Posts mit dem Label arbeitsleben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label arbeitsleben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 1. August 2023

Eine Art Jahresrückblick im Sommer 2023

Ich hab Lust zu Schreiben, aber wo anfangen? Ein Wust aus Gedanken und Empfindungen. 

Ein so wildes Jahr war das seit letztem August. Das Abenteuer Selbstständigkeit läuft noch und es wechseln in mir die Freude und Lust am beruflichen Unterwegssein und die Existenzangst laufend. Noch nie war ich so viel unterwegs in meinem Leben und habe neue Leute kennengelernt, Kunden und andere Begegnungen. Viel Arbeit! Wenig Geld. Und den Umgang damit. Ratlos, immer wieder und doch ... es geht einfach immer weiter.

So viele "erste Male". Von Böden abschleifen bis 1t Kies bestellen. Das alles wirbelt in mir noch durcheinander und ist wenig fassbar. Die Seelenruhe spüre ich selten. Gerade erschöpft. Zum Ausruhen bin ich jetzt durch die Mattigkeit und das Ausgepowertsein angehalten. 

Ich fühle mich, als wäre ich um einiges gewachsen und müsste mich in dieser neuen Form erst zurechtfinden.

Viele Gartenarbeiten. Bäume schneiden. Nachtwache machen. Fenster reinigen. Umbauen helfen. Räumen. Logoentwurf und Design für unseren Bus gemacht und umsetzen lassen. Wohnungsumbau bei Kundin: Ich lerne Farbsysteme eines englischen Herstellers kennen, malere zum ersten Mal in meinem Leben und helfe dabei, Tapeten aufzuziehen. Unsere Website gemacht. Böden abschleifen mit Handgeräten in einem kleinen Ferienhaus im bergigen Kanton Glarus wo die Drachen wohnen. Seither weiss ich, dass Drachen heutzutage in der Kehrichtverbrennung arbeiten. Macht Sinn. 

Ich vertiefe mein Faible für diese Orte: KVAs, Grüngut-Kompostanlagen, Biogas-Anlagen, Werkhöfe, Industriegebiete/Gewerbegebiete, Deponien und andere "Unorte". 

Meine Liebe zu den Unorten hält unvermindert an. Nischen des Zufälligen, das Abfälligen (haha), von Menschenhand geschaffene Orte ohne den Auftrag schön zu sein. Nix Design. Oder Design by Zufall. ich finde das Lied, etwas böse teilweise, vom "Balkonfrühstück" von Heinz Rudolf Kunze. Die Gitarre am Schluss erinnert mich an diesen anderen Klassiker "Uneasy Rider" von Charlie Daniels, nur vage ein Zusammenhang... aber ich mag auch diesen Song.

Mal wieder an einem spirituellen Seminar dabei gewesen und Heimat gefunden. Im materiellen und nicht materiellen Sinn. Der Kurs war auf der Schwäbischen Alb. Wo ich familiäre Wurzeln habe und ich so seelische Heimat spüre, in Verbindung mit der Landschaft. Und: Der schamanische Weg gehört zu mir. Und ich gehe ihn auf meine eigene Weise jeden Tag. Im November werde ich im Allgäu nochmals an ein Seminar gehen. Ich mag leise und präsente geerdete LehrerInnen die auf Augenhöhe sind. 

An der Pride in Zürich gewesen und den Umzug mit meiner Lebenspartnerin mitgelaufen und ich hab ihn genossen. Es war mein zweites Mal und die Freude ist immer noch gross, ich fühle mich zugehörig. Andererseits ist der Kommerz unübersehbar und das Ende des Umzugs mit der Ankunft bei der Bühne und den Foodständen auf diesem Kasernenareal bizarr. Kein "Place to be". Da will ich einfach wieder weg! Nächstes Jahr ist schon in meinen Kalender eingetragen, meine beste Freundin kommt auch mit. Etwas zwiespältig das ganze, aber interessant.

Es gäbe noch mehr, aber ein ander Mal.

. . .




Sonntag, 5. März 2023

Notizen im März 2o23 --- Anders oder einfach: Ich sein?!

Ein ruhiger Sonntag zuhause. Meine Lebensgefährtin hat Weiterbildung. Ich hab einen Pfannkuchenteig vorbereitet, den ich noch ruhen lasse und freue mich jetzt auf Apfelpfannkuchen. In meinem Kopf schwirren mögliche To Do's, doch einfach mal hängen, wäre auch was. Innerlich zur Ruhe zu kommen, ist schwierig für mich. 

Vorletzte Nacht hab ich in meinem kleinen Nebenjob gearbeitet, als Nachtwache für einen Teenager mit Muskelschwäche. Es war meine zweite Nacht. Das sind etwa 2 bis 3x ein Einsatz im Monat, es gibt etwa 150 CHF pro Nacht. Mehr Einsätze ginge auch, ist mir aber too much. Eigentlich wäre es eine Schlafwache, ich müsste nur dann aufstehen, wenn er mich braucht (neu Lagern, andere Bettdecke, Pinkeln, was Trinken). Zu Schlaf bin ich nicht wirklich gekommen, immer mit einem Ohr wach. Gestern dann einen heftigen "Kater" von der unruhig verbrachten Nacht inklusive Kopfschmerzen. Mal sehen, ob ich da noch reinkomme. Es ist etwas ganz Neues für mich und mein Organismus schätzt es nicht besonders. Aber ich suche auch nicht eine Komfortzone sondern neue Wege. Am Tag danach darf ich mir einfach besonders gut schauen und dieses DÜRFEN kann eine Chance sein.

Gestern Nachmittag ein Coaching mit einer coolen Frau, deren Arbeit ich schätze. Meine Mattscheibe hat eher geholfen, mehr im Gefühl zu sein und weniger im Verstand. Die Coachings finden draussen in der Natur statt. Und ich gönne mir dies ab und zu, ich konnte mit ihr einen Tarif ausmachen, den ich bezahlen kann. Wenn ich den Eindruck habe, dass ich weiter gekommen bin und ich einen Ansatz brauche, um noch weiter zu kommen, gehe ich zu ihr. Sie hat Ansätze aus dem Schamanismus und aus systemischen Therapien und sie ist authentisch. Das Naturbezogene und ihre Echtheit, die brauche ich. Nichts Akademisches, nichts Starres, Wahrgenommen-Werden als Anne. Da-sein, bewusst werden, leben.

Eine mögliche ADHS Diagnose stand auch noch im Raum, ich sehe mich schon in diesem "neurodiversen" Spektrum. Dass ich im Oberstübchen und auch sonst anders verkabelt bin als die Mehrheit, ist eigentlich schon lange klar :) Brauch ich deshalb mit Mitte 40 nun eine Strassenkarte die mir jemand aushändigt? Die mich einordnet oder einnordet, irgendwo zwischen A wie Asperger oder ADHS und Z wie Zwangsstörung? Was bringts mir, wenn ich es weiss? Brauche ich dazu eine medizinische Untersuchung, hab ich nicht schon genug davon gehabt in meinem Leben? ExpertInnen, Diagnosen, Fokus auf meine Schwächen und Besonderheiten. Ausser dass ich dazu Geld investieren muss, das ich nicht habe -- würde mein Hirn nicht noch mehr Futter haben um im roten Bereich zu drehen?

Den Impuls, wieder eine Psychotherapie anzufangen, hab ich verworfen. Mehrere mögliche Therapeuten hatte ich kontaktiert, keine(r) hatte Kapazitäten. Deshalb habe ich der Coachin angerufen, sie kennt mich bereits, Krankenkasse zahlt halt gar nichts dran. 

Es ist mir recht, ausserhalb der Norm zu leben, das ist meins. Und langsam kann ich es annehmen, dass ich selber mich und meine Bedürfnisse am besten kenne. 

Und jetzt gibts Apfelpfannkuchen! Das Leben will gelebt sein... YES!

Dienstag, 2. November 2021

Aller Seelen ...

Etwas düster in der Stimmung und Verfassung, und die Jahreszeit ist halt auch so. Andererseits mag ich ja gerade diese Zentrierung, die diese Zeit des Jahres mit sich bringt. Innerlichkeit und Konzentration, Rückzug aufs Wesentliche. Das Abgründige und Schwere, Erdige schwingt halt auch mit. Unter Menschen zu sein, strengt gerade besonders an. Vielleicht ist die irdische Schwere da für die nötige Bodenhaftung bei aller Innenschau? Ja, so mag es sein.

Die Selbstzweifel sind hochaktiv, wenn ich bei der Arbeit bin. Nun arbeite ich im Innenbereich der Gartenabteilung und kenne mich da schlecht aus. Das stresst. Die Kunden erwarten Auskünfte zu Rasenmähern und Laubbläsern und Co, die ich nicht geben kann. Trotzdem verstecke ich mich nicht vor ihnen ;) Ich stelle mich dem Ganzen, und muss halt auch viel meine Kolleginnen fragen, die auch unter Druck sind, wegen Personalmangel. Das fühlt sich nicht gut an und macht mich nervös. Als finanzielles Zubrot wasche ich Zuhause Betriebswäsche, was für mich stimmig ist und was ich nebenher machen kann, Bügeln muss ich nicht, das wäre nix für mich.

Der Todestag meines Bruders jährte sich zum 14. Mal am 23. Oktober. Omas Todestag fast zum gleichen Zeitpunkt, einfach 2 Jahre vor seinem. Wir (Bruder mit Tochter, Mutter und ich) trafen uns letztes Wochenende mit vier von seinen alten Kumpels, die ihm immer noch die Treue halten. 

Ich dankte einmal im gemeinsamen Gruppenchat dem Organisator des jährlichen Treffens für die Treue und es kam diese Antwort: "Ich glaube ich rede für alle, wenn ich sage, dass er ein Teil unseres Lebens ist und dies auch bleibt."

Das Treffen berührte mich tief, einmal mehr. Schade ist, dass dies ihn nicht im Leben halten konnte, so gute Freunde zu haben! 6 tolle und wahrhafte Freunde und es reichte nicht. Natürlich ist da auch immer noch Trauer, und manchmal bin ich in meinen Träumen auch die grosse Schwester, die mit dem kleinen Bruder schimpft, wegen dem Mist, den er verbockt hat. Ja, Trauer ist da und ein "schade". Vor allem weil mein Vater ja im Dezember 2018 auch noch gestorben ist. Ich ehre das Andenken der beiden. Und ich lebe mein eigenes Leben so gut und wahrhaft wie ich es vermag!

Meine eigenen Tiefen: Ich halte dagegen mit Gebet, Yoga, Gesprächen und dem, was ich sonst zustande bringe. Ich weiss, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Dass dieser leicht ist, kann ich nicht sagen. Doch er ist lohnend, es ist meiner und ich werde begleitet, von Menschen und anderen Wesen. Auch einem Wesen mit vier Pfoten und weichem Fell ... unserem Kater, der die Weisheit und Sensibilität hat, mich zu erreichen.

Menschen gelangen mit gestalterischen Anliegen in letzter Zeit an mich, ich konnte einer Lernenden mit den Adobe Programmen helfen und ich spüre, dass ich da wieder Substanz am Knochen habe in der Gestaltung und Kunst --- und aus dem Vollen schöpfen kann. Die berufliche Pause war jetzt lang genug, der Hunger ist wieder da! 

Heute lege ich einen Gestaltungstag ein, da ich frei hab. Einen Blumentopf hab ich aufgehübscht und ein weiterer wartet noch drauf. Nebenher läuft die Betriebswäsche in der Maschine. Das kreative Tagebuch, wo ich reinmale und reinschreibe, liegt neben mir. Ich ringe mir ab und zu eine Seite ab. Und freue mich dann, wenn ich wieder durch das Buch blättere, es lohnt sich.

Zudem hab ich mal wieder Hand angelegt und mir selber einen 5mm Haarschnitt verpasst, es musste mal wieder sein. Danach auch immer der Griff zum Kajal um meine Augen zu betonen... den brauchts. So fühle ich mich als mich selbst. Bei aller Radikalität. Weich und hart zugleich, unvergleichlich mich selbst ... beständig in meiner Wandlungsfähigkeit.

Dienstag, 26. Oktober 2021

Ein Jahr ...

... lebe ich nun im Zürcher Oberland. Und ich will nicht mehr weg. Mein Leben komplett auf den Kopf zu stellen, war es wert. Voll und ganz. Es gab und gibt immer wieder Momente der Verzweiflung, aber das Glück überwiegt, immer mehr. Meinem Selbstwert haben diese grossen Schritte gut getan. Nach vie vor arbeite ich im Gartencenter des Baumarkts, bin fester Teil des Teams dort geworden. Stundenlohn, 3 Arbeitstage die Woche. Wirtschaftlich gesehen, bin ich sicher kein erfolgreicher Mensch. Doch das interessiert mich nicht. Es ist mir wichtiger, Zeit und Musse für meine Interessen zu haben. Der grosse Garten gehört dazu, mit Früchten, Gemüsen, Kräutern, Blumen und viel Natur. Und meine Weiterbildungen in Gebieten, die mich interessieren. Endlich reicht die Kraft dazu! Die Zufriedenheit, die sich immer wieder einstellt bei meinem selbstbestimmten Leben, gibt mir recht: Mein Nomadenherz ist glücklich, denn mein Alltag ist nie gleich!

Dienstag, 2. März 2021

Tag 148 (Doppelbuchung, zweiter Job)

Die letzten Tage stand ich ziemlich unter Strom. Nervös weil plötzlich noch ein zweiter Job in Aussicht stand und ich noch ein Gespräch am Telefon dazu vor mir hatte. Dieses hab ich nun erfolgreich hinter mir, und eine zweite Stelle neben dem Gartencenterjob! Wow. 50% Bürojob im Homeoffice und 40% Gartencenter. Somit bin ich ab diesem Monat doppelt gebucht und zu 90% ausgelastet. ... Das muss ich erst noch fassen. Beides organisatorisch und kräftemässig nebeneinander zu jonglieren, wird lustig. Aber ich finds spannend, dies mal 3 Monate auszuprobieren. ... Und ich freue mich sehr, bei aller Nervosität. Probezeit gibts ja bei beiden Stellen. Und ich bin hungrig nach mehr und ausgeruht.


Donnerstag, 25. Februar 2021

Tag 143 (Buy a ticket, if you wanna win the lottery)

Ja, um in der Lotterie mitzumachen und den Jackpot zu gewinnen, braucht es mindestens ein Ticket! Und ich hab gleich mehrere gekauft. Im übertragenen Sinne. Die letzten Monate war ich fleissig und hab genetztwerkt, mich auf einige Stellen beworben, mit mir selber gerungen, hab an mir gearbeitet, bin gewachsen und so viel mehr. 

Heute Nachmittag hab ich noch ein Job-Interview am Telefon, First-Level-Support für ein Portal. Da ich nur digitalen Kontakt zu den Kunden haben werde, kann ich mir das vorstellen. Zudem kann ich von Zuhause aus Arbeiten. Ein weiteres Plus. Arbeit bei einer Telefon-Hotline wäre gar nicht meins, das ist keine Stärke, aber schriftlichen Support, das kann ich und hab ich auch schon beruflich gemacht.

Es ist vieles entstanden in den letzten Monaten. Gute neue Kontakte, ich werde geschätzt. Auch eine eigene kleine persönliche Website mit Jimdo hab ich aufgebaut. Wen es interessiert, dem schick ich gerne eine Mail mit dem Link, wenn ihr mir eure Email-Adresse bei den Kommentaren angebt. Ich werd meine Blogger-Persönlichkeit nicht derart mit meinem Real-Life verknüpfen, dass ich hier den Link poste, weil ich das Drauflosschreiben hier einfach mag und brauche. 

So weit, mich in diesem Blog 1 zu 1 "nackich" zu machen, mit Adresse und allem ... mag ich nicht gehen. Genauso hab ich auch noch keinen Blog auf meiner Website eingerichtet. Meine Schreiberinnenpersönlichkeit ist manchmal verletzbar, auf jeden Fall sehr "ich". Vielleicht kommts noch ... Etwas widersprüchlich, mag das sein, aber so bin ich. Mit Bloggen hab ich 2003 angefangen ... und seither hab ich nie mehr ganz aufgehört. Es war immer eine Art Tagebuch und ist das es noch. Und dafür brauche ich es auch. Das mit der Aussen-Anne in Verbindung zu bringen, ist eine Brücke, die erst als Idee da ist .. das wächst noch!

Achja, und das mit den Tickets: abwarten und Tee trinken wenn man einige Tickets für sich laufen hat, ist wichtig ... sonst wirds nur Stress und ungesund. Das war an eine Notiz an mich selbst .. ;)

Montag, 25. Januar 2021

Tag 112 (Gutes, Ideen und aktives Netzwerken)

Nun bin ich unterwegs mit der regionalen Arbeitsvermittlung und habe einen guten Berater erwischt. Das erste Telefonat war letzten Freitag. Zwar habe ich mich auf zu wenige Stellen bisher beworben (relevant für die Höhe der Auszahlung des Arbeitslosengeldes), aber bis Monatsende schaff ich das noch. 

Einerseits suche ich im Bereich Betreuung (Behinderte, Betagte) als Quereinsteigerin und andererseits in meinem angestammten Gebiet (Marketing, Gestaltung). Dazwischen streue ich noch Bewerbungen als Verkaufsberaterin in Gartencentern ... da ich mich dort auch heimisch fühlen könnte. So bin ich breit aufgestellt und neugierig. Bis jetzt hat sich noch kein Vorstellungsgespräch ergeben. 

Für mich ist klar, dass ich weiterhin Teilzeit arbeiten werde. Ich will mich weiterbilden können. Und mit einem 80% Pensum in einem hektischen Beruf hatte ich fast keine Energie mehr dafür. Das soll sich ändern. Ich bin mit Anfangs 40 noch fähig und gut dran, mich neu zu orientieren und das fühlt sich gut und richtig an. Stimmt für mich. Auch die damit einhergehenden finanziellen Einschränkungen nehme ich in Kauf. Einen Teil meiner Einnahmen werde ich mir künftig als Selbstständige erwirtschaften, dies ist mein Plan.

Nebenher bin ich noch aktiv mit der Mitarbeit bei den Landfrauen in der Region. Neue Slogans zu entwicklen war mein Einstand. Bei den Landfrauen bin ich im Herbst eingetreten. Ich kenn die Landfrauen-Organisation von meiner Tante in Deutschland her, da war ich schon ein paarmal dabei und es hat mir gefallen. Und da ich ein Bastelfuchs bin, mich für Garten und Landwirtschaft interessiere, bin ich nun auch dabei. Eigentlich ist die Schreinerin "schuld", die die neue Küche hier zusammen mit ihrem Mann geschreinert hat. Eine tolle kreative Frau und auch eine Landfrau, so kam ich dazu ... Im Juni werde ich den ersten eigenen Kurs geben: ein Mobile aus Strandgut basteln.

So habe ich ein buntes Paket geschnürt und positiv eingestellt, dass sich für mich was Gutes ergibt. Ich fühle mich dankbar dafür, wie sich mein Weg entwickelt!



Donnerstag, 14. Januar 2021

Tag 101 (Dem eigenen Weg trauen)

Die ausgetretenen Pfade in der Arbeitswelt tragen in der heutigen Zeit oft nicht einmal mehr jene, die sich darauf verlassen haben, dass es immer geradeaus geht wenn mans nur richtig macht und genug arbeitet. Momentan ist so vieles unsicher und vage.

Dass es auf meinem eigenen Weg viele Möglichkeiten gibt und dass ich aus dem Vollen schöpfen kann, wird mir neu bewusst. Ich kann ernten. Durch eine Weiterbildung im letzten Herbst hab ich eine Vorstellung davon, wieviel ich an Talenten und Erfahrungen habe und es einfach darauf ankommt, ob ich auch etwas wage und mir selber etwas zutraue. 

In einer kleinen Gruppe habe ich mir in diesem Kurs zu meinen Ressourcen eine Übersicht verschafft und diese Panoramasicht auf mein Leben zu bekommen, davon zehre ich gerade in der Rückschau auf diesen Kurs. 

So richtig kommt das dort Erarbeitete nämlich erst jetzt zum Tragen. Bei jedem Motivationsschreiben für eine Stelle kann ich darauf zurückgreifen: Weil ich vor Augen habe, was ich schon alles erlebt und geschafft habe, Erfahrungen sind da und sie sind vielfältig.

Es gab auch kritische Stimmen, als ich den alten Job und den alten Wohnort hinter mir liess. Selber kam ich die letzten Monate immer wieder ins Zweifeln, ob ich noch auf Kurs bin. Doch ich hatte einen Punkt erreicht, an dem es auf dem alten Weg einfach nicht mehr weiterging.

Ich brauche keinen ausgefeilten Plan, mich voran zu tasten ist auch in Ordnung. Schritt für Schritt. Solange ich selbstverantwortlich handle und mit Freude bei der Sache bin, bin ich auf guten Wegen unterwegs. Das ist genug.

In meinem Kopf wirbeln gerade so viele neue mutmachende Impulse, dass es mich vorantreibt. 

Ich will dieses neue Leben. Immer mehr. Die alten Schaltkreise der Angst in meinem Hirn, die kenne ich gut genug. Da muss ich nicht mehr genau hinhören. Das Neue interessiert mich mehr. 



Tag 100 (Sowohl als auch; Kompromisse eingehen)

Am hundertste Tag meiner beruflichen Neuorientierung fand das Erstgespräch mit der Regionalen Arbeitsvermittlung statt, aus Corona-Gründen halt nur telefonisch. Ich hab mich dazu entschieden, den Weg mit Unterstützung zu gehen. Die Struktur fehlt mir momentan und die Finanzen sind bald aufgebraucht. Das hiess erstmal, 2 Stunden Unterlagen zusammenstellen und einscannen. Solche offiziellen Sachen stressen mich immer recht, das kenn ich. Doch ich hab alles korrekt zusammengestellt und es fühlt sich richtig an. Ich bin trotz allem auf _meinem_ Weg, das spüre ich. 

Am Dienstag hatte ich ein erstes Vorstellungsgespräch für eine Praktikumsstelle als Kunsttherapeutin. Schon während des Gesprächs erhielt ich die Zusage und gab auch die meine. Es wäre einmal die Woche, ein Tagestreff für Menschen mit Demenz, geleitet von einer Kunsttherapeutin. Die aktuelle Corona-Lage bedeutet wahrscheinlich, dass die Treffen vorerst nicht stattfinden. Naja .. es war ein positiver Auftakt und eine erste Chance, mich vorzustellen!

Es geht voran und ich bewerbe mich auf alles, was ich mir für mich vorstellen kann ... 

Sonntag, 28. Juli 2019

Schwachstellen und Vorwärtsgehen (Therapie)

(Werbung wegen Verlinkung zu Youtube, nichtkommerziell)

Es kommt gerade vieles hoch und das ist schwer auszuhalten. An den Wochenenden in ich oft im Ausnahmezustand. Allerdings empfinde ich es nicht als durchwegs schlimm. Es ist vielmehr ein Potpourri an verschiedensten Emotionen und es kostet Kraft, da durchzugehen. Nicht unbedingt das, was man sich an einem Wochende wünscht, wo Zeit und Raum wäre, sich zu erholen.

Manches Subtile, was ich verdrängt habe, kommt ins Bewusstsein. Meine grösste Angst ist, nicht gesehen zu werden. Oder dass was ich zu geben habe (Beruf, Beziehungen, Freundschaften), einfach nicht reicht. Ich merke, wie sich die Extreme in mir mildern, die Selbstzweifel bleiben mir treu. Und ich bin nicht die einzige in der Familienhistorie, die damit zu tun hat.

Seit Anfang Juni gehe ich wieder zu einem Homöopathen, nachdem ich mit meinem schwankenden Selbstwert und Angstzuständen (sowie Schlafstörungen) wieder dermassen zu ringen habe, dass ich Hilfe brauchte. Und es lässt sich vielversprechend an, es gibt einen Anstoss, dass wieder Bewegung in meine Resignation hineinkommt.

Darüber reden allein (seit Oktober wieder Psychotherapie), bringt es nicht. Es vermag Klarheit zu bringen, doch die Emotionen lindern, kann es nicht.  Ich bin bereit, genauer hinzusehen und woran es dann oft hapert, ist, mir in diesen Momentan liebevoll zu begegnen. Die neue Therapeutin ist empathisch und hört auch zu. Ich fühle mich erkannt als die, die ich bin. Mit meinen starken und schwachen Seiten.

Die vorherige Therapeutin konnte irgendwie nicht so recht mit mir, das habe ich gespürt. Wenn ich zurückschaue, hab ich mich auch nicht richtig gesehen gefühlt. Auf meine Ängste im Beruf hat sie lapidar geantwortet, dass dies allen Berufsanfängern so geht. Das war als Aufmunterung gemeint, war aber gar kein Trost. Mag sein, aber bei mir sind sie immer noch da, auch nach mehr als 7 Jahren. Schliesslich hat sie das Therapieverhältnis beendet, weil sie meinte, dass es mir gut genug gehe und sie sich um Leute kümmern wollte, die ernsthafte psychiatrische Probleme haben. Der Wortlaut war nicht genau der, aber darauf lief es hinaus. Heute denke ich mir: Was zur Hölle?!

Das Gute daran war, dass ich nicht mehr dort hingehe. Es war ein nötiger Bruch. Aber es hat mich auch soweit verunsichert, dass ich von Psychiatern genug hatte. Meine Hausärztin hat mich wunderbar begleitet. Die Allgemeinärzte erlebe ich _manchmal_ als dem Menschen zugewandter als die Fachspezialisten. Das ist an sich schräg.

Danach hab ich mich 6 Jahre ohne psychotherapeutische Hilfe durchgebracht. Wie sehr mich dieses Abspeisen verunsichert hat, merke ich erst jetzt, mit der neuen Therapeutin. Weil es hier ganz anders ist und sie mir gesagt hat, sie würde nie ein Therapieverhältnis von sich aus beenden!

Vieles an Emotionen ist noch ans Leistungsdenken und an ein Gefühl des Unwertseins gekoppelt und davon kann ich mich nur langsam lösen. Das Zuweniggutsein ... ich kenne es schon so lange. Wieviel davon werde ich in meinem Leben ablegen können?

Und mich hat es berührt, als mir mein Bruder dieses Lied von John Mayer als Link gesendet hat, ich habe es nun unzählige Male gehört und es bedeutet mir viel. Wahre Worte, wahre Fragen und doch ist auch was Erlösendes in diesem Lied, weil es anderen ebenfalls so geht und ich einen Bezug finde.




Samstag, 27. Juli 2019

Berufsleben

7 Jahre, 3 Monate.

Ich spiele nicht in einer andren Liga. Es ist eine andere Sportart. Mich jeden Tag meinen Ängsten zu stellen ist meine Herausforderung. Den bewertenden Gedanken in meinem Kopf weniger Gewicht zu geben, ich stelle mich dieser Aufgabe. Die tauchen auch Abends und am Wochenende auf. Und manchmal versinke ich bis über beide Ohren darin.

Es gibt in meinem Leben eigentlich keinen Tag komplett ohne Angst oder irgendeine Besorgnis. Wie ich damit umgehe, ändert sich langsam. Meine Geschichte kann ich nicht ändern. Aber den Umgang mit mir selber. Es braucht viel Zeit und Geduld.

Ich weiss, dass manche denken, ich mach es mir zu einfach oder ich könnte mich mehr einsetzen. Ja. Ich hab den Perfektionismus abgelegt. Weil ich es musste. Von meinen inneren Prozessen haben diese Menschen keine Ahnung. An manchen Tagen ist es eine Leistung für mich, nicht schreiend oder heulend aus dem Büro zu laufen. That's it. Das ist meine ganz eigene Leistungsshow.

Und während andere neben der Arbeit noch ein Studium absolvieren, mach ich eben meine Selbstwert-Arbeiten und halte mich möglichst emotional stabil. Mache meine eigenen Hausaufgaben. Suche Therapeuten auf, die mir weiterhelfen. Gehe Schwimmen, oder tue anderes, was mir gut tut. Momentan kostet es mich immer noch viel Kraft, das Arbeitsleben. Und da bin ich unterwegs. Es ist schon viel besser geworden. Die Herausforderung wurden aber auch grösser!

Da es mehr Luft gibt, wird auch Weiterbildung wieder möglich. Im August werde ich zwei Kurse machen die mir beruflich was bringen.

Eine Zusatzausbildung wäre schön, aber ich sehe momentan davon ab. Die mentale Kraft und die Kondition fehlen mir, das durchzustehen.

Mit dem fernen Mann bin ich weiter gekommen bei meiner mentalen Einstellung. Am Anfang hab ich seine Sprüche gehasst. Go with the flow. Don't beat yourself up. Be nice to yourself. Und so weiter. Erst nach und nach hab ich verstanden und es das annehmen lernen. Und er hat mir auch davon erzählt, wie gut er es selber kennt, das Leben mit der Angst.

Es hilft mir immens, dass er in einem ähnlichen Feld gearbeitet hat wie ich und daher die Strukturen versteht.

Ich will handeln statt nur zu Träumen.

Statt den grossen Traum zu leben, den ich nicht habe, will ich einen praktikablen Weg finden, meine finanzielle Existenz zu sichern und dabei das Leben zu geniessen. Kleine Träume leben. Erreichbare Ziele setzen. Das ist mein Weg.

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Arbeit und die Grenzen

Es ist nicht so einfach, jemandem ruhig dabei zuzusehen, wie er sich bei der Arbeit ins kräftemässige Abseits manövriert. Wenn es menschlich passt und stimmt, kann ich was dazu sagen, ansonsten muss ich es zukünftig besser an mir abperlen lassen. Das Leben des anderen ist dessen Leben.

Ich kenn den Sog selber, wenn man meint, man müsse immer weiter gehen. Weiter als die Kräfte reichen und auch weiter als es die eigene Konstitution im Grunde zulässt.* Weil die Arbeit da ist, weil ein Projekt abzuarbeiten ist, weil man die Kollegen nicht hängen lassen will oder aus Ehrgeiz etwas zu schaffen/zu beweisen oder warum auch immer ...

In den verschiedenen Arbeits-Reha-Programmen, die ich als Teilnehmerin besucht habe, konnte ich auch sehen, wie das Leben eines Menschen nach einem körperlichen oder psychischen Total-Zusammenbruch aussehen kann. Menschen die nie mehr voll oder höherprozentig einsatzfähig werden, weil sie sich aufgerieben haben und dadurch gesundheitliche Schäden zurückgeblieben sind. Das hat mich geschockt. Auch die Geschichten dahinter. In die harten Drogen abgerutscht, weil der Leistungsstress anders nicht mehr zu ertragen war, das ist nur ein Beispiel.

Das hat sicher auch mit der persönlichen Geschichte/Verantwortung eines Menschen zu tun, ist jedoch auch ein gesellschaftliches Phänomen: Leistung um (fast) jeden Preis. Meine Meinung: Keine normale Arbeit ist ein Menschenleben oder die eigene Gesundheit wert. Es gibt immer Spitzenzeiten an Auslastung. Aber auf Dauer ist das, was krank macht eben einfach nur eines: krank.

Ein extremer Zusammenbruch ist mir in diesem Ausmass noch nie passiert, kleinere Episoden davon aber schon. Und es braucht seine Zeit, bis man das dann wieder überwunden hat. Ich will es zukünftig nicht mehr passieren lassen und und ich nehme auch die Erlebnisse anderer Menschen für mich als Mahnung.

Es gibt Grenzen und ich spüre sie genau. Das ist vielleicht das, was ich anderen voraushabe: Meine genaue Wahrnehmung für mich selbst. Diese wurde mir aber immer aberkannt und als "übertrieben" dargestellt. Irgendwie hatte und habe ich trotzdem diesen gesunden Egoismus in mir, und den Willen, mich nicht unterkriegen zu lassen. Meine Instinkte sind sicher und zuverlässig. Mein Körper meldet sich sehr genau und deutlich. Ich habe inwischen, dank meiner Stressmedizinerin, sogar medizinische "Beweise" dafür.

Und was das Leben der anderen Menschen anbelangt, ist das einfach ein anderes Paar Schuhe. Jedenfalls nicht meines. Ich will weder rechthaberisch noch übergriffig noch überbesorgt gegenüber anderen sein, bin es aber hin und wieder, daher werde ich auch mir selber gegenüber kritisch bleiben, was das "Einmischen" anbelangt.


*Die eigene Konstitution besser verstehen und anerkennen zu lernen, das ist ein Thema über das ich noch gesondert schreiben will.


Freitag, 18. Oktober 2013

Tretmühlentage

Bevor ich es nicht selber erlebt hab, konnte ich meinen verstorbenen Bruder nur zu einem Teil verstehen. Warum konnte er den Druck bei der Arbeit nicht abbauen, wieso konnte er das nicht mit seiner Chefin klären? Ich mache meistens irdgendwann den Mund auf. In letzter Zeit immer weniger. Weil ich mich ratlos fühle.

Jetzt verstehe ich es besser: Wenn man mal in dieser Tretmühle namens Arbeitsleben drin ist, Teil eines Teams ist und auch sein will, dann will man auch mitziehen können, möchte nicht das schwächste Glied in der Kette sein. Vor allem wenn man pflichtbewusst ist. Und das ist meine Familie. Die anderen Kollegen bewältigen die Arbeit ja auch, dann muss man das selber doch ebenfalls können. Das muss einfach zu schaffen sein ... Das muss muss muss.

In der Freizeit versucht man sich abzulenken, so gut es geht. Beim Bruder waren es die Wochenenden: Alkohol, Ausgehen und Musikmachen. Bei anderen in meiner Familie ist es das Reisen … Und das exzessiv. Ich selber versinke vor dem Fernsehen, in Büchern oder im Internet.

Mit meinem Vorgesetzten hab ich ein paar Mal bereits geredet. Er hat Verständnis. Und besteht dann doch darauf, dass dieses und jenes noch erledigt wird, auch wenn ich geistig bereits im Feierabend bin. Wie Chefs eben so sind. Selber Priorisieren zu dürfen, das wär mal was …  Er fragt zwar immer nach, ob er was tun kann oder ob es mit der Arbeit zu tun hat, wenn es mir mal nicht gut geht. Ich antworte ausweichend, spreche Manches an, eher die Details. Ans Eingemachte traue ich mich nicht ran.

Da es auch Persönlichkeiten und Strukturen in unserem Team und in der Firma betrifft. Das ist mir ein zu heißes Eisen. Da hab ich weder das Selbstvertrauen noch den langen Atem, um das Auszufechten. Menschen und Abläufe ändern sich nicht einfach so. Ich fühle mich müde, habe immer wieder mich mit vielem auseinandergesetzt. Meist hab ich auch etwas bei mir geändert. Ich mag nicht mehr. Mag mich nicht mehr auflehnen, mich aber auch nicht mehr anpassen.

Pattsituation.