... der Krieg in deinem Leben ist doch vorbei, du kannst die Waffen endlich ruhen lassen, sagt mein Freund. Das stimmt.
Doch es ist nicht nur eine Kopfsache. Keine Sache, die ich einfach entscheide und dann ist es so. Deshalb ist mir bewusst geworden, dass ich jetzt Hilfe brauche. Und diese habe ich auch in Gang gebracht.
Die letzten Monate stand ich dermassen unter Druck, dass ich wieder in den Stressmodus geraten bin.
Geredet über alles, das habe ich in meinem Leben und in der Therapie genug. Aber Reden, das ist wie zu kleine Pflaster aufkleben. Ich kenne Ursachen und Auswirkungen. Nur die Ausmasse des "Krieges", über die stolpere ich immer noch. Lange Jahre meines Lebens wurde ich gehetzt. Das hat mich traumatisiert. Punkt.
Ich scheute dieses grosse Wort lange Zeit: Trauma. Da haben andere weitaus Schlimmeres erlebt. Aber der sich erneuernde Schrecken lähmt mein Leben, Fühlen und Denken, wiederholt. Und zu gewissen Zeiten in einem Ausmass, das mir den Atem und die Lebensfreude nimmt.
Schlimm ist das, was man als schlimm erlebt (hat). Und das ist sehr individuell. Es gibt keinen Massstab.
Ich merke ... wenn ich mir die Wahrheit eingestehen, nimmt der Schrecken ab und auch der Schmerz. Ich werde weicher und menschlicher, fühle mich wieder, fühle mich lichter und lebendiger, statt nur taub zu sein.
Man hat es früher zu lange marginalisiert, wie es mir wirklich geht. Und es ist eine Erlösung, wenn ich mich selber in meiner Not anerkenne.
Da ist seit einer Woche unter Schmerzen leide, ist auch klar, dass es nicht von heute auf morgen gehen wird, dem Frieden zu vertrauen. Vertrauen in andere Menschen ist da, wenigstens zwischendurch. Und das Vertrauen zu mir selber wächst auch.
Ich möchte es wieder fühlen können, dass der Krieg vorbei ist!
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Samstag, 13. Mai 2017
Mittwoch, 3. August 2016
20 Jahre und 1 Monat
.. ist es her, dass ich aus der Schule (Realschule) gekommen bin. Manche Mitschüler lagen sich heulend in den Armen. Ich war hingegen einfach froh, dem täglichen Nervenkrieg des Mobbings entronnen zu sein.
All der Pisakerei und den Plagen, den offenen und verdeckten Angriffen. Raus aus der Schule. Dass da dann erstmal kein neues Leben, kein aufregendes Kapitel auf mich wartete, stattdessen die Depression aus Erschöpfung, ist ein anderes Thema.
Letzte Nacht träumte es mir von dieser Schulzeit, vermischt mit Personen aus meinem jetzigen Leben. Mehr amüsant als aufregend. Ich habs hinter mir, scheint mir. Jahrestage ohne schlimme Gefühle. Ist verheilt. Mit den Folgen ringe ich teilweise noch.
All der Pisakerei und den Plagen, den offenen und verdeckten Angriffen. Raus aus der Schule. Dass da dann erstmal kein neues Leben, kein aufregendes Kapitel auf mich wartete, stattdessen die Depression aus Erschöpfung, ist ein anderes Thema.
Letzte Nacht träumte es mir von dieser Schulzeit, vermischt mit Personen aus meinem jetzigen Leben. Mehr amüsant als aufregend. Ich habs hinter mir, scheint mir. Jahrestage ohne schlimme Gefühle. Ist verheilt. Mit den Folgen ringe ich teilweise noch.
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Dienstag, 4. August 2015
Endlich hinter meiner Mauer hervorkommen
Endlich hervorkommen ..
Mir scheint ich habe einen Grossteil meines Lebens damit verbracht, mich innerlich oder vor anderen zu rechtfertigen und mich zu schämen. Schuldgefühle haben mich auf Schritt und Tritt begleitet. Da war so ein grundsätzliches Gefühl als müsse ich mich für meine eigene Existenz rechtfertigen. Als ich dann noch jahrelang gemobbt wurde, hat sich das bei mir festgesetzt.
Das hat mich trotzig, aggressiv und stachlig gemacht: Wenn ihr mich nicht wollt, dann lasst es bleiben. Wenn mich die Welt ablehnt, dann lehne ich sie halt ebenfalls zurück ab. Macht euren Scheiss selber! An mich kommt ihr nicht mehr ran. Für mich war jeder (gefühlte) Widerstand von anderen eine Bestätigung, dass ich eben nicht ok bin: Ein Leben im Spiegelkabinett der Selbstablehnung. Kein besonders fröhliches Leben.
Wie so vieles, wird mir das erst jetzt im Rückblick im vollen Umfang bewusst.
Diese Abgrenzung bringt mich nicht mehr weiter. Ich habe das Spiegelkabinett als solches erkannt und den Ausgang gefunden.
Es ist befreiend, den Ballast an Angst, Scham, Groll und Hass endlich abzuwerfen.
Mir scheint ich habe einen Grossteil meines Lebens damit verbracht, mich innerlich oder vor anderen zu rechtfertigen und mich zu schämen. Schuldgefühle haben mich auf Schritt und Tritt begleitet. Da war so ein grundsätzliches Gefühl als müsse ich mich für meine eigene Existenz rechtfertigen. Als ich dann noch jahrelang gemobbt wurde, hat sich das bei mir festgesetzt.
Das hat mich trotzig, aggressiv und stachlig gemacht: Wenn ihr mich nicht wollt, dann lasst es bleiben. Wenn mich die Welt ablehnt, dann lehne ich sie halt ebenfalls zurück ab. Macht euren Scheiss selber! An mich kommt ihr nicht mehr ran. Für mich war jeder (gefühlte) Widerstand von anderen eine Bestätigung, dass ich eben nicht ok bin: Ein Leben im Spiegelkabinett der Selbstablehnung. Kein besonders fröhliches Leben.
Wie so vieles, wird mir das erst jetzt im Rückblick im vollen Umfang bewusst.
Diese Abgrenzung bringt mich nicht mehr weiter. Ich habe das Spiegelkabinett als solches erkannt und den Ausgang gefunden.
Es ist befreiend, den Ballast an Angst, Scham, Groll und Hass endlich abzuwerfen.
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