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Freitag, 6. Oktober 2017

Stürme die vorüberziehen

Mir ist bewusst geworden, dass manches, was mich früher umgeworfen hätte, mich nur noch streift. Die emotionale Instabilität von Mittwochnachmittag war wohl im Zusammenhang mit dem aufkommenden Sturm. Mehrfach erlebt sowas. Wetterbedingtes Nebenmirstehen bis hin zur kompletten Dekompensation. Ich werde sicherer, hinterfrage meine Stimmungen weniger, erkenne sie und lebe einfach damit. Die Durchlässigkeit bleibt. Weil sie ein Teil von mir ist.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Anstrengend aber interessant (innen und aussen)

Innen
Weiterhin durchwachsen bei mir. Fühlt sich sehr lebendig an. Fürchte mich weniger vor den Schatten und Schattierungen. Meine mediale Seite ist wach, irgendwas tut sich. Es läuft irgendwas ab, ich muss nicht wissen, was genau es ist. Es mäandert eben herum. Loslassen. Atmen nicht vergessen. Ich nehme einen Tag nach dem anderen. Wie es eben kommt. Gerade brauch ich viel Schutz. Beweglich bleiben ... geschmeidiger damit umgehen ...

Auch an den tiefergründigen Tagen spüre ich mehr Boden jetzt. Schaue immer besser hin, bevor ich meine Energie in etwas hineingebe. Meide die Extreme. Entwickle mehr Sicherheit -- und habe mehr Vertrauen in mein Bauchgefühl.

40min Spazierengehen heute in der Mittagspause. Mir war einfach danach, mich freizulaufen. War erfrischend. Kopf durchlüften. Freiraum um mich herum ist auch wichtig. Menschen dicht an mir zu haben, ertrage ich gerade nicht gut.

Aussen
Wenn ich in die Welt schaue, komme ich aus dem Kopfschütteln nicht raus. Den Blick über den Tellerrand hinaus wage ich trotzdem. Hin und wieder. Auch wenn mir zu Gewalt und zum Fanatismus und Nationalismus verschiedener Orts nichts mehr einfällt was andere nicht auch schon gesagt haben.

Keine Erwiderung fällt mir ein ausser: So nicht. Wann haben schnelle und extreme "Lösungen" schon mal was Gutes gebracht?

Grenze
Ich lasse die Welt (und das Leben oder Leiden anderer) aber nur so weit an mich ran, wie ich es ertragen kann und mein Ziel ist, dass ich mich weder aufwiegeln noch niederkriegen lasse. Handlungsfähig bleiben ... wach und interessiert. Wachsam und offen -- aber nicht naiv.

Ich will diese langersehnte Komfortzone nicht mehr hergeben. Sie ist mir nicht einfach so zugefallen, ich habe sie mir erkämpft.

Sonntag, 1. Oktober 2017

Herbstfarben (durchmischt)



Bereits in den Ferien begann es bei mir seelisch schattiger zu werden. Der alljährliche Herbst-Stimmungsumschwung ... hin zu mehr Tiefe, Substanz, aber auch hin zu mehr schweren Gedanken. Dann kam noch eine heftige emotionale Knacknuss für mich hinzu. Seither bin ich in verhaltener Stimmung.

Für mich da sein. An guten wie an schlechten Tagen. Damit aufhören, das was ich habe schlechtzumachen, sondern es aufwerten -- die schwereren Stimmungen akzeptieren ohne sie runterzuspielen oder zu dramatisieren. Mich nicht gegen den Fluss meines Lebens stellen.

Ein schöner Moment, in dem ich kürzlich merkte, dass ich genau das Leben lebe, das ich immer wollte: Keine eigene Familie. In einer festen Beziehung lebend, in der beide frei sind. Selbstbestimmt. Selbstverantwortlich. Ohne grosse Sachzwänge. Keine grossen finanzielle Wünsche. Das fühlt sich ganz nach «Ernte» an. Ein schönes Gefühl mit Ende Dreissig.






Dienstag, 19. September 2017

Herbstwetter in Kopf, Herz und Seele

Finde gerade keine Worte und bin in bewölkten Gedanken gefangen. Wenn ich wieder welche habe, Worte meine ich, werde ich auch ein paar hier verstreuen.

Mittwoch, 9. August 2017

Weltenbeben (Zeitqualität)

Momentan kommen dauernd neue Zyklen, die durchgestanden werden wollen. So erlebe ich es. Extreme Wetterschübe. Wobei ich wahrnehme, dass es nicht immer ums "Eigene" geht, wenn man (mit)gebeutelt wird.

Schon auch, aber eben nicht _nur_. Die "Kondition" (körperliche und mentale Verfassung) in der ich zum jewiligen Zeitpunkt bin, entscheidet, wie locker ich die Welle surfen kann.

Manchmal frag ich mich schon auch: Was ist denn jetzt schon wieder?! Was habe ich jetzt wieder? Durch die Resonanz, das Mitschwingen kann es eben auch beängstigend sein, wenn sich Globales tut, die Erde fühlbar sich schüttelt.

Meines Erachtens nach spüren es hochsensible Menschen schneller, heftiger und früher als andere.

Ich schreibe das jetzt so hin wie ich es wahrnehme. Ich hab mich lange genug versteckt.  I'm born this way.

Samstag, 3. Juni 2017

Eine gute Zeit (Dankbarkeit)

Eine gute Zeit, in der ich wieder zu meinen Ressourcen komme, die erlebe ich gerade. Es klärt und lockert sich vieles, auch im Arbeitsleben. Weniger Spannung ist da. Was mich dann auch wieder wundert ist, und was mir jetzt auffällt, ist, dass ich es eben gewohnt bin, mit Spannungen zu leben und diese auch anregend sein (und Depri-Löchern entgegenwirken) können. Und wenn mal keine Anspannungen da sind, empfinde ich: Langeweile *lach* ... Naja, wird dann wohl auch mal Zeit, dieses innere Programm umzustellen. Ich fühle Dankbarkeit ...

Mittwoch, 4. Januar 2017

Gut rübergekommen

Zufrieden. Das ist gerade mein konstanter Zustand. Mittig. Ich bin meistens bei mir selbst. Die Festtage waren nicht so besinnlich wie ich es gerne hätte, das sind sie eigentlich nie, aber sie waren ok. Ich geniesse einfach die Zwischenräume, wenn sich Ruhe einstellt im Gewusel der Welt, wenn sich Stille niedersenkt zwischen den festlichen Anlässen -- und ich feiere in meinem Herzen noch ein wenig nach.

Ich wünsche allen ein erfreuliches und ein gutes neues Jahr!

Freitag, 30. Dezember 2016

Aufmerksam in Schwarz

Gestern war es der Reiher. Heute fällt mein Blick beim Halten aus dem Zug auf die Rabenkrähe auf dem Bahnsteig. Sehr aufmerksam mustert sie ihre Umgebung und auch den Zug. Dann sucht sie wieder dem Boden nach Essensresten ab. Mir gefällt ihre wache Natur.

Gestern die mystische Begegnung mit dem Silberreiher und heute die mit der wachen präsenten Krähe. Die Raunächte halten Informationen für mich bereit.

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Beeindruckend in Weiss

Auf dem Weg zum Bahnhof bei minus 9 Grad. Ein grosser weisser Reiher steht alleine auf dem frostigen Feld. Als er mich sieht, fliegt er auf. Ein grosses weiches Flügelpaar spannt sich und er hebt ab. Er ist noch lange zu sehen. Beeindruckend wie weit seine Flügel sind. Ein Silberreiher.

Samstag, 17. Dezember 2016

Wenn es novembert






Wenn es zu novembern beginnt, gehts nach ganz Innen. Ans Eingemachte. Während nächtens die Wilde Jagd ums Haus pfeift, tritt in meinem Innern das unterste zuoberst. Die Dämonen fliegen tief. Schlaflos schaue ich ins Dunkel. Es gibt verschiedene Arten von inneren Kräften. Nicht alle sind taghell und frühlingsgrün. Ich sinke und sinke. Aufgeben und mich der Dunkelheit und meiner Kraftlosigkeit anvertrauen: das ist jetzt der Weg. Ob ich will oder nicht. Habe mich sinken lassen. Und wieder Grund gefunden. Schätze, aus dem Verborgenen heraus gewonnen. Aushalten. Durchhalten. Einschlummern. Müde aufwachen. Ertragen und dann bestaunen was alles da ist. 



...



Mittwoch, 24. Juni 2015

Herausforderungen

Die letzten Tage waren geprägt von Isolationsgefühlen und Selbstzweifeln. Um mein Herz herum befand sich eine eiserne Wand. Ich hasse es, wieder in dieser Einzelzelle zu sitzen. Ich fühle nur Distanz zu anderen. Am Montagabend hat es sich zugespitzt.

Gestern morgen war ich wieder aus dem Gröbsten heraus. Als ich herausfand, dass am Montagabend und nachts heftige Sonnenstürme stattgefunden haben, konnte ich es etwas einordnen. In kritischen Momenten reagiere ich viel stärker auf Atmosphärisches. Der Fokus ist dann haarscharf auf die Verletzungen und noch vorhandenen Schwachstellen gerichtet.

Ich bin froh, ist der Panzer wieder gewichen und ich fühle mein Herz lebendig schlagen. Es ist eine herausfordernde Zeit der Klärung.

Samstag, 2. November 2013

Zeitqualität 2. November 2013

Wie ich sie persönlich erlebe und wahrnehme: Enthüllend, Brüche und Verwerfungen aufdeckend, klärend, schonungslos klar .. Kenne deine Vergangenheit um die (Schrecken der) Gegenwart zu verstehen. Begegne deinen Schatten. Sieh hin, hör auf zu träumen – und lebe! Liebe deinen Weg oder verlass ihn. Suche die Essenz. Basis. Es geht ans Eingemachte. Kehraus. Kehrum. Wende. Falsche Sicherheiten brechen weg. Falsches fällt ab.

Mittwoch, 10. August 2011

Nichts, amorph

Es ist eine seltsame Zeit, die ich gerade erlebe. Ich habe keinen Plan, keine Vorstellung über meinen weiteren Weg. Ich habe keinerlei Ambitionen mehr; nirgendwo und bei nichts, der Ehrgeiz (was für ein Wort..) hat unbezahlt frei genommen, null Checkung. Und doch ... Die aufsteigende Panik weicht einem Schmunzeln: Es ist schön, dieses Nichts!

Freitag, 8. Juli 2011

Vorsicht! Verfallsdatum!

Schnell! Dein! Markwert! Sinkt! Tu! Was! Dagegen!

Die Menschen werden immer älter, ihr Haltbarkeitsdatum jedoch immer kürzer.

Dienstag, 5. April 2011

Rückzug

Luisa Francia schrieb gestern genau über das, worüber ich mir auch schon länger Gedanken mache; über den Rückzug ins Private. Dass sie genau für diesen (sehr bewusst gelebten) Rückzug angegriffen wird, passt zu dem, was ich allgemein beobachte: Hektik, Wut und Ratlosigkeit. Man muss doch jetzt sofort etwas "tun", das scheint die allgemeine Devise zu sein.

Geht es jetzt nicht eher um Besinnung anstelle von Aktionismus? Schon länger lese ich keine Zeitungen mehr, weil ich mich dadurch überfordert und gelähmt fühle. Politisch finde ich mich auch nicht zurecht.
Was soll ich denn glauben?

Verantwortung zu übernehmen heisst doch erst einmal, für sich selber verantwortlich zu sein! Was ist daran anrüchig? Ist das nicht gerade das Zentrale; sich selber und die eigenen Bedürfnisse zu kennen?
Was ist so falsch daran, nach innen zu gehen, sich zu besinnen, ganz eigene Entscheidungen zu treffen, ohne sich in einen Mainstream der Betroffenheit hineindrängen zu lassen?

Ich stellte mir vor Kurzem die Frage: Wo ist mein Platz und meine Aufgabe, wie finde ich diese? Die erste Antwort darauf lautet: Schau erstmal, dass es dir selber gut geht! 

Bei sich selber anzukommen, sich zu besinnen und die Kräfte zu bündeln. Ich glaube, dass das besonders wichtig ist, wenn im eigenen Leben das Wort "Katastrophe" vorkommt. Ich meine damit Erfahrungen und Erlebnisse, bei denen man mehr als nur über seine Grenzen gehen musste und die einen schockiert, verheert und beschädigt haben, leidvolle Tatsachen, die mit viel Schmerz verbunden sind. Egal welcher Art sie sind. Ich glaube, jeder Mensch muss selber erkennen, was es dazu braucht, damit er es überlebt und für sich ein lebenswertes Leben findet. Den Schmerz eines anderen Menschen kann man nur erahnen aber nie ermessen. Es gibt keine Grenzwerte und Richtlinien für Gefühle. 
Ich sehe eine Verbindung zwischen den globalen und den persönlichen Katastrophen. Das Gefühl von Ohnmacht, Trauer und Schmerz ist das gleiche.

Für mich haben die Besinnung auf das Eigene und der Rückzug dadurch einen Sinn. Das heisst nicht, dass ich allein und isoliert bin, denn mir gefällts nicht mehr, mich auf ewig in diesem Zimmer im Elfenbeinturm einzunisten. Ich finde auf diesem Weg aber nach wie vor meinen persönlichen Zugang zur Welt. In dem ich mich zurückziehe, mich zentriere und meine Kräfte bündle, rücke ich in meinem Inneren alles an seinen Platz. Dann tue ich wirklich etwas, das der Welt nützt … und alles Weitere folgt daraus …

Freitag, 21. Januar 2011

Šárka



Passend zur momentanen Zeitqualität:

"Šárka" von Bedřich Smetana, aus dem Zyklus "Má vlast".


Crash Boom Bang

Was für eine Zeit! Anschnallen bitte: Konflikte kumulieren sich, entladen sich, es wird reiner Tisch gemacht. Das Leben ist gerade Achterbahn pur. Bei Menschen in meinem näheren Umfeld gab es einen Raubüberfall, einen Autounfall und jemand erhielt von der Hausverwaltung einen Brief mit der mehr oder weniger direkten Aufforderung, aus dem Haus auszuziehen. Selber schwanke ich dauernd zwischen Euphorie und Panik. Es bleibt seeehr spannend..

Freitag, 14. Januar 2011

Ohne Fahrplan

Mit gutem Gefühl – und wenig Verstand zügig voran!

Ich habe mich dagegen gewehrt, immer mehr in dieses Fliessen hineinzukommen, in dieses Fühlen und Wahrnehmen. Es schien mir zu Anfang, als würde ich immer mehr den Verstand verlieren. Jetzt bin ich mir sogar sicher, dass dem so ist, dass ich den Verstand verliere! Zumindest habe ich die normale Alltagskompatibilität verloren. Es funktioniert kein künstlicher Fahrplan und ich mache keine übertriebene Planung mehr. Das meiste in meinem Leben erledige ich jetzt gerade intuitiv. Es läuft von selbst. Vernünftig war ich lange genug! Ja, vielleicht geht es gerade darum, den Verstand als Werkzeug zu verlieren.  Je mehr ich mich gegen den Fluss des Lebens stelle, desto schlechter gehts mir. Der Verstand ist eben doch ei beschränktes und beschränkendes "Tool" das viel Sicherheit nötig hat und das in diesen Zeiten des Wandels mit allem so schnell überfordert ist.

Ich kann nicht mehr Bremsen, es ist eine wilde Reise – und der Verstand bremst da gewaltig. Seine rot blinkende Alarmlampen stören meine Sicht. Je mehr ich in einer Art Autopilotinnen-Modus lebe, desto ängstlicher wird der Verstand. Er versteht die Welt nicht mehr, er meint traurig zu mir, er habe doch immer gute Arbeit geleistet. Er traut diesem intuitiv gelenkten Blindflug nicht. Er möchte die Kontrolle zurück. Voller Mitgefühl versuche ich ihm die Sachlage zu erklären, er seufzt resigniert und traurig, und versucht tapfer, sich mit der neuen Arbeitssituation abzufinden. Restrukturierungsmassnahmen. Wir versuchen gerade, seine neuen Aufgaben zu definieren, sie sind noch nicht klar.. Es wird sind weitere Verhandlungen nötig. Der arme Kerl! Er beginnt gerade ein ganz neues Leben und ich coache ihn .. Wird schon werden ;)

Dienstag, 21. Dezember 2010

Human Ressources ?!

Schneller! Höher! Weiter!
Die Maschinen können immer mehr und der Mensch ist daran, sich von ihnen überholen zu lassen. Die Globalisierung tut das ihre dazu. Die digitale Welt lässt Zeitabläufe und Distanzen schrumpfen. Schliesslich sind wir alle ja wunderbar vernetzt! Alles scheint machbar, lieferbar, verhandelbar und alles ist käuflich zu erwerben. (Wie steht es mir der menschlichen Würde und Gesundheit?) Glücklich schätzt sich, wer mit diesem Tempo noch mithalten kann. Fitness ist das Gebot der Stunde. Das gilt für die Firmen und auch die Arbeitnehmenden selbst.

K.O.
Die Beschleunigung der Arbeitswelt ist nicht mehr aufzuhalten. Viele haben zunehmend Mühe, in dieser Arbeitswelt der nüchternen Bilanzen, des Qualitätsmanagements und der Gewinnoptimierung zu überleben. Das menschliche Leben lässt sich nämlich nicht unendlich beschleunigen und optimieren. Der leere Raum fehlt; die Pausen und das kreative Chaos. Stattdessen geraten Körper und Seelen in Dysbalance. Bis zur Erschöpfung der natürliche Ressoucen, zu denen wir ja auch gehören!
Was wir der Erde zufügen, geschieht auch mit uns. Wir beuten die Erde aus. Wir beuten uns selbst aus.

Erwachen. Aha, da gibts noch andere!
Ich war selber bis vor kurzem von (teilweiser) Arbeitsunfähigkeit betroffen. Dabei habe ich viele andere kennengelernt, die, so wie ich, den Anforderungen des Alltags- und Berufslebens nicht (mehr) gewachsen waren. Burnout, Depressionen, Herzinfarkte, Ängste, Psychosen, Allergien, ADHS, chronische Rückenprobleme und andere Schmerzerkrankungen – es gibt Menschen und Geschichten ohne Zahl. Da relativiert sich, glücklicherweise, das eigene Lamentieren über das Schicksal. Es ist eine gute Erfahrung, plötzlich über den eigenen Tellerrand sehen zu können, es ist ein ernüchterndes, aber auch ermutigendes Erlebnis. Es ist ernüchternd, zu sehen, wieviele Menschen die gleichen oder ähnliche Probleme haben und das macht nachdenklich wohin bewegt sich die Arbeitswelt?! Es ist ermutigend, nicht alleine zu sein und Hilfe zu bekommen um wieder mit beiden Beinen auf dem Boden stehen zu können.

Reha
Meiner Erfahrung nach sind Menschen die (Arbeits)Rehabilitation oder Umschulungen bewilligt bekommen, keineswegs diejenigen, die zu faul zum Arbeiten sind oder es sich im Leben zu leicht machen, und dies gilt auch für Langzeitarbeitslose. Ich habe viele getroffen, die Belastendes zu lange ertragen haben, ob bei der Arbeit oder in der Familie. Zu lange wurden schwere Lasten getragen. Im übertragenen und im wörtlichen Sinn. Zuviel Verantwortung, zu viel Arbeit, zu grosse Sorgen, zu hohe Ansprüche. Wer seine Arbeit zu ernst nimmt, sich zu viel auflädt, sich zu wenig Ruhe gönnt, der geht einfach schneller kaputt. Basta. Die meisten von diesen Menschen sind alles andere als arbeitsscheu, sondern haben Mühe, ihre Kräfte beisammen zu halten, aus welchen Gründen auch immer.

Zweiter Arbeitsmarkt
Irgendwann wird der zweite Arbeitsmarkt den ersten übernehmen. Das ist zwar eine gewagte, aber realistische Vision. Hier in der Schweiz melden sich immer mehr Menschen bei der Invalidenversicherung. Menschen mit gesundheitlichen Problemen, die in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt sind. Warum dem so ist, wird nun diskutiert. Dazu gibt es viele Meinungen, je nach politischer Couleur. Meiner Meinung nach hat es mit dem beschriebenen Druck in der Arbeitswelt zu tun. Vielleicht war früher auch die Hemmschwelle höher, es kann sein. Man hat sich früher eher selber geholfen? Ich weiss es nicht. Tatsache ist: Es werden immer mehr Menschen diesen Schutzraum des zweiten Arbeitsmarktes nötig haben.

Erster Arbeitsmarkt
Es könnte durchaus sein, dass sich der Mensch als Arbeitskraft selbst abschafft, da bin ich mir noch nicht sicher … Oder es findet ein globales Umdenken statt und die Selbstausbeutung der Menschheit hört endlich auf.