Meine Blogroll

Dienstag, 28. Februar 2017

Adieu Bootcamp!

Nach 2x Kurs und 2x Kursausfall weil es mir nicht gut ging, hab ich beschlossen, dass ich es zwar ausprobiert habe, es aber von nun lasse weil es nicht pssst. Ich habe mich vom Kurs abgemeldet. Dermassen hochgeputscht, vollgepumpt mit Adrenalin zu sein, dass ich gar nicht einschlafen kann, das brauch ich nicht noch mal zu erleben. Ich merke, dass dieser Entscheid mir Erleichterung bringt. Der Schlaf ist wichtiger und ich werde einen anderen körperlichen Ausgleich finden, der weniger "hochtourig" läuft.

Der Sport ist für mich da und nicht umgekehrt!

Montag, 27. Februar 2017

Geschützter Blog

Auf dem geschützten Nebenblog geht es zusätzlich weiter. Wer die URL möchte und den Zugang, sendet mir eine Mail an planet112@gmx.ch. Zugang ist nur mit Blogger-Profil möglich, ich werde einzeln freischalten.

Samstag, 25. Februar 2017

Einschränkung und Erkenntnisgewinn

Nachdem ich den vorigen Text abgeschlossen habe, ist mir noch ein Punkt eingefallen, den ich vergass zu erwähnen. Und zwar, dass es für mich wichtig war, zu lernen, dass ich mich einschränken und begrenzen muss. Dass ich nicht alles machen kann, was mir gerade so einfällt. Dass ich nur mit denjenigen Ressourcen und Bausteinen arbeiten kann, die auch tatsächlich da sind!

Bevor ich diesen Weg (Arbeitsintegration) vor über zehn Jahren mit einem ersten Integrationsprogramm unter die Füsse nahm, habe ich meine Freundschaften recht intensiv gepflegt. Solange bis ich merkte, dass mein Bewusstsein und meine Kraftreserven sich zu verändern begannen. Ich hatte plötzlich weder die Lust noch hatte ich mehr die Kraft, mich bei Menschen zu melden, die von sich aus keinen Schritt machten, die Freundschaft zu pflegen. Mal anzurufen und was auszumachen. Dadurch habe ich einige Kontakte verloren. Habe aber auch für mich an Klarheit gewonnen und dafür einiges an Illusionen verloren. Heute ist es mir wichtiger, dass die Beziehungen und Kontakte stimmen.

Ich hatte früher oft mehrere Ideen, denen ich parallel nachgegangen bin und meistens einige angefangene Projekte oder Kurse. (Die sind schon damals nicht fertig geworden ... ähm). Heute pflege ich nur noch die Aquaristik (3 Becken) und ich werde wahrscheinlich auf 2 oder sogar 1 Becken reduzieren. Zudem habe ich begonnen, mich mit der Gestaltung von Schmuck zu beschäftigen. Die mentale Kraft reicht nicht aus, mehr zu machen. Es ist Jammern auf hohem Niveau, aber für jemanden der 1001 Idee hat, ist das eben eine Einschränkung.

Das starke Bedürfnis nach Weiterbildung, Schule und Wissen ist da. Ich habe mich nie richtig damit auseinandergesetzt, was eigentlich für ein beruflicher Weg zu mir passt. Nun, mit 37 Jahren hätte ich die nötige Klarheit und auch Gesundheit, um für mich das Passende herauszufinden. Trotzdem spüre ich, dass auch JETZT weder die Kraft noch der Zeitpunkt da sind, da mehr zu unternehmen. Ich brauche alles davon für meinen Alltag. Gelegentlich macht mich das traurig. Die Lehre hat mir so viel abverlangt, dass ich nun erst einige Jahre gebraucht habe, um mich davon zu erholen. Daher braucht das einfach noch Zeit. Es ist ok, wenn es nur mosaikmässig vorwärtsgeht. Mit den Karrieren anderer kann ich mich nicht messen, das brauche ich auch nicht. Gelegentlich muss ich leer schlucken wenn ich sehe, wie erfolgreich andere sind, aber das geht wohl vielen so ... Das passt auch zum nächsten Abschnitt.

Eine dieser berühmten Roadmaps zu entwerfen, das habe ich nie hinbekommen. Dieses ominöse "wo sehen Sie sich in 5/10/... Jahren? Was soll das? Das bin ich nicht. Das will ich nicht. Da musste ich mich auch innerlich einige Male dagegen wehren. Mein Leben hat sich immer irgendwie ergeben. Jedes Mal, wenn ich Pläne machte, gings es schief. Bis ich es gelassen habe. Einfach immer den nöchsren Schritt zu machen, daraus entsteht auch ein Weg! Wenn es mir gelingt, still zu werden, kann ich meinem Leben vertrauen ..

Das neue Leben ganz woanders. Dieser Traum schlummert schon lange in mir. Bis ich erkennen musste, dass ich Strapazen sehr schlecht ertrage. Und Auswandern oder seinen Wohnsitz in komplettes Neuland zu verlegen, ist strapaziös. Ich hatte vor Jahrten ein "Gastspiel" in München (begann eine Ausbildung dort) und es lief schief. Fern von meinem Beziehungsnetz vetrocknete ich zunehmend. Ich habe meinen Lebensmittelpunkt nun schon länger bei Bern, in der Vorstadt, auch wenn ich mich hier nicht zugehörig fühle, und die Stadt Bern als eng und starr empfinde. Ich bin hier nun mal gelandet und hier spielt sich mein Leben ab. Vielleicht ändert sich das mal, wer weiss. Aber gerade ist es gut für mich, einfach mal in meinem Leben anzukommen und mich auch innerlich endlich darin niederzulassen. Meinem Alltag die nötige Würze zu geben, das ist meine eigene Aufgabe!

Eine eigene Familie, von diesem Gedanken habe ich mich verabschiedet. Ich bin mir mein eigenes Kind und ich verbringe viel Zeit damit, mich zu trösten und zu nähren und das ist eine ständige Aufgabe. Für einen bedürftigen kleinen Menschen zusätzlich, da ist kein Platz in meinem Leben. Obwohl ich noch nie einen starken Kinderwunsch hatte, schmerzt mich diese Erkenntnis manchmal, dass meine Kräfte es nicht zulassen. Ich weiss, dass meine Kreativität mein inneres Potential ist und dies mein Weg ist, etwas von mir in die Welt zu setzen. Aus dieser Gewissheit schöpfe ich Kraft und Frieden. Es ist ein gutes Gefühl, nur für mich selber sorgen zu müssen und es erleichtert mich sehr.

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Für mich ist es wichtig geworden, dass ich Trauer in meinem Leben erkennen kann und sie auch spüre. Ab einem gewissen Punkt ist dann auch wieder "gut" und ich lege das Gefühl beseite, oder ich schaue, was ich daraus machen kann. Gibt es etwas, was ich "im Kleinen" davon umsetzen kann, ohne mich zu überfordern? Soll ich dem nachgehen oder reicht es, wenn ich es einfach anerkenne und dann beiseite lege? Darüber mit jemandem reden?

Das Bedauern über verfehlte (zum Teil sehr tiefe) Lebenswünsche ist ein Familienthema (auf beiden Seiten!) und deshalb bin ich da sensibilisiert. Ich will niemandem am Ende meines Lebens einmal vorwerfen: Wegen dir konnte ich nicht XYZ ... Daher ist Behutsamkeit in diesem Thema für mich besonders wichtig ...

... Niemand anderes ist für mein Leben verantwortlich ausser mir selbst ....
.... Für das Tun oder Lassen in meinem Leben ... bin ich selber da!

... Erschreckend, aber auch seeehr erleichternd! ...

Die Trauer nur wegzudrücken, verstärkt und verlängert den Schmerz, das Gefühl des Mangels nur. Der Gier kein Futter geben ... In vielem muss es ein Masshalten sein, auch wenn es mir nicht immer leicht fällt!

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Selbstbestimmt leben mit hoher Sensibilität (meine Erfahrungen)

Aktueller Stand
Nachdem sich der gröbste Stress bei der Arbeit gegen Freitag gelegt hat, konnte ich endlich auch wieder ruhiger werden. Seit Wochen habe ich gestern Abend mal wieder den "Boden" des Abteilungs-Mailpostfach gesehen. Wow ...

Das befürchtete Gespräch fand nicht in dieser Form statt und stattdessen wurde ein Termin verschoben. Jedenfalls ist der Druck weg. Sobald ich wieder Boden unter den Füssen hatte, fragte ich mich: Was war denn da nur mit mir los? Ich verstehe mich immer besser. Es ist seltsam, aber mein Befinden ist sehr von der Wetterlage abhängig. Den Sturm habe ich vorausgespürt, manchmal spüre ich heftig Wetterfronten mehr als 48h voraus. Föhn, Westwind, Bise, Regenwetter, Schnee. .. In früheren Zeiten hätte ich damit Geld als "Wetterwahrsagerin" und Frühwarnsystem verdienen können

... Wenn dann mehreres zusammenkommt (den weiblichen Zyklus gibts ja auch noch) dann zittere ich innerlich wie Espenlaub und als wäre ich ans Stromnetz angeschlossen. Der Druck steigt und steigt ...

Und ich habe am Donnerstag zwei Telefonate erledigen können, die mir unangenehm waren. Telefonieren bei der Arbeit mag ich meistens nicht. Es ist zum Glück auch selten nötig. Immer wieder passiert es mir, dass ich mich dabei verhasple und ins Stocken gerate. Vor allem wenn ich jemanden nicht gut kenne. Im persönlichen Kontakt bin ich oft weniger gehemmt. Da ich aber nur per Mail mit meinen Kunden kommuniziere, ergibt sich selten Gelegenheit zum Kennenlernen. Zum Glück gingen die Telefonate recht flott und ich konnte souverän bleiben. Ein gutes Gefühl, das dann doch erledigt zu haben. Jede Angsthürde, die ich zu nehmen lerne, ist wertvoll.

Ich merke, dass es mir wichtig ist, meinen Teil bei der Arbeit zu leisten, die anderen nicht hängen zu lassen. Bei uns ist das ein gegenseitiges "Geschäft", es funktioniert. Auch ich werde unterstützt. Deshalb ist mir Konstanz wichtig, immer wieder aufzupassen dass ich nicht ausfalle, Routine zu gewinnen und auch zu merken, wann ich eine Pause brauche.

Mein Teil an Arbeit und Verantwortung ist grösser geworden, ich bin stärker geworden und ich arbeite seit Anfang Februar 80% (verteilt auf 5 Tage, vorher waren es auch 5 Tage, aber mit 70%). Dennoch definiere ich mich nicht über meine Arbeit. Mir ist es wichtig, dass ich konstant bleiben kann. Ich gebe nicht mehr Vollgas um dann in ein Loch zu fallen, sondern ich wäge besser ab, was drinliegt und kann nun auch besser Prioritäten setzen.

Ebenso froh bin ich, dass ich wieder einsatzfähig geworden bin, nach der Migräneattacke (war auch teilweise wetterbedingt). Die Erschöpfung ist da, ist vorhanden, ist auch normal in dieser Saison. Ich kann es einordnen, ich muss mich nicht mehr permanent fragen, was mit mir los ist.

Bei uns ist auf der Arbeit jedes Jahr volle Action um diese Zeit. Daher plane ich meinen Urlaub seit einigen Jahren entsprechend auf Anfang März. Ich würde sagen, es geht mir viel besser als in den Vorjahren. Da war ich mental meistens dermassen fertig, dass ich mich von Tag zu Tag geschleppt habe, immer unter Druck und gefühlt am Rande meiner Existenz. Jetzt bin ich einfach abgekämpft, aber ich fühle mich trotzdem lebendig.

Meine eigene Wahrheit nähren
Ich habe nun gelernt, auch unter diesem Druck, bei mir und meiner Wahrheit zu bleiben. Ich glaube mir selbst, vertraue mir selber mehr. Diese Wahrheit zu hüten, zu pflegen, sie zu nähren -- aber sie auch nicht jedem unter die Nase reiben zu müssen. Ich kenne mich, kenne meine Wahrheit. Ich erkenne mich und kann mich immer wieder auch anerkennen. Nicht jedes Hüsteln eines Kollegen hat mit mir zu tun, diese Paranoia hat sich gebessert.

Womit identifiziere ich mich? Mit meiner Stärke oder mit meiner Schwäche?
Das starke Gefühl von Unwert, von Scham, die ständige Bedrohung meiner (mentalen) Existenz konnte ich deutlich als Muster der Vergangenheit erkennen und sie auch dorthin verweisen. Hin und wieder kommt das alles hoch, es ist ein Teil von mir. Ich kenne und anerkenne meinen Weg, aber ich muss mich nicht selber bemitleiden. Was war, das war. Ich identifiziere mich nicht mehr damit!

Es gibt noch gewisse Überlebensmuster und diese werden gelegentich selbständig aktiv. Ich bin aber mehr als das. Viel mehr. Dies zu erkennen, war ein wichtiger Schritt, um mein Leben aktiv gestalten zu können.

Es war sehr viel Sortierarbeit und sie war mühsam, zeit- und kraftraubend. Ich bin froh, dass mein Lebensgefährte mir dabei geholfen hat. Ich habe nun seit 5 Jahren, seit ich diese Stelle habe, Meile um Meile zurückgelegt, um so weit zu kommen und ich war oft genug am Limit. Es ging mir _nicht_ in erster Linie darum, endlich ein "wertvolles Mitglied der Gesellschaft" zu werden. Ich habe die Arbeit nicht erfunden, Arbeit ist für mich kein Selbstzweck. Damit verdiene ich nur mein Geld. Ich war und bin auch sonst wertvoll. Arbeitengehen. Es geht mir weniger um Geld und Status, sondern darum, dass ich mit meiner Umwelt klarkomme.

Die Gedanken auf ihren Platz verweisen
Ich habe damit begonnen, meinen Gedanken von Unwert ein klares NEIN entgegenzusetzen, mich nicht mehr auf diese Nachtgespenster einzulassen. Der Paranoia habe ich erklärt, dass ich sie sehe, aber lieber selber überprüfe, wie sich die Dinge verhalten. Klarer zu kommunizieren, das kam nebenbei, weil die Selbsterkenntnis sich verbessert hat. Zu erkennen, dass meine Gefühle anderen Menschen gegenüber keineswegs konstant sind, war ein weiterer Mosaikstein. Genausowenig bin ich konstant mir selber gegenüber. Aber ich lass es jetzt eher mal stehen und steigere mich mit meinen Gedanken nicht mehr rein. Es zu erkennen, ist oft schon wichtig und reicht jetzt auch meistens aus.

Diesen übergrossen Weltschmerz will ich nicht mehr
Das Geschehen in der Welt begann ich bewusst auszublenden, weil es mir den Boden unter der Füssen wegnimmt. Stattdessen reduziere ich diese Form von Aussenreiz, so weit ich kann. Dies macht mich widerstandsfähiger. Wenn jemand in meiner Umgebung Hilfe benötigt, kann ich da sein.
Wenn ich in Weltschmerz verfalle, kann ich es nicht. Ich habe erkannt, das gewisse Formen von Trauer und Mitleid grosse Ressourcenfresser sind und ich meine Energie da nicht mehr reingeben will. Das hat mich etwas härter werden lassen aber auch klarer. Ich verschwende mich nicht mehr an jeden.

Ständige Betroffenheit -- will ich das denn?
Ich habe schon lange einige Vorstellungen von einem selbstbestimmten kreativen Leben, in dem mir nicht jeder Windhauch und jede Hürde zu schaffen macht, in dem ich nicht von allem und jedem, was um mich herum passiert "betroffen" und "mitgenommen" bin. Ich will doch endlich auch mal mein Potential leben!

Dieses Gefühl von Ausgeliefertsein und von Resignation hat mich schon so lange begleitet, dass ich wusste, _hier_ muss ich noch an mir Arbeiten. Manchmal dachte ich "das bin halt ich". Bis ich merkte: Nein, das ist vor allem Ballast. Sonst komme ich nie soweit, mein Leben zu schaffen oder Träume zu verwirklichen. Oder ich schaffe es irgendwie, aber das Leben fühlt sich nicht als meines an. Die Dinge geschahen mit mir in meiner Vergangenheiz -- und ich wusste nicht, wie ich meinem Leben Herrin werden konnte.

Als mir bewusst wurde, dass mich alles und jedes "mitnimmt", war mir auch klar, dass ich genau da ansetzen musste. Dieser Punkt, ständig ohnmächtig der Welt gegenüber zu sein, den wollte ich verbessern. Und daher bin ich an diesem Weg ins Arbeitsleben drangeblieben. Es wurde mir so deutlich klar, dass ich aus dieser Opfer- und Betroffnenhaltung rausmusste und dass dies nur über diese Konfrontation mit der Aussenwelt geht. Es waren teilweise sehr schmerzhafte Erfahrungen.

Ich habe mich sehr oft nach dem Schneckenhaus zurückgesehnt, inzwischen ist es besser geworden. Ich bin nicht teflonbeschichtet.Auch sensible Menschen haben einen Platz in dieser Gesellschaft. Davon bin ich überzeugt. Dafür wehre ich mich. Und das gebe ich auch an andere weiter.

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Alles in allem gebe ich jeden Tag sehr viel, um weiter zu kommen, aber ich gewinne auch viel zurück. Die Bilanz ist ausgeglichen. Es fühlt sich weitaus besser an als all die Jahre zuvor.




Mittwoch, 22. Februar 2017

Kräftiger & klarer

Wenn ich nicht gerade stundenlang nachts wachliege oder sonstwie "absorbiert" bin, merke ich, dass ich kräftiger geworden bin. Auf jeden Fall nüchterner und klarer. Die Watte im Kopf ist schon lange Geschichte. Es gibt noch Momente, in denen ich mir abhanden komme, aber ich kann es inzwischen besser wahrnehmen.

Dass ich andererseits nicht verhärte, darauf achte ich. Weniger Grübeln, mehr Leben. Meistens klappt es. Nur nicht wenn ich Signale und Infos auf allen Kanälen gleichzeitig bekomme wie in der letzten Zeit, den letzten Wochen. Da kommt es halt nach wie vor zum "Systemabsturz" ... Es ist ok, selbstbestimmt zu denken, zu leben zu handeln. Das sage ich mir immer wieder. Inmitten von alltäglichen Automatismen eine rechte Herausforderung. Aber ich bin ja nicht die einzige, der es so geht!

Heute Nachmittag und Arbeit generell

Der Arbeitsnachmittag endete für mich mit Migräne um 15 Uhr. Da beschloss ich, dass es jetzt genug ist, fuhr nach Hause, nahm eine Tablette und legte mich ins Bett.

Nun bin ich wieder unter den Lebenden. Ruhe ist eingekehrt. Das Gespräch ist morgen. Mal schauen, wieviel Offenheit mir die Sache wert ist und inwieweit ich mich ansonsten zum Selbstschutz bedeckt halte.

Das Herz trage ich schon lang ich mehr auf der Zunge. Es tut mir leid, dass das Arbeitsleben einen in gewisser Weise abstumpft. Mit den Schultern zucken, "nicht mein Bier" denken, weitermachen. Kann ich inzwischen. Wenn ich auch denn Eindruck habe, dass das im Grunde nicht meine echte Haltung wäre.

Inzwischen lautet es bei mir in erster Linie "Alltag nicht so ernst nehmen", "nicht unterkriegen lassen" und "nicht zuviel nachdenken" über Sinn oder Unsinn meiner Beschäftigung. In erster Linie: Möglichst geschmeidig durchkommen, so dass ich mich und meinen Alltag selber managen kann.

Verselbständigtes Nervenkostüm

Nach nur 2 Stunden Nachtschlaf, von 8 eigentlich verfügbaren, fühle ich mich nicht besonders wohl. Strom in allen Kanälen. Die Nerven sind gerade sehr ausser Kontrolle geraten, haben sich selbständig gemacht, da mich auf der Arbeit etwas sehr beschäftigt. Scheinbar so sehr beschäftigt, dass ich innerlich gar nicht mehr Abschalten kann. Ich muss aus der Deckung kommen und einige Wahrheiten aussprechen, deutlich werden und das ist mir unangenehm. Anders sehe ich keine Besserung der Situation. Wie ich das anstelle, das entscheide ich heute.

Dienstag, 21. Februar 2017

Farbe bekennen, sich selber anerkennen

Sich im Prozess der Selbstheilung für die eigene Wahrheit zu entscheiden und diese auch zu vertreten, heisst nicht, sich _gegen_ jemand anderen zu entscheiden, sondern nur, dass man _zu sich selber_ steht.

Jump & Run

Ich merke, dass ich einen recht flachen Schlaf habe derzeit. Viele Träume in denen ich durch endlose Gänge und Labyrinthe laufe, richtige Hindernisparcours wie in manchen Gameshows. Postenläufe durch schöne Gartenlandschaften und fantastische Kulissen -- nur ohne wirklich an ein Ziel zu kommen oder zu wissen, warum ich da unterwegs bin.

Bei meinen Erkundungen bin ich sehr präsent, auch wenn das Umherirren wirklich in fast jedem Traum vorkommt. Meine Stimmung im Traum ist hoffnungsvoll und neugierig. Und es ist mir immer klar, dass die Struktur wirr ist und nicht ich wirr bin.

Es ist fast wie so ein altes «Jump & Run»-Spiel ... nur eben in High Definition. Es ist immerhin sehr abwechslungsreich weil ich immer wieder durch eine andere Kulisse laufe ... Ich weiss nur nicht, wieviele Levels dieses scheinbar endlose Game hat. Aber so lange das Unterwegssein jede Nacht dermassen spannend ist ... ist das auch egal!

Trotzdem bin ich froh, wenn ich in diesem Game mal eine Pause bekomme.
In knapp 2 Wochen habe ich Urlaub. Da ziehe ich der Konsole vorübergehend den Stecker. Ein paar Leben extra hab ich immer.

Sonntag, 5. Februar 2017

Im Boot-Camp

Letzten Mittwochabend hatte ich nun meine erste Lektion "Fight Power" (alter Post zum Thema). 

Nachdem mir der Trainer die Boxbewegungen und die Stellung der Beine gezeigt hatte, gings auch bald heftig los. (Die anderen Teilnehmerinnen waren schon länger dabei, daher musste er ihnen nichts erklären).

Erst richtig Durchwärmen und dann rechter Haken, linker Haken and so on, Ausfallsschritt nach links, nach rechts ....

Ich dachte noch so: Ah, krass! Das ist wohl jetzt noch das Aufwärmen und danach wirds dann sicher ruhiger!!

Denkste: In diesem Tempo und dieser Intensität ging es "locker" fast 40min weiter. Aua!

Sowas hab ich noch nie erlebt. Meine Halbliterflasche Wasser war in kürzester Zeit leer. Ich wusste nicht, ob ich besser die Abfolge sauber mitmachen oder lieber das hohe Tempo halten soll, beides zugleich zu schaffen, war mir nicht möglich.

Ich habe mich dann fürs Tempo entschieden und bin so gut es ging mitgehampelt. Zum Glück hatte ich keinen Blick auf den bodenlangen Spiegel an der Turnhallenfront, da ich direkt hinter jemand anderem stand ;) Dieser Anblick meinerselbst hätte mir wahrscheinlich den Rest gegeben. *feix*

Das Training war nichts besonders Komplexes von den Abfolgen her, aber ich bin totale Anfängerin in Sachen Kickboxen und Co .. und sowieso kein grosser Hirsch in Sachen "Koordination meiner Gliedmassen" ...

Was hab ich mir da nur vorgenommen?!

Als anschliessend noch ein kurzer Teil Krafttraining kam, merkte ich, dass ich wenigstens da sehr gut mithalten konnte, da macht sich das Training aus dem Bodytoning bemerkbar (in den bisherigen Posts als Krafttraining in der Gruppe erwähnt). Ein kleiner Trost!

Am Ende der Lektion war ich völlig perplex über die Heftigkeit dieses Trainings, daher nenne ich es jetzt einfach mal Boot-Camp!

Die erfahreneren Teilnehmerinnen meinten, es sei von den Abläufen her nicht besonders schwierig gewesen, nur das Tempo seit schon etwas hoch gewesen.
Dem Kreislauf hats äusserst gut getan, das Selbstbewusstsein war danach angeknackst. Mein rechter Oberarm hat sich die nächsten Tage angefühlt, als wäre darauf eingeprügelt worden ... *g*

Auf jeden Fall gebe ich noch nicht gleich auf! Und es geht auch nicht darum, dass ich darin super sein oder mir etwas beweisen muss. Ich möchte nur möglichst gut mitkommen, soweit es eben geht. falls das auch mit mehr Erfahrung nicht klappt, suche ich mir eben etwas anderes!

Und als kleinen Nebeneffekt bewältige ich die schlechten Erfahrungen aus dem Schulsport ganz nebenbei, denn es gibt hier keine Noten, denn ich zahl freiwillig fürs Gequältwerden und ich bin ja jetzt ein grosses Mädchen .... ;)

Nächsten Mittwoch gehe ich jedenfalls wieder hin und dann schaue ich weiter ...

Das Leben im Zeitalter der Disclaimer

Wenn ich meine letzten Posts durchgehe, klingt es in meinen Texten etwas dramatisch. Die letzten beiden Wochen war es eine rechte Achterbahn, meinen eigenen Standpunkt zu finden. Den habe ich gefunden. Ich musste mich einmal richtig für mich selber wehren und am Ende war ich damit sogar erfolgreich. Es ging dabei um Berufliches.

Nun merke ich, dass diese Auseinandersetzung mich ziemlich Substanz gekostet hat. Sowas nimmt mich eben stärker mit als andere. Schnell komme ich aus dem Tritt, bin verunsichert. Andererseits hat mich diese Erschütterung im Alltag auch standfester gemacht und mich dazu bewegt, mich für mich einzusetzen. Ich habe gemerkt: So nicht!

Das war eine neue Erfahrung, mich bemerkbar zu machen und es war wichtig für mich. Vor allem auch, dass ich damit tatsächlich vorwärtsgekommen bin. Wahrscheinlich hilft mir das auch, dass ich es beim nächsten Mal etwas weniger dramatisch empfinden kann.

Wenn ich in meinem Blog etwas (scheinbar) Dramatische(re)s oder Emotionales poste, habe ich hinterher immer das Bedürfnis, es relativieren zu wollen. Oder zu müssen? Ich habe den Eindruck, dass ich es genauer und noch vieeeel differenzierter beschreiben muss. Ich will niemanden alarmieren oder antriggern oder sonstwas. Ich mache manchmal solange am Text rum bis ich es zerredet und zerschrieben habe.

Aber ich merke auch, dass ich darauf immer weniger Lust habe. Ein Blog ist immer eine Sammlung von Fragmenten, deshalb nenne ich den Laden hier ja auch "Notizen von Unterwegs". Wenn ich dabei manchmal als Dramaqueen und Hypersensibelchen erscheine, dann ist das halt so. Man kann die Meinung der anderen nicht vorwegnehmen, sonst braucht man gar nichts in Netz zu schreiben!

Mir wird beim Bloggen immer mehr bewusst, dass ein/e Leser/in nie genau das verstehen wird, was diese textlich festgehaltenen Fragmente für mich bedeuten und ob es die "dramatisierte Fassung" ist, weil ich es eben gerade so empfinde. Damit muss ich leben.

Auch nach einem zehnseitigen Disclaimer wird niemand mein Leben 1:1 verstehen können. So wie ich auch niemals das Leben von jemand anderem voll verstehen werde! Das Leben ist eben so. Jeder lebt schlussendlich nur sein eigenes ...

Freitag, 3. Februar 2017

HILDE

.. und zwar die eine: Knef! 

Letztens habe ich endlich das Biopic mit Heike Makatsch auf DVD gesehen. Dramaturgisch fand ich es eher schwurbelig, nicht so ganz überzeugend. Aber stark fand ich das Schauspiel von Makatsch. Und die direkte Emotionalität der dargestellten Frau. Zu ihren Lebzeiten hatte ich sie noch nicht (bewusst) gekannt oder mich mit ihr befasst.

Und das Leben von Hildegard Knef sowieso ... ganz grosses Kino! In einem Roman würde man sagen: Völlig übertriebene Handlung! Es gibt gewisse Ähnlichkeiten zum Leben von Edith Piaf, finde ich.

Heftig war es für mich, wie der Film mit den Kriegsszenen einsetzt. Doch durchaus realistisch eben. Da ich Knefs Autobiografie "Der geschenkte Gaul" vor Jahren gelesen habe, hatte ich auch den direkten Vergleich zum Film.

Und ich weiss, dass sie vieles sehr offen geschildert hat, kein Blatt vor den Mund nahm. Ich habe selten eine so uneitle Autobiografie gelesen. Was mich an ihr eben am meisten beeindruckt!* Zudem der Humor, den sie scheinbar hatte und der sich auch in ihren (Lied)Texten wiederspiegelt. Und ihre Poesie.

Inwiefern ihre Direktheit für den Film überspitzt wurde, weiss ich nicht. Aber sehr weit entfernt von der Wahrheit wird das wohl nicht sein.

Achja, und Roger Cicero (spielt auch im Film mit) kann jetzt direkt mit der Diva Knef herself musizieren, er ist ja auch bereits in den himmlischen Chor befördert worden, leider.

* Vor versammelten Journalisten soll sie Rede und Antwort zum (damaligen) Skandalfilm "Die Sünderin" stehen. In diesem Film spielt sie ein Aktmodell und es gab eine Nacktszene, das war der Hauptskandal. Das erste was sie vor versammelter Presse sagt (in ungefährer Zusammenfassung):  

Meine Herren! Es ist noch nicht lange her, da wurden 6 Millionen Juden vergast, alle haben geschwiegen, es gab keine Empörung. Und nun soll ein nackter Busen ein Skandal sein?!



 

Ich bin einfach: Mensch.

... Interessant einen Arztbericht über sich zu lesen und übers ganze Gesicht grinsen zu müssen. Liest sich unter den Diagnosen fast wie ein Roman. Eine Narzisse bin ich auch. Und ich habe eine schelmische Freude daran.

Und ich meine, es geht wohl um jemanden, den ich nur am Rande vom Sehen kenne! Oder von früher? ....

Kleines Muster gefällig? 

Bipolare affektive Störung, gegenwärtig remittiert ICD-10 F31-7 
 
(Ach, und ich meinte das sei meine Batterie!)

- - -

Schön zu merken, dass ich mich selber nun am besten kenne! Die Angst vor der eigenen Ohnmacht und der Macht anderer schwindet. Weil es mich nicht (mehr) (be)trifft. Ich bin eigen-mächtig geworden. Meine Ärztin hat sich mit mir zusammen- und auseinandergesetzt und daraus ist mir Hilfe erwachsen. Eine wertvolle Nische in dieser Gesellschaft ist für mich dadurch entstanden. Ein Freiraum in dem ich lernen konnte, frei zu atmen und zu leben. Was ich jedem Menschen wünsche!

Diagnosen waren die Stempel, die ich brauchte, um in dieser Gesellschaft endlich genügend Zeit zu bekommen, um aus meinem inneren Gefängnis heraus zu kommen.

Die Diagnosen haben ausgedient.

Ich bin einfach: Mensch. Ich lebe.




Selten und wertvoll ist es ...

... mit einem Menschen gleichzeitig feinsinnige und schwarzhumorige Ansichten teilen zu können ...


Ich: Gell, es gibt so Tage, da würde man am liebsten zum Tierarzt gehen und sich einschläfern lassen.

Sie: Ja, genau so ist es.


Wir grinsen uns an ...

Aus dem Leben einer Pixelschubserin

@work ...

Ich weiss nicht recht ob man den obersten Screenshot gut lesen kann: D.h. für Dich, einfach mal was Kreieren, was wahrsch. so oder so wieder geändert wird.
Diese Mail bekam ich auf eine Nachfrage bezüglich gewünschter Gestaltung ... Man wusste es eben noch nicht genau, was man wollte. Und die Auftraggeberin sass in diesem Fall auch nicht am Entscheidungshebel ...

Selbstironische und dankbare Kunden sind auf jeden Fall das i-Tüpfelchen im Leben einer Pixelschubserin und bringen diese zum Lächeln ^_^ ...