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Freitag, 8. März 2024

Neuro-dingens

Mir wird bewusst, dass ich anders vernetzt bin in meinem Sein und Denken, es schon immer war. Ich habe Formen von grossen Begabungen (Sprache, Imagination, Intuition, Kreativität) und in anderen Bereichen da hapert es recht (Koordination, Mathematik, Systeme verstehen, soziale Interaktion in Gruppen). 

Mir hilft der Begriff der Neurodivergenz und ich ordne mich da ein. Ich brauche keine Diagnose, kein Schema, keine Therapie. Doch es tut mir gut, dass die Wissenschaft doch langsam versteht, dass Menschen nicht genormt sind und man zu lange die Abweichungen von der Norm als krankhaft und behandlungsbedürftig angesehen hat. 

Mir gibt das eine Genugtuung. Und ich treffe auf andere, auf Lebensgeschichten von anderen und Erfahrungen und Tools, die mir helfen. Ich verstehe mein Scheitern, mich in ein gesellschaftlich anerkanntes System einzufügen.

Das grosse Bedürfnis, es irgendwo zu lesen, was ich denn bin, ist weg. Wer soll denn das besser wissen als ich?! Niemand. 

Die spannende und wirklich wichtige Frage ist: wie komme ich klar? Wie gestalte ich ein gutes Leben für mich? Und das ist ein schöner Weg. Ich brauch halt Wanderschuhe und genügend Wasser und Proviant dazu! Und Menschen, die auch unterwegs sind. 

Freitag, 31. März 2023

Mir selber nahesein

 ... aus dem Schutzpanzer zu kriechen, den ich mir jahrelang angepasst habe, und dem ich mich dann angepasst habe, stellt sich als langwierig und stellenweise schwierig und schwer heraus. Ich könnte mich weiter vor dem Leben verstecken. Doch der Panzer bröckelt, engt mich ein. 

Sogar mich selbst, wage ich zu umarmen, ich pirsche ich mich an mich selbst heran, mache mir Komplimente. Bewundere im Spiegel die Muskeln, die ich durch die körperliche Arbeit angesetzt habe. Meine Lebensgefährtin grinst, wenn sie mich dabei erwischt. Und dabei Kokettiere ich mit ihr: Gefalle ich dir denn? Manchmal fühle ich mich wie ein Teenager und manchmal als die Frau von Mitte Vierzig, die ich laut Zahlen bin. Und ich will einfach Mensch sein, ausserhalb von Schubladen. Ich werde geliebt. Ich werde gebraucht. Und ich wage zu lieben und ich brauche andere auch. Besonders sie.

Ich komme dem Fühlen wieder näher. Nachdem ich jetzt länger im persönlichen gefühlsmässigen Lockdown verbracht habe. Ich bin einer Abwärtsspirale bis auf den Bodensatz gefolgt. Ich ertrage die Enge meiner Abwehrmechanismen nicht mehr und verzweifle dann doch wieder am Gefühl des Ausgeliefertseins wenn ich mich aus dem Kokon gewunden habe. Wenn sich viele Gefühle bewegen, ist das gut und doch auch "gefährlich" nach alter Wahrnehmung. Es braucht Geduld. Von mir und von den mich umgebenden Menschen. 

Bewegung ist da. Therapien sind auch nicht alles. Wozu noch? Es ist ja alles da! Ich wage mein Leben. Für jemanden, der gerne und viel denkt und sich Systeme zu eigen macht, kann der Schuss in der Therapie auch nach hinten losgehen. Ich weiss inzwischen zu viel. Ich kann alles im Kopf lösen. Vermeintlich. Mich für unerwünschte Gefühle und Empfindungen zu bestrafen, das kann ich auch. Das hat keine Therapie mir nehmen können. Ich habe es perfektioniert, über Gefühle nachzudenken, statt sie zuzulassen.  

Wohltuender sind Körperbehandlungen, ein Spaziergang, ein gutes Gespräch. Druck loslassen geht im Schreiben und im Reden. 

Der Lebensschmerz wird weniger, indem ich mich an jedem neuen Tag den Herausforderungen stelle. Ich habe einen Platz auf dieser Welt und Menschen, die mir nahe sein wollen. Dem Leben kann ich mich nur mit Leben stellen, wie ich merke. Ich wage es.

Mittwoch, 2. Februar 2022

Yin-Schwäche, Covid und alternative Links

Zur Schwäche, die ich schon länger in mir trage, habe ich hier einen guten Artikel gefunden, der mir viel bringt. Da erkenne ich mich darin und mir ist auch klar, dass ich mich schon seit Jahren in dieser Abwärtsspirale befunden habe. Es macht Sinn für mich. Auch, dass konkrete Handlungsweisen und Tipps für die Ernährung besprochen werden.

Yin-Schwäche

Zu Covid habe ich aus Neugier alternative Infos zum Heilungsprozess recherchiert, mein Forschergeist wurde durch die eigene Erkrankung herausgefordert. Ich komme mit dem medizinischen System immer weniger zurecht und wünsche mir Wege, meine Gesundheit selber pflegen zu können, statt einfach Medikamente zu nehmen. Für mich ist das Universum beseelt und verwoben. Wir sind ein Teil des ganzen und keineswegs isoliert. Frequenzen, Schwingungen und Resonanzen sind für mich genauso real wie andere "Tatsachen".

Es kann doch nicht sein, dass wir als Gesellschaft und in der Medizin Symptome bekämpfen. Dass wir unsere Umwelt, uns (das Mikrobiom im Darm und im ganzen Körper, durch Medikamente und weitere Belastungen) und das Wasser vergiften (z.B. Desinfektion) und dann erwarten, dass alles gut wird. 

Das macht mich wütend. Für mich sind das Kurzschlusshandlungen aus Hilflosigkeit und mangelnden Antworten heraus. Menschliche Ignoranz. Die Weltverschwörung gibts meiner Meinung nach nicht. Und: der gesunde Menschenverstand ist durch nichts zu ersetzen, das Bauchgefühl ist auch wichtig. Das kann aber auch heissen, sich nach dem eigenen Gutdünken zu richten.

Ich habe mich letztes Jahr zwei mal Impfen lassen, danach war bei mir "die Luft raus" und der Wille für weitere Massnahmen dieser Art weg, aufgrund der körperlichen Schwäche. Da habe ich mit dem Boostern erstmal zugewartet. Dann kam Covid zu mir. Und nun ist erstmal 4 Monate diese Frage wegen dem weiteren Impfen geklärt ... 

Ein hilfreiches Interview fand ich, mit dem Virologen Alexander Kekulé. Eine Pille oder Impfung und dann ist gut, das funktioniert eben nicht. 

Fündig wurde ich bei meinen Recherchen in der Naturheilkunde, bei der Ernährung und bei der europäisch angepassten Traditionellen Chinesischen Medizin.

Der Gedanke aus der TCM, dass auch der ständige Konsum von Medien und News einen krankmachenden "Wind" produziert, dieser hat mir gefallen. Ständiger Alarmismus schadet eben doch, das sagt ja auch der Virologe im obigen Interview. Dass das Entrümpeln der Wohnung die Lunge unterstützt, fand ich auch einen spannenden Input (zweiter Link).

21 Nahrungsmittel, die das Immunsystem stärken

5 ungewöhnliche Tipps für dein Immunsystem

Es gibt noch weitere Ansätze, einen möglichen Zusammenhang mit dem Epstein-Barr-Virus als Vorerkrankung (möglicher Grund für gewisse Fälle von Long-Covid) .. doch es führt ins Uferlose.

Epstein-Barr-Virus und Covid

Was das Epstein Barr Virus mit Hashimoto, Erschöpfung und Long Covid Symptomen zu tun hat

Grundlegend finde ich, dass auch eine Erkrankung mit einem anderen Virus seine Ursachen hat, schliesslich muss da ja ein Schlupfloch sein, so dass sich ein Virus niederlässt und dann muss eine Schwäche vorhanden sein, dass es da nicht nur sanft schlummert, sondern auch ausbricht. Der Zusammenhang zwischen Psyche und Körper wird m.E. auch noch viel zuwenig berücksichtigt. Ab wann ist der Körper anfälliger für Schwäche"parasiten"? Es könnte eine Zusammenhang mit dem Lebensstil, (Existenz)ängsten, tiefsitzendem Groll, Lebensfrust geben ... das ist nur so ne vage Idee die mir ein Vögelchen gezwitschert hat ;)

Aus eigener Betroffenheit hier noch ein Link, wie eine Mandelentzündung alternativ angegangen werden könnte, bei mir stand eine Halsentzündung vor der Covid-Infektion:

Streptokokken & Angina: Symptome, Ursachen, Behandlung ohne Antibiotikum

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Dies sind weder Empfehlungen, noch Anweisungen oder medizinische Ratschläge. Bitte wendet euch bei Beschwerden an das medizinische Fachpersonal. 


Ist-Zustand (upgedated)

2/2/2022

So, fertig mit dem Geheule. Ich spüre, dass es wieder aufwärts geht! Der graue Tigerkater auf meinem Schoss schnurrt, und schaut mir zu, wie ich in die Tasten haue. Ein echtes Highlight ist er, der Kerl.

Gerade ist vieles mühsam und ich muss mich informieren. Übers Arbeitsrecht muss ich Klarheit bekommen, wegen dem Kranksein (bekomm ich meinen Lohn trotzdem?). Beim geplanten Urlaub den wir nicht genau so nicht antreten können wie gebucht. Da muss ich einiges Klären mit dem Buchungsportal und der Besitzerin etc. Ich hasse Telefonieren und sowas alles Abklären, es stresst mich. Weil ich immer befürchte, es falsch zu machen. Aber es muss sein. Meine Lebensgefährtin ist zurück bei der Arbeit -- und froh für alles, was ich regeln kann. 

Brennholz für den Kachelofen hab ich auch noch bestellt. Bald alles weggeheizt. Alles so logistische Dinge die ich nicht gerne mache. Was solls. Ich machs so gut ich kann, trotz innerem Selbstverurteilungsprogramm. Dann lass ich eben das "alte Band" laufen bis es sich abgenützt hat und mache nebenher weiter. Den Kopf in den Sand zu stecken ist einfach keine echte Option mehr! 

Grundsätzlich ist Power da. Wenn ich sie nicht für mich nutze, sondern mich selber sabotiere, dann läuft mein Leben ins Arge! Zwischendurch muss ich mich dann wieder hinlegen, weil die Kräfte nachlassen. Auch das: Annehmen!

Geduld ... Geduld! ... Seufz

. . .

3/2/2022

Auch heute sitzt der Tigerkater wieder auf meinem Schoss, während ich schreibe. Ich nenne ihn seit dem ersten Lockdown meinen Bürokollegen ;) Den ersten Lockdown 2020 hab ich ja bereits hier im Haus meiner Lebensgefährtin verbracht. Er ist an sich ein gemütlicher, ruhiger und zurückhaltender Kollege, der auch nicht in Zoommeetings reinplatzt, so wie andere Katzen das machen ... Nur bisweilen schreit er mich an, vor allem wenn es nach 14 Uhr ist, ... denn bald gibts ja was zu Essen (16.30h). Und da kann er mich nicht früh genug daran erinnern! Ich könnte es ja vergessen ... 

Heute morgen hab ich bereits einiges geregelt und ich spüre, dass ich wirklich jeden Tag mehr Kraft habe. Den Lebensfaden halte ich fest, den roten Faden habe ich wiedergefunden. Die mentale Kraft zu behalten ist die allergrösste Geduldsarbeit und ich bin da dran. Das ist ein ganz neuer Weg, diese komplexe Welt friedlich zu halten, die mich ausmacht. Zu vieles hab ich unterdrückt, zu lange. Der innere Kampf ist meine Realität gewesen, zu lange. Die 8.5 Jahre in einem Arbeitsumfeld, in dem ich mich fremd und falsch gefühlt habe, haben Spuren hinterlassen. Da habe ich mich (teilweise) selber verlassen. Aus Frust. Diese Verbindung zu mir selbst zu kappen, das hat mir geschadet. Aber sie hat mir geholfen, mich besser verstehen zu lernen. Auch Umwege sind Wege! Verstehen kann am Ende nur ich mich selbst. Und ich verstehe mich.

Ich hab so sehr versucht, Anschluss an diese "normale" Welt zu finden, dass ich einfach immer weitergemacht habe. Auch einiges von dem, was ich letztes Jahr ausprobiert habe, waren Fehlschläge. Doch ich bin dadurch gewachsen und ich hab mich weit mehr getraut als jemals zuvor! Vielleicht kann ich manches auch als "Ausschlussverfahren" abhaken. Immerhin hab ich mich getraut! 

Bei einer der letztjährigen beruflichen Verpflichtungen (abgeschlossen) da wartet noch jemand, auf etwas, was ich nicht zu geben bereit bin, da kann ich inzwischen darüber herzlich lachen. Mit Abstand sehe ich das Missverhältnis und ich habe jetzt das Bewusstsein, um diese Situation noch aufzulösen. Mit Geduld und den richtigen Worten. Ich bekomme das hin.

Den roten Faden habe ich inzwischen wieder aufgenommen, ich bin mit mir verbunden. Das Band ist stark. Einiges ist noch arg am Rumoren, doch das Hinschauen bringt mich weiter und ich merke, dass ich wirklich selber Laufe und nicht die Erwartung habe, dass mich jemand rettet. Und das fühlt sich stark an!

Dienstag, 1. Februar 2022

Ja (ja zum Weg, ja zu meiner Gestalt und ja zu meinem Sein und Werden)

Aus meinem Seelenhunger heraus habe ich einst ganz laut: WACHSTUM! ins Universum hinaus gerufen. Und das geschieht nun, konsequent ... ohne Wenn und Aber. 

Ich erinnere mich noch an den Herbst 2017, da hatte ich eine Vorahnung, dass sich mein Leben verändern wird. Es war wie ein ferner Ruf den oder ein inneres Reissen/Gerissensein das ich innerlich spürte/hörte und es machte mir auch etwas Angst, da ich es nicht verstehen oder einordnen konnte. Es war ein unwiderstehlicher Sog, der mich aus meinem alten Leben herausgelöst und herausgepulst hat. 

Heute, mehr als 3 Jahre später, sieht mein Leben so ganz anders aus, und die Angst ist nicht ganz gewichen, ich ahne, da kommt noch anderes. "Zu Ende" ist es jedenfalls nicht. Das ist eher erst der Start ...

Aber nicht nur die Leber wächst mit ihren Aufgaben (danke Herr Hirschhausen)! Auch ich tue es ... Ich wachse. Täglich .. Und dann kommt mir Rilke in den Sinn. Dankbar bin ich auch für: Seelenverwandte, die Kunst, das Göttliche und das Internet (wo ich wiederum auf Seelenverwandte und Impulse stosse). Dankbar bin ich für die Kraft der Natur, die sich um mich und in mir, immer wieder Bahn bricht, manchmal mit Wucht. Bis es wieder stimmt: So muss das sein ... Ich wehre mich, nach wie vor, manchmal. Ich kenne meine Aufgaben und doch wehre ich mich gegen meine Bestimmung. Ich muss wahrhaftig sein und ich muss Wahrheiten aussprechen. Ich muss gestalten und ich werde gestaltet. 

Ich ziehe eine Göttinnenkarte in meiner Not der letzten Zeit: Bleudewedd. Die Blumengöttin. Mutter Erde. Gut. Die Erde fordert einen Tribut von mir. Ich werde krank. Es macht Sinn. Der Engpass will überwunden werden, und wenn ich nicht selber zur Ruhe finde, dann halt so ... 

Aktuell genese ich gerade von Covid19, das letzte Woche bei mir ausgebrochen ist, und ich bin auch daran, die Erschöpfung zu überwinden, die ich schon seit letzten Herbst spüre. 

Es ist immer wieder die Auseinandersetzung damit, wer ich eigentlich bin, die Frage nach meiner Identität. Wenn ich mir fremd werde, hat das Konsequenzen. Es gibt kein Zurück mehr! Ein zu enges Gefäss, ein zu enger Geist, zu enge Verhältnisse, das passt nicht mehr.

Diese Auseinandersetzung mag sich nicht allen Menschen so existenziell und wesentlich zeigen, wie sie es bei mir tut. Die Auseinandersetzung gehört zu meinem Wesen und meinem Weg und ich will/muss darüber schreiben. Auch das ist mir wichtig. 

Mir geht es gut damit, zwischen den Geschlechtern zu stehen, und zu den Gestaltwandlern zu gehören.  Und ich wachse in dies alles hinein, da ist mein Weg, da ist der Platz, an den ich gehöre. Mein Bauch sagt ja, und Wärme breitet sich in mir aus.


Mittwoch, 12. Januar 2022

Aussaat (1)

Ja, es ist noch Winter.

Doch. Wachstum. ist. spürbar. Ich will aussäen. Und zusehen wie's wächst!

Ich bin da und anerkenne, was ist. 

Mich selber auszuhalten, die Königsdisziplin. 

Der Selbstwert ist ein wackliges Ding. Unstet. Auch das, hinnehmen. Weiterleben. 

Ich habs genügend probiert, mich daran abgearbeitet.

Lass mich jetzt. Einfach leben. Einfach sein. 

Mich selber sein lassen. Mich mich selbst sein lassen.

Es wühlt zwar im Innern, doch ich anerkenne es.
Niemand muss mehr "nach mir schauen". Ich schaue mir selber!

Daraus wächst mir Stärke; dass ich für mich selber verantwortlich bin.
Ich werde geschätzt, geliebt, kann ich es annehmen?

Und dieses starke Wesen, das mir da mit grossen Augen aus dem Spiegel entgegensieht. Bin ich?

Ich bin.


Montag, 15. November 2021

Und wenn sie tanzt ...

Ich habe mich auch in sie verliebt, weil sie tanzt. Und wie sie tanzt ... 

Es lief griechische Musik (Rena Morfi) und ich staunte sie an. Die Musik war mir fremd, aber sie begeisterte mich. Mit ihren ganz eigenen Bewegungen und ohne Hemmungen tanzte diese Frau zu der Musik und es stimmte alles. Es war ansteckend und dann tanzte die Mehrheit der Gruppe auf der grossen Terrasse, bevor der Malkurs startete ...

Die Musik begleitet uns weiter. Wir tanzen ... Freestyle und aus vollem Herzen. Häufig läuft griechische Musik. Doch gerade habe ich mich in eine Band reingehört, griechisch-türkisch, die ich gerne teile:


Cafe Aman Istanbul

https://youtu.be/Y-CqlJtRVlE



Dienstag, 2. März 2021

Etiketten?! Ne, danke. Mein Leben hat viele Farben.

Was mich nebenher privat noch beschäftigt, sind meine widersprüchlichen Emotionen, denen ich gerade auf den Grund gehe. Voll unter Dampf zu stehen, schleisst mich auch recht und wirbelt Altes hoch. Ich spüre viel mehr Power als in den letzten Jahren, da ich mich weniger selber blockiere und mein Coming Out als Mensch andauert. Ich hab mich soweit weg versteckt gehalten, mich zurückgehalten, mein Licht gedimmt. Es ist ein langes und intensives Rauskommen. Ich staune. 

Andererseits: wohin mit der nun freiwerdenden Kraft? Wofür verwende ich sie? Und da komm ich ins Stolpern. Allzuoft spült es alte Angst und Tabus hoch und manchmal spür ich auch, dass ich meine Gefühle blockiere und taub werde. 

Ich darf nicht ...

Stark sein, meine Persönlichkeit zeigen, anders sein, grüblerisch sein, kompliziert sein, widersprüchlich sein, empfindlich sein, genau sein, impulsiv sein, sensibel sein, Ideen haben, anderer Meinung sein, mich von der Masse abheben .... usw.

Ich hab überlebt, bin da. Ich lebe mein Leben in vollen Zügen und ein Zurück geht nicht mehr. Ich bin da. Ich bin sichtbar. 

Da kleben noch so viele Etiketten an mir! Soviel Energie geht noch in diesem Ballast verloren und der Mut sinkt wieder.

Und wenn ich mich mit LGBT+ Themen beschäftige, regnet es neue Labels. Als was labele ich mich denn nun?! Ich merke, dass ich dazu gar keine Lust habe. Rauskommen um dann wieder in einer Schublade zu verschwinden? Ne, soweit gekommen, das tue ich mir nicht an. 

Ich bin Anne. Basta. Und ihr findet mich irgendwo unter dem Regenbogen. Das Leben ist bunt...



Donnerstag, 7. Januar 2021

Tag 94 (In Bewegung kommen)

Vor 11 Tagen habe ich mir eine Abnehm- und Bewegungsapp runtergeladen. Zu steif bin ich geworden, mental und körperlich. Das Aus-dem-Hausgehen ist eine Herausforderung. Bin zum Stubenhocker geworden seit die Arbeit im Garten wegfällt. Nun, die Trainings haben mich wirklich in Bewegung gebracht, und auch mein Inneres in Aufruhr. Das ist schon spannend. Gestocktes in Bewegung zu bringen, ist nicht nur ein körperlicher Prozess. Die Emotionen gehen mit. Ich würde sagen, dass es sich lohnt. Die Psyche ist noch etwas hinterher und oft verzagt, aber dem Körper gehts schon wieder besser. Weniger Verspannungen im Rücken.  Straffer und mit einem besseren körperlichen Gleichgewicht gehe ich durch meine Tage, die regelmässige Erinnerung der App hilft mir, dranzubleiben. Es ist ein Weg. Das Rausgehen wird auch wieder klappen, wenn ich dranbleibe!

Sonntag, 28. Juli 2019

Schwachstellen und Vorwärtsgehen (Therapie)

(Werbung wegen Verlinkung zu Youtube, nichtkommerziell)

Es kommt gerade vieles hoch und das ist schwer auszuhalten. An den Wochenenden in ich oft im Ausnahmezustand. Allerdings empfinde ich es nicht als durchwegs schlimm. Es ist vielmehr ein Potpourri an verschiedensten Emotionen und es kostet Kraft, da durchzugehen. Nicht unbedingt das, was man sich an einem Wochende wünscht, wo Zeit und Raum wäre, sich zu erholen.

Manches Subtile, was ich verdrängt habe, kommt ins Bewusstsein. Meine grösste Angst ist, nicht gesehen zu werden. Oder dass was ich zu geben habe (Beruf, Beziehungen, Freundschaften), einfach nicht reicht. Ich merke, wie sich die Extreme in mir mildern, die Selbstzweifel bleiben mir treu. Und ich bin nicht die einzige in der Familienhistorie, die damit zu tun hat.

Seit Anfang Juni gehe ich wieder zu einem Homöopathen, nachdem ich mit meinem schwankenden Selbstwert und Angstzuständen (sowie Schlafstörungen) wieder dermassen zu ringen habe, dass ich Hilfe brauchte. Und es lässt sich vielversprechend an, es gibt einen Anstoss, dass wieder Bewegung in meine Resignation hineinkommt.

Darüber reden allein (seit Oktober wieder Psychotherapie), bringt es nicht. Es vermag Klarheit zu bringen, doch die Emotionen lindern, kann es nicht.  Ich bin bereit, genauer hinzusehen und woran es dann oft hapert, ist, mir in diesen Momentan liebevoll zu begegnen. Die neue Therapeutin ist empathisch und hört auch zu. Ich fühle mich erkannt als die, die ich bin. Mit meinen starken und schwachen Seiten.

Die vorherige Therapeutin konnte irgendwie nicht so recht mit mir, das habe ich gespürt. Wenn ich zurückschaue, hab ich mich auch nicht richtig gesehen gefühlt. Auf meine Ängste im Beruf hat sie lapidar geantwortet, dass dies allen Berufsanfängern so geht. Das war als Aufmunterung gemeint, war aber gar kein Trost. Mag sein, aber bei mir sind sie immer noch da, auch nach mehr als 7 Jahren. Schliesslich hat sie das Therapieverhältnis beendet, weil sie meinte, dass es mir gut genug gehe und sie sich um Leute kümmern wollte, die ernsthafte psychiatrische Probleme haben. Der Wortlaut war nicht genau der, aber darauf lief es hinaus. Heute denke ich mir: Was zur Hölle?!

Das Gute daran war, dass ich nicht mehr dort hingehe. Es war ein nötiger Bruch. Aber es hat mich auch soweit verunsichert, dass ich von Psychiatern genug hatte. Meine Hausärztin hat mich wunderbar begleitet. Die Allgemeinärzte erlebe ich _manchmal_ als dem Menschen zugewandter als die Fachspezialisten. Das ist an sich schräg.

Danach hab ich mich 6 Jahre ohne psychotherapeutische Hilfe durchgebracht. Wie sehr mich dieses Abspeisen verunsichert hat, merke ich erst jetzt, mit der neuen Therapeutin. Weil es hier ganz anders ist und sie mir gesagt hat, sie würde nie ein Therapieverhältnis von sich aus beenden!

Vieles an Emotionen ist noch ans Leistungsdenken und an ein Gefühl des Unwertseins gekoppelt und davon kann ich mich nur langsam lösen. Das Zuweniggutsein ... ich kenne es schon so lange. Wieviel davon werde ich in meinem Leben ablegen können?

Und mich hat es berührt, als mir mein Bruder dieses Lied von John Mayer als Link gesendet hat, ich habe es nun unzählige Male gehört und es bedeutet mir viel. Wahre Worte, wahre Fragen und doch ist auch was Erlösendes in diesem Lied, weil es anderen ebenfalls so geht und ich einen Bezug finde.




Sonntag, 25. Februar 2018

Ent-Wicklung und eine Zeit der Grenzerfahrung

Die letzten Monate waren eine der Zeit der Grenzerfahrungen. Ich wurde bei der Arbeit so sehr gefordert, dass ich mich wirklich mit mir selber auseinandersetzen musste. Als wäre ich nonstop auf dem Prüfstand. Meine eigene Ernsthaftigkeit und Besorgtheit wurde mir voll bewusst. Ich musste sicheres Gebiet verlassen auf dem ich mich eingearbeitet hatte und mich auf ungewohntem Terrain behaupten und beweisen, zB darin, andere Menschen führen. Da fühlte ich mich so unwohl und da kam die Angst, dass ich wieder zu dominant auftrete, was mir schnell passiert, wenn ich meine eigene Unsicherheit nicht aushalte. Die Feedbacks waren jedoch durchwegs positiv. Mir sind meine Schwächen im Sozialverhalten durchaus bewusst und ich bleibe da dran.

Arbeit und Baustellen gibt es immer noch genug. Komfortzonen haben sich in meinem Leben sowieso selten nach Komfort angefühlt; eher nach "hier halte ich es einigermassen aus". Das "aber dir gehts doch jetzt gut?" und "das ist doch jetzt gar nicht so schwierig?" -- solche Aussagen von Mitmenschen haben mich immer irritiert. -- > Was weisst du denn, wie es IN mir aussieht? Was es mich kostet, jetzt nicht wegzulaufen!

Das innere Getriebensein war stets deutlich stärker als das kurzfristige Moment des Wohlbefindens. Doch ich will nun endlich ankommen in diesem meinem Leben!

So waren diese letzten Monate auch eine Chance, meinen Handlungsspielraum zu erweitern und mich selber auf andere Weise zu erfahren. Ich hätte mich sicher selber nie einem solchen Stress ausgesetzt. Doch aufgeben wollte ich an diesem Punkt auch nicht mehr. Wenn Entscheidungen getroffen werden müssen, ist irgendwann schluss mit Selbstzweifeln und Zögerlichkeit. Jetzt kann ich das rückblickend anerkennen, vorher empfand ich es einfach oft als Alptraum.

Geholfen hat mir mehr Bewegung und Sport. Viele Spaziergänge in der Mittagspause und an den Wochenenden. Das Training vom Montag und neu das Schwimmen am Freitag. Den angestauten Stress durch Bewegung abzubauen, funktioniert bei mir!

Geholfen hat mir auch der Mann an meiner Seite, mit offenen Ohren und Armen. Ein Mensch der seit 14 Jahren an mich glaubt, mit dem ich gemeinsam wachsen konnte.

Wenn ich nun in einen Spiegel schaue, sehe ich wirklich mich selbst, denn das Bild ist klar und deutlich. Ich fühle mich, sehe mich mit allen meinen Facetten. Es sind viele verschiedene Facetten. Manches lässt sich kaum gemeinsam in einem Menschen unterbringen und so ist immer eine Spannung da. Ich habe keine Angst mehr vor dem, was da ist. Es fühlt sich wahr an. Ich konnte mich weiter entwickeln, bin aber auch deutlich über meine Schattenseiten gestolpert. Es geht nun eindeutig nicht mehr zurück ins Schneckenhaus, weil ich da nicht mehr hineinpasse. Eine Ent-Wicklung raus aus alten Verstrickungen und aus dem gewohnten Verwirrtsein.

Ich gehe aufrecht.

Sonntag, 18. Februar 2018

Wichigste Erfahrung, schwierigste Lektion ..

Selbstannahme, Selbstliebe statt --> Selbstablehnung und Selbstverachtung. Es ist so einfach, sich selber abzulehnen. So gehts mir jedenfalls ... Und der Weg zur Selbstliebe gleicht einer harten Trekkingtour. Doch jeder Meter auf diesem Weg lohnt sich zehnfach ...

Samstag, 10. Februar 2018

Frühling im Kopf




Ich will in Möglichkeiten denken. Doch. Ich will. Als unmöglich Empfundenes wahr machen. Die Blickrichtung lenken, auf das was ich umsetzen will.

Mittwoch, 17. Januar 2018

Sortierarbeit ("ich müsste ..")

Mein Kopf wird nach und nach freier und klarer. Die innere Hetze entsteht meist dadurch, dass ich mir Druck mache(n lasse). All diese "du müsstest jetzt" die dauernd auftauchen, ich kann die Mehrzahl davon getrost fallen lassen. Ich stelle mir dann immer wieder die Frage: Wer sagt denn, dass ich das jetzt muss?! Und dann verpufft es. Schön ...

Freitag, 12. Januar 2018

Wieder über den Berg

Ausser der Wand am Ende der Sackgasse habe ich die letzte Zeit oft nicht mehr viel gesehen. Überreizt und schwermütig, ich fühlte mich wie versteinert, nach aussen machte ich weiter.

Jetzt habe ich den Ausgang auf der anderen Seit der Gasse wieder gefunden, auch weil mir einige liebe Menschen Mut gemacht haben. Bin ich gerade wieder einmal über den Berg. Ich schlafe besser und bin einige Erkenntnisse und Erfahrungen reicher. Ich erkenne nun, dass ich mit meiner Art, in die Welt zu sehen, es mir schwerer mache, dass ich mich mental in Kleinkriegen und Gedankengängen verheddere, aus denen ich nicht so leicht wieder rauskomme.

... von einer lieben Freundin bekommen ....


Die alte Blockadehaltung; ich gegen der Rest der Welt. Was mir nicht gut bekommt ist abends zu lange Fernsehen und an den anderen digitalen Medien hängen. Und wenn ich in Lebenssituationen komme, wo ich immer nur reagieren kann, statt selber eine Aktion zu starten, dies löst Ohnmachtsgefühle und Überwältigtsein in mir aus und dann kommt die Schwärze oder Agression und Wut. Andererseits nehme ich auch viele Kleinigkeiten viel zu ernst und persönlich, die mich dann runterziehen. Stelle mich selber immer wieder in Frage, prüfe und hinterfrage mich selbst.

Ich hatte erst den Eindruck, dass ich den Winter viel besser wegstecke, als in anderen Jahren. Dies ist auch so. Doch es sind ganz neue Herausforderungen da, mit denen ich nun umgehen lerne. Zum Beispiel mehr Verantwortung bei der Arbeit, Zuständigkeit über einen grösseren Teil. Wenn ich zu wenig Rücksicht nehme und mir zuviel Zusätzliches zumute, dann geht es schief. Es ist wichtig, dass ich meiner Veranlagung, meiner sensiblen Konstitution, ja, meinem ganzen Wesen, Beachtung schenke -- und die Möglichkeit zur Erholung! Ich bin niemand anderes. Ich bin schon stark, aber auch ein recht verletzlicher Mensch und nicht besonders belastbar. 

Ich darf mir in meiner Freizeit nicht zu viel zumuten und ich muss auf meine Gedankenwelt achtgeben. Ich brauche immer Zeit und Raum zur Erholung, mehr als andere das vielleicht brauchen. Das ist wichtig. Und es ist in Ordnung.






Sonntag, 10. Dezember 2017

Mentale Stärke und mentale Einstellung

Das ist etwas, wo ich mich immer wieder auf Kurs bringen muss, denn da schwächle ich schnell. Ich bin leicht zu entmutigen und zu erschrecken -- und damit kämpfe ich nach wie vor. Der Alarmzustand ist meine zweite Natur (gewesen). Mental bauen sich innert Minuten ganze Berge, nein, eher ganze Gebirgsketten, vor mir auf und diese scheinen mir dann unüberwindbar. Die Gedanken beginnen zu kreisen und Schreckensszenerien erscheinen vor meinem inneren Auge. Bald darauf reagiert der Körper -- und der Stress wird auch physisch spürbar. Ich erkenne das jetzt deutlich. Ich lebe nicht mehr in dieser diffusen Angst- und Stresswolke, bin nun präsent und wach.

Und ich erkenne auch, dass ich (eigentlich) jederzeit einen Schritt zurücktreten kann -- oder mehrere, um zu prüfen, was ich nun tun kann und will -- und wie ich das Szenario für mich entschärfen kann. Und ob ich mich wirklich den Alptraumszenarien hingeben will, diesem Strudel aus Altlasten und erschöpfenden Gedankenketten.

Will ich nicht! Eben.

Den Fokus anders ausrichten. Ich kann mir Mut machen und meine Optionen nun prüfen. Allenfalls kann ich jemanden anderes zuziehen, auch einen Fachmenschen, um eine andere Sicht oder eine nötige Hilfe zu bekommen. Und ich kann schauen, dass ich zur Ruhe komme, dass mich die Schreckgespenster nicht aussaugen.

Es ist ein wirklich schmaler Grat vom Ändern meiner momentanen Einstellung zu diesem seltsamen "Positiven Denken", dem ich äusserst skeptisch gegenüberstehe. Es nützt nichts, über die Alpträume einfach einen schönen Teppich zu legen. Das ist das, was mich daran stört.

Ratlosigkeit, Schrecken, Stress, Schicksalsschläge, Ängste und andere Probleme des menschlichen Lebens muss man manchmal einfach als solche benennen (dürfen) um damit klarzukommen. Es gibt einfach Dinge im Leben, die schwer sind, für mich, für andere -- und ich möchte nicht zu allem und jedem im Leben immer Lächeln oder Lachen aufsetzen oder anderen dazu raten "es doch positiv zu sehen".

Mentale Stärke kommt für mich auch aus dem Nachgebenkönnen, mich neu orientieren zu können, wenn ich feststecke. Dazu gehört auch, mich immer wieder selber aus dem Sumpf zu ziehen. Meine Vorhaben in kleinere Etappen unterteilen zu können, wenn die Wegstrecke zu lang ist, ist da ebenfalls mit dabei und die Möglichkeit haben, einen anderen Weg einzuschlagen als ich eigentlich mal vorgesehen hatte. Das habe ich gelernt.

Vieles ist in Bewegung gekommen ... und das ist gut so.





Montag, 23. Oktober 2017

Genau 10 Jahre her ...

VORWEG: Es geht um den Suizid eines Angehörigen und meinem Leben damit. Wer das nicht lesen mag oder kann, lässt es besser.  



 Genau auf den Tag 10 Jahre ist es her ...
... dass mein kleinen Bruder gestorben ist.

Er fehlt immer noch. Der Schmerz darüber ist geringer geworden und ich kann ihn gut (er)tragen. Ich fühle mich dem Leben verbunden. Der Vergangenheit nachzuhängen, mich in Wehmut und "was wäre wenn nicht ..." zu verlieren, bringt mir nichts und es passt nicht mehr zu mir.

Das sein lassen, was eine nicht mehr ändern kann.
Ich weiss, es geht seit langem nur noch darum, mein eigenes Leben bestmöglich zu leben -- und wo ich kann und es stimmt -- mein Licht nach aussen zu tragen und strahlen zu lassen:

Und das zu leben, was da ist. Zuversicht zu hegen und pflegen. Das Schöne zu sehen. Die Liebe und die Leichtigkeit gewinnen lassen und das Leben frei fliessen zu lassen ...


Weitere Texte zum Thema unter diesem Link.


Sonntag, 1. Oktober 2017

Herbstfarben (durchmischt)



Bereits in den Ferien begann es bei mir seelisch schattiger zu werden. Der alljährliche Herbst-Stimmungsumschwung ... hin zu mehr Tiefe, Substanz, aber auch hin zu mehr schweren Gedanken. Dann kam noch eine heftige emotionale Knacknuss für mich hinzu. Seither bin ich in verhaltener Stimmung.

Für mich da sein. An guten wie an schlechten Tagen. Damit aufhören, das was ich habe schlechtzumachen, sondern es aufwerten -- die schwereren Stimmungen akzeptieren ohne sie runterzuspielen oder zu dramatisieren. Mich nicht gegen den Fluss meines Lebens stellen.

Ein schöner Moment, in dem ich kürzlich merkte, dass ich genau das Leben lebe, das ich immer wollte: Keine eigene Familie. In einer festen Beziehung lebend, in der beide frei sind. Selbstbestimmt. Selbstverantwortlich. Ohne grosse Sachzwänge. Keine grossen finanzielle Wünsche. Das fühlt sich ganz nach «Ernte» an. Ein schönes Gefühl mit Ende Dreissig.






Donnerstag, 31. August 2017

Im leeren Raum


Mir kommt es vor, als stände ich nun in einem leeren Raum. Fast die ganze alte Möblierung ist rausgeflogen, ganz viel Ballast ist weg. Unsicherheit. Vor allem gegenüber anderen Menschen. Benehme ich mich richtig, anderen Menschen gegenüber? Bin ich zu aufdringlich, zu distanziert, wie komme ich an? Bin ich daneben? Es sind nicht mehr die alten bewertenden Gedanken. Es ist eher ein Erstaunen und Erkennen. Es ist, als würde ich aus einem sehr langen Dornröschenschlaf erwachen.

Mir wird klar, dass vieles in meinem bisherigen Leben ein Handeln aus einem tief empfundenen Defizit heraus war. Die Welt hat mich ständig überwältig. Davor wollte ich mich schützen. Da kommt auch ein wenig Scham hoch, weil ich mein Verhalten (gegenüber anderen) jetzt neu sehe. Vieles in meinem Leben steht auf dem Prüfstand. Selbstmitleid und starke Bedürftigkeit, Angst, Angriff und Trotz, Profiliersucht (Geltungsdrang) und Dominanz, Besserwisserei, Abwehrhaltung, Helfersyndrom, Ablehnung, Trotz, starke emotionale Umschwünge, Kontrolle ausüben .. das ist mir vertraut. Ein ganzes Bündel von Verhaltensweisen, die dazu dienten, mir Sicherheit zu geben, mein mentales Überleben zu sichern und mir (scheinbare) Überlegenheit gegenüber anderen zu geben. Mechanismen, die mir Raum und Zeit verschafft haben und damit die ständige drohende Ohnmacht in Schach hielten. "Es" im Griff zu haben war meine ständige Bemühung.

Vakuum. Ich fühle mich unsicher. Mir ist noch unklar, wie ich mich nun neu "einrichten" will. Wer bin ich denn überhaupt?! Was will ich in meinem Leben haben? Was passt noch? Welche der alten "Möbel" kann ich eventuell noch verwenden?! Ich bin froh, dass ich Menschen kenne, die mich genau "so" mögen und annehmen wie ich war und bin. Auch in der momentanen Phase. Mir hilft gerade das klassische Buch "Wenn Frauen zu sehr lieben" von Robin Norwood sehr. Ich erkenne Muster in meinem Leben, habe viele Aha-Erlebnisse. Werde ruhiger und gelassener dadurch.

Das was ich oben beschreibe, waren alles Strategien eines überforderten gestressten Menschen. Vieles davon erkenne ich heute noch, in viel milderer Form, aber ich verurteile mich nicht mehr dafür. Ich habe so lange in Angst und Stress gelebt. Ich bin immer noch daran, mich davon zu erholen und es ist ok. Und: Ich bin auch nur ein Mensch, ich kann und muss nicht perfekt sein. Ich arbeite nach wie vor an mir. Doch auch das will gelernt sein: Wissen, wann ich genug nachgedacht und an mir verbessert habe und einfach "leben" ....

Meine Stärke zu leben, aus dem Selbstwert und der Fülle heraus zu handeln, statt starr in den alten Abläufen zu bleiben, das ist ein Prozess in dem ich mitten drinstecke. Und den ich (inzwischen) schätzen gelernt habe.

Sonntag, 20. August 2017

Kleinst-Urlaube / Zwischenräume gestalten / Work-Life-Balance

Ich habe vieles in meinem Leben der Nützlichkeit unterworfen und dem geordneten Tagesablauf. So bleibe ich zwar arbeitsfähig, aber das reicht einfach nicht aus. Es kann nicht sein, dass mein Leben nur in bestimmten Zeiträumen "stattfindet" in denen ich erholt und mental fit genug bin, um es auch zu geniessen. Es gib genug Gründe, mich bei der Arbeit zu ärgern. Ich will in Zukunft nicht mehr jeden Grund dazu wahrnehmen :)

Ich kann mein Leben nicht auf später aufschieben
Da am Abend nach der Arbeit und am Wochenende nicht immer Energie für die geplanten Aktivitäten da ist, muss ich meine Woche nochmal unter die Lupe nehmen. Was mir auffällt: Das Geniessen kommt allgemein zu kurz bei mir, ich bin eher in Daueranspannung. Mein Leben aus Wochenende zu schieben, funktioniert aber nicht. Abhilfe schaffen mir kleine Oasen im Alltag.

Gemeinschaft neu lernen
Das Zusammensein mit anderen erlebe ich nun anders als früher. Das ist inzwischen auf eine Art erholsam, dass ich einfach mal aus meinem Denkgebäude herauskommen kann. Die negativen Erfahrungen aus meiner Kinder-Vergangenheit müssen sich nicht wiederholen, denn ich werde inzwischen respektiert. Das Mass (wie oft und wie lang in in Gemeinschaft bin) entscheidet hier und auch die Menschen, mit denen ich zusammen bin. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich an jedem (Arbeits)Ort Menschen finde, mit denen ich gut auskomme und mit denen man sich auch etwas tiefergründig unterhalten kann. Meist sind es ein oder zwei. Und das ist eine gute Erfahrung. Ich selber schaue, was für mich stimmt und ich fühle mich freier in diesen Entscheidungen. Wenn es zwischenmenschlich stimmt, kann ich auch mal Loslassen. Und das hab ich sehr vernachlässigt, das Loslassen.

Mit dem Fluss treiben lassen
Zwei Mal war ich Mittags mit Arbeitskollegen in der Aare in Bern schwimmen. Das fand ich schön. Diesen grünen kühlen Fluss mitten in der Stadt zu haben, ist eine Wohltat. Eine Farbe wie Gletscherwasser (das Wasser kommt ja auch aus den Bergen) und man hört millionenfach die kleinen klirrenden Kiesel, die von der Strömung mitgetragen werden. Auch ausserhalb des Wassers. Ein ganz eigentümliches Geräusch ...

In die Bäume sehen
Am Arbeitsplatz hab ich eine Vertraute gefunden, die mir zur Freundin wurde. Mittags sind wir immer wieder in einem kleinen Park mitten in Bern. Auf der PicNic-Decke zu liegen und in die Bäume zu schauen, das geniesse ich.

Antizyklisch unterwegs sein
Wochenendtrips und Wochenendausflüge finde ich alles andere als erholsam. Kaum da, ist man schon wieder weg. Oder man sitzt mit der halben Schweiz im Zug, weil alle in die Berge wollen. Wo man sich dann gegenseitig an den schönsten Orten auf den Füssen rumlatscht. Es mag Menschen geben, die das geniessen können. Ich gehöre ganz bestimmt nicht dazu! Die Alternative: Das Unscheinbare zu geniessen, das ganz in der Nähe liegt. So wie wir es hier und hier gemacht haben. Das ist nah, machbar, überschaubar -- und unterwegs sind so wenig Menschen, weil alle an den "schönen Orten" sind :)

Yuhuhuuuuu .... viel Grün und Landschaft für lau!