Wieder auf ruhigeren Wegen unterwegs. Die Kräfte kommen auch wieder zurück. Dass mein Vater nicht mehr da ist, hab ich nun auch langsam realisiert.
Das hat seine Zeit gebraucht, ist es doch so schnell gegangen. Am Abend noch seine Hand gehalten und am nächsten Morgen kam der Anruf, dass er gestorben ist.
Die administrative Lawine danach kam, liess schon gar keine Atempause zu. Gleichzeitig Trauern und sovieles zu erledigen. All der Kram ... Zum Glück konnten wir es aufteilen. Und Vaters Lebensgefährtin hat so vieles gemacht.
Und all die vielen Menschen, die mit uns Abschied genommen haben ... Es war schön zu sehen, wie sein Leben und seine Arbeit Kreise gezogen haben.
Aber es war auch überwältigend im guten wie im mühsamen Sinn. Keine Rückzug möglich für eine Weile.
Nun komme ich wieder bei mir an. Und das fühlt sich stark an.
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Samstag, 2. Februar 2019
Sonntag, 23. Dezember 2018
Er ist gegangen
Mein Vater ist gegangen. Am Samstagabend vor einer Woche hab ich im Krankenhaus noch seine Hand gehalten. Atmen fiel ihm schwer, trotz Sauerstoff. So haben wir nicht mehr viel gesprochen.
Als ich dacht 'das kann ich allein nicht tragen', bat ich um Beistand, dann fühlte ich eine mächtige Gestalt hinter meinem Stuhl stehen, viel grösser gewachsen als ein Mensch. Sie war uns beiden zugeneigt. Dann war das Gefühl wieder fort. Es war Hilfe da.
Mein Papa ist dann am Morgen des Sonntags, dem dritten Adventssonntag, im Schlaf gestorben.
Der Krebs war schon weit fortgeschritten. Nicht mehr heilbar. Fehlen tut er uns.
Ich bin froh, dass er gehen durfte. Ganz realisiert hab ich es noch nicht.
Als ich dacht 'das kann ich allein nicht tragen', bat ich um Beistand, dann fühlte ich eine mächtige Gestalt hinter meinem Stuhl stehen, viel grösser gewachsen als ein Mensch. Sie war uns beiden zugeneigt. Dann war das Gefühl wieder fort. Es war Hilfe da.
Mein Papa ist dann am Morgen des Sonntags, dem dritten Adventssonntag, im Schlaf gestorben.
Der Krebs war schon weit fortgeschritten. Nicht mehr heilbar. Fehlen tut er uns.
Ich bin froh, dass er gehen durfte. Ganz realisiert hab ich es noch nicht.
Montag, 23. Oktober 2017
Genau 10 Jahre her ...
VORWEG: Es geht um den Suizid eines Angehörigen und meinem Leben damit. Wer das nicht lesen mag oder kann, lässt es besser.
Genau auf den Tag 10 Jahre ist es her ...
... dass mein kleinen Bruder gestorben ist.
Er fehlt immer noch. Der Schmerz darüber ist geringer geworden und ich kann ihn gut (er)tragen. Ich fühle mich dem Leben verbunden. Der Vergangenheit nachzuhängen, mich in Wehmut und "was wäre wenn nicht ..." zu verlieren, bringt mir nichts und es passt nicht mehr zu mir.
Das sein lassen, was eine nicht mehr ändern kann.
Ich weiss, es geht seit langem nur noch darum, mein eigenes Leben bestmöglich zu leben -- und wo ich kann und es stimmt -- mein Licht nach aussen zu tragen und strahlen zu lassen:
Und das zu leben, was da ist. Zuversicht zu hegen und pflegen. Das Schöne zu sehen. Die Liebe und die Leichtigkeit gewinnen lassen und das Leben frei fliessen zu lassen ...
Weitere Texte zum Thema unter diesem Link.
Genau auf den Tag 10 Jahre ist es her ...
... dass mein kleinen Bruder gestorben ist.
Er fehlt immer noch. Der Schmerz darüber ist geringer geworden und ich kann ihn gut (er)tragen. Ich fühle mich dem Leben verbunden. Der Vergangenheit nachzuhängen, mich in Wehmut und "was wäre wenn nicht ..." zu verlieren, bringt mir nichts und es passt nicht mehr zu mir.
Das sein lassen, was eine nicht mehr ändern kann.
Ich weiss, es geht seit langem nur noch darum, mein eigenes Leben bestmöglich zu leben -- und wo ich kann und es stimmt -- mein Licht nach aussen zu tragen und strahlen zu lassen:
Und das zu leben, was da ist. Zuversicht zu hegen und pflegen. Das Schöne zu sehen. Die Liebe und die Leichtigkeit gewinnen lassen und das Leben frei fliessen zu lassen ...
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Samstag, 17. Dezember 2016
Gelungene Veränderungen in meiner Wohnung
Oder: Ich tausche mein altes Leben gegen ein neues ^_^ ...
Im Herbst hatte ich ja mal über die geplanten Veränderungen in meiner Wohnung gebloggt. Seit Anfang November sitze ich nun auf meinem neuen Sofa. So liess sich auch der bescheidene November besser ertragen.
Es ist das erste selbstgekaufte Sofa. Und ich bin sehr glücklich damit. Die Farbe stimmt perfekt, ein helles Braun, es erinnert mich von der Farbe her an das Fell eines Tieres und wirkt natürlich. Es ist bequem und es bietet genug Platz für mehrere Personen. Und trotzdem habe ich auch alleine nicht den Eindruck, darin zu versinken. Ich habe noch einen Hocker/einen Pouf dazu gekauft, welcher im Preis fast gut die Hälfte ausgemacht hat, doch es lohnt sich und ich kann nun die Beine nach vorne ausstrecken. Als Anhängerin des zelebrierten TV-Dinners ist das jetzt echt bequem ;)
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| Welcome! |
Es hat sich wirklich gelohnt, dass ich mir sehr viel Zeit genommen habe, das passende Teil für mich zu finden. Ich war mindestens 5x in einem Möbelhaus, bis ich mich definitiv entschieden hatte. Irgendwas hat mich immer gestört. Bis ich plötzlich sicher war: Das ist es! Als ich dann bestellt habe startete "zufälligerweise" genau an diesem Tag eine 20%-Aktion ... und von der konnte ich dann profitieren. Es passte einfach genau.
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| Good bye 70er Jahre... |
Für jemanden anderes mag meine Freude über ein stinknormales Sofa etwas seltsam sein. Für mich ist es ein neuer Lebensabschnitt und wichtig. Und mein Wohnzimmer ist nun zu einem richtigen Wohlfühl-Ort für mich geworden und ich freue mich noch jeden Abend aufs Neue darüber.
Die Feste feiern, wie sie fallen ...
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| es werde ... licht ... |
Dienstag, 25. Oktober 2016
Genug gewinkt (Schiff nach Nirgendwo)
Sehnsucht ist nur eine schlechte Angewohnheit. Es ist doch so, dass man Dinge bedauert/betrauert, die nicht so sind, wie man es gerne hätte. Damit beschäftigt man sich. Die Wunde darf nicht heilen. Man betrauert Momente, die mal waren und nun vorbei sind. Oder dass die Dinge anders gekommen sind, als man es sich gewünscht hat. Bedauert Freundschaften, die vorbei sind. Oder man erwartet etwas von jemandem, dass dieser jemand (jetzt oder generell) nicht im Stande ist zu geben.
Darüber vergisst man, dass dies kein Zustand ist -- sondern, ab einem bestimmten Punkt, eine hausgemachte Misere. Weil die Sehnsucht sich ab da im Innern epidemiemässig ausbreiten kann. Wehmut ist eine süsse Sucht.
Man vergisst/übersieht nun Menschen, die einen mögen, übersieht Gesten der Zuwendung, wenn sie von anderen oder (noch) Fremden kommen. Man vergisst das Gute. Das was jetzt gerade gut ist. Man kann es nicht zulassen, weil das Schiff nach Nirgendwo schon lange weg ist, während man noch am Ufer steht und dem leeren Horizont nachwinkt. In einer seltsamen Hoffnung auf Wunder.
Und man verpasst das, wozu man als Erwachsene/r jetzt selber im Stande ist. Das was man sich selber geben kann. Selbstfürsorge ist wichtig. Vor lauter Wehmut hat man das aber komplett vergessen und verlernt, verdrängt. Die Sehnsucht ist vertraut und ist ein warmer aber schwerer Mantel, den man eben aus Gewohnheit trägt.
Ich möchte diesem Bedauern immer weniger Raum geben. Ich habe jetzt lange genug am Ufer gewinkt! Es ist gut. Es frisst nur Kraft und macht traurig. Ich will mehr in dem leben, was wirklich da ist. An Gutem. An Sinnreichem. Ich will auch das mehr wertschätzen, was bei mir vorhanden ist. Es gibt einiges, worauf ich aufbauen kann. Mut zum Neuen, einmal mehr.
In diese Richtung zu gehen, fühlt sich kraftvoll an.
Darüber vergisst man, dass dies kein Zustand ist -- sondern, ab einem bestimmten Punkt, eine hausgemachte Misere. Weil die Sehnsucht sich ab da im Innern epidemiemässig ausbreiten kann. Wehmut ist eine süsse Sucht.
Man vergisst/übersieht nun Menschen, die einen mögen, übersieht Gesten der Zuwendung, wenn sie von anderen oder (noch) Fremden kommen. Man vergisst das Gute. Das was jetzt gerade gut ist. Man kann es nicht zulassen, weil das Schiff nach Nirgendwo schon lange weg ist, während man noch am Ufer steht und dem leeren Horizont nachwinkt. In einer seltsamen Hoffnung auf Wunder.
Und man verpasst das, wozu man als Erwachsene/r jetzt selber im Stande ist. Das was man sich selber geben kann. Selbstfürsorge ist wichtig. Vor lauter Wehmut hat man das aber komplett vergessen und verlernt, verdrängt. Die Sehnsucht ist vertraut und ist ein warmer aber schwerer Mantel, den man eben aus Gewohnheit trägt.
Ich möchte diesem Bedauern immer weniger Raum geben. Ich habe jetzt lange genug am Ufer gewinkt! Es ist gut. Es frisst nur Kraft und macht traurig. Ich will mehr in dem leben, was wirklich da ist. An Gutem. An Sinnreichem. Ich will auch das mehr wertschätzen, was bei mir vorhanden ist. Es gibt einiges, worauf ich aufbauen kann. Mut zum Neuen, einmal mehr.
In diese Richtung zu gehen, fühlt sich kraftvoll an.
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Sonntag, 23. Oktober 2016
Ein Mosaikstück (Thema Bruder)
Vorsicht: Es geht um den Tod, den Suizid eines Angehörigen und dem Leben damit und um Sucht. Wer das nicht lesen mag oder kann, lässt es besser.
Dass mein Bruder eventuell auch Tabletten/Pillen irgendwelcher Art genommen hat, wurde mir gestern zugetragen. Das ist ein neues Mosaikstück, was mich gerade beschäftigt. Und es bestätigt die Situation, die ich gefühlt habe, dass eine (zusätzliche) Suchtmittel-Abhängigkeit (neben dem Alkohol) dagewesen sein könnte. Gestern hatte ich die Gelegenheit, einen anderen Blick auf seine Geschichte zu bekommen, weil ich mit jemandem geredet habe, der ihn auch gekannt hat und der ihn sehr gerne hatte.
Es war jemand aus der Familie, aber nicht zu nah dran. Da ist also genug Distanz für einen klaren Blick von einer anderer Seite. Ich habe es als extrem wohltuend empfunden, offen reden zu dürfen und mich austauschen zu können. Ich merke, dass es wichtig ist, Menschen zu haben, mit denen ich mich darüber austauschen kann und die ihn ebenfalls gekannt haben. Eine grosse Entlastung für mich.
Dass mein Bruder eventuell auch Tabletten/Pillen irgendwelcher Art genommen hat, wurde mir gestern zugetragen. Das ist ein neues Mosaikstück, was mich gerade beschäftigt. Und es bestätigt die Situation, die ich gefühlt habe, dass eine (zusätzliche) Suchtmittel-Abhängigkeit (neben dem Alkohol) dagewesen sein könnte. Gestern hatte ich die Gelegenheit, einen anderen Blick auf seine Geschichte zu bekommen, weil ich mit jemandem geredet habe, der ihn auch gekannt hat und der ihn sehr gerne hatte.
Es war jemand aus der Familie, aber nicht zu nah dran. Da ist also genug Distanz für einen klaren Blick von einer anderer Seite. Ich habe es als extrem wohltuend empfunden, offen reden zu dürfen und mich austauschen zu können. Ich merke, dass es wichtig ist, Menschen zu haben, mit denen ich mich darüber austauschen kann und die ihn ebenfalls gekannt haben. Eine grosse Entlastung für mich.
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Samstag, 1. Oktober 2016
Warum schaffen es die einen, und die anderen schaffen es nicht? (Das Leben)
Vorsicht: Es geht um den Tod, Selbstzweifel, Suizid, Hoffnung. Und das LEBEN. Wer das nicht lesen mag oder kann, lässt es besser.
- - -
Zur Titelfrage
Dies ist eine Frage, die ich mir immer wieder stelle. Doch ich zerfleische mich nicht mehr damit. Ich habe die Distanz dazu, auch wenn es mich beschäftigt. Bald jährt sich der Todestag meines Bruders zum neunten Mal. Wie langjährige LeserInnen wissen, starb er durch eigene Hand.
Für mich stellt sich die Frage nicht mehr, ob ich es selber schaffen werde. Ich lebe. Mit Zweifeln, aber ich bin lebendig. Mein Wille geschehe. Ich bin eine harte Ego-Nuss, auch wenns mir selber nicht immer klar ist. Andere haben das erkannt und es benannt. Erst dann konnte ich selber darüber nachdenken. (danke T.!).
Und das bringt mich wiederum zum Schmunzeln. Ich freu mich darüber, zäher zu sein, als meine Lebenszweifel: Ich hungre euch aus und werde noch drüber lachen! Nein, meine Dämonen werden mich nicht kriegen. Nicht mehr. Nie mehr. Weil ich es schaffe.
Weil ich nicht so weit gekommen bin, um mich dann aufzugeben. Da ist immer wieder ein grosses JETZT ERST RECHT. Nach jedem überstandenen Sturm und jeder panischen Situation.
Ich frage auch nicht mehr die Ärzte nach einer Diagnose oder einer Prognose. Warum sollten sie mein Leben besser kenne als ich? Diese Deutungshoheit gestehe ich niemandem mehr zu.
2007. In der Familie war ich die einzige, die wirklich kapiert hat, dass mein Bruder die schiefe Bahn schon längst erreicht hatte. In seinem (grossen!) Freundeskreis gab es auch einen guten und verständigen Freund, der auch einen Verdacht hatte und der Hilfe bieten wolllte, welche von meinem Bruder aber abgelehnt wurde. Er hätte meinen Bruder auf dem Gang zu den Fachstellen und zu ärztlicher Hilfe begleitet.
Mein Bruder.
Er versuchte so viel wie möglich in sein Leben zu packen und er scheiterte daran. Viel Arbeit, hohe Sensibilität, Müdigkeit durch zu wenig Schlaf, Zweifel, Liebeskummer und Alkohol -- so würde ich es umschreiben, das war der Mix, der ihn das Leben gekostet hat. Die grundsätzliche Einsamkeit inmitten von Menschen. Die er nie losgworden ist. Sich selber keine Heimat gegen können. Das scheint ein Familienthema zu sein. Inneres Nomadentum.
Bei jedem Treffen fand ich, er sehe verlebt aus. Ich versuchte auch, ihm zu helfen. Stolz, Verletztlichkeit und ein grosser Dickkopf -- da ist schwer gegen anzukommen. Meine liebevollen Mahnungen vielen auf ausgetrockneten Boden. In mir war auch die Idee: Wenn ich es geschafft habe, schafft er es auch. Eine Illusion, wie mir jetzt klar ist.
Dass in meines Bruders Leben bereits ein Strudel war, der deutlich nach abwärts zeigte: Ich konnte das nicht wegschieben, ich spürte es. Hatte eine unterbewusst Vorahnung. Trotz allem Mitgefühl, war ich mir selber näher. Zu weit gekommen um mich jetzt wieder um jemand anderes zu kümmern. Genug Bedürftigkeiten anderer bedient, Löcher gestopft. Eigene, andere. Ich wollte das nicht mehr.
In einem kurzen Augenblick wurde mir bildlich klar, was die Konsquenz daraus sein könnte, wenn es so weitergeht, dann war das Bild wieder weg. Vom eigenen Alltag weggewischt. Und ich machte mit meinem eigenen Leben weiter. Weil ich da endlich weiterkommen wollte, ich nochmal eine Chance bekommen hatte für eine Ausbildung.
Ein paar Wochen später gab es ihn nicht mehr, meine kurze Vision war Realität geworden.
Ich vermisse ihn nach wie vor, und es bleibt eine Leere zurück. Immer. Manchmal ist sie stärker, manchmal spüre ich sie kaum. Trotzdem bin ich froh, habe ich mich für mein eigenes Leben entschieden, so beschissen das auch klingen mag. Inzwischen stehe ich vor mir selber dazu. Und ich bin verantwortlich für meinen Weg. Immer.
Bruder: Ich vergesse dich nicht, weil du in meinem Herzen bist. Doch ich habe mein Leben nicht für deins in die Waagschale geworfen, weil ich mir zu wertvoll dazu war. Weil du auch um deine Selbstständigkeit gerungen hast und ich dir deinen Willen nicht nehmen wollte. Ich habe gesehen, was aus Menschen wird, die man entmündigt hat. Welche Spuren das hinterlässt. Und ich habe verdrängt, dass ich es vorausgeahnt habe, dass du bereits ans Gehen denkst.
Wieso bekommen also die einen ihr Leben auf die Reihe und andere schaffen es nicht? Und was heisst "schaffen" überhaupt? Wer misst das und warum?
Warum packen es die einen und andere nehmen den Notausgang oder versinken für Jahre oder lebenslang in den Wolken im Wolkenkuckucksheim?
Für mich heisst "es schaffen": Am Leben zu sein. Ein möglichst selbstständiges (im Rahmen der Möglichkeiten) und selbstbestimmtes Leben zu führen. Ich weiss, dass "Erfolg" völlig verschieden definiert wird. Und in unserer Status- und Leistungsgesellschaft sicher nicht so, wie ich es gerade für mich beschrieben habe. Für mich habe ich den Grundsatz, dass ich selbstständig sein will, so gut es geht und dass ich möchte, dass sich mein Leben als lebenswert anfühlt. Alles andere ist für mich Beigemüse ...
- - -
... es gäbe noch mehr dazu zu schreiben, aber erstmal mache ich einen Punkt.
- - -
Zur Titelfrage
Dies ist eine Frage, die ich mir immer wieder stelle. Doch ich zerfleische mich nicht mehr damit. Ich habe die Distanz dazu, auch wenn es mich beschäftigt. Bald jährt sich der Todestag meines Bruders zum neunten Mal. Wie langjährige LeserInnen wissen, starb er durch eigene Hand.
Für mich stellt sich die Frage nicht mehr, ob ich es selber schaffen werde. Ich lebe. Mit Zweifeln, aber ich bin lebendig. Mein Wille geschehe. Ich bin eine harte Ego-Nuss, auch wenns mir selber nicht immer klar ist. Andere haben das erkannt und es benannt. Erst dann konnte ich selber darüber nachdenken. (danke T.!).
Und das bringt mich wiederum zum Schmunzeln. Ich freu mich darüber, zäher zu sein, als meine Lebenszweifel: Ich hungre euch aus und werde noch drüber lachen! Nein, meine Dämonen werden mich nicht kriegen. Nicht mehr. Nie mehr. Weil ich es schaffe.
Weil ich nicht so weit gekommen bin, um mich dann aufzugeben. Da ist immer wieder ein grosses JETZT ERST RECHT. Nach jedem überstandenen Sturm und jeder panischen Situation.
Ich frage auch nicht mehr die Ärzte nach einer Diagnose oder einer Prognose. Warum sollten sie mein Leben besser kenne als ich? Diese Deutungshoheit gestehe ich niemandem mehr zu.
2007. In der Familie war ich die einzige, die wirklich kapiert hat, dass mein Bruder die schiefe Bahn schon längst erreicht hatte. In seinem (grossen!) Freundeskreis gab es auch einen guten und verständigen Freund, der auch einen Verdacht hatte und der Hilfe bieten wolllte, welche von meinem Bruder aber abgelehnt wurde. Er hätte meinen Bruder auf dem Gang zu den Fachstellen und zu ärztlicher Hilfe begleitet.
Mein Bruder.
Er versuchte so viel wie möglich in sein Leben zu packen und er scheiterte daran. Viel Arbeit, hohe Sensibilität, Müdigkeit durch zu wenig Schlaf, Zweifel, Liebeskummer und Alkohol -- so würde ich es umschreiben, das war der Mix, der ihn das Leben gekostet hat. Die grundsätzliche Einsamkeit inmitten von Menschen. Die er nie losgworden ist. Sich selber keine Heimat gegen können. Das scheint ein Familienthema zu sein. Inneres Nomadentum.
Bei jedem Treffen fand ich, er sehe verlebt aus. Ich versuchte auch, ihm zu helfen. Stolz, Verletztlichkeit und ein grosser Dickkopf -- da ist schwer gegen anzukommen. Meine liebevollen Mahnungen vielen auf ausgetrockneten Boden. In mir war auch die Idee: Wenn ich es geschafft habe, schafft er es auch. Eine Illusion, wie mir jetzt klar ist.
Dass in meines Bruders Leben bereits ein Strudel war, der deutlich nach abwärts zeigte: Ich konnte das nicht wegschieben, ich spürte es. Hatte eine unterbewusst Vorahnung. Trotz allem Mitgefühl, war ich mir selber näher. Zu weit gekommen um mich jetzt wieder um jemand anderes zu kümmern. Genug Bedürftigkeiten anderer bedient, Löcher gestopft. Eigene, andere. Ich wollte das nicht mehr.
In einem kurzen Augenblick wurde mir bildlich klar, was die Konsquenz daraus sein könnte, wenn es so weitergeht, dann war das Bild wieder weg. Vom eigenen Alltag weggewischt. Und ich machte mit meinem eigenen Leben weiter. Weil ich da endlich weiterkommen wollte, ich nochmal eine Chance bekommen hatte für eine Ausbildung.
Ein paar Wochen später gab es ihn nicht mehr, meine kurze Vision war Realität geworden.
Ich vermisse ihn nach wie vor, und es bleibt eine Leere zurück. Immer. Manchmal ist sie stärker, manchmal spüre ich sie kaum. Trotzdem bin ich froh, habe ich mich für mein eigenes Leben entschieden, so beschissen das auch klingen mag. Inzwischen stehe ich vor mir selber dazu. Und ich bin verantwortlich für meinen Weg. Immer.
Bruder: Ich vergesse dich nicht, weil du in meinem Herzen bist. Doch ich habe mein Leben nicht für deins in die Waagschale geworfen, weil ich mir zu wertvoll dazu war. Weil du auch um deine Selbstständigkeit gerungen hast und ich dir deinen Willen nicht nehmen wollte. Ich habe gesehen, was aus Menschen wird, die man entmündigt hat. Welche Spuren das hinterlässt. Und ich habe verdrängt, dass ich es vorausgeahnt habe, dass du bereits ans Gehen denkst.
Wieso bekommen also die einen ihr Leben auf die Reihe und andere schaffen es nicht? Und was heisst "schaffen" überhaupt? Wer misst das und warum?
Warum packen es die einen und andere nehmen den Notausgang oder versinken für Jahre oder lebenslang in den Wolken im Wolkenkuckucksheim?
Für mich heisst "es schaffen": Am Leben zu sein. Ein möglichst selbstständiges (im Rahmen der Möglichkeiten) und selbstbestimmtes Leben zu führen. Ich weiss, dass "Erfolg" völlig verschieden definiert wird. Und in unserer Status- und Leistungsgesellschaft sicher nicht so, wie ich es gerade für mich beschrieben habe. Für mich habe ich den Grundsatz, dass ich selbstständig sein will, so gut es geht und dass ich möchte, dass sich mein Leben als lebenswert anfühlt. Alles andere ist für mich Beigemüse ...
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... es gäbe noch mehr dazu zu schreiben, aber erstmal mache ich einen Punkt.
Donnerstag, 8. September 2016
Dranbleiben ist alles (Altes entsorgen)
Unbewegt
Seit dem Betriebsausflug habe ich Ferien. Elan ist nicht vorhanden. Sonst blühe ich auf, sobald ich frei habe. Diesmal ist es anders. Der Antrieb fehlt. Und das macht mir zu schaffen, dass da eben kein Antrieb ist. Zurzeit. Ich bin irgendwie absorbiert. Kann mir aber nicht genau erklären warum. Ich fühle mich wie gelähmt. Mit Tricks überrede ich mich zu einigen Aktionen. Merke aber, dass es davon nicht "weggeht". Doch mich deswegen zu verachten, bringt mir auch nix. Daher bleibe ich einfach dran, mache was geht und denke nicht über das nach, was nicht geht. Ich weiss, es wird wieder anders werden. Von selbst.
Entsorgt
Allerdings habe ich, zusammen mit meinem Freund, mein altes Leben entsorgt. Will heissen, dass ich jede Menge Gerümpel entsorgt habe, sehr radikal in der Menge diesmal, für meine Verhältnisse. Sackweise. Mein Vater kam mit dem Auto und wir mussten 2x fahren. Einmal auf den hiesigen Werkhof. Ansässige können hier gratis Sachen entsorgen. Das zweite Mal in die nahegelegene Brockenstube (wohltätiger Second-Hand-Shop). Ein weiterer Teil landete im Glascontainer (all die Reste von Bachblütenmischflaschen und Co). Und ein anderer Teil geht in die Verbrennung. BASTA.
Hinterlassenschaften
Gestern schien es mir, als würde ich meinen eignen Nachlass regeln und entsorgen. Jede Menge Globuli, Standardmedis und Konsorten landeten im Sondermüll auf dem Werkhof. Ein ganz seltsames Gefühl. Ich brauche all das nicht mehr. Das ist vorbei. Und ja doch, ich erlebe es wirklich. Zu Lebzeiten. W i r k l i c h ...
Nein, das ist nicht mehr gut!
Der sammlerische Gedanke "das ist aber noch gut" diesmal einfach ins Kämmerchen gesperrt, ignoriert. Und das befreit mich endlich mal von materiellen Altlasten, die definitiv nicht mehr zu mir gehören. Und die mein bisheriges Ich nicht loslassen kann. Mein neues Ich schafft das, emotionslos. Und dennoch ist es anstrengend, mich durchzuwühlen. Doch: Es lohnt sich, so so sehr!
Befreit
Ich lebe jetzt seit 11 Jahren in dieser Wohnung. Und nun will ich nicht mehr in einem Warenlager leben. Jedesmal wenn ich bis jetzt von auswärts wieder heimkomme, nervte ich mich darüber. Dinge, die nicht (mehr) zu mir gehören. Ich will Platz haben in meinem eigenen Leben. Also weg damit, weg mit den alten Wegelagerern. Ich erkenne ganz klar, wo ich bisher nicht mein eigenes sondern ein (mir) fremdes Leben gelebt habe. Es fehlt mir gar nichts, wenn ich das nun loslasse. Diese Wahrheit befreit mich.
.. und wenn das Alte weg ist, gibt es Platz für Neues ...
Seit dem Betriebsausflug habe ich Ferien. Elan ist nicht vorhanden. Sonst blühe ich auf, sobald ich frei habe. Diesmal ist es anders. Der Antrieb fehlt. Und das macht mir zu schaffen, dass da eben kein Antrieb ist. Zurzeit. Ich bin irgendwie absorbiert. Kann mir aber nicht genau erklären warum. Ich fühle mich wie gelähmt. Mit Tricks überrede ich mich zu einigen Aktionen. Merke aber, dass es davon nicht "weggeht". Doch mich deswegen zu verachten, bringt mir auch nix. Daher bleibe ich einfach dran, mache was geht und denke nicht über das nach, was nicht geht. Ich weiss, es wird wieder anders werden. Von selbst.
Entsorgt
Allerdings habe ich, zusammen mit meinem Freund, mein altes Leben entsorgt. Will heissen, dass ich jede Menge Gerümpel entsorgt habe, sehr radikal in der Menge diesmal, für meine Verhältnisse. Sackweise. Mein Vater kam mit dem Auto und wir mussten 2x fahren. Einmal auf den hiesigen Werkhof. Ansässige können hier gratis Sachen entsorgen. Das zweite Mal in die nahegelegene Brockenstube (wohltätiger Second-Hand-Shop). Ein weiterer Teil landete im Glascontainer (all die Reste von Bachblütenmischflaschen und Co). Und ein anderer Teil geht in die Verbrennung. BASTA.
Hinterlassenschaften
Gestern schien es mir, als würde ich meinen eignen Nachlass regeln und entsorgen. Jede Menge Globuli, Standardmedis und Konsorten landeten im Sondermüll auf dem Werkhof. Ein ganz seltsames Gefühl. Ich brauche all das nicht mehr. Das ist vorbei. Und ja doch, ich erlebe es wirklich. Zu Lebzeiten. W i r k l i c h ...
Nein, das ist nicht mehr gut!
Der sammlerische Gedanke "das ist aber noch gut" diesmal einfach ins Kämmerchen gesperrt, ignoriert. Und das befreit mich endlich mal von materiellen Altlasten, die definitiv nicht mehr zu mir gehören. Und die mein bisheriges Ich nicht loslassen kann. Mein neues Ich schafft das, emotionslos. Und dennoch ist es anstrengend, mich durchzuwühlen. Doch: Es lohnt sich, so so sehr!
Befreit
Ich lebe jetzt seit 11 Jahren in dieser Wohnung. Und nun will ich nicht mehr in einem Warenlager leben. Jedesmal wenn ich bis jetzt von auswärts wieder heimkomme, nervte ich mich darüber. Dinge, die nicht (mehr) zu mir gehören. Ich will Platz haben in meinem eigenen Leben. Also weg damit, weg mit den alten Wegelagerern. Ich erkenne ganz klar, wo ich bisher nicht mein eigenes sondern ein (mir) fremdes Leben gelebt habe. Es fehlt mir gar nichts, wenn ich das nun loslasse. Diese Wahrheit befreit mich.
.. und wenn das Alte weg ist, gibt es Platz für Neues ...
Donnerstag, 4. August 2016
Traurigkeit
Ich weiss nicht genau, welchen Moment sie genutzt hat, um einzutreten, nun ist sie da. Die Trauer.
Ich lebe nicht das Leben, das ich gerne leben möchte. Was mich gerade schmerzt. Es fühlt sich stumpf und abgenutzt an. Und ich weiss, dass ich das JETZT ändern muss, beginnen muss, das zu ändern. Weil es sonst weiter runter geht.
Ich will mein Leben nicht ewig auf "später" verschieben (wenn ich noch "stabiler" bin etc. haha) und immer vernünftig sein (ja nur nicht übertreiben), stets mit allem und jedem Mass halten, nur weil ich ein paar seelische Handicaps habe. Ich verzichte bereits auf genügend Dinge/Events/Aktivitäten, weil ich weiss, dass diese mir schaden oder die Zeit bei mir noch nicht reif ist dafür.
Die seelischen Handicaps/Altlasten schränken mich zwar ein, doch ich will mich trotzdem nicht aufhalten lassen. Ich möchte mich endlich wieder mal richtig lebendig fühlen. Mit der Vergleicherei (mit anderen in meinem Alter) aufhören. Und mich an meinem Können freuen, dass definitiv da ist und ausgebaut werden will.
Trotz all meinen Ängsten möchte ich jetzt endlich auch auf der beruflichen Ebene mehr Zufriedenheit erreichen. Ich habe den Eindruck, unter meinen Niveau zu leben. Nicht vom Finanziellen her, sondern von den Inhalten, mit denen ich mich beschäftige. Das ist nicht meins. Definitiv nicht mehr. Gewogen und für zu leicht befunden!
Ein lauwarmes Leben, ein halbwarmes Gefühl. Mein Blog habe ich damit nicht behelligt, da ich es mit mir selber ausmachen wollte -- und nicht in der relativen (Welt-)Öffentlichkeit des Blogs.
Nun drängt es mich aber, es auch hier festzuhalten. Auch aus dem Grund, dass ich es dann nicht mehr übersehen kann und ich mich "geoutet" habe ;)
Habe in den letzten Jahren das meiste in meinem Leben der Balance untergeordent (fit und stabil genug bleiben, Schlafen, Essen, Arbeiten, Urlaub) und der Vernunft. Und jetzt sehne ich mich nach den roten Schuhen*. Den selbstgemachten bitteschön. Das Verlangen nach Exzessen hält sich inzwischen in Grenzen. Ich mag es inwzischen, das Leben wachsen selber zu lassen -- statt nur nach den roten Früchten zu greifen.
Warum halte ich es dann unter Verschluss?!
Warum halte ich mich selber unter dem Deckel ...
... Seufz ...
Für mich kommt es auch nicht überraschend, dass dieses Leben wie ich es führe, jetzt auf dem Prüfstand steht. Dezent hat sich das schon länger abgezeichnet. Gewusst habe ich es auch, dass so ein "normales" Arbeitsleben für mich eben nicht ausreicht, mich nicht ausfüllt. Da muss Leben in der Bude sein! Da muss es doch mehr geben als das tägliche Bild in Grautönen und Pastell ..
Das letzte Mal, dass ich mich wirklich freu und gut gefühlt hab, war mit meiner alten Schulfreundin, als wir vor einiger Zeit klönend im Gras lagen. Oder als ich mit anderen Zeit verbracht habe.
Mit anderen etwas erreichen, das wünsche ich mir.
Mit anderen, die auch lebendig sind!
Habe mich ganz in der täglichen Routine verkrampft. Und wage mich keinen Schritt mehr weiter. Obwohl es Visionen gibt, von einem besseren Leben, einem, in dem ich mehr aus meinen Stärken heraus leben kann.
Was mir eben auch bewusst ist, deutlich bewusst, sind meine Grenzen -- und deshalb schwanke ich. Das stecke ich Neues oder Unvorhergesehenes nicht einfach weg. Da kann mich Kleinstes nachhaltig und hinterhältig erschüttern und verunsichern.
Es ist eben nicht so, dass alles "schon mit der Zeit kommt". Es gibt Bereiche, da konnte ich nichts Stabiles aufbauen bis jetzt, weil die Sicherheit immer wieder wegbricht. Einmal Erreichtes, das an einem schlechten Tag plötzlich unerreichbar wird, mir unter der Händen zerbröselt, als wärs nie dagewesen. Da ist dann wieder Aufbauarbeit gefragt.
"Sie möchte am liebsten immer wieder von vorne anfangen", so hat es einer meiner Lehrmeister liebevoll und wohlmeinend ausgedrückt. Und er hatte recht. Wenn das Selbstvertrauen weg ist, kann ich scheinbar GAR NIX mehr. Black- und Whiteouts treten auf und dann ist da nur noch Rauschen.
Das kann mir jederzeit passieren. Da müssen nur ein paar Auslöser zusammentreffen und dann ist alles weg. (Scheinbar). Blockaden, Ängste und massive Selbstzweifel treten manchmal auch in der Freizeit auf. Das ist nicht mal davon abhängig, wie anspruchsvoll die Tätigkeit ist, mit der ich mich gerade beschäftige. Es ist mehr meine mentaLe Verfassung und die jeweilige Umgebung (inkl. Mitmenschen).
- - -
Die feine Art der Traurigkeit, die stille und doch so grosse Sehnsucht in mir nach "mehr" -- die überraschen mich in ihrer Heftigkeit dann doch. Dass etwas so Feines so stark sein kann. Das ist keine Flucht in Tagträume mehr -- das ist ein ausgewachsener Hunger nach Leben!
- - -
Ich habe, vor lauter Erleichterung darüber, ein Leben wie die anderen zu führen, endlich führen zu können, meine innere Stimme schon länger unterdrückt.
So im Sinne von: Das muss doch jetzt reichen.
Nein tut es eben nicht! Ganz und gar nicht ..
Habe auch verdrängt, dass ich so ein Leben gar nie angestrebt habe. Ich habe gemacht, was ich den Eindruck hatte, was man von mir erwartet.
- - -
Und was erwarte ich eigentlich von mir?!
Kommt da plötzlich eine lustvoll-sinnige Frage aus meinem Innern ...
- - -
Das wäre dann auch eine erste Antwort auf eine der beiden Fragen, die ich mir im vorletzen Post gestellt habe: Was brauche ich auf meinem beruflichen Weg?
Lebendigkeit,
Leben,
Freude!
Ja ...
*Die roten Schuhe -- ein Märchen von Hans Christian Andersen
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seele,
sensibel,
trauer,
whiteout,
wünsche
Dienstag, 2. August 2016
Wie solls denn sein, das neue Ich?
Mit Widerstand und Feindschaft weiss ich umzugehen. Freundschaften habe ich, "kann" ich inzwischen auch. Im Abstandhalten, Ausharren und Aussitzen bin ich ebenfalls geübt. Ich bin keine Rebellin. Bin keine Pionierin -- zuviel Schiss. Visionärin bin ich höchstens im Kleinen, den ganz grossen Wurf überlasse ich ganz gerne anderen. Zwar bin ich immer etwas subversiv aufgelegt, aber selten bösartig, Geschirr zerdeppern ist nicht (mehr) mein Stil. Soweit, so sortiert.
Alles in allem bin ich _gerade_ im Reinen mit mir selbst. Und jetzt?
Wer bin ich, wenn es gar keinen Widerstand mehr gibt? Niemanden, gegen den ich mich auflehnen muss?
Das ist die Frage NR 1, die mich gerade am meisten beschäftigt.
Und Frage NR 2: Was ist mir in meinem (beruflichen) Leben wirklich wichtig, was will ich, wohin will ich, was brauche ich?
Da gibts einige Fragezeichen, denen ich auf den Grund gehen muss. Und inzwischen auch WILL.
Alles in allem bin ich _gerade_ im Reinen mit mir selbst. Und jetzt?
Wer bin ich, wenn es gar keinen Widerstand mehr gibt? Niemanden, gegen den ich mich auflehnen muss?
Das ist die Frage NR 1, die mich gerade am meisten beschäftigt.
Und Frage NR 2: Was ist mir in meinem (beruflichen) Leben wirklich wichtig, was will ich, wohin will ich, was brauche ich?
Da gibts einige Fragezeichen, denen ich auf den Grund gehen muss. Und inzwischen auch WILL.
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Freitag, 12. Juni 2015
Sommer-Blues
Zurzeit wieder mit umwölkter Seele unterwegs. Ich kann es nicht genau zuordnen. Fühle mich traurig und etwas erschöpft. Dass mir eine langjährige Freundschaft quasi online aufgekündigt wurde, kommt dazu. Das tut einfach nur weh. Und es bleiben viele Fragen offen, da es ziemlich kompromisslos ablief. Es ist mir monatelang sehr gut gegangen, so dass ich jetzt etwas hilflos bin und erschreckt. Ich weiss, dass es wieder gut kommt mit mir, aber es braucht seine Zeit. Geduld.
Freitag, 29. November 2013
Wolfsheim -- Kein Zurück
Dieses Lied hat sich in meinem Kopf gerade festgesetzt. Darum leg ich es hier ab …
Es erinnert mich an Vergangenes. Keine falsche Sentimentalität. Auch Abschiede wollen gewürdigt werden. Ich sehe klaren Blickes zurück.
Manches tat weh die letzten Jahre. Grosse Liebe, tiefer Abgrund. Trennung. Lange Zeit ein Schmerz ohne Ende. Abschiede von vielen mir lieben alten Menschen, deren Zeit halt gekommen war …
Abschied vom Elternhaus, alle Familienmitglieder sind in verschiedene Richtungen auseinander gegangen. … Etwas später der Tod meines Bruders ...
Momentan gibts auch etwas, das mich belastet. Doch ist es nicht (mehr) meine eigne Geschichte, nicht mein eigenes Leben, das mich drückt. Bin (noch) zu einseitig durchlässig. Als Schwere empfinde ich manchmal die Schicksalsschläge, die anderen widerfahren. Ich fühle mich so hilfllos.
Das Eigene stärken.
Freitag, 8. Februar 2013
In Memoriam
In Momenten …
Immer wieder die Momente der Trauer und des Bedauerns. Mein kleiner Bruder. Warum nur hat es für ihn nicht gereicht? Das pralle Leben und das Tragische liegen nahe bei einander. Mir schnürt sich der Hals zu …
Er mochte den Film "Absolute Giganten", mich stimmte dieser Film sehr traurig. Gleiches gilt für: Herr Lehmann. Kult waren für uns beide Filme wie "Kein Pardon" oder "Schultze gets the Blues".
Als Kind sang und summte er sich selber in den Schlaf, noch lange nach dem gemeinsamen Gutenachtlied mit Papa und nach dem Lichterlöschen hörte man sein Summen …
Ebenfalls als Kind redete er gerne und viel, in Papas Urlaubsvideos machte er gerne den Clown und den Reporter vor Ort: "Hier sehen wir ... ". Beim Eishockey-Game am Computer machte er gleich selbst den Sportreporter. Das war lustig, konnte aber auch wirklich nerven! Das gleiche galt für seine Endlos-Loops beim Sampeln von Musik, argh …
Später wurde er schweigsam:Ausbilung und Berufsleben haben einen gebrochenen Menschen aus ihm gemacht. So sehe ich es heute. Erwachsenwerden nicht sein Ding, es war eine zu grosse Hürde für ihn. Er war ein Kreativer und Sensibler, der keinen Platz und Rolle fand für sich in dieser Welt. Du bist auch aus Trotz gegangen, oder?
- - -
Ich habe einen wunderbaren Menschenbruder verloren und einen Seelenverwandten, das wird mir immer wieder bewusst. Das schmerzt. Da ist eine Lücke die füllt niemand aus. Wirklich nicht. Und die muss auch ungefüllt bleiben: Du hast gelebt! Und das soll in Erinnerung bleiben …
Und dennoch gehts einfach immer weiter und weiter und weiter …
Was heisst schon verloren; ich glaube nicht mehr, dass irgendwer und irgendetwas verloren gehen kann. Doch "am Leben sein" meint eben einfach eine Präsenz aus Fleisch und Blut. Und die hast du nicht mehr. Die Unsterblichkeit der Seele wirkt als diffuses Konzept und in dieser Welt aus Fakten … Scheinbaren Fakten …
Liebe ist. Unbewiesen. Immer da.
Ich liebe dich …
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Montag, 22. Oktober 2012
Brand New Angel – Jeff Bridges
Ein Song zum Gedenken an meinen "kleinen" Bruder M.
(27.3.1984–23.10.2007)
Eine andere, wunderbare Version, inkl Lyrics
Mehr über M. und mich und die Musik:
Zum Gedenken
Verhallend
3 weisse Rosen
Kindheitslieder und Erinnerungen
Samstag, 16. Juni 2012
Rückblende
Interessantes Recycling des Nachts: Träume von früher. Bruckstückhaftes, Hängengebliebenes aus der Schulzeit. Schliesse ab. Weniger Träume von Tieren gerade, die sind sonst häufiger. Habe den Eindruck, endlich mal einiges verarbeiten zu können, was "liegengeblieben" ist. Schreiben ist nicht mehr so nötig, wie es einmal war. Nicht mehr der absolut notwendige Exorzimus. Und doch … befreiend.
Die letzten Jahre waren zu anstrengend, es ging immer nur vorwärts, Ausbildung. Mehrere Menschen die mir viel bedeutet haben, sind gestorben. Keine Zeit und Musse, das was war zu betrachten und einzuordnen. Habe mich mit Arbeit eingedeckt, um nicht mehr fühlen zu müssen.
Nun, da mit der neuen Stelle etwas mehr Ruhe eingekehrt ist, gehts ans Recycling. Einiges ist wohl auch der Homöopathie geschuldet (Konstitutionstherapie).
Gerade wird auch der Freitod meines Bruders wieder Thema. Vorallem die Zeit vorher. Viele Erinnerungen an gemeinsam verbrachte Zeit und Filme, Musik die wir beide mochten (Norah Jones, Katie Melua, Singer/Songwriter ..). Das bleibt seltsamerweise am deutlichsten: Filme. zB Schultze Gets The Blues, .. diesen Film haben wir beide gemocht. Als ich das Video entsorgt habe, war es erst halb geschaut. Wir konnten es nicht mehr zu Ende schauen, er ist vorher gegangen. Vor kurzem sah ich "Fleisch ist mein Gemüse" und habe diesen Film innerlich meinem Bruder gewidmet. So ein ähnliches Leben lebte er auch …
Ich finde es traurig und tröstlich zugleich, diese Verbindungen und Gemeinsamkeiten zu spüren. Er hat sich gewünscht, an einen Ort zu gehen, wo Musik anstelle vieler Worte die verbindende Sprache ist. Ich hoffe (und ahne) es ist ihm gelungen!
Die letzten Jahre waren zu anstrengend, es ging immer nur vorwärts, Ausbildung. Mehrere Menschen die mir viel bedeutet haben, sind gestorben. Keine Zeit und Musse, das was war zu betrachten und einzuordnen. Habe mich mit Arbeit eingedeckt, um nicht mehr fühlen zu müssen.
Nun, da mit der neuen Stelle etwas mehr Ruhe eingekehrt ist, gehts ans Recycling. Einiges ist wohl auch der Homöopathie geschuldet (Konstitutionstherapie).
Gerade wird auch der Freitod meines Bruders wieder Thema. Vorallem die Zeit vorher. Viele Erinnerungen an gemeinsam verbrachte Zeit und Filme, Musik die wir beide mochten (Norah Jones, Katie Melua, Singer/Songwriter ..). Das bleibt seltsamerweise am deutlichsten: Filme. zB Schultze Gets The Blues, .. diesen Film haben wir beide gemocht. Als ich das Video entsorgt habe, war es erst halb geschaut. Wir konnten es nicht mehr zu Ende schauen, er ist vorher gegangen. Vor kurzem sah ich "Fleisch ist mein Gemüse" und habe diesen Film innerlich meinem Bruder gewidmet. So ein ähnliches Leben lebte er auch …
Ich finde es traurig und tröstlich zugleich, diese Verbindungen und Gemeinsamkeiten zu spüren. Er hat sich gewünscht, an einen Ort zu gehen, wo Musik anstelle vieler Worte die verbindende Sprache ist. Ich hoffe (und ahne) es ist ihm gelungen!
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Samstag, 22. Oktober 2011
Zum Gedenken
Für meinen Bruder M., den Denker, Dichter, Musiker, Rapper und Hiphop-Fan (1984-2007). Dein Leben war kurz und doch erfüllt. Leider hast du zu schwer daran getragen. Du hast dich dagegen entschieden.
23. Oktober 2007. Ein Tag den ich nie vergessen werde.
- - -
Zum Glück hast du mir die Musik dagelassen. Seither mag ich Hip Hop.
Das ist dein Vermächtnis.
Darum dieses Lied - das wir beide so mochten - für uns beide und alle die zuhören mögen ..
One Love - ei Liebi
für immer ..
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Mittwoch, 6. April 2011
Blowing in the wind …
Eins fügt sich zum anderen. Langsam wird ein Schuh draus. Wenn mir etwas nicht mehr taugt: Weg mit dem Scheiss! Die Fetzen der Vergangenheit sind eben nur noch genau das: Fetzen und Lappen. Das ängstigt mich nicht mehr. Ich lasse sie fliegen. Gutes Wetter, um sie als Drachen steigen zu lassen und ordentlich die Keller und Verliesse zu lüften – und dort kurzfristig und spontan eine Flutlichtanlage zu installieren… Das eine oder andere Dämönchen flüchtet sich dadurch schleunigst ganz wo anders hin. Dahin wo es hergekommen ist. Yeah!
Montag, 24. Januar 2011
3 weisse Rosen
Diese wunderbar unschuldigen Rosen habe ich für meinen verstorbenen Bruder gekauft. Ich habe sie nicht auf den Friedhof gebracht. Zu diesem Ort der Trauer kann ich keine Verbindung aufbauen, er löst wenig in mir aus. Sondern ich habe die Rosen zu dem Haus gebracht, in dem M. zuletzt lebte. Dorthin zieht es mich ab und zu, dort kann ich Innehalten, Trauern, Gedenken... Das ist auch der Ort, an dem es mich mit voller Wucht trifft. Dort verliert sich seine Spur. Von dort aus suche ich mir meinen Weg zurück in mein eigenes Leben.
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