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Samstag, 5. Oktober 2013

An einer Wegkreuzung, eine Verschnaufpause

Wer bin ich eigentlich und was will ich selber? 
Zu lange habe ich das gemacht, was von mir erwartet wurde. Menschen, die mich schon länger kennen, wird das erstaunen. Sie nehmen mich anders war, eigenständig, reflektiert und selbstbewusst. Rebellisch vielleicht. In der Schule galt ich als Eigenbrötlerin. Auf meinem (Ausbildungs)weg habe ich aber oft das getan, was mir jemand vorschlug, etwas von dem ich annahm, dass es von mir erwartet wurde. Die äussere Welt hat mich schon früh verunsichert. Bin im äusseren Leben an vielem gescheitert.

Jetzt bin ich Mitte dreissig und habe seit etwas mehr als zwei Jahren eine Berufsausbildung. Und nun stehe ich zum ersten Mal in meinem Leben an einem Punkt, an dem wirklich alles offen ist! Weil ich verstehe, dass es so ist. Ich verstehe nun, dass die Verantwortung bei mir liegt. Niemand schreibt mir etwas vor, oder macht mir Vorschläge, wie ich mich beruflich zu entwickeln habe …

Etwas, das nicht zu mir passt, kann ich mir nicht aufbürden ohne direkt die Folgen zu erfahren. Das mit dem missglückten Kursbesuch hat mich sehr verunsichert. Wenn ich nachsinne, merke ich, dass es ein Verstandesentscheid war, diesen Kurs zu machen. Die Panik übernahm die Führung, das hat sie immer getan wenn ich mich überfordert habe oder wenn mich jemand überfordert hat. Ich verbuche es unter "Lebens - und Lernerfahrung". Ich verurteile mich nicht (mehr) dafür und gehe meinen Weg ohne Bedauern weiter.


Es liegt an mir, die Würfel neu zu mischen! Die Neugierde kitzelt >_< .. ein schönes Gefühl …


Was ist denn anders als früher?
Ich fühle mich sicherer. Früher trat ich selbstbewusst auf, doch es war eine brüchige Fassade. Ich trat zwar für meine Überzeugungen ein, die ich tief in mir fühlte, doch dahinter schwankte ich, mit blanken Nerven … Ich war ein Nervenbündel. Nach und nach, während 16 Jahren Therapie und Arbeit an mir selber, habe ich immer mehr Gewissheit bekommen, dass ich meinen Gefühlen und Empfindungen trauen darf. Es war soviel Arbeit! Und ist es manchmal noch …

Ich bin präsent. Das was ich vorgebe zu sein und das was ich bin, das deckt sich nun besser. Früher habe ich mich als zerstörtes Mosaik empfunden. 10 000 Teile. Ich wusste, da gibt es ein Ganzes, ich wusste, es gibt das wirklich, doch die Teile waren in alle Winde zerstreut. Das machte mich fast verrückt. Ich bekam meine Teile einfach nicht zusammen, fühlte mich verschoben, verschüttet und zerrüttet …

Nach wie vor habe ich keinen Plan ^_^ … für mein Leben, doch ich suche – im Unterschied zu früher – auch nicht mehr wie verzweifelt danach! Ich nehme wahr: Mein Weg entwickelt sich dann, wenn ich ihn gehe. Vergangenheit und Zukunft fokussieren sich in mir auf einen Punkt: Gegenwart. In mir ist die Gewissheit, dass das ok ist so.

Ich habe mir diese Sicherheit erarbeitet in dem ich meiner Wahrnehmung mehr Raum gab. Und auf diesem Weg will ich weiter gehen …

Kommentare:

  1. Hallo, ich hab gestern einen Absatz gelesen, da musste ich an Dein Posting denken.
    " Entscheidend ist, dass wir uns entspannen, die eigenen Gefühle empfingen und klären, umso unsere begrabenen Träume ins Gedächtnis zurückrufen zu können. Wir müssen nicht verzweifelt nach unserem Schicksal suchen.
    Hegen und pflegen Sie ihre Seele, und das Schicksal wird sie finden."

    Entspannte Zeit wünsch ich Dir ;-)

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    1. Das ist ein schönes Zitat! Das Pflegen der Seele … das ist es! Warum ist das im Alltag nur so schwer, man vergisst es einfach und bedient vor allem den Verstand …

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  2. Es gibt bei den Jenischen einen Spruch, der auf Deutsch heißt: "Es gibt keinen Weg, nur gehen..."

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