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Freitag, 21. Dezember 2012

Unheilige Zeit

Zum ersten Mal in meinem Leben bekomme ich den Jahresabschlussstress so richtig mit. Alle räumen noch den Schreibtisch und die Mailbox auf und schicken Druck- und Webpublishingaufträge raus. Dringend! Hohe Prioriät! Könnten Sie mir noch? ....

Die Krisen kommen am Laufmeter. An die eigenen Unpässlichkeiten habe ich mich mehr oder weniger gewöhnt, doch ich bin nicht die einzige die gerade am Rad dreht. Gestern war ich dran. Heute waren es mal nicht meine Krisen!

Alle sind am Rumhetzen und Rumhibbeln. Ist das wirklich nur der übliche Jahresendstress?
Ich weiss nicht, was am Sternenhimmel gerade los ist!

Die Nerven liegen blank, (Zwischen)menschliches tritt zutage …

Eine Kollegin habe ich beim Rumsprinten auf dem Gang beobachtet. Dachte mir; gesund ist das nicht. Diese Hektik! Wahnsinn! Später klappte sie zusammen und ich rief die Ambulanz, weil sie nicht mehr gehen konnte, Schmerzen und Schüttelfrost hatte. Später brachte ich ihr noch das Handy ins Krankenhaus. Da lag sie, ganz zart und mitgenommen – und machte sich ernsthaft Gedanken darüber, wann sie wohl ihren Schreibtisch aufräumen kann …

Die Welt ist absurd.




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PS 1: Da kann man sich und allen anderen nur noch mit Inbrunst innerlich Frohes Fest und Gute Besserung wünschen – und wie ein Kind ganz ganz fest darauf hoffen, dass Wunder geschehen …

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PS 2: Die Festtage waren nicht unheilig aber auch nicht festlich. Sie sind jedes Jahr unruhig. Andere bestimmen den Inhalt und den Rhythmus und dieser Tage, nicht ich. Jedes Jahr. Mir entspricht das nicht. Das ist mir klar geworden. Mir ist nur noch nicht klar, wie ich dies ändere.

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PS 3: Was vom Feste bleibt … Damit befassen sich gerade einige Blogger. Bei mir ist es Melancholie. Die sich gleich nach dem Geschenkeauspacken einstellt und nicht mehr verfliegt, eine Schalheit. Und ich merke auch, dass das Thema bei mir noch nicht gegessen ist. Dieses seltsame Weihnachten. Doch mit einem Geburtstag am 21. und einem am 24. Dezember (in der Familie) trifft einiges zusammen, dem sich schlecht ausweichen lässt. Was Luisa Francia gestern in ihrem Blog übers Schenken schrieb, dem kann ich mich anschliessen. Schenken und beschenkt werden – verpflichtet. Freier ist man ohne. Oder man ist frisch und frank mit eigener Meinung und schafft es auch, Geschenke abzulehnen. Diplomatie ist immer kompliziert. Doch ich bin kein Gradeherausmensch, der Impuls ist zwar da, doch die Stabilität nicht. Fürs impulsive Ansprechen fühle ich mich später zu schuldig, das gelassene Bereden beherrsche ich nicht. Da fehlt es mir an Stärke und Festigkeit. Ich laviere. GUT zu wissen, dass es anderen auch so geht, mit diesem Fest. Wie mir scheint, sogar der Mehrheit. Hätte ich das nur schon als Kind gewusst >_<




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