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Mittwoch, 13. Mai 2015

Alles politisch korrekt?!

Mit Sorge beobachte ich das mit der „political correctnes“. Die greift immer mehr um sich. Es wird diskutiert, alte Bücher, Klassiker, umzuschreiben. Sobald jemand sich betroffen fühlt, wird laut medial aufgeschrien. Twitter und Co heizen das Klima an. Alle fühlen sich diskriminiert, jede Betroffenenorganisation präsentiert sich medial. Dann wird sich von der anderen Seite her entschuldigt (was man zwar nicht so meint, aber man will ja nicht im gesellschaftlichen Aus landen).
Verordnetes soziales Verhalten - aber ohne wahre Einsicht.. 
Andererseits ruft die anonyme Medienwelt auch jede Menge Pöbler, Volksverhetzer und Profiliersüchtige auf den Plan.
Ein an sich ein wertvoller Gedanke wäre; der Diskriminierung und Herabsetzung anderer wirklich ein Ende zu setzen. Und doch befürchte ich, dass etwas anderes geschieht. Mit der Zeit wird es schlicht verboten sein, frei nach Schnauze zu reden und zu schreiben, auch kritische Gedanken zu äussern. 
Die Menschen werden dadurch nicht toleranter werden. Sie werden sich weiterhin in ihren Gedanken gleich verhalten (sexistisch, rassistisch, ..), aber es nicht mehr äussern (dürfen). Was wäre dadurch gewonnen? Mich ängstigt diese Vision einer neuen Form der Unterdrückung. Ich glaube, dass sich wertschätzendes Verhalten nicht diktieren lässt. Es muss gelebt und auch vorgelebt werden. Soziales Verhalten kann nicht verordnet werden.

Kommentare:

  1. Wahre Worte, liebe Anne. Dem ist wirklich nichts hinzuzufügen.

    Liebe Grüsse
    Clara

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  2. Liebe Anne

    Ich verstehe deine Gedankengänge. Und ich sehe die Gratwanderung und die Gefahr der Zensur. Und auch, dass p.c. genauso missbraucht werden kann wie jeder andere ethische Grundwert.

    Doch ist es mir immer noch lieber, wenn ein Rassist seine Gedanken über Menschen anderer Hautfarbe, Frauen, RollstuhlfahrerInnen … für sich behalten muss; seine Gesten z.B. den Hitl*gruss nur im stillen Kämmerlein unter Gleichgesinnten machen darf und seine Flaggen im Inneren seines Zuhause aufhängen muss.

    Ich weiss, dass es immer noch Leute gibt, die von mir was weiss ich Übles denken, wenn sie hören, dass ich frauenliebend bin. Aber mir dieses giftige, im wahrsten Sinne des Wortes giftig, nämlich die Seele vergiftende Gerede auch noch anhören zu müssen, wie’s bis vor kurzem gesellschaftlich akzeptiert war, darauf kann ich gut und gerne verzichten.

    Political correctness verstehe ich in erster Linie als Maulkorb für ungebremste Gehässigkeit lebensfeindlicher Menschen. Ausserdem als Schutz für diejenigen, die nicht das zweifelhafte Glück haben, im Mainstream mit zu schwimmen. Und als eine Möglichkeit für Individuen, selbst reflektierend mit dem Anderen, dem Fremden umgehen zu lernen.

    Dass wir dabei immer auch im Auge behalten müssen, wo die Grenze zur ungesunden Zensur erreicht wird, ist m.E. einfach eine weitere Aufgabe auf dem Weg zum freundlichen, wohltuenden Umgang miteinander.

    In diesem Sinne grüsse ich dich herzlich
    Ainca

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  3. Hallo Anne,

    ich kann nur aus meiner persönlichen Erfahrung sagen, dass es mir so gut wie noch nie passiert ist, dass ich mit meiner (hoff ich doch) "normalen" und halbwegs respektvollen Art mich auszudrücken irgendwo angemault wurde, ich sei nicht politisch korrekt.
    Andererseits ist es mir schon 1000 Mal passiert, dass ich Sachen hören oder lesen musste, die mir in Ohren und Herz weh taten, weil es unangenehme und abwertende Ausdrücke waren gegen Migranten oder Homosexuelle, dicke Menschen oder psychisch Kranke und und und...

    Liebe Grüße
    Bodecea

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