Posts mit dem Label respekt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label respekt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 10. Januar 2015

Heilung Vol.4 --- Alles ist heilbar?!

Zu den bisherigen Folgen zum Thema "Heilung"
(klick auf die jeweiilge Nr der Folge)

Vol. 1 // Mein Weg aus der Depression
Vol. 2 // Religion, Spiritualität, Anderen helfen
Vol. 3 // Kränkung

Ich habe beschlossen, den Titel "Heilung" für verschiedenste Themen zu nutzen, die für mich im engeren Sinn mit Heilung, Krankheit, Gesundung zu tun haben. Diese Begriffe kann und will ich nicht festlegen, denn ich habe keine abschliessende Meinung dazu. Ich will ebenso wenig festlegen, was denn "Gesundheit" oder "Krankheit" letztendlich ist. Denn das steht mir nicht zu. Die Texte entspringen meinen eignen Erfahrungen und Gedanken zu diesen Themen.

- - -

Alles ist heilbar - eine Art, Macht und Druck auf andere auszuüben

Alles ist heilbar. Eine Position, bei der sich extreme Esoteriker und fundamentalistische Christen treffen. Und die Medizin arbeitet auch fest daran, das was wir Krankheit nennen "auszumerzen". 

Ich bin mit dieser Behauptung nicht einverstanden. Weil sie Menschen massiv unter Druck setzt. Und sicher nicht dem von Krankheit betroffenen Menschen dient! Denn wenn du nicht geheilt wirst, hast du zuwenig daran geglaubt, hast du zuwenig dafür gebetet, bist karmisch belastet, zu sündig dafür, etc. Sowieso: Wenn du krank bist, hast du was falsch gemacht!

Alles ist heilbar - das ist eine schlichte Behauptung, ein Allmachtsanspruch, der den Menschen nicht zu steht. Wer definiert denn letztendlich Gesundheit? Ich habe immer wieder den Eindruck, dass wir nicht wirklich viel von dem wissen, was im Universum vor sich geht - und warum. Ich glaube daran, dass es so etwas wie Schicksal gibt, manche mögen auch Karma/Dharma dazu sagen. Ich habe auch mal zu denen gehört die diese Meinung verfolgt haben und auch andere angesprochen haben auf deren Lebenswandel, ich schäm mich heute dafür, so vermessen gewesen zu sein.

Auch ich nehme einiges nur an, was ich nicht genau weiss, es sind meine Gedanken ..und auch ich mache meine Irrwege.


Menschlichkeit, füreinander da sein

Es ist meine Überzeugung, dass nicht alles was in unserem Leben geschieht, zu 100% beeinflussbar ist. Meine eigene Haltung gegenüber eigenem Kranksein und Hiersein (auf der Welt) kann ich sehr wohl beeinflussen. Aber ich glaube nicht, dass wir hier unten "Gott allmächtig" sind. Und ich setze andere Menschen nicht mehr unter Druck, denn ich wanke selber genug um mir bei etwas ganz gewiss zu sein. 

Diese Behauptung "alles ist heilbar" ist schlicht unmenschlich - und zeugt für mich vor allem von grosser Angst vor dem Leben und seinen Unabwägbarkeiten, und auch von Angst vor dem Sterben und dem Tod.

Es ist eine Kunst und Herausforderung, für andere Menschen da zu sein, wenn es ihnen nicht gut geht, psychisch oder physisch. Wenn sie gar Pflege benötigen - - - oder Beistand beim Sterben brauchen. Es ist schwierig. Es ist schwer, jemanden Geliebtes krank zu sehen oder gehen zu lassen. 

Ich selber habe schon oft Hilfe bekommen von anderen. Und wenn ich es von meinen Kräften her kann, dann bin ich auch für andere da. Vielleicht ist es genau das, was diejenigen nicht können oder wollen, die behaupten, dass alles heilbar ist: Schwieriges auf dieser Welt und Krankheit auszuhalten, selber Hilfe und Beistand zu bekommen und anderen zu geben; Menschlichkeit zuzulassen und zu zeigen.

- - -

Schon länger brennt es mir unter den Nägeln, diesen Artikel fertig- und ins Netz zu stellen. Möge er zum Sinnieren anregen.

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Heilung Vol.3 --- Kränkung

Zu den bisherigen Folgen zum Thema "Heilung"
(klick auf die jeweiilge Nr der Folge)

Vol. 1 // Mein Weg aus der Depression
Vol. 2 // Religion, Spiritualität, Anderen helfen

Ich habe beschlossen, den Titel "Heilung" für verschiedenste Themen zu nutzen, die im engeren Sinn mit Heilung und Gesundung zu tun haben. Vielleicht wirds mit den Titeln etwas kompliziert, dafür ist es schön ordentlich *g*

- - -

Kränkung

In letzter Zeit habe ich mir vor allem über das Thema "Kränkung" Gedanken gemacht, da ich viel Gelegenheit hatte, es live an mir selbst und auch an anderen zu beobachten. Also wird dies hier quasi ein Bericht meiner "Feldforschungen" ;)
Für die Definition verweise ich ausser Haus. Kränkung braucht einen Empfänger und die Bereitschaft des Empfängers, etwas als Kränkung zu nehmen. Einen Absender braucht es meiner Meinung nach nicht unbedingt.

Dauerhafte Kränkung (wie entsteht sie?)
Ist jemand in frühen Jahren oder auch später einmal massiv in seinem Selbstwert gekränkt worden, dann bleibt oft etwas zurück. Ich kenne ein Kind, dem die Lehrer einst nicht glaubten, das niedergehalten wurde, durch ein Schulsystem, das ihm nicht gerecht wurde. Dieses Kind ist heute in Wirklichkeit eine 63 Jahre alte Frau .. und ich sehe manchmal immer noch ein wütendes Kind vor mir. Die nehmen mich nicht ernst! Ich werde von denen verarscht! Ich kann nicht so wie ich gerne möchte!

Selber
.. habe ich die Erfahrung jahrelangen Mobbings (durch andere Schüler während meiner Schulzeit) hinter mir. Seit den ersten Schuljahren bis in die Oberstufe setzt sich eine nahtlose Reihe von Missachtungen fort. Heute kann ich gelassen darauf zurückblicken. Zeitweise machte es mir ziemlich viel kaputt im Leben. Bis heute fühle ich mich in Menschengruppen unwohl, zu denen ich eine Beziehung aufbauen sollte (zB Arbeitskollegen im Pausenraum). Es löst Stress bei mir aus. Zudem, wenn eine Gruppe von Menschen hinter mir lacht, habe ich schnell den Eindruck, dass die sowieso über mich lachen. Es wird immer besser, die Panik ist weg: Ich schätze mich selber wert. Dadurch fühle ich mich sicherer und werde auch nicht mehr zu ewigen Zielscheibe.

Mit der Zeit .. 
Ich glaube, es muss dann nicht mal mehr ein Absender da sein und auch keine Absicht. Es reicht erst einmal die Erfahrung, zu einem gewissen Zeitpunkt oder auch mehrmals keinen Respekt für das eigene Selbst bekommen zu haben. Sich entwürdigt gefühlt zu haben. Nicht wahrgenommen zu werden. Daraus kann mit der Zeit eine Bereitschaft werden, (sowieso) (von allen) (immer) gekränkt, nicht ernst genommen, ausgelacht, nicht angehört zu werden.

Was daraus wird
Das Ganze wird zum Selbstläufer, denn die Haltung der gekränkten Menschen ruft andere auf den Plan, denen es sogar Freude macht, diesen zu kränken oder zu mobben. Jahrelang ging ich aufgrund meiner Mobbinggeschichte geduckt durchs Leben, immer auf dem Sprung. Eine Art Verfolgungswahn könnte mans dann nennen. Wobei die Verfolgung zur Realität wird, Fiesheiten gehen oft den Weg des geringsten Widerstandes. Und wie einfach ist es, jemanden zu missachten, der schon damit rechnet, missachtet zu werden! Als Gekränkte wurde ich auch selber zur Kränkerin, vom Opfer zu Täterin, in dem ich mich über andere lustig gemacht habe. Das stärkt zwar kurzzeitig, aber man schädigt immer zwei damit, sich selber und den Menschen, den man heruntersetzt ..

Eine Haltung entsteht
Ist ja klar. Immer ich. Ich werde sowieso nie ernst genommen. Mit mir kann man es ja machen. Unabsichtliche Kränkung durch andere wird als grobe Absicht wahrgenommen. Ein liebevoller Scherz unter Kollegen wird als heftiges Mobbing empfunden. Eine Absage für einen Anlass, den man zusammen besuchen wollte, bringt den anderen zum tagelangen Schmollen ... das lässt sich beliebig und immer heftiger ergänzen. Aus einer Kränkung heraus wird auch "gerne" gemordet. Du verlässt mich? Also töte ich dich.

Woher kommt es?
Es mag einmal diese eine Ur-Ursache, einen Gesichtsverlust, oder auch mehrere gegeben haben, doch die ist/sind längst "verjährt", das Gekränktsein ist Alltag, Gewohnheit und Haltung geworden = Realität. Und wenn ich nun noch den Gedanken in den Raum stelle, dass dies auch inkarnationsübergreifend möglich ist, tun sich ganz neue Welten auf .. Manche Menschen kommen dann sozusagen schon gekränkt auf die Welt ... Wies ururanfänglich anfing, das weiss ich natürlich auch nicht ... aber ist wert, dass man sich Gedanken darüber macht: Wo kränke ich evtl andere und welche Kränkungen kann ich klären, respektive welche schleppe ich wie einen abgeliebten zerschlissenen Teddybären mit mir mit?



(...) Ich weiss, ich bin mit dem Thema noch nicht "durch", aber ich schliesse es für heute hier mal ab (...)

Achja, und das Gegenteil von Kränkung ist übrigens Gesundung ;)