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Freitag, 21. Mai 2021

Die andere Seite der Angst

Es gibt Momente, in denen ich mich wie taub fühle, vor allem im Herzen, und zur gleichen Zeit rattert es innerlich. Wenn die Denkverbote sich zu Kanälen verengen und die Gedanken so immer schneller unterwegs sind, der Kopf rast und der Wahnsinn sich breit macht. Einen Schritt zurückzutreten, zu Tanzen, zu Schreiben, zu Schreien, zu Reden... oder im Garten zu wühlen. Manchmal geht das, manchmal klappt es eben nicht. Und ich bin jeweils froh, wenn diese verengten Momente vorbei sind.

Mir ist aufgefallen, welche Qualität(en) bei mir hinter der Angst zu finden sind: eine immense Power. In den engen Gedankengängen nimmt die Energie dann Fahrt auf wie ein Wildbach nach dem Regen. Unwiderstehlich reisst sie mich mit.  Gehemmte Lebenskraft die sich wieder freibricht!

Zuzulassen, dass mich diese Überflutung mit sich mitnimmt, ist bereits heilsam ... Das zu Enge muss wieder ins Fliessen kommen. Die Gedankengebäude die nicht zu halten sind, stürzen ein. Falsche Sicherheiten werden sichtbar. 

Die Scham wenn mich eine Gedankenblockade oder eine Panikattacke in Gegenwart anderer einholt, ist gross. Demütigt mich. Vielleicht gehts gerade darum: demütig sein. Mich als Mensch zeigen. Überlegensein aufgeben. Ins Sein kommen statt im Denken zu bleiben. Emotionen kommen und gehen lassen.

Werde es weiter erforschen ...

Freitag, 6. April 2018

Spiel des Lebens

Lektionen

Eine nach der anderen. Aber ich bin eine gelehrige Schülerin ... und das Lernen macht mir nun sogar Freude. Je stärker ich die innere Stimme wahrnehme. Die Lektionen kommen subtiler daher und mit weniger Wucht. Ich entdecke die Freude am Spielen damit. Ja, ich erfreue mich tatsächlich daran. An den guten Tagen. An den schlechten finde ich eh, dass Hopfen und Malz schon lange verloren sind .. und das Leben eine falsche Bitch ist. *trockenes Lachen* ;)

Ich versuche, mich nicht mehr selber zu bescheissen und achte auf die Resonanzen in meiner Umgebung. Ich lerne, klare Grenzen zu setzen. Bei manchen Menschen hilft nur ein Schuss vor den Bug. Ich lasse mich nicht mehr als Projektionsfläche benutzen und versuche, die Menschen in meiner Umgebung vor meinen Projektionen zu bewahren. Egal ob es sich um Ängste oder Wünsche oder Wut handelt. Raus aus den Spielen und Spielchen!

Tarot
7 der Kelche: Pflücke einen Traum, lasse dich nicht von Illusionen blenden und aufhalten.

PS: Manchmal reicht es, meine Grenzen aufzuzeigen, um Hass und einen Schwall Emotionen auf mich zu ziehen. Etwas was ich nicht will, ist jemanden zu verletzen. Diese Zeiten sind wirklich vorbei als ich das brauchte.

Und doch passiert es. Durchs Aussprechen von gefühlten Wahrheiten und dem Ziehen von Grenzen verletze ich. Ich falle nicht mehr ins Bodenlose wenn ich es bemerke, aber kalt wird mir. Das Gefühl jemanden verletzt zu haben, das finde ich Scheisse.

Ich merke, da sind wüste Stellen in meiner Seele, wo kaum was gedeiht. Ödland. Verletzungen. Narben. Und die werden deutlich, wenn meine Grenzen überschritten wurden. Du oder ich. Deine oder meine Wahrheit. Leben oder Tod. Und ich entscheide mich für mich und das Leben.

Und das Ödland in mir, es schmerzt mich genauso sehr, wie jemand anderen verletzt zu haben. Ich trauere dann wegen beidem.

Ich fühle, also bin ich.

Samstag, 24. Juni 2017

Angst-Demenz (Flashback) -- Teil 1

.. wahrscheinlich heisst das anders. Mir geht es darum, zu schildern, wie drastisch ich es empfinde. Ich meine damit die Denkblockaden, die sich bei mir einstellen, wenn ich unter Druck komme.

Demenz nenne ich es deshalb, weil ich plötzich auch einfache Dinge nicht mehr kann oder weiss, die mal gut gingen, die sonst selbstverständlich sind. Oder ich es einfach nicht schaffe, neues Wissen aufzunehmen. Was andere oft nicht nachvollziehen können. Dann kommt etwas ein "aber das ist doch nicht so schwierig!". Dadurch wird alles nur noch schlimmer. Ich fühle mich dumm und behindert dadurch. Da ist nur noch ein weisses Rauschen in meinem Kopf. Kein Anschluss unter dieser Nummer!

Natürlich kommt das Denkvermögen bei mir nach und nach wieder zurück, das schon. Aber es kann auch sein, dass ich eine Sache oder Aufgabe aufgebe, weil es mich zu sehr stresst.

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Es gibt Momente, da stehe ich neben mir.  Früher war das ein gewohnter Zustand, sobald es um Ausbildung oder Arbeitsleben ging. Mit kurzen und längeren Zeiträumen, in denen es leichter war, weil ich etwas tun konnte, in dem ich gut war oder mich sonst sicher fühlte. Die Blockaden können aber auch auftreten bei Dingen, die ich gerne mache, zum Beispiel bei Leistungsdruck, Abgabeterminen etc. Ich erkenne es heute als eine vorwiegend soziale Angst.

Heute ist es meistens leichter, auch im Alltag, also hat sich das Verhältnis umgekehrt. Innere Ruhe ist meistens da -- und die Blockaden nur noch gelegentlich. Ich habe mich, auch Dank der Psychotherapie, nach und nach "umprogrammiert". Das hat Jahre gebraucht, soweit zu kommen, dass ich unter anderen Menschen in der Arbeitswelt in einem Büroalltag nicht komplett dauergestresst bin.

Zudem lerne ich einfach anders als andere. Eher optisch und assoziativ: Wenn in einem Lehrbuch jede Seite gleich aussieht, prägt sich mir nichts ein. Wenn ich Tabellen oder Grammatik auswendig lernen muss, fällt mir das wieder "aus dem Speicher". Ausser ich kann etwas damit assoziieren oder es hat zB zusätzlich Bildergeschichten/Fotos auf den Seiten. Dafür kann ich mir alle möglichen Verbindungen, unnützes Wissen und viele Wörter fremder Sprachen merken. Alles was ich ohne Druck lerne und in entspannter Umgebung, geht oft spielerisch leicht und bleibt mir im Kopf. Ich kann Wissen im Grunde schnell aufnehmen und auch in Verbindung setzen. Nur eben ...

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Ich habe Jahre mit diesen Angstzuständen und sozialen Ängsten verbracht. Mir fehlen im Vergleich zu anderen Berufsleuten, circa 10 Jahre Berufserfahrung einfach dadurch, dass ich psychisch erkrankt war. Von 17 bis 27 Jahren hab ich mich arbeits- und ausbildungstechnisch irgendwie durchgehangelt und vor allem diese Angst, diese Blockaden, zu vermeiden versucht. Zwischendrin dann wieder (Erschöpfungs)Depression. Unaushaltbar schien mir vor allem die Angst.

Therapie hatte ich genug. Heute denke ich, da hätte man therapeutisch anders damit umgehen können/müssen. Aber es ist eben so gelaufen, wie es lief.

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(Fortsetzung folgt)

Samstag, 3. Juni 2017

Eine gute Zeit (Dankbarkeit)

Eine gute Zeit, in der ich wieder zu meinen Ressourcen komme, die erlebe ich gerade. Es klärt und lockert sich vieles, auch im Arbeitsleben. Weniger Spannung ist da. Was mich dann auch wieder wundert ist, und was mir jetzt auffällt, ist, dass ich es eben gewohnt bin, mit Spannungen zu leben und diese auch anregend sein (und Depri-Löchern entgegenwirken) können. Und wenn mal keine Anspannungen da sind, empfinde ich: Langeweile *lach* ... Naja, wird dann wohl auch mal Zeit, dieses innere Programm umzustellen. Ich fühle Dankbarkeit ...

Mittwoch, 22. Februar 2017

Heute Nachmittag und Arbeit generell

Der Arbeitsnachmittag endete für mich mit Migräne um 15 Uhr. Da beschloss ich, dass es jetzt genug ist, fuhr nach Hause, nahm eine Tablette und legte mich ins Bett.

Nun bin ich wieder unter den Lebenden. Ruhe ist eingekehrt. Das Gespräch ist morgen. Mal schauen, wieviel Offenheit mir die Sache wert ist und inwieweit ich mich ansonsten zum Selbstschutz bedeckt halte.

Das Herz trage ich schon lang ich mehr auf der Zunge. Es tut mir leid, dass das Arbeitsleben einen in gewisser Weise abstumpft. Mit den Schultern zucken, "nicht mein Bier" denken, weitermachen. Kann ich inzwischen. Wenn ich auch denn Eindruck habe, dass das im Grunde nicht meine echte Haltung wäre.

Inzwischen lautet es bei mir in erster Linie "Alltag nicht so ernst nehmen", "nicht unterkriegen lassen" und "nicht zuviel nachdenken" über Sinn oder Unsinn meiner Beschäftigung. In erster Linie: Möglichst geschmeidig durchkommen, so dass ich mich und meinen Alltag selber managen kann.

Montag, 8. August 2016

Was bisher geschah .... und was weiter geschehen darf

Was bisher geschah ...
So könnte man meinen momentanen Modus umschreiben. Derzeit habe ich das starke Bedürfnis, das Vergangene vor meinem geistigen Auge Revue passieren zu lassen. Bei der Arbeit ist es so ruhig, dass ich mich denken hören kann. Bei mir sortiert sich gerade einiges neu. Altes schwingt aus und neue Energien kommen in mein Leben.

Etwas für den Körper tun
Ich hab noch was vor mit meinem Leben. Und mein Körper benötigt dazu dringend mehr Bewegung und Kraft. Ich brauche auch meinen Körper, wenn ich noch weiterkommen und gesunden will. Den momentan vorhandenen mentalen Schwung habe ich heute genutzt, um mich für einen Sport-Kurs anzumelden (allgemeine Kräftigung/Kraftausdauer, an 10 Tagen, Dauer je 50 min). Das ging mir heute erstaunlicherweise leicht von der Hand. Eigentlich hatte ich vor, die Crawl-Schwimmtechnik zu lernen. Da dies aber noch angstbesetzt ist ("Sport in der Gruppe im Wasser" = Stress), lasse ich es momentan bleiben. Und entscheide mich eben für etwas anderes. Irgendwann wird es stimmen für mich.

.. und etwas für die Seele 
Art Clay (Silber) ausprobieren. Eine Arbeitskollegin (die zu einer Freundin wurde) hat mich gefragt, ob ich mit ihr in einen kleinen Kurs gehen würde, der sich mit dieser Metallmodelliermasse beschäftigt (Art Clay Silver). Da gehen wir am Freitag nach der Arbeit hin. Ich freue mich darauf!

Samstag, 19. Oktober 2013

Ein neuer Tag und ein Rückblick

Das Einschlafen gestern war nicht so leicht. Ich war noch so aufgewühlt. Mein Freund erzählte mir dann eine einschläfernde Gutenachtgeschichte, bunt gemischt aus all den Tiersendungen, die wir zusammen im Fernsehen gesehen haben … Zwischendurch kicherte ich. Er ist ein lustiger Erzähler. Das half.

Heute ist er auf der Arbeit und ich mit meinen Gedanken allein. Ich fühle mich heiterer und gelöster, die Ängste sind trotzdem da. Damit sie mich nicht zu sehr fordern, schreibe ich sie lieber auf.

Vernünftig – das war ich die letzten 7 Jahre. Ich habe mich der Notwendigkeit gebeugt, eine Berufslehre anzufangen und durchzuziehen. Der vierte Anlauf. Die bisherigen Versuche scheiterten an meinen Ängsten.

Der Staat half mir dabei. Sponserte mich. Coachte mich … Die Abschlussprüfung habe ich, als fleissige Schülerin, knapp vergeigt: ungenügend. Die Angst war zu gross. Ich war blockiert. Beim Nachkorrigieren haben sich zwei übersehene Punkte zu meinen Gunsten geändert. Ich kam mit der Mindestnote durch – und war nun Berufsfrau.

Die Angst war damit nicht weg, im Gegenteil. Frühzeitig gleiste ich mit staatlicher Hilfe (Schweizerische Invalidenversicherung) eine "Nachsorge" auf. Für die Stellensuche bekam ich einen Coach an meine Seite. Er organisierte für mich Trainingsarbeitsplätze – und die Stellensuche lief nebenher. Das hat sich als die richtige Strategie herausgestellt: Kleine Schritte, ein überschaubarer Rahmen, nahe Ziele. Meine Wahnsinnsangst* blieb dadurch vorhanden, doch ich konnte mit ihr umgehen. Nach 8 Monaten zermürbender Stellensuche fand ich tatsächlich eine Stelle im ersten Arbeitsmarkt. Die wollten MICH! Und dort arbeite ich nun seit 1,5 Jahren …

Die ersten paar Monate waren recht easy und ich wiegte mich in Sicherheit. Es kam gut. Ich stand zwar unter Stress, doch die Auftragslage war ruhig und die Einarbeitungszeit fruchtete. Ich verdiente mit fast 33 Jahren zum ersten Mal in meinem Leben meinen kompletten Lebensunterhalt! Mit dem ersten Lohn lud ich meinen Freund zu Kaffee und Kuchen ein – und wir machten einen Wochenendtrip …

Danach kam ein grosses internes Projekt, an dem ich nicht direkt beteiligt war, das aber viele Kräfte in unserer Abteilung bündelte und (übermässig) forderte, so dass ich eine grössere Verantwortung und mehr Arbeit bekam. Meine Stellenprozente stockte ich von 50 auf 70% auf. Zu dem Zeitpunkt wusste ich bereits, dass dies ein Risiko ist. Jedoch war ich mit 50% zuwenig gefordert. Vor allem da sich meine Arbeitszeit auf 5 Tage die Woche erstreckt, ich also jeden Tag nur wenige Stunden dort war.
Gleichzeitig merkte ich, das der berufliche Einstieg mich mehr Kräfte gekostet hat, als ich zugeben wollte. Ich steuerte auf eine Krise zu. Da ich das länger verdrängt und vor mir selber runtergespielt hab,  erlitt ich einen körperlichen Zusammenbruch. Danach stieg ich aber wieder ein.

Das grosse Projekt in der Firma artete immer mehr in eine Art Stellungskampf aus. Die Nachwehen zogen sich bis in den Frühsommer dieses Jahres. Mein direkter Arbeitskollege, mit dem ich ein 2er Büro teile, erlitt ein Burnout, vor allem seelischer Natur. Ich sass nebendran und litt mit. Es schlauchte uns beide. Die Arbeit zog er aber weiter – und ich auch. Ich bekam immer mehr Angst vor seinen Launen. Dieses Projekt ist nun durch, die nächsten stehen an. Und ich fürchte mich jeden Tag, dass es wieder so schlimm wird wie beim letzten Mal.

Am Montag habe ich Mitarbeitergespräch mit meinem Chef und ich bin gespannt, zu wie viel Klartext ich in der Lage bin. Zu verlieren habe ich nichts. Ich war die letzten Tage ganz unten. Diese ganzen Monate haben einfach einen zu grossen Tribut gefordert. Ich erwarte mir mehr Rückhalt für unser Team, intern.

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Wahnsinnsangst* = Angst vor dem Ausgeliefertsein, Angst vor Bestrafung, Angst vor Autorität, Angst vor Denkblockaden aus Stress, …

Freitag, 8. Juli 2011

«Wertpapiere»

Über Diplome und Zeugnisse

Auf der Jagd nach Anerkennung, machen sich Diplome besonders gut. Ich habe sie bis vor kurzem gerne "gesammelt". Obwohl alles in meinem Leben in eine andere Richtung weist, denn mein Leben entwickelt sich alles andere als linear. Soeben habe ich, anfangs Dreissig, meine Erstausbildung abgeschlossen.

Inzwischen habe ich den Glauben an diese "Wertpapiere" verloren. Was sagt denn so ein Zeugnis aus? Doch nur, dass man lange genug einen Weg geradeaus gegangen ist. Ich weiss auch nicht, ob ich mir den Stress wirklich machen will, noch einmal nach einem solchen Papier zu jagen. Lernen will ich immer. Doch dazu bietet das Leben ja an sich genug Möglichkeiten.

Ich habe den Wert, den ich mir selber gebe. Wenn ich mir selber nichts wert bin, nützen mir auch Diplome und Zeugnisse nichts. Wenn ich mir selber wertvoll bin, dann ist so ein Stück Papier nur eine Begleiterscheinung, quasi ein Eintritsticket in gewisse Gebiete und Berufe, jedoch niemals ein Beweis meines Wertes als menschliches Wesen.

Jede Organisation der ich bisher beigetreten bin, geht mir über kurz oder lang auf die Nerven. Dazu gehören auch die diversen Eso-Kurse die ich besucht habe, einiges behalte ich, das meiste jedoch geht wieder über Bord! Ich reise mit leichtem Ballast. Entweder taugt mir etwas, oder es fliegt raus.

Mein Leben wird gerade um einiges leichter. Ich möchte nur mehr von diesen Konventionen abschütteln! Obwohl, ich finde es beruhigend, nun einen Zettel zu haben, ein offizielles Papier, auf dem steht, welchen Beruf ich gelernt habe und ausüben kann. Verrückt …

Sonntag, 2. Januar 2011

Mich finden

Ich habe nicht mehr Angst, in meinem Leben etwas zu verpassen, im Gegenteil. Ich lebe viel von dem, was ich mir immer gewünscht habe. ich habe eine eigene Wohnung. Ich kann einen Beruf lernen. Die Kreativität ist lebendig und ich spüre sie jeden Tag. Ich habe FreundInnen gefunden, die es ernst mit mir meinen und mich so nehmen, wie ich bin. Meine Beziehung zur Familie hat sich entspannt ...

Das Gefühl des Gehetztseins begleitet mich nicht mehr ständig. Es gibt inzwischen Momente, in denen es mir gelingt, einfach nur zu SEIN. Mein Körper ist mein Zuhause geworden, das ich annehmen kann und sogar bewohne. Es kehrt Ruhe ein. Ich begegne mir selber mit mehr Ruhe und Gelassenheit. Ich versuche, mit meinen intensiven Gefühlsschwankungen zu leben und mich nicht mehr deswegen zu verurteilen. Sie sind Teil von mir. Wenn ich zu sehr ins Grübeln komme, meinen negativen Gedankenspiralemn zu frönen beginne, versuche ich nun, mich gezielt zu stoppen und abzulenken, mich ganz bewusst mit etwas zu beschäftigen, das nicht zerstörerisch ist, sondern aufbauend, etwas das mir neuen Lebensmut gibt. Manchmal klappts. Wenn nicht, suche ich die Nähe der anderen Menschen, damit ich nicht weiter abdrifte von dem was ich als lebenswert empfinde. Manchmal hilft es mir schon, mich irgendwo in ein Café zu sitzen und den anderen zu zuschauen ... Und manchmal hilft nur reden oder mich in den Arm nehmen zu lassen. Meinen Stolz zu überwinden und Hilfe anzunehmen, dazu habe ich lange gebraucht, inzwischen erlebe ich mich mehr als Mensch unter Menschen. Und Menschen helfen einander; wenn man sie lässt. Erstaunlich, aber wahr! Dazu muss ich aber auch meinen Arsch hochkriegen und um Hilfe bitten und mein Leben selbstverantwortlich leben. Es ist an mir, zu entscheiden, wann ich meinen kalten eisigen Egoplaneten verlasse und menschliche Nähe zulasse.

Dienstag, 21. Dezember 2010

Lernen

Ein starker Traum von heute morgen beschäftigt mich noch jetzt.

Ich war im Lehrbetrieb meiner Klassenkameradin B., einer praktischen und tüchtigen zukünftigen Berufsfrau. Dieser Betrieb, eigentlich eine Druckerei, war im Traum aber auch ein Schreibwaren-Boutique und eine Werkstatt (und eine Galerie). Ich hätte für meine Kollegin stellvertretend den Laden hüten sollen.
Erste, anpruchsvolle Kundinnen, waren schon da, ich war mit ihren Fragen überfordert, sie hatten alle irgendwelche Spezialwünsche.

Später kam meine Kollegin und übernahm souverän den Laden, ich trottelte wie ein Dackel hinterher und fühlte mich nutzlos. Mit der Zeit füllte sich der Laden immer mehr und wandelte sich zu einer grossräumigen Galerie mit Vernissagen-Puplikum. Und mit was für welchem! IDa waren ganz exotisch gekleidete Menschen überall. Es war wie in einer intergalaktischen Versammlung bei Star Trek! Ich stand etwas verwirrt herum und wusste nicht recht wohin mit mir.

Es geht eindeutig ums Lernen und Zurechtkommen im Leben und im Beruf. Ich erlebte mich als Lernende, als Anfängerin, als eine die mit den Anforderungen der Anderen nicht zurechtkommt, als eine, die auch an den eigenen (hohen) Ansprüchen scheitert. Und wie stehts mit dem Annehmen von Hilfe und dem Eingestehen dass auch ich noch zu lernen habe?! …

Obwohl die sich die Szenen innerlich eher als Verwirrung, Gehetztsein und Überforderung angefühlt haben, hinterlässt der Traum ein heiteres Gefühl, es geht etwas! Da sind Farben, Menschen, Verbindungen und da ist auch Hilfe von pragmatischeren Menschen als ich es bin … Es geht voll die Post ab! Ich bin mitten drin … Dieser Traum zeigt mir das deutlich: mein Leben ist in Bewegung gekommen. Die Bilder und Farben im Traum sind heiter, es sind klare und lichtdurchflutete Räume, es ist überall hell und bunt. Mein Leben liegt im Morgenlicht vor mir.

Kraft, Mut, Hoffnung und Zuversicht sind wieder da … und meine Lernfreude und mein Wissenshunger auch.



Eingefallene Tarotkarte: 8 der Münzen ( und evtl. 3 der Münzen)
Eingenommenes Medi: Nux vomica spagyrisch (gestern abend)
und Zoloft 25mg (täglich seit 2 Monaten)