Meine Blogroll

Montag, 31. Oktober 2016

Rostparade (2)

Zeichen der Zeit, Zeit der Zeichen
Ende GeländeR
Schicht um Schicht um ...
Altmetall, quasi
Rostiger Felsen der spukt ...
Rost "al naturale" aus Elba, Italien: Erzhaltige Gesteine und andere Trouvaillen.

Am Hafen (Marina di Campo)

Damit schliesse ich mich Frau Tonaris Rostparade an. Diese findet immer am letzten des Monats statt ...

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Fran Varady

... ist eine meiner momentanen Serienheldinnen. Die Buchserie der englischen Krimiautorin Ann Granger gibts schon länger. Ich bin aber erst diesen Herbst auf die Bücher gestossen und ich habe die eigensinnige Hauptfigur sehr ins Herz geschlossen.

Es sind keine fiese spannenden Thriller, in denen man sich plötzlich im irren Hirn des Serienkillers wiederfindet *hüstel* ... sondern einfache klassische englische Krimis. Es geht halt, wie immer in diesen Stories, am Ende ums "whodunnit", also darum "wers getan hat".

Fran rutscht dabei eher zufällig in die Rolle der Detektivin, weil sie inoffiziell und auf eigene Faust, einen Todesfall untersucht, von dem sie indirekt betroffen ist, auch als Tatverdächtige.

Ich habe schon mehrere Bücher der Autorin gelesen, auch aus den anderen Serien, und ich war noch jedesmal bei der Auflösung eines Falles überrascht. Allzu vorhersehbar finde ich sie daher nicht.

Die Bücher sind sehr routiniert (runter)geschrieben und ähneln sich auch. Gesellschaftskritische Anklänge sind genauso zu finden wie einige Klischees. Das jeweilige "Personal" eines Buches umfasst jedoch ein recht breites Spektrum der Gesellschaft, genauso sind auch die Täter aus verschiedenen Umfeldern. Was ich an diesen Büchern sehr schätze.

Die Hauptfigur Francesca finde ich interessant. Weil sie so bockig und unkonventionell ist. Eine verhinderte Schauspielerin und unangepasste Frau, eine Teilzeitarbeiterin ohne feste Stelle, ohne gesellschaftlichen Status, ohne Liebesbeziehung und Familienanschluss. Ein Mensch mit sozialem Gewissen, der aus eigenem Antrieb den Dingen auf den Grund gehen muss. Ein Mensch mit nur einem einzigen richtigen Freund und "Sidekick" an der Seite, nämlich Ganesh.

Im ersten Buch lebt Fran in einer zusammengewürfelten WG in einem besetzten Haus. Wie es dazu gekommen ist und welche Rolle dieses Haus und seine Bewohner in diesem Mordfall spielen, erzählt der erste Band: Nur der Tod ist ohne Makel (ohne Link).

Schöne neue Arbeitswelt (Wie der Mensch sich selber abschafft)

Ich gehe sehenden Auges durchs Leben. Mir fällt einiges auf, was mir Sorgen macht. Je weniger ich mit mir selber zu tun habe, desto mehr beschäftige ich mich mit dem, was um mich herum passiert. Und vielleicht schreibe ich etwas naiv darüber, aber ich werds trotzdem aufschreiben, weil es mich beschäftigt.

Heute hab ich gelesen, dass die Schweizerische Post 600 Filialen schliessen will, das heisst 1200 Menschen sind davon betroffen. Stellen sollen aber dadurch keine verloren gehen.

Dass das geht (Stellen erhalten) kann ich mir nicht vorstellen. Aber ich lasse mich da gerne eines besseren belehren.


- - -

Das ist nur ein Beispiel. Ich habe nix weiter dazu recherchiert, werfe es einfach so hin. Es könnte auch Firma XY oder ZVW sein. Wie es bereits anderswo geschah und immer wieder geschieht.

Alles wird besser, schneller und alles wird digital. 

Eine vernachlässigbare Nebensache ist, dass Menschen und ihre wirtschaftliche Existenz an diesen Entwicklungen mit dranhängen. Wenn alles digitalisiert ist: Wohin mit den Menschen? Diese Art von Fortschritt lässt sich eben auch schlecht rückgängig machen. Mir machen einfach die Begleiterscheinungen Bauchweh. Die Geilheit nach den aktuellen Zahlen. Personalkosten sind teilweise schlicht ein zu grosser Posten im Budget. Da lässt sich immer etwas dran drehen.

Das möchte ich die Bilanzsanierer, Massenentlasser und Fans der Cost-Income-Ratio fragen: Wohin mit den Menschen?

Sozial? Scheissegal! Hauptsache die Bilanz stimmt: So viel haben wir gespart. Da haben wir expandiert. Soviel Gewinn haben wir im letzten Jahr gemacht. 

Das zählt. Das sind die Zaubertricks, die eine Rolle spielen.

Alles andere sind nur "Zeichen der Zeit", so läuft halt die Entwicklung, so spielt eben der Markt. Da finden sich immer ein paar schöne Worte.

Das sind "ökonomische" Spielereien die am Ende sehr viel kosten werden. Arbeitsplätze, Menschenwürde, ... Leben?

Irgendein Sozialfonds oder irgend ein Topf der Allgemeinheit wird schon für diejenigen aufkommen, die keine neue Arbeit finden oder die am System zugrunde gehen. Und genau an diesen Notfall-Töpfen wird dann später wieder herumgespart, weil die Sozialausgaben explodieren.

Und ich persönlich glaube nicht mehr an die Gewerkschaften. Die sind inzwischen Teil des ganzen seltsamen Systems.

Am Ende erledigt man wahrscheinlich dann doch mit weniger Menschen die gleiche Arbeit wie vorher -- voilà! Das ist dann der sogenannte Fortschritt. 

Und wenn einige Menschen halt durch die Maschen fallen, dann ist das eben so. Zeichen der Zeit und etc. pp. Wirklich verantwortlich dafür ist aber ...  (siehe Füllwörter oben).

Neben der obersten Kaste, den paar Spitzenverdienern, braucht es dann nur noch ein paar billige Lohnsklaven. Jemand muss ja schliesslich die Maschinen bedienen, die dann (fast) alles selber können. 

Grosse gesellschaftliche Veränderungen, Massenarbeitslosigkeit, die liegt zum Glück noch in genügend weiter Ferne. Aber es braut sich definitiv was zusammen. Und ich merke immer wieder, dass mich das Thema Hartz IV sehr beschäftigt, obwohl das ja ennet der Grenze vom (noch) bonzigen CH-Land "stattfindet". Aber auch im schönen CH-Land knirschts im Gebälk.

Und den arbeitslosen Rest der Menschheit: Schaffen wir den dann ab oder wie?

Die Tendenzen sind da.
Fortschritt: Wovon schreiten wir fort und wohin?




Mittwoch, 26. Oktober 2016

Anderswo in Bloggersdorf (8)

Teilenswerte Posts anderer Bloggerinnen, die mich angesprochen und nachdenklich gemacht haben.


Neulich im Fitnessstudio
Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper? Ob das wirklich zutrifft ... davon handelt dieser Post der Bloggerin Clara.

Weil es mich immer wieder einholt
Wenn Menschen erwarten, dass andere ihre innere Leere ausfüllen und ihre Bedürfnisse stillen. Eine Form von seelischem Missbrauch und eine Kindheitserfahrung. Darum geht es in diesem Post von Luzia.

Wer noch niemals in lauschiger Nacht ....
In der Firma wird alles besser -- und deshalb bleibt kein Stein auf dem anderen: Change Management. Darüber schreibt die Bloggerin Annika in diesem Post.



Dienstag, 25. Oktober 2016

Genug gewinkt (Schiff nach Nirgendwo)

Sehnsucht ist nur eine schlechte Angewohnheit. Es ist doch so, dass man Dinge bedauert/betrauert, die nicht so sind, wie man es gerne hätte. Damit beschäftigt man sich. Die Wunde darf nicht heilen. Man betrauert Momente, die mal waren und nun vorbei sind. Oder dass die Dinge anders gekommen sind, als man es sich gewünscht hat. Bedauert Freundschaften, die vorbei sind. Oder man erwartet etwas von jemandem, dass dieser jemand (jetzt oder generell) nicht im Stande ist zu geben.

Darüber vergisst man, dass dies kein Zustand ist -- sondern, ab einem bestimmten Punkt, eine hausgemachte Misere. Weil die Sehnsucht sich ab da im Innern epidemiemässig ausbreiten kann. Wehmut ist eine süsse Sucht.
Man vergisst/übersieht nun Menschen, die einen mögen, übersieht Gesten der Zuwendung, wenn sie von anderen oder (noch) Fremden kommen. Man vergisst das Gute. Das was jetzt gerade gut ist. Man kann es nicht zulassen, weil das Schiff nach Nirgendwo schon lange weg ist, während man noch am Ufer steht und dem leeren Horizont nachwinkt. In einer seltsamen Hoffnung auf Wunder.

Und man verpasst das, wozu man als Erwachsene/r jetzt selber im Stande ist. Das was man sich selber geben kann. Selbstfürsorge ist wichtig. Vor lauter Wehmut hat man das aber komplett vergessen und verlernt, verdrängt. Die Sehnsucht ist vertraut und ist ein warmer aber schwerer Mantel, den man eben aus Gewohnheit trägt.

Ich möchte diesem Bedauern immer weniger Raum geben. Ich habe jetzt lange genug am Ufer gewinkt! Es ist gut. Es frisst nur Kraft und macht traurig. Ich will mehr in dem leben, was wirklich da ist. An Gutem. An Sinnreichem. Ich will auch das mehr wertschätzen, was bei mir vorhanden ist. Es gibt einiges, worauf ich aufbauen kann. Mut zum Neuen, einmal mehr.

In diese Richtung zu gehen, fühlt sich kraftvoll an.

Sonntag, 23. Oktober 2016

Ein Mosaikstück (Thema Bruder)

Vorsicht: Es geht um den Tod, den Suizid eines Angehörigen und dem Leben damit und um Sucht. Wer das nicht lesen mag oder kann, lässt es besser. 




Dass mein Bruder eventuell auch Tabletten/Pillen irgendwelcher Art genommen hat, wurde mir gestern zugetragen. Das ist ein neues Mosaikstück, was mich gerade beschäftigt. Und es bestätigt die Situation, die ich gefühlt habe, dass eine (zusätzliche) Suchtmittel-Abhängigkeit (neben dem Alkohol) dagewesen sein könnte. Gestern hatte ich die Gelegenheit, einen anderen Blick auf seine Geschichte zu bekommen, weil ich mit jemandem geredet habe, der ihn auch gekannt hat und der ihn sehr gerne hatte.

Es war jemand aus der Familie, aber nicht zu nah dran. Da ist also genug Distanz für einen klaren Blick von einer anderer Seite. Ich habe es als extrem wohltuend empfunden, offen reden zu dürfen und mich austauschen zu können. Ich merke, dass es wichtig ist, Menschen zu haben, mit denen ich mich darüber austauschen kann und die ihn ebenfalls gekannt haben. Eine grosse Entlastung für mich.

Wasserwelten (33)

Wasser tritt aus. Der Alptraum jedes Aquarianers ...
Erschreckt sehe ich vor ein paar Tagen, dass Wasser aus meinem 64-Liter-Aquarium austritt. Es scheint sich um einen winzigen Riss zu handeln, es ist nur eine feuchte Stelle an einer Silikonnaht. Einige Zeit später ist es wieder trocken. Vielleicht hängt das mit der wechselnden Wasser- und der Raumtemperatur dieses Zimmers zusammen?

Ein Leck! 
Gestern abend spät heimgekommen: Jetzt rinnt es wirklich, Tropfen um Tropfen rinnt runter. Panik steigt auf. Circa 13 Liter Wasser abgelassen und das Leck hält still, weil der Druck nachgelassen hat. Das Wasser steht unterhalb der kritischen Stelle. Uff ... Heute noch 10 Liter Wasser gewechselt, damit die Fische wieder frisches Wasser haben. Handeln tut jetzt not, ich warte nicht noch länger.

Ein neues Becken muss jetzt her ...
Dieses Becken habe ich gebraucht übernommen, das genaue Alter kenne ich daher nicht. Es sieht so aus, als würde zeitgleich mit dem neuen Sofa nun auch ein neues Aquarium bei mir Einzug halten. *seufz* Jedenfalls will ich jetzt ein neues Becken und kein gebrauchtes mehr. Mir reichts, keine Experimente. Zum Glück habe ich Erspartes. Ich weiss, dass auch ein neues Becken nicht über alle Zweifel erhaben ist, jedoch ist das Alter der Silikonnähte hier bekannt. Geplant war der Ersatz bereits, nur der Zeitpunkt hat sich nun ergeben. Morgen gehe ich ins Zoogeschäft und halte Ausschau nach einem neuen Becken. 180 bis 200 Liter dürfen es schon werden.

Sicherheitshalber wurden mal ein paar Liter abgelassen ...



Samstag, 22. Oktober 2016

Notizen der Woche (42/16)

Eine Zeit der Klärung und BeReinigung (heftige Erkältung).
Unsentimentale Momente des Erkennens und Klärens.
Das Herz wird etwas leichter dadurch.

Die Klärung tut mir gut, das genaue Hinschauen ist für mich wichtig.
Mehr Verständnis und Liebe für mich bekommen, durch mich selbst, für mich.
Mit der Selbstverurteilung aufhören.

Ich darf lernen. Es ist ok.
Ich muss nicht schon alles können.

Bin schnell mutlos.
Neues macht erstmal Furcht.
. . . Ich fordere mich jedoch immer wieder selbst, in dem ich Grenzen überschreiten, die die Angst mir setzt. Spüre hinein, wie weit ich gehen kann. Und dann gehe ich den Weg.

Gefühle von Ausweglosigkeit anerkennen und das Alte dahinter loslassen.
Möglichkeiten zulassen, den Horizont offen halten, kleinere und kleinste Schritte sind auch ok.

Frage mich, ob ich zuviel von mir fordere.
Anwort von innen: Nein, aber manchmal das Falsche.
Also auch hier: Klären was für mich zählt.

Zulassen, dass es Menschen gibt, die mich so wie ich bin nicht annehmen können oder keinen Umgang mit mir finden. Deswegen muss ich mich nicht mehr verbiegen. So wie der andere mich eventuell haben will, kann ich nicht sein. Diese Sprachlosigkeit nicht immer auf mich beziehen (also nicht immer schuldig fühlen deswegen). Diese Scham überwinden lernen. Ich bin zufrieden mit mir, ich lerne, ich bin da -- und für einen Dialog braucht es immer zwei.

Schauen, wo ich etwas für andere tun kann, oder mit anderen tun kann, ohne mich selber zu verleugnen.
Offen bleiben für menschliche Begegnungen. Auch Unerwartetes annehmen.
Beweglich sein und dennoch bei mir bleiben.

Liebe.

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Geschmort: Tafelspitz

*Schmor*

Beim Einkaufen über ein Stück Tafelspitz gestolpert und spontan den Erstversuch gewagt. Gelungen. Saftig ist das Fleisch geblieben, zum Glück, und eine starke kleine Brühe hats gegeben. Gerade die richtige Kombi gegen meine üble Erkältung.

Achja, apropos saftig. Es war nicht so wie letztes Mal ... Mein letzter Braten war nämlich "Siedfleisch vom Lamm", eigentlich hätte es ein krosser Lammbraten werden sollen.

Doch durch das Gemüse (das tue ich überall rein.. ) und viel zuviel Flüssigkeitszugabe wurde eben durchgekochtes Siedfleisch daraus. Schimpfend ass ich das verhunzte edle Fleisch, Genuss war das keiner mehr. Mir schmeckte es jedenfalls nicht. Mein Freund fands nicht soo tragisch.

Aus dem Rest, da war ich noch immer sehr genervt, wurden kleingeschnittene Würfel zur Suppeneinlage. So kam das Lamm dann doch noch in der Suppe zu Ehren.

Und ich hab daraus gelernt, dass das Schmoren nur funktioniert, wenn ich das Ganze nicht ertränke ...

Dienstag, 18. Oktober 2016

Notizen der Woche (41/16)

Auch diesmal geträumt. Ein Alptraum, aus dem ich hochgeschreckt bin. Eine Arbeit mit der ein Kunde nicht zufrieden war. "Du kannst nix" meinte er zu mir. Am besten also ganz vorne auf Feld 1 wieder anfangen, so seine Meinung. Als ich bei der Arbeit, wars genau andersrum: Der Kunde war sehr zufrieden mit meiner Arbeit. So ist meine Welt/mein Denken/mein Angsten oft verkehrt. Wenigstens wird es mir nach und nach nun auch bewusst.

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Zwischen zwei Extremen gibts jede Menge Raum.

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Handlungsfähigkeit ist Freiheit.

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Und noch ein provokatives Zitat zum Schluss:

"Es zeugt nicht von geistiger Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein."
 Jiddhu Krishnamurti, indischer Philosoph
1895-1986

Normalerweise mache ich keine Sprüche wie "kranke Gesellschaft" und dergleichen, weil es mir zu platt und polemisch ist. Dieses Zitat bietet --für mich-- jedoch einige Gedankenanstösse an, die darüber hinaus gehen.

Montag, 17. Oktober 2016

Wieviel gebe ich von mir?

Eine Frage die aufgeworfen wurde durch einen aktuellen Anlass. Ich habe mit mir selber um meinen Marktwert gefeilscht und einen guten Preis erzielt: Habe einen sehr guten statt einen billigen Kompromiss errungen. Das bin ich mir wert.

Zur Info: Es geht hier nicht um Geld. Sondern darum, jemandem einen Gefallen zu tun um den ich gebeten wurde (in einer für mich schwierigen Situation/Konstellation). Aber nun findet das Ganze eben zu meinen Bedingungen statt. Was sich gut und richtig anfühlt. Darum musste ich vor allem mit mir selber ringen: dass es auch für mich stimmt. Dass man es nicht einfach aus mir rausleiert. Wie schwierig manchmal. Und doch lohnend. Ich verschwende mich nicht mehr = Ich spüre endlich mehr Kraft auch in solchen Situationen ... 

P.S.:Allgemein merke ich, dass bei mir schnell Schicht im Schacht ist, wenn jemand etwas von mir einfordert. Da wird es Nacht um mich. Da ist die Existenz bedroht. Wenn ich den Eindruck habe, etwas geben zu müssen und keine Wahl zu haben. Wenn ich diese alten Programmierungen und Erfahrungen jetzt nach und nach abändern kann, macht mir das Mut. Ich muss nicht _alles_ geben oder mich selber aufgeben. Ich lebe selbstbestimmt. Handlungsfähigkeit ist Freiheit; so wie ich ich es auch hier als Notiz festgehalten habe.

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Wollen Sie drüber reden?!

Anstehen an einer Kasse im Kleidergeschäft kurz vor Ladenschluss. Eine einzelne Kassiererin bedient die wartende Schlange von 5 Personen. Die anderen MitarbeiterInnen räumen im Laden auf.

Die Person vor mir motzt und motzt, weil es dauert. Warum denn nicht noch eine zweite Kasse aufgemacht werde etc. Aggressiver Tonfall, gehetztes Getue. Bin mir sicher, das ist schon Gewohnheit. Ich halte die Klappe, mische mich nicht ein. Obwohl ich so Leute nicht abkann. Kann mir vorstellen, wenn der Laden am nächsten Tag unordentlich wäre, würde sie auch genauso motzen, diese Person.

Nächstes Mal, wenn ich wen wo treffe, der nur rummotzt, werd ich fragen: Sagen Sie mal, hatten Sie das schon immer? Ist es schlimm? Wollen Sie drüber reden?!

Vielleicht ist dann Ruhe im Karton.

PS:
Und, nein ich will natürlich nicht drüber reden ;)
Aber etwas sinnstiftende Verwirrung stiften *hexhex*

Samstag, 8. Oktober 2016

Notizen der Woche (40/16)

Ein fotorealistischer Traum. Habe ich dermassen klar von der englischen Küste geträumt: Ich muss da wieder hin. Letztes Jahr war ich zum ersten Mal dort und seither habe ich Sehnsucht.

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Wertschätzung zu spüren, tut gut. Und manchmal kommt sie von völlig unerwarteter Stelle.
Angespannte Verhältnisse können sich wandeln. Annehmen lernen.

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Im Rahmen meines Möglichen : das Maximale aus mir herausholen. Im positiven Sinn. Da bin ich dran. Ich meine nicht: mich verbiegen. Sondern im Rahmen des mir möglichen weiterwachsen. Ich kann mich soweit strecken, ausdehnen und entwickeln wie es eben geht. Und das heisst auprobieren, austesten, etwas wagen, mutig bleiben, wachsam und neugierig, offen und beweglich! Ich kann mir endlich meinen Raum nehmen. Diesen ganzen Raum, der bis jetzt noch brach liegt.

Akzeptieren, dass die Tagesform nicht immer gleich ist, Stärke ist ok, Schwäche ist ok. Aufhören, mich selber zu verurteilen.

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Mosaiksteine: Ich habe beschlossen, dass ich lieber lebenslang die Mosaiksteine mühsam einzeln einsammle, statt mich lebenslang über mein unfertiges Leben zu beklagen. Eine Entscheidung. Die. ich. getroffen. habe. Selber.

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Situationen, die mich vorher sehr geschreckt haben, werden händelbar. Kann auf eine neue Art und Weise im Leben stehen.

Freitag, 7. Oktober 2016

Vorsorge: Mut

... Ich sitze an einem Werbeinserat für die private Vorsorge ... das ist Teil meines Jobs. Das zu kreieren. Ein Inserat für ein Finanzprodukt.

Zukunftsplanung, Wohlstand, finanzielle Sicherheit. Jawoll. Wichtig. Richtig. Immer schön absichern. Planen, rechnen. Häusle kaufen.

Hmmm ...

Ich denk mir: Das Leben ist immer unsicher, gefährtet, zerbrechlich.

Was ist mit der mentalen Vorsorge?
Was ist mit dem Wohlstand im Kopf?

Lese irgendwo ein Heft für Senioren. Mit lauter Werbung für medizinische Produkte.

Denke mir: Ist das alles, woraus "Alter" besteht, bestehen wird: Körperliche Beschwerden?

Geniessen was sich bietet. Geschmeidig bleiben.
Das Leben nicht auf später verschieben

Vielleicht muss ich ja bis 70 arbeiten, wer weiss das schon.
Es ist mir egal. Jetzt gerade ist es mir egal. Inzwischen.
Jetzt ist jetzt.

Geschmeidig bleiben.

Wo komme ich hin, wenn ich mir denke "wenn ich erst XY gemacht habe, dann werde ich dann ZVW machen?" Was macht es mit mir? In erster Linie stresst es mich.

Leben ist jetzt. Immer. Solange es eine Gegenwart gibt.

Ich denke mir: Mut.

Mut braucht es immer.

Mut zur Gegenwart ... Mut zu dem was ist ... das ist wahre Vorsorge.
Im Moment bleiben, den nächsten Schritt sichern. Vorangehen.
Mutig.

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Widerstand bieten und biegsam bleiben

Wie der Bambus.
__
Das klappt gerade gut.
Dankbarkeit.

Sonntag, 2. Oktober 2016

Das Leben spüren und das Leben bedenken, ich brauche beides ...

Kleine Freuden sammeln
Nachdem gestern der Tag der schweren Kost war, habe ich heute Lust, mich wieder mehr dem *Freuen* zu widmen. Die Fernseherie von gestern muss ich da auf jeden Fall erwähnen. Diese hat den Abend für mich rausgerissen, hat mich inspiriert. Ich bin nicht schwer depressiv und ich meistere mein Leben, so gut ich es kann. Dass auch schwere Gedankengänge da sind, ist für mich quasi normal. Nur behalte ich sie meistens für mich. Ich denke seit ich Denken kann.

Meine Welt gliedern
Für mich gliedere ich damit meine Emotionen und mein Universum in Happen, die ich verdauen kann. Also dient das Denken quasi der mentalen Verdauung. Ist so. Dass ich mir mein Leben selber nicht gerade leicht mache, wird mir immer wieder bewusst. Manchmal wirke ich streng auf andere und bin auch streng. Mir selber gegenüber auch. Zum Glück nicht mehr so moralisch und rigide wie einst. Da bin ich wirklich glücklich, dass das heute so ist.

Mir fällt viel mehr auf im Alltag, als anderen, ich spüre Zwischentöne und lese zwischen den Zeilen. Meine Filter funktionieren einfach anders und damit lebe ich. Für mich ist es inzwischen eine Bereicherung. Anstrengend finde ich es trotzdem. Für mich ist es im Alltag wichtig, dass meine innere Welt geschützt bleibt. Weil es eine reiche Welt ist. Im Vergleich zum Arbeitsleben.

Ich bin aber am lebendigsten und ich bin echt, wenn ich mich nicht "zusammennehmen" muss. Der Arbeitsalltag fordert jedoch Zurückhaltung.

Wenn ich das Herz auf der Zunge trage, mache ich mich verletzbar. Musste ich feststellen. Meine Welt wird angreifbar. Dass daraus ein Missverhältnis entsteht, ist mir auch bewusst geworden. Denn ich muss mich im Griff haben.

Zu mir kommen
Ich schwinge heute emotional nicht mehr mit allem mit, auch wenn es manchmal in meinen Texten so scheinen mag. Das habe ich in den letzten Jahren gemerkt. Betroffenheit war eine meiner Schwächen: Alles und jedes hat mich betroffen gemacht. Das wollte ich nicht mehr. Um meiner selbst willen. Ordnen muss ich es für mich trotzdem, weil mich vieles beschäftigt. Dass dies mich dies verkopft macht, ist die Gefahr, in die ich laufe.

Mich dem "echten" Leben ausserhalb meines Kopfes wieder mehr zu widmen, das ist deshalb auch eine Quintessenz von gestern. Taten statt Worte. Daher habe ich noch einen Kuchen gebacken. Ganz spontan, aus Zutaten die ich noch daheim hatte. Mehl und Co, Äpfel, Trockenhefe hatte ich da und statt nur reiner Butter (war noch zu hart) habe ich dazu noch Brat-/Backöl genommen. Kann ich wieder mal machen ...

Hmmm ...



Samstag, 1. Oktober 2016

Einen Punkt machen



So. Nach zwei schweren Posts möchte ich einen Punkt machen und mich jetzt um mich selber gut kümmern. Vieles ist jetzt aufgeschrieben und ist gut so.

Jetzt kann ich mich anderem widmen. Es fühlt sich gut an. Nach mir selbst.

Die alten Schleifen und Bahnen sind erkannt und gebannt.

Ich liebe das Leben. Drum muss manches halt niedergeschrieben werden, damit der Atem und der Blick wieder frei wird. Und auch das Herz ...

Warum schaffen es die einen, und die anderen schaffen es nicht? (Das Leben)

Vorsicht: Es geht um den Tod, Selbstzweifel, Suizid, Hoffnung. Und das LEBEN. Wer das nicht lesen mag oder kann, lässt es besser. 




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Zur Titelfrage
Dies ist eine Frage, die ich mir immer wieder stelle. Doch ich zerfleische mich nicht mehr damit. Ich habe die Distanz dazu, auch wenn es mich beschäftigt. Bald jährt sich der Todestag meines Bruders zum neunten Mal. Wie langjährige LeserInnen wissen, starb er durch eigene Hand.

Für mich stellt sich die Frage nicht mehr, ob ich es selber schaffen werde. Ich lebe. Mit Zweifeln, aber ich bin lebendig. Mein Wille geschehe. Ich bin eine harte Ego-Nuss, auch wenns mir selber nicht immer klar ist. Andere haben das erkannt und es benannt. Erst dann konnte ich selber darüber nachdenken. (danke T.!).

Und das bringt mich wiederum zum Schmunzeln. Ich freu mich darüber, zäher zu sein, als meine Lebenszweifel: Ich hungre euch aus und werde noch drüber lachen! Nein, meine Dämonen werden mich nicht kriegen. Nicht mehr. Nie mehr. Weil ich es schaffe.

Weil ich nicht so weit gekommen bin, um mich dann aufzugeben. Da ist immer wieder ein grosses JETZT ERST RECHT. Nach jedem überstandenen Sturm und jeder panischen Situation.

Ich frage auch nicht mehr die Ärzte nach einer Diagnose oder einer Prognose. Warum sollten sie mein Leben besser kenne als ich? Diese Deutungshoheit gestehe ich niemandem mehr zu.

2007. In der Familie war ich die einzige, die wirklich kapiert hat, dass mein Bruder die schiefe Bahn schon längst erreicht hatte. In seinem (grossen!) Freundeskreis gab es auch einen guten und verständigen Freund, der auch einen Verdacht hatte und der Hilfe bieten wolllte, welche von meinem Bruder aber abgelehnt wurde. Er hätte meinen Bruder auf dem Gang zu den Fachstellen und zu ärztlicher Hilfe begleitet.

Mein Bruder.
Er versuchte so viel wie möglich in sein Leben zu packen und er scheiterte daran. Viel Arbeit, hohe Sensibilität, Müdigkeit durch zu wenig Schlaf, Zweifel, Liebeskummer und Alkohol -- so würde ich es umschreiben, das war der Mix, der ihn das Leben gekostet hat. Die grundsätzliche Einsamkeit inmitten von Menschen. Die er nie losgworden ist. Sich selber keine Heimat gegen können. Das scheint ein Familienthema zu sein. Inneres Nomadentum.

Bei jedem Treffen fand ich, er sehe verlebt aus. Ich versuchte auch, ihm zu helfen. Stolz, Verletztlichkeit und ein grosser Dickkopf -- da ist schwer gegen anzukommen. Meine liebevollen Mahnungen vielen auf ausgetrockneten Boden. In mir war auch die Idee: Wenn ich es geschafft habe, schafft er es auch. Eine Illusion, wie mir jetzt klar ist.

Dass in meines Bruders Leben bereits ein Strudel war, der deutlich nach abwärts zeigte: Ich konnte das nicht wegschieben, ich spürte es. Hatte eine unterbewusst Vorahnung. Trotz allem Mitgefühl, war ich mir selber näher. Zu weit gekommen um mich jetzt wieder um jemand anderes zu kümmern. Genug Bedürftigkeiten anderer bedient, Löcher gestopft. Eigene, andere. Ich wollte das nicht mehr.

In einem kurzen Augenblick wurde mir bildlich klar, was die Konsquenz daraus sein könnte, wenn es so weitergeht, dann war das Bild wieder weg. Vom eigenen Alltag weggewischt. Und ich machte mit meinem eigenen Leben weiter. Weil ich da endlich weiterkommen wollte, ich nochmal eine Chance bekommen hatte für eine Ausbildung.

Ein paar Wochen später gab es ihn nicht mehr, meine kurze Vision war Realität geworden.

Ich vermisse ihn nach wie vor, und es bleibt eine Leere zurück. Immer. Manchmal ist sie stärker, manchmal spüre ich sie kaum. Trotzdem bin ich froh, habe ich mich für mein eigenes Leben entschieden, so beschissen das auch klingen mag. Inzwischen stehe ich vor mir selber dazu. Und ich bin verantwortlich für meinen Weg. Immer.

Bruder: Ich vergesse dich nicht, weil du in meinem Herzen bist. Doch ich habe mein Leben nicht für deins in die Waagschale geworfen, weil ich mir zu wertvoll dazu war. Weil du auch um deine Selbstständigkeit gerungen hast und ich dir deinen Willen nicht nehmen wollte. Ich habe gesehen, was aus Menschen wird, die man entmündigt hat. Welche Spuren das hinterlässt. Und ich habe verdrängt, dass ich es vorausgeahnt habe, dass du bereits ans Gehen denkst.

Wieso bekommen also die einen ihr Leben auf die Reihe und andere schaffen es nicht? Und was heisst "schaffen" überhaupt? Wer misst das und warum?

Warum packen es die einen und andere nehmen den Notausgang oder versinken für Jahre oder lebenslang in den Wolken im Wolkenkuckucksheim?

Für mich heisst "es schaffen": Am Leben zu sein. Ein möglichst selbstständiges (im Rahmen der Möglichkeiten) und selbstbestimmtes Leben zu führen. Ich weiss, dass "Erfolg" völlig verschieden definiert wird. Und in unserer Status- und Leistungsgesellschaft sicher nicht so, wie ich es gerade für mich beschrieben habe. Für mich habe ich den Grundsatz, dass ich selbstständig sein will, so gut es geht und dass ich möchte, dass sich mein Leben als lebenswert anfühlt. Alles andere ist für mich Beigemüse ... 


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... es gäbe noch mehr dazu zu schreiben, aber erstmal mache ich einen Punkt.

Die Egozentrik der Krankheit (Wolkenkuckucksheim)

Aus aktuelle Gegebenheit (gerade nicht in meinem eigenen Leben) musste ich darüber nachdenken, wie egozentrisch das Kranksein machen kann, gerade auch wenn Süchte und (deren Verleugnung) im Spiel sind.

Die Wahrnehmung dafür (ver)schwindet, dass ausserhalb der eigenen Nasenspitze noch eine andere Welt und andere Menschen existieren. 

Mir tut es weh für einen Menschen, der akut davon betroffen ist, dass jemand anderes sein Leben nicht in den Griff kriegt und sich weigert, sich selber zu helfen oder helfen zu lassen. Trotz Hilfesangeboten, familiärer -- und fachlicher Unterstützung -- von verschiedenen Seiten. Es kommt nichts an, es wird nichts davon wirklich genutzt. Zeit und Fristen verstreichen. Es passiert nix von Seiten des Kranken.

Und ich sehe, was es mit einem Menschen macht, der immer wieder zu helfen versucht. Ich verstehe jetzt, wie das ist wenn sich jemand komplett verweigert und was das mit dem Umfeld macht. Wenn den Helfenden die Kraft ausgeht. Weil sie sich selber auch einen Weg bahnen müssen durch den Alltag und selber auch ein Erwerbsleben haben, das Kraft und Aufmerksamkeit fordert. Und dass die Kraft irgendwann nachlässt. Und langsam auch der Wille, ständig zur Verfügung zu stehen, Behördengänge zu regeln, Arzttermine zu vermitteln, mit Vermietern zu verhandeln. Dass man es  müde wird, quasi im Alleingang diesen ganzen Rattenschwanz zu ordnen, den ein menschliches Leben eben so mit sich bringt.

Wie ermüdend es für andere ist, für die Helfenden, wenn eine Parelellwelt erichtet wurde, einst aus Not, die nun genau das tut, wofür sie wohl einst geschaffen wurde: Fluchten ermöglichen, Distanz schaffen, seine Ruhe haben. Die Not und Realität anderer kann so ausgeblendet werden. Die Verantwortung für das eigene Leben hat der Süchtige einfach wegdelegiert, so dass er es bequem hat, weil ja nix geändert werden muss. Da ist diese Trennwand zwischen dem "ich" und den "anderen", die vom Kranken irgendwann gebaut wurde. Stabil. Irgendwo im Wolkenkuckucksheim.

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Ich wünsche mir ganz viel Leben und Liebe für diese eine Person, an die ich gerade denke. Die soviel zu helfen versucht und doch langsam soweit kommt, dass sie aufgibt. Und einen Gruss sende ich auch (innerlich) ins Wolkenkuckucksheim, vielleicht gibt es da auch einen Anschluss nach draussen.

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PS: Im Nachhinein klingt es für mich sehr von oben herab. Vielleicht ist das eine bewusste Distanzierung von mir. Nicht zu nah ranlassen. Beim Schreiben war es mir nicht bewusst. Wenn ich vom "Kranken" und den "Kranken" schreibe, entsteht ein Machtgefälle, gestehe ich mir eine Macht zu, die ich nicht habe. Das wollte ich noch festhalten. Da ich oft genug "die Kranke"/"Hilfsbedürftige" war. Es bleibt bei dieser Momentaufnahme meiner Gedanken. Ich lasse den Text so stehen.