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Freitag, 18. Oktober 2013

In der Unterwelt

Die Tretmühlentage fordern ihren Tribut. Meinen Schlaf nämlich.

Ich will heim, einfach nur heim – dachte ich letzte Nacht. Erlöst sein von diesem irdischen Alltag. Die Sehnsucht war in diesem Moment so stark. Danach weinte ich ein wenig. Die grösste Anspannung löste sich. Einschlafen gelang mir dann irgendwann, mit viel Mühe.

Keine Angst, ich bleib am Leben! Aber die Nächte sind voller Kämpfe. Mein Bett ist der Boden der Tatsachen. Sobald ich liege, das Licht ist aus und die Augen zu – holt mich mein Leben ein. Dann zeigt mir meine Seele mein ungelebtes Leben, führt mir meine Lebenslügen vor Augen. Meine Angst bekommt ein Gesicht.

Ich schaffe es nicht, dieses Arbeitsleben. Es scheint mir meistens eine Nummer zu gross, zu hektisch. ZU viele Baustellen auf einmal. Meine Energie verbraucht sich schneller als ich aufpassen kann. Weil zuwenig zurückkommt. Mir scheint ich stopfe ständig irgendwelche Löcher, dafür klaffen neue auf. Ich komme heim, sinke aufs Sofa und das wars dann. Irgenwann, ein paar Stunden später, gehe ich ins Bett. Und dann findet die Horror Picture Show meiner Seele statt.

Am Wochenende mag ich nichtmal Freundinnen treffen, mag mich nicht mehr mit anderen befassen, will einfach nur meine Ruhe. Zweimal hab ich ein Treffen abgesagt in den letzten 3 Wochen. So lebe ich nun schon länger.

Es sind ein paar Ereignisse zusammengekommen, deshalb bin ich dermassen geschlaucht und verbraucht. Einer Freundin ging es nicht gut, ich habe per WhatsApp quasi Seelsorge geleistet bis ich nicht mehr konnte. Ich litt zu sehr mit.

Dann war da ein unerholsamer Urlaub, den ich noch nicht verdaut hab, über den ich gerade aber auch nicht schreiben mag.

Dann ein Kollege auf der Arbeit, der wie Vulkan ständig vor dem Überschwappen vor sich hinkochte. Was mich ängstigte und beschäftigt, da wir eng zusammenarbeiten und ich seine wechselnden Launen kaum ertrage. Da er ein enormes Fachwissen hat und ich beruflich noch etwas grün hinter den Ohren bin, brauche ich oft seinen Rat. Gestern konnte ich mal einen Teil davon mit ihm besprechen. Ich merke, ich muss direkter sein, auch wenn es dem anderen nicht passt, denn er hält mit seiner Meinung auch nicht hinter dem Berg (und ist stolz darauf).

Als das und der Horror von letztem Herbst/Winter (langwieriges Projekt bei der Arbeit) lässt mich nicht los. Und darum kommts mir vor, als würd ich mich nur noch in einem Tunnel bewegen. Dieser Tunnel ist unendlich lang und ich unendlich müde. Ich hab mich hineinmanövriert, weil ich dachte, dass der Tunnel auch mal ein Ende haben muss und ich keinen anderen Weg sah, als diesen. Und nun grabe ich mich ans Tageslicht, da es nicht anders geht. Ich habe das Tunnellleben satt. Doch grab du mal, wenn du fast keinen Glauben mehr hast, dass das Ganze wieder besser wird, dann weisst du, wie ich mich gerade fühle …

Wünscht mir Mut …

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