Meine Blogroll

Mittwoch, 31. Oktober 2012

5 Bücher // Halloween …

Ein paar Bücher aus meinem Fundus sorgen für die passende Stimmung, Grausiges und Schönes. In diesem Sinne: "Happy Halloween" oder besser "memento mori"…


Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen von Jon Ranheimsaeter, nach einem Splattermärchen der Gebrüder Grimm. Ein wunderbares Bilderbuch/Comic. Das richtige für einen gemütlich-gruseligen Abend auf dem Sofa. Ich lese es alle paar Jahre wieder und finds immer noch gelungen …

Aus die Maus/ Wir sind unfassbar – Ungewöhnliche Todesanzeigen von Christian Sprang und Matthias Nöllke. Sprüche, Zitate, Poesie, Zoten, gewollte und ungewollte Komik aus einem sehr menschlichen Bereich der grenzwertig ist, in jeglicher Hinsicht …

Mythen, Überlieferungen, Legenden – Fantasy-Art von Linda & Roger Garland ist ein vollfarbiger Band mit Illustrationen dieser beiden Künstler. Ich lasse mich gerne von diesen Bildern inspirieren.

Schmetterling und Taucherglocke – von Jean-Dominique Bauby Selten habe ich ein Buch gelesen, dass zugleich so tragisch und unfassbar poetisch ist. Dieser Mann beschrieb vor seinem Tod, wie es ist, lebendig tot zu sein. Gefangen im eigenen Körper, körperlich gelähmt bis auf das Zucken des Augenlides und zugleich geistig ganz auf der Höhe. Den Film zum Buch habe ich mir gespart, die starken Bilder, die Poesie dieses Buches möchte ich mir bewahren.

Für viele das absolute Grauen schlechthin, für mich lecker Essen, deshalb musste dieses Buch auch noch auf die Liste: Innereien – erworben habe ich es antiquarisch, erschienen bei Time-Life Bücher. Meine Skills gehen bis jetzt über das Zubereiten von Kutteln in Tomatensauce nicht hinaus, aber was nicht ist, kann ja noch werden. >_<


Samstag, 27. Oktober 2012

Innerlich stark

Ich weiss nicht, das was ich schreibe, über das Leben und über den Tod meines Bruders, das klingt so verdammt abgeklärt. Ich möchte das nicht so stehen lassen. In der Welt und unter Menschen bewege ich mich eher unsicher, ich bin mit vielen Ängsten und Unsicherheiten behaftet, aber ich ziehe viel Kraft und Sicherheit aus meinem Inneren. Ich habe eine andere Art, das Leben zu nehmen, eine innerliche, das "wie" lässt sich schwer in Wort fassen …  Über vieles habe ich schon sehr lange, teilweise jahrelang, nachgedacht. Vielleicht wirkt es daher abgeklärt …

Hilfe annehmen

Für mich ist dies der Knackpunkt: Zu erkennen, dass ich es nicht (mehr) ohne Hilfe schaffe. Das macht mich erst einmal noch unsicherer. Kann ich diesem Menschen trauen, kann sie/er mir wirklich helfen? Werde ich nun bevormundet? Weiss nun jemand an meiner Stelle, was das Richtige für mich ist ist? Werde ich dann nicht noch hilfloser sein, abhängiger, ohnmächtiger?

Ich habe darauf verschiedene Antworten gefunden:
  • Es ist wichtig, dass ich die Hilfe zu einem frühen Zeitpunkt hole, nämlich dann, wenn ich beginne, unsicher und wacklug zu werden, aber noch selbstständig entscheiden und handeln kann.
  • Wenn ich spüre, dass ich diese Form der Hilfe nun nicht mehr brauche, muss ich auch bereit sein, diese loszulassen. Umgekehrt gilt das auch. Ich kann eine getroffene Entscheidung jederzeit wieder rückgängig machen. Es ist nichts in Stein gemeisselt! Auch wenn ich mal etwas entschieden habe, kann ich diese Meinung wieder umwerfen. So zB mein Entschluss, nach 7 Jahren ohne Psychopharmaka, doch wieder welche zu nehmen (seit 2010). Was ich nicht bereue. 
  • Ich stehe dazu, verschiedene Methoden der Unterstützung zu wählen und zu mischen. So nehme ich alternativmedizinsiche und schulmedizinische Beratung/Medikamente in Anspruch, sowie Psychotherapie … 
  • Eine gute Hilfe ist immer eine Hilfe zur Selbsthilfe; sie entmündigt nicht, sondern befähigt! 
  • Opfer von Gewalt, egal welcher Art, misstrauen menschlicher Hilfe schnell. Ärzte sind, mit ihrer Autorität, in Augen von Opfern schnell "der Feind" schlechthin. Ich akzeptiere für mich, zu dieser sensibilisierten Menschengruppe zu gehören. Dies erfordert von mir ein Mitgefühl für mich selbst, wenn ich mich durch ärztliches "Personal" oder eine Therapeutin/einen Therapeuten oder eine Therapieform "terrorisiert" oder bedroht fühle. Es ist nicht alles so schlimm wie es sich anfühlt. Andererseits kann etwas Kleines auch sehr schlimm sein ... Das gilt ebenso für den alternativen/esoterischen Bereich. Auch dort kann es zu gefühlten Übergriffen kommen. Ich lerne, damit umzugehen und mich deutlich auszudrücken was ich will und was ich nicht will. Das gilt auch für die Dosierung oder die Art von Medikamenten. Ärzte sind sogar lernfähig ... Bei Alternativmedizinern, ich weiss nicht … >_< 
  • … to be continued … 






… Hilfe für andere, jetzt wird es kompliziert …





(Triggerwarnung: Suizid, Selbstmord, Tod eines Angehörigen d. Suizid)






























Mein Bruder konnte sich genau diese Hilfe nicht holen. Er mochte sich keinem fremden Menschen (in diesem Falle Psychiater) anvertrauen, er hat es ausprobiert, es war ihm im innersten zuwider, über persönliche Dinge mit einem wildfremden Menschen zu reden. Er fühlt sich, als würde er ins Leere sprechen, der Arzt hörte vorallem zu. Er fühlt sich dadurch alleine gelassen, hätte gerne eine Reaktion, einen Tipp gehabt. Wobei das ja auf die Therapiemethode/Schule ankommt …


Er hatte einen dicken Kopf. Er lehnte Medikamente und auch alternative Methoden ab. Ein Freund von ihm, selber Medizinstudent auf dem Weg zum Psychiater, hätte ihn begleitet bei einem neuen Versuch, doch einen Arzt aufzusuchen. Doch das wollte er auch nicht.


Wie oft muss man einem Menschen die Hand reichen?

Ich überlegte mir, wie es gewesen wäre, hätte ich ihn zwangsweise in eine Klinik einliefern lassen oder so lange genervt, bis er mich mit zu meiner eigenen Therapeutin begleitet hätte.

Er hat nie eine Andeutung gemacht, dass er sich etwas antun will. Doch sein Lebensstil war auf Dauer zuviel für ihn. Doch nur auf Verdacht hin, wäre eine Einlieferung gar nicht gegangen …

Vielleicht hätte ich ihn ansprechen sollen, meinen Verdacht äussern und offen ansprechen. … Hast du vor, dich …

Ich habe mich dafür entschieden, ihn seinen Weg gehen zu lassen, weil ich mich überfordert und auch genervt gefühlt habe. Sein Alkoholkonsum und die für seine Musik durchwachten Nächte, am nächsten Tag auf die Arbeit – das konnte ich nicht mitansehen. Habe ihm gesagt, ihn gewarnt, dass das zuviel ist, er sich besser Sorge tragen sollte, mit den Kräften haushalten. Wenn wir uns sahen, hatte er meist einen Kater.

Ich wollte lieber endlich selber mein Leben in den Griff bekommen, hatte, zeitgleich mit ihm, eine Ausbildung angefangen. Wollte diese Chance packen und sie forderte meine ganzen Kräfte. Man kann für jemand anderen nicht auf Dauer die Lust am Leben übernehmen …

Nun stellt sich ein schales Gefühl ein, immer dann, wenn ich zurückblicke, meinen Erfolg, (Ausbildung und Ankommen im Arbeitsleben) kann ich nicht so richtig geniessen. Ich muss immer wieder daran denken, dass er auf der Strecke geblieben ist. Vielleicht, wenn ich mich besser um ihn gekümmert hätte, wäre er vielleicht noch am Leben wäre … Vielleicht …

Doch andererseits nochmal: Wie oft muss man jemandem die Hand reichen? Mit Rat und Tat zur Seite stehen, während der andere sich selber ausbeutet, bis zum Exzess lebt. Während man selber schwankt und seinen Weg sucht. Und wann muss man sich einfach mal um das eigene Leben kümmern?




Diese Frage stelle ich mir immer wieder von neuem … Ich weiss, er trägt mir nichts nach, und doch … es bleiben ein Schmerz und ein grosses Loch zurück. Und in mir ist seither die Überzeugung gewachsen; ich mach es anders, ich will nämlich leben …




. . .







Weitere Postings:

4 mg Wunder

Wissen, wann man Hilfe braucht … Seit gestern abend nehme ich zusätzlich Surmontil damit der Schlaf wieder seinen Namen verdient (morgens nehme ich bereits 25mg Zoloft). Die Hausärztin schlug 8mg vor, was ich für mich halbiere, wie ich es bei Psychopharmaka meistens tue. Sie war einverstanden. Und: Ich fühle mich fantastisch … Das Gesicht ist keine blasse Maske mehr, mein Herzschlag und Puls fühlen sich endlich wieder normal an.

- - - Update 29/10/2012- - -
Das 4mg-Wunder habe ich nach drei Tagen wieder abgesetzt, da ich mich nicht daran gewöhnen will und sich diese Leere im Kopf nicht so gut bei der Arbeit macht. Spare es mir für Krisenmomente auf (Angstzustände, grosse Anspannung).

- - - Update 15/11/2012 - - -
Es lebe die chemische pharmazeutische Industrie … Danke für mehrere Stunden erholsamen Schlaf!

- - - Update 19/11/2012 - - -
Die gelegentliche Einnahme des Mittels führt zu besserem Schlaf. Ich komme endlich mal runter. Die zusätzliche Eiseninfusionstherapie, die ich vor ein paar Wochen angefangen habe hilft mir. Die Benommenheit, die körperliche Schwäche und Abgeschlagenheit, die mich lange plagten, sind verschwunden. Das Herz stolpert nur noch ab und zu. Nun weiss ich aber, dass es das vegetative Nervensystem ist, also der innere Stress das auslöst, und darum beunruhigt es mich nicht mehr so. Die Konzentration bei der Arbeit ist auch wesentlich besser geworden. Ich kann wieder lachen!

Freitag, 26. Oktober 2012

Ein Feld zurück …

so heisst es doch bei den guten alten Brettspielen … und es ist wirklich nicht das, was ich wollte.

Meine Karriere "in 6 Jahren von der ungelernten Arbeitslosen/Sozialhilfeempfängerin zur ausgebildeten Angestellten" war wohl doch etwas zu steil. Meine Nerven sind da nicht mehr ganz mitgekommen.

Die 8 Monate frustrierende Stellensuche nach der Ausbildung (mit offenen Karten) haben mir auch zugesetzt. Dann plötzlich bekam ich diese Stelle, bekam eine Chance in der freien Wirtschaft, obwohl oder gerade weil ich mich auch hier zu meiner bunten Biografie bekannt hab, und ab da hab ich Vollgas gegeben…

Nun muss ich meinen Nerven und dem Herzen sagen, dass sie sich beruhigen können, wir nicht auf der Flucht sind, sondern im Arbeitsleben, und das das gut so ist. Keine Feinde weit und breit, nur Chefs und Kollegen und die sind sehr ok. Wieso kann ich innerlich dann nicht mal fünfe grade sein lassen und mich einfach einmal in meinem Leben entspannen …

Ich habe wirklich angefangen, mit mir selber, mit meinem Körper und mit meinem Unterbewussten zu reden, denn dort ist die Hölle los. Die Rumpelkammer ist voll!

Da gibts kein Relaxen, nur Notstandgesetze …

Ich kümmere mich um euch! Ich verspreche es … Ich sortiere euch, pflege euch, gebe euch Raum, ich nehme mir künftig, nein JETZT!, Zeit für Herzensdinge. Ich gebe mir Mühe und ich werde mich besser um mich kümmern, versprochen, könnt ihr mir dafür euer Vertrauen wieder zurückgeben? Bitte? …

Montag, 22. Oktober 2012

Samstag, 20. Oktober 2012

Baguettefund in Bern



Für: Smilla, die stets auf der Suche nach Baguetten …
Fundort: Bern, im Fenster des Café Fédéral 
gegenüber dem Bundeshaus!

Gedanken über Krankheit und Gesundheit (1) – Es schaffen –

Jeder sein eigener Patient
Gerade habe ich, betreffend der Bachblüten, daran gedacht, dass ich eigentlich meine beste Patientin bin. Seit Jahren nehme ich sie selbst, selten mache ich Beratungen, das ist nie ins Laufen gekommen. Sinnig. Das brachte mich zum Schmunzeln.

Dr. Bach sagte sinngemäss in seinen Schriften:
Betrachte die Bachblüten als Teil deines Weges.
Wir selbst sind unsere besten Patienten.


Das will heissen, wir sind keine Übermenschen die vor schwierigen Emotionen und Schicksalsschlägen gefeit sind. Das Leben bringt immer wieder neue Herausforderungen mit sich. Dr. Bach selbst ist relativ früh an Krebs gestorben.

Es "schaffen" – was heisst das eigentlich …
Ich glaubte früher wirklich daran, ich würde es einmal "geschafft" haben und dann würde ich keinerlei depressiven Rückfälle und seelischen Täler mehr erleiden. Ja, ich dachte, jetzt kenne ich ja den Weg und nun kann ihn auch anderen zeigen! So wie ich es gemacht habe, so wie ich meinen Weg aus der Depression gefunden habe, so können das andere auch andere für sich erreichen. Ich dachte stets: Was ich kann, das können andere auch. Ich glaubte fest daran, dass ich mir nur völlig über mich selber bewusst werden muss, um mein Leben immer an auf der Sonnenseite leben zu können.

Krank werden = Versagen?
Ich fühlte mich als Versagerin, als ich wieder doch wieder krank wurde und schwierige Momente hatte. Hilfe anzunehmen fällt mir schwer. Und mein Weltbild wurde immer wieder aufs Neue erschüttert. Krank sein heisst versagen? Gesund sei heisst siegen? Leben = Gut. Krankheit und Tod = Schlecht. Das geht nicht auf.

Keep smiling?!
Es geht für mich nicht mehr darum, immer oben auf zu sein oder gar den Weg für andere zu wissen und weisen zu können. Oder um die Fähigkeit, immer mit einem triumphierenden Lächeln und cleveren Plan durchs Leben zu gehen. Ich will den ganzen Weg gehen.


Freitag, 19. Oktober 2012

Eragon – mein Senf zum Buch

In der Letzte endlich wieder mit Lesen begonnen, womit ich lange pausiert hatte. Ich konnte mich nicht mehr konzentrieren und ich fand darum keine Freude mehr daran. Zudem kann ich, wenn ich mal mit einer spannenden Story begonnen habe, einfach nicht mehr aufhören mit Lesen, zweihundert oder auch mehr Seiten an einem Abend sind kein Problem für mich. Was jedoch dem Nachtschlaf nicht besonders förderlich ist.

Wobei ich mir gleich etwas viel vorgenommen hab. Die "Eragon"-Reihe. Am Beginn wusste ich noch nichtt, dass es 4 Bände sind. Da ich jemanden kenne, der absolut begeistert von den Büchern ist, wollte ich wissen, warum. Ich verstehe es jetzt! Spannend, intensiv und bunt. Es gibt immer wieder Wendungen, die so nicht vorherzusehen sind. Die Story ist nicht so langatmig und etwas weniger patriarchal als "Herr der Ringe". Und dennoch; es zieht sich.

Bei Eragon Band 3 hoffte ich dann, es würde nun endlich zum Showdown mit dem tyrannischen Herrscher Galbatorix kommen, so viel Geschlachte und Gekämpfe muss doch mal ein Ende finden, doch dem war nicht so. Band 3 ist für mich kein gelungenes Glanzstück sondern: ein Füller. Anders kann ichs nicht sagen. Die Story ist nicht überzeugend und weniger geschickt aufgebaut. Ich sehe den Sinn dieses Bandes nicht ein. Band 1 und 2 die haben alles was es braucht und überzeugen mich auch vom Aufbau her. Doch mit Band 3 artet die Leserei in Arbeit aus >_<

Ich hoffe also sehr, Band 4 habe diesbezüglich etwas mehr zu bieten. Wobei ich mich auf ein melancholisches Ende gefasst machen muss, wie ich durch einen Spoiler erfuhr, soviel weiss ich also schon. Um meinen Nachtschlaf nicht zu gefährden, warte ich mit Band 4 noch eine Weile, vielleicht in den Weihnachtsferien … wenn ich es denn solange aushalte!

Meine Lieblingsfiguren bis jetzt; Oromis, die Zwerge und Saphira und Nar Garzvogh.
Ich bin gespannt, wie dieser Epos enden wird und wie dann mein abschliessendes Urteil lautet …


Innen und Aussen gehören zusammen!

In der letzten Zeit hatte ich immer wieder den Eindruck, neben mir zu stehen. Soviel habe ich die letzten Monate gearbeitet. Auch an mir selbst. Ich habe mir einen Arbeitsplatz erobert und bekomme nun, nach einer Zeit der Bewährung, einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Ich werde momentan weder vom Staat noch von sonstwem unterstützt. Das muss ich erstmal setzen lassen.

So ganz kann ich mich noch nicht orientieren. Die Businesswelt in der ich mich nun bewege, wird mir nämlich nicht vertrauter. Ich weiss, ich bin nicht für diese Aussenwelt gemacht. Und doch, ich arbeite im ersten Arbeitsmarkt, stehe mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen: Ich habe mein Schneckenhaus verlassen. Meine Arbeit macht mir Freude und ich arbeite in einem funktionierenden Team mit humorvollen Menschen. Ich habe, wie man so schön sagt, meinen "Weg in die Gesellschaft" gefunden.

Doch nun muss ich diese meine tägliche Dosis "Aussenwelt" endlich mit meinem Innenleben vernetzen, mich wieder spüren lernen, damit ich mich als ein Ganzes fühlen kann. Das passt noch nicht zusammen, und ich spüre, ich brauche beides, Innen und Aussen …

Herbst ist – Beides …



Der Herbst ist mir immer beides; überschäumende Lebensfreude und tiefgründige Melancholie, denn der Herbst birgt die Früchte des Lebens und zugleich den Tod. Alles drängt zur Reife und zur Essenz. Da ist Fülle – aber auch Endlichkeit …

Dienstag, 16. Oktober 2012

Spirituelles und Allzumenschliches

Ich schleiche im Web wieder um Kurse und Dozenten herum. Doch, es gibt einiges, das mich interessieren würde. Ich schaue mir die Bilder der Kursleiter an, frage mich, wo/bei wem ich wirklich etwas lernen kann und vor allem WILL. Ich hab schon viel gemacht/ausprobiert. Vieles verpuffte im Alltag spurlos. Ich schaue mir die Preise für die Kurse an – und lege die Idee dann wieder beiseite. Soviel Geld ausgeben? Wozu? Um irgend einer Idee von einem spirituelleren Leben hinterherzurennen? Weil mein Leben an Zauber verloren hat? Hilft mir das dann wirklich?

Wozu bin ich so sensibel, wenn nicht, um etwas daraus zu machen?! Das fragte ich mich die letzten Jahre immer wieder, ich dachte an einen Beruf in der Eso/Spiri/Heilsam-Richtung und machte auch ein paar Kurse diesbezüglich. Davon bin ich weggekommen. Weil ich herausfand, dass mir das meine Angst vor dem Leben in dieser Welt auch nicht nehmen wird. Basta.

Mir dämmerte es zudem, dass ich mich jetzt, nachdem ich mich mit therapeutischer Hilfe selber aus den Trümmern und Wirrungen einer seltsamen Kindheit befreit hatte, nun nicht diesen Job für andere tun will. Das Allzumenschliche macht mich soo müde. Hab ich doch mit mir selber genug Arbeit!

Wenn schon will ich:
... Tolle Farben sehen >_<
... Gärten und Vulkane entdecken
... die Quellen meiner Phantasie sprudeln lassen
... die Magie zurück in mein Leben holen

... endlich wissen, wie ich die Gaben meiner Sensibilität und medialen "Neigung" leben kann,
ohne daran zu Grunde zu gehen




Wahrscheinlich hilft da nur ein Kurs: Das wahre Leben
... und ich bleibe vorerst bei Qigong.

Unsäglich melancholisch

Die normale Welt ödet mich an – und die Verrückten sind mir zu anstrengend.

Mein Sofa versteht mich.

Es ist Oktober.

Bemerkt

Nett sein ist furchtbar anstrengend.

Words don`t come easy to me – F. R. David


Sonntag, 14. Oktober 2012

Der Werwolf

Scheisse, Scheisse, Scheisse

… so tönt es aus der Wohnung unter mir. Regelmässig. Auch am Sonntagmorgen. Noch vor einiger Zeit war das weit weniger deutlich formuliert und nur Geheule oder Gehämmere.

Da das auch nachts vorkam, damals etwa einmal im Monat, zerbrach ich mir den Kopf darüber wer/was das wohl sein könnte. Hatte komische Fantasien von einer Geisel in der Wohnung oder ich dachte an ein behindertes Kind. Manchmal tönt es, als würde die ganze Wohung demontiert. Später hörte ich Bohren und Hämmern, oder meinte es wenigstens. So als würde die Wohnung wieder zusammengebaut.

Irgendwann nannte ich das Phänomen nur doch "Werwolf".
Denn etwa einmal im Monat war es jeweils soweit.
Das erschien mir durchaus passend.

Das war, bevor ich das Rätsel gelöst habe. In dem ich, total naiv und political incorrect, in einen flugplatzgrossen Fettnapf trat und den alleinstehenden Mieter unter mir darauf ansprach. Er wisse von nichts, meinte zu mir, die Geräusche und das Geheule, das müsse von woanders kommen. Vom Nachbarhaus … Seine Kinder (bereits erwachsen) hätte ich ja schon gesehen, und keines sei behindert. Und überhaupt, eine Behinderung sei ja nichts schlimmes.

Ab da schaute er betreten an mir vorbei, wenn er mich unterwegs traf, was ich mir dann auch nicht genau erklären konnte. Später kapierte ich es dann noch:
Mein Nachbar ist Alkoholiker …


Freitag, 12. Oktober 2012

so Leben

so leben,
dass ich keinen anderen
menschen
als projektionsfläche
(miss)brauche.

so leben,
dass ich
gelebtes wie ungelebtes
allein selber zu verantworten habe.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Nachgedacht

Derweil ich eigentlich nichts zu schreiben weiss, stellen sich mir immer wieder jede Menge Fragen, und ich finde auf immer weniger Antworten immer mehr Fragen.


So frage ich mich

... was weibliche Potenz eigentlich ist
und ich meine jetzt nicht (nur) "die Lust".
(...)

... ob es nicht grundsätzlich anders herum ist als die Medizin annimmt: nämlich dass Menschen mit einem sehr grossen und daher gefährdeten Herzen schneller dick werden und die Herzprobleme eben nicht vom Dicksein kommen, sondern dass ein Herz eben auch Schutz braucht. Zu nett für diese Welt? (...)

Zurück zu Feld 1: Warum werden dicke Damen in unserer Gesellschaft so sehr ausgegrenzt? Ist eine Frau die sich Raum nimmt bedrohlich, gefährlich?
Weil potent? Sichtbare weibliche Präsenz, immer noch tabu?

Das eigene IndieBreiteGehen (nicht aus Nettigkeit ;) während der letzten Jahre wirft zur Zeit neue Gedanken auf. Letzens viele postive. Ich bin nicht einverstanden mit dieser Welt im Mager-Fitness-Jugend-Wahn und ich fühle mich immer mehr als mich selbst. (...)

... ob es nicht auch bei anderen Phänomenen genau anders herum ist. Wenn Depressive bessere Entscheidungen treffen, kann es dann nicht umgekehrt sein: Wer sich mehr Gedanken macht im Leben, das Leben (zu) ernst nimmt, wird eher depressiv? Vor allem weil die Welt nach immer mehr Entscheidungen in immer kürzerer Zeit schreit? Oder ist das, was man depressiv nennt, einfach die Auszeit, die GeistKörperSeele sich nehmen müssen (und das bei immer mehr Menschen), weil die Welt sich immer mehr beschleunigt und endlich ein Kokon hermuss.