich etwas antun will. Doch sein Lebensstil war auf Dauer zuviel für ihn. Doch nur auf Verdacht hin, wäre eine Einlieferung gar nicht gegangen …

Vielleicht hätte ich ihn ansprechen sollen, meinen Verdacht äussern und offen ansprechen. … Hast du vor, dich …

Ich habe mich dafür entschieden, ihn seinen Weg gehen zu lassen, weil ich mich überfordert und auch genervt gefühlt habe. Sein Alkoholkonsum und die für seine Musik durchwachten Nächte, am nächsten Tag auf die Arbeit – das konnte ich nicht mitansehen. Habe ihm gesagt, ihn gewarnt, dass das zuviel ist, er sich besser Sorge tragen sollte, mit den Kräften haushalten. Wenn wir uns sahen, hatte er meist einen Kater.

Ich wollte lieber endlich selber mein Leben in den Griff bekommen, hatte, zeitgleich mit ihm, eine Ausbildung angefangen. Wollte diese Chance packen und sie forderte meine ganzen Kräfte. Man kann für jemand anderen nicht auf Dauer die Lust am Leben übernehmen …

Nun stellt sich ein schales Gefühl ein, immer dann, wenn ich zurückblicke, meinen Erfolg, (Ausbildung und Ankommen im Arbeitsleben) kann ich nicht so richtig geniessen. Ich muss immer wieder daran denken, dass er auf der Strecke geblieben ist. Vielleicht, wenn ich mich besser um ihn gekümmert hätte, wäre er vielleicht noch am Leben wäre … Vielleicht …

Doch andererseits nochmal: Wie oft muss man jemandem die Hand reichen? Mit Rat und Tat zur Seite stehen, während der andere sich selber ausbeutet, bis zum Exzess lebt. Während man selber schwankt und seinen Weg sucht. Und wann muss man sich einfach mal um das eigene Leben kümmern?




Diese Frage stelle ich mir immer wieder von neuem … Ich weiss, er trägt mir nichts nach, und doch … es bleiben ein Schmerz und ein grosses Loch zurück. Und in mir ist seither die Überzeugung gewachsen; ich mach es anders, ich will nämlich leben …




. . .







Weitere Postings:

4 mg Wunder

Wissen, wann man Hilfe braucht … Seit gestern abend nehme ich zusätzlich Surmontil damit der Schlaf wieder seinen Namen verdient (morgens nehme ich bereits 25mg Zoloft). Die Hausärztin schlug 8mg vor, was ich für mich halbiere, wie ich es bei Psychopharmaka meistens tue. Sie war einverstanden. Und: Ich fühle mich fantastisch … Das Gesicht ist keine blasse Maske mehr, mein Herzschlag und Puls fühlen sich endlich wieder normal an.

- - - Update 29/10/2012- - -
Das 4mg-Wunder habe ich nach drei Tagen wieder abgesetzt, da ich mich nicht daran gewöhnen will und sich diese Leere im Kopf nicht so gut bei der Arbeit macht. Spare es mir für Krisenmomente auf (Angstzustände, grosse Anspannung).

- - - Update 15/11/2012 - - -
Es lebe die chemische pharmazeutische Industrie … Danke für mehrere Stunden erholsamen Schlaf!

- - - Update 19/11/2012 - - -
Die gelegentliche Einnahme des Mittels führt zu besserem Schlaf. Ich komme endlich mal runter. Die zusätzliche Eiseninfusionstherapie, die ich vor ein paar Wochen angefangen habe hilft mir. Die Benommenheit, die körperliche Schwäche und Abgeschlagenheit, die mich lange plagten, sind verschwunden. Das Herz stolpert nur noch ab und zu. Nun weiss ich aber, dass es das vegetative Nervensystem ist, also der innere Stress das auslöst, und darum beunruhigt es mich nicht mehr so. Die Konzentration bei der Arbeit ist auch wesentlich besser geworden. Ich kann wieder lachen!

Freitag, 26. Oktober 2012

Ein Feld zurück …

so heisst es doch bei den guten alten Brettspielen … und es ist wirklich nicht das, was ich wollte.

Meine Karriere "in 6 Jahren von der ungelernten Arbeitslosen/Sozialhilfeempfängerin zur ausgebildeten Angestellten" war wohl doch etwas zu steil. Meine Nerven sind da nicht mehr ganz mitgekommen.

Die 8 Monate frustrierende Stellensuche nach der Ausbildung (mit offenen Karten) haben mir auch zugesetzt. Dann plötzlich bekam ich diese Stelle, bekam eine Chance in der freien Wirtschaft, obwohl oder gerade weil ich mich auch hier zu meiner bunten Biografie bekannt hab, und ab da hab ich Vollgas gegeben…

Nun muss ich meinen Nerven und dem Herzen sagen, dass sie sich beruhigen können, wir nicht auf der Flucht sind, sondern im Arbeitsleben, und das das gut so ist. Keine Feinde weit und breit, nur Chefs und Kollegen und die sind sehr ok. Wieso kann ich innerlich dann nicht mal fünfe grade sein lassen und mich einfach einmal in meinem Leben entspannen …

Ich habe wirklich angefangen, mit mir selber, mit meinem Körper und mit meinem Unterbewussten zu reden, denn dort ist die Hölle los. Die Rumpelkammer ist voll!

Da gibts kein Relaxen, nur Notstandgesetze …

Ich kümmere mich um euch! Ich verspreche es … Ich sortiere euch, pflege euch, gebe euch Raum, ich nehme mir künftig, nein JETZT!, Zeit für Herzensdinge. Ich gebe mir Mühe und ich werde mich besser um mich kümmern, versprochen, könnt ihr mir dafür euer Vertrauen wieder zurückgeben? Bitte? …

Montag, 22. Oktober 2012

Samstag, 20. Oktober 2012

Baguettefund in Bern



Für: Smilla, die stets auf der Suche nach Baguetten …
Fundort: Bern, im Fenster des Café Fédéral 
gegenüber dem Bundeshaus!

Gedanken über Krankheit und Gesundheit (1) – Es schaffen –

Jeder sein eigener Patient
Gerade habe ich, betreffend der Bachblüten, daran gedacht, dass ich eigentlich meine beste Patientin bin. Seit Jahren nehme ich sie selbst, selten mache ich Beratungen, das ist nie ins Laufen gekommen. Sinnig. Das brachte mich zum Schmunzeln.

Dr. Bach sagte sinngemäss in seinen Schriften:
Betrachte die Bachblüten als Teil deines Weges.
Wir selbst sind unsere besten Patienten.


Das will heissen, wir sind keine Übermenschen die vor schwierigen Emotionen und Schicksalsschlägen gefeit sind. Das Leben bringt immer wieder neue Herausforderungen mit sich. Dr. Bach selbst ist relativ früh an Krebs gestorben.

Es "schaffen" – was heisst das eigentlich …
Ich glaubte früher wirklich daran, ich würde es einmal "geschafft" haben und dann würde ich keinerlei depressiven Rückfälle und seelischen Täler mehr erleiden. Ja, ich dachte, jetzt kenne ich ja den Weg und nun kann ihn auch anderen zeigen! So wie ich es gemacht habe, so wie ich meinen Weg aus der Depression gefunden habe, so können das andere auch andere für sich erreichen. Ich dachte stets: Was ich kann, das können andere auch. Ich glaubte fest daran, dass ich mir nur völlig über mich selber bewusst werden muss, um mein Leben immer an auf der Sonnenseite leben zu können.

Krank werden = Versagen?
Ich fühlte mich als Versagerin, als ich wieder doch wieder krank wurde und schwierige Momente hatte. Hilfe anzunehmen fällt mir schwer. Und mein Weltbild wurde immer wieder aufs Neue erschüttert. Krank sein heisst versagen? Gesund sei heisst siegen? Leben = Gut. Krankheit und Tod = Schlecht. Das geht nicht auf.

Keep smiling?!
Es geht für mich nicht mehr darum, immer oben auf zu sein oder gar den Weg für andere zu wissen und weisen zu können. Oder um die Fähigkeit, immer mit einem triumphierenden Lächeln und cleveren Plan durchs Leben zu gehen. Ich will den ganzen Weg gehen.


Freitag, 19. Oktober 2012

Eragon – mein Senf zum Buch

In der Letzte endlich wieder mit Lesen begonnen, womit ich lange pausiert hatte. Ich konnte mich nicht mehr konzentrieren und ich fand darum keine Freude mehr daran. Zudem kann ich, wenn ich mal mit einer spannenden Story begonnen habe, einfach nicht mehr aufhören mit Lesen, zweihundert oder auch mehr Seiten an einem Abend sind kein Problem für mich. Was jedoch dem Nachtschlaf nicht besonders förderlich ist.

Wobei ich mir gleich etwas viel vorgenommen hab. Die "Eragon"-Reihe. Am Beginn wusste ich noch nichtt, dass es 4 Bände sind. Da ich jemanden kenne, der absolut begeistert von den Büchern ist, wollte ich wissen, warum. Ich verstehe es jetzt! Spannend, intensiv und bunt. Es gibt immer wieder Wendungen, die so nicht vorherzusehen sind. Die Story ist nicht so langatmig und etwas weniger patriarchal als "Herr der Ringe". Und dennoch; es zieht sich.

Bei Eragon Band 3 hoffte ich dann, es würde nun endlich zum Showdown mit dem tyrannischen Herrscher Galbatorix kommen, so viel Geschlachte und Gekämpfe muss doch mal ein Ende finden, doch dem war nicht so. Band 3 ist für mich kein gelungenes Glanzstück sondern: ein Füller. Anders kann ichs nicht sagen. Die Story ist nicht überzeugend und weniger geschickt aufgebaut. Ich sehe den Sinn dieses Bandes nicht ein. Band 1 und 2 die haben alles was es braucht und überzeugen mich auch vom Aufbau her. Doch mit Band 3 artet die Leserei in Arbeit aus >_<

Ich hoffe also sehr, Band 4 habe diesbezüglich etwas mehr zu bieten. Wobei ich mich auf ein melancholisches Ende gefasst machen muss, wie ich durch einen Spoiler erfuhr, soviel weiss ich also schon. Um meinen Nachtschlaf nicht zu gefährden, warte ich mit Band 4 noch eine Weile, vielleicht in den Weihnachtsferien … wenn ich es denn solange aushalte!

Meine Lieblingsfiguren bis jetzt; Oromis, die Zwerge und Saphira und Nar Garzvogh.
Ich bin gespannt, wie dieser Epos enden wird und wie dann mein abschliessendes Urteil lautet …


Innen und Aussen gehören zusammen!

In der letzten Zeit hatte ich immer wieder den Eindruck, neben mir zu stehen. Soviel habe ich die letzten Monate gearbeitet. Auch an mir selbst. Ich habe mir einen Arbeitsplatz erobert und bekomme nun, nach einer Zeit der Bewährung, einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Ich werde momentan weder vom Staat noch von sonstwem unterstützt. Das muss ich erstmal setzen lassen.

So ganz kann ich mich noch nicht orientieren. Die Businesswelt in der ich mich nun bewege, wird mir nämlich nicht vertrauter. Ich weiss, ich bin nicht für diese Aussenwelt gemacht. Und doch, ich arbeite im ersten Arbeitsmarkt, stehe mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen: Ich habe mein Schneckenhaus verlassen. Meine Arbeit macht mir Freude und ich arbeite in einem funktionierenden Team mit humorvollen Menschen. Ich habe, wie man so schön sagt, meinen "Weg in die Gesellschaft" gefunden.

Doch nun muss ich diese meine tägliche Dosis "Aussenwelt" endlich mit meinem Innenleben vernetzen, mich wieder spüren lernen, damit ich mich als ein Ganzes fühlen kann. Das passt noch nicht zusammen, und ich spüre, ich brauche beides, Innen und Aussen …

Herbst ist – Beides …



Der Herbst ist mir immer beides; überschäumende Lebensfreude und tiefgründige Melancholie, denn der Herbst birgt die Früchte des Lebens und zugleich den Tod. Alles drängt zur Reife und zur Essenz. Da ist Fülle – aber auch Endlichkeit …

Dienstag, 16. Oktober 2012

Spirituelles und Allzumenschliches

Ich schleiche im Web wieder um Kurse und Dozenten herum. Doch, es gibt einiges, das mich interessieren würde. Ich schaue mir die Bilder der Kursleiter an, frage mich, wo/bei wem ich wirklich etwas lernen kann und vor allem WILL. Ich hab schon viel gemacht/ausprobiert. Vieles verpuffte im Alltag spurlos. Ich schaue mir die Preise für die Kurse an – und lege die Idee dann wieder beiseite. Soviel Geld ausgeben? Wozu? Um irgend einer Idee von einem spirituelleren Leben hinterherzurennen? Weil mein Leben an Zauber verloren hat? Hilft mir das dann wirklich?

Wozu bin ich so sensibel, wenn nicht, um etwas daraus zu machen?! Das fragte ich mich die letzten Jahre immer wieder, ich dachte an einen Beruf in der Eso/Spiri/Heilsam-Richtung und machte auch ein paar Kurse diesbezüglich. Davon bin ich weggekommen. Weil ich herausfand, dass mir das meine Angst vor dem Leben in dieser Welt auch nicht nehmen wird. Basta.

Mir dämmerte es zudem, dass ich mich jetzt, nachdem ich mich mit therapeutischer Hilfe selber aus den Trümmern und Wirrungen einer seltsamen Kindheit befreit hatte, nun nicht diesen Job für andere tun will. Das Allzumenschliche macht mich soo müde. Hab ich doch mit mir selber genug Arbeit!

Wenn schon will ich:
... Tolle Farben sehen >_<
... Gärten und Vulkane entdecken
... die Quellen meiner Phantasie sprudeln lassen
... die Magie zurück in mein Leben holen

... endlich wissen, wie ich die Gaben meiner Sensibilität und medialen "Neigung" leben kann,
ohne daran zu Grunde zu gehen




Wahrscheinlich hilft da nur ein Kurs: Das wahre Leben
... und ich bleibe vorerst bei Qigong.

Unsäglich melancholisch

Die normale Welt ödet mich an – und die Verrückten sind mir zu anstrengend.

Mein Sofa versteht mich.

Es ist Oktober.

Bemerkt

Nett sein ist furchtbar anstrengend.

Words don`t come easy to me – F. R. David


Sonntag, 14. Oktober 2012

Der Werwolf

Scheisse, Scheisse, Scheisse

… so tönt es aus der Wohnung unter mir. Regelmässig. Auch am Sonntagmorgen. Noch vor einiger Zeit war das weit weniger deutlich formuliert und nur Geheule oder Gehämmere.

Da das auch nachts vorkam, damals etwa einmal im Monat, zerbrach ich mir den Kopf darüber wer/was das wohl sein könnte. Hatte komische Fantasien von einer Geisel in der Wohnung oder ich dachte an ein behindertes Kind. Manchmal tönt es, als würde die ganze Wohung demontiert. Später hörte ich Bohren und Hämmern, oder meinte es wenigstens. So als würde die Wohnung wieder zusammengebaut.

Irgendwann nannte ich das Phänomen nur doch "Werwolf".
Denn etwa einmal im Monat war es jeweils soweit.
Das erschien mir durchaus passend.

Das war, bevor ich das Rätsel gelöst habe. In dem ich, total naiv und political incorrect, in einen flugplatzgrossen Fettnapf trat und den alleinstehenden Mieter unter mir darauf ansprach. Er wisse von nichts, meinte zu mir, die Geräusche und das Geheule, das müsse von woanders kommen. Vom Nachbarhaus … Seine Kinder (bereits erwachsen) hätte ich ja schon gesehen, und keines sei behindert. Und überhaupt, eine Behinderung sei ja nichts schlimmes.

Ab da schaute er betreten an mir vorbei, wenn er mich unterwegs traf, was ich mir dann auch nicht genau erklären konnte. Später kapierte ich es dann noch:
Mein Nachbar ist Alkoholiker …


Freitag, 12. Oktober 2012

so Leben

so leben,
dass ich keinen anderen
menschen
als projektionsfläche
(miss)brauche.

so leben,
dass ich
gelebtes wie ungelebtes
allein selber zu verantworten habe.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Nachgedacht

Derweil ich eigentlich nichts zu schreiben weiss, stellen sich mir immer wieder jede Menge Fragen, und ich finde auf immer weniger Antworten immer mehr Fragen.


So frage ich mich

... was weibliche Potenz eigentlich ist
und ich meine jetzt nicht (nur) "die Lust".
(...)

... ob es nicht grundsätzlich anders herum ist als die Medizin annimmt: nämlich dass Menschen mit einem sehr grossen und daher gefährdeten Herzen schneller dick werden und die Herzprobleme eben nicht vom Dicksein kommen, sondern dass ein Herz eben auch Schutz braucht. Zu nett für diese Welt? (...)

Zurück zu Feld 1: Warum werden dicke Damen in unserer Gesellschaft so sehr ausgegrenzt? Ist eine Frau die sich Raum nimmt bedrohlich, gefährlich?
Weil potent? Sichtbare weibliche Präsenz, immer noch tabu?

Das eigene IndieBreiteGehen (nicht aus Nettigkeit ;) während der letzten Jahre wirft zur Zeit neue Gedanken auf. Letzens viele postive. Ich bin nicht einverstanden mit dieser Welt im Mager-Fitness-Jugend-Wahn und ich fühle mich immer mehr als mich selbst. (...)

... ob es nicht auch bei anderen Phänomenen genau anders herum ist. Wenn Depressive bessere Entscheidungen treffen, kann es dann nicht umgekehrt sein: Wer sich mehr Gedanken macht im Leben, das Leben (zu) ernst nimmt, wird eher depressiv? Vor allem weil die Welt nach immer mehr Entscheidungen in immer kürzerer Zeit schreit? Oder ist das, was man depressiv nennt, einfach die Auszeit, die GeistKörperSeele sich nehmen müssen (und das bei immer mehr Menschen), weil die Welt sich immer mehr beschleunigt und endlich ein Kokon hermuss.

Donnerstag, 6. September 2012

Korfu adieu

.. ohne bis jetzt dort jemals gewesen zu sein. Meine langersehnte Ferienreise nach Griechenland, gedacht als Belohnung für mich selbst, für den gelungenen beruflichen Einstieg und den Fleiss der letzten Monate, musste ich aus gesundheitlichen Gründen absagen. Ich bin zu erschöpft für den Urlaub o_O …

Das musste ich heute feststellen und ich habe die Konsequenz daraus gezogen. Keine Ferienreise sondern erholsames und ruhiges Daheimbleiben!

Gestern nachmittag hatte ich das heulende Elend, körperliche Schwäche, hoher Puls, Benommenheit, ich war einfach am Ende mit meinen Kräften, was sich auch in meinen Posts von gestern spiegeln mag.

Später Nachmittag, gestern, mit bestem Freund und Weggefährten im Schlepptau in die Hausarztpraxis gegangen, weil ich einfach keine Kraft mehr hatte. Ich bestand auf einer Eiseninfusion, die ich auch bekam, trotz einem Ferritinwert von 29, was scheinbar noch Norm ist, sich bei mir aber nicht mehr als normal anfühlt.

Schon während ich an diesem Tropf hing, merkte ich, wie die Lebensfreude zurückkam und der Druck in meinem Körper nachliess, das Kribbeln in Händen und Füssen liess nach und die Benommenheit verschwand …

Eine heilsame und erholsame Nacht später: Es geht mir wesentlich besser, ich bin aber noch recht schwach.

Darum, Korfu adieu! Ich komme dann eben ein andermal …

Mittwoch, 5. September 2012

Dalida – Paroles Paroles


Die Wahrheit ist ein hartes Brot.

(Triggerwarnung: Sexuelle Gewalt, Vrgwltigng)





Nachdem ich eben gerade "Die Herzogin" mit Keira Knightley gesehen habe, ein Film und eine Geschichte, die mich schockiert haben, kam ich ins Grübeln. Geschehen ist so etwas hunderttausendfach, mir ist es daher egal, ob es die genaue historische Wahrheit ist.

Woran liegt es nur, dass ich mich, trotz meinem modernen Leben als emanzipierte Frau, ebenfalls als gefangenes Huhn im Käfig fühle? Weshalb verliere ich immer wieder meine ganze Lebenskraft und Lebensfreude?

Ich werde weder von einem Ehemann zurechtvergewaltigt noch sonstwie bevormundet oder geschädigt, und dennoch finde ich es schwer in diesem Leben nicht unterzugehen. Mental.

Klar bin ich frei. Ja, ich lebe in privilegierten Umständen, mein Leben ist weder in Gefahr noch habe ich zuwenig Nahrung. Doch das innere Gefangensein bleibt. Wie ändere ich es? Wie komme ich in den Genuss der Freiheit? Wie daran glauben, dass die Welt ein sicherer Ort für mich ist, wenn ich es nicht so empfinde?

Es ist, als würden mir einfach ein paar Filter fehlen. Und ich komme nicht mehr darum herum, das einfach so anzunehmen. Die Wahrheit ist ein hartes Brot. Ich stosse immer wieder auf die wunden Punkte. Meine eigenen und diejenigen anderer. Mir offenbart sich vieles und ich weiss oft nicht, was ich damit anfangen soll.

"Tacheles" war DAS Stichwort in einem meiner letzten Träume. Aufräumen, klar sehen und klar sprechen ist angesagt. Den Dingen ins Gesicht sehen. Pur und unverblümt. Fadengrade. Offen. Unverstellt. Wahrhaftig leben …







Wünscht mir alles Gute fürs dieses "Examen"...
Ich kann es gerade brauchen.

Es krankt

.. das System!

  - - -

Gerade eben hab ich mit der Krankenkasse telefoniert und mich schnellstmöglich wieder für die freie Arztwahl angemeldet. Auch wenn mich das 14% mehr Krankenkassenprämie kostet. Die freie Wahl, eine teure Sache …

Bis jetzt war ich einfach froh, nicht noch mehr Prämie zahlen zu müssen. Nun reicht es mir. Die örtliche HMO-Praxis habe ich jetzt lange genug getestet um zu wissen, dass ich dort nicht mehr hingehen mag. Gestresste Ärzt/innen und überarbeitete Praxisassistentinnen, wie sollen die mir bitte helfen können?

Zudem wird einem dort oft nicht geglaubt (nein, sie hatten beim letzten Mal keine Blutabnahme) (DOCH die hatte ich) und man muss sich behaupten, um zu dem zu kommen, was man braucht.

Wie soll das gehen? Man braucht eine hohe Präsenz und eine gewisse Selbstsicherheit - und beides fehlt mir ja dann, wenn ich medizinische Hilfe brauche, denn dann bin ich ja schon krank! Wie soll ich mich noch durchsetzen und behaupten können, wenn ich sowieso schon geschwächt bin?!

Dieses Thema verfolgt mich: Mich durchsetzen. Vorallem im medizinischen Bereich. Und es wird mich solange verfolgen, bis es mir in Fleisch und Blut übergegangen ist, bis ich immer und jederzeit für mich einstehen kann.

Um zu der passenden medizinischen Hilfe zu kommen muss einem Folgendes egal sein: Aufzufallen, mühsam zu sein, peinlich zu wirken, besserwisserisch rüberzukommen, hartnäckig und stur zu sein, hypersensibel und hypochondrisch zu erscheinen.


PS: Nachdem ich gestern nun doch notfallmässig in der HMO-Praxis war, bin ich wieder etwas versöhnt. Finde die Welt der Medizin nach wie vor bizarr und die Hektik in den medizinschen Praxen befremdend und beänstigend. Ich habe immer wieder Angst, nicht zu dem zu kommen, was ich wirklich brauche. Nun, gestern fand ich offene Ohren und helfende Hände. Ich bleibe dran und vergesse das Schwarzweissdenken ...