Posts mit dem Label nerv werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label nerv werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 26. Juli 2011

Einen Hals haben

Wenn man sich ärgert, sagt man: "Ich habe soooo einen Hals!". Manches will nicht rauf, anderes nicht runter. Ich habe mir darüber Gedanken gemacht, weil sich meine Schilddrüse mal wieder bemerkbar macht. Ein leichter, ständig anhaltender, leicht schmerzhafter, etwas heisser, unangenehmer Druck. Habe den Eindruck, dass es eher in Richtung "Unterfunktion" geht.

Ich weiss von immer mehr Frauen, dass sie Probleme mit der Schilddrüse haben. Vage weiss ich auch, dass der weibliche Zyklus via dieses Organes gesteuert wird. Ich bringe diese Drüse in direkten Zusammenhang mit dem ganzen Gefühlshaushalt. Bei mir beobachte ich, dass, wenn sich zu viele Gefühle anstauen, Ärger, Trauer, Ängste, die Schmerzen wieder beginnen.

Für mich selber recherchierend, habe ich folgende Verbindungen gefunden:

Wo geht es hin? Wo will ich hin? Wer bin ich? Was will ich? Was brauche ich (dazu)? Was lähmt mich, was hält mich zurück? Was halte ich zurück? Wo halte ich mich zurück? Wovor habe ich Angst?

Ziel/Ziellosigkeit. Ängstliche Zurückhaltung. Willenskraft/Verwirrung, Ausdruck, Aussprache, Ausreden, Mitteilung, Macht/Ohnmacht. Innen und Aussen. Oben und Unten. Ich oder Du. Mein Wille – Dein Wille.

Übergang zwischen oben und unten. Herz oder Hirn? (Halschakra als Mittler, Durchgang oder Engpass, Sitz des Selbstausdrucks).

Lebe ich – oder werde ich gelebt? Lebe ich mich?
Habe ich in meinem Leben das Sagen?
Wo habe ich den Eindruck, zu kurz zu kommen?
Wo muss ich leer schlucken?

Leben und Leben lassen.

Bachblüten:
Cerato – Die eigene Intuition leben
Chicory – Wer nährt wen und warum?
Wild Oat – Kompass
Vervain – Übereifer oder Lebensfreude?
Agrimony – Gefühlen Ausdruck verleihen
Centaury – Dienstschluss..
etc.

Samstag, 25. Juni 2011

Der frühe Vogel hat nen Knall ..

Morgens um halb vier fängt der erste Federball (vor meinem Fenster) mit dem Gezwitscher an.

Mittwoch, 1. Juni 2011

Liebe/Lust/Gewalt

Schon einen passenden Titel zu finden stellt sich als schwer heraus. Ich belasse es bei dieser Variante.

Die Fälle Kachelmann und Strauss-Kahn beschäftigen mich. Alle wissen Bescheid und haben doch keine Ahnung. Mir gehts auch so. Trotzdem beschäftigts mich und ich werde meine Gedanken dazu festhalten, auch wenn ich noch nicht "durch" bin damit und mir so vieles durch den Kopf geht und mitunter eben sehr widersprüchliches.

Fall Strauss-Kahn: Hier ein Mann, der sich scheinbar für unwiderstehlich hält und auch das Geld dazu hat, das auszustrahlen. Manchmal nützt auch das Geld nichts. Er will herrschen, nimmt sich was und wen er will, ohne jegliches Schuldbewusstsein. Die Frau als Objekt. Da ist dieser uralte Machismo. Und auch das ebenso alte Klischee. Frauen sollen sich "nicht so anstellen". Aussagen wie "sie hat es doch auch gewollt" sind als Entschuldigung sexueller Gewalt immer noch üblich. Ich bin froh, dass das heute bestraft wird.

Trotzdem, der Fall ist für mich nicht eindeutig. Die mediale Inszenierung passt zeitgenau in politische Ränke. Und das ist das, was mich daran stört, von der sexuellen Gewalt abgesehen. Wenn die Franzosen den Amerikanern Puritanismus vorwerfen, macht auch das Sinn. Es kommt ans Tageslicht, was die Menschen wirklich bewegt.

Wieviel Sexismus allein schon in der Diskussion steckt, bringt der Artikel von Magda von der Mädchenmannschaft auf den Punkt. Darum fühle ich mich auch gehemmt, darüber zu schreiben, die Fettnäpfchen lauern überall …

Oversexed and underfucked … könnte den allgemeinen Zustand am ehesten beschreiben. Sex ist überall und nirgends. Ich glaube viele sind heutzutage verunsichert. Das soll nichts entschuldigen. (Das muss ich, der politischen Korrektheit halber, auch gleich noch schreiben, obwohl ich diese Korrektheit auch im Verdacht habe, eine falsche Sache zu sein – aber Schwamm drüber … )

Fall Kachelmann: Wer kennt sich in einem solchen medial aufgeheizten Wirrwarr aus? Die (sexuelle) Grenze liegt für mich genau dort, wo einer von beiden sich verletzt fühlt. S/M ist ok, solange es für beide stimmt. Doch wie schnell enden auch "normale" (Gänsefüsschen!) Beziehungen in einem totalen gegenseitigen Kollateralschaden? Im Verletzen, da stehen die Frauen den Männern in nichts nach. Ist es nicht auch weiblich, subtil oder weniger subtil, Rache auszuüben für enttäuschte Liebe, Eifersucht, verletzten Stolz? Ist nicht auch das uralt? Wobei ich mir keineswegs die Zeiten zurückwünsche, in denen Frau, ohne negative Konsequenzen für den Täter, betatscht und "genommen" werden durfte.

Für mich gibts in diesem Fall keine Eindeutigkeit, eigentlich in beiden Fällen nicht. Auf jeden Fall wurden Grenzen überschritten, mich kotzt es an, wenn Menschen so sehr von sich überzeugt sind, dass sie andere zu ihrem Objekt machen. Ob im Sexuellen oder sonst. Es ist viel Heuchelei im Spiel, bei beiden Geschlechtern.

Was alles unter dem Label "Liebe" unter Menschen läuft, ist manchmal das Seltsamste und Traurigste überhaupt.

Hier bei Wildgans habe ich den passenden Satz dazu gefunden:

Die Gewalt fängt nicht an
wenn einer einen erwürgt
Sie fängt an
wenn einer sagt:
„Ich liebe dich:
Du gehörst mir!“

Erich Fried