Samstag, 23. März 2019

Kleinste Gärten (19)

Meer und Berge

Beim diesjährigen Kanarenurlaub auf Teneriffa bin ich auf diese zwei Wunderwelten gestossen. So ähnlich und doch so verschieden!

Bild links: An den Gezeitentümpeln hab ich viel Zeit mit Gucken und Fotografieren verbracht. Hier die tollen gelben Algen (?) und die kleine Schnecke die aber ein Einsiedlerkrebs ist.

Bild rechts: Bei einer geführten Wanderung im Teno-Gebirge hab ich die zahlreichen Flechten und Moose bestaunt. Und ob all dem Staunen und Knipsen meine Wandergruppe verloren ... den Anschluss zum Glück nach Rennen und Suchen verschwitzt später wieder gefunden!

Solche Wunderwelten lassen mich eben die Zeit vergessen ....

Samstag, 2. Februar 2019

Danach und neue Wege

Wieder auf ruhigeren Wegen unterwegs. Die Kräfte kommen auch wieder zurück. Dass mein Vater nicht mehr da ist, hab ich nun auch langsam realisiert.

Das hat seine Zeit gebraucht, ist es doch so schnell gegangen. Am Abend noch seine Hand gehalten und am nächsten Morgen kam der Anruf, dass er gestorben ist.

Die administrative Lawine danach kam, liess schon gar keine Atempause zu. Gleichzeitig Trauern und sovieles zu erledigen. All der Kram ... Zum Glück konnten wir es aufteilen. Und Vaters Lebensgefährtin hat so vieles gemacht.

Und all die vielen Menschen, die mit uns Abschied genommen haben ... Es war schön zu sehen, wie sein Leben und seine Arbeit Kreise gezogen haben.

Aber es war auch überwältigend im guten wie im mühsamen Sinn. Keine Rückzug möglich für eine Weile. Nun komme ich wieder bei mir an. Und das fühlt sich stark an.

Sonntag, 30. Dezember 2018

Ein Kreis hat sich geschlossen _ Neuland

Der Kreis hat sich geschlossen. Mit der Bestattung meines Vaters am letzten Donnerstag ist ein Lebenslauf zu Ende gegangen. Er ist im Frieden jetzt. Ich konnte es am Morgen seines Todestags fühlen.

Und es hat mich erleichtert, habe ich doch jahrelang seine Lasten gespürt und versucht, mitzutragen. Weil wir immer ein besonders gutes Verständnis zusammen hatten. Von Herz zu Herz.

Das Vakuum, das ich nach seinem Tod vor zwei Wochen gespürt habe, verfliegt ....

Viele gedrückte Hände, Umarmungen, gute Worte und Tränen später. Nach intensiven Wochen, die mir alle wie ein Film erschienen sind. Der entweder zu schnell ablief oder dann in Zeitlupe.

Ich habe nun eine heftige Erkältung und damit kehrt nun doch die Ruhe ein, nach der ich mich schon so lange gesehnt habe. Die ich auch an den Festtagen nicht finden konnte. Für mich stimmig. Lahmgelegt zu meinem eigenen Besten.

Ich geniesse die Ruhe und die Tage ohne Arbeit und andere Verpflichtungen. Neue Energien tauchen auf und ein Gefühl von mehr Freheit.

Sonntag, 23. Dezember 2018

Unterwegs

Die ganzen letzten Monate waren teilweise ein Gang durch die Unterwelt. Ich habe viel gebettelt, gebetet und gefleht, ich kannte mich nicht mehr aus. Und gedankt habe ich auch, es gab Gründe dafür. Einige. Und es gibt sie noch.

Verlor ich mich nun komplett oder war ich daran, ganz zu werden?

Die Trennung im Frühjahr hat mich auf mich selber zurückgeworfen. Und ich fühlte, dass es gut ist, einfach weiterzugehen. Dass es gut ist, nicht zurück zu schauen und meinen Blick nicht in den Fratzen in den Schatten zu verlieren. Wie im Märchen. Wie in der Bibel. Vertrauen. Nach Innen horchen.

So war 'vorwärts' meine Devise. Viele Tränen geweint und viele innere Kämpfe ausgefochten. Die Angst im Nacken.

Das ganze Jahr eine einzige Wandlung.

Bei Hölderlin heisst es:
"Nah ist
Und schwer zu fassen der Gott.
Wo aber Gefahr ist, wächst
Das Rettende auch."
(Aus dem Hymnus "Patmos")

Ich kenne nicht den ganzen Text, kenn mich nicht aus mit den Klassikern. Aber an dieser Passage habe ich mich gehalten. Und ich habe erfahren, dass wirklich immer ein neuer Tag kommt, auch nach der schlaflosen und dunklen Nacht.

 Ja, ich bin eine Schwärmerin und ich erlebe mein Leben auf diese Weise wie ich es beschreibe. Ich hab mich immer den Mystikern und ProphetInnen nahe gefühlt, den Freigeistern und den Narren.

Etwas neben der Spur halt. Und immer habe ich ein Auge auf die Schönheit am Wegesrand. Und so leb ich. Zwischen den Zeilen. Mit Vertrauen. Es gibt einen Grund.

So ist es eben. Und daraus nehme ich auch meine Stärke.

Er ist gegangen

Mein Vater ist gegangen. Am Samstagabend vor einer Woche hab ich im Krankenhaus noch seine Hand gehalten. Atmen fiel ihm schwer, trotz Sauerstoff. So haben wir nicht mehr viel gesprochen.

Als ich dacht 'das kann ich allein nicht tragen', bat ich um Beistand, dann fühlte ich eine mächtige Gestalt hinter meinem Stuhl stehen, viel grösser gewachsen als ein Mensch. Sie war uns beiden zugeneigt. Dann war das Gefühl wieder fort. Es war Hilfe da.

Mein Papa ist dann am Morgen des Sonntags, dem dritten Adventssonntag, im Schlaf gestorben.

Der Krebs war schon weit fortgeschritten. Nicht mehr heilbar. Fehlen tut er uns.

Ich bin froh, dass er gehen durfte. Ganz realisiert hab ich es noch nicht.

Dienstag, 11. Dezember 2018

Wachstum und Schweres

Kommt manchmal unerwartet. Und ich wünschte, das Leben würde sich mal wieder leichter anfühlen. Die innere Heiterkeit ist da und die Sorgen aber auch. Seelenruhe mag sich nicht einstellen.

Mein Vater musste vor mehr als einer Woche überraschend ins Krankenhaus, seither ist er dort zur Untersuchung. Es scheint Krebs zu sein.*

Und wenn mein Gefühl mich nicht trügt (was es selten tut) ist es nur noch eine Frage, wieviel gemeinsame Zeit uns noch bleibt. Da ich eine Vorahnung hatte, war ich nicht überrascht. Traurig ist es trotzdem.

Die Arbeit. Mein Arbeitsleben wie es jetzt läuft, macht mich unglücklich. Ein anderes Gebiet, was mich beschäftigt. Doch ich bin dran. Stück für Stück.

Ich bin froh, dass ich schon seit Wochen wieder eine professionelle Begleitung durch eine Psychiaterin habe. Eine weise, geistreiche Frau mit Humor. Eine grosse Unterstützung.

Es gibt viel Gutes und das erleichtert das Vorwärtsgehen, trotz Sorgen und Widrigkeiten.

Ich bin stärker als die Umstände und ich habe Verbündete. Und ich werde nachgiebiger gegenüber mir selbst ... bin zumindest auf dem Weg.

*Update: Scheinbar doch noch unklar, was es wirklich ist. Es wird spekuliert. Ernst auf jeden Fall und rätselhaft.

Sonntag, 4. November 2018

Bestandesaufnahme im November

Die Lust am Schreiben ist wieder da. Ich vermisse mein Blog. Auch die Selbstdarstellung in Worten. Ich habe mich oft beim Schreiben wieder einmitten können. Weil ich mich besinnen konnte.

War lange versucht, das Bloggen komplett aufzugeben und nun möchte ich den Faden wieder aufnehmen. Kurzfutter auf Instagram ist auch nicht alles. Und es macht mir Arbeit. Wenn ich alle Follower und Liker gegenbesuchen will, was ich mir mal vorgenommen hatte, sind Fotos ohne Ende zu sichten ... und manchmal hab ich es satt.

Die Zeit seit April war und ist ein stetes Auf und Ab. Nach der Trennung von meinem Freund war alles anders. Und ich bin noch daran, mich neu zu finden. 14 Jahre sind eine lange gemeinsame Zeit, auch wenn man nicht unter dem selben Dach wohnt. Es war so vieles gut an unserem Zusammensein. Auch wenn es die letzten Paar Jahre mir etwas zu eng wurde. Oder sich meine Bedürfnisse schlicht verändert haben.

Es ist seltsam, jemanden so Vertrautes loszulassen. Eigene Wege zu gehen und vieles nun alleine zu machen. Auch wenn ich der Mensch bin, der gegangen ist, ist da immer noch eine Trauer. Das gestehe ich mir ein .. und das tut gut, ehrlich mit mir zu sein. Das erleichtert.

Ich hätte nie geglaubt, dass es mich so durchschütteln würde. Doch das tat und tut es. Inzwischen gewinne ich wieder an Stabilität.

Der andere Mann, der als Auslöser kam, ist immer noch wichtig. Sehr. Er ist mir ein Gegenpart und ein Kamerad. Sagt mir Dinge direkt, was sich selten Menschen getrauen .. und liegt mit vielem richtig. Kennt mich, erkennt mich. Sehr genau. Erschreckend präzise. Er ist mir Geliebter und Weggefährte. Geistesverwandter auf Augenhöhe. Und er ist weit weg, ein Ozean trennt uns und eine Generation. Er ist seit langem gebunden. Er ist fern und nah zugleich. Beides. Love you, you're precious to me ...

So laviere ich durch meine Tage und werde stärker. Wider Willen gestählt und geläutert durch Widrigkeiten. So altmodisch das auch klingen mag ... Ich werde die ich bin. Jetzt.