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Freitag, 1. Juli 2022

43?! was, jetzt schon ...

1. Juli 2022

Heute ist mein Geburtstag und nun bin ich 43 Jahre alt, wie ist das denn passiert?! Etwas verdattert ob der Höhe der Zahl... Es wird schon stimmen. Nun. Mein Leben stellt sich sowieso laufend um. Heute wird kein Krisentag, das spür ich. Sonst sind so Jahrestage aka Geburtstag manchmal kippelig.

Im Gartencenter des Baumarkts werde ich noch bis Ende Monat arbeiten. Ich habe soviel erlebt in diesen 1.5 Jahren ... Unglaubliche Kameradschaft und zwischenmenschliche Wertschätzung für mich als Wesen Anne. Ganz breit gefächerte Erlebnisse mit Kunden, Chefinnen, KollegInnen, die Arbeit mit den Pflanzen ... und persönlich bin ich sicher gereift und selbstbewusster geworden. 

Aber auch genervter und manchmal sehr frustriert. In so engen Schemen und Vorgaben kann ich nicht am besten Arbeiten. Da werde ich trotzig.

Im Team passte es. Doch in den oberen Etagen geschieht Fragwürdiges. Dazu kommt niedriger Lohn bei recht viel Arbeit .. keine fixen freien Tage, kein fixer Beschäftigungsgrad, da muss was anderes her. Ich hatte nach einer Festanstellung gefragt (Monatslohn), nächste Botschaft war (zeitgleich, zufällig), dass alle Stundenlöhner daheim bleiben dürfen bis der Umsatz wieder kommt. Schock! Da hab ich interveniert. Das Schweizer Arbeitsgesetzt wird freestyle angewendet. 

Wenn schon wenig Geld, dann mit mehr Selbstbestimmung. Ab August werde ich die Selbstständigkeit wagen. Das macht mir noch Bammel, doch ich will es ausprobieren. Meine Freundin meinte: wenig Geld kann man auch anders verdienen als im Baumarkt ;)

Einen grafischen Auftrag hab ich und Gartenaufträge hat meine Lebensgefährtin an Land gezogen. Es ist alles andere als "vernünftig" ... und doch, ja, das machen wir. Für ein Auskommen wirds reichen und sonst gibts, bei meinen Skills, auch einen Plan B. Von Garten über Gestaltung bis bis IT-Kundensupport liegt viel drin. Nun gehts aber darum was ich WILL. Und ich will ausprobieren... Spielen, spinnen, wagen! Selbstverantwortlich leben, meinen Weg weiter austesten und ausreizen... Ja, das will ich.

Happy Birthday, ... to me!


18. August 2022

Die neue Freiheit will gewagt werden und kostet Nerven, Lehrgeld, Auseinandersetzungen, Ehrlichkeit. Und doch, dies fühlt sich recht an. Eine Zwangspause hält uns gerade noch auf, beide sind wir gesundheitlich nicht recht auf dem Damm, aber es wird. Wahrscheinlich war dieses Atemschöpfen nötig.


Dienstag, 2. November 2021

Aller Seelen ...

Etwas düster in der Stimmung und Verfassung, und die Jahreszeit ist halt auch so. Andererseits mag ich ja gerade diese Zentrierung, die diese Zeit des Jahres mit sich bringt. Innerlichkeit und Konzentration, Rückzug aufs Wesentliche. Das Abgründige und Schwere, Erdige schwingt halt auch mit. Unter Menschen zu sein, strengt gerade besonders an. Vielleicht ist die irdische Schwere da für die nötige Bodenhaftung bei aller Innenschau? Ja, so mag es sein.

Die Selbstzweifel sind hochaktiv, wenn ich bei der Arbeit bin. Nun arbeite ich im Innenbereich der Gartenabteilung und kenne mich da schlecht aus. Das stresst. Die Kunden erwarten Auskünfte zu Rasenmähern und Laubbläsern und Co, die ich nicht geben kann. Trotzdem verstecke ich mich nicht vor ihnen ;) Ich stelle mich dem Ganzen, und muss halt auch viel meine Kolleginnen fragen, die auch unter Druck sind, wegen Personalmangel. Das fühlt sich nicht gut an und macht mich nervös. Als finanzielles Zubrot wasche ich Zuhause Betriebswäsche, was für mich stimmig ist und was ich nebenher machen kann, Bügeln muss ich nicht, das wäre nix für mich.

Der Todestag meines Bruders jährte sich zum 14. Mal am 23. Oktober. Omas Todestag fast zum gleichen Zeitpunkt, einfach 2 Jahre vor seinem. Wir (Bruder mit Tochter, Mutter und ich) trafen uns letztes Wochenende mit vier von seinen alten Kumpels, die ihm immer noch die Treue halten. 

Ich dankte einmal im gemeinsamen Gruppenchat dem Organisator des jährlichen Treffens für die Treue und es kam diese Antwort: "Ich glaube ich rede für alle, wenn ich sage, dass er ein Teil unseres Lebens ist und dies auch bleibt."

Das Treffen berührte mich tief, einmal mehr. Schade ist, dass dies ihn nicht im Leben halten konnte, so gute Freunde zu haben! 6 tolle und wahrhafte Freunde und es reichte nicht. Natürlich ist da auch immer noch Trauer, und manchmal bin ich in meinen Träumen auch die grosse Schwester, die mit dem kleinen Bruder schimpft, wegen dem Mist, den er verbockt hat. Ja, Trauer ist da und ein "schade". Vor allem weil mein Vater ja im Dezember 2018 auch noch gestorben ist. Ich ehre das Andenken der beiden. Und ich lebe mein eigenes Leben so gut und wahrhaft wie ich es vermag!

Meine eigenen Tiefen: Ich halte dagegen mit Gebet, Yoga, Gesprächen und dem, was ich sonst zustande bringe. Ich weiss, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Dass dieser leicht ist, kann ich nicht sagen. Doch er ist lohnend, es ist meiner und ich werde begleitet, von Menschen und anderen Wesen. Auch einem Wesen mit vier Pfoten und weichem Fell ... unserem Kater, der die Weisheit und Sensibilität hat, mich zu erreichen.

Menschen gelangen mit gestalterischen Anliegen in letzter Zeit an mich, ich konnte einer Lernenden mit den Adobe Programmen helfen und ich spüre, dass ich da wieder Substanz am Knochen habe in der Gestaltung und Kunst --- und aus dem Vollen schöpfen kann. Die berufliche Pause war jetzt lang genug, der Hunger ist wieder da! 

Heute lege ich einen Gestaltungstag ein, da ich frei hab. Einen Blumentopf hab ich aufgehübscht und ein weiterer wartet noch drauf. Nebenher läuft die Betriebswäsche in der Maschine. Das kreative Tagebuch, wo ich reinmale und reinschreibe, liegt neben mir. Ich ringe mir ab und zu eine Seite ab. Und freue mich dann, wenn ich wieder durch das Buch blättere, es lohnt sich.

Zudem hab ich mal wieder Hand angelegt und mir selber einen 5mm Haarschnitt verpasst, es musste mal wieder sein. Danach auch immer der Griff zum Kajal um meine Augen zu betonen... den brauchts. So fühle ich mich als mich selbst. Bei aller Radikalität. Weich und hart zugleich, unvergleichlich mich selbst ... beständig in meiner Wandlungsfähigkeit.

Montag, 23. Oktober 2017

Genau 10 Jahre her ...

VORWEG: Es geht um den Suizid eines Angehörigen und meinem Leben damit. Wer das nicht lesen mag oder kann, lässt es besser.  



 Genau auf den Tag 10 Jahre ist es her ...
... dass mein kleinen Bruder gestorben ist.

Er fehlt immer noch. Der Schmerz darüber ist geringer geworden und ich kann ihn gut (er)tragen. Ich fühle mich dem Leben verbunden. Der Vergangenheit nachzuhängen, mich in Wehmut und "was wäre wenn nicht ..." zu verlieren, bringt mir nichts und es passt nicht mehr zu mir.

Das sein lassen, was eine nicht mehr ändern kann.
Ich weiss, es geht seit langem nur noch darum, mein eigenes Leben bestmöglich zu leben -- und wo ich kann und es stimmt -- mein Licht nach aussen zu tragen und strahlen zu lassen:

Und das zu leben, was da ist. Zuversicht zu hegen und pflegen. Das Schöne zu sehen. Die Liebe und die Leichtigkeit gewinnen lassen und das Leben frei fliessen zu lassen ...


Weitere Texte zum Thema unter diesem Link.


Mittwoch, 3. August 2016

20 Jahre und 1 Monat

.. ist es her, dass ich aus der Schule (Realschule) gekommen bin. Manche Mitschüler lagen sich heulend in den Armen. Ich war hingegen einfach froh, dem täglichen Nervenkrieg des Mobbings entronnen zu sein.

All der Pisakerei und den Plagen, den offenen und verdeckten Angriffen. Raus aus der Schule. Dass da dann erstmal kein neues Leben, kein aufregendes Kapitel auf mich wartete, stattdessen die Depression aus Erschöpfung, ist ein anderes Thema.

Letzte Nacht träumte es mir von dieser Schulzeit, vermischt mit Personen aus meinem jetzigen Leben. Mehr amüsant als aufregend. Ich habs hinter mir, scheint mir. Jahrestage ohne schlimme Gefühle. Ist verheilt. Mit den Folgen ringe ich teilweise noch.

Freitag, 8. Februar 2013

In Memoriam


In Momenten …
Immer wieder die Momente der Trauer und des Bedauerns. Mein kleiner Bruder. Warum nur hat es für ihn nicht gereicht? Das pralle Leben und das Tragische liegen nahe bei einander. Mir schnürt sich der Hals zu …
Er mochte den Film "Absolute Giganten", mich stimmte dieser Film sehr traurig. Gleiches gilt für: Herr Lehmann. Kult waren für uns beide Filme wie "Kein Pardon" oder "Schultze gets the Blues".
Als Kind sang und summte er sich selber in den Schlaf, noch lange nach dem gemeinsamen Gutenachtlied mit Papa und nach dem Lichterlöschen hörte man sein Summen …
Ebenfalls als Kind redete er gerne und viel, in Papas Urlaubsvideos machte er gerne den Clown und den Reporter vor Ort: "Hier sehen wir ... ". Beim Eishockey-Game am Computer machte er gleich selbst den Sportreporter. Das war lustig, konnte aber auch wirklich nerven! Das gleiche galt für seine Endlos-Loops beim Sampeln von Musik, argh …
Später wurde er schweigsam:Ausbilung und Berufsleben haben einen gebrochenen Menschen aus ihm gemacht. So sehe ich es heute. Erwachsenwerden nicht sein Ding, es war eine zu grosse Hürde für ihn. Er war ein Kreativer und Sensibler, der keinen Platz und Rolle fand für sich in dieser Welt. Du bist auch aus Trotz gegangen, oder? 
- - - 
Ich habe einen wunderbaren Menschenbruder verloren und einen Seelenverwandten, das wird mir immer wieder bewusst.  Das schmerzt. Da ist eine Lücke die füllt niemand aus. Wirklich nicht. Und die muss auch ungefüllt bleiben: Du hast gelebt! Und das soll in Erinnerung bleiben …
Und dennoch gehts einfach immer weiter und weiter und weiter …
Was heisst schon verloren; ich glaube nicht mehr, dass irgendwer und irgendetwas verloren gehen kann. Doch "am Leben sein" meint eben einfach eine Präsenz aus Fleisch und Blut. Und die hast du nicht mehr. Die Unsterblichkeit der Seele wirkt als diffuses Konzept und in dieser Welt aus Fakten … Scheinbaren Fakten …
Liebe ist. Unbewiesen. Immer da.
Ich liebe dich …