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Freitag, 2. Oktober 2015

Leichter Leben

Mein Fokus ist immer viel zu schnell bei den schweren, schwierigen und belastenden Dingen. Mir wird neu bewusst, wie wichtig es für mich ist, innerlich aufrecht zu bleiben und mich dem Schönen zu zuwenden.

Nicht alles was mich betroffen macht, ist wirklich "meins". Es darf mir gut gehen. Und das ist ok. Die Schwermut ist sowieso immer nur einen Schritt weit weg. Ich muss es mir da nicht noch schwerer machen! Die Last der irdischen Daseins kann erdrückend sein. Der Herbst trägt das seine dazu bei. Ich finde das Leben auf diesem Planeten manchmal schwierig.

ABER: Ich muss nicht beim kleinsten Regen gleich auf den Grund der Ozeane sinken. Wenn mir auch nicht oft nach Jubeln zumute ist, so will ich trotzdem weiter leben und ich lebe gerne! Mich zu freuen ist so schwer manchmal. Darum habe ich bewusst begonnen, mich dem Schönen zu zuwenden, das eben auch da ist. So kann ich sogar anderen etwas weitergeben. Wenn ich fertig bin mit der Welt, kann ich das nicht. Ich will mich, trotz meinem Hang zur Schwermut, leicht fühlen.

Wenn ich bereit bin, auch beim Schönen genau hinzuschauen. Wenn ich mich der Schwermut und der Leichtigkeit gleichermassen widme, stehe ich aufrecht. Wenn ich das Auf und Ab des täglichen Lebens annehme, lebe ich leichter. Wenn ich mich sträube und aufbegehre -- geht es schneller und tiefer runter. Klingt fatalistisch, aber ich empfinde es als richtig für mich, eine gewisse Ergebenheit dem Leben gegenüber zu haben. Das macht es leichter für mich, mein Leben als lebenswert zu empfinden.

Freitag, 25. Februar 2011

Tauwetter

Bei meiner Beschäftigung mit der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg (für eine Schularbeit), geht mir ein Licht nach dem anderen auf. Mir wird bewusst, dass es nicht reicht, Bewusstsein über mein Leben und meine Muster zu bekommen. Ich brauche auch neue Formen, wie ich mit mir selber und anderen umgehen kann. Mir wird bewusst, dass ich geprägt bin vom Kämpfen und Rechthabenwollen, Aggression, Ängsten und von ständigen heftiigen Auseinandersetzungen mit mir selber. Ich spüre, dass ich mit dieser Art nicht mehr durchs Leben komme und ich keine Lust mehr darauf habe. Mir schwant plötzlich, dass es auch anderes gehen könnte...

Ich renne offene Türen ein oder ich will mit dem Kopf durch die Wand – während die Türe daneben auf wäre … Mein Leben ist Krampf und Kampf. Dauernd habe ich den Eindruck, mich behaupten zu müssen. Auch wenn weit und breit niemand da ist bei dem das nötig wäre. Und wenn dann jemand da ist, dann habe ich fast das Herz in den Hosen. Rette mich in Aggression (als Flucht nach vorne) oder in ohnmächtige Angst.

Neu daran ist, dass ich mich für meine Gefühle nicht mehr verurteile. Gefühle sind. Ich lasse sie stehen, nehme sie so wie sie sind und bleibe gelassen. Und dann kommt alles Weitere.. Es wird Frühling in meinem Leben, ich taue auf …