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Sonntag, 20. August 2017

Kleinst-Urlaube / Zwischenräume gestalten / Work-Life-Balance

Ich habe vieles in meinem Leben der Nützlichkeit unterworfen und dem geordneten Tagesablauf. So bleibe ich zwar arbeitsfähig, aber das reicht einfach nicht aus. Es kann nicht sein, dass mein Leben nur in bestimmten Zeiträumen "stattfindet" in denen ich erholt und mental fit genug bin, um es auch zu geniessen. Es gib genug Gründe, mich bei der Arbeit zu ärgern. Ich will in Zukunft nicht mehr jeden Grund dazu wahrnehmen :)

Ich kann mein Leben nicht auf später aufschieben
Da am Abend nach der Arbeit und am Wochenende nicht immer Energie für die geplanten Aktivitäten da ist, muss ich meine Woche nochmal unter die Lupe nehmen. Was mir auffällt: Das Geniessen kommt allgemein zu kurz bei mir, ich bin eher in Daueranspannung. Mein Leben aus Wochenende zu schieben, funktioniert aber nicht. Abhilfe schaffen mir kleine Oasen im Alltag.

Gemeinschaft neu lernen
Das Zusammensein mit anderen erlebe ich nun anders als früher. Das ist inzwischen auf eine Art erholsam, dass ich einfach mal aus meinem Denkgebäude herauskommen kann. Die negativen Erfahrungen aus meiner Kinder-Vergangenheit müssen sich nicht wiederholen, denn ich werde inzwischen respektiert. Das Mass (wie oft und wie lang in in Gemeinschaft bin) entscheidet hier und auch die Menschen, mit denen ich zusammen bin. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich an jedem (Arbeits)Ort Menschen finde, mit denen ich gut auskomme und mit denen man sich auch etwas tiefergründig unterhalten kann. Meist sind es ein oder zwei. Und das ist eine gute Erfahrung. Ich selber schaue, was für mich stimmt und ich fühle mich freier in diesen Entscheidungen. Wenn es zwischenmenschlich stimmt, kann ich auch mal Loslassen. Und das hab ich sehr vernachlässigt, das Loslassen.

Mit dem Fluss treiben lassen
Zwei Mal war ich Mittags mit Arbeitskollegen in der Aare in Bern schwimmen. Das fand ich schön. Diesen grünen kühlen Fluss mitten in der Stadt zu haben, ist eine Wohltat. Eine Farbe wie Gletscherwasser (das Wasser kommt ja auch aus den Bergen) und man hört millionenfach die kleinen klirrenden Kiesel, die von der Strömung mitgetragen werden. Auch ausserhalb des Wassers. Ein ganz eigentümliches Geräusch ...

In die Bäume sehen
Am Arbeitsplatz hab ich eine Vertraute gefunden, die mir zur Freundin wurde. Mittags sind wir immer wieder in einem kleinen Park mitten in Bern. Auf der PicNic-Decke zu liegen und in die Bäume zu schauen, das geniesse ich.

Antizyklisch unterwegs sein
Wochenendtrips und Wochenendausflüge finde ich alles andere als erholsam. Kaum da, ist man schon wieder weg. Oder man sitzt mit der halben Schweiz im Zug, weil alle in die Berge wollen. Wo man sich dann gegenseitig an den schönsten Orten auf den Füssen rumlatscht. Es mag Menschen geben, die das geniessen können. Ich gehöre ganz bestimmt nicht dazu! Die Alternative: Das Unscheinbare zu geniessen, das ganz in der Nähe liegt. So wie wir es hier und hier gemacht haben. Das ist nah, machbar, überschaubar -- und unterwegs sind so wenig Menschen, weil alle an den "schönen Orten" sind :)

Yuhuhuuuuu .... viel Grün und Landschaft für lau!


Mittwoch, 19. April 2017

Draussentage vs Bürotage

Verfrorene aber erholsame Ostertage mit dem Lebensgefährten -- alias Reisekamerad -- alias Lieblingsitaliener -- in Stein am Rhein verbracht. Unsere Lieblingsplätze wieder aufgesucht. Und sie immer noch für wunderschön befunden. Dieses Jahr waren nur sehr wenige Leute in den Gassen, es war wohl vielen einfach zu kalt. Die Burg Hohenklingen wartete am Ostermontag auf Gäste, die aber nur spärlich eintröpfelten. Wir wollten sie auch dieses Mal nicht auslassen, die sensationelle Aussicht.

Zurück im Büro die Erkenntnis; achja, Geldverdienen muss ja auch sein. Umpf. Hapere noch mit der Erkenntnis und weiss mich dabei in guter Gesellschaft.

Freitag, 9. Dezember 2016

Kleinste Gärten (8)

Städtische Untergrund-Kultur direkt vor dem Berner Bundeshaus

Auf kleinstem Raum ...
.. einig ...
.. zusammenstehen ...


Sonntag, 23. Oktober 2016

Ein Mosaikstück (Thema Bruder)

Vorsicht: Es geht um den Tod, den Suizid eines Angehörigen und dem Leben damit und um Sucht. Wer das nicht lesen mag oder kann, lässt es besser. 




Dass mein Bruder eventuell auch Tabletten/Pillen irgendwelcher Art genommen hat, wurde mir gestern zugetragen. Das ist ein neues Mosaikstück, was mich gerade beschäftigt. Und es bestätigt die Situation, die ich gefühlt habe, dass eine (zusätzliche) Suchtmittel-Abhängigkeit (neben dem Alkohol) dagewesen sein könnte. Gestern hatte ich die Gelegenheit, einen anderen Blick auf seine Geschichte zu bekommen, weil ich mit jemandem geredet habe, der ihn auch gekannt hat und der ihn sehr gerne hatte.

Es war jemand aus der Familie, aber nicht zu nah dran. Da ist also genug Distanz für einen klaren Blick von einer anderer Seite. Ich habe es als extrem wohltuend empfunden, offen reden zu dürfen und mich austauschen zu können. Ich merke, dass es wichtig ist, Menschen zu haben, mit denen ich mich darüber austauschen kann und die ihn ebenfalls gekannt haben. Eine grosse Entlastung für mich.

Donnerstag, 14. Juli 2016

Eine Mimose auf Reisen -- hochsensibel unterwegs (Erfahrungen, Tipps, Tricks)

Viel auf Achse
Ich war sehr viel unterwegs die letzten Monaten. Ich geniesse inzwischen den durchs Reisen entstehenden Tapetenwechsel. Zweimal ging es um eine Familienfeier.

Beim Reisen, da ist mir auch aufgefallen, wie ich mich verändert habe. Ich bin wirklich gelassener geworden, auch im Umgang mit anderen Menschen und neuen Situationen.

Da ist auch das Verständnis für mich selbst gewachsen. Was brauche ich wann? Und wo wird es kritisch? Und ich erkläre mich nicht mehr jedem. Ich muss selber wissen, was gut für mich ist. Auch wenn ich an einem Fest halt einen Programmpunkt verpasse. Die anderen stecken nicht in meiner Haut!

Früher war fast jeder Ortswechsel und jeder auswärtige Anlass mit grossem Stress für mich verbunden. Ich weiss nicht, ob man sich das vorstellen kann, wenn man es nicht kennt. Manchmal bin ich seelisch halbtaub und nassgeschwitzt irgendwem hinterhergehinkt, weil mir alles einfach zuviel war. Das war schon zu meiner Schulzeit so. Ich erinnere mich an grossartige Schulausflüge (an die tollen Landschaften vor allem) -- aber auch schmerzhaft genau daran, dass ich jedesmal fast zusammengeklappt bin. Die Hitze, der Lärm und die vielen Eindrücke! Mein Kreislauf kam da fast nicht mehr mit.

Gegenseitige Rücksicht zu zweit
Hm, aber inzwischen ist die Schule zum grossen Glück Vergangenheit, und auch die Familienferien -- und ich bin mit einem Menschen zusammen (seit mehr als 12 Jahren), der ebenfalls sensibel ist. Und so können wir gegenseitig Rücksicht üben. Was vieles einfacher macht. Da brauche ich nicht mehr viel zu erklären, ich muss nur noch kurz melden, wenn etwas nicht geht -- und umgekehrt, auch er gibt an, wenn es schwierig wird.

Er schaut nicht blöd, wenn ich nicht mehr weiterkann. Und das passiert manchmal schnell. Da muss es dann auch nicht mehr Programm sein -- sondern wir setzen uns hin, trinken was und unterhalten uns. Vielleicht zeigen wir uns dann auch gegenseitig unsere Fotos. Irgendwann sind dann bei mir Seele, Geist und Körper beisammen -- und es geht weiter! 

Reise-Routinen
So, und inzwischen lass ich mich nun eben auf dieses Unterwegssein ein. Ich habe eine gewisse Routine bekommen. Dazu muss ich sagen, dass ich noch nie eine Überseereise gemacht habe, das stelle ich mir schon noch heftiger vor. Die Reisen die ich mache, wären für andere langweiliger Pipifax. Das weiss ich. Ich habs schon gemerkt. Doch das muss mich nicht kümmern. Ich merke, dass ich mit offenen Augen durch die Welt gehe, und darum auch Dinge sehe, an denen andere achtlos vorbeigehen.

Und bis jetzt bin ich immer vom gleichen Flughafen losgeflogen, wenn es denn eine Flugreise war, nämlich von Zürich. Wenn ich nun von woanders aus fliegen würde, wäre das auch eine Hürde, die ich erst mal nehmen muss.

Nach wie vor habe ich zwar einen gewissen Stress dadurch, dass ich reise, doch er wirkt eher belebend auf mich. Ich mag eigentlich lieber, wenn die Dinge immer gleich bleiben ;) Was natürlich auch einschläfernd wirkt, mit der Zeit.

Und ich habe ein paar Tricks herausgefunden, die mir unterwegs helfen. Es ist hilfreich für mich:
  • immer ein Buch dabei zu haben und die Kopfhörern fürs Handy. Lesen oder Musikhören. Obwohl ich sonst gar nie Musikhöre!! So habe ich stehend sogar eine Zugfahrt von Milano bis Brig überstanden, mehrere Stunden in einem völlig überfüllten Zug (durch Zugausfall doppelt belegt), wir standen die ganze Zeit im Gang. Und ich weiss noch ganz genau, was ich gelesen hab ... Martin Suter!
  • mich zurückzuziehen, wenn es mir zuviel wird. Auch wenn ich dadurch etwas nicht sehen kann, was man gesehen haben muss! Und wenn es eine Ansprache an einer Hochzeit ist ...
  • möglichst nur mit Menschen unterwegs zu sein, die ich gut kenne und die Verständnis haben für mich.
  • mich über den Ort und das Land vorher zu informieren, dazu nutze ich auch das Web und Google Maps und Google Street-View. So kenne ich mich vorher schon etwas aus.
  • genügend zu Essen und auch Essen dabeizuhaben (Essen tue ich immer dann, wenn mir danach ist, auch wenns nur aus Stress ist, denn das hilft mir. Oder ich esse bereits im Voraus, wenn ich nicht weiss, wann es das nächste Mal etwas gibt. "Vernünftig" sein kann ich dann wieder daheim sein, wo alles von mir selber geregelt ist. Das sehe ich gelassen.)
  • genügend zu Trinken, manchmal Unmengen. Gerne auch etwas gesalzenes Wasser, wenn es heiss ist. Und vor allem auch bei/nach Strapazen wie Fliegen/Wandern/Sommersonne. Hilft bei mir auch gegen Überlastungs-Migräne.
  • nicht zuviel von mir zu erwarten. Ich muss nichts "schaffen", schliesslich bin ich zur Erholung und zum Genuss unterwegs.
  • mich zu Erholen vom Unterwegssein. Ich muss jeweils einfach die ersten ein bis zwei Tage nach einer Ankunft gelassen nehmen. Das gilt auch für die Rückreise. Wenn ich daheim bin, muss ich erstmal wieder ankommen -- und das dauert eben seine Zeit. Meinen Körper nimmt eine Flugreise von 4 Stunden mit, der bekommt es irgendwie mit, dass er mehr als 10 000 Meter über Meer war, der ist nämlich schlau!!
  • bequeme und schützende Kleidung. Diesen wichtigen Punkt spricht Luzia im untenstehenden Kommentar an. Für mich hat sich im Allgemeinen die Viskose für die Oberbekleidung als ideal herausgestellt. Ich schwitze damit viel viel weniger, als zB mit Baumwolle. Leinen trage ich nicht, das kratzt mir zu sehr. Zudem habe ich immer ein grosses Halstuch dabei, das für vieles dienen kann. Als Kleidungsstück am Hals natürlich (Klimaanlagen, ...), zum Warmgeben (auch anstelle eines Pullovers), als Sonnenschutz, als Sichtschutz, als Decke auf der Wiese oder als Zudecke, .. Auf Reisen habe ich auch meistens warme Beinstulpen dabei, sie nehmen nicht viel Platz weg.
... to be continued

Freitag, 24. Juni 2016

Hilfe geben, Hilfe annehmen

Hilfebrauchen, Hilfegeben. War die letzte Zeit das Thema. Einerseits war ich selber immer wieder am Limit und froh um Hilfe (im Haushalt zum Beispiel) und andererseits konnte ich selber anderen helfen. Das geschah fast abwechselnd. Was ich interessant fand und auch schön. Manchmal auch überraschend.

  • Man kann Hilfe selten 1:1 zurückgeben. Und es ist auch nicht nötig. Wenn es 1:1 zurückgefordert wird, dann ist der Helfer selber zu bedürftig. Und man kann Hilfe nicht unbedingt an diejenigen Personen zurückgeben, von denen man selber Hilfe empfangen hat. Auch wenn man das gerne möchte. Was ich aber schön finde: Wenn das Leben seinen Lauf nimmt, ist man im besten Fall mal in der einen und mal in der anderen Position. Jeder gibt das dazu, was eben geht. Kein Beitrag ist zu gering. Es gibt eigentlich immer Möglichkeiten, wenn man die Augen und das Herz offen hält.
  • Es gibt verschiedene Formen von Hilfe. Mal ist sie materiell, mal ist es moralische Unterstützung oder eine andere Form von Hilfe. Auch ein Gebet kann helfen -- und den Kreislauf der Hilfe weiterbringen. Daran glaube ich. Manchmal zünde ich einfach eine Kerze an und widme diese in stillen Gedanken einem Menschen oder einem Geschehnis. Und ich habe es immer wieder auf diese Art erfahren, dass mir Hilfe zukam. Auch in Momenten in denen ich gar nicht mehr weiterkam und plötzlich ging es wieder, wurde ich auf geheimnisvolle Weise unterstützt. Und ein paar Mal erfuhr ich später, dass jemand für mich um Hilfe gebeten hat. Wir bekommen Hilfe und Unterstützung nicht immer in der Form, in der wir sie erwarten. Die Wege der Höchsten sind unergründlich ... Das Herz offen halten, auch für ungewöhnliche Lösungen.
  • Auch wenn von mir Hilfe (ab)verlangt wird, bin ich nicht dazu genötigt, diese zu geben. Und über die Form und die "Grösse" der Hilfe bestimme ich selber. Das bin ich gerade am Lernen. Ich habe mich auch schon zurückgezogen und in der Stille für jemanden gebetet, weil alles andere zu sehr an meinen Kräften zehrte. Es gibt Momente und Situationen, da kann ich nur ein Stossgebet beisteuern, weil ich mich zum anderweitigen Helfen nicht im Stande sehe

... es gäbe noch einiges dazu zu schreiben, was mich auch noch beschäftigt ist, aber für heute ist das für mich ausreichend.

Samstag, 12. September 2015

Auf der Alp

Gestern, einen ganzen Vormittag lang. Berge, Kühe, Sennen, gemeinsames Käsen -- und ein gut gelauntes Team auf dem Betriebsausflug. Hat das gut getan! Und da war er wieder; der Sinn.. Spüre wieder mehr Kraft in mir. Wenn es zeitlich beim Job reinpasst, gehe ich nochmals hin, für den Abtrieb ins Unterläger (tiefstgelegene Alp), es wird Hilfe gebraucht.

Samstag, 10. Januar 2015

Heilung Vol.4 --- Alles ist heilbar?!

Zu den bisherigen Folgen zum Thema "Heilung"
(klick auf die jeweiilge Nr der Folge)

Vol. 1 // Mein Weg aus der Depression
Vol. 2 // Religion, Spiritualität, Anderen helfen
Vol. 3 // Kränkung

Ich habe beschlossen, den Titel "Heilung" für verschiedenste Themen zu nutzen, die für mich im engeren Sinn mit Heilung, Krankheit, Gesundung zu tun haben. Diese Begriffe kann und will ich nicht festlegen, denn ich habe keine abschliessende Meinung dazu. Ich will ebenso wenig festlegen, was denn "Gesundheit" oder "Krankheit" letztendlich ist. Denn das steht mir nicht zu. Die Texte entspringen meinen eignen Erfahrungen und Gedanken zu diesen Themen.

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Alles ist heilbar - eine Art, Macht und Druck auf andere auszuüben

Alles ist heilbar. Eine Position, bei der sich extreme Esoteriker und fundamentalistische Christen treffen. Und die Medizin arbeitet auch fest daran, das was wir Krankheit nennen "auszumerzen". 

Ich bin mit dieser Behauptung nicht einverstanden. Weil sie Menschen massiv unter Druck setzt. Und sicher nicht dem von Krankheit betroffenen Menschen dient! Denn wenn du nicht geheilt wirst, hast du zuwenig daran geglaubt, hast du zuwenig dafür gebetet, bist karmisch belastet, zu sündig dafür, etc. Sowieso: Wenn du krank bist, hast du was falsch gemacht!

Alles ist heilbar - das ist eine schlichte Behauptung, ein Allmachtsanspruch, der den Menschen nicht zu steht. Wer definiert denn letztendlich Gesundheit? Ich habe immer wieder den Eindruck, dass wir nicht wirklich viel von dem wissen, was im Universum vor sich geht - und warum. Ich glaube daran, dass es so etwas wie Schicksal gibt, manche mögen auch Karma/Dharma dazu sagen. Ich habe auch mal zu denen gehört die diese Meinung verfolgt haben und auch andere angesprochen haben auf deren Lebenswandel, ich schäm mich heute dafür, so vermessen gewesen zu sein.

Auch ich nehme einiges nur an, was ich nicht genau weiss, es sind meine Gedanken ..und auch ich mache meine Irrwege.


Menschlichkeit, füreinander da sein

Es ist meine Überzeugung, dass nicht alles was in unserem Leben geschieht, zu 100% beeinflussbar ist. Meine eigene Haltung gegenüber eigenem Kranksein und Hiersein (auf der Welt) kann ich sehr wohl beeinflussen. Aber ich glaube nicht, dass wir hier unten "Gott allmächtig" sind. Und ich setze andere Menschen nicht mehr unter Druck, denn ich wanke selber genug um mir bei etwas ganz gewiss zu sein. 

Diese Behauptung "alles ist heilbar" ist schlicht unmenschlich - und zeugt für mich vor allem von grosser Angst vor dem Leben und seinen Unabwägbarkeiten, und auch von Angst vor dem Sterben und dem Tod.

Es ist eine Kunst und Herausforderung, für andere Menschen da zu sein, wenn es ihnen nicht gut geht, psychisch oder physisch. Wenn sie gar Pflege benötigen - - - oder Beistand beim Sterben brauchen. Es ist schwierig. Es ist schwer, jemanden Geliebtes krank zu sehen oder gehen zu lassen. 

Ich selber habe schon oft Hilfe bekommen von anderen. Und wenn ich es von meinen Kräften her kann, dann bin ich auch für andere da. Vielleicht ist es genau das, was diejenigen nicht können oder wollen, die behaupten, dass alles heilbar ist: Schwieriges auf dieser Welt und Krankheit auszuhalten, selber Hilfe und Beistand zu bekommen und anderen zu geben; Menschlichkeit zuzulassen und zu zeigen.

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Schon länger brennt es mir unter den Nägeln, diesen Artikel fertig- und ins Netz zu stellen. Möge er zum Sinnieren anregen.