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Donnerstag, 27. Dezember 2012

Raus aus Angst und Ohnmacht (2)

Zu Teil 1 *klick*


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Meine depressiven Löcher riefen nach Behandlung, doch ich wich aus …

Therapie und Medikamente
Meine erste Ausbildung musste ich dann wegen Angstzuständen abbrechen, danach stürzte ich in ein noch tieferes Loch. Damals (1997, ich war 18 Jahre alt) begann ich dann auch meine Gesprächs-Psychotherapie bei einer Psychologin, ich musste dazu erst überredet werden. Telefoniert habe ich nicht selbst. Zum Termin bin ich dann abergegangen. Von Anfang an hat da die Chemie gestimmt. Zum Glück!

Ein paar Monate später begann ich, auf Anraten meiner Psychologin, Medikamente zu nehmen um aus der Depression herauszukommen. Leider erlebte ich den Umgang mit der betreffenden Psychiaterin als erneuten Kontrollverlust. Ich fühlte mich nicht ernst genommen mit meinen Empfindungen betreffend Nebenwirkungen meines Medikamentes.

Trau schau wem
Alleingelassen fühlte ich mich später auch mit den Entzugssymptomen. Ich sollte das Mittel wieder absetzen. Innert drei Wochen, nachdem ich es über längere Zeit genommen habe! Was mich heute total absurd dünkt...  Wegen den gefühlten Entzugssymptome wurde ich von der Ärztin beschwichtigt: Die gibt es bei diesem Medikament nicht!

Das war die Auskunft der Ärztin. Da stand eben nichts von im Arzneimittel-Kompendium. Schlussendlich meinte sie dann, dass ich eben noch nicht soweit sei und mein Körper mir das zeige.

Psychopharmaka absetzen: Wie denn?
Irgendwie war das doch auch eine Art Hilflosigkeit und Ignoranz von ihr, die mich wütend machte. Wusste sie es nicht besser? Bildete ich mir nur was ein? Wobei ich mir hier mehr traute als ihr, ich begann Psychiater zu meiden. Ich vertraute nur meiner Psychologin. Für die Medikamente ging ich zum Hausarzt, dem vertraute ich auch.

Heute steht genau das in der Packungsbeilage: Entzugssymptome. War das damals nicht drin? Ich erinnere mich nicht … Ein Antidepressivum kann, abgesehen von seinen Vorteilen, eben auch seine Probleme mich sich bringen! Heute weiss ich, dass dieser Wirkstoff (Trimipramin) inoffizell auch als Schlafmittel verwendet wird … Und ich war jahrelang müde. Viele oder besonders starke Mittel (die wahren Hämmer) habe ich nie genommen. Trotzdem fand ich das Buch "Psychopharmaka absetzen" aus dem Antipsychiatrieverlag sehr hilfreich. Die Geschichten waren viel heftiger als meine eigene, trotzdem wurde mir zum ersten Mal klar, dass ich mit meinem Erleben nicht alleine bin! Was die seelische Krankheit aber auch die Medikamente anbelangt. Übrigens war das die einzige Information die ich damals im Web dazu fand. Das Thema schien schlicht nicht im Internet zu existieren; das war etwa vor 11 Jahren.

Das Medikament abzusetzen, das schaffte ich jedenfalls nicht. Die Welt stürmte mit Vehemenz auf mich ein, sobald ich es versuchte und ich fühlte nur Panik. Das  war auch meine Sensibilität, die zurückkam und die ich nicht ertrug. Ich brauchte eben noch diese Watte um mich herum.

Die Suche nach Alternativen
Mein Körper weigerte sich mit der Zeit, das Mittel weiter zu akzeptieren. Mein Hausarzt meinte dazu nur, er könne mir sonst ein anderes geben, das sei manchmal nach einer gewissen Zeit mit dem gleichen Mittel nötig. Das wollte ich nicht! Das selbe in Grün? Nee!



. .  to be continued . .



Zu Teil 3

1 Kommentar:

  1. Hallo Anne,
    find ich gut, dass Du auch die "schwereren" Zeilen hier lässt. Ich ertappe mich auch immer mal wieder, wie ich dann doch wieder einen auf lustig machen will, obwohl mir zum heulen ist.
    Hab auch gerade gesehn, dass wir gleich alt sind, hatte Dich irgendwie älter eingeschätzt. Und unsere Geschichte ähneln sich wirklich sehr.
    Oh das Superbenzin, ja ich glaube, man muss "nur" (haahaa) die richtige Richtung finden, in der man diese Wahnsinnsenergie konstruktiv einsetzen kann.
    Liebe Grüße!

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