Gute Gedanken über Sinn und Unsinn des Pilgerns hielt Luisa Francia gestern in ihrem Blog fest. Und ein Satz hat sich eingeprägt, der sich auch auf anderes anwenden lässt: Es scheint, dass die kraft für die qual reicht, aber nicht für die lebenslust.
Blog von Luisa
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Freitag, 12. Mai 2017
Dienstag, 9. Mai 2017
Von Mut und unbekannten Zielen
Mut beruht vor allem auf dem Willen, ihn zu haben.
Ellen Key, schwedische Reformpädagogin und Schriftstellerin(1849 bis 1926)
Das sagt ein Spruch auf meinem Kalender gerade. Ich fühle mich resigniert, willenlos müdegekämpft und frustriert. Als würde mein Leben seit einiger Zeit nur noch in Schwarzweiss stattfinden. Ich habe Mühe, echte Lebensfreude zu empfinden. Wandernde Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich seit einigen Tagen. Mit der Selbstliebe ist es gerade nicht weiter her.
Wenn ich mich genau sortiere, dann erkenne ich einiges. Ich mag nicht mehr kämpfen. Und da muss ich mich halt auch fragen: Warum kämpfe ich überhaupt – und gegen wen oder was? Und wann, verdammt nochmal, ist mein Leben dermassen lustlos geworden?
Mir wird bewusst, dass ich vieles in meinem Leben bisher aus einer reinen Pflichterfüllung heraus erledigt habe. Roboterhaft. Oder ich habe meine hochfliegenden Träume ohne Basis und gleich auf Flughöhe leben wollen, wo ich, so als Mensch, gar nicht hingehöre -- und bin gescheitert. Und so habe ich es irgendwann sein lassen, nach eigenen Wegen zu forschen, zu erkunden, was für mich stimmt im Leben. Wie es für mich besser passen könnte.
Ich habe einfach irgendein Puzzlestück genommen und solange gemurkst, bis es scheinbar gepasst hat. War ja kein besseres da. Nun merke ich, dass es kein Ganzes ergibt, dass ich mir nicht mehr länger ein X für ein O vormachen kann. Kein Selbstbeschiss mehr möglich. Es ist mir nun klar, dass ich anderswo nach dem passenden Stück suchen muss.
Entweder war da bisher einfach zu viel Angst, zu viel Misstrauen meinen eigenen Wünschen gegenüber (nach den Misserfolgen) oder ich habe zu viel Kraft bei Ungeliebtem verloren unterwegs.
Auf jeden Fall war da in den letzten Monaten nicht genug Lebenskraft spürbar für mich, um den Kopf wirklich oben – und den Horizont offen zu halten.
Nun merke ich, dass ich den Kurs anders setzen WILL. Dass die Zeit reif wird.
Wenn ich MEIN Leben leben will, dann muss ich auch selber ans Steuer, das kann ich an niemand anderen abgeben! Und ich WILL es nun auch, denn es fühlt sich gut an. Meine Stärke kommt zurück, wenn ich mir innerlich den Kurswechsel zugestehe! Das stimmt für mich.
Dass ich über das WIE noch nicht Bescheid weiss, stresst mich endlich nicht mehr ..
P.S. . . . Das WIE klärt sich langsam:
Heute habe ich einer befreundeten Heilerin angerufen um einen Termin abzumachen. Den spirituellen und energetischen Bereich will ich nun unbedingt mit dabei haben.Der seltsame Schmerz ist in den linken Schulter- und Armbereich gewandert -- und ich will mich mit ihr besprechen und mich auch von ihr behandeln lassen. Sie ist eine starke und geerdete Persönlichkeit, hat eine sehr gute medizinische Grundausbildung und ist auch im spirituellen/energetischen Bereich erfahren und bewandert.
Ich merke, dass ich an einer wichtigen Schwelle stehe -- und Begleitung mir jetzt nur helfen kann, wenn sie genau für mich passt.
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Samstag, 16. Juli 2016
Feeling like a Würstchen again ..
Akut leide ich gerade wieder unter dem Kleines-Würstchen-Syndrom. Diesen Gefühlen von Unwert und dem Unsinn des eigenen Lebensentwurfs. Ich weiss schon, warum das so ist. Ich hab mich bei einem Anlass mal wieder als Randfigur gefühlt. Und das wackelt gewaltig an meinem Selbstwert. Der eh nie besonders stabil ist, sondern eher eine temporäre Sache.
Ich weiss, es geht jetzt eine gewisse Zeit, bis das wieder ins Lot kommt. Auch Wertschätzung von anderen erreicht mich in diesen Momenten schlecht. Unwichtig und vernachlässigbar, so komm ich mir dann vor. Wobei ich mir das selber zusammenreime und mir nicht deutlich gezeigt wurde.
Da kommt einiges Alte hoch. Die Angst vor dem Unwichtigsein für andere. In diesen Momenten kann ich auch nur schlecht akzeptieren, wenn mir Wertschätzung entgegengebracht wird. Weil ich aus Sicherheitsgründen bereits die Jalousien runtergelassen hab. Respektive ich kann es dann gar nicht fassen, dass jemand mich wirklich mag. Es knackt im Gebälk.
Ich bin froh, dass ich diese Dynamiken inzwischen verstehe. So komme ich auch wieder besser raus aus dem Ganzen. Wertschätzung für mich selber, das wird an diesem Samstag mein Thema sein ... und ich bin bereits dran, in dem ich diese Gedanken festhalte.
Nachtrag vom 21.7.
Würstchen-Notstand überwundenDas arme dürre Würstchen (alias ich selbst) ist wieder zu Bewusstsein gekommen und zur veritablen Bratwurst deluxe geworden. Mit Saft und Kraft. Spritzig.
Achja und ein zu kleines Ego ist nicht unbedingt mein Problem *grins*
eher ists manchmal zu sperrig .. das Ding ...was mir auch aufgefallen ist ... doch ich mag es trotzdem.
Unter anderem hat mir das Zusammensein mit einer alten Schulfreundin sehr geholfen. Sie wusste etwas zu erzählen, was die ganze Sache die mich beschäftigt hat, für mich relativierte. Ich muss zugeben, dass mir in diesem Fall eine Bewertung der Situation durch jemand anderen, sehr sehr geholfen hat. Der Druck ist weg und das ist gut.
Wie lagen, nach einem guten Essen, nachts in einem Berner Park im Gras und kicherten und erzählten uns Dinge aus unseren Leben. Das tat so gut. Da fiel soviel Schwere und Trauer von mir ab.
Und beide fühlten wir uns wieder wie damals als Teenager .. Mich verliessen plötzlich die Zweifel und ich spürte endlich wieder einmal das volle satte Leben. Ich freute mich auch über den beruflichen Erfolg meiner Freundin, ohne gleich wieder in Minderwertigkeitskomplexe zu verfallen.
Wie nichtig meine Ängste NUN wirkten! Das Leben hat mich zurück. Ja.
Ich weiss, es geht jetzt eine gewisse Zeit, bis das wieder ins Lot kommt. Auch Wertschätzung von anderen erreicht mich in diesen Momenten schlecht. Unwichtig und vernachlässigbar, so komm ich mir dann vor. Wobei ich mir das selber zusammenreime und mir nicht deutlich gezeigt wurde.
Da kommt einiges Alte hoch. Die Angst vor dem Unwichtigsein für andere. In diesen Momenten kann ich auch nur schlecht akzeptieren, wenn mir Wertschätzung entgegengebracht wird. Weil ich aus Sicherheitsgründen bereits die Jalousien runtergelassen hab. Respektive ich kann es dann gar nicht fassen, dass jemand mich wirklich mag. Es knackt im Gebälk.
Ich bin froh, dass ich diese Dynamiken inzwischen verstehe. So komme ich auch wieder besser raus aus dem Ganzen. Wertschätzung für mich selber, das wird an diesem Samstag mein Thema sein ... und ich bin bereits dran, in dem ich diese Gedanken festhalte.
Nachtrag vom 21.7.
Würstchen-Notstand überwundenDas arme dürre Würstchen (alias ich selbst) ist wieder zu Bewusstsein gekommen und zur veritablen Bratwurst deluxe geworden. Mit Saft und Kraft. Spritzig.
Achja und ein zu kleines Ego ist nicht unbedingt mein Problem *grins*
eher ists manchmal zu sperrig .. das Ding ...was mir auch aufgefallen ist ... doch ich mag es trotzdem.
Unter anderem hat mir das Zusammensein mit einer alten Schulfreundin sehr geholfen. Sie wusste etwas zu erzählen, was die ganze Sache die mich beschäftigt hat, für mich relativierte. Ich muss zugeben, dass mir in diesem Fall eine Bewertung der Situation durch jemand anderen, sehr sehr geholfen hat. Der Druck ist weg und das ist gut.
Wie lagen, nach einem guten Essen, nachts in einem Berner Park im Gras und kicherten und erzählten uns Dinge aus unseren Leben. Das tat so gut. Da fiel soviel Schwere und Trauer von mir ab.
Und beide fühlten wir uns wieder wie damals als Teenager .. Mich verliessen plötzlich die Zweifel und ich spürte endlich wieder einmal das volle satte Leben. Ich freute mich auch über den beruflichen Erfolg meiner Freundin, ohne gleich wieder in Minderwertigkeitskomplexe zu verfallen.
Wie nichtig meine Ängste NUN wirkten! Das Leben hat mich zurück. Ja.
Freitag, 18. Oktober 2013
In der Unterwelt
Die Tretmühlentage fordern ihren Tribut. Meinen Schlaf nämlich.
Ich will heim, einfach nur heim – dachte ich letzte Nacht. Erlöst sein von diesem irdischen Alltag. Die Sehnsucht war in diesem Moment so stark. Danach weinte ich ein wenig. Die grösste Anspannung löste sich. Einschlafen gelang mir dann irgendwann, mit viel Mühe.
Ich will heim, einfach nur heim – dachte ich letzte Nacht. Erlöst sein von diesem irdischen Alltag. Die Sehnsucht war in diesem Moment so stark. Danach weinte ich ein wenig. Die grösste Anspannung löste sich. Einschlafen gelang mir dann irgendwann, mit viel Mühe.
Keine Angst, ich bleib am Leben! Aber die Nächte sind voller Kämpfe. Mein Bett ist der Boden der Tatsachen. Sobald ich liege, das Licht ist aus und die Augen zu – holt mich mein Leben ein. Dann zeigt mir meine Seele mein ungelebtes Leben, führt mir meine Lebenslügen vor Augen. Meine Angst bekommt ein Gesicht.
Ich schaffe es nicht, dieses Arbeitsleben. Es scheint mir meistens eine Nummer zu gross, zu hektisch. ZU viele Baustellen auf einmal. Meine Energie verbraucht sich schneller als ich aufpassen kann. Weil zuwenig zurückkommt. Mir scheint ich stopfe ständig irgendwelche Löcher, dafür klaffen neue auf. Ich komme heim, sinke aufs Sofa und das wars dann. Irgenwann, ein paar Stunden später, gehe ich ins Bett. Und dann findet die Horror Picture Show meiner Seele statt.
Am Wochenende mag ich nichtmal Freundinnen treffen, mag mich nicht mehr mit anderen befassen, will einfach nur meine Ruhe. Zweimal hab ich ein Treffen abgesagt in den letzten 3 Wochen. So lebe ich nun schon länger.
Es sind ein paar Ereignisse zusammengekommen, deshalb bin ich dermassen geschlaucht und verbraucht. Einer Freundin ging es nicht gut, ich habe per WhatsApp quasi Seelsorge geleistet bis ich nicht mehr konnte. Ich litt zu sehr mit.
Dann war da ein unerholsamer Urlaub, den ich noch nicht verdaut hab, über den ich gerade aber auch nicht schreiben mag.
Dann ein Kollege auf der Arbeit, der wie Vulkan ständig vor dem Überschwappen vor sich hinkochte. Was mich ängstigte und beschäftigt, da wir eng zusammenarbeiten und ich seine wechselnden Launen kaum ertrage. Da er ein enormes Fachwissen hat und ich beruflich noch etwas grün hinter den Ohren bin, brauche ich oft seinen Rat. Gestern konnte ich mal einen Teil davon mit ihm besprechen. Ich merke, ich muss direkter sein, auch wenn es dem anderen nicht passt, denn er hält mit seiner Meinung auch nicht hinter dem Berg (und ist stolz darauf).
Als das und der Horror von letztem Herbst/Winter (langwieriges Projekt bei der Arbeit) lässt mich nicht los. Und darum kommts mir vor, als würd ich mich nur noch in einem Tunnel bewegen. Dieser Tunnel ist unendlich lang und ich unendlich müde. Ich hab mich hineinmanövriert, weil ich dachte, dass der Tunnel auch mal ein Ende haben muss und ich keinen anderen Weg sah, als diesen. Und nun grabe ich mich ans Tageslicht, da es nicht anders geht. Ich habe das Tunnellleben satt. Doch grab du mal, wenn du fast keinen Glauben mehr hast, dass das Ganze wieder besser wird, dann weisst du, wie ich mich gerade fühle …
Wünscht mir Mut …
Am Wochenende mag ich nichtmal Freundinnen treffen, mag mich nicht mehr mit anderen befassen, will einfach nur meine Ruhe. Zweimal hab ich ein Treffen abgesagt in den letzten 3 Wochen. So lebe ich nun schon länger.
Es sind ein paar Ereignisse zusammengekommen, deshalb bin ich dermassen geschlaucht und verbraucht. Einer Freundin ging es nicht gut, ich habe per WhatsApp quasi Seelsorge geleistet bis ich nicht mehr konnte. Ich litt zu sehr mit.
Dann war da ein unerholsamer Urlaub, den ich noch nicht verdaut hab, über den ich gerade aber auch nicht schreiben mag.
Dann ein Kollege auf der Arbeit, der wie Vulkan ständig vor dem Überschwappen vor sich hinkochte. Was mich ängstigte und beschäftigt, da wir eng zusammenarbeiten und ich seine wechselnden Launen kaum ertrage. Da er ein enormes Fachwissen hat und ich beruflich noch etwas grün hinter den Ohren bin, brauche ich oft seinen Rat. Gestern konnte ich mal einen Teil davon mit ihm besprechen. Ich merke, ich muss direkter sein, auch wenn es dem anderen nicht passt, denn er hält mit seiner Meinung auch nicht hinter dem Berg (und ist stolz darauf).
Als das und der Horror von letztem Herbst/Winter (langwieriges Projekt bei der Arbeit) lässt mich nicht los. Und darum kommts mir vor, als würd ich mich nur noch in einem Tunnel bewegen. Dieser Tunnel ist unendlich lang und ich unendlich müde. Ich hab mich hineinmanövriert, weil ich dachte, dass der Tunnel auch mal ein Ende haben muss und ich keinen anderen Weg sah, als diesen. Und nun grabe ich mich ans Tageslicht, da es nicht anders geht. Ich habe das Tunnellleben satt. Doch grab du mal, wenn du fast keinen Glauben mehr hast, dass das Ganze wieder besser wird, dann weisst du, wie ich mich gerade fühle …
Wünscht mir Mut …
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Montag, 16. September 2013
Warum nur
.. ist es so schwer, sich einzugestehen, dass man die Welt nicht retten kann, nicht retten muss?
Es tut weh, andere leiden zu sehen ohne helfen zu können... Ich schaffe es einfach nicht, zu helfen ohne selber zu leiden..
- - -
Und doch versuche ich, da zu sein, wenn es jemandem (den ich liebe oder schätze) nicht gut geht. Versuche nicht nur Ratschläge auszuteilen wie 'versuch dies' und 'versuch das'. Es ist auch Übungssache für mich, zu lernen einfach da zu sein ohne etwas bewegen zu wollen, darauf zu vertrauen, dass meine Präsenz in auch so schon wertvoll ist.
- - -
Ich weiss, ich bin geprägt aufs Helfenmüssen. Quasi als Existenzberechtigung helfen zu müssen. Das habe ich irgendwannmal (falsch) verstanden. Und das lief dann ab da innerlich als Programm weiter. Da bin ich dran .. und das drückt gerade wie wild.
- - -
Es tut weh, andere leiden zu sehen ohne helfen zu können... Ich schaffe es einfach nicht, zu helfen ohne selber zu leiden..
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Und doch versuche ich, da zu sein, wenn es jemandem (den ich liebe oder schätze) nicht gut geht. Versuche nicht nur Ratschläge auszuteilen wie 'versuch dies' und 'versuch das'. Es ist auch Übungssache für mich, zu lernen einfach da zu sein ohne etwas bewegen zu wollen, darauf zu vertrauen, dass meine Präsenz in auch so schon wertvoll ist.
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Ich weiss, ich bin geprägt aufs Helfenmüssen. Quasi als Existenzberechtigung helfen zu müssen. Das habe ich irgendwannmal (falsch) verstanden. Und das lief dann ab da innerlich als Programm weiter. Da bin ich dran .. und das drückt gerade wie wild.
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Mittwoch, 26. Januar 2011
Unter Wasser atmen
An manchen Tagen ist es schon viel wert, einfach am Leben zu blieben. Es gibt immer einen Grund, sich nicht das Leben zu nehmen. So drückte es eine erfahrene Freundin aus. Trotz allen inneren und äusseren Widerständen und Abgründen dranbleiben. Sich von Minute zu Minute hangeln ist auch eine Überlebensstrategie.
Es ist ein tröstlicher und warmer Stolz, kein überheblicher, der mich zuweilen erfüllt. Ein Stolz, dass ich ihn überstanden habe, diesen Tag, der Stolz, dass ich den inneren Dämonen einmal mehr die die Stirn geboten habe. Die Angst vor der Angst und die Angst vor dem Schmerz verlieren, ich lasse mich reinfallen, denn dann ist der Aufprall sanft. Unter Wasser atmen, wenn ich mal wieder in den Brunnen gefallen bin. Ich KANN schwimmen, ich kenne die Tiefe und ich weiss auch, wo es wieder ans Licht geht.
Immer ein "Trotzdem" auf den Lippen und Schalk im Nacken behalten – und den aufrechten Gang und ein offenes Herz..
Warm bleiben, auftauen, freudig und geschmeidig bleiben. Trotz der Schwere, in der Schwere: Mir Raum und Nähe schaffen. Diese beiden unabdingbaren Lebenselexiere... Es geht, ich bewege mich frei..
Leben heisst lebendig bleiben...
Ich weiss wies geht.
Es ist ein tröstlicher und warmer Stolz, kein überheblicher, der mich zuweilen erfüllt. Ein Stolz, dass ich ihn überstanden habe, diesen Tag, der Stolz, dass ich den inneren Dämonen einmal mehr die die Stirn geboten habe. Die Angst vor der Angst und die Angst vor dem Schmerz verlieren, ich lasse mich reinfallen, denn dann ist der Aufprall sanft. Unter Wasser atmen, wenn ich mal wieder in den Brunnen gefallen bin. Ich KANN schwimmen, ich kenne die Tiefe und ich weiss auch, wo es wieder ans Licht geht.
Immer ein "Trotzdem" auf den Lippen und Schalk im Nacken behalten – und den aufrechten Gang und ein offenes Herz..
Warm bleiben, auftauen, freudig und geschmeidig bleiben. Trotz der Schwere, in der Schwere: Mir Raum und Nähe schaffen. Diese beiden unabdingbaren Lebenselexiere... Es geht, ich bewege mich frei..
Leben heisst lebendig bleiben...
Ich weiss wies geht.
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Dienstag, 25. Januar 2011
Wachstumsschmerz
Ich lerne es täglich, lerne es unter Schmerzen, denen ich dankbar bin: Geduld ist alles!
So erlebte Rilke es – und ich kann nachfühlen. Die letzten Tage kam mir dieses Zitat in den Sinn. Das Buch steht schon länger auf meiner "Noch zu Lesen"-Liste. Hier der Text im weiteren Zusammenhang, wenn auch immer noch als Ausschnitt:
"… nicht rechnen und zählen; reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht
drängt und getrost in den Stürmen des Frühlings steht ohne die Angst, daß dahinter kein Sommer kommen könnte. Er kommt doch. Aber er kommt nur zu den Geduldigen, die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge, so sorglos still und weit. Ich lerne es täglich, lerne es unter Schmerzen, denen ich dankbar bin: Geduld ist alles!"
aus Rainer Maria Rilke: Briefe an einen jungen Dichter
Leipzig 1929, Insel Verlag
Mir geht es nicht ums Verherrlichen von Schmerz oder Leid. Ich erlebe es so: Manchmal, wenn ich daran bin, aus etwas Altem, Überlebtem auszubrechen, geht das mit Schmerzen einher, seelischer Art. Die Freiheit ist auch Unsicherheit, die Hülle dient nicht mehr dem Schutz drückt und engt ein. Das Vertraute ist ausgeleiert und abgeschossen, aber bequem und warm. Ein mühsamer Zustand ist das. Die Ungeduld drängt mich, die Neugier zieht mich voran. Halb falle ich vorwärts, halb ziehts mich ins Gestern zurück. Es tut weh und doch freue ich mich. Zyklen lassen sich nicht beschleunigen, die brauchen einfach ihre Zeit.
So erlebte Rilke es – und ich kann nachfühlen. Die letzten Tage kam mir dieses Zitat in den Sinn. Das Buch steht schon länger auf meiner "Noch zu Lesen"-Liste. Hier der Text im weiteren Zusammenhang, wenn auch immer noch als Ausschnitt:
"… nicht rechnen und zählen; reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht
drängt und getrost in den Stürmen des Frühlings steht ohne die Angst, daß dahinter kein Sommer kommen könnte. Er kommt doch. Aber er kommt nur zu den Geduldigen, die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge, so sorglos still und weit. Ich lerne es täglich, lerne es unter Schmerzen, denen ich dankbar bin: Geduld ist alles!"
aus Rainer Maria Rilke: Briefe an einen jungen Dichter
Leipzig 1929, Insel Verlag
Mir geht es nicht ums Verherrlichen von Schmerz oder Leid. Ich erlebe es so: Manchmal, wenn ich daran bin, aus etwas Altem, Überlebtem auszubrechen, geht das mit Schmerzen einher, seelischer Art. Die Freiheit ist auch Unsicherheit, die Hülle dient nicht mehr dem Schutz drückt und engt ein. Das Vertraute ist ausgeleiert und abgeschossen, aber bequem und warm. Ein mühsamer Zustand ist das. Die Ungeduld drängt mich, die Neugier zieht mich voran. Halb falle ich vorwärts, halb ziehts mich ins Gestern zurück. Es tut weh und doch freue ich mich. Zyklen lassen sich nicht beschleunigen, die brauchen einfach ihre Zeit.
Montag, 24. Januar 2011
3 weisse Rosen
Diese wunderbar unschuldigen Rosen habe ich für meinen verstorbenen Bruder gekauft. Ich habe sie nicht auf den Friedhof gebracht. Zu diesem Ort der Trauer kann ich keine Verbindung aufbauen, er löst wenig in mir aus. Sondern ich habe die Rosen zu dem Haus gebracht, in dem M. zuletzt lebte. Dorthin zieht es mich ab und zu, dort kann ich Innehalten, Trauern, Gedenken... Das ist auch der Ort, an dem es mich mit voller Wucht trifft. Dort verliert sich seine Spur. Von dort aus suche ich mir meinen Weg zurück in mein eigenes Leben.
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Mitten im Spiel der Kräfte
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Wenn es mir nicht gut geht, hilft es mir, mich mit Kunst, Lesen, in der Natur oder mit Fernsehen und Filmschauen auf andere Gedanken zu bringen. Im besten Fall spüre ich die Nähe eines lieben Menschen oder erlebe etwas Schönes und taue dadurch wieder auf. Irgendwie geht es doch immer weiter, irgendwoher kommt immer wieder neuer Mut, irgendwer glaubt immer an mich und unterstützt mich oder etwas muntert mich auf..
Bei den Freundschaften scheidet sich die Spreu vom Weizen. Ich weiss, auf wen ich zählen kann, auch dann wenns ganz schwierig wird. Die besten und tiefsten Freundschaften erlebe ich mit denen, die selber an den Grenzen leben.
Ich bin daran Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit entwickeln. Dazu gehört auch das Wissen um meine Stärken und Schwächen. Mir scheint, derzeit spüre ich beides sehr stark! Zu den eigenen Schwächen zu stehen, heisst nicht, die eigenen Fähigkeiten und Stärken in den Schatten zu stellen, das wird mir bewusst. Auch aus dem Erkennen von Schwächen kann mir Stärke erwachsen.
„Erkenne Dich selbst“.
Das Erkennen und Anerkennen von allen meinen Stimmungen, Erfahrungen und Persönlichkeitsaspekten dient mir. Ich nehme das ganze Paket.. Aus dieser lebendigen Spannung und Wechselwirkungen entsteht ein wildes und schönes Spiel und dadurch ein Gleichgewicht der Kräfte. Es geht in nicht um einen ominösen immerwährenden Zustand von Glück... sondern darum, mein Leben auf meine ganz eigene Art und Weise zu leben und zu erfahren. Es lohnt sich, es ist schliesslich ganz MEINS!
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Montag, 10. Januar 2011
Verhallend
An meinen kleinen Bruder M. (geboren 1984, gestorben 2007)
Ich höre ein melancholisches Lied, da kommst plötzlich Du mir in den Sinn. Bilder und Szenen aus unserer Kindheit tauchen auf. Ich frage mich: Habe ich das alles tatsächlich erlebt? Es erscheint mir so unendlich weit entfernt, unwirklich. Eine Fata Morgana die unerreichbar ist, es könnte auch ein intensiver Film gewesen sein, in dem ich mich verloren habe. Und doch weiss ich deutlichst, es war genau so, denn ich erinnere mich an Dich. Wie Du aussahst, wie Du sprachst, worüber Du gelacht hast und wie Deine Stimme dabei klang.
Ich weiss noch, was Dich bewegt hat, weiss es zu genau. Ich weiss, was Du gern gegessen hast und welche Serien Du Dir gerne angeschaut hast. ich erinnere mich an viele gute Gespräche, ein Tiefgang wie der Deine findet sich nun selten in meinem Alltag. An Dein interessiertes Nachfragen erinnere ich mich, wenn ich Dir etwas erzählt habe was ich erlebt habe, Du wolltest es stets genau wissen. Manchmal nervte mich das.
Ich erinnere mich an soviele Deiner Eigenheiten und Eigenarten, an gemeinsame Erlebnisse und Geschichten. Ich vermisse Dich. Doch die Erinnerungen fühlen sich immer seltsamer an, als wären sie nichts mehr wert. Eine ungültig gewordene Währung. Sie lösen sich nicht ganz auf, die Erinnerungen, sie fühlen sich nur immer weiter entfernter an, sie gleichen einem langsam verhallenden Lied. Worte und eine Melodie die langsam vergehen. Als würden mich das alles nichts mehr abgehen. Es fühlt sich vergangen an.
Darum lasse ich Dich jetzt gehen. War schön mit Dir.
Was bleibt, ist das Leben. Das meine. Und das geht mich was an!
Machs gut …
Ich höre ein melancholisches Lied, da kommst plötzlich Du mir in den Sinn. Bilder und Szenen aus unserer Kindheit tauchen auf. Ich frage mich: Habe ich das alles tatsächlich erlebt? Es erscheint mir so unendlich weit entfernt, unwirklich. Eine Fata Morgana die unerreichbar ist, es könnte auch ein intensiver Film gewesen sein, in dem ich mich verloren habe. Und doch weiss ich deutlichst, es war genau so, denn ich erinnere mich an Dich. Wie Du aussahst, wie Du sprachst, worüber Du gelacht hast und wie Deine Stimme dabei klang.
Ich weiss noch, was Dich bewegt hat, weiss es zu genau. Ich weiss, was Du gern gegessen hast und welche Serien Du Dir gerne angeschaut hast. ich erinnere mich an viele gute Gespräche, ein Tiefgang wie der Deine findet sich nun selten in meinem Alltag. An Dein interessiertes Nachfragen erinnere ich mich, wenn ich Dir etwas erzählt habe was ich erlebt habe, Du wolltest es stets genau wissen. Manchmal nervte mich das.
Ich erinnere mich an soviele Deiner Eigenheiten und Eigenarten, an gemeinsame Erlebnisse und Geschichten. Ich vermisse Dich. Doch die Erinnerungen fühlen sich immer seltsamer an, als wären sie nichts mehr wert. Eine ungültig gewordene Währung. Sie lösen sich nicht ganz auf, die Erinnerungen, sie fühlen sich nur immer weiter entfernter an, sie gleichen einem langsam verhallenden Lied. Worte und eine Melodie die langsam vergehen. Als würden mich das alles nichts mehr abgehen. Es fühlt sich vergangen an.
Darum lasse ich Dich jetzt gehen. War schön mit Dir.
Was bleibt, ist das Leben. Das meine. Und das geht mich was an!
Machs gut …
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Sonntag, 2. Januar 2011
Mich finden
Ich habe nicht mehr Angst, in meinem Leben etwas zu verpassen, im Gegenteil. Ich lebe viel von dem, was ich mir immer gewünscht habe. ich habe eine eigene Wohnung. Ich kann einen Beruf lernen. Die Kreativität ist lebendig und ich spüre sie jeden Tag. Ich habe FreundInnen gefunden, die es ernst mit mir meinen und mich so nehmen, wie ich bin. Meine Beziehung zur Familie hat sich entspannt ...
Das Gefühl des Gehetztseins begleitet mich nicht mehr ständig. Es gibt inzwischen Momente, in denen es mir gelingt, einfach nur zu SEIN. Mein Körper ist mein Zuhause geworden, das ich annehmen kann und sogar bewohne. Es kehrt Ruhe ein. Ich begegne mir selber mit mehr Ruhe und Gelassenheit. Ich versuche, mit meinen intensiven Gefühlsschwankungen zu leben und mich nicht mehr deswegen zu verurteilen. Sie sind Teil von mir. Wenn ich zu sehr ins Grübeln komme, meinen negativen Gedankenspiralemn zu frönen beginne, versuche ich nun, mich gezielt zu stoppen und abzulenken, mich ganz bewusst mit etwas zu beschäftigen, das nicht zerstörerisch ist, sondern aufbauend, etwas das mir neuen Lebensmut gibt. Manchmal klappts. Wenn nicht, suche ich die Nähe der anderen Menschen, damit ich nicht weiter abdrifte von dem was ich als lebenswert empfinde. Manchmal hilft es mir schon, mich irgendwo in ein Café zu sitzen und den anderen zu zuschauen ... Und manchmal hilft nur reden oder mich in den Arm nehmen zu lassen. Meinen Stolz zu überwinden und Hilfe anzunehmen, dazu habe ich lange gebraucht, inzwischen erlebe ich mich mehr als Mensch unter Menschen. Und Menschen helfen einander; wenn man sie lässt. Erstaunlich, aber wahr! Dazu muss ich aber auch meinen Arsch hochkriegen und um Hilfe bitten und mein Leben selbstverantwortlich leben. Es ist an mir, zu entscheiden, wann ich meinen kalten eisigen Egoplaneten verlasse und menschliche Nähe zulasse.
Das Gefühl des Gehetztseins begleitet mich nicht mehr ständig. Es gibt inzwischen Momente, in denen es mir gelingt, einfach nur zu SEIN. Mein Körper ist mein Zuhause geworden, das ich annehmen kann und sogar bewohne. Es kehrt Ruhe ein. Ich begegne mir selber mit mehr Ruhe und Gelassenheit. Ich versuche, mit meinen intensiven Gefühlsschwankungen zu leben und mich nicht mehr deswegen zu verurteilen. Sie sind Teil von mir. Wenn ich zu sehr ins Grübeln komme, meinen negativen Gedankenspiralemn zu frönen beginne, versuche ich nun, mich gezielt zu stoppen und abzulenken, mich ganz bewusst mit etwas zu beschäftigen, das nicht zerstörerisch ist, sondern aufbauend, etwas das mir neuen Lebensmut gibt. Manchmal klappts. Wenn nicht, suche ich die Nähe der anderen Menschen, damit ich nicht weiter abdrifte von dem was ich als lebenswert empfinde. Manchmal hilft es mir schon, mich irgendwo in ein Café zu sitzen und den anderen zu zuschauen ... Und manchmal hilft nur reden oder mich in den Arm nehmen zu lassen. Meinen Stolz zu überwinden und Hilfe anzunehmen, dazu habe ich lange gebraucht, inzwischen erlebe ich mich mehr als Mensch unter Menschen. Und Menschen helfen einander; wenn man sie lässt. Erstaunlich, aber wahr! Dazu muss ich aber auch meinen Arsch hochkriegen und um Hilfe bitten und mein Leben selbstverantwortlich leben. Es ist an mir, zu entscheiden, wann ich meinen kalten eisigen Egoplaneten verlasse und menschliche Nähe zulasse.
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