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Freitag, 7. Oktober 2022

Erste Erfahrungen mit der Selbstständigkeit --- und ein wieder erinnerter Traum

Das selbstständige Erwerbsleben hat gut gestartet. Es sind Aufträge da, und diese machen Spass. Ich lerne viel und die Lernkurven sind steil. Gerade atemlos von all den neuen Erfahrungen und dem Umstellen der Gewohnheiten. 

Der eigene Garten ist auf der Prioritätenliste nach hinten gerutscht, die Musse und Kraft sind woanders bereits 'verbucht'. So sah ich viele Äpfel im Rasen vermodern oder wir verschenkten sie, genau so wie die Zucchini, die Himbeeren waren sich selber überlassen und der Broccoli ging in Blüte. 

Es ist ein hartes Leben und ein Lernen, dass nicht alles Platz hat, was auf meiner Liste steht. Schon rein kräftemässig geht das nicht! Wie machen das andere? Ich kann das Kopfkino selten wirklich zur Ruhe bringen und wache nachts die letzten Tage regelmässig auf. Meine Existenzängste tauchen gerne Mitten in der Nacht auf... Doch diese habe ich so oder so in meinem Leben. Das ist der Clou.

Gerade sind wir mit den Versicherungen dran und da die richtigen Entscheidungen zu treffen, finde ich schwierig. Was brauche ich, was brauchen wir wirklich? Mich stresst das sehr. Ein Riesenkraftakt ist das. Und erst das Geld ... es fliesst einfach so durch. Da war ich recht naiv. Wir stehen erst am Anfang mit der Bekanntheit. 

Trotzdem, ich bin aufgebrochen, weil das Angestelltendasein mir nicht (mehr) taugte. Der Wille ist da, dann werden sich auch Wege zeigen! Ich weiss, dass ich mental gerade auf Sturm eingestellt bin und ich da loslassen kann. Es ist richtig so.

Mir ist ein Traum wieder eingefallen. Ich hatte die Wahl: ich stand auf einer Landstrasse. Nach links hätte ich durch eine gepflegte grüne Wiese nahe einer Niederstamm-Obstkultur (mit grünen Hagelschutznetzen!) zu einer Kapelle am Waldrand gehen können. Menschen in Festtagskleidern strebten in einer geordneten Gruppe der Kapelle zu. Alles schön, friedlich und geordnet. Doch dieser Bereich lag im Schatten des Hanges.

Rechts ging die kiesige Landstrasse weiter, mit Schlaglöchern und Regenpfützen darin. Die Sonne stand genau über einer kleinen etwas armselig wirkenden Ansiedlung, einem kleinen Bauernhof. Struppige und glückliche Kinder spielten auf einem schlammigen Hofplatz im Dreck. Hühner und Hunde waren auch da. Da wohnen Vagabunden, dachte ich. Menschen zu denen ich gehöre. Es wirkte friedlich, echt und etwas heruntergekommen -- aber voller Leben!

Mein Herz schlägt für den Abzweiger nach rechts ... Oh ja, das tut es.


Dienstag, 1. Februar 2022

Ja (ja zum Weg, ja zu meiner Gestalt und ja zu meinem Sein und Werden)

Aus meinem Seelenhunger heraus habe ich einst ganz laut: WACHSTUM! ins Universum hinaus gerufen. Und das geschieht nun, konsequent ... ohne Wenn und Aber. 

Ich erinnere mich noch an den Herbst 2017, da hatte ich eine Vorahnung, dass sich mein Leben verändern wird. Es war wie ein ferner Ruf den oder ein inneres Reissen/Gerissensein das ich innerlich spürte/hörte und es machte mir auch etwas Angst, da ich es nicht verstehen oder einordnen konnte. Es war ein unwiderstehlicher Sog, der mich aus meinem alten Leben herausgelöst und herausgepulst hat. 

Heute, mehr als 3 Jahre später, sieht mein Leben so ganz anders aus, und die Angst ist nicht ganz gewichen, ich ahne, da kommt noch anderes. "Zu Ende" ist es jedenfalls nicht. Das ist eher erst der Start ...

Aber nicht nur die Leber wächst mit ihren Aufgaben (danke Herr Hirschhausen)! Auch ich tue es ... Ich wachse. Täglich .. Und dann kommt mir Rilke in den Sinn. Dankbar bin ich auch für: Seelenverwandte, die Kunst, das Göttliche und das Internet (wo ich wiederum auf Seelenverwandte und Impulse stosse). Dankbar bin ich für die Kraft der Natur, die sich um mich und in mir, immer wieder Bahn bricht, manchmal mit Wucht. Bis es wieder stimmt: So muss das sein ... Ich wehre mich, nach wie vor, manchmal. Ich kenne meine Aufgaben und doch wehre ich mich gegen meine Bestimmung. Ich muss wahrhaftig sein und ich muss Wahrheiten aussprechen. Ich muss gestalten und ich werde gestaltet. 

Ich ziehe eine Göttinnenkarte in meiner Not der letzten Zeit: Bleudewedd. Die Blumengöttin. Mutter Erde. Gut. Die Erde fordert einen Tribut von mir. Ich werde krank. Es macht Sinn. Der Engpass will überwunden werden, und wenn ich nicht selber zur Ruhe finde, dann halt so ... 

Aktuell genese ich gerade von Covid19, das letzte Woche bei mir ausgebrochen ist, und ich bin auch daran, die Erschöpfung zu überwinden, die ich schon seit letzten Herbst spüre. 

Es ist immer wieder die Auseinandersetzung damit, wer ich eigentlich bin, die Frage nach meiner Identität. Wenn ich mir fremd werde, hat das Konsequenzen. Es gibt kein Zurück mehr! Ein zu enges Gefäss, ein zu enger Geist, zu enge Verhältnisse, das passt nicht mehr.

Diese Auseinandersetzung mag sich nicht allen Menschen so existenziell und wesentlich zeigen, wie sie es bei mir tut. Die Auseinandersetzung gehört zu meinem Wesen und meinem Weg und ich will/muss darüber schreiben. Auch das ist mir wichtig. 

Mir geht es gut damit, zwischen den Geschlechtern zu stehen, und zu den Gestaltwandlern zu gehören.  Und ich wachse in dies alles hinein, da ist mein Weg, da ist der Platz, an den ich gehöre. Mein Bauch sagt ja, und Wärme breitet sich in mir aus.


Freitag, 21. Mai 2021

Die andere Seite der Angst

Es gibt Momente, in denen ich mich wie taub fühle, vor allem im Herzen, und zur gleichen Zeit rattert es innerlich. Wenn die Denkverbote sich zu Kanälen verengen und die Gedanken so immer schneller unterwegs sind, der Kopf rast und der Wahnsinn sich breit macht. Einen Schritt zurückzutreten, zu Tanzen, zu Schreiben, zu Schreien, zu Reden... oder im Garten zu wühlen. Manchmal geht das, manchmal klappt es eben nicht. Und ich bin jeweils froh, wenn diese verengten Momente vorbei sind.

Mir ist aufgefallen, welche Qualität(en) bei mir hinter der Angst zu finden sind: eine immense Power. In den engen Gedankengängen nimmt die Energie dann Fahrt auf wie ein Wildbach nach dem Regen. Unwiderstehlich reisst sie mich mit.  Gehemmte Lebenskraft die sich wieder freibricht!

Zuzulassen, dass mich diese Überflutung mit sich mitnimmt, ist bereits heilsam ... Das zu Enge muss wieder ins Fliessen kommen. Die Gedankengebäude die nicht zu halten sind, stürzen ein. Falsche Sicherheiten werden sichtbar. 

Die Scham wenn mich eine Gedankenblockade oder eine Panikattacke in Gegenwart anderer einholt, ist gross. Demütigt mich. Vielleicht gehts gerade darum: demütig sein. Mich als Mensch zeigen. Überlegensein aufgeben. Ins Sein kommen statt im Denken zu bleiben. Emotionen kommen und gehen lassen.

Werde es weiter erforschen ...

Sonntag, 28. Juli 2019

Schwachstellen und Vorwärtsgehen (Therapie)

(Werbung wegen Verlinkung zu Youtube, nichtkommerziell)

Es kommt gerade vieles hoch und das ist schwer auszuhalten. An den Wochenenden in ich oft im Ausnahmezustand. Allerdings empfinde ich es nicht als durchwegs schlimm. Es ist vielmehr ein Potpourri an verschiedensten Emotionen und es kostet Kraft, da durchzugehen. Nicht unbedingt das, was man sich an einem Wochende wünscht, wo Zeit und Raum wäre, sich zu erholen.

Manches Subtile, was ich verdrängt habe, kommt ins Bewusstsein. Meine grösste Angst ist, nicht gesehen zu werden. Oder dass was ich zu geben habe (Beruf, Beziehungen, Freundschaften), einfach nicht reicht. Ich merke, wie sich die Extreme in mir mildern, die Selbstzweifel bleiben mir treu. Und ich bin nicht die einzige in der Familienhistorie, die damit zu tun hat.

Seit Anfang Juni gehe ich wieder zu einem Homöopathen, nachdem ich mit meinem schwankenden Selbstwert und Angstzuständen (sowie Schlafstörungen) wieder dermassen zu ringen habe, dass ich Hilfe brauchte. Und es lässt sich vielversprechend an, es gibt einen Anstoss, dass wieder Bewegung in meine Resignation hineinkommt.

Darüber reden allein (seit Oktober wieder Psychotherapie), bringt es nicht. Es vermag Klarheit zu bringen, doch die Emotionen lindern, kann es nicht.  Ich bin bereit, genauer hinzusehen und woran es dann oft hapert, ist, mir in diesen Momentan liebevoll zu begegnen. Die neue Therapeutin ist empathisch und hört auch zu. Ich fühle mich erkannt als die, die ich bin. Mit meinen starken und schwachen Seiten.

Die vorherige Therapeutin konnte irgendwie nicht so recht mit mir, das habe ich gespürt. Wenn ich zurückschaue, hab ich mich auch nicht richtig gesehen gefühlt. Auf meine Ängste im Beruf hat sie lapidar geantwortet, dass dies allen Berufsanfängern so geht. Das war als Aufmunterung gemeint, war aber gar kein Trost. Mag sein, aber bei mir sind sie immer noch da, auch nach mehr als 7 Jahren. Schliesslich hat sie das Therapieverhältnis beendet, weil sie meinte, dass es mir gut genug gehe und sie sich um Leute kümmern wollte, die ernsthafte psychiatrische Probleme haben. Der Wortlaut war nicht genau der, aber darauf lief es hinaus. Heute denke ich mir: Was zur Hölle?!

Das Gute daran war, dass ich nicht mehr dort hingehe. Es war ein nötiger Bruch. Aber es hat mich auch soweit verunsichert, dass ich von Psychiatern genug hatte. Meine Hausärztin hat mich wunderbar begleitet. Die Allgemeinärzte erlebe ich _manchmal_ als dem Menschen zugewandter als die Fachspezialisten. Das ist an sich schräg.

Danach hab ich mich 6 Jahre ohne psychotherapeutische Hilfe durchgebracht. Wie sehr mich dieses Abspeisen verunsichert hat, merke ich erst jetzt, mit der neuen Therapeutin. Weil es hier ganz anders ist und sie mir gesagt hat, sie würde nie ein Therapieverhältnis von sich aus beenden!

Vieles an Emotionen ist noch ans Leistungsdenken und an ein Gefühl des Unwertseins gekoppelt und davon kann ich mich nur langsam lösen. Das Zuweniggutsein ... ich kenne es schon so lange. Wieviel davon werde ich in meinem Leben ablegen können?

Und mich hat es berührt, als mir mein Bruder dieses Lied von John Mayer als Link gesendet hat, ich habe es nun unzählige Male gehört und es bedeutet mir viel. Wahre Worte, wahre Fragen und doch ist auch was Erlösendes in diesem Lied, weil es anderen ebenfalls so geht und ich einen Bezug finde.




Samstag, 27. Juli 2019

Berufsleben

7 Jahre, 3 Monate.

Ich spiele nicht in einer andren Liga. Es ist eine andere Sportart. Mich jeden Tag meinen Ängsten zu stellen ist meine Herausforderung. Den bewertenden Gedanken in meinem Kopf weniger Gewicht zu geben, ich stelle mich dieser Aufgabe. Die tauchen auch Abends und am Wochenende auf. Und manchmal versinke ich bis über beide Ohren darin.

Es gibt in meinem Leben eigentlich keinen Tag komplett ohne Angst oder irgendeine Besorgnis. Wie ich damit umgehe, ändert sich langsam. Meine Geschichte kann ich nicht ändern. Aber den Umgang mit mir selber. Es braucht viel Zeit und Geduld.

Ich weiss, dass manche denken, ich mach es mir zu einfach oder ich könnte mich mehr einsetzen. Ja. Ich hab den Perfektionismus abgelegt. Weil ich es musste. Von meinen inneren Prozessen haben diese Menschen keine Ahnung. An manchen Tagen ist es eine Leistung für mich, nicht schreiend oder heulend aus dem Büro zu laufen. That's it. Das ist meine ganz eigene Leistungsshow.

Und während andere neben der Arbeit noch ein Studium absolvieren, mach ich eben meine Selbstwert-Arbeiten und halte mich möglichst emotional stabil. Mache meine eigenen Hausaufgaben. Suche Therapeuten auf, die mir weiterhelfen. Gehe Schwimmen, oder tue anderes, was mir gut tut. Momentan kostet es mich immer noch viel Kraft, das Arbeitsleben. Und da bin ich unterwegs. Es ist schon viel besser geworden. Die Herausforderung wurden aber auch grösser!

Da es mehr Luft gibt, wird auch Weiterbildung wieder möglich. Im August werde ich zwei Kurse machen die mir beruflich was bringen.

Eine Zusatzausbildung wäre schön, aber ich sehe momentan davon ab. Die mentale Kraft und die Kondition fehlen mir, das durchzustehen.

Mit dem fernen Mann bin ich weiter gekommen bei meiner mentalen Einstellung. Am Anfang hab ich seine Sprüche gehasst. Go with the flow. Don't beat yourself up. Be nice to yourself. Und so weiter. Erst nach und nach hab ich verstanden und es das annehmen lernen. Und er hat mir auch davon erzählt, wie gut er es selber kennt, das Leben mit der Angst.

Es hilft mir immens, dass er in einem ähnlichen Feld gearbeitet hat wie ich und daher die Strukturen versteht.

Ich will handeln statt nur zu Träumen.

Statt den grossen Traum zu leben, den ich nicht habe, will ich einen praktikablen Weg finden, meine finanzielle Existenz zu sichern und dabei das Leben zu geniessen. Kleine Träume leben. Erreichbare Ziele setzen. Das ist mein Weg.

Samstag, 18. Mai 2019

Wochend-Aufräumarbeiten

Zwischendurch hab ich wirklich den Eindruck, reif für die Klinik oder mehr Therapie zu sein. Durch die Woche schleppe ich mich mit 'Augen zu und durch' aka 'Arbeiten'. Sobald der Druck von der Arbeitswoche weg ist, gehts mir schlechter.

Ich erlebe Krisen, in einer Art, wie ich sie nie hatte. Alles wechselt sich rapide ab. Ein heftiges Auf und Ab im Fünfminutentakt. Zwischen Glück und Elend hin und her. Ich spüre Stärke und ich spüre Schwäche, beides deutlichst, innere Aufruhr, fühle mich Abgekämpft. Beängstigendes mentales Kasperletheater aus Ängsten und Selbstabwertung. Heute hat mir erst die Einnahme von Bachblüten wieder mehr Halt gegeben. Diese nützen mir. Habs zu lang vergessen gehabt, sie zu nehmen.

Heute hatte ich einige Klarheitsmomente, was genau mich so stresst. Plötzlich hatte ich es! Da gab es einen Vorfall bei der Arbeit diese Woche, der mich sehr empört hat. Jemand war recht dreist, von dem ich es nicht erwartet hab. Das war Druck aus einer Ecke, aus der ich ihn nicht erwartet habe. Es war nur ein Detail, aber mir wurde mein Handlangerstatus (und der meines Teams) schön vor Augen geführt.

Dieses Regierenmüssen auf Kundenwünsche setzt mir zu. Alle unsere Kunden sind kleine Könige -- und manche nutzen das (aus).

Die Empörung hab ich runtergewürgt. Die Arbeit musste ich nicht machen, es hat sich herausgestellt, dass die Kundin eigentlich wusste, dass es ihr Job ist. Wir das gar nicht machen können. Aber sie wurde von ihrer Chefin angestiftet, das Ganze uns unterzuschieben. Nett. Wo bei uns grade alles überläuft.

Bei mir kommt gerade viel alter Scheiss hoch. Und Momente wie dieser lösen es aus. Ich drücke es weg. Aber es ploppt eben wieder hoch.

Zuvorkommend wie ich bin, will ich alles recht machen. Doch wenn alle gleichzeitig Plärren und 'Hier, ich zuerst' Schreien, dann ist bei mir Land unter. Das kann niemand leisten.

Über die Jahre habe ich mir angewöhnt, den Stress wegzudrücken und halt zu machen was geht. Die Auslöser bleiben natürlich. Und das Reagieren darauf auch.

Nicht bei allem gelingt mir, es ordentlich aufzufangen, die Nerven sind schon lange angespannt. Und nun ... ist es eine echte Zitterpartie geworden.

Die Mechanismen werden mir klarer. 'Verstanden' ist halt nicht gleich 'Umgesetzt'. Es braucht Geduld und viel Selbstliebe. Ich setz mich auf meine Art durch. Aufgeben und ins Schneckenhaus zurück, will ich nicht mehr. Es gibt auf dieser Welt auch Platz für mich. Weil ich es wert bin. Einfach weil es mich gibt. Ich bin da. Und ich bleibe da.

Freitag, 19. April 2019

Durchgehende Pferde und Mut

Du bist eine starke Frau, das heisst aber nicht, dass du jeden Tag kämpfen musst! 

Das sagt ein Freund zu mir. Oh, wie wahr. Je gewandter ich mich durchs Leben bewege, desto mehr fordere ich auch von mir. Das wird mir nach und nach bewusst. Und manchmal komme ich rein dadurch an ein Limit, dass ich zu viel auf mich nehme.

Ich stolpere über meine gefühlten Grenzen, denke darüber nach, zweifel wieder an mir und meinem Können. Ich stelle mich in Frage, fühle mich wertlos. Ab da gehts rasch abwärts.

Der Druck steigt und der innere Wahnsinn kocht hoch. Wie ein führerloser Zug rast mein Geist dahin und ich kann ihn nicht mehr bremsen. Jede Menge Energie geht wieder ins Kämpfen und ins Verweifeltsein und in Gefühlsausbrüche.

Die alten Muster der Angst zu durchbrechen braucht so viel mehr Zeit und Geduld. Und Selbstannahme. Mich stressen nun mal Situationen, auf die andere vielleicht mit einem Schulterzucken reagieren _können_. Und das erarbeite ich mir erst. Seit Jahren.

Entgegen allen Motivationssprüchen ist es nicht einfach dadurch getan, dass man sich 'mental einstellt'. Es geht um viel mehr als das. Einmal reicht nicht. Auf jeden Fall nicht bei mir.

Die Ausrichtung erfolgt nach und nach. Und es ist nötig, mir selber die nötige Autorität entgegenzubringen. Liebevoll und bestimmt mich einzumitten, die Ängste ernst zu nehmen, aber nicht auf sie zu zählen. Der Schattenreigen ist immer beeindruckend. Aber da will ich nicht mehr hin.

Einem Pferd, das durchgeht, sind Kalendersprüche herzlich egal. Allein das Entkommen zählt. Die eigene Haut zu retten. Flucht.

Ich arbeite daran, mich selber anders wahrzunehmen und mehr in meiner Stärke zu leben. Es ist Arbeit. Kalendersprüche sind schön, aber die eigene Stärke zu leben, dazu gehört viel mehr!

Mittwoch, 13. Juni 2018

What's love?




The morning sun looking like the moon, because of clouds. Work myself through different shades and shadows of love. Growing. Moving forward.
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If love casts a shadow you have to look even better. Because there must be a misunderstanding. Real love always sets free. And it maybe you, causing the shadow with stopping love ... with fears or thinking or dealing with old hurts.
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Am I able to let it glow and to let it flow? To love? To embrace and love myself for who I really am?
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Love has no beginning and no end. It's stronger than death ... Love survives ... .
Love is eternal.
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Love is.
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Von meinem Instagram Account von heute morgen. Zu müde und zu faul um es zu übersetzen. Mitten in starken Auseinandersetzungen mit mir selber und dem Lieben und Geliebtwerden. Meine alte Welt ist auseinandergefallen und die neue ist am Werden. Starke Ängste und Prozesse .. und wenig übrige Energie.
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Mir wird klar, dass ich mir bisher selber keine gute Gesellschaft war. Mich bei der Liebe stehts auf das verlassen habe, was von Aussen kam. Überwinden alter Verletzungen. Herausfinden, wie das geht, mit dem Loslassen .... Neu werden. Sein!

Samstag, 24. Juni 2017

Angst-Demenz (Flashback) -- Teil 2

Es ist wieder passiert
An dem Tag, an dem ich über die Hitze im Büro schrieb, ist es mal wieder passiert. Durch die furchtbare Hitze im Raum und ein System/eine Software/das Content Management System, das/die ich bei der Arbeit nicht verstanden habe. Da war nur noch Mattscheibe, aber komplett.

Mein Hirn war einfach leeeeer. Niemand da.

Auch wenn der Mensch, der neben mir sass, mir geduldig -- und immer wieder -- half. Und sagte, jetzt musst du da und da klicken -- ich sah es einfach nicht (mehr). Das Nebeneinandersitzen hat es nicht verbessert. Da fühle ich mich sowieso schnell gestresst. Auch das Sehen ging nicht mehr wirklich: Ich klickte mich durch wie ein wildgewordenes Huhn. Mir verschwomm es vor den Augen. Danke, Hirn!

Was sonst nicht meine Art ist; wie wild rumzuklicken. An diesem Tag fühlte ich mich wie der legendäre DAU, der "dümmste anzunehmende User". Und für den ist dieses CMS auf jeden Fall schon mal nicht gemacht ;)

Vor Scham lieber sterben ...
Der Erklärer gab sich alle Mühe, aber der Groschen wollte bei mir einfach nicht fallen. Es war mir so peinlich. Ich wurde hektisch und ich nervte ihn. Was mir klar war. Irgendwann wurde er immer wortkarger. Habe dann noch alleine weitergearbeitet. Das Resultat sehe ich nächste Woche.

Auch wenn jemand Geduldiges mir hilft, verstehe ich nicht immer alles. Wenn ich mal dermassen feststecke, braucht es oft mehrere Anläufe und Pausen (manchmal Tage) dazwischen, damit ich mich wieder beruhigen kann. Vielleicht wird jetzt auch klar, warum der Stresstest für mich so wichtig war.

In diesem Fall war auch die Software des CMS mein zusätzliches Problem (zur Hitze, dem Neulernen und dem Nebeneinandersitzen), da die Nutzerführung alles andere als intuitiv zu verstehen ist. Alle Oberflächen sahen anders aus, sind anders strukturiert und ich wusste nie, in welchem Hierarchiebereich der Website ich nun bin.

Und dann ...
Schlussenlich habe ich mir viiiel Zeit genommen, die ganzen Prozesse durchzuspielen, um sie besser zu verstehen. Zeit die ich eigentlich nicht hatte, da sich nebendran die Arbeit stapelte. Doch beim Erklärer war es ja genauso. Er hat sich für mich extra Zeit genommen, mir zu helfen, obwohl er die selber auch nicht hatte. Und dann verstehe ich es nicht mal ....

Ich hatte ja bereits eine Schulung zu dem Ding. Aber ich verstand an dem Morgen nur Bahnhof, machte komplett zu. Da die Abteilung, die das veranstaltet hat, permanent überlastet ist, und die Leute dadurch oft gestresst, hab ich es dann auch aus Angst wieder schleifen lassen, mich weiter damit zu beschäftigen. Bis ich das System dann doch wieder gebraucht hab ... seufz

Was hilft?
Mich immer wieder dahinterzuklemmen. Pausen zu machen. Den Mut und den Selbstwert zu behalten. Ignorieren, was mein Hirn dazu laufend an Bewertungen produziert ("der denkt jetzt sicher du bist blöd", "du versagst ja schon wieder" etc. pp.). Mich selber in meiner Not ernst zu nehmen. Zu wissen, dass auch andere, die nicht viel damit arbeiten, mit diesem System rechte Mühe haben. Die Gewichtung aus der Situation rausnehmen (ich nutze das Programm sehr selten und punktuell), werde also nicht von nun an täglich gestresst sein ;)

Wie weiter ...
Ob das was ich produziert habe, nun läuft, weiss ich noch nicht. Das werde ich nächste Woche sehen. Aber ich habe jetzt erste Ansätze begriffen -- und kann nun auch endlich das Manual nutzen, das ich am Tag der Schulung bekommen hatte. Nicht mal das half mir nämlich.

Sonst gilt bei Systemen/Geräten in der IT ja (zu Recht) stets die goldene Regel, bevor es ans Beantworten von Userfragen geht:

RTFM! Read the fucking manual! ^_^



(Fortsetzung folgt)

Angst-Demenz (Flashback) -- Teil 1

.. wahrscheinlich heisst das anders. Mir geht es darum, zu schildern, wie drastisch ich es empfinde. Ich meine damit die Denkblockaden, die sich bei mir einstellen, wenn ich unter Druck komme.

Demenz nenne ich es deshalb, weil ich plötzich auch einfache Dinge nicht mehr kann oder weiss, die mal gut gingen, die sonst selbstverständlich sind. Oder ich es einfach nicht schaffe, neues Wissen aufzunehmen. Was andere oft nicht nachvollziehen können. Dann kommt etwas ein "aber das ist doch nicht so schwierig!". Dadurch wird alles nur noch schlimmer. Ich fühle mich dumm und behindert dadurch. Da ist nur noch ein weisses Rauschen in meinem Kopf. Kein Anschluss unter dieser Nummer!

Natürlich kommt das Denkvermögen bei mir nach und nach wieder zurück, das schon. Aber es kann auch sein, dass ich eine Sache oder Aufgabe aufgebe, weil es mich zu sehr stresst.

- - -

Es gibt Momente, da stehe ich neben mir.  Früher war das ein gewohnter Zustand, sobald es um Ausbildung oder Arbeitsleben ging. Mit kurzen und längeren Zeiträumen, in denen es leichter war, weil ich etwas tun konnte, in dem ich gut war oder mich sonst sicher fühlte. Die Blockaden können aber auch auftreten bei Dingen, die ich gerne mache, zum Beispiel bei Leistungsdruck, Abgabeterminen etc. Ich erkenne es heute als eine vorwiegend soziale Angst.

Heute ist es meistens leichter, auch im Alltag, also hat sich das Verhältnis umgekehrt. Innere Ruhe ist meistens da -- und die Blockaden nur noch gelegentlich. Ich habe mich, auch Dank der Psychotherapie, nach und nach "umprogrammiert". Das hat Jahre gebraucht, soweit zu kommen, dass ich unter anderen Menschen in der Arbeitswelt in einem Büroalltag nicht komplett dauergestresst bin.

Zudem lerne ich einfach anders als andere. Eher optisch und assoziativ: Wenn in einem Lehrbuch jede Seite gleich aussieht, prägt sich mir nichts ein. Wenn ich Tabellen oder Grammatik auswendig lernen muss, fällt mir das wieder "aus dem Speicher". Ausser ich kann etwas damit assoziieren oder es hat zB zusätzlich Bildergeschichten/Fotos auf den Seiten. Dafür kann ich mir alle möglichen Verbindungen, unnützes Wissen und viele Wörter fremder Sprachen merken. Alles was ich ohne Druck lerne und in entspannter Umgebung, geht oft spielerisch leicht und bleibt mir im Kopf. Ich kann Wissen im Grunde schnell aufnehmen und auch in Verbindung setzen. Nur eben ...

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Ich habe Jahre mit diesen Angstzuständen und sozialen Ängsten verbracht. Mir fehlen im Vergleich zu anderen Berufsleuten, circa 10 Jahre Berufserfahrung einfach dadurch, dass ich psychisch erkrankt war. Von 17 bis 27 Jahren hab ich mich arbeits- und ausbildungstechnisch irgendwie durchgehangelt und vor allem diese Angst, diese Blockaden, zu vermeiden versucht. Zwischendrin dann wieder (Erschöpfungs)Depression. Unaushaltbar schien mir vor allem die Angst.

Therapie hatte ich genug. Heute denke ich, da hätte man therapeutisch anders damit umgehen können/müssen. Aber es ist eben so gelaufen, wie es lief.

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(Fortsetzung folgt)

Donnerstag, 11. Mai 2017

Wieder besser

Gestern wirklich am Limit gewesen. Inzwischen wieder ruhiger geworden. Zwei Gespräche geführt, mit Menschen, die mich wahrgenommen haben. Zwei unterstützende Hilfstellungen für mich organisiert. Und jetzt: Ruhig werden und Vettrauen haben, Ballast loslassen.

Montag, 25. Juli 2016

Weg von der alten Identität - ich (er)finde mich neu

 

 

Weg von der alten Identität


.. die mir lange als Zuhause diente. Die "Frau die Probleme hat" -- so nenne ich diese alte Maske, denn nun ist es eine. Wie mir gerade auffällt. Ich habe je länger je mehr den Eindruck, dass sich hier massiv etwas geändert hat. Nur gebrauche ich immer noch die alten Codes. Ich benötige sie noch als Krücke, obwohl ich jetzt gehen kann. In Momenten der Verunsicherung kommt die hilflose Angst, es sei wieder wie "früher". Und dann hole ich die alte Maske hervor.

Ich suche jetzt bewusst nach neuen Wegen, nach Klarheit, um mit meinem gesundeten Ich umzugehen. Einfach zu leben. Zu erkennen, dass ich stark sein darf und auch eigensinnig. Das das völlig ok ist. Dass ich meine eigenen Werte haben darf und meine eigenen Wege. Ohne Angst und Scham leben. Ohne von anderen zurechtgestutzt zu werden. Und ohne meinerseits andere zurechtzustutzen.

Und wenn ich anderen "zuviel" bin, dann stimmt wohl die Umgebung für mich nicht.  Oder ich muss erst mal abklären, ob das nicht nur wieder mein Kopfkino mit der Bildstörung ist. Wichtig für mich: Nicht mit allen Menschen kann man Befindlichkeiten, Dinge und Verhaltensweisen besprechen, ansprechen, absprechen. Wenn es diplomatisch glattes Parkett gibt, liegt es nicht immer nur an mir.

Und ebenso wichtig: Es stimmt nicht mehr für mich, mich nur irgendwie und irgendwo reinzuquetschen und einzuordnen. Wenn sich mir die Nackenhaare aufstellen und ich ein ungutes Bauchgefühl habe, gibt es meist Gründe. Auch wenn das der Kopf nicht akzeptieren kann. Ungutes, dafür habe ich einen sechsten Sinn.

Es gibt noch die Momente von Verunsicherung, Scham, Schuldgefühen, von Angst und Verwirrung -- doch sie dauern nicht mehr über Monate oder Jahre an. Gewisses stört mich an mir selber schon auch noch. Ich möchte noch weiter lernen, unverkrampft mit Menschen umzugehen. Und ich habe noch genügend andere Baustelle, die mir auch deutlich bewusst sind. Zum Beispiel die Tendenz, mich ständig rechtfertigen zu müssen. Und schnell habe ich den Eindruck "daneben" zu sein und schäme mich. Das Hin und Her zwischen dominantem Auftreten und andernorts wieder Mäuschen sein, das gibt es auch noch. Doch ich komme damit klar. Es ist ok.

Der Schritt vom mentalen Überleben zum Leben, der ist schon länger getan. Doch "fühlen" kann ich es erst jetzt so richtig. Und es zu etablieren, das habe ich ganz fest vor. Und ich spüre die Kraft, die mir daraus erwächst, meine Gesundung und Heilung zuzulassen.

Ich bin jetzt "die Frau mit den vielen Möglichkeiten" ...


Donnerstag, 26. Mai 2016

Angststörungen als Volkskrankheit

Die Tage habe ich in einer Gratiszeitung gelesen, dass Angststörungen die neue Volkskrankheit sind, vorallem bei den Jungen. Da fällt mir ausser «Kein Wunder!» nix weiter dazu ein.

Da sind einfach zu viele Baustellen in diesem heutigen Leben -- und soviel Schein nach aussen. Der Mensch lässt sich nicht unendlich beschleunigen ohne irre zu werden. Es wird suggeriert, dass heute alles möglich ist, wir alle frei sind. Egal wie viele E-Mails im Postfach sind.

Wir sind so frei!

Dabei ist es das Zeitalter der Disclaimer. Scheinbare Freiheit -- zwischen Leitplanken.

Bombardiert mit Infos, Werbung, digitalem Schrott. 24/7. Musts, Don'ts. Must-Haves und Nice-To-Haves, Must-Have-Seens, und immer schön leistungsfähig bleiben.

Dienstag, 4. August 2015

Endlich hinter meiner Mauer hervorkommen

Endlich hervorkommen ..

Mir scheint ich habe einen Grossteil meines Lebens damit verbracht, mich innerlich oder vor anderen zu rechtfertigen und mich zu schämen. Schuldgefühle haben mich auf Schritt und Tritt begleitet. Da war so ein grundsätzliches Gefühl als müsse ich mich für meine eigene Existenz rechtfertigen. Als ich dann noch jahrelang gemobbt wurde, hat sich das bei mir festgesetzt. 

Das hat mich trotzig, aggressiv und stachlig gemacht: Wenn ihr mich nicht wollt, dann lasst es bleiben. Wenn mich die Welt ablehnt, dann lehne ich sie halt ebenfalls zurück ab. Macht euren Scheiss selber! An mich kommt ihr nicht mehr ran. Für mich war jeder (gefühlte) Widerstand von anderen eine Bestätigung, dass ich eben nicht ok bin: Ein Leben im Spiegelkabinett der Selbstablehnung. Kein besonders fröhliches Leben.

Wie so vieles, wird mir das erst jetzt im Rückblick im vollen Umfang bewusst.

Diese Abgrenzung bringt mich nicht mehr weiter. Ich habe das Spiegelkabinett als solches erkannt und den Ausgang gefunden.

Es ist befreiend, den Ballast an Angst, Scham, Groll und Hass endlich abzuwerfen.



Samstag, 19. Oktober 2013

Ein neuer Tag und ein Rückblick

Das Einschlafen gestern war nicht so leicht. Ich war noch so aufgewühlt. Mein Freund erzählte mir dann eine einschläfernde Gutenachtgeschichte, bunt gemischt aus all den Tiersendungen, die wir zusammen im Fernsehen gesehen haben … Zwischendurch kicherte ich. Er ist ein lustiger Erzähler. Das half.

Heute ist er auf der Arbeit und ich mit meinen Gedanken allein. Ich fühle mich heiterer und gelöster, die Ängste sind trotzdem da. Damit sie mich nicht zu sehr fordern, schreibe ich sie lieber auf.

Vernünftig – das war ich die letzten 7 Jahre. Ich habe mich der Notwendigkeit gebeugt, eine Berufslehre anzufangen und durchzuziehen. Der vierte Anlauf. Die bisherigen Versuche scheiterten an meinen Ängsten.

Der Staat half mir dabei. Sponserte mich. Coachte mich … Die Abschlussprüfung habe ich, als fleissige Schülerin, knapp vergeigt: ungenügend. Die Angst war zu gross. Ich war blockiert. Beim Nachkorrigieren haben sich zwei übersehene Punkte zu meinen Gunsten geändert. Ich kam mit der Mindestnote durch – und war nun Berufsfrau.

Die Angst war damit nicht weg, im Gegenteil. Frühzeitig gleiste ich mit staatlicher Hilfe (Schweizerische Invalidenversicherung) eine "Nachsorge" auf. Für die Stellensuche bekam ich einen Coach an meine Seite. Er organisierte für mich Trainingsarbeitsplätze – und die Stellensuche lief nebenher. Das hat sich als die richtige Strategie herausgestellt: Kleine Schritte, ein überschaubarer Rahmen, nahe Ziele. Meine Wahnsinnsangst* blieb dadurch vorhanden, doch ich konnte mit ihr umgehen. Nach 8 Monaten zermürbender Stellensuche fand ich tatsächlich eine Stelle im ersten Arbeitsmarkt. Die wollten MICH! Und dort arbeite ich nun seit 1,5 Jahren …

Die ersten paar Monate waren recht easy und ich wiegte mich in Sicherheit. Es kam gut. Ich stand zwar unter Stress, doch die Auftragslage war ruhig und die Einarbeitungszeit fruchtete. Ich verdiente mit fast 33 Jahren zum ersten Mal in meinem Leben meinen kompletten Lebensunterhalt! Mit dem ersten Lohn lud ich meinen Freund zu Kaffee und Kuchen ein – und wir machten einen Wochenendtrip …

Danach kam ein grosses internes Projekt, an dem ich nicht direkt beteiligt war, das aber viele Kräfte in unserer Abteilung bündelte und (übermässig) forderte, so dass ich eine grössere Verantwortung und mehr Arbeit bekam. Meine Stellenprozente stockte ich von 50 auf 70% auf. Zu dem Zeitpunkt wusste ich bereits, dass dies ein Risiko ist. Jedoch war ich mit 50% zuwenig gefordert. Vor allem da sich meine Arbeitszeit auf 5 Tage die Woche erstreckt, ich also jeden Tag nur wenige Stunden dort war.
Gleichzeitig merkte ich, das der berufliche Einstieg mich mehr Kräfte gekostet hat, als ich zugeben wollte. Ich steuerte auf eine Krise zu. Da ich das länger verdrängt und vor mir selber runtergespielt hab,  erlitt ich einen körperlichen Zusammenbruch. Danach stieg ich aber wieder ein.

Das grosse Projekt in der Firma artete immer mehr in eine Art Stellungskampf aus. Die Nachwehen zogen sich bis in den Frühsommer dieses Jahres. Mein direkter Arbeitskollege, mit dem ich ein 2er Büro teile, erlitt ein Burnout, vor allem seelischer Natur. Ich sass nebendran und litt mit. Es schlauchte uns beide. Die Arbeit zog er aber weiter – und ich auch. Ich bekam immer mehr Angst vor seinen Launen. Dieses Projekt ist nun durch, die nächsten stehen an. Und ich fürchte mich jeden Tag, dass es wieder so schlimm wird wie beim letzten Mal.

Am Montag habe ich Mitarbeitergespräch mit meinem Chef und ich bin gespannt, zu wie viel Klartext ich in der Lage bin. Zu verlieren habe ich nichts. Ich war die letzten Tage ganz unten. Diese ganzen Monate haben einfach einen zu grossen Tribut gefordert. Ich erwarte mir mehr Rückhalt für unser Team, intern.

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Wahnsinnsangst* = Angst vor dem Ausgeliefertsein, Angst vor Bestrafung, Angst vor Autorität, Angst vor Denkblockaden aus Stress, …

Samstag, 28. September 2013

Was ist Schmerz?

Schmerz 
ist Leiden
ist absoluter Fokus
zeigt, wo es weh wirklich brennt
zentriert
ist Ohnmacht
zeigt dir Unaushaltbares auf
zwingt dich nieder
(scheinbare) Ausweglosigkeit
ist Wut
führt dich über die Grenzen
isoliert dich
wirft dich zurück
ist Wahnsinn
zerstört
wirft dich vorwärts
macht bewusst
pausiert dich
nimmt dir den Atem
ist Spiegel
sortiert dich

Schmerz war mein Thema die letzten Wochen. Nein, nicht mein eigener. Es war der Schmerz von jemand anderem. Durchdringender anhaltender höllischer körperlicher Schmerz. Ich kenne so etwas nicht von mir selber. Kenne den seelischen Schmerz. der genauso durchdringend und niederschmetternd sein kann. Doch eben anders. Körperliches Leiden anderer macht mich total hilflos und fertig. Weil ich es nicht kenne und weil ich kaum hinsehen kann. So war es für mich auch eine Grenzerfahrung und ist es noch. Bei mir ging es irgendwann auch nicht mehr. Konnte nicht mehr trösten und fühlte mich nur noch ratlos und müde, kaputt. Wenn eine so nahe dran ist, dass sie erwartet, bald den gleichen höllischen Schmerz zu fühlen. Was tun?
Ich habe mich zurückgezogen, habe signalisiert, dass es mir nicht gut geht, dass ich Ruhe brauche. War selber drei Tage krank. Ich weiss nicht, was der Sinn ist des Ganzen. Ich weiss auch nicht, warum ich dermassen mitleiden muss. Es zieht mich rein in einen schwarzen Sog, unaufhaltsam. Höllische Zustände. Ich weiss gerade nur, dass ich mich erstmal selber heilen will …


Mittwoch, 25. September 2013

Es geht gerade nicht

Ein Tag Auszeit daheim. Gestern beim Einschlafen war die Angst zu Gast. Ich hatte nur noch Angst. Es sind gerade zu viele Baustellen offen, ich habe Mühe zur Ruhe zu kommen.

Dienstag, 3. September 2013

Entschieden

Eigentlich hätte ich heute Abend Weiterbildung.

 Aber .. ich habe wirklich Angst hinzugehen, so fest, dass ich es lasse. Der Kursleiter ist zwar eine Koryphäe im grafischen Bereich, macht jedoch massiv Druck beim Tempo. Er wirkt überarbeitet und gestresst. Spricht wie ein Wasserfall, springt von Thema zu Thema. Meint zu uns Teilnehmern, dass nur eine ungestellte Frage eine dumme Frage sei - und wenn eine/r dann etwas fragt - wird er total ungeduldig und hektisch.

Da bricht bei mir Panik aus, das ertrage ich nicht.

Ich werd mich schriftlich für die nächsten 2 Male abmelden. Den Kurs hat mein Betrieb mir bezahlt, ein weiterer Faktor zum Grübeln ... Bis meine Ferien vorbei sind, also in 2 Wochen, hab ich einen Plan. Jetzt gerade habe ich keinen. Ausser dass ich mir das nicht antun will.

Bei allem Pflichtgefühl! Ich weiss, wo mein Limit ist, was Druck anbelangt. Und hier ist er momentan zu gross.

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30/10/2013
Den Kurs habe ich abgebrochen und schriftlich abgesagt. Mein Chef war so kulant, dass ich die Kurskosten nicht erstatten muss! Bin wirklich froh …