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Freitag, 12. Januar 2018

Wieder über den Berg

Ausser der Wand am Ende der Sackgasse habe ich die letzte Zeit oft nicht mehr viel gesehen. Überreizt und schwermütig, ich fühlte mich wie versteinert, nach aussen machte ich weiter.

Jetzt habe ich den Ausgang auf der anderen Seit der Gasse wieder gefunden, auch weil mir einige liebe Menschen Mut gemacht haben. Bin ich gerade wieder einmal über den Berg. Ich schlafe besser und bin einige Erkenntnisse und Erfahrungen reicher. Ich erkenne nun, dass ich mit meiner Art, in die Welt zu sehen, es mir schwerer mache, dass ich mich mental in Kleinkriegen und Gedankengängen verheddere, aus denen ich nicht so leicht wieder rauskomme.

... von einer lieben Freundin bekommen ....


Die alte Blockadehaltung; ich gegen der Rest der Welt. Was mir nicht gut bekommt ist abends zu lange Fernsehen und an den anderen digitalen Medien hängen. Und wenn ich in Lebenssituationen komme, wo ich immer nur reagieren kann, statt selber eine Aktion zu starten, dies löst Ohnmachtsgefühle und Überwältigtsein in mir aus und dann kommt die Schwärze oder Agression und Wut. Andererseits nehme ich auch viele Kleinigkeiten viel zu ernst und persönlich, die mich dann runterziehen. Stelle mich selber immer wieder in Frage, prüfe und hinterfrage mich selbst.

Ich hatte erst den Eindruck, dass ich den Winter viel besser wegstecke, als in anderen Jahren. Dies ist auch so. Doch es sind ganz neue Herausforderungen da, mit denen ich nun umgehen lerne. Zum Beispiel mehr Verantwortung bei der Arbeit, Zuständigkeit über einen grösseren Teil. Wenn ich zu wenig Rücksicht nehme und mir zuviel Zusätzliches zumute, dann geht es schief. Es ist wichtig, dass ich meiner Veranlagung, meiner sensiblen Konstitution, ja, meinem ganzen Wesen, Beachtung schenke -- und die Möglichkeit zur Erholung! Ich bin niemand anderes. Ich bin schon stark, aber auch ein recht verletzlicher Mensch und nicht besonders belastbar. 

Ich darf mir in meiner Freizeit nicht zu viel zumuten und ich muss auf meine Gedankenwelt achtgeben. Ich brauche immer Zeit und Raum zur Erholung, mehr als andere das vielleicht brauchen. Das ist wichtig. Und es ist in Ordnung.






Donnerstag, 8. September 2016

Dranbleiben ist alles (Altes entsorgen)

Unbewegt
Seit dem Betriebsausflug habe ich Ferien. Elan ist nicht vorhanden. Sonst blühe ich auf, sobald ich frei habe. Diesmal ist es anders. Der Antrieb fehlt. Und das macht mir zu schaffen, dass da eben kein Antrieb ist. Zurzeit. Ich bin irgendwie absorbiert. Kann mir aber nicht genau erklären warum. Ich fühle mich wie gelähmt. Mit Tricks überrede ich mich zu einigen Aktionen. Merke aber, dass es davon nicht "weggeht". Doch mich deswegen zu verachten, bringt mir auch nix. Daher bleibe ich einfach dran, mache was geht und denke nicht über das nach, was nicht geht. Ich weiss, es wird wieder anders werden. Von selbst.

Entsorgt
Allerdings habe ich, zusammen mit meinem Freund, mein altes Leben entsorgt. Will heissen, dass ich jede Menge Gerümpel entsorgt habe, sehr radikal in der Menge diesmal, für meine Verhältnisse. Sackweise. Mein Vater kam mit dem Auto und wir mussten 2x fahren. Einmal auf den hiesigen Werkhof. Ansässige können hier gratis Sachen entsorgen. Das zweite Mal in die nahegelegene Brockenstube (wohltätiger Second-Hand-Shop). Ein weiterer Teil landete im Glascontainer (all die Reste von Bachblütenmischflaschen und Co). Und ein anderer Teil geht in die Verbrennung. BASTA.

Hinterlassenschaften
Gestern schien es mir, als würde ich meinen eignen Nachlass regeln und entsorgen. Jede Menge Globuli, Standardmedis und Konsorten landeten im Sondermüll auf dem Werkhof. Ein ganz seltsames Gefühl. Ich brauche all das nicht mehr. Das ist vorbei. Und ja doch, ich erlebe es wirklich. Zu Lebzeiten. W i r k l i c h ...

Nein, das ist nicht mehr gut!
Der sammlerische Gedanke "das ist aber noch gut" diesmal einfach ins Kämmerchen gesperrt, ignoriert. Und das befreit mich endlich mal von materiellen Altlasten, die definitiv nicht mehr zu mir gehören. Und die mein bisheriges Ich nicht loslassen kann. Mein neues Ich schafft das, emotionslos. Und dennoch ist es anstrengend, mich durchzuwühlen. Doch: Es lohnt sich, so so sehr!

Befreit
Ich lebe jetzt seit 11 Jahren in dieser Wohnung. Und nun will ich nicht mehr in einem Warenlager leben. Jedesmal wenn ich bis jetzt von auswärts wieder heimkomme, nervte ich mich darüber. Dinge, die nicht (mehr) zu mir gehören. Ich will Platz haben in meinem eigenen Leben. Also weg damit, weg mit den alten Wegelagerern. Ich erkenne ganz klar, wo ich bisher nicht mein eigenes sondern ein (mir) fremdes Leben gelebt habe. Es fehlt mir gar nichts, wenn ich das nun loslasse. Diese Wahrheit befreit mich.


.. und wenn das Alte weg ist, gibt es Platz für Neues ...

Mittwoch, 3. August 2016

20 Jahre und 1 Monat

.. ist es her, dass ich aus der Schule (Realschule) gekommen bin. Manche Mitschüler lagen sich heulend in den Armen. Ich war hingegen einfach froh, dem täglichen Nervenkrieg des Mobbings entronnen zu sein.

All der Pisakerei und den Plagen, den offenen und verdeckten Angriffen. Raus aus der Schule. Dass da dann erstmal kein neues Leben, kein aufregendes Kapitel auf mich wartete, stattdessen die Depression aus Erschöpfung, ist ein anderes Thema.

Letzte Nacht träumte es mir von dieser Schulzeit, vermischt mit Personen aus meinem jetzigen Leben. Mehr amüsant als aufregend. Ich habs hinter mir, scheint mir. Jahrestage ohne schlimme Gefühle. Ist verheilt. Mit den Folgen ringe ich teilweise noch.

Samstag, 8. Juni 2013

Was eine nicht umbringt …

… macht eine stärker … so heisst es ja ganz lapidar. Passt schon. Wobei ich das nie jemandem ins Gesicht sagen würde!

Bei mir ist es ums mentale Überleben gegangen. Ich war nie an Leib und Leben bedroht, wuchs in einem behüteten Umfeld auf. Aber ich fand keinen Platz für mich und mein Sein in dieser Welt, eckte an. War eine Mimose. Trotz und Stolz: Anderssein wurde zu meinem Schutzschild und Markenzeichen. Ich war ja sowieso nirgends "passend", also machte die Not zur Tugend. Galt als kreativ und als Träumerin, verhaltensoriginell. Versuchte, mich mit dieser einer Mischung aus Phantasie, Anderssein, Trotz und Anpassung durchzubringen. Fand auch einzelne Freundinnen.

Ich war nur ganz einzelne Male in meinem Leben versucht, den Notausgang zu wählen. Und dann darum, weil ich mich von jemandem verlassen oder zutiefst verletzt gefühlt habe. Weg sein, nicht mehr fühlen müssen.

Was ich aber kenne, ist das Gefühl von tiefer Hoffnungslosigkeit und Resignation. Ein anhaltendes Tief über Wochen, Monate und Jahre sogar. Ein dicker schwerer Mantel in dem ich mich manchmal sogar Zuhause fühlte. Ich musste plötzlich nichts mehr, weil ich ja nicht konnte!

Diese Empfindungen waren wirklich lange Teil meines Lebens. Verweigerung, Blockade. Ich gegen der Rest der Welt. Etwa so wars.

Ich würde sagen, diese Not, mich in der Aussenwelt nicht zurechtzufinden, es hat sich erst so richtig in den letzten paar Monaten geändert. Ich schnalle jetzt, dass das wirklich MEIN Leben ist. Die Verzweiflung erlebe ich nur noch in kleinen Episoden und sie erschüttert nicht mehr mein ganzes Sein, Leben, ist dann mehr wie ein Schatten oder eine Form der bekannten Lähmung.

Jahrelang war ich depressiv. Wobei ich heute verstehe, dass die Depression vor allem die Maske meiner grosse Angst und Verwirrheit war. Sinn dieser Lähmung. Bevor ich was Falsches mache, oder mich ausliefere, mache ich lieber gar nichts. Dieser Zustand hat wirklich lange angehalten.

Ich brauche ihn nun nicht mehr!

Freitag, 26. August 2011

Umbau und Schlangenhaut

Ich habe meine Blogtapete gewechselt. Hab mich vorerst mal in der Bibliothek verschanzt. Was Altvertrautes wird als vorübergehende Bleibe ganz passabel sein. Mit Kaminfeuer und Ohrensessel. Währends draussen in der Welt stürmt und ich selber einen Kokon brauche. Cocooning. Die Nachrichten bleiben aussen vor, und ich studiere lieber die grösseren Zusammenhänge. Und ich versuche, vor allem, mich selber besser zu verstehen und meinen ganz normalen Alltag zu leben.

In meinem Leben ist ebenfalls Umbau. Ich habe eine neue Arbeit, läuft ganz gut. Mit vielen Unsicherheiten, doch auch ersten Erfolgen und in einem angenehmen Arbeitsklima. Der viel grössere Umbau findet währenddessen in mir selbst statt. Die Müdigkeit der letzten Jahre.. Kann ich die denn nie ablegen?! Ich spüre schon die nächste Krise herannahen, wenn man das so nennen will. In meinem Leben laufen die Veränderungen meist über schmerzhafte Metamorphosen. Schmerzhaft vielleicht deshalb, weil ich mich dagegen sträube, dauernd eine neue zu werden. Die uralte Schlange häutet sich, wälzt sich aus der zu eng gewordenen Haut. Es ist eine mühsame Prozedur.  Ich versuche zu verstehen, woran das liegt. Ist es Schicksal? Oder sehe ich das zu fatalistisch? Manchmal kann ich es einfach nur an- und hinnehmen. Worte reichen da nicht hin, wo der Urgrund dieser Gefühle liegt. Hm, ich kann es nicht Gefühle nennen, es ist elementarer. Elemente. Ungefärbt. Urschlamm. Es gibt kein Ankommen. Es gibt nichts zu erreichen. Nur ein Sein. WachSein. DaSein! Sei da; Denn DaSein heisst; da zu sein...
In meinem Erleben ist es auch nichts, was sich einfach so ändern liesse; ich lebe sehr stark in diesen Zyklen und Elememten, das wird mir immer deutlicher bewusst. Ich muss da durch. Gerade ist es eine immense Erdenschwere und eine tiefe Trauer, die ich spüre. Die Bürde der Existenz. Inkarnation. Vielleicht als Anker, um nicht davon zu driften, Form annehmen, irdisch sein, ...

Mittwoch, 26. Januar 2011

Unter Wasser atmen

An manchen Tagen ist es schon viel wert, einfach am Leben zu blieben. Es gibt immer einen Grund, sich nicht das Leben zu nehmen. So drückte es eine erfahrene Freundin aus. Trotz allen inneren und äusseren Widerständen und Abgründen dranbleiben. Sich von Minute zu Minute hangeln ist auch eine Überlebensstrategie.

Es ist ein tröstlicher und warmer Stolz, kein überheblicher, der mich zuweilen erfüllt. Ein Stolz, dass ich ihn überstanden habe, diesen Tag, der Stolz, dass ich den inneren Dämonen einmal mehr die die Stirn geboten habe. Die Angst vor der Angst und die Angst vor dem Schmerz verlieren, ich lasse mich reinfallen, denn dann ist der Aufprall sanft. Unter Wasser atmen, wenn ich mal wieder in den Brunnen gefallen bin. Ich KANN schwimmen, ich kenne die Tiefe und ich weiss auch, wo es wieder ans Licht geht.

Immer ein "Trotzdem" auf den Lippen und Schalk im Nacken behalten – und den aufrechten Gang und ein offenes Herz..

Warm bleiben, auftauen, freudig und geschmeidig bleiben. Trotz der Schwere, in der Schwere: Mir Raum und Nähe schaffen. Diese beiden unabdingbaren Lebenselexiere... Es geht, ich bewege mich frei..

Leben heisst lebendig bleiben...
Ich weiss wies geht.