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Samstag, 17. Dezember 2016

Wenn es novembert






Wenn es zu novembern beginnt, gehts nach ganz Innen. Ans Eingemachte. Während nächtens die Wilde Jagd ums Haus pfeift, tritt in meinem Innern das unterste zuoberst. Die Dämonen fliegen tief. Schlaflos schaue ich ins Dunkel. Es gibt verschiedene Arten von inneren Kräften. Nicht alle sind taghell und frühlingsgrün. Ich sinke und sinke. Aufgeben und mich der Dunkelheit und meiner Kraftlosigkeit anvertrauen: das ist jetzt der Weg. Ob ich will oder nicht. Habe mich sinken lassen. Und wieder Grund gefunden. Schätze, aus dem Verborgenen heraus gewonnen. Aushalten. Durchhalten. Einschlummern. Müde aufwachen. Ertragen und dann bestaunen was alles da ist. 



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Samstag, 8. Oktober 2016

Notizen der Woche (40/16)

Ein fotorealistischer Traum. Habe ich dermassen klar von der englischen Küste geträumt: Ich muss da wieder hin. Letztes Jahr war ich zum ersten Mal dort und seither habe ich Sehnsucht.

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Wertschätzung zu spüren, tut gut. Und manchmal kommt sie von völlig unerwarteter Stelle.
Angespannte Verhältnisse können sich wandeln. Annehmen lernen.

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Im Rahmen meines Möglichen : das Maximale aus mir herausholen. Im positiven Sinn. Da bin ich dran. Ich meine nicht: mich verbiegen. Sondern im Rahmen des mir möglichen weiterwachsen. Ich kann mich soweit strecken, ausdehnen und entwickeln wie es eben geht. Und das heisst auprobieren, austesten, etwas wagen, mutig bleiben, wachsam und neugierig, offen und beweglich! Ich kann mir endlich meinen Raum nehmen. Diesen ganzen Raum, der bis jetzt noch brach liegt.

Akzeptieren, dass die Tagesform nicht immer gleich ist, Stärke ist ok, Schwäche ist ok. Aufhören, mich selber zu verurteilen.

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Mosaiksteine: Ich habe beschlossen, dass ich lieber lebenslang die Mosaiksteine mühsam einzeln einsammle, statt mich lebenslang über mein unfertiges Leben zu beklagen. Eine Entscheidung. Die. ich. getroffen. habe. Selber.

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Situationen, die mich vorher sehr geschreckt haben, werden händelbar. Kann auf eine neue Art und Weise im Leben stehen.

Samstag, 3. September 2016

Wider die Gleichmacherei, die Fülle geniessend

Ein ganz toller Betriebsausflug gestern. Mit viel Action, und dennoch konnte ich bei mir bleiben. Hab es völlig genossen. Und mir auch immer wieder ruhige Momente gesucht. Nur wenig Alkohol für mich, da bleibe ich standhaft. Was für andere passt, muss für mich nicht das Passende sein. Ich lasse mich nicht gleichschalten und bin dennoch dabei. Bin ein Teil eines Ganzen. Ein sehr gutes, ein stimmiges Gefühl. Erfüllt und dankbar fühle ich mich heute. DANKE.

Dienstag, 1. März 2016

FREIHEIT lernen

Ich kann nur für mich selber sprechen. Zu diesem Schluss komme ich erneut. Ich kann auch nur für mich selber entscheiden und handeln.

In meinem Leben wurde ich immer wieder an den Rand gedrängt, das ist nun vorbei. Ich bleibe nicht mehr am einst zugewiesenen Rand sitzen. Es kann ja auch ganz praktisch sein, auf der alten Marginalisierung sitzenzubleiben und sich das Schild "Opfer" und "Gehetzte" um den Hals zu hängen.

Ich habe noch genügend "Material", altes und auch neues, das mich nachdenklich macht. Aber der grosse Leidensdruck ist weg: Ich _muss_ nicht mehr schreiben um über Wasser zu bleiben.

Ein kreativer und lebenswerter Umgang mit meiner Vergangenheit und meiner Gegenwart, das ist das, was ich will.

Gefühlt sind die Schrecken immer nur einen Schritt weit weg. Doch ich komme schneller wieder bei mir an. Ich arbeite noch am Gefühl des "Kontrollierenmüssens". Mich selber, andere, Situationen. Es ist nur ein kleiner Schritt von der Unterdrückten zur Unterdrückerin. Für mich heisst das, ich bin nicht "raus aus der Nummer". Das eigene Leben entwickelt sich (erst) nach und nach.

Frei zu sein heisst für mich nicht (mehr): Total autark und von gar niemandem abhängig. Das wollte ich lange. So leben. Als Einsiedlerin. Doch es ist so verdammt einsam auf dieser Egoinsel .. Für mich heisst "Freisein" nun: Ich lebe mein Leben -- und bin auch im Kontakt mit anderen. Das Leben fliesst. Geben und Nehmen. Ein Mensch unter Menschen. Ich übe noch. Anders kann ich es nicht nennen. Schnell rutsche ich wieder ins "Verantwortlichsein", wenn ich den Eindruck habe, jemand brauche Hilfe. Dass dies _mein_ Eindruck ist, meine Wahrnehmung, und ich keineswegs dadurch verantwortlich bin, auch das merke ich erst nach und nach. Vor allem: Helfen zu wollen kann auch eine Ablenkung von der eigenen Not (in diesem Moment) sein.

Wer bin ich eigentlich, wenn ich gegen nichts und niemanden mehr kämpfen muss? Es ist so, dass es mich manchmal richtiggehend ratlos macht, keine Widerstände mehr zu spüren. Überraschend, aber wahr.

Es ist seltsam, mich in der Rolle der Privilegierten wieder zu finden, die keine ernsten und grossen Probleme mehr hat -- und dafür viele Perspektiven. Was mach ich denn da? Das hatte ich noch nie, es ist etwas ganz Neues. FREI ZU SEIN. Auch das will gelernt sein. Die Freiheit ist noch nicht ganz in mich hineingesickert .. 

Durchatmen .. 


P.S.: Freiseinlernen heisst auch, zu merken, wenn ich mich selber gefangen nehme. Denn manche Gefängnisse sucht man sich selbst.


Samstag, 3. Oktober 2015

Arbeitsintegration -- eigener Druck -- Handicaps -- Arbeit an mir selbst

Freitag, 7. August
An einem Tag wie heute wäre ich früher daheim geblieben. Jetzt bin ich da, bin bei der Arbeit, und versuche das Beste daraus zu machen. Es sind auch meine hohen Ansprüche an mich selbst, die den Druck auslösen. Wenn ich im Kopf keine Klarheit habe, fühle ich mich unsicher. Es hat mit dem alten Gefühl des Ausgeliefertseins zu tun, und mit dem Bedürfnis, mich schützen zu wollen. Aber manches klärt sich eben erst mit der Zeit. Es hilft mir, wenn ich eins nach dem anderen mache, mehr können andere auch nicht tun :)

Diesen Text liess ich unveröffentlicht, bin aber heute wieder darauf gestossen und finde ihn wichtig. Dass ich mir selber den meisten Druck mache, wurde mir erst mit der Zeit klar. Zum Glück ist mir das bewusst geworden. Ich bin heute so stabil und routiniert, dass ich auch die weniger guten Tage bei der Arbeit meistern kann.

Dieses Jahr hatte ich noch keinen einzigen Fehltag aus psychischen Gründen. Die letzten Jahre waren es immer mehrere Tage, an denen ich ausfiel. Einmal konnte ich aus Angstgründen kaum das Bett verlassen.

Dieses Jahr war ich zweimal krank, einmal erkältet und einmal grippig. Da ich bei der Grippe auch Fieber hatte, blieb ich einige Tage daheim. Das dauerte aber insgesamt einige Wochen, bis ich mich wieder richtig erholt hatte. Die Erkältung war zwar heftig, aber ich bin trotzdem zur Arbeit, da dort gerade Not an der Frau war. Nicht dass ich das propagiere, krank Arbeiten zu gehen, aber ich kann nun verstehen, dass man sein Arbeitsumfeld nicht hängen lassen will.

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Ein Handicap im Arbeitsleben war lange noch mein Selbstmitleid und mein Opfergefühl. Aus dem geschützten Arbeitsumfeld war ich mir gewöhnt, ein "Star" zu sein und immer wieder Lob für meinen Einsatz zu erhalten. Dieses "Gestreichel" fiel dann im normalen Arbeitsumfeld weg. Daran hatte ich zu knabbern .. Den Selbstwert beziehe ich seither viel mehr aus mir selbst. Das musste ich erst lernen.

Für mich war diese vorherige Phase im geschützten Umfeld, die immerhin 5 Jahre gedauert hat, wichtig gewesen, denn ich bekam wieder Vertrauen in meine Fähigkeiten. Durch Coachings wurde ich nach und nach mutiger. Aber dieses geschützte Umfeld hat seine eigenen Mechanismen und Tücken. Eine behütete Pflanze aus dem Treibhaus muss auch einmal ins Freiland .. so drückte es eine meiner fachlichen Begleitpersonen aus. Wie recht sie mit diesem Symbol hatte, das fällt mir erst im Nachhinein auf!

Ich habe Mittel und Wege gefunden, wie ich mich heute auch in schwierigen Zeiten entlasten kann. Das habe ich intus. Dabei hat mir auch die langjährige Psychotherapie geholfen (abgeschlossen 2013). Unter anderem bin ich auch so weit, dass ich es meinem Umfeld bei der Arbeit sage, wenn es mir nicht gut geht. Da ich ansonsten zuverlässig und genau arbeite, kommt auch mein Chef damit klar. Ich habe schon bei der Bewerbung und beim Vorstellungsgespräch keinen Hehl aus meiner lückenhaften Arbeitsbiografie und psychischen Schwierigkeiten der Vergangenheit gemacht -- und stets mit offenen Karten gespielt.

Meine guten Leistungen in der Berufsschule und einige gewonnene Gestaltungs-Wettbewerbe halfen dabei sicher mit. Ich bin froh, dass die Schule mir leicht fiel und ich damit einen Leistungsausweis hatte, denn für mich konnte ich mir kein anderes Vorgehen vorstellen als bei einem Vorstellungsgespräch ehrlich zu sein. Und da gehört eben meine gewundene Biografie dazu.

Erstaunlich dass es auf diese Art und Weise geklappt hat. Da kam mir auch viel Wohlwollen von seitens meines Arbeitgebers entgegen. Das muss auch gesagt werden! Eine solche Chance auf dem Arbeitsmarkt zu erhalten, ist nicht selbstverständlich.

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Trotzdem war der Einstieg für mich eine harte Zeit. Meine Befindlichkeit wurde unwichtig und die Arbeit rückte in den Vordergrund. Kunden wollten zufrieden gestellt werden, Arbeiten speditiv und doch genau erledigt werden -- und das forderte mich heraus. Es sind nun 3 1/2 Jahre an diesem Arbeitsplatz, eine Zeit in der ich viel an mir und meinen Ängsten, auch meinen Eitelkeiten, meiner Egozentrik, gearbeitet habe. Es gab und gibt Krisen -- aber ich habe heute das Rüstzeug dazu, diese zu meistern. An schwachen Tagen schaue ich heute noch, wie ich mir selber helfen kann -- zB genaue Prioritäten setzen und auch mal fünfe grade sein lassen. Mich macht es Stolz, dass ich meinen Lebensunterhalt selber verdienen kann.

Es ist nicht immer nur das (Arbeits-)Umfeld, das den Einstieg schwierig macht. Man steht sich oft auch selbst im Weg. Psychische Krankheit kann wirklich egozentrisch machen .. die Gedanken kreisen stets um einen selbst oder um die eigene Wirkung nach aussen. Bis zum Exzess: Nachdenken hat einen grossen Teil meiner Kraft und Zeit in Anspruch genommen. Das Grübeln musste ich mir wirklich abgewöhnen! Die Gedanken immer wieder ins Konstruktive lenken -- oder sie einfach laufen lassen ohne ein Drama daraus zu spinnen.

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Die Rente, die ich zusätzlich bekomme, macht nur 10% von meinem gesamten Verdienst aus. Ich verdienen einen Lohn, der unter dem schweizerischen Mindestlohn liegt, da ich nur Teilzeit arbeite. Ein 100% Pensum lassen meine Kräfte (noch) nicht zu. Mit meiner Erwerbsminderungsrente, damit decke ich nicht mal die monatliche Krankenkassenprämie. Trotzdem fühle ich mich reich. Ich habe einen langen Weg hinter mir und ich fühle mich in der Gesellschaft angekommen. Nach und nach entfalte ich mich und ich freue mich darauf, noch mehr bei mir und meinen Fähigkeiten anzukommen. Denn ich spüre, da geht noch was ...


Dienstag, 3. Februar 2015

Ich finde zurück zur Ruhe

Wie wichtig guter und genügend Schlaf ist, wird mir immer wieder aufs Neue bewusst. Sobald ich mich übermüdet fühle oder überreizt bin, fangen meine Gedanken wieder an zu kreisen, es tauchen Ängste, Sorgen und Zweifel auf. Das Karussel beginnt sich zu drehen, nimmt Fahrt auf, immer mehr und mehr, wird immer schneller, bis mir irgendwann Hören und Sehen ganz vergeht.

Die letzten Monate waren ein Höllenritt, ein kleiner zwar nur, im Vergleich, aber anders kann ichs nicht sagen. Zum Glück ists nun wieder für eine Weile genug und ich steige runter "vom Bock". Ich kenne mich immer besser. Nicht alles schön, was ich (in mir) zu sehen bekomme. Aber besser ist es, genau hinzuschauen. Auch wenns scheinbar noch auf diese harte Tour gehen muss.

Bei der Arbeit läuft es wieder besser, ich lerne, mich selber zu bleiben, auch wenn es um mich herum Spannungen gibt. Ich streife alle die Verantwortungen und Anhaftungen ab, die nicht zu mir gehören.

Ich muss nicht immer alles in Ordnung bringen! Mein eigenes Haus; meine Seele, mein Körper und mein Geist, das allein liegt in meiner Verantwortung, hier schalte und walte ich. Im Leben anderer bin ich höchstens Zaungast. Das ist meine Lektion: Loslassen, Ruhe bewahren, mich selber bleiben.