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Freitag, 7. Oktober 2022

Erste Erfahrungen mit der Selbstständigkeit --- und ein wieder erinnerter Traum

Das selbstständige Erwerbsleben hat gut gestartet. Es sind Aufträge da, und diese machen Spass. Ich lerne viel und die Lernkurven sind steil. Gerade atemlos von all den neuen Erfahrungen und dem Umstellen der Gewohnheiten. 

Der eigene Garten ist auf der Prioritätenliste nach hinten gerutscht, die Musse und Kraft sind woanders bereits 'verbucht'. So sah ich viele Äpfel im Rasen vermodern oder wir verschenkten sie, genau so wie die Zucchini, die Himbeeren waren sich selber überlassen und der Broccoli ging in Blüte. 

Es ist ein hartes Leben und ein Lernen, dass nicht alles Platz hat, was auf meiner Liste steht. Schon rein kräftemässig geht das nicht! Wie machen das andere? Ich kann das Kopfkino selten wirklich zur Ruhe bringen und wache nachts die letzten Tage regelmässig auf. Meine Existenzängste tauchen gerne Mitten in der Nacht auf... Doch diese habe ich so oder so in meinem Leben. Das ist der Clou.

Gerade sind wir mit den Versicherungen dran und da die richtigen Entscheidungen zu treffen, finde ich schwierig. Was brauche ich, was brauchen wir wirklich? Mich stresst das sehr. Ein Riesenkraftakt ist das. Und erst das Geld ... es fliesst einfach so durch. Da war ich recht naiv. Wir stehen erst am Anfang mit der Bekanntheit. 

Trotzdem, ich bin aufgebrochen, weil das Angestelltendasein mir nicht (mehr) taugte. Der Wille ist da, dann werden sich auch Wege zeigen! Ich weiss, dass ich mental gerade auf Sturm eingestellt bin und ich da loslassen kann. Es ist richtig so.

Mir ist ein Traum wieder eingefallen. Ich hatte die Wahl: ich stand auf einer Landstrasse. Nach links hätte ich durch eine gepflegte grüne Wiese nahe einer Niederstamm-Obstkultur (mit grünen Hagelschutznetzen!) zu einer Kapelle am Waldrand gehen können. Menschen in Festtagskleidern strebten in einer geordneten Gruppe der Kapelle zu. Alles schön, friedlich und geordnet. Doch dieser Bereich lag im Schatten des Hanges.

Rechts ging die kiesige Landstrasse weiter, mit Schlaglöchern und Regenpfützen darin. Die Sonne stand genau über einer kleinen etwas armselig wirkenden Ansiedlung, einem kleinen Bauernhof. Struppige und glückliche Kinder spielten auf einem schlammigen Hofplatz im Dreck. Hühner und Hunde waren auch da. Da wohnen Vagabunden, dachte ich. Menschen zu denen ich gehöre. Es wirkte friedlich, echt und etwas heruntergekommen -- aber voller Leben!

Mein Herz schlägt für den Abzweiger nach rechts ... Oh ja, das tut es.


Freitag, 1. Juli 2022

43?! was, jetzt schon ...

1. Juli 2022

Heute ist mein Geburtstag und nun bin ich 43 Jahre alt, wie ist das denn passiert?! Etwas verdattert ob der Höhe der Zahl... Es wird schon stimmen. Nun. Mein Leben stellt sich sowieso laufend um. Heute wird kein Krisentag, das spür ich. Sonst sind so Jahrestage aka Geburtstag manchmal kippelig.

Im Gartencenter des Baumarkts werde ich noch bis Ende Monat arbeiten. Ich habe soviel erlebt in diesen 1.5 Jahren ... Unglaubliche Kameradschaft und zwischenmenschliche Wertschätzung für mich als Wesen Anne. Ganz breit gefächerte Erlebnisse mit Kunden, Chefinnen, KollegInnen, die Arbeit mit den Pflanzen ... und persönlich bin ich sicher gereift und selbstbewusster geworden. 

Aber auch genervter und manchmal sehr frustriert. In so engen Schemen und Vorgaben kann ich nicht am besten Arbeiten. Da werde ich trotzig.

Im Team passte es. Doch in den oberen Etagen geschieht Fragwürdiges. Dazu kommt niedriger Lohn bei recht viel Arbeit .. keine fixen freien Tage, kein fixer Beschäftigungsgrad, da muss was anderes her. Ich hatte nach einer Festanstellung gefragt (Monatslohn), nächste Botschaft war (zeitgleich, zufällig), dass alle Stundenlöhner daheim bleiben dürfen bis der Umsatz wieder kommt. Schock! Da hab ich interveniert. Das Schweizer Arbeitsgesetzt wird freestyle angewendet. 

Wenn schon wenig Geld, dann mit mehr Selbstbestimmung. Ab August werde ich die Selbstständigkeit wagen. Das macht mir noch Bammel, doch ich will es ausprobieren. Meine Freundin meinte: wenig Geld kann man auch anders verdienen als im Baumarkt ;)

Einen grafischen Auftrag hab ich und Gartenaufträge hat meine Lebensgefährtin an Land gezogen. Es ist alles andere als "vernünftig" ... und doch, ja, das machen wir. Für ein Auskommen wirds reichen und sonst gibts, bei meinen Skills, auch einen Plan B. Von Garten über Gestaltung bis bis IT-Kundensupport liegt viel drin. Nun gehts aber darum was ich WILL. Und ich will ausprobieren... Spielen, spinnen, wagen! Selbstverantwortlich leben, meinen Weg weiter austesten und ausreizen... Ja, das will ich.

Happy Birthday, ... to me!


18. August 2022

Die neue Freiheit will gewagt werden und kostet Nerven, Lehrgeld, Auseinandersetzungen, Ehrlichkeit. Und doch, dies fühlt sich recht an. Eine Zwangspause hält uns gerade noch auf, beide sind wir gesundheitlich nicht recht auf dem Damm, aber es wird. Wahrscheinlich war dieses Atemschöpfen nötig.


Dienstag, 2. März 2021

Tag 148 (Doppelbuchung, zweiter Job)

Die letzten Tage stand ich ziemlich unter Strom. Nervös weil plötzlich noch ein zweiter Job in Aussicht stand und ich noch ein Gespräch am Telefon dazu vor mir hatte. Dieses hab ich nun erfolgreich hinter mir, und eine zweite Stelle neben dem Gartencenterjob! Wow. 50% Bürojob im Homeoffice und 40% Gartencenter. Somit bin ich ab diesem Monat doppelt gebucht und zu 90% ausgelastet. ... Das muss ich erst noch fassen. Beides organisatorisch und kräftemässig nebeneinander zu jonglieren, wird lustig. Aber ich finds spannend, dies mal 3 Monate auszuprobieren. ... Und ich freue mich sehr, bei aller Nervosität. Probezeit gibts ja bei beiden Stellen. Und ich bin hungrig nach mehr und ausgeruht.


Donnerstag, 25. Februar 2021

Tag 143 (Buy a ticket, if you wanna win the lottery)

Ja, um in der Lotterie mitzumachen und den Jackpot zu gewinnen, braucht es mindestens ein Ticket! Und ich hab gleich mehrere gekauft. Im übertragenen Sinne. Die letzten Monate war ich fleissig und hab genetztwerkt, mich auf einige Stellen beworben, mit mir selber gerungen, hab an mir gearbeitet, bin gewachsen und so viel mehr. 

Heute Nachmittag hab ich noch ein Job-Interview am Telefon, First-Level-Support für ein Portal. Da ich nur digitalen Kontakt zu den Kunden haben werde, kann ich mir das vorstellen. Zudem kann ich von Zuhause aus Arbeiten. Ein weiteres Plus. Arbeit bei einer Telefon-Hotline wäre gar nicht meins, das ist keine Stärke, aber schriftlichen Support, das kann ich und hab ich auch schon beruflich gemacht.

Es ist vieles entstanden in den letzten Monaten. Gute neue Kontakte, ich werde geschätzt. Auch eine eigene kleine persönliche Website mit Jimdo hab ich aufgebaut. Wen es interessiert, dem schick ich gerne eine Mail mit dem Link, wenn ihr mir eure Email-Adresse bei den Kommentaren angebt. Ich werd meine Blogger-Persönlichkeit nicht derart mit meinem Real-Life verknüpfen, dass ich hier den Link poste, weil ich das Drauflosschreiben hier einfach mag und brauche. 

So weit, mich in diesem Blog 1 zu 1 "nackich" zu machen, mit Adresse und allem ... mag ich nicht gehen. Genauso hab ich auch noch keinen Blog auf meiner Website eingerichtet. Meine Schreiberinnenpersönlichkeit ist manchmal verletzbar, auf jeden Fall sehr "ich". Vielleicht kommts noch ... Etwas widersprüchlich, mag das sein, aber so bin ich. Mit Bloggen hab ich 2003 angefangen ... und seither hab ich nie mehr ganz aufgehört. Es war immer eine Art Tagebuch und ist das es noch. Und dafür brauche ich es auch. Das mit der Aussen-Anne in Verbindung zu bringen, ist eine Brücke, die erst als Idee da ist .. das wächst noch!

Achja, und das mit den Tickets: abwarten und Tee trinken wenn man einige Tickets für sich laufen hat, ist wichtig ... sonst wirds nur Stress und ungesund. Das war an eine Notiz an mich selbst .. ;)

Dienstag, 16. Februar 2021

Tag 134 (Vom Jubel, Durchhängen und Erholen)

Seit Samstag weiss ich, dass ich eine Stelle habe. Ist zwar auf 3 Monate befristet und 40% Pensum, aber ich konnte bereits Probearbeiten und es passte. Es ist eine Arbeit als saisonale Aushilfe in der Gartenabteilung in einem Baumarkt hier in der Region. Mit einem sehr sympathischen Team. Ich freu mich auf den Start dort im März!

Jetzt merk ich gerade, wie ich durchhänge nach dem Durchpowern in den der letzten Tagen. Substanz wieder aufbauen! Und mal wieder mehr meine introvertierte Seite zum Zug kommen lassen ...

Donnerstag, 14. Januar 2021

Tag 100 (Sowohl als auch; Kompromisse eingehen)

Am hundertste Tag meiner beruflichen Neuorientierung fand das Erstgespräch mit der Regionalen Arbeitsvermittlung statt, aus Corona-Gründen halt nur telefonisch. Ich hab mich dazu entschieden, den Weg mit Unterstützung zu gehen. Die Struktur fehlt mir momentan und die Finanzen sind bald aufgebraucht. Das hiess erstmal, 2 Stunden Unterlagen zusammenstellen und einscannen. Solche offiziellen Sachen stressen mich immer recht, das kenn ich. Doch ich hab alles korrekt zusammengestellt und es fühlt sich richtig an. Ich bin trotz allem auf _meinem_ Weg, das spüre ich. 

Am Dienstag hatte ich ein erstes Vorstellungsgespräch für eine Praktikumsstelle als Kunsttherapeutin. Schon während des Gesprächs erhielt ich die Zusage und gab auch die meine. Es wäre einmal die Woche, ein Tagestreff für Menschen mit Demenz, geleitet von einer Kunsttherapeutin. Die aktuelle Corona-Lage bedeutet wahrscheinlich, dass die Treffen vorerst nicht stattfinden. Naja .. es war ein positiver Auftakt und eine erste Chance, mich vorzustellen!

Es geht voran und ich bewerbe mich auf alles, was ich mir für mich vorstellen kann ... 

Samstag, 21. September 2019

Urlaubsauftakt

Nun habe ich eine Woche Urlaub. Da sieht das Leben gleich etwas anders aus. Ich sitze im Zug nach Zürich und höre Musik. 'Life's good' von Flogging Molly läuft. Ich mag die Facetten in diesem Lied.

Dass das Leben mit ein paar mentalen Handicaps einfach anders aussieht wurde mir wieder recht bewusst. Letzte Woche hatte ich eine Krise. Weil ich mich bei der Arbeit unter Druck gesetzt und manipuliert fühlte. Das hat ein paar Sicherungen durchbrennen lassen. Panik. Eine schlaflose Nacht danach und einen halben Tag Zuhause, bis ich mich wieder gesammelt hatte.

Ja, da gibt es ein paar kritische Punkte und Auslöser, auf die reagiere ich. Aber ich will mich nicht darauf reduzieren lassen. Auch von mir selber nicht. Das ist der Unterschied. Ich bleibe bei meinen Stärken. So lange und so gut es geht.

Ich sehe mich selber als stark. Und ich verbringe meine Zeit nicht mehr damit, stundenlang in die Schatten zu starren. Und so komme ich schneller zurück nach diesen Tauchern.

Und nun ist Urlaubszeit ...

Samstag, 27. Juli 2019

Berufsleben

7 Jahre, 3 Monate.

Ich spiele nicht in einer andren Liga. Es ist eine andere Sportart. Mich jeden Tag meinen Ängsten zu stellen ist meine Herausforderung. Den bewertenden Gedanken in meinem Kopf weniger Gewicht zu geben, ich stelle mich dieser Aufgabe. Die tauchen auch Abends und am Wochenende auf. Und manchmal versinke ich bis über beide Ohren darin.

Es gibt in meinem Leben eigentlich keinen Tag komplett ohne Angst oder irgendeine Besorgnis. Wie ich damit umgehe, ändert sich langsam. Meine Geschichte kann ich nicht ändern. Aber den Umgang mit mir selber. Es braucht viel Zeit und Geduld.

Ich weiss, dass manche denken, ich mach es mir zu einfach oder ich könnte mich mehr einsetzen. Ja. Ich hab den Perfektionismus abgelegt. Weil ich es musste. Von meinen inneren Prozessen haben diese Menschen keine Ahnung. An manchen Tagen ist es eine Leistung für mich, nicht schreiend oder heulend aus dem Büro zu laufen. That's it. Das ist meine ganz eigene Leistungsshow.

Und während andere neben der Arbeit noch ein Studium absolvieren, mach ich eben meine Selbstwert-Arbeiten und halte mich möglichst emotional stabil. Mache meine eigenen Hausaufgaben. Suche Therapeuten auf, die mir weiterhelfen. Gehe Schwimmen, oder tue anderes, was mir gut tut. Momentan kostet es mich immer noch viel Kraft, das Arbeitsleben. Und da bin ich unterwegs. Es ist schon viel besser geworden. Die Herausforderung wurden aber auch grösser!

Da es mehr Luft gibt, wird auch Weiterbildung wieder möglich. Im August werde ich zwei Kurse machen die mir beruflich was bringen.

Eine Zusatzausbildung wäre schön, aber ich sehe momentan davon ab. Die mentale Kraft und die Kondition fehlen mir, das durchzustehen.

Mit dem fernen Mann bin ich weiter gekommen bei meiner mentalen Einstellung. Am Anfang hab ich seine Sprüche gehasst. Go with the flow. Don't beat yourself up. Be nice to yourself. Und so weiter. Erst nach und nach hab ich verstanden und es das annehmen lernen. Und er hat mir auch davon erzählt, wie gut er es selber kennt, das Leben mit der Angst.

Es hilft mir immens, dass er in einem ähnlichen Feld gearbeitet hat wie ich und daher die Strukturen versteht.

Ich will handeln statt nur zu Träumen.

Statt den grossen Traum zu leben, den ich nicht habe, will ich einen praktikablen Weg finden, meine finanzielle Existenz zu sichern und dabei das Leben zu geniessen. Kleine Träume leben. Erreichbare Ziele setzen. Das ist mein Weg.

Samstag, 18. Mai 2019

Wochend-Aufräumarbeiten

Zwischendurch hab ich wirklich den Eindruck, reif für die Klinik oder mehr Therapie zu sein. Durch die Woche schleppe ich mich mit 'Augen zu und durch' aka 'Arbeiten'. Sobald der Druck von der Arbeitswoche weg ist, gehts mir schlechter.

Ich erlebe Krisen, in einer Art, wie ich sie nie hatte. Alles wechselt sich rapide ab. Ein heftiges Auf und Ab im Fünfminutentakt. Zwischen Glück und Elend hin und her. Ich spüre Stärke und ich spüre Schwäche, beides deutlichst, innere Aufruhr, fühle mich Abgekämpft. Beängstigendes mentales Kasperletheater aus Ängsten und Selbstabwertung. Heute hat mir erst die Einnahme von Bachblüten wieder mehr Halt gegeben. Diese nützen mir. Habs zu lang vergessen gehabt, sie zu nehmen.

Heute hatte ich einige Klarheitsmomente, was genau mich so stresst. Plötzlich hatte ich es! Da gab es einen Vorfall bei der Arbeit diese Woche, der mich sehr empört hat. Jemand war recht dreist, von dem ich es nicht erwartet hab. Das war Druck aus einer Ecke, aus der ich ihn nicht erwartet habe. Es war nur ein Detail, aber mir wurde mein Handlangerstatus (und der meines Teams) schön vor Augen geführt.

Dieses Regierenmüssen auf Kundenwünsche setzt mir zu. Alle unsere Kunden sind kleine Könige -- und manche nutzen das (aus).

Die Empörung hab ich runtergewürgt. Die Arbeit musste ich nicht machen, es hat sich herausgestellt, dass die Kundin eigentlich wusste, dass es ihr Job ist. Wir das gar nicht machen können. Aber sie wurde von ihrer Chefin angestiftet, das Ganze uns unterzuschieben. Nett. Wo bei uns grade alles überläuft.

Bei mir kommt gerade viel alter Scheiss hoch. Und Momente wie dieser lösen es aus. Ich drücke es weg. Aber es ploppt eben wieder hoch.

Zuvorkommend wie ich bin, will ich alles recht machen. Doch wenn alle gleichzeitig Plärren und 'Hier, ich zuerst' Schreien, dann ist bei mir Land unter. Das kann niemand leisten.

Über die Jahre habe ich mir angewöhnt, den Stress wegzudrücken und halt zu machen was geht. Die Auslöser bleiben natürlich. Und das Reagieren darauf auch.

Nicht bei allem gelingt mir, es ordentlich aufzufangen, die Nerven sind schon lange angespannt. Und nun ... ist es eine echte Zitterpartie geworden.

Die Mechanismen werden mir klarer. 'Verstanden' ist halt nicht gleich 'Umgesetzt'. Es braucht Geduld und viel Selbstliebe. Ich setz mich auf meine Art durch. Aufgeben und ins Schneckenhaus zurück, will ich nicht mehr. Es gibt auf dieser Welt auch Platz für mich. Weil ich es wert bin. Einfach weil es mich gibt. Ich bin da. Und ich bleibe da.

Sonntag, 25. Februar 2018

Ent-Wicklung und eine Zeit der Grenzerfahrung

Die letzten Monate waren eine der Zeit der Grenzerfahrungen. Ich wurde bei der Arbeit so sehr gefordert, dass ich mich wirklich mit mir selber auseinandersetzen musste. Als wäre ich nonstop auf dem Prüfstand. Meine eigene Ernsthaftigkeit und Besorgtheit wurde mir voll bewusst. Ich musste sicheres Gebiet verlassen auf dem ich mich eingearbeitet hatte und mich auf ungewohntem Terrain behaupten und beweisen, zB darin, andere Menschen führen. Da fühlte ich mich so unwohl und da kam die Angst, dass ich wieder zu dominant auftrete, was mir schnell passiert, wenn ich meine eigene Unsicherheit nicht aushalte. Die Feedbacks waren jedoch durchwegs positiv. Mir sind meine Schwächen im Sozialverhalten durchaus bewusst und ich bleibe da dran.

Arbeit und Baustellen gibt es immer noch genug. Komfortzonen haben sich in meinem Leben sowieso selten nach Komfort angefühlt; eher nach "hier halte ich es einigermassen aus". Das "aber dir gehts doch jetzt gut?" und "das ist doch jetzt gar nicht so schwierig?" -- solche Aussagen von Mitmenschen haben mich immer irritiert. -- > Was weisst du denn, wie es IN mir aussieht? Was es mich kostet, jetzt nicht wegzulaufen!

Das innere Getriebensein war stets deutlich stärker als das kurzfristige Moment des Wohlbefindens. Doch ich will nun endlich ankommen in diesem meinem Leben!

So waren diese letzten Monate auch eine Chance, meinen Handlungsspielraum zu erweitern und mich selber auf andere Weise zu erfahren. Ich hätte mich sicher selber nie einem solchen Stress ausgesetzt. Doch aufgeben wollte ich an diesem Punkt auch nicht mehr. Wenn Entscheidungen getroffen werden müssen, ist irgendwann schluss mit Selbstzweifeln und Zögerlichkeit. Jetzt kann ich das rückblickend anerkennen, vorher empfand ich es einfach oft als Alptraum.

Geholfen hat mir mehr Bewegung und Sport. Viele Spaziergänge in der Mittagspause und an den Wochenenden. Das Training vom Montag und neu das Schwimmen am Freitag. Den angestauten Stress durch Bewegung abzubauen, funktioniert bei mir!

Geholfen hat mir auch der Mann an meiner Seite, mit offenen Ohren und Armen. Ein Mensch der seit 14 Jahren an mich glaubt, mit dem ich gemeinsam wachsen konnte.

Wenn ich nun in einen Spiegel schaue, sehe ich wirklich mich selbst, denn das Bild ist klar und deutlich. Ich fühle mich, sehe mich mit allen meinen Facetten. Es sind viele verschiedene Facetten. Manches lässt sich kaum gemeinsam in einem Menschen unterbringen und so ist immer eine Spannung da. Ich habe keine Angst mehr vor dem, was da ist. Es fühlt sich wahr an. Ich konnte mich weiter entwickeln, bin aber auch deutlich über meine Schattenseiten gestolpert. Es geht nun eindeutig nicht mehr zurück ins Schneckenhaus, weil ich da nicht mehr hineinpasse. Eine Ent-Wicklung raus aus alten Verstrickungen und aus dem gewohnten Verwirrtsein.

Ich gehe aufrecht.

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Arbeit und die Grenzen

Es ist nicht so einfach, jemandem ruhig dabei zuzusehen, wie er sich bei der Arbeit ins kräftemässige Abseits manövriert. Wenn es menschlich passt und stimmt, kann ich was dazu sagen, ansonsten muss ich es zukünftig besser an mir abperlen lassen. Das Leben des anderen ist dessen Leben.

Ich kenn den Sog selber, wenn man meint, man müsse immer weiter gehen. Weiter als die Kräfte reichen und auch weiter als es die eigene Konstitution im Grunde zulässt.* Weil die Arbeit da ist, weil ein Projekt abzuarbeiten ist, weil man die Kollegen nicht hängen lassen will oder aus Ehrgeiz etwas zu schaffen/zu beweisen oder warum auch immer ...

In den verschiedenen Arbeits-Reha-Programmen, die ich als Teilnehmerin besucht habe, konnte ich auch sehen, wie das Leben eines Menschen nach einem körperlichen oder psychischen Total-Zusammenbruch aussehen kann. Menschen die nie mehr voll oder höherprozentig einsatzfähig werden, weil sie sich aufgerieben haben und dadurch gesundheitliche Schäden zurückgeblieben sind. Das hat mich geschockt. Auch die Geschichten dahinter. In die harten Drogen abgerutscht, weil der Leistungsstress anders nicht mehr zu ertragen war, das ist nur ein Beispiel.

Das hat sicher auch mit der persönlichen Geschichte/Verantwortung eines Menschen zu tun, ist jedoch auch ein gesellschaftliches Phänomen: Leistung um (fast) jeden Preis. Meine Meinung: Keine normale Arbeit ist ein Menschenleben oder die eigene Gesundheit wert. Es gibt immer Spitzenzeiten an Auslastung. Aber auf Dauer ist das, was krank macht eben einfach nur eines: krank.

Ein extremer Zusammenbruch ist mir in diesem Ausmass noch nie passiert, kleinere Episoden davon aber schon. Und es braucht seine Zeit, bis man das dann wieder überwunden hat. Ich will es zukünftig nicht mehr passieren lassen und und ich nehme auch die Erlebnisse anderer Menschen für mich als Mahnung.

Es gibt Grenzen und ich spüre sie genau. Das ist vielleicht das, was ich anderen voraushabe: Meine genaue Wahrnehmung für mich selbst. Diese wurde mir aber immer aberkannt und als "übertrieben" dargestellt. Irgendwie hatte und habe ich trotzdem diesen gesunden Egoismus in mir, und den Willen, mich nicht unterkriegen zu lassen. Meine Instinkte sind sicher und zuverlässig. Mein Körper meldet sich sehr genau und deutlich. Ich habe inwischen, dank meiner Stressmedizinerin, sogar medizinische "Beweise" dafür.

Und was das Leben der anderen Menschen anbelangt, ist das einfach ein anderes Paar Schuhe. Jedenfalls nicht meines. Ich will weder rechthaberisch noch übergriffig noch überbesorgt gegenüber anderen sein, bin es aber hin und wieder, daher werde ich auch mir selber gegenüber kritisch bleiben, was das "Einmischen" anbelangt.


*Die eigene Konstitution besser verstehen und anerkennen zu lernen, das ist ein Thema über das ich noch gesondert schreiben will.


Samstag, 24. Juni 2017

Angst-Demenz (Flashback) -- Teil 2

Es ist wieder passiert
An dem Tag, an dem ich über die Hitze im Büro schrieb, ist es mal wieder passiert. Durch die furchtbare Hitze im Raum und ein System/eine Software/das Content Management System, das/die ich bei der Arbeit nicht verstanden habe. Da war nur noch Mattscheibe, aber komplett.

Mein Hirn war einfach leeeeer. Niemand da.

Auch wenn der Mensch, der neben mir sass, mir geduldig -- und immer wieder -- half. Und sagte, jetzt musst du da und da klicken -- ich sah es einfach nicht (mehr). Das Nebeneinandersitzen hat es nicht verbessert. Da fühle ich mich sowieso schnell gestresst. Auch das Sehen ging nicht mehr wirklich: Ich klickte mich durch wie ein wildgewordenes Huhn. Mir verschwomm es vor den Augen. Danke, Hirn!

Was sonst nicht meine Art ist; wie wild rumzuklicken. An diesem Tag fühlte ich mich wie der legendäre DAU, der "dümmste anzunehmende User". Und für den ist dieses CMS auf jeden Fall schon mal nicht gemacht ;)

Vor Scham lieber sterben ...
Der Erklärer gab sich alle Mühe, aber der Groschen wollte bei mir einfach nicht fallen. Es war mir so peinlich. Ich wurde hektisch und ich nervte ihn. Was mir klar war. Irgendwann wurde er immer wortkarger. Habe dann noch alleine weitergearbeitet. Das Resultat sehe ich nächste Woche.

Auch wenn jemand Geduldiges mir hilft, verstehe ich nicht immer alles. Wenn ich mal dermassen feststecke, braucht es oft mehrere Anläufe und Pausen (manchmal Tage) dazwischen, damit ich mich wieder beruhigen kann. Vielleicht wird jetzt auch klar, warum der Stresstest für mich so wichtig war.

In diesem Fall war auch die Software des CMS mein zusätzliches Problem (zur Hitze, dem Neulernen und dem Nebeneinandersitzen), da die Nutzerführung alles andere als intuitiv zu verstehen ist. Alle Oberflächen sahen anders aus, sind anders strukturiert und ich wusste nie, in welchem Hierarchiebereich der Website ich nun bin.

Und dann ...
Schlussenlich habe ich mir viiiel Zeit genommen, die ganzen Prozesse durchzuspielen, um sie besser zu verstehen. Zeit die ich eigentlich nicht hatte, da sich nebendran die Arbeit stapelte. Doch beim Erklärer war es ja genauso. Er hat sich für mich extra Zeit genommen, mir zu helfen, obwohl er die selber auch nicht hatte. Und dann verstehe ich es nicht mal ....

Ich hatte ja bereits eine Schulung zu dem Ding. Aber ich verstand an dem Morgen nur Bahnhof, machte komplett zu. Da die Abteilung, die das veranstaltet hat, permanent überlastet ist, und die Leute dadurch oft gestresst, hab ich es dann auch aus Angst wieder schleifen lassen, mich weiter damit zu beschäftigen. Bis ich das System dann doch wieder gebraucht hab ... seufz

Was hilft?
Mich immer wieder dahinterzuklemmen. Pausen zu machen. Den Mut und den Selbstwert zu behalten. Ignorieren, was mein Hirn dazu laufend an Bewertungen produziert ("der denkt jetzt sicher du bist blöd", "du versagst ja schon wieder" etc. pp.). Mich selber in meiner Not ernst zu nehmen. Zu wissen, dass auch andere, die nicht viel damit arbeiten, mit diesem System rechte Mühe haben. Die Gewichtung aus der Situation rausnehmen (ich nutze das Programm sehr selten und punktuell), werde also nicht von nun an täglich gestresst sein ;)

Wie weiter ...
Ob das was ich produziert habe, nun läuft, weiss ich noch nicht. Das werde ich nächste Woche sehen. Aber ich habe jetzt erste Ansätze begriffen -- und kann nun auch endlich das Manual nutzen, das ich am Tag der Schulung bekommen hatte. Nicht mal das half mir nämlich.

Sonst gilt bei Systemen/Geräten in der IT ja (zu Recht) stets die goldene Regel, bevor es ans Beantworten von Userfragen geht:

RTFM! Read the fucking manual! ^_^



(Fortsetzung folgt)

Angst-Demenz (Flashback) -- Teil 1

.. wahrscheinlich heisst das anders. Mir geht es darum, zu schildern, wie drastisch ich es empfinde. Ich meine damit die Denkblockaden, die sich bei mir einstellen, wenn ich unter Druck komme.

Demenz nenne ich es deshalb, weil ich plötzich auch einfache Dinge nicht mehr kann oder weiss, die mal gut gingen, die sonst selbstverständlich sind. Oder ich es einfach nicht schaffe, neues Wissen aufzunehmen. Was andere oft nicht nachvollziehen können. Dann kommt etwas ein "aber das ist doch nicht so schwierig!". Dadurch wird alles nur noch schlimmer. Ich fühle mich dumm und behindert dadurch. Da ist nur noch ein weisses Rauschen in meinem Kopf. Kein Anschluss unter dieser Nummer!

Natürlich kommt das Denkvermögen bei mir nach und nach wieder zurück, das schon. Aber es kann auch sein, dass ich eine Sache oder Aufgabe aufgebe, weil es mich zu sehr stresst.

- - -

Es gibt Momente, da stehe ich neben mir.  Früher war das ein gewohnter Zustand, sobald es um Ausbildung oder Arbeitsleben ging. Mit kurzen und längeren Zeiträumen, in denen es leichter war, weil ich etwas tun konnte, in dem ich gut war oder mich sonst sicher fühlte. Die Blockaden können aber auch auftreten bei Dingen, die ich gerne mache, zum Beispiel bei Leistungsdruck, Abgabeterminen etc. Ich erkenne es heute als eine vorwiegend soziale Angst.

Heute ist es meistens leichter, auch im Alltag, also hat sich das Verhältnis umgekehrt. Innere Ruhe ist meistens da -- und die Blockaden nur noch gelegentlich. Ich habe mich, auch Dank der Psychotherapie, nach und nach "umprogrammiert". Das hat Jahre gebraucht, soweit zu kommen, dass ich unter anderen Menschen in der Arbeitswelt in einem Büroalltag nicht komplett dauergestresst bin.

Zudem lerne ich einfach anders als andere. Eher optisch und assoziativ: Wenn in einem Lehrbuch jede Seite gleich aussieht, prägt sich mir nichts ein. Wenn ich Tabellen oder Grammatik auswendig lernen muss, fällt mir das wieder "aus dem Speicher". Ausser ich kann etwas damit assoziieren oder es hat zB zusätzlich Bildergeschichten/Fotos auf den Seiten. Dafür kann ich mir alle möglichen Verbindungen, unnützes Wissen und viele Wörter fremder Sprachen merken. Alles was ich ohne Druck lerne und in entspannter Umgebung, geht oft spielerisch leicht und bleibt mir im Kopf. Ich kann Wissen im Grunde schnell aufnehmen und auch in Verbindung setzen. Nur eben ...

- - -

Ich habe Jahre mit diesen Angstzuständen und sozialen Ängsten verbracht. Mir fehlen im Vergleich zu anderen Berufsleuten, circa 10 Jahre Berufserfahrung einfach dadurch, dass ich psychisch erkrankt war. Von 17 bis 27 Jahren hab ich mich arbeits- und ausbildungstechnisch irgendwie durchgehangelt und vor allem diese Angst, diese Blockaden, zu vermeiden versucht. Zwischendrin dann wieder (Erschöpfungs)Depression. Unaushaltbar schien mir vor allem die Angst.

Therapie hatte ich genug. Heute denke ich, da hätte man therapeutisch anders damit umgehen können/müssen. Aber es ist eben so gelaufen, wie es lief.

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(Fortsetzung folgt)

Dienstag, 9. Mai 2017

Von Mut und unbekannten Zielen

Mut beruht vor allem auf dem Willen, ihn zu haben.

Ellen Key, schwedische Reformpädagogin und Schriftstellerin
(1849 bis 1926)

Das sagt ein Spruch auf meinem Kalender gerade. Ich fühle mich resigniert, willenlos müdegekämpft und frustriert. Als würde mein Leben seit einiger Zeit nur noch in Schwarzweiss stattfinden. Ich habe Mühe, echte Lebensfreude zu empfinden. Wandernde Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich seit einigen Tagen. Mit der Selbstliebe ist es gerade nicht weiter her.

Wenn ich mich genau sortiere, dann erkenne ich einiges. Ich mag nicht mehr kämpfen. Und da muss ich mich halt auch fragen: Warum kämpfe ich überhaupt – und gegen wen oder was? Und wann, verdammt nochmal, ist mein Leben dermassen lustlos geworden?

Mir wird bewusst, dass ich vieles in meinem Leben bisher aus einer reinen Pflichterfüllung heraus erledigt habe. Roboterhaft. Oder ich habe meine hochfliegenden Träume ohne Basis und gleich auf Flughöhe leben wollen, wo ich, so als Mensch, gar nicht hingehöre -- und bin gescheitert. Und so habe ich es irgendwann sein lassen, nach eigenen Wegen zu forschen, zu erkunden, was für mich stimmt im Leben. Wie es für mich besser passen könnte.

Ich habe einfach irgendein Puzzlestück genommen und solange gemurkst, bis es scheinbar gepasst hat. War ja kein besseres da. Nun merke ich, dass es kein Ganzes ergibt, dass ich mir nicht mehr länger ein X für ein O vormachen kann. Kein Selbstbeschiss mehr möglich. Es ist mir nun klar, dass ich anderswo nach dem passenden Stück suchen muss.

Entweder war da bisher einfach zu viel Angst, zu viel Misstrauen meinen eigenen Wünschen gegenüber (nach den Misserfolgen) oder ich habe zu viel Kraft bei Ungeliebtem verloren unterwegs.

Auf jeden Fall war da in den letzten Monaten nicht genug Lebenskraft spürbar für mich, um den Kopf wirklich oben – und den Horizont offen zu halten.

Nun merke ich, dass ich den Kurs anders setzen WILL. Dass die Zeit reif wird.

Wenn ich MEIN Leben leben will, dann muss ich auch selber ans Steuer, das kann ich an niemand anderen abgeben! Und ich WILL es nun auch, denn es fühlt sich gut an. Meine Stärke kommt zurück, wenn ich mir innerlich den Kurswechsel zugestehe! Das stimmt für mich.

Dass ich über das WIE noch nicht Bescheid weiss, stresst mich endlich nicht mehr ..

P.S. . . . Das WIE klärt sich langsam:

Heute habe ich einer befreundeten Heilerin angerufen um einen Termin abzumachen. Den spirituellen und energetischen Bereich will ich nun unbedingt mit dabei haben.Der seltsame Schmerz ist in den linken Schulter- und Armbereich gewandert -- und ich will mich mit ihr besprechen und mich auch von ihr behandeln lassen. Sie ist eine starke und geerdete Persönlichkeit, hat eine sehr gute medizinische Grundausbildung und ist auch im spirituellen/energetischen Bereich erfahren und bewandert.

Ich merke, dass ich an einer wichtigen Schwelle stehe -- und Begleitung mir jetzt nur helfen kann, wenn sie genau für mich passt.


Mittwoch, 5. April 2017

Was für ein Tag

... Ein von Anfang bis Ende vermurkster Arbeitstag. Ich murkste, andere waren auch irgendwie vermurkst drauf und die Technikgötter waren mir auch nicht wohl gesinnt. Irgendwie hab ich schon morgens gespürt, dass "im Bett bleiben" eine gute Option gewesen wäre. Aber so bin ich ja nicht (mehr). Der morgige Tag kann nur besser werden. Abschütteln und weitergehen...

P.S. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr merke ich, was ich selber ändern kann. An Murkstagen zeigen sich manchmal Muster. In der letzten Zeit bin ich meinen Aufgaben nur hinterhergehetzt. Selten war Zeit um die künstlichen von den echten Prioritäten zu sortieren. Ich hab mich ins Bockshorn jagen lassen. Dadurch ist was liegen geblieben, was ich eher hätte angehen sollen. Ich merke auch, das solche Momente der Klärung dienen können und nicht einfach nur die "totale" Katastrophe sind. Wenn ich den Kopf an solchen Tagen nicht in den Sand stecke, habe ich auch Perspektiven. Diese schnelle Resignation will ich überwinden lernen und die Blockaden nach und nach auflösen. Das macht mir Mut. Weil ich mögliche Wege finde, das zu verbessern.

Mit dem Kopf im Sand ists einfach nur perspektivelos duster, staubig und Atmen ist dadurch auch schwierig ^_^

Mittwoch, 29. März 2017

Die Schönheit der Monotonie


Angesichts gewisser Monotonien in meinem Alltag packte mich früher die schiere Verzweiflung. Heute erfreue ich mich an der Ästhethik der Serie, am steten Rhythmus, am technischen Ablauf einer Sache. Nichts fürs Herz, aber etwas fürs Hirn. Meine Arbeit -- mal anders gesehen.

Mittwoch, 1. März 2017

Reagierenmüssen macht müde

Eine heftige Zeit. Heute Abend fühle ich mich irgendwie getrost/getröstet. Ich war einfach froh, als ich nach Hause kam und die Türe hinter mir schliessen konnte. Ruhe kehrte ein, als ich endlich für mich war. Ahhhh ...

Das ständige Reagierenmüssen bei der Arbeit hat mich mürbe gemacht in letzter Zeit. Viele Dinge die abgeklärt werden müssen, bevor ich mit den jeweiligen Arbeiten überhaupt beginnen kann. Unvollständige Aufträge bei denen man nachhaken muss, nicht durchdachte oder fehlerhafte Manuskripte, Kundenwünsche die nicht zu erfüllen sind.

Ich weiss, dass es vielerorts so läuft. Manchmal ist es ein Trost -- aber eher meistens finde ich es erschreckend, dass es so ist. Alles soll gleichzeitig möglich sein. Am besten schon gestern fertig sein. Und dennoch wird viel zu oft ohne klares Konzept vorgegangen. So viel Leerlauf allüberall und unnütze Schlenker, eine Mailflut ohne Sinn und Verstand, es wird Schindluder getrieben mit den Ressourcen, mit Menschen und Material. Wahnsinn.

Wenn das wirklich die sogenannte Leistungsgesellschaft ist, dann frage ich mich, warum soviel Zeit und so viele Ressourcen verschleudert werden können?

Wo ist denn da bitte die Leistung?!

Meine Substanz ist gerade aufgebraucht und ich hangle mich vorwärts von Tag zu Tag. Ich tue was getan werden muss und ich tue es automatisch, für anderes, oder mehr, habe ich keine Kraft. Ich weiss, dass es wieder besser wird. Gerade mag ich gar nicht vorausdenken oder mir über neue Lösungen gedanken machen -- sondern erstmal nur Ausruhen.

Wie heisst es in diesem Sprichwort?  
Wenn du in Eile bist, gehe langsam. 

Mittwoch, 22. Februar 2017

Heute Nachmittag und Arbeit generell

Der Arbeitsnachmittag endete für mich mit Migräne um 15 Uhr. Da beschloss ich, dass es jetzt genug ist, fuhr nach Hause, nahm eine Tablette und legte mich ins Bett.

Nun bin ich wieder unter den Lebenden. Ruhe ist eingekehrt. Das Gespräch ist morgen. Mal schauen, wieviel Offenheit mir die Sache wert ist und inwieweit ich mich ansonsten zum Selbstschutz bedeckt halte.

Das Herz trage ich schon lang ich mehr auf der Zunge. Es tut mir leid, dass das Arbeitsleben einen in gewisser Weise abstumpft. Mit den Schultern zucken, "nicht mein Bier" denken, weitermachen. Kann ich inzwischen. Wenn ich auch denn Eindruck habe, dass das im Grunde nicht meine echte Haltung wäre.

Inzwischen lautet es bei mir in erster Linie "Alltag nicht so ernst nehmen", "nicht unterkriegen lassen" und "nicht zuviel nachdenken" über Sinn oder Unsinn meiner Beschäftigung. In erster Linie: Möglichst geschmeidig durchkommen, so dass ich mich und meinen Alltag selber managen kann.

Verselbständigtes Nervenkostüm

Nach nur 2 Stunden Nachtschlaf, von 8 eigentlich verfügbaren, fühle ich mich nicht besonders wohl. Strom in allen Kanälen. Die Nerven sind gerade sehr ausser Kontrolle geraten, haben sich selbständig gemacht, da mich auf der Arbeit etwas sehr beschäftigt. Scheinbar so sehr beschäftigt, dass ich innerlich gar nicht mehr Abschalten kann. Ich muss aus der Deckung kommen und einige Wahrheiten aussprechen, deutlich werden und das ist mir unangenehm. Anders sehe ich keine Besserung der Situation. Wie ich das anstelle, das entscheide ich heute.

Freitag, 3. Februar 2017

Aus dem Leben einer Pixelschubserin

@work ...

Ich weiss nicht recht ob man den obersten Screenshot gut lesen kann: D.h. für Dich, einfach mal was Kreieren, was wahrsch. so oder so wieder geändert wird.
Diese Mail bekam ich auf eine Nachfrage bezüglich gewünschter Gestaltung ... Man wusste es eben noch nicht genau, was man wollte. Und die Auftraggeberin sass in diesem Fall auch nicht am Entscheidungshebel ...

Selbstironische und dankbare Kunden sind auf jeden Fall das i-Tüpfelchen im Leben einer Pixelschubserin und bringen diese zum Lächeln ^_^ ...