Ich lerne es täglich, lerne es unter Schmerzen, denen ich dankbar bin: Geduld ist alles!
So erlebte Rilke es – und ich kann nachfühlen. Die letzten Tage kam mir dieses Zitat in den Sinn. Das Buch steht schon länger auf meiner "Noch zu Lesen"-Liste. Hier der Text im weiteren Zusammenhang, wenn auch immer noch als Ausschnitt:
"… nicht rechnen und zählen; reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht
drängt und getrost in den Stürmen des Frühlings steht ohne die Angst, daß dahinter kein Sommer kommen könnte. Er kommt doch. Aber er kommt nur zu den Geduldigen, die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge, so sorglos still und weit. Ich lerne es täglich, lerne es unter Schmerzen, denen ich dankbar bin: Geduld ist alles!"
aus Rainer Maria Rilke: Briefe an einen jungen Dichter
Leipzig 1929, Insel Verlag
Mir geht es nicht ums Verherrlichen von Schmerz oder Leid. Ich erlebe es so: Manchmal, wenn ich daran bin, aus etwas Altem, Überlebtem auszubrechen, geht das mit Schmerzen einher, seelischer Art. Die Freiheit ist auch Unsicherheit, die Hülle dient nicht mehr dem Schutz drückt und engt ein. Das Vertraute ist ausgeleiert und abgeschossen, aber bequem und warm. Ein mühsamer Zustand ist das. Die Ungeduld drängt mich, die Neugier zieht mich voran. Halb falle ich vorwärts, halb ziehts mich ins Gestern zurück. Es tut weh und doch freue ich mich. Zyklen lassen sich nicht beschleunigen, die brauchen einfach ihre Zeit.
Posts mit dem Label autor werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label autor werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 25. Januar 2011
Sonntag, 23. Januar 2011
5 Bücher
Hans-Rudolf Stadelmann. Im Herzen der Materie.
Ein zum Pfarrer umgeschulter Physiker schreibt über Glauben, Evolution, Forschung und neue Gottesbilder im 21. Jahrhundert. Hab das Buch erst begonnen, scheint aber spannend.
Johansson/Lundberg/Ryberg. Printproduktion Well Done
Ein Theorie-Buch für die Prüfungsvorbereitungen... Im Frühsommer gilts dann ernst. Ab und an schau ich schon mal hinein. Büffeln ist so gar nicht mein Ding, bin eher eine Flaneuse beim Lernen und studiere lieber zum Fenster hinaus ausgiebigst Landschaft und Wolken. Zum Glück hats in diesem Buch viele Bilder und Grafiken drin ;)
Geschrieben von mir selbst. Agenda 2011
Ein offenes Buch mit noch weitgehend unbekanntem Inhalt..
Cornelia Andrea Lüthi. Feed Your Brain.
Ein Buch über legales Hirndoping und gesunde Ernährung :) Liest sich gut und ist sehr konkret bei Erklärungen und Rezepten.
Ingeborg Gleichauf. Denken aus Leidenschaft.
Acht Philosophinnen im Portrait. An diesem Buchtitel führte kein Weg mehr vorbei; in der Buchhandlung hat sich sofort dieses "Must-Have"-Gefühl eingestellt. Konnte mich damit voll identifizieren! Und ich habs schon fast verschlungen. Folgende Philosophinnen werden vorgestellt: Christine de Pizan, Karoline von Günderrode, Edith Stein, Hannah Arendt, Simone de Beauvoir, Simone Weil, Martha C. Nussbaum, Petra Gehring.
Donnerstag, 20. Januar 2011
Wolf-Dieter Storl
Ein grosser Horizonterweiterer ist für mich auch Wolf-Dieter Storl. Seine Pflanzenbücher und seine Berichte stehen über all dem anderen was ich bis jetzt in der Richtung gelesen habe. Ich finde ihn authentisch und wohltuend bescheiden. Er geht einfach unbeirrt seinen Weg. Seine Bücher sind erzählerisch spannend und sorgfältig geschrieben. Wundervolle Vernetzungen entstehen! Ich lernte durch ihn die europäische Kultur und Zivilisation von den Ursprüngen her verstehen. Genauso grundlegend sind für mich seine Berichte aus Indien und Amerika. "Pflanzen der Kelten", "Heilkräuter und Zauberpflanzen zwischen Haustür und Gartentor" sind bisher meine Lieblingsbücher. Ich mag auch seinen Lebens- und Reisebericht "ich bin ein Teil des Waldes".
Gesundheit, Esoterik, Rüdiger Dahlke
Ich denke viel über Schicksal, Krankheit und Gesundheit nach. Möchte mal wieder ein Buch von Rüdiger Dahlke lesen und lasse es dennoch vorerst wohlweislich bleiben. Ich weiss, ich würde mich erstmal tödlich aufregen. Diese Dogmen! Das Besserwisserische überall! Alles im Leben lässt sich erklären, für alles gibt es die richtige eine Kur, eine passende Haltung, eine sinnvolle Meinung. Das richtige Leben, die perfekte Ernährung .. mir sind diese Esoteriker suspekt, die auf alles eine Antwort wissen. Eine Erweiterung und Bereicherung meines Weltbildes sind sie dennoch.
Meine Realität ist weit komplexer. Darum hasse und liebe ich diese esoterischen Autoren und Bücher.. Es ist eine Auseinandersetzung die mich weiter bringt! Bis ich alles durchgelesen und mich intensiv damit befasst und mich anschliessend gebührend darüber aufgeregt habe – vergeht viel Zeit.
Das Brauchbare behalte ich, das Unnütze verwerfe ich – doch Sortieren braucht Geduld!
Labels:
autor,
buch,
eso,
gesundheit,
lesen,
spiritualität
Freitag, 10. Dezember 2010
Tomi Ungerer, das Urgestein
Dienstag, 3. August 2010
Luciano de Crescenzos Roman "Der Listenreiche"
Luciano De Crescenzo
Der Listenreiche
Roman
Albrecht Knaus Verlag
(übersetzt aus dem Italienischen)
Es handelt sich bei diesem Buch um eine Nacherzählung der Odyssee und eine Art persönlicher Charakterstudie des Schlitzohres Odysseus. Der Roman wird vom Erzähler laufend kommentiert, seine persönlichen Ansichten kommen ins Spiel, Homers ursprüngliche Erzählung wird gespickt und auflockert durch de Crescenzos eigene, teilweise witzige, Interpretationen.
Die Fussnoten und Randnotizen hat sich der Autor dankenswerterweise gespart – und diese direkt in den Text hineingearbeitet, eine kunstvolle Lösung. Das Buch ist dadurch aus einem Guss. Es ist eine regelrechte Soap und Kopfkino im besten Sinne, keine mühsame Geschichtslektion, keine trockene Fingerübung. Die ursprüngliche Einteilung der Kapitel wird beibehalten, ein zusätzliches, neues Ende wird eingeführt. Die Sorgfalt, Begeisterung und Erzählfreude de Crescenzos wird dem Stoff mehr als gerecht! Am Schluss findet sich sogar ein Personenregister von beachtlichem Umfang.
Für mich war es eine sehr unterhaltsame und abwegige Reise! Die Götter sind launisch, das Meer ist es auch – und die Abenteuer sind ohne Zahl. Odysseus ist ein listiger bis hinterlistiger Abenteurer und Eroberer mit Heimweh. Der Machismo der Antike kommt deutlich zu Tage, de Crescenzos eigener kommt noch hinzu. So interpretiert er die Zauberin Kirke als schlichte Bordellbesitzerin. (?). Die Frauenfiguren (ausgenommen die Göttinnen) sind Beigemüse, sind Ehefrauen, Deko, Kriegsbeute oder Mägde. Mord und Totschlag gehören in diesem Buch beinahe zum guten Ton. Daher ist es ein sinnloses Unterfangen diese Geschichte unter moralischen und ethischen Gesichtspunkten anschauen zu wollen.
Dieses Buch liest sich von selbst! Eine fantastische und zeitlose Geschichte mit Charakteren die sich mir für immer eingeprägt haben. Und meine Lust, einmal nach Griechenland zu reisen, ist dadurch nur noch grösser geworden >_< !
Der Listenreiche
Roman
Albrecht Knaus Verlag
(übersetzt aus dem Italienischen)
Es handelt sich bei diesem Buch um eine Nacherzählung der Odyssee und eine Art persönlicher Charakterstudie des Schlitzohres Odysseus. Der Roman wird vom Erzähler laufend kommentiert, seine persönlichen Ansichten kommen ins Spiel, Homers ursprüngliche Erzählung wird gespickt und auflockert durch de Crescenzos eigene, teilweise witzige, Interpretationen.
Die Fussnoten und Randnotizen hat sich der Autor dankenswerterweise gespart – und diese direkt in den Text hineingearbeitet, eine kunstvolle Lösung. Das Buch ist dadurch aus einem Guss. Es ist eine regelrechte Soap und Kopfkino im besten Sinne, keine mühsame Geschichtslektion, keine trockene Fingerübung. Die ursprüngliche Einteilung der Kapitel wird beibehalten, ein zusätzliches, neues Ende wird eingeführt. Die Sorgfalt, Begeisterung und Erzählfreude de Crescenzos wird dem Stoff mehr als gerecht! Am Schluss findet sich sogar ein Personenregister von beachtlichem Umfang.
Für mich war es eine sehr unterhaltsame und abwegige Reise! Die Götter sind launisch, das Meer ist es auch – und die Abenteuer sind ohne Zahl. Odysseus ist ein listiger bis hinterlistiger Abenteurer und Eroberer mit Heimweh. Der Machismo der Antike kommt deutlich zu Tage, de Crescenzos eigener kommt noch hinzu. So interpretiert er die Zauberin Kirke als schlichte Bordellbesitzerin. (?). Die Frauenfiguren (ausgenommen die Göttinnen) sind Beigemüse, sind Ehefrauen, Deko, Kriegsbeute oder Mägde. Mord und Totschlag gehören in diesem Buch beinahe zum guten Ton. Daher ist es ein sinnloses Unterfangen diese Geschichte unter moralischen und ethischen Gesichtspunkten anschauen zu wollen.
Dieses Buch liest sich von selbst! Eine fantastische und zeitlose Geschichte mit Charakteren die sich mir für immer eingeprägt haben. Und meine Lust, einmal nach Griechenland zu reisen, ist dadurch nur noch grösser geworden >_< !
Abonnieren
Posts (Atom)