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Mittwoch, 17. August 2011

Kristalle suchen






Diese Tage war ich im Berner Oberland auf Kristallsuche. Bergkristall habe ich nur wenig gefunden, 2 kleine Bruchstücke und einen Doppelender mit aufsitzenden kleineren Kristallen. Einige schöne Calzit- und Feldspatkristalle habe ich auch mitgenommen. Meine Begleitung fand einige winzige und doch perfekte Bergkristall-Doppelender (Ähnlichkeit mit Herkimer Diamant). Versteinerungen gabs auch. Hier hatte ich jedoch das Gefühl, das ihnen die Entstehung der Alpen nicht besonders gut bekommen ist: Im Vergleich zu den Versteinerungen aus dem Schwabenland sind sie eher verquetscht.

Die Steine-Suche an sich ist ja schon interessant. In einer bergigen Runse im Bachbett sitzend, spähend nach glitzerenden Schätzen .. Hab mir gleich noch eine Spa-Behandlung mit dem öligen Schieferschlamm aus dem Bach gegönnt. Auf dem untersten Bild sitze ich in der oberen Bildhälfte, dort wo das Bachbett beginnt, dass sich an den unteren Bildrand zieht (beim Klicken ausfs Bild sieht man mich). So verschwindet der Mensch in dieser gewaltigen und ursprünglichen Landschaft. Vom Gefühl her könnte es auch auf Island gewesen sein... Nur die Kühe waren eindeutig von hier!

(Für die Bilder danke ich M.)

Dienstag, 26. Juli 2011

Tous les corps sont permis




Das steht aussen an einer grossen neuen Halle in der Nähe des Kongresshauses in Biel. Erst musste ich überlegen, ob mit Corps wohl eine Feuerwehrmannschaft gemeint ist. Dann sah ich erst, dass es sich um eine Turnhalle handelt und somit lautet der Spruch: Alle Körper sind erlaubt/zugelassen/willkommen ... Ein schöner Sinnspruch für einen solchen Ort und eine Hoffnung zugleich.

Es war unmöglich, den ganzen Spruch auf einmal zu fotografieren. Ich habe mich auch gefragt, ob die Planer  des Sinnspruches die Platzierung der Fahrradständer genau vor dieser Wand wohl zähneknirschend akzeptieren mussten. So wie ich die empfindliche Spezies der Gestalter kenne, ein mögliches Szenario >_< ...

Dienstag, 12. Juli 2011

Maman


"Mutter" – So heisst diese riesige Skulptur der französisch/amerikanischen Künstlerin Louise Bourgeois (1911–2010). Louise Bourgeois und ihre Kunst faszinieren mich schon lange. 

Zu sehen ist diese Riesenspinne derzeit am Bürkliplatz in Zürich/CH. Ein paar Jungs fanden es lustig, ihr Auto drunter zu stellen und sich so ablichten zu lassen.

Für mich war es ein "must", einmal in echt ein 3-D Werk von Bourgeois zu sehen, bisher habe ich nur einige Zeichungen gesehen. Obwohl ich nicht unter Spinnenphobie leide, gruslig war das also schon …

Sonntag, 12. Juni 2011

Sofareisen GmbH

Gestern war ich eine Weile auf der Nordseeinsel Juist, dann im Schwäbischen und ganz zu Anfang war ich im Südosten der Türkei, im kurdischen Gebiet, mit einem längeren Abstecher in den kurdischen Teil des Irak. Dort würde ich gerne mal in echt hinreisen, in den Südosten der Türkei und allgemein in den Nahen Osten. Libanon, Jemen, Jordanien … Dennoch, die brisante Lage dort möchte ich nicht live erleben. Ich war schon in Israel, bin über die Golanhöhen gefahren, habe die Checkpoints bei Jerusalem passiert  – und die angespannte Lage dort hat mir gereicht. Überall bis an die Zähne bewaffnetes Militär. Wie muss es erst in den umgebenden Ländern sein?

Wenn ich so eine Sendung gesehen habe ist mir immer, als wäre ich wirklich dort gewesen! Ich sammle Landschaften, Gerüche, Stimmungen, Eindrücke von Menschen und Kultur ...  ich erlebe alles sehr real.

Dienstag, 31. Mai 2011

Nichtorte

Gleisdreicke, Spazierwege an Eisen- und Autobahn, stilles Industriegelände am Sonntag, Recyclingplätze, Deponien, Komposthalden, Bauschutthalden, Steinbrüche. Ich mag auch die Brachflächen von Baustellen, ich liebe überwachsene Erdhaufen und Miststöcke. Diese Orte habe ich schon immer gemocht. Sie dienen dem Transit.

Sedimente. Meinen bisher besten und abwechslungsreichtsten Job hatte ich an einem solchen Ort. Für einen guten Lohn arbeitete ich halbtags in der Werkhalle eines Recyclingunternehmens. Es galt, Haushaltsmüll zu sortieren. Von Hand. Nicht auf dem Fliessband, sondern auf einem Werktisch, dieser Müll wurde dann in verschiedene Fraktionen aufgeteilt und die Daten erfasst. Das Ganze war eine Studie. Für mich wars reine Archäologie, wieviele Schichten und Geschichten sich da zeigten! Das Persönlichste, was ein Mensch von sich gibt sind seine Hinterlassenschaften und sein Müll! Vor dem Aufschneiden eines Müllsacks weiss man nie, was einen erwartet … Diese Arbeit würde ich (für diesen Lohn) jederzeit wieder tun. Für eine Geschichtensammlerin wie mich ist so was eine reine Goldgrube …

Donnerstag, 31. März 2011

Lithopolis

Dort werde ich gemütlich über Ostern ein paar Tage im Hotel verbringen ... 
Und ich freuuuuu mich schon so!
Tipp: Der Ort liegt von Bern aus gesehen nicht im Süden, Westen und nicht im Osten :)
Nordost passt besser … Hier:  47° 39′ 33.65″ N 8° 51′ 34.09″ E


..................> Stein am Rhein!

Montag, 7. März 2011

Der Ort

Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.
Dschalâl-ed-dîn Rumî

Montag, 24. Januar 2011

3 weisse Rosen


Diese wunderbar unschuldigen Rosen habe ich für meinen verstorbenen Bruder gekauft. Ich habe sie nicht auf den Friedhof gebracht. Zu diesem Ort der Trauer kann ich keine Verbindung aufbauen, er löst wenig in mir aus. Sondern ich habe die Rosen zu dem Haus gebracht, in dem M. zuletzt lebte. Dorthin zieht es mich ab und zu, dort kann ich Innehalten, Trauern, Gedenken... Das ist auch der Ort, an dem es mich mit voller Wucht trifft. Dort verliert sich seine Spur. Von dort aus suche ich mir meinen Weg zurück in mein eigenes Leben.

Freitag, 7. Januar 2011

Durchlüften





Ein eineinhalbstündiger Spaziergang über die Felder - das lüftet Hirn und Seele ordentlich durch. Ich hab ganz vergessen, wie gut das tut! Ohne Hund geht mir zwar das Jägerinnen- und Sammlergefühl etwas ab, dafür war ich nur für mich verantwortlich. Was ich genossen habe!

Die Menschen die ich unterwegs traf, liessen sich in 3 Kategorien einteilen: HundebesitzerInnen, Landschaftspfleger oder Knipserinnen (eine davon war ich). Hab viele Preziosen gefunden und mich am Schauen wieder mal so richtig freuen können.

Samstag, 25. September 2010

nach der reise

die studienwoche ist überstanden. ich bin immer noch kein fan von gruppenreisen, zuviele eindrücke in zu kurzer zeit. und ulm hat mich eher abgeschreckt, vielleicht war es auch das wetter, wer weiss. ich meinte die stadt zu kennen, nun erschien sie mir unpersönlich, ich fand keinen rechten zugang. stadt im umbruch? konnte keinen rechten kern finden, empfand sie als zergliedert.

der kuhberg aber, der hat mich fasziniert. die aussicht und die lage am rande der stadt inmitten von viel grün. ein seltsamer ort, der es in sich hat. und viel stärker auf mich gewirkt hat als die stadt. kuhberg: ein kz war dort (1933 bis 1935), ein ehemaliger galgenberg ist in der nähe.von allem was ich in dieser woche erlebte, hat mich diese umgebung, die landschaft, am meisten beeindruckt. wie mir das meistens so geht mit den landschaften!
das münster war wie ein exotisches raumschiff. ausserhalb der restlichen stadtgefüges. die gotik vermochte mich noch nie beosonders zu begeistern. trotzdem hörte ich der stadtführerin aufmerksam zu. eine bürgerkirche ist sie, diese kirche. man legte zusammen um dieses werk zu schaffen. wie immer reizte mich die akustik. im altarraum liess ich ein kurzes "magnificat" in die höhe steigen, etwas gehemmt und hastig. und doch grinsend ob meines mutes.






Mittwoch, 25. August 2010

bergkristall

schweizer fernsehen schaue ich mir nicht mehr an. ausser es läuft ein spielfilm. das grossartig zelebrierte mittelmass und die biederkeit langweilen mich.

stattdessen erwische ich mich immer wieder beim schauen von deutschen regionalsendern... mdr, swr, ndr, br oder ich bleibe auf 3sat bei einer fernweh- oder kultursendung hängen. arte ist mir oft zu überkandidelt.

seltsamerweise erscheint mir das regionale und bodenständige viel weniger bieder, oder auf eine viel erfrischendere art, als die hochglanzpolierten sendungen. es sind die menschen, die geschichten und die landschaften die mich interessieren. beim regionalen ist einfach weniger zuckerguss dran.

im bayrischen fernsehen bin ich auch dem  franz xaver gernstl zum ersten mal begegnet, dem filmemacher und regisseur. hingerissen schaute ich mir die etappen seiner deutschlandreise an. die gespräche mit ganz verschiedenen leuten, seine warmherzige und schlitzohrige art, mit den menschen ins gespräch zu kommen, das hat mir gefallen. viele wunderschöne orte, ausgefallene ideen und unterschiedlichste lebenskonzepte sind mir da begegnet. mir scheinen diese porträts fair und aus dem leben gegriffen. würdevoll. genauso geht es mir mit den lebenslinien, der biografie-sendung im bayrischen fernsehen.

solche fernseh-sternstunden heben sich wohltuend von der restlichen mittelmässigen fernsehlandschaft ab.