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Samstag, 21. September 2013

Fashion, Körpergefühl und so (Mode 1)

Um Mode machte ich lange einen grossen Bogen. Das Thema brachte nur ÄRGER! Obwohl es mich schon lange interessiert. Ich zog an, was halt da war, trug alte Sachen von anderen auf oder kaufte Second-Hand-Klamotten. Ich liebte Abgelegtes von anderen. Nur um nicht in die Läden gehen zu müssen. Ich wusste ja gar nicht, was mir stand! Als Teenie bereits mit schmalen Schultern, ausladendem Becken und sehr grossem Busen gesegnet, dazwischen eine sehr schlanke Taille, brachte ich selten etwas nach Hause, mit dem ich dann auch länger zufrieden war.

Kleider waren in erster Linie mein Schutz nach aussen. Genauso wie meine langen Haare mein Vorhang gegen aussen waren. Sicher sein, mich einfach sicher fühlen, diesen Zweck sollten meine Kleider erfüllen! Das war das Wichtigste. Für jemanden wie mich, die ich täglich in der Schule gemobbt wurde, zählte vor allem dies.

Mit der Zeit hat sich bei meinem Körper alles in der Breite angepasst ;) ausser den Schultern natürlich. Den Busen liess ich sogar chirurgisch verkleinern, Atemholen erschien mir wichtiger. Die Schwerkraft war zu fordernd! Der Einstieg ins Arbeitsleben (2006) liess das Gewicht kontinuierlich nach oben steigen. Ich begann irgendwo bei 63kg. Jetzt bin ich bei 80 kg angelangt, was für mich bei mir persönlich schon eine (vor allem optische) Schmerzgrenze darstellt.

Ich weiss, jede die mehr oder viel mehr hat, lacht mich dafür aus. Fühlt sich sogar verletzt. Was jammert die bloss, mit Grösse 44/46! Das ist immerhin noch eine Konfektionsgrösse!

Doch der Gang ins Freibad kostete mich dieses Jahr wirklich Kraft. Ich fühle mich nicht (mehr) wohl in meinem Körper, fühle unförmig. Cellulitös. Die Veränderung meines Körpers, die hat auch damit zu tun, dass ich nun einen sitzenden Beruf habe und früher körperlich gearbeitet habe.

Ich weiss, es wird weiter nach oben gehen, wenn ich jetzt nicht bremse. Und langsam spüre ich das Gewicht wirklich. Und trotzdem lehne ich den ganzen Schlankheitshype ab. Ich bin Feministin – und darum darf dieses Thema mein Leben gar nicht beherrschen … weil ich es mir wert bin, andere Werte hochzuhalten.

Im Web in den Blogs habe ich gemerkt, dass Abnehmen und Gewicht grosse Themen für recht viele Frauen sind. Ob es nun mehre Kilo oder mehrere Dutzend Kilo sind. Für mich mag ich an sich nicht darüber schreiben, mag es nicht zum grossen Thema werden lassen, weil ich weiss, dass ich erst den Stress händeln muss, den ich noch habe im Arbeitsleben. Das Gewicht hängt bei mir direkt damit zusammen. Sobald ich frei habe, verschwinden die seltsamen süssen Gelüste auf die schnelle Energiezufuhr. Dann bin ich eine normale Esserin, esse eher kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt.
Wenn ich unter Druck stehe und auch beim Essen davon noch nicht runtergekommen bin, will ich Fettes und Nahrhaftes. So ist das.

So lehnte ich auch das Angebot meiner Psychiaterin ab, zu einer Ernährungsberatung zu gehen. Ich WEISS wie man sich gesund ernährt. Daran liegt es nicht. Ich empfand es fast als Hohn, das vorgeschlagen zu bekommen. Ich weiss sehr viel über Ernährung. Habe einfach Mühe, das in meinem Alltag auch umzusetzen, da ich oft unter Strom stehe und der tägliche Balanceakt "Arbeit" mir sehr viel abverlangt.

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(Fortsetzung folgt)

Kommentare:

  1. Das Thema Abnehmen sollte niemandes Leben "beherrschen" finde ich. Ich denke, in erster Linie sollte einem die eigene Gesundheit es wert sein, aber abnehmen nur um irgendwo reinzupassen - das wär auch nicht meins. Wie Du schreibst, da gibt es andere Werte, die es hochzuhalten gilt.

    So wie ich lese, weisst Du ja wo es bei Dir hakt wegen des Gewichts, die Frage ist ja nur, wie man ein stressiges Arbeitsleben "entstressen" kann. Siehst Du da Möglichkeiten für Dich?

    Und zum Thema "Fashion" - ich denke, man sollte sich einfach wohlfühlen in seinen Klamotten. Was bringen mir Designerfummel, wenn ich mich darin nicht wohl fühle? Ich denke, dass dieser ganze "Tammtamm" im Modebereich viel zu überzogen ist.

    Ich wünsch Dir viel Glück bei Deinem Balanceakt mit der Arbeit und dass es für Dich ruhiger wird.

    Lg
    Maja

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    1. Liebe Maja

      Ja, das Abnehmen sollte wirklich niemandes Lebensmittelpunkt sein.
      Das mit dem "Entstressen" des Alltags ist bei mir täglich Thema. Mir gelingt es besser als früher, doch das Stresslevel ist nach wie vor hoch. Inzwischen habe ich gelernt, in jeden Tag Erholungsmomente einzuplanen.

      Designerfummel interessieren mich auch weniger ;) ich will mich in meiner Kleidung wohlfühlen. Doch mich mit Mode zu beschäftigen, macht mir Freude, da ich endlich auch Kleider finden in denen ich mich sicher fühle und die mir gleichzeitig auch gefallen! Mit Mode meine ich nicht die vergänglichen Trends, die interessieren mich nämlich nicht.

      LG Anne

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