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Sonntag, 7. August 2016

Wie gings mit den grünen Smoothies weiter?

Grüne Smoothies (siehe Link unten). Letztes Jahr waren die ja bei mir/uns hoch im Kurs. Und ich habe 11 kg an Gewicht verloren, was überraschend kam, und doch gut für mich war. Von meinem Höchststand von 84 kg bin ich jetzt runter. Meine Absicht war es eigentlich gewesen, einen für mich gesünderen Ernährungsstil zu pflegen, was ich auf diesem Weg erreicht habe. Ich war nicht mehr wohl mit mir selber, weil ich spürte, dass ich nicht zu dem komme, was mein Körper wirklich braucht.

Den letzten Sommer über habe ich reichlich Grüne Smoothies getrunken. Bei über 33 Grad im Büro war mir auch nicht nach richtigen Menus. Gegen Herbst machte ich mir dann eher Suppen. Ich habe die ähnlichen Zutaten wie für den Smoothie genommen --- plus eine Kartoffel -- und diese Gemüse dann zu püriert.  Sehr lecker!

Seither habe ich viele Erkenntnisse gemacht. Ich kann besser auswählen, was ich essen will, weil ich weniger energetische Löcher habe.

Meine letztjährigen Posts:
Über Ernährung, meine 50 cts.
Grüner Smoothie Fan über Nacht 

Die Gewichtsabnahme kam dann nebenbei. Durch den Ess-Ratgeber-Dschungel kämpfe ich mich nicht (mehr). Eine Zeitlang liebäugelte ich mit der Paläo-Diät. Bis ich dann entschied, dass mir das zu extrem, zu kompliziert ist -- und ich in anderen Bereichen schon genug verinnerlichte Do's und Dont's in meinem bisherigen Leben hatte. Hier sollte jetzt endlich mehr die Lust und Neugier und weniger der Krampf vorherrschen!

Ich bin hochsensibel und zum Glück ist es auch mein Lebensgefährte, so konnten wir eine Art von Küche entwickeln, die für beide stimmt. Auswärtig essen ins Restaurant gehen wir nur noch selten.

Wesentlich für meine Ernährung ist, dass ich seit einiger Zeit besser mit stressigen Momenten klar komme. Vorher habe ich einiges mit Essen kompensiert, was bei mir sehr schnell gegen Gestresstsein hilft. Kurzfristig. Ich glaube, dies hat die Art meiner Ernährung am meisten beeinflusst: Vorher musste einfach superschnell Energie her, weil sonst nichts mehr ging. Heisshunger war für mich eher die Regel als die Ausnahme. Es ist durch die Ausbildung und die zusätzliche Belastung gekommen.

Mein Verhältnis mit mir selber hat sich geändert. Ich bin ausgeglichener und ruhiger geworden. Das wirkt sich positiv auf meine Ernährung aus. Und diese wirkt wiederum positiv und beruhigend auf mich zurück.

Mir sind einige Dinge bei meiner Ernährung klar und wichtig geworden:
  • Was für den einen stimmt, muss für die andere keinesfalls stimmen! Ernährungsmythen immer für mich selber ausprobieren und selber Erfahrungen sammeln.
  • ein belasteter Magen und Darm, sogar nachhaltige Blähungen, das kann bei mir Depressionen auslösen (es fühlt sich wirklich so an!)
  • Am Mittag habe ich für mich Take-Away-Stellen gefunden, die für mich stimmen und bei denen sich für mich gute Kompromisse ergeben (zB frischgekochtes Thai-Essen)
  • auswärts Essen gehen ist Stress für meinen Körper, sobald Fertigsaucen, Bratbutter und hefehaltige und glutamatige Streuwürzen ins Spiel kommen
  • Ich folge keiner Diät, schon gar keiner, die mich sozial isoliert! Die Inputs waren zwar interessant und einiges habe ich integriert. Ich esse nach wie vor gekochte Nahrung, tierische Produkte, Getreide, usw. Ich will nicht als Exotin durchs Leben gehen, die allein essen muss, weil sie irgend einer Ernährungsreform folgt.
  • Das extreme Hungergefühl war nicht durch Hunger, sondern durch Stress ausgelöst und durch Zucker/Kohlenhydrate 
  • helles Brot sollte ich möglichst meiden (und als spezielle Form, fast wie ein Dessert, ansehen)
  • Vor allem morgens darf ich nicht zuviel Zuckerhaltiges zu mir nehmen; Konfitüre, zu viel Brot, zu stark gesüssten Tee, Kakao, Kaffee etc. Kurz darauf rasselt nämlich mein Blutzucker in den Keller und mir wird flau und schwummrig. Wirklich mühsam. 
  • Gebäck sollte ich nur sparsam zu mir nehmen. Brunchen mag ich daher gar nicht = zuviel Gebäck. Der Energiemangel nach einem Tag, an dem ich vorallem Brot/Sandwiches gegessen habe, ist enorm.
  • Regeln beim Essen helfen mir nicht, mir selber zu vertrauen 
  • wenn ich meine Bedürfnisse beachte, entsteht eine Balance
  • Ausnahmen sind erlaubt und werfen bei mir nicht gleich alles über den Haufen (zB ein Eis ab und zu)
  • Süssgetränke meide ich wo ich kann (zuviel zusätzliche Energie)
  • stark kohlenhydrathaltige Menus (ausser Kartoffeln) lösen nach enigen Stunden bei mir Heisshunger aus (Nudeln, Polenta, Reis)
  • monatelanges Schwarzteetrinken (mit viel Zucker) löst bei mir Eisenmangel aus (Vermutung)
  • (gewisse) Glutamathaltige Produkte lösen sofortige Übelkeit und Bauchdrücken bei mir aus, manchmal sogar Herzrasen, das kann wiederum auch zu Ängsten führen
  • Knoblauch kann ähnliches bewirken bei mir wie Glutamat (Übelkeit, Bauchschmerzen). Zwiebeln und Knoblauch, Kohlsorten, Hülsenfrüchte -- (alles was bläht) esse ich inzwischen sehr eingeschränkt.
  • Xylit (kalorienarmer Zuckerersatz) wirkt bei mir auf den Energiehaushalt/Blutzucker und ich bekomme danach ebenso energetische Löcher wie beim Zucker
  • PMS wurde bei mir besser / milderte sich durch verbesserte Ernährung
  • ein schlechtes Gewissen gegenüber einer zugeführten Kostbarkeit ist Hohn (böses Fleisch, sündiger Cappuccino, teuflisches Süsses) -- Genuss statt Verschwendung --
  • der "Superfood" roher reiner Kakao löst bei mir Bauchweh (sofort) und Kopfschmerzen / Migräne aus (am nächsten Tag) das gleiche gilt für Schokolade, wenn ich oft davon esse
  • (schnelle) Ortswechsel lösen Stress und Hunger aus, sehr viel Trinken hilft mir da sehr und salzige Nahrung (Erdung, in die Gegenwart kommen)
  • Fertig- und Halbfertigprodukte spielen keine grosse Rolle mehr (auch zB Tortelloni aus der Kühlung etc lasse ich besser weg)
  • das Weglassen von Milch und tierischen Produkten macht keinen Sinn für mich (Vit. B12 Mangel wurde bei mir festgestellt)
  • ... 
  • es gäbe noch mehr :), aber das tuts vorerst
Durch die schnelle Energie (Zucker) kams bei mir dann immer auch wieder zu energetischen Löchern, die ich dann als "psychisch bedingt" eingeordnet habe, was es in diesem Fall nicht wahr. Ein Kreislauf aus schneller Energiezufuhr und schnellem Energiemangel. Beim Essen von Dingen wie Bananen, Konfitüre muss ich aufpassen, da gerät mein System schnell durcheinander. Worauf ich achte: Die kohlenhydrathaltigen Nahrungsmittel machen nur etwa einen Drittel meiner Mahlzeit aus. Ausser bei den Kartoffeln, die sind (zuhause) fast meine wichtigsten Grundnahrungsmittel. Ich wechsle bei den Lebensmitteln mehr ab, achte besser auf die Bedürfnisse meines Körpers.

Insgesamt esse ich jetzt viel mehr Gemüse und Salate. Durch die Smoothies hat sich das verändert, auch wahrscheinlich die Verdaaungsflora. Ich vertrage die geliebte Rohkost jetzt viel besser. Vorher machte mir Rohkost eher Mühe = Blähungen, Durchfall etc. Ich habe den Eindruck, dass sich durch die Ernährung mit frischem Gemüse und frischen Früchten auch mein Prämenstruelles Syndrom gemildert hat.

Dadurch, dass ich besser achtgebe, gehts auch meiner Psyche besser. Denn der Blutzucker bleibt stabil, ich habe praktisch keine Heisshungerattacken mehr.

Wichtig: Eisen wird im Zusammenhang mit Vitamin C vom Körper leichter aufgenommen. zB Zitronensaft auf das Schnitzel geben. Oder einen vitmainreichen Saft zu den Mahlzeiten geniessen. Generell kombiniere ich gerne Fleisch mit Früchten und Gemüsen. Auch die für die Ernährung wertvolle Tier-Leber kann man durchaus lecker zubereiten, für die die sie essen mögen! Blattgrünreiche Gemüse sind ebenfalls wertvolle Eisenspender -- es muss nicht immer Fleisch sein.

Diese Erkenntnisse gelten für mich persönlich und sind nicht zu verallgemeinern!


.... to be continued ..

Kommentare:

  1. Liebe Anne, ich finde es bemerkenswert, wie gut Du Dich, Deinen Körper und die Zusammenhänge mit der Nahrung erkennst und daraus entsprechend die für Dich wichtigen Veränderungen ableitest. Einige Deiner Erkenntnisse (energetisches Loch anstatt körperlichem Hunger) finde ich sehr spannend, habe sowas bei mir auch schon bemerkt und mich gefragt, was da passiert bzw. wie ich das umgehen kann.

    Mein Vitamin B ist im oberen Bereich, seit ich Mandeln in meine Ernährung einbaue. Das sind tolle Vitamin-B-Lieferanten.

    Liebe Grüsse
    Clara

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    1. Hallo Clara,
      je mehr der "Nebel" in meinem Kopf/Körper weicht, desto mehr Zusammenhänge werden mir klar. Die Herausforderung war vor allem auch, erstmal aus dem eigenen Stress rauszukommen -- und dann wieder aus den Dogmen der vorhandenen Ernährungsmythen und Ratgeberbüchern herauszufinden: hin zu meiner eigenen Wahrheit.

      Mir ist bewusst geworden, dass ich das, was für mich stimmt, nur selber herausfinden kann. Und es sich nicht 1:1 auf andere übertragen lässt. Und umgekehrt ebensowenig. Wie individuell Bedürfnisse sein können, und wie unterschiedlich Nahrungsmittel auf Menschen wirken, das finde ich schon speziell. Gerade auch die Zusammenhänge zwischen Ernährung und psychischen Schwierigkeiten sind interessant, also die, die ich bei mir selber beobachte.

      Vitamin B durch Mandeln ... Ob das auch für B12 gilt? Muss ich mal g**geln. Nüsse habe ich bis jetzt ausser acht gelassen und esse praktisch nie welche.

      Vorhin war ich im Supermarkt und habe mir welche gekauft! Und auch gleich noch ein Roggenbrot.

      Danke für den Tipp mit den Mandeln.

      Lieber Gruss
      Anne

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    2. Hallo Anne,

      tatsächlich scheint Vitamin B12 gar nicht enthalten zu sein in Nüssen und Mandeln. Das gibt es wohl mehr in tierischen Produkten...

      Natürlich kann man nichts 1:1 auf andere übertragen - was ja leider in dieser Welt so häufig passiert. Aber Teile von dem, was Du schreibst, habe ich auch schon bei mir entdeckt usw. Die "Arbeit" muss man sich aber natürlich immer selber machen, weil jeder Mensch individuell ist.

      Ein gutes Buch hierzu ist z.B. "Somatische Intelligenz" von Thomas Frankenbach. Das hat mir schon sehr die Augen geöffnet zum Thema Körper und Essen.

      Dir weiterhin so gute Erkenntnisse und positive Veränderungen :)

      Liebe Grüsse
      Clara

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