Es gibt Momente, in denen ich gefühlt mit leeren Händen da stehe. Was an Gutem da ist, auch an Talenten, geht mir vergessen. Ein Armutsgefühl herrscht vor. Es herrscht Mangel. Das zerlumpte Dasein.
Früher regelmässig genutzt, nehme ich die Tarotkarten nur noch selten
hervor. Doch eines der für mich deutlichsten Symbole, das dieses
Armutsgefühl darstellt, ist mit in den Karten begegnet (Rider White,
Bild selber g**geln)
5 der Münzen
Die Bedeutung dieser Karte (nach der Deutung von Hajo Banzhaf*) hat vor
ein paar Jahren so gut mit meinem vorherrschenden Lebensgefühl
übereingestimmt, dass sie sich mir tief eingeprägt hat. Darum will ich
sie hier festhalten.
Aus dieser Haltung heraus betrachtet, wird alles wertlos. Es kann, muss aber nicht unbedingt um Materielles gehen. Das Armutsgefühl greift viel tiefer: es ist ein Gefühl von existenziellem Mangel. Kann Bedrohung/Gefährdung bedeuten.
Beim Bewusstwerden dieses inneren Zustands, da hat
mir auf jeden Fall diese Karte geholfen. Die Karte hat mir oft einen (empfundenen) Mangel in meinem Leben
anzeigt, auch die Angst vor dem Mangel/dem Verlust. Ich hatte oft das
Gefühl "unten durch" zu müssen, dieses beständige Mangel- und
Armutsdenken (immer immer ich, immer komme ich zu kurz ich armes Hascherl)
konnte ich überwinden.
Ein inneres Armutsgefühl lässt sich nicht durch
äusseren Wohlstand und materielle Dinge
heilen. Da bleibt immer ein Loch in der Seele, das zu füllen ist. Für mich passt diese Karte auch gut zu Weihnachten. Es ist die Kehrseite der oft protzigen Zeit, in der emotionaler Mangel besonders stark empfunden wird. Wenn ich mich innerlich reich fühle, meistere ich mein
Leben anders ... egal wie es im Aussen gerade aussieht.
* Hajo Banzhaf war ein Astrologe und Tarotspezialist (Quelle: wikipedia)
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Sonntag, 1. Oktober 2017
Sonntag, 3. September 2017
Umgang mit Affekten/Emotionen in Beziehungen
Beim Nachdenken und Nachlesen über Borderline-Anteile bin ich immer über den Absatz mit den unbeständigen Beziehungen hinweggegangen. "Nee, das trifft bei mir nicht zu, das ist bei mir nicht so". Dachte ich, etwas voreilig.
Es war deshalb voreilig, weil ich jetzt gemerkt habe, dass meine Stimmungen und Gefühle innerhalb von Beziehungen und Freundschaft extrem schwanken können. So wie ich mir selber gegenüber nicht immer gleich gesinnt bin, ändern sich auch meine Gefühle und Emotionen im Zwischenmenschlichen.
Je nach dem wie es mir geht, wie es dem anderen geht, ob ich mich wahrgenommen oder verstanden fühle oder nicht. Je nach dem ob ich mich stark oder gerade bedürftig fühle. Ob sich etwas oder jemand als zu nah oder als zu weit weg anfühlt.
In meinen Beziehungen und Freundschaften bin ich zwar (nach aussen) hin stabil und treu, aber meine Emotionen sind wechselhaft.Vielleicht ist das auch eher hat mit co-abhängigem Verhalten zu tun. Im Grunde ist ja das "Label" auch egal.
Das ist noch eine meiner Baustelle. In Beziehungen/Freundschaften/zwischenmenschlichen Situationen stabil zu bleiben und gelassen und die neue Ruhe, die eigentlich da wäre, auch in diesen Situationen zu behalten, auch dann, wenn es aus irgendeinem Grund emotional schwierig für mich wird, wenn Auslöser auftreten, und das tun sie zwangsläufig. Der Angst vor dem Verlassen- und Ignoriertwerden begegnen ...
Es gibt nach wie vor Momente, in denen ich den Zugang zu anderen Menschen nicht finde, nicht weiss, wo ich stehe, wie ich mich verhalten soll und ich mich wie getrennt von allem fühle -- auch von einem "angemessenen Verhalten". Da fühle ich mich sehr daneben manchmal, es bauscht sich auf. Ich eiere rum und verhalte mich seltsam.
Inzwischen beobachte ich das einfach und versuche zu warten, bis sich diese Emotionen sich ausgetobt haben. Die Spannung auszuhalten. Schaffe ich nicht immer. Meistens gehts aber vorüber. Wenn ich -- ruhig und erholt -- es nochmal hervorholen und betrachten kann, kann ich es auch verarbeiten und auf ein neues Level finden. Oder ich finden im Gespräch mit dem Gegenüber den passenden Ton um es eben anzusprechen.
Ich übe ...
Es war deshalb voreilig, weil ich jetzt gemerkt habe, dass meine Stimmungen und Gefühle innerhalb von Beziehungen und Freundschaft extrem schwanken können. So wie ich mir selber gegenüber nicht immer gleich gesinnt bin, ändern sich auch meine Gefühle und Emotionen im Zwischenmenschlichen.
Je nach dem wie es mir geht, wie es dem anderen geht, ob ich mich wahrgenommen oder verstanden fühle oder nicht. Je nach dem ob ich mich stark oder gerade bedürftig fühle. Ob sich etwas oder jemand als zu nah oder als zu weit weg anfühlt.
In meinen Beziehungen und Freundschaften bin ich zwar (nach aussen) hin stabil und treu, aber meine Emotionen sind wechselhaft.Vielleicht ist das auch eher hat mit co-abhängigem Verhalten zu tun. Im Grunde ist ja das "Label" auch egal.
Das ist noch eine meiner Baustelle. In Beziehungen/Freundschaften/zwischenmenschlichen Situationen stabil zu bleiben und gelassen und die neue Ruhe, die eigentlich da wäre, auch in diesen Situationen zu behalten, auch dann, wenn es aus irgendeinem Grund emotional schwierig für mich wird, wenn Auslöser auftreten, und das tun sie zwangsläufig. Der Angst vor dem Verlassen- und Ignoriertwerden begegnen ...
Es gibt nach wie vor Momente, in denen ich den Zugang zu anderen Menschen nicht finde, nicht weiss, wo ich stehe, wie ich mich verhalten soll und ich mich wie getrennt von allem fühle -- auch von einem "angemessenen Verhalten". Da fühle ich mich sehr daneben manchmal, es bauscht sich auf. Ich eiere rum und verhalte mich seltsam.
Inzwischen beobachte ich das einfach und versuche zu warten, bis sich diese Emotionen sich ausgetobt haben. Die Spannung auszuhalten. Schaffe ich nicht immer. Meistens gehts aber vorüber. Wenn ich -- ruhig und erholt -- es nochmal hervorholen und betrachten kann, kann ich es auch verarbeiten und auf ein neues Level finden. Oder ich finden im Gespräch mit dem Gegenüber den passenden Ton um es eben anzusprechen.
Ich übe ...
Donnerstag, 31. August 2017
Im leeren Raum
Mir kommt es vor, als stände ich nun in einem leeren Raum. Fast die ganze alte Möblierung ist rausgeflogen, ganz viel Ballast ist weg. Unsicherheit. Vor allem gegenüber anderen Menschen. Benehme ich mich richtig, anderen Menschen gegenüber? Bin ich zu aufdringlich, zu distanziert, wie komme ich an? Bin ich daneben? Es sind nicht mehr die alten bewertenden Gedanken. Es ist eher ein Erstaunen und Erkennen. Es ist, als würde ich aus einem sehr langen Dornröschenschlaf erwachen.
Mir wird klar, dass vieles in meinem bisherigen Leben ein Handeln aus einem tief empfundenen Defizit heraus war. Die Welt hat mich ständig überwältig. Davor wollte ich mich schützen. Da kommt auch ein wenig Scham hoch, weil ich mein Verhalten (gegenüber anderen) jetzt neu sehe. Vieles in meinem Leben steht auf dem Prüfstand. Selbstmitleid und starke Bedürftigkeit, Angst, Angriff und Trotz, Profiliersucht (Geltungsdrang) und Dominanz, Besserwisserei, Abwehrhaltung, Helfersyndrom, Ablehnung, Trotz, starke emotionale Umschwünge, Kontrolle ausüben .. das ist mir vertraut. Ein ganzes Bündel von Verhaltensweisen, die dazu dienten, mir Sicherheit zu geben, mein mentales Überleben zu sichern und mir (scheinbare) Überlegenheit gegenüber anderen zu geben. Mechanismen, die mir Raum und Zeit verschafft haben und damit die ständige drohende Ohnmacht in Schach hielten. "Es" im Griff zu haben war meine ständige Bemühung.
Vakuum. Ich fühle mich unsicher. Mir ist noch unklar, wie ich mich nun neu "einrichten" will. Wer bin ich denn überhaupt?! Was will ich in meinem Leben haben? Was passt noch? Welche der alten "Möbel" kann ich eventuell noch verwenden?! Ich bin froh, dass ich Menschen kenne, die mich genau "so" mögen und annehmen wie ich war und bin. Auch in der momentanen Phase. Mir hilft gerade das klassische Buch "Wenn Frauen zu sehr lieben" von Robin Norwood sehr. Ich erkenne Muster in meinem Leben, habe viele Aha-Erlebnisse. Werde ruhiger und gelassener dadurch.
Das was ich oben beschreibe, waren alles Strategien eines überforderten gestressten Menschen. Vieles davon erkenne ich heute noch, in viel milderer Form, aber ich verurteile mich nicht mehr dafür. Ich habe so lange in Angst und Stress gelebt. Ich bin immer noch daran, mich davon zu erholen und es ist ok. Und: Ich bin auch nur ein Mensch, ich kann und muss nicht perfekt sein. Ich arbeite nach wie vor an mir. Doch auch das will gelernt sein: Wissen, wann ich genug nachgedacht und an mir verbessert habe und einfach "leben" ....
Meine Stärke zu leben, aus dem Selbstwert und der Fülle heraus zu handeln, statt starr in den alten Abläufen zu bleiben, das ist ein Prozess in dem ich mitten drinstecke. Und den ich (inzwischen) schätzen gelernt habe.
Samstag, 15. Juli 2017
Klarheit, Bedürfnisse und das gewisse MEHR im Leben
Bewusst eigensinnig
Es passt mir einfach manches nicht mehr. Was ich vorher nur diffus als unangenehm oder unpassend wahrnahm, so als Info nebenbei, wird jetzt ganz KLAR fühlbar und sichtbar für mich. Mit der neuen Klarheit kann ich mich besser entscheiden: WILL ich dieses oder jenes in meinem Leben haben?
Weil ich mich besser und deutlicher wahrnehmen kann, wird das Leben leichter, fordert aber auch zur Konsequenz auf.
Es kann sein, dass wenn eine sich entwickelt, sie etepete wird. Oder besser; nach aussen so WIRKT. Entschiedener auf jeden Fall und selbstsicherer -- und damit manchmal unbequemer für andere. Die Spreu scheidet sich vom Weizen, auch im zwischenmenschlichen Bereich. Darauf, dass ich nicht komplett zum Einsiedlerkrebs werde, achte ich. Manchmal bin ich im Alltag einfach zu ausgelastet um auf andere Menschen richtig eingehen zu können. Das ist mir sehr bewusst. Ich bin ein eher egozentrischer Mensch. Zu sehr spielen manchmal eigene Bedürfnisse die Hauptrolle. Da ich mir klar darüber bin, arbeite ich daran, zwischendurch innerlich ruhiger zu werden, damit ich auch mein Gegenüber besser wahrnehmen kann. Ich selber zähle und darum will ich auch den anderen zählen lassen. Daran arbeite ich. Noch ruhiger zu werden im sozialen Kontakt.
Raus aus der Entweder-oder-Falle
Menschen in Gruppen waren auch noch nie mein Ding. Zwar kann ich jetzt auch in Gruppen besser bei mir bleiben, aber anstrengend finde ich es nach wie vor. Zu viel Impulse, zu laut! Ich behalte mir vor, zB bei einer Feier früher heimzugehen als alle anderen. Weil bei mir bereits früher GENUG ist als bei anderen. Nicht alle verstehen das. Aber ich argumentiere bei Fragen nicht mehr lange rum oder fühle mich schuldig, sondern sage recht deutlich und bestimmt, dass es für mich so stimmt. Die Scham ist weg. Und ich bin aus der Entweder-Oder-Falle raus: Entweder ich oder die anderen. Beides hat Platz. Ich kann in Gesellschaft sein -- und ich kann meine Ruhe haben. Nicht gleichzeitig, aber nacheinander ;)
Ich will MEEHR!
Je besser es mir geht, desto klarer wird mir auch, dass ich noch tiefe Sehnsüchte in mir habe, denen ich nachgehen muss. Ich habe sie tief genug vergraben, um nur gelegentlich von ihnen gestört zu werden. Auf Dauer geht das natürlich nicht. Ich habe mir an der Umsetzung meiner Träume mehrere Male komplett die Pfoten verbrannt, und daher bin ich vorsichtig geworden. Das hat mich Resignieren lassen. Ich habe zuviel Energie reingesteckt. Mir wird nun nach und nach bewusst, woran ich gescheitert bin, ich will mich dem stellen. Darüber schreiben will ich gerade nicht.
Sehnsüchtig -- und doch selbstfürsorglich sein
Eines wurde mir dabei klar: Wenn ich aus reiner Bedürftigkeit heraus handle, ist die Gefahr grösser, in die Falle zu gehen. Je brennender eine Sehnsucht ist, desto mehr bin ich bereit, über meine Grenzen zu gehen. Doch je mehr ich mich kennenlerne, desto besser kann ich auch meine Beweggründe verstehen. Wenn etwas brennt, kann man es auch mal so lange brennen lassen, bis der Kopf wieder klarer ist. Ganz ohne Verstand kann und will ich nicht leben.
Beides, Kopf und Herz in Einklang zu bringen, scheint mir ein gangbarer Weg um zu diesem MEHR im Leben zu kommen!
Es passt mir einfach manches nicht mehr. Was ich vorher nur diffus als unangenehm oder unpassend wahrnahm, so als Info nebenbei, wird jetzt ganz KLAR fühlbar und sichtbar für mich. Mit der neuen Klarheit kann ich mich besser entscheiden: WILL ich dieses oder jenes in meinem Leben haben?
Weil ich mich besser und deutlicher wahrnehmen kann, wird das Leben leichter, fordert aber auch zur Konsequenz auf.
Es kann sein, dass wenn eine sich entwickelt, sie etepete wird. Oder besser; nach aussen so WIRKT. Entschiedener auf jeden Fall und selbstsicherer -- und damit manchmal unbequemer für andere. Die Spreu scheidet sich vom Weizen, auch im zwischenmenschlichen Bereich. Darauf, dass ich nicht komplett zum Einsiedlerkrebs werde, achte ich. Manchmal bin ich im Alltag einfach zu ausgelastet um auf andere Menschen richtig eingehen zu können. Das ist mir sehr bewusst. Ich bin ein eher egozentrischer Mensch. Zu sehr spielen manchmal eigene Bedürfnisse die Hauptrolle. Da ich mir klar darüber bin, arbeite ich daran, zwischendurch innerlich ruhiger zu werden, damit ich auch mein Gegenüber besser wahrnehmen kann. Ich selber zähle und darum will ich auch den anderen zählen lassen. Daran arbeite ich. Noch ruhiger zu werden im sozialen Kontakt.
Raus aus der Entweder-oder-Falle
Menschen in Gruppen waren auch noch nie mein Ding. Zwar kann ich jetzt auch in Gruppen besser bei mir bleiben, aber anstrengend finde ich es nach wie vor. Zu viel Impulse, zu laut! Ich behalte mir vor, zB bei einer Feier früher heimzugehen als alle anderen. Weil bei mir bereits früher GENUG ist als bei anderen. Nicht alle verstehen das. Aber ich argumentiere bei Fragen nicht mehr lange rum oder fühle mich schuldig, sondern sage recht deutlich und bestimmt, dass es für mich so stimmt. Die Scham ist weg. Und ich bin aus der Entweder-Oder-Falle raus: Entweder ich oder die anderen. Beides hat Platz. Ich kann in Gesellschaft sein -- und ich kann meine Ruhe haben. Nicht gleichzeitig, aber nacheinander ;)
Ich will MEEHR!
Je besser es mir geht, desto klarer wird mir auch, dass ich noch tiefe Sehnsüchte in mir habe, denen ich nachgehen muss. Ich habe sie tief genug vergraben, um nur gelegentlich von ihnen gestört zu werden. Auf Dauer geht das natürlich nicht. Ich habe mir an der Umsetzung meiner Träume mehrere Male komplett die Pfoten verbrannt, und daher bin ich vorsichtig geworden. Das hat mich Resignieren lassen. Ich habe zuviel Energie reingesteckt. Mir wird nun nach und nach bewusst, woran ich gescheitert bin, ich will mich dem stellen. Darüber schreiben will ich gerade nicht.
Sehnsüchtig -- und doch selbstfürsorglich sein
Eines wurde mir dabei klar: Wenn ich aus reiner Bedürftigkeit heraus handle, ist die Gefahr grösser, in die Falle zu gehen. Je brennender eine Sehnsucht ist, desto mehr bin ich bereit, über meine Grenzen zu gehen. Doch je mehr ich mich kennenlerne, desto besser kann ich auch meine Beweggründe verstehen. Wenn etwas brennt, kann man es auch mal so lange brennen lassen, bis der Kopf wieder klarer ist. Ganz ohne Verstand kann und will ich nicht leben.
Beides, Kopf und Herz in Einklang zu bringen, scheint mir ein gangbarer Weg um zu diesem MEHR im Leben zu kommen!
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Samstag, 3. Juni 2017
Eine gute Zeit (Dankbarkeit)
Eine gute Zeit, in der ich wieder zu meinen Ressourcen komme, die erlebe ich gerade. Es klärt und lockert sich vieles, auch im Arbeitsleben. Weniger Spannung ist da. Was mich dann auch wieder wundert ist, und was mir jetzt auffällt, ist, dass ich es eben gewohnt bin, mit Spannungen zu leben und diese auch anregend sein (und Depri-Löchern entgegenwirken) können. Und wenn mal keine Anspannungen da sind, empfinde ich: Langeweile *lach* ... Naja, wird dann wohl auch mal Zeit, dieses innere Programm umzustellen. Ich fühle Dankbarkeit ...
Freitag, 3. Februar 2017
HILDE
.. und zwar die eine: Knef!
Letztens habe ich endlich das Biopic mit Heike Makatsch auf DVD gesehen. Dramaturgisch fand ich es eher schwurbelig, nicht so ganz überzeugend. Aber stark fand ich das Schauspiel von Makatsch. Und die direkte Emotionalität der dargestellten Frau. Zu ihren Lebzeiten hatte ich sie noch nicht (bewusst) gekannt oder mich mit ihr befasst.
Und das Leben von Hildegard Knef sowieso ... ganz grosses Kino! In einem Roman würde man sagen: Völlig übertriebene Handlung! Es gibt gewisse Ähnlichkeiten zum Leben von Edith Piaf, finde ich.
Heftig war es für mich, wie der Film mit den Kriegsszenen einsetzt. Doch durchaus realistisch eben. Da ich Knefs Autobiografie "Der geschenkte Gaul" vor Jahren gelesen habe, hatte ich auch den direkten Vergleich zum Film.
Und ich weiss, dass sie vieles sehr offen geschildert hat, kein Blatt vor den Mund nahm. Ich habe selten eine so uneitle Autobiografie gelesen. Was mich an ihr eben am meisten beeindruckt!* Zudem der Humor, den sie scheinbar hatte und der sich auch in ihren (Lied)Texten wiederspiegelt. Und ihre Poesie.
Inwiefern ihre Direktheit für den Film überspitzt wurde, weiss ich nicht. Aber sehr weit entfernt von der Wahrheit wird das wohl nicht sein.
Achja, und Roger Cicero (spielt auch im Film mit) kann jetzt direkt mit der Diva Knef herself musizieren, er ist ja auch bereits in den himmlischen Chor befördert worden, leider.
* Vor versammelten Journalisten soll sie Rede und Antwort zum (damaligen) Skandalfilm "Die Sünderin" stehen. In diesem Film spielt sie ein Aktmodell und es gab eine Nacktszene, das war der Hauptskandal. Das erste was sie vor versammelter Presse sagt (in ungefährer Zusammenfassung):
Meine Herren! Es ist noch nicht lange her, da wurden 6 Millionen Juden vergast, alle haben geschwiegen, es gab keine Empörung. Und nun soll ein nackter Busen ein Skandal sein?!
Letztens habe ich endlich das Biopic mit Heike Makatsch auf DVD gesehen. Dramaturgisch fand ich es eher schwurbelig, nicht so ganz überzeugend. Aber stark fand ich das Schauspiel von Makatsch. Und die direkte Emotionalität der dargestellten Frau. Zu ihren Lebzeiten hatte ich sie noch nicht (bewusst) gekannt oder mich mit ihr befasst.
Und das Leben von Hildegard Knef sowieso ... ganz grosses Kino! In einem Roman würde man sagen: Völlig übertriebene Handlung! Es gibt gewisse Ähnlichkeiten zum Leben von Edith Piaf, finde ich.
Heftig war es für mich, wie der Film mit den Kriegsszenen einsetzt. Doch durchaus realistisch eben. Da ich Knefs Autobiografie "Der geschenkte Gaul" vor Jahren gelesen habe, hatte ich auch den direkten Vergleich zum Film.
Und ich weiss, dass sie vieles sehr offen geschildert hat, kein Blatt vor den Mund nahm. Ich habe selten eine so uneitle Autobiografie gelesen. Was mich an ihr eben am meisten beeindruckt!* Zudem der Humor, den sie scheinbar hatte und der sich auch in ihren (Lied)Texten wiederspiegelt. Und ihre Poesie.
Inwiefern ihre Direktheit für den Film überspitzt wurde, weiss ich nicht. Aber sehr weit entfernt von der Wahrheit wird das wohl nicht sein.
Achja, und Roger Cicero (spielt auch im Film mit) kann jetzt direkt mit der Diva Knef herself musizieren, er ist ja auch bereits in den himmlischen Chor befördert worden, leider.
* Vor versammelten Journalisten soll sie Rede und Antwort zum (damaligen) Skandalfilm "Die Sünderin" stehen. In diesem Film spielt sie ein Aktmodell und es gab eine Nacktszene, das war der Hauptskandal. Das erste was sie vor versammelter Presse sagt (in ungefährer Zusammenfassung):
Meine Herren! Es ist noch nicht lange her, da wurden 6 Millionen Juden vergast, alle haben geschwiegen, es gab keine Empörung. Und nun soll ein nackter Busen ein Skandal sein?!
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Dienstag, 24. Januar 2017
Fight for your rights [Notiz an mich selbst]
(Aus Selbstschutz ohne genauen Sachverhalt geschrieben, aber trotzdem verständlich.)
Warum ist es ok für mich, jemand anderen zu verteidigen, emotional zu unterstützen, oder mich sonstwie für ihn/sie einzusetzen, aber bei mir selber knicke ich ein?! ...
Ich weiss, dass ich in einer Sache Recht(e) habe und bin dann doch vor eine Wand gelaufen. ... Systemabsturz. Vor Wut und Verwirrung kann ich dann fast nicht mehr sprechen, geschweige denn Denken. Es kommt zu Blockaden auf vielen Ebenen. Und ich liege Nachts wach, weil ich so unter Strom stehe. Das passiert immer seltener, aber wenn es vorkommt, ist es akut.
Doch eben erst wenn ich so richtig wütend oder verletzt bin, mache ich den Mund auf. Ich werde trotzig. Oder/und ich beginne zu heulen. Nicht besonders cool im Alltag und vor anderen. Aber es ist mal wieder soweit gekommen, grosser Gefühlsausbruch. Dadurch hat sich die Sachlage scheinbar wieder "ein paar Meter" zum Besseren verändert. Bin auch schön bei den "Ich-Botschaften" geblieben und habe einfach geschildert, wie ich mich in dieser Zwangslage fühle. Das vermochte scheinbar etwas zu bewegen.
Doch bevor es soweit kommt, da (ver)zweifle ich schier an mir. Immerhin kommen die Gefühle inzwischen raus, statt dass ich auf längere Zeit depressiv werde -- und ich habe auch den Weglauf-Reflex im Griff. Früher habe ich einfach alle Brücken hinter mir abzubrechen versucht, mich aus dem Staub gemacht, wenn der Druck durch die Emotionen zu gross wurde. Einfach weg, nur weg.
Diese Blösse mag ich mir nicht mehr geben, klein beizugeben. Letztendlich macht Davonlaufen mich nur verletzbarer. Das ist mir bewusst geworden. Ich kann gut mit Worten umgehen, also mache ich es halt Schritt für Schritt, Wort für Wort statt in einem grossen umfassenden Plädoyer das alle sprachlos macht und sie auf meine Seite bringt. Etwas durchzustehen und wieder bei mir selber anzukommen, lässt mich wachsen und stärker werden. Flüchten schürt Ängste und hält mich in Unsicherheit. Mich für mich selber zu wehren hilft mir dabei, meine Gesundheit zu schützen. Es ensteht dadurch kein Hass sondern es entsteht Klarheit.
Für mich da zu sein heisst auch, dass ich eben akzeptiere, dass ich in manchen Situationen meine (emotionalen) Grenzen habe und ich mir deswegen Sorge tragen darf. Ich schäme mich nicht mehr für meine Gefühle. Punkt.
Warum ist es ok für mich, jemand anderen zu verteidigen, emotional zu unterstützen, oder mich sonstwie für ihn/sie einzusetzen, aber bei mir selber knicke ich ein?! ...
Ich weiss, dass ich in einer Sache Recht(e) habe und bin dann doch vor eine Wand gelaufen. ... Systemabsturz. Vor Wut und Verwirrung kann ich dann fast nicht mehr sprechen, geschweige denn Denken. Es kommt zu Blockaden auf vielen Ebenen. Und ich liege Nachts wach, weil ich so unter Strom stehe. Das passiert immer seltener, aber wenn es vorkommt, ist es akut.
Doch eben erst wenn ich so richtig wütend oder verletzt bin, mache ich den Mund auf. Ich werde trotzig. Oder/und ich beginne zu heulen. Nicht besonders cool im Alltag und vor anderen. Aber es ist mal wieder soweit gekommen, grosser Gefühlsausbruch. Dadurch hat sich die Sachlage scheinbar wieder "ein paar Meter" zum Besseren verändert. Bin auch schön bei den "Ich-Botschaften" geblieben und habe einfach geschildert, wie ich mich in dieser Zwangslage fühle. Das vermochte scheinbar etwas zu bewegen.
Doch bevor es soweit kommt, da (ver)zweifle ich schier an mir. Immerhin kommen die Gefühle inzwischen raus, statt dass ich auf längere Zeit depressiv werde -- und ich habe auch den Weglauf-Reflex im Griff. Früher habe ich einfach alle Brücken hinter mir abzubrechen versucht, mich aus dem Staub gemacht, wenn der Druck durch die Emotionen zu gross wurde. Einfach weg, nur weg.
Diese Blösse mag ich mir nicht mehr geben, klein beizugeben. Letztendlich macht Davonlaufen mich nur verletzbarer. Das ist mir bewusst geworden. Ich kann gut mit Worten umgehen, also mache ich es halt Schritt für Schritt, Wort für Wort statt in einem grossen umfassenden Plädoyer das alle sprachlos macht und sie auf meine Seite bringt. Etwas durchzustehen und wieder bei mir selber anzukommen, lässt mich wachsen und stärker werden. Flüchten schürt Ängste und hält mich in Unsicherheit. Mich für mich selber zu wehren hilft mir dabei, meine Gesundheit zu schützen. Es ensteht dadurch kein Hass sondern es entsteht Klarheit.
Für mich da zu sein heisst auch, dass ich eben akzeptiere, dass ich in manchen Situationen meine (emotionalen) Grenzen habe und ich mir deswegen Sorge tragen darf. Ich schäme mich nicht mehr für meine Gefühle. Punkt.
Montag, 17. Oktober 2016
Wieviel gebe ich von mir?
Eine Frage die aufgeworfen wurde durch einen aktuellen Anlass. Ich habe mit mir selber um meinen Marktwert gefeilscht und einen guten Preis erzielt: Habe einen sehr guten statt einen billigen Kompromiss errungen. Das bin ich mir wert.
Zur Info: Es geht hier nicht um Geld. Sondern darum, jemandem einen Gefallen zu tun um den ich gebeten wurde (in einer für mich schwierigen Situation/Konstellation). Aber nun findet das Ganze eben zu meinen Bedingungen statt. Was sich gut und richtig anfühlt. Darum musste ich vor allem mit mir selber ringen: dass es auch für mich stimmt. Dass man es nicht einfach aus mir rausleiert. Wie schwierig manchmal. Und doch lohnend. Ich verschwende mich nicht mehr = Ich spüre endlich mehr Kraft auch in solchen Situationen ...
P.S.:Allgemein merke ich, dass bei mir schnell Schicht im Schacht ist, wenn jemand etwas von mir einfordert. Da wird es Nacht um mich. Da ist die Existenz bedroht. Wenn ich den Eindruck habe, etwas geben zu müssen und keine Wahl zu haben. Wenn ich diese alten Programmierungen und Erfahrungen jetzt nach und nach abändern kann, macht mir das Mut. Ich muss nicht _alles_ geben oder mich selber aufgeben. Ich lebe selbstbestimmt. Handlungsfähigkeit ist Freiheit; so wie ich ich es auch hier als Notiz festgehalten habe.
Zur Info: Es geht hier nicht um Geld. Sondern darum, jemandem einen Gefallen zu tun um den ich gebeten wurde (in einer für mich schwierigen Situation/Konstellation). Aber nun findet das Ganze eben zu meinen Bedingungen statt. Was sich gut und richtig anfühlt. Darum musste ich vor allem mit mir selber ringen: dass es auch für mich stimmt. Dass man es nicht einfach aus mir rausleiert. Wie schwierig manchmal. Und doch lohnend. Ich verschwende mich nicht mehr = Ich spüre endlich mehr Kraft auch in solchen Situationen ...
P.S.:Allgemein merke ich, dass bei mir schnell Schicht im Schacht ist, wenn jemand etwas von mir einfordert. Da wird es Nacht um mich. Da ist die Existenz bedroht. Wenn ich den Eindruck habe, etwas geben zu müssen und keine Wahl zu haben. Wenn ich diese alten Programmierungen und Erfahrungen jetzt nach und nach abändern kann, macht mir das Mut. Ich muss nicht _alles_ geben oder mich selber aufgeben. Ich lebe selbstbestimmt. Handlungsfähigkeit ist Freiheit; so wie ich ich es auch hier als Notiz festgehalten habe.
Montag, 25. Juli 2016
Weg von der alten Identität - ich (er)finde mich neu
Weg von der alten Identität
.. die mir lange als Zuhause diente. Die "Frau die Probleme hat" -- so nenne ich diese alte Maske, denn nun ist es eine. Wie mir gerade auffällt. Ich habe je länger je mehr den Eindruck, dass sich hier massiv etwas geändert hat. Nur gebrauche ich immer noch die alten Codes. Ich benötige sie noch als Krücke, obwohl ich jetzt gehen kann. In Momenten der Verunsicherung kommt die hilflose Angst, es sei wieder wie "früher". Und dann hole ich die alte Maske hervor.
Ich suche jetzt bewusst nach neuen Wegen, nach Klarheit, um mit meinem gesundeten Ich umzugehen. Einfach zu leben. Zu erkennen, dass ich stark sein darf und auch eigensinnig. Das das völlig ok ist. Dass ich meine eigenen Werte haben darf und meine eigenen Wege. Ohne Angst und Scham leben. Ohne von anderen zurechtgestutzt zu werden. Und ohne meinerseits andere zurechtzustutzen.
Und wenn ich anderen "zuviel" bin, dann stimmt wohl die Umgebung für mich nicht. Oder ich muss erst mal abklären, ob das nicht nur wieder mein Kopfkino mit der Bildstörung ist. Wichtig für mich: Nicht mit allen Menschen kann man Befindlichkeiten, Dinge und Verhaltensweisen besprechen, ansprechen, absprechen. Wenn es diplomatisch glattes Parkett gibt, liegt es nicht immer nur an mir.
Und ebenso wichtig: Es stimmt nicht mehr für mich, mich nur irgendwie und irgendwo reinzuquetschen und einzuordnen. Wenn sich mir die Nackenhaare aufstellen und ich ein ungutes Bauchgefühl habe, gibt es meist Gründe. Auch wenn das der Kopf nicht akzeptieren kann. Ungutes, dafür habe ich einen sechsten Sinn.
Es gibt noch die Momente von Verunsicherung, Scham, Schuldgefühen, von Angst und Verwirrung -- doch sie dauern nicht mehr über Monate oder Jahre an. Gewisses stört mich an mir selber schon auch noch. Ich möchte noch weiter lernen, unverkrampft mit Menschen umzugehen. Und ich habe noch genügend andere Baustelle, die mir auch deutlich bewusst sind. Zum Beispiel die Tendenz, mich ständig rechtfertigen zu müssen. Und schnell habe ich den Eindruck "daneben" zu sein und schäme mich. Das Hin und Her zwischen dominantem Auftreten und andernorts wieder Mäuschen sein, das gibt es auch noch. Doch ich komme damit klar. Es ist ok.
Der Schritt vom mentalen Überleben zum Leben, der ist schon länger getan. Doch "fühlen" kann ich es erst jetzt so richtig. Und es zu etablieren, das habe ich ganz fest vor. Und ich spüre die Kraft, die mir daraus erwächst, meine Gesundung und Heilung zuzulassen.
Ich bin jetzt "die Frau mit den vielen Möglichkeiten" ...
Samstag, 3. Oktober 2015
Arbeitsintegration -- eigener Druck -- Handicaps -- Arbeit an mir selbst
Freitag, 7. August
An einem Tag wie heute wäre ich früher daheim geblieben. Jetzt bin ich da, bin bei der Arbeit, und versuche das Beste daraus zu machen. Es sind auch meine hohen Ansprüche an mich selbst, die den Druck auslösen. Wenn ich im Kopf keine Klarheit habe, fühle ich mich unsicher. Es hat mit dem alten Gefühl des Ausgeliefertseins zu tun, und mit dem Bedürfnis, mich schützen zu wollen. Aber manches klärt sich eben erst mit der Zeit. Es hilft mir, wenn ich eins nach dem anderen mache, mehr können andere auch nicht tun :)
Diesen Text liess ich unveröffentlicht, bin aber heute wieder darauf gestossen und finde ihn wichtig. Dass ich mir selber den meisten Druck mache, wurde mir erst mit der Zeit klar. Zum Glück ist mir das bewusst geworden. Ich bin heute so stabil und routiniert, dass ich auch die weniger guten Tage bei der Arbeit meistern kann.
Dieses Jahr hatte ich noch keinen einzigen Fehltag aus psychischen Gründen. Die letzten Jahre waren es immer mehrere Tage, an denen ich ausfiel. Einmal konnte ich aus Angstgründen kaum das Bett verlassen.
Dieses Jahr war ich zweimal krank, einmal erkältet und einmal grippig. Da ich bei der Grippe auch Fieber hatte, blieb ich einige Tage daheim. Das dauerte aber insgesamt einige Wochen, bis ich mich wieder richtig erholt hatte. Die Erkältung war zwar heftig, aber ich bin trotzdem zur Arbeit, da dort gerade Not an der Frau war. Nicht dass ich das propagiere, krank Arbeiten zu gehen, aber ich kann nun verstehen, dass man sein Arbeitsumfeld nicht hängen lassen will.
Ein Handicap im Arbeitsleben war lange noch mein Selbstmitleid und mein Opfergefühl. Aus dem geschützten Arbeitsumfeld war ich mir gewöhnt, ein "Star" zu sein und immer wieder Lob für meinen Einsatz zu erhalten. Dieses "Gestreichel" fiel dann im normalen Arbeitsumfeld weg. Daran hatte ich zu knabbern .. Den Selbstwert beziehe ich seither viel mehr aus mir selbst. Das musste ich erst lernen.
Für mich war diese vorherige Phase im geschützten Umfeld, die immerhin 5 Jahre gedauert hat, wichtig gewesen, denn ich bekam wieder Vertrauen in meine Fähigkeiten. Durch Coachings wurde ich nach und nach mutiger. Aber dieses geschützte Umfeld hat seine eigenen Mechanismen und Tücken. Eine behütete Pflanze aus dem Treibhaus muss auch einmal ins Freiland .. so drückte es eine meiner fachlichen Begleitpersonen aus. Wie recht sie mit diesem Symbol hatte, das fällt mir erst im Nachhinein auf!
Ich habe Mittel und Wege gefunden, wie ich mich heute auch in schwierigen Zeiten entlasten kann. Das habe ich intus. Dabei hat mir auch die langjährige Psychotherapie geholfen (abgeschlossen 2013). Unter anderem bin ich auch so weit, dass ich es meinem Umfeld bei der Arbeit sage, wenn es mir nicht gut geht. Da ich ansonsten zuverlässig und genau arbeite, kommt auch mein Chef damit klar. Ich habe schon bei der Bewerbung und beim Vorstellungsgespräch keinen Hehl aus meiner lückenhaften Arbeitsbiografie und psychischen Schwierigkeiten der Vergangenheit gemacht -- und stets mit offenen Karten gespielt.
Meine guten Leistungen in der Berufsschule und einige gewonnene Gestaltungs-Wettbewerbe halfen dabei sicher mit. Ich bin froh, dass die Schule mir leicht fiel und ich damit einen Leistungsausweis hatte, denn für mich konnte ich mir kein anderes Vorgehen vorstellen als bei einem Vorstellungsgespräch ehrlich zu sein. Und da gehört eben meine gewundene Biografie dazu.
Erstaunlich dass es auf diese Art und Weise geklappt hat. Da kam mir auch viel Wohlwollen von seitens meines Arbeitgebers entgegen. Das muss auch gesagt werden! Eine solche Chance auf dem Arbeitsmarkt zu erhalten, ist nicht selbstverständlich.
Trotzdem war der Einstieg für mich eine harte Zeit. Meine Befindlichkeit wurde unwichtig und die Arbeit rückte in den Vordergrund. Kunden wollten zufrieden gestellt werden, Arbeiten speditiv und doch genau erledigt werden -- und das forderte mich heraus. Es sind nun 3 1/2 Jahre an diesem Arbeitsplatz, eine Zeit in der ich viel an mir und meinen Ängsten, auch meinen Eitelkeiten, meiner Egozentrik, gearbeitet habe. Es gab und gibt Krisen -- aber ich habe heute das Rüstzeug dazu, diese zu meistern. An schwachen Tagen schaue ich heute noch, wie ich mir selber helfen kann -- zB genaue Prioritäten setzen und auch mal fünfe grade sein lassen. Mich macht es Stolz, dass ich meinen Lebensunterhalt selber verdienen kann.
Es ist nicht immer nur das (Arbeits-)Umfeld, das den Einstieg schwierig macht. Man steht sich oft auch selbst im Weg. Psychische Krankheit kann wirklich egozentrisch machen .. die Gedanken kreisen stets um einen selbst oder um die eigene Wirkung nach aussen. Bis zum Exzess: Nachdenken hat einen grossen Teil meiner Kraft und Zeit in Anspruch genommen. Das Grübeln musste ich mir wirklich abgewöhnen! Die Gedanken immer wieder ins Konstruktive lenken -- oder sie einfach laufen lassen ohne ein Drama daraus zu spinnen.
Die Rente, die ich zusätzlich bekomme, macht nur 10% von meinem gesamten Verdienst aus. Ich verdienen einen Lohn, der unter dem schweizerischen Mindestlohn liegt, da ich nur Teilzeit arbeite. Ein 100% Pensum lassen meine Kräfte (noch) nicht zu. Mit meiner Erwerbsminderungsrente, damit decke ich nicht mal die monatliche Krankenkassenprämie. Trotzdem fühle ich mich reich. Ich habe einen langen Weg hinter mir und ich fühle mich in der Gesellschaft angekommen. Nach und nach entfalte ich mich und ich freue mich darauf, noch mehr bei mir und meinen Fähigkeiten anzukommen. Denn ich spüre, da geht noch was ...
An einem Tag wie heute wäre ich früher daheim geblieben. Jetzt bin ich da, bin bei der Arbeit, und versuche das Beste daraus zu machen. Es sind auch meine hohen Ansprüche an mich selbst, die den Druck auslösen. Wenn ich im Kopf keine Klarheit habe, fühle ich mich unsicher. Es hat mit dem alten Gefühl des Ausgeliefertseins zu tun, und mit dem Bedürfnis, mich schützen zu wollen. Aber manches klärt sich eben erst mit der Zeit. Es hilft mir, wenn ich eins nach dem anderen mache, mehr können andere auch nicht tun :)
Diesen Text liess ich unveröffentlicht, bin aber heute wieder darauf gestossen und finde ihn wichtig. Dass ich mir selber den meisten Druck mache, wurde mir erst mit der Zeit klar. Zum Glück ist mir das bewusst geworden. Ich bin heute so stabil und routiniert, dass ich auch die weniger guten Tage bei der Arbeit meistern kann.
Dieses Jahr hatte ich noch keinen einzigen Fehltag aus psychischen Gründen. Die letzten Jahre waren es immer mehrere Tage, an denen ich ausfiel. Einmal konnte ich aus Angstgründen kaum das Bett verlassen.
Dieses Jahr war ich zweimal krank, einmal erkältet und einmal grippig. Da ich bei der Grippe auch Fieber hatte, blieb ich einige Tage daheim. Das dauerte aber insgesamt einige Wochen, bis ich mich wieder richtig erholt hatte. Die Erkältung war zwar heftig, aber ich bin trotzdem zur Arbeit, da dort gerade Not an der Frau war. Nicht dass ich das propagiere, krank Arbeiten zu gehen, aber ich kann nun verstehen, dass man sein Arbeitsumfeld nicht hängen lassen will.
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Ein Handicap im Arbeitsleben war lange noch mein Selbstmitleid und mein Opfergefühl. Aus dem geschützten Arbeitsumfeld war ich mir gewöhnt, ein "Star" zu sein und immer wieder Lob für meinen Einsatz zu erhalten. Dieses "Gestreichel" fiel dann im normalen Arbeitsumfeld weg. Daran hatte ich zu knabbern .. Den Selbstwert beziehe ich seither viel mehr aus mir selbst. Das musste ich erst lernen.
Für mich war diese vorherige Phase im geschützten Umfeld, die immerhin 5 Jahre gedauert hat, wichtig gewesen, denn ich bekam wieder Vertrauen in meine Fähigkeiten. Durch Coachings wurde ich nach und nach mutiger. Aber dieses geschützte Umfeld hat seine eigenen Mechanismen und Tücken. Eine behütete Pflanze aus dem Treibhaus muss auch einmal ins Freiland .. so drückte es eine meiner fachlichen Begleitpersonen aus. Wie recht sie mit diesem Symbol hatte, das fällt mir erst im Nachhinein auf!
Ich habe Mittel und Wege gefunden, wie ich mich heute auch in schwierigen Zeiten entlasten kann. Das habe ich intus. Dabei hat mir auch die langjährige Psychotherapie geholfen (abgeschlossen 2013). Unter anderem bin ich auch so weit, dass ich es meinem Umfeld bei der Arbeit sage, wenn es mir nicht gut geht. Da ich ansonsten zuverlässig und genau arbeite, kommt auch mein Chef damit klar. Ich habe schon bei der Bewerbung und beim Vorstellungsgespräch keinen Hehl aus meiner lückenhaften Arbeitsbiografie und psychischen Schwierigkeiten der Vergangenheit gemacht -- und stets mit offenen Karten gespielt.
Meine guten Leistungen in der Berufsschule und einige gewonnene Gestaltungs-Wettbewerbe halfen dabei sicher mit. Ich bin froh, dass die Schule mir leicht fiel und ich damit einen Leistungsausweis hatte, denn für mich konnte ich mir kein anderes Vorgehen vorstellen als bei einem Vorstellungsgespräch ehrlich zu sein. Und da gehört eben meine gewundene Biografie dazu.
Erstaunlich dass es auf diese Art und Weise geklappt hat. Da kam mir auch viel Wohlwollen von seitens meines Arbeitgebers entgegen. Das muss auch gesagt werden! Eine solche Chance auf dem Arbeitsmarkt zu erhalten, ist nicht selbstverständlich.
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Trotzdem war der Einstieg für mich eine harte Zeit. Meine Befindlichkeit wurde unwichtig und die Arbeit rückte in den Vordergrund. Kunden wollten zufrieden gestellt werden, Arbeiten speditiv und doch genau erledigt werden -- und das forderte mich heraus. Es sind nun 3 1/2 Jahre an diesem Arbeitsplatz, eine Zeit in der ich viel an mir und meinen Ängsten, auch meinen Eitelkeiten, meiner Egozentrik, gearbeitet habe. Es gab und gibt Krisen -- aber ich habe heute das Rüstzeug dazu, diese zu meistern. An schwachen Tagen schaue ich heute noch, wie ich mir selber helfen kann -- zB genaue Prioritäten setzen und auch mal fünfe grade sein lassen. Mich macht es Stolz, dass ich meinen Lebensunterhalt selber verdienen kann.
Es ist nicht immer nur das (Arbeits-)Umfeld, das den Einstieg schwierig macht. Man steht sich oft auch selbst im Weg. Psychische Krankheit kann wirklich egozentrisch machen .. die Gedanken kreisen stets um einen selbst oder um die eigene Wirkung nach aussen. Bis zum Exzess: Nachdenken hat einen grossen Teil meiner Kraft und Zeit in Anspruch genommen. Das Grübeln musste ich mir wirklich abgewöhnen! Die Gedanken immer wieder ins Konstruktive lenken -- oder sie einfach laufen lassen ohne ein Drama daraus zu spinnen.
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Die Rente, die ich zusätzlich bekomme, macht nur 10% von meinem gesamten Verdienst aus. Ich verdienen einen Lohn, der unter dem schweizerischen Mindestlohn liegt, da ich nur Teilzeit arbeite. Ein 100% Pensum lassen meine Kräfte (noch) nicht zu. Mit meiner Erwerbsminderungsrente, damit decke ich nicht mal die monatliche Krankenkassenprämie. Trotzdem fühle ich mich reich. Ich habe einen langen Weg hinter mir und ich fühle mich in der Gesellschaft angekommen. Nach und nach entfalte ich mich und ich freue mich darauf, noch mehr bei mir und meinen Fähigkeiten anzukommen. Denn ich spüre, da geht noch was ...
Freitag, 3. Oktober 2014
Ich bin mir sicher
Es ist ein schönes Gefühl, im eigenen Leben immer sicherer zu werden. Der Selbstwert ist meistens stabil, ich werde nun nicht mehr bei jedem Räuspern von jemandem nervös. Da ist nicht mehr gleich der Gedanke „was habe ich denn jetzt wieder falsch gemacht?!“. Jeder Mensch hat seine Phasen und Launen, seine guten und seine schlechten und seine mittelmässigen Tage. Ich bin verantwortlich für mich selbst. Ich bin nicht dafür verantwortlich, wie es jemandem geht!! Das hat meistens nichts mit mir zu tun. Ich habe mich aus dieser emotionalen Geiselhaft und Abhängigkeit befreit.
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