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Samstag, 17. Dezember 2016

Wenn es novembert






Wenn es zu novembern beginnt, gehts nach ganz Innen. Ans Eingemachte. Während nächtens die Wilde Jagd ums Haus pfeift, tritt in meinem Innern das unterste zuoberst. Die Dämonen fliegen tief. Schlaflos schaue ich ins Dunkel. Es gibt verschiedene Arten von inneren Kräften. Nicht alle sind taghell und frühlingsgrün. Ich sinke und sinke. Aufgeben und mich der Dunkelheit und meiner Kraftlosigkeit anvertrauen: das ist jetzt der Weg. Ob ich will oder nicht. Habe mich sinken lassen. Und wieder Grund gefunden. Schätze, aus dem Verborgenen heraus gewonnen. Aushalten. Durchhalten. Einschlummern. Müde aufwachen. Ertragen und dann bestaunen was alles da ist. 



...



Freitag, 26. August 2011

Umbau und Schlangenhaut

Ich habe meine Blogtapete gewechselt. Hab mich vorerst mal in der Bibliothek verschanzt. Was Altvertrautes wird als vorübergehende Bleibe ganz passabel sein. Mit Kaminfeuer und Ohrensessel. Währends draussen in der Welt stürmt und ich selber einen Kokon brauche. Cocooning. Die Nachrichten bleiben aussen vor, und ich studiere lieber die grösseren Zusammenhänge. Und ich versuche, vor allem, mich selber besser zu verstehen und meinen ganz normalen Alltag zu leben.

In meinem Leben ist ebenfalls Umbau. Ich habe eine neue Arbeit, läuft ganz gut. Mit vielen Unsicherheiten, doch auch ersten Erfolgen und in einem angenehmen Arbeitsklima. Der viel grössere Umbau findet währenddessen in mir selbst statt. Die Müdigkeit der letzten Jahre.. Kann ich die denn nie ablegen?! Ich spüre schon die nächste Krise herannahen, wenn man das so nennen will. In meinem Leben laufen die Veränderungen meist über schmerzhafte Metamorphosen. Schmerzhaft vielleicht deshalb, weil ich mich dagegen sträube, dauernd eine neue zu werden. Die uralte Schlange häutet sich, wälzt sich aus der zu eng gewordenen Haut. Es ist eine mühsame Prozedur.  Ich versuche zu verstehen, woran das liegt. Ist es Schicksal? Oder sehe ich das zu fatalistisch? Manchmal kann ich es einfach nur an- und hinnehmen. Worte reichen da nicht hin, wo der Urgrund dieser Gefühle liegt. Hm, ich kann es nicht Gefühle nennen, es ist elementarer. Elemente. Ungefärbt. Urschlamm. Es gibt kein Ankommen. Es gibt nichts zu erreichen. Nur ein Sein. WachSein. DaSein! Sei da; Denn DaSein heisst; da zu sein...
In meinem Erleben ist es auch nichts, was sich einfach so ändern liesse; ich lebe sehr stark in diesen Zyklen und Elememten, das wird mir immer deutlicher bewusst. Ich muss da durch. Gerade ist es eine immense Erdenschwere und eine tiefe Trauer, die ich spüre. Die Bürde der Existenz. Inkarnation. Vielleicht als Anker, um nicht davon zu driften, Form annehmen, irdisch sein, ...

Freitag, 6. Mai 2011

Es schneit...

Erst schaute ich blöd.
Es sind die Pappelsamen!

Mittwoch, 6. April 2011

Blowing in the wind …

Eins fügt sich zum anderen. Langsam wird ein Schuh draus. Wenn mir etwas nicht mehr taugt: Weg mit dem Scheiss! Die Fetzen der Vergangenheit sind eben nur noch genau das: Fetzen und Lappen. Das ängstigt mich nicht mehr. Ich lasse sie fliegen. Gutes Wetter, um sie als Drachen steigen zu lassen und ordentlich die Keller und Verliesse zu lüften – und dort kurzfristig und spontan eine Flutlichtanlage zu installieren… Das eine oder andere Dämönchen flüchtet sich dadurch schleunigst ganz wo anders hin. Dahin wo es hergekommen ist. Yeah!

Mittwoch, 9. März 2011

Die Erde kocht

"Lasst uns durch die Minen von Moria gehen!" sagt Gimli in "Herr der Ringe", nachdem die Passage durch die Berge von Saruman verunmöglicht wurde. Was danach kommt, wird Legende: Die Zwerge haben in der Vergangenheit zu tief gegraben und das Grauen in der Tiefe geweckt, einen Balrog, ein Wesen aus der Unterwelt, aus dem Erdinnern. "Du kannst nicht vorbei, Flamme von Undûn" schreit Gandalf einige Zeit später, bevor er selber in eben derselben Tiefe verschwindet … (und als "Gandalf der Weisse" später aufersteht, doch das ist eine andere Geschichte) …

Mittwoch, 26. Januar 2011

Unter Wasser atmen

An manchen Tagen ist es schon viel wert, einfach am Leben zu blieben. Es gibt immer einen Grund, sich nicht das Leben zu nehmen. So drückte es eine erfahrene Freundin aus. Trotz allen inneren und äusseren Widerständen und Abgründen dranbleiben. Sich von Minute zu Minute hangeln ist auch eine Überlebensstrategie.

Es ist ein tröstlicher und warmer Stolz, kein überheblicher, der mich zuweilen erfüllt. Ein Stolz, dass ich ihn überstanden habe, diesen Tag, der Stolz, dass ich den inneren Dämonen einmal mehr die die Stirn geboten habe. Die Angst vor der Angst und die Angst vor dem Schmerz verlieren, ich lasse mich reinfallen, denn dann ist der Aufprall sanft. Unter Wasser atmen, wenn ich mal wieder in den Brunnen gefallen bin. Ich KANN schwimmen, ich kenne die Tiefe und ich weiss auch, wo es wieder ans Licht geht.

Immer ein "Trotzdem" auf den Lippen und Schalk im Nacken behalten – und den aufrechten Gang und ein offenes Herz..

Warm bleiben, auftauen, freudig und geschmeidig bleiben. Trotz der Schwere, in der Schwere: Mir Raum und Nähe schaffen. Diese beiden unabdingbaren Lebenselexiere... Es geht, ich bewege mich frei..

Leben heisst lebendig bleiben...
Ich weiss wies geht.

Dienstag, 25. Januar 2011

Wachstumsschmerz

Ich lerne es täglich, lerne es unter Schmerzen, denen ich dankbar bin: Geduld ist alles!

So erlebte Rilke es – und ich kann nachfühlen. Die letzten Tage kam mir dieses Zitat in den Sinn. Das Buch steht schon länger auf meiner "Noch zu Lesen"-Liste. Hier der Text im weiteren Zusammenhang, wenn auch immer noch als Ausschnitt:

"… nicht rechnen und zählen; reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht
drängt und getrost in den Stürmen des Frühlings steht ohne die Angst, daß dahinter kein Sommer kommen könnte. Er kommt doch. Aber er kommt nur zu den Geduldigen, die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge, so sorglos still und weit. Ich lerne es täglich, lerne es unter Schmerzen, denen ich dankbar bin: Geduld ist alles!"


aus Rainer Maria Rilke: Briefe an einen jungen Dichter
Leipzig 1929, Insel Verlag

Mir geht es nicht ums Verherrlichen von Schmerz oder Leid. Ich erlebe es so: Manchmal, wenn ich daran bin, aus etwas Altem, Überlebtem auszubrechen, geht das mit Schmerzen einher, seelischer Art. Die Freiheit ist auch Unsicherheit, die Hülle dient nicht mehr dem Schutz drückt und engt ein. Das Vertraute ist ausgeleiert und abgeschossen, aber bequem und warm. Ein mühsamer Zustand ist das. Die Ungeduld drängt mich, die Neugier zieht mich voran. Halb falle ich vorwärts, halb ziehts mich ins Gestern zurück. Es tut weh und doch freue ich mich. Zyklen lassen sich nicht beschleunigen, die brauchen einfach ihre Zeit.

Dienstag, 11. Januar 2011

leben, tod und alles dawischen

weil ich viel zu verarbeiten habe, muss ich es nun niederschreiben. so hat jedes der letzten fünf jahre mir mindestens einen menschen genommen (und nun auch den hund) – und mir vorallem die erinnerung dagelassen. die erinnerungen sind alle da, die menschen nicht mehr. sie sind zwar nur nach nebenan gegangen. doch solange ich dort (noch) nicht hingehen kann, solange mein puls noch schlägt, fühle ich mich hier auf dieser welt einfach etwas verwaist. auch wenn ich spüre, dass die liebe wirklich niemals aufhört.. auch über den tod hinaus bleibt sie bestehen!

es gibt für mich eben noch andere "räume", "aggregatszustände","möglichkeiten"  als das was wir als "jetzt" und "leben" oder "jenseits" und "tod" ansehen. es ist nicht einfach 1 und 0, on und off wie beim computer.. es ist, als wären es viele wohnungen, ebenen in einem grossen haus. kein fest gebautes haus, eher ein symbolisch gemeintes... und diejenigen die gegangen sind, sind eben in einer anderen wohnung, sozusagen im raum nebenan.

dass im herbst und die ahnen näher rücken und den winter über da bleiben.. ist für mich keine floskel. ich spüre ihre nähe, fühle mich wirklich begleitet und manchmal sogar getragen. alle die vorausgegangen sind, gehören dazu. ich bin verbunden. ich fühle mich vorallem von meiner oma begleitet. und ich muss darüber schreiben, auf die gefahr hin, andere damit zu erschrecken. denn wer stellt sich schon freiwillig tod, schmerz und trauer? lieber wegschieben solange es geht. auch ich fliehe oft den schmerz anderer und wenns nicht mehr geht, schicke ich, schickt man sich da hinein, oder auch nicht... wobei ich das langsame sterben oder das kranksein anderer immer noch schlecht ertrage. es braucht für mich viel energie. weil ich mich dagegen wehre, eingreifen will, oder den eindruck habe, meine eigene energie dabei zu verlieren, ich schlage leck..

und doch ... mein lebensfaden scheint sich durch das leid immer mehr zu verzwirnen, durch eigenes und fremdes. der lebensfaden wird stärker und wahrhaft tragend. trauern, weiterleben, aufgeben, toben, niederfallen, aufstehen, lachen, innehalten, danken, fluchen, beten, jubeln – mir ist manchmal nach allem zugleich. es ist seltsam, dieses erdenleben!

es ist zu leben dieses leben. mit allem. es ist möglich. und für mich gehört auch demut dazu. (Ha! dass ich dieses wort einmal verwenden würde, hätte ich nie niemals geglaubt! ) ... es hat diesen komischen nachgeschmack eines missbrauchten wortes. demut heisst für mich nicht, mich unterwürfig, passiv und völlig hilflos allem hinzugeben. demut heisst für mich, mir einzugestehen, dass es dinge und geschehnisse gibt, die ich nicht verstehen und nicht beeinflussen kann, die ich als mensch nicht überblicken kann. weil sie zu gross für mich sind. und der tod und was danach kommt, gehört da mit dazu.

und damit lebe ich am leichtesten, wenn ich mich nicht ständig gegen alles auflehne – (sonst ersaufe ich) – sondern dass ich mich in den fluss hineinnehmen lasse, mich einlasse auf die stete bewegung von allem was ist. vertrauensvoll. lebendig. fürsorglich mit mir selbst.

"es wird schon gut sein."

und mit diesem satz gebe ich mich wieder mitten in den fluss des lebens...

Freitag, 7. Januar 2011

Wetterbericht

Gezeiten und Reisen

Über: Seelische Gezeiten, Untiefen, seelische Kartografie und wahnsinnige Zeiten.

Das Zyklische nimmt sich Raum in meinem Leben, es braucht Platz und raubt mir manchmal auch den Schlaf. Mein Leben bewegt sich in Wellen, auf und ab, vor und zurück. Manchmal fühle ich mich ausgeliefert, gestossen, gezogen, getrieben. Das Gewoge hat seine ganz eigene Macht und Dynamik. Ich reagiere auf alles; das Wetter, Stimmungen, meinen Zyklus, ... Je mehr ich mich dagegen stelle, je mehr ich die Oberhand behalten will, desto mehr wird mein Leben zu einem Kampf. So hab ich mich entschieden, eben mit diesem Strom zu schwimmen. Mal himmelhochjauchzend, mal zu Tode betrübt, wie es so schön heisst. Mein Medikament gleicht es etwas aus, doch ich bekomme dennoch alles mit. Weil ich es so will. Ich will wissen, woran ich mit mir selber bin. Es hat keinen Sinn, mehr Medikamente zu nehmen. Weil sich das anfühlt, als wäre ich ein havariertes Schiff; nicht mehr zu steuern, ich treibe hilflos dahin, abgeschnitten von meinen Gefühlen, von mir selbst. Neutrale Leere, das ist dann Stillstand. Da kann dann wirklich nicht mehr viel wehtun, doch Leben kann man das ja auch nicht nennen.

Drum habe ich mich fürs Aushalten und Weitergehen entschieden. Ich durchlebe mein Leben, meine Tiefen und Höhen. Rolle es rückwärts nochmal auf, jede Nacht träume ich, erfahre, setze neu zusammen. Werde sinkend leichter, so seltsam es klingt. Ich handle, auch wenn der nächste Schritt unklar ist, (weil ich schon den übernächsten im Visier habe!) Ich entdecke immer mehr von mir, so als wäre ich auf einer exotischen Insel gestrandet, die ich nach und nach erforsche! Ich kartiere mich selbst, neugierig und mit Spass. Ich lasse mich in den Brunnen fallen, bis zunterst, wenn es mal wieder nötig ist, die Tränen sind heilend, ich bin froh, dass ich Weinen KANN. Ich versuche, die Angst vor dem Wahnsinn zu verlieren, wenn die Nerven mal wieder mit mir durchgehen. Die Angst machts nur schlimmer. Ich verliere den Verstand. Mich schüttelts...Doch vielleicht gehts ja gerade darum? Verstand und Vernunft zu verlieren? Vielleicht war ich ja schon zu lange vernünftig?!  Ich nehme das Wort auseinander Wahn Sinn, und weiss: Achja, ich bin unterwegs, auf der Sinnsuche. Also ist alles ok... Ich lasse locker, lasse los und komme langsam wieder bei mir an.

Mich den Zyklen ganz hinzugeben, ist schwierig. Es heisst keineswegs, dass ich stehenbleibe, wenn ich das tue. Es ist ein ständiges Unterwegs-Sein, eine Heimatlosigkeit. Und das macht Angst. Gibt es denn nichts Sicheres, Gewisses, Bleibendes? Ich gehe auf Wegen, auf denen mir niemand folgen kann. Weil es MEINE WEGE sind. Es ist eine nötige Zeit. Es ist ein Dazwischen-Sein. Wachstum. Übergang. (Ist nicht das ganze Leben ein Übergang?!). Es fühlt sich so an, als wäre ich auch mit Anfangs Dreissig noch daran, erwachsen zu werden. Zur Selbstverantwortung und Eigenmacht finden und gleichzeitig den ureigenen Platz im Grossen Ganzen finden... Vielleicht ist man dahin ja ein Leben lang unterwegs. Oder mehrere Leben lang? Wer weiss das schon ...

Sonntag, 2. Januar 2011

Mich finden

Ich habe nicht mehr Angst, in meinem Leben etwas zu verpassen, im Gegenteil. Ich lebe viel von dem, was ich mir immer gewünscht habe. ich habe eine eigene Wohnung. Ich kann einen Beruf lernen. Die Kreativität ist lebendig und ich spüre sie jeden Tag. Ich habe FreundInnen gefunden, die es ernst mit mir meinen und mich so nehmen, wie ich bin. Meine Beziehung zur Familie hat sich entspannt ...

Das Gefühl des Gehetztseins begleitet mich nicht mehr ständig. Es gibt inzwischen Momente, in denen es mir gelingt, einfach nur zu SEIN. Mein Körper ist mein Zuhause geworden, das ich annehmen kann und sogar bewohne. Es kehrt Ruhe ein. Ich begegne mir selber mit mehr Ruhe und Gelassenheit. Ich versuche, mit meinen intensiven Gefühlsschwankungen zu leben und mich nicht mehr deswegen zu verurteilen. Sie sind Teil von mir. Wenn ich zu sehr ins Grübeln komme, meinen negativen Gedankenspiralemn zu frönen beginne, versuche ich nun, mich gezielt zu stoppen und abzulenken, mich ganz bewusst mit etwas zu beschäftigen, das nicht zerstörerisch ist, sondern aufbauend, etwas das mir neuen Lebensmut gibt. Manchmal klappts. Wenn nicht, suche ich die Nähe der anderen Menschen, damit ich nicht weiter abdrifte von dem was ich als lebenswert empfinde. Manchmal hilft es mir schon, mich irgendwo in ein Café zu sitzen und den anderen zu zuschauen ... Und manchmal hilft nur reden oder mich in den Arm nehmen zu lassen. Meinen Stolz zu überwinden und Hilfe anzunehmen, dazu habe ich lange gebraucht, inzwischen erlebe ich mich mehr als Mensch unter Menschen. Und Menschen helfen einander; wenn man sie lässt. Erstaunlich, aber wahr! Dazu muss ich aber auch meinen Arsch hochkriegen und um Hilfe bitten und mein Leben selbstverantwortlich leben. Es ist an mir, zu entscheiden, wann ich meinen kalten eisigen Egoplaneten verlasse und menschliche Nähe zulasse.

Übergangszeiten

Ich meine damit die Zeiten, in der ich einen Übergang schaffe. Vom einen zum anderen Jahr, vom einen zum anderen Tag, von der einen zur anderen Minute, von einer Beschäftigung oder Arbeit zur nächsten, von einer Begegnung zur nächsten. Es braucht Geduld und Zeit. Eine Atempause. Einen Zwischenraum. So wie es auch in der Musik die Pausen gibt und in der Gestaltung den freien weissen Raum .. Ich plane diese Zeiten immer bewusster. Ich kann nicht am ersten Urlaubstag schon zehntausend Dinge erledigen. Ich treffe mich auch nicht mit 3 Leuten hintereinander zum Plaudern. Nach einem intensiven Film kann ich nicht gleich schlafen gehen. Es braucht alles seine Zeit. Es ist nicht besonders modern, diese Pausen zu leben. Alles ist heute gefüllt bis zum Bersten, die Arbeitszeit und die Freizeit. Aktivitäten ohne Ende. Ich geniesse es, den Erlebnissen und Begegnungen nachzuspüren, und später den Moment zu erkennen, an dem ich bereit für Neues bin.

Mittwoch, 20. Oktober 2010

UMBAU

die letzten tage wusste ich gar nicht mehr, was ich schreiben soll. ich bin erschrocken ob meiner eigenen negativität (zb. beim "bio"-posting), hin und hergerissen zwischen lebenslust und lebensfrust, bin ich mir selber abhanden gekommen. und so hatte ich gelegenheit, mein eigenes leben mal ganz genau zu betrachten. inzwischen habe ich mich wieder aufgeklaubt und bin somit auferstanden. version 3.0.

und ich habe beschlossen, die gelegenheiten zum freuen und dankbarsein im leben anzunehmen!

Donnerstag, 7. Oktober 2010

innenwelt, knochenwelt

ich finde es interessant, dass es in der (konsum)welt von der sommer-strand-deko nahtlos zum weihnachtswahnsinn übergeht. vielleicht noch ein paar kürbisse und hexenfiguren dazwischen, aber nur ganz kurz.

für mich geniesse ich den niedergang vom sommer zum herbst zum winter sehr.
im spätsommer beginne ich, mich nach innen zu wenden, sammle mich.

die verstorbenen rücken näher zu mir her, die ebenen werden durchlässiger. ich spüre den sog in die tiefe, in die innen und -unterwelt. die träume sind dementsprechend. ich fürchte mich immer weniger davor. nehme auch die melancholie als gästin in meinem haus auf. knochenzeit. nusszeit. speck, trauben und nüsse essend... fühle ich mich wohl.

wieviel wertvoller wird mir das leben, wenn ich auf diese zeiten und
übergänge rücksicht nehme! ich gleite in einen rhythmus, in einen
wärmemantel. es fühlt sich so wohltuend, so uralt und wertvoll an!

manchmal bitter, manchmal süss wie trauben.

dass sich diese dunkle jahreshälfte (abgesehen von weihnachten/neujahr) schlecht vermarkten lässt – ist mir nur recht.

so kann ich sie für mich still geniessen.