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Freitag, 8. Juli 2011

«Wertpapiere»

Über Diplome und Zeugnisse

Auf der Jagd nach Anerkennung, machen sich Diplome besonders gut. Ich habe sie bis vor kurzem gerne "gesammelt". Obwohl alles in meinem Leben in eine andere Richtung weist, denn mein Leben entwickelt sich alles andere als linear. Soeben habe ich, anfangs Dreissig, meine Erstausbildung abgeschlossen.

Inzwischen habe ich den Glauben an diese "Wertpapiere" verloren. Was sagt denn so ein Zeugnis aus? Doch nur, dass man lange genug einen Weg geradeaus gegangen ist. Ich weiss auch nicht, ob ich mir den Stress wirklich machen will, noch einmal nach einem solchen Papier zu jagen. Lernen will ich immer. Doch dazu bietet das Leben ja an sich genug Möglichkeiten.

Ich habe den Wert, den ich mir selber gebe. Wenn ich mir selber nichts wert bin, nützen mir auch Diplome und Zeugnisse nichts. Wenn ich mir selber wertvoll bin, dann ist so ein Stück Papier nur eine Begleiterscheinung, quasi ein Eintritsticket in gewisse Gebiete und Berufe, jedoch niemals ein Beweis meines Wertes als menschliches Wesen.

Jede Organisation der ich bisher beigetreten bin, geht mir über kurz oder lang auf die Nerven. Dazu gehören auch die diversen Eso-Kurse die ich besucht habe, einiges behalte ich, das meiste jedoch geht wieder über Bord! Ich reise mit leichtem Ballast. Entweder taugt mir etwas, oder es fliegt raus.

Mein Leben wird gerade um einiges leichter. Ich möchte nur mehr von diesen Konventionen abschütteln! Obwohl, ich finde es beruhigend, nun einen Zettel zu haben, ein offizielles Papier, auf dem steht, welchen Beruf ich gelernt habe und ausüben kann. Verrückt …

Kommentare:

  1. Liebe Anne,

    ich gratuliere dir zum Wertpapier! Es ist schon richtig, dass man so einen Beleg am Ende einer Ausbildung kriegt. Er wird auch im Lebenslauf vorkommen, aber deinen "wahren" Wert soll es ja auch gar nicht ausdrücken müssen ... passt schon,
    herzlich, Ingrid, die Spaziergängerin.

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