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Samstag, 8. Oktober 2022

Danke, den Treuen

Meine Gedanken in Worte zu fassen und ins Netz zu stellen, ist für mich so hilfreich wie eh und je. Ich hab es vernachlässigt und nehme jetzt den Faden wieder auf. Seit eh und je bin ich Tagebuchbloggerin, und davor war ich Tagebuchschreiberin und Briefeschreiberin. 

Das Wissen, gelesen zu werden, ist ein gutes Gefühl. Die Reichweite zählt für mich nicht. Wahrgenommen zu werden, ist genug.

Ich bin für jede einzelne Leserin, jeden einzelnen Leser, dankbar. Danke euch!

Sonntag, 5. Februar 2017

Das Leben im Zeitalter der Disclaimer

Wenn ich meine letzten Posts durchgehe, klingt es in meinen Texten etwas dramatisch. Die letzten beiden Wochen war es eine rechte Achterbahn, meinen eigenen Standpunkt zu finden. Den habe ich gefunden. Ich musste mich einmal richtig für mich selber wehren und am Ende war ich damit sogar erfolgreich. Es ging dabei um Berufliches.

Nun merke ich, dass diese Auseinandersetzung mich ziemlich Substanz gekostet hat. Sowas nimmt mich eben stärker mit als andere. Schnell komme ich aus dem Tritt, bin verunsichert. Andererseits hat mich diese Erschütterung im Alltag auch standfester gemacht und mich dazu bewegt, mich für mich einzusetzen. Ich habe gemerkt: So nicht!

Das war eine neue Erfahrung, mich bemerkbar zu machen und es war wichtig für mich. Vor allem auch, dass ich damit tatsächlich vorwärtsgekommen bin. Wahrscheinlich hilft mir das auch, dass ich es beim nächsten Mal etwas weniger dramatisch empfinden kann.

Wenn ich in meinem Blog etwas (scheinbar) Dramatische(re)s oder Emotionales poste, habe ich hinterher immer das Bedürfnis, es relativieren zu wollen. Oder zu müssen? Ich habe den Eindruck, dass ich es genauer und noch vieeeel differenzierter beschreiben muss. Ich will niemanden alarmieren oder antriggern oder sonstwas. Ich mache manchmal solange am Text rum bis ich es zerredet und zerschrieben habe.

Aber ich merke auch, dass ich darauf immer weniger Lust habe. Ein Blog ist immer eine Sammlung von Fragmenten, deshalb nenne ich den Laden hier ja auch "Notizen von Unterwegs". Wenn ich dabei manchmal als Dramaqueen und Hypersensibelchen erscheine, dann ist das halt so. Man kann die Meinung der anderen nicht vorwegnehmen, sonst braucht man gar nichts in Netz zu schreiben!

Mir wird beim Bloggen immer mehr bewusst, dass ein/e Leser/in nie genau das verstehen wird, was diese textlich festgehaltenen Fragmente für mich bedeuten und ob es die "dramatisierte Fassung" ist, weil ich es eben gerade so empfinde. Damit muss ich leben.

Auch nach einem zehnseitigen Disclaimer wird niemand mein Leben 1:1 verstehen können. So wie ich auch niemals das Leben von jemand anderem voll verstehen werde! Das Leben ist eben so. Jeder lebt schlussendlich nur sein eigenes ...

Mittwoch, 2. November 2016

Heute bloggen Haustiere

Heute ist, laut Herr Ackerbau, der Tag der bloggenden Haustiere. Schilderung des Projekts: hier.

Meine Haustiere und tierischen Hausgäste können leider nicht, wie andernorts die Samtpfoten, eine Tastatur bedienen. Daher habe ich ihre Botschaften in Lautschrift aufnotiert.

Text 1: Ein vorbeireisender Gast mit einem kurzen Grusswort
Text 2: Meine ständigen Haustiere, Auszug aus einem Gruppengespräch

Vielleicht finden sich noch Sachverständige für die Übersetzung?


Donnerstag, 29. September 2016

Übers Schreiben und Bloggen nachgedacht (reloaded)

In meinem Blog hatte ich über einen gewissen Zeitraum wenig aus meiner Innenwelt geschrieben. Letztes Jahr und dieses Frühjahr etc.

Weil ich dachte "es muss doch auch mal genug sein" in Bezug auf meine Befindlichkeiten. Die reine Öffentlichkeit meines Blogs wurde mir zuviel, trotz überschaubarem "traffic". Auch die Worte fand ich nicht mehr. Für schlichte Füller fehlte mir die Lust.

Bis ich merkte, dass mein Blog ohne meine Innenansichten eingehen würde. Ohne die subjektive Perspektive fühlte sich das Schreiben hohl an, mechanisch. Aufsatzartig.

Übers Schreiben und Bloggen hatte ich hier schon mal geschrieben.

Ich (be)fragte mich: Inszeniere ich nur ein Drama? Bin ich zu egozentrisch? -- wenn ich über mich schreibe und meinen Weg? Solche Fragen habe ich mir vorher selten gestellt. Das Schreiben war eine Not-Wendigkeit. Das Privileg, mich bewusst entscheiden zu können, _dass_ ich weiterschreibe, und _wie_, das tut gut.

Zu den Fragen von oben: Für mich habe ich eine Antwort gefunden: Nein. In einer digitalen Welt voller spiegelnder Oberflächen möchte ich einfach mich selber -- und -- möglichst auch in meinen Texten authentisch sein.
                     
Nein, ich mache keinen auf Egoshow, oder auch nicht mehr als andre Blogger es machen ;)

Ich werde mir einfach nur bewusst darüber, dass mein Leben _für mich_ über lange Strecken mühselig war.

Und ich lerne jetzt, wie es ist, ein ruhiges Leben mit mehr Möglichkeiten zu leben. Weil ich diese Chancen nun auch _fühlen_ kann. Dass da noch Einschränkungen sind, darüber schreibe ich eben auch. Dann, wenn mir danach ist.

That's it.

Mittwoch, 10. August 2016

übers Schreiben/Bloggen

Schreiben oder untergehen -- das war die Devise. Schon vor der Bloggerei.

Als ich damals das Bloggen für mich entdeckt habe (das war 2003), war das wie ein Lebenselixier. Weil endlich etwas zurückkam.

Ich trat durchs Schreiben mit anderen in Kontakt. Anders als beim gewohnten Tagebuchschreiben für mich allein.

Mir tat sich die Welt auf. Ich bekam ein Feedback, begann, meine Texte mehr zu reflektieren. Fühlte mich dadurch beschenkt. Und das geht mir noch heute so.

Das Schreiben im www machte mir eine Zeitlang keine grosse Freude mehr. Vielleicht merkte mans. Ich zensierte mich zu sehr, da ich mir mehr Gedanken darüber machte, was ich schreibe, wie ich es schreibe usw. Eine vorher nicht gekannte Hemmung.

Das konnte ich inzwischen wieder beseite legen. Denn es ist -mein- Blog. Und ich freue mich, dass es wieder klappt, mit dem Schreiben.


Montag, 23. Dezember 2013

Schriftstellern

Das Problem mit dem Schriftstellern ist, dass die Schriften einer/m mit der Zeit den Weg verstellen … ^_^

Montag, 16. Mai 2011

Im Kreis

Das Labyrinth lässt sich auf der Insel Werd bei Eschenz (CH) erfahren!


Und plötzlich war da nur noch Stille…. 


Vorher hatte ich mich inmitten einer Menschenmenge auf einem Spazierweg am See befunden. Aus dem allgemeinen Trubel war ich entkommen, ich hatte mich in einen kleinen Park hinein gewagt, dessen eisernes Tor leicht offen stand.  Der Lärm des Menschentrubels verlor sich in der meterhohen Lebensbaumhecke.

Nun stand ich auf einem kleinen Kiesweg und schaute mich um. Das Ganze sah recht privat aus, doch die Ruhe war so wohltuend, dass ich einfach stehenblieb und erst einmal tief durchatmete. Es war eine gepflegte Wildnis aus hohen Parkbäumen, Rasen und Wiesenflächen mit einigen Obstbäumen. Alles stand in jetzt voller Blüte. In der grünschattigen Tiefe entdeckte ich eine spiralige Figur im Rasen, es schien eine Art Weg zu sein. Neugierig ging ich näher.

Es war ein grosses Labyrinth, die Pfade waren aus hellem Kalksplitt in den Rasen gezogen. Es sah übersichtlich und leicht aus. Da waren keine hohen Hecken oder Maisstauden, da waren nur schmale Wege in niedrig gemähtem Rasen!

Ich begann, die erste Runde zu ziehen und lief das erste Viertel des Kreises ab. Bald würde ich in der Mitte sein! So dachte ich mir. Doch unversehens zog der Weg nun eine enge Kurve und führte mich in die Richtung zurück, aus der ich eben gekommen war. Verblüfft und frustriert schaute ich mich um. Es war ganz anders als ich gedacht hatte! Da war kein schnelles Ankommen drin. Jede einzelne der Kiesschlaufen musste ich entlanggehen, wenn ich die Mitte des kreisförmigen Labyrinthes erreichen wollte. Es gab zwar keine Sackgassen jedoch auch keinerlei Abkürzungen!

Das war mühsam, am liebsten wäre ich davongelaufen! Meine Lust auf Meditation war schon verflogen. Ich musste schmunzeln, war es nicht auch im Leben so? Dass ich immer möglichst schnell ankommen wollte, statt dass ich mir Zeit nahm und ich dann unversehens länger brauchte? Der Weg führt mich in die Nähe der Mitte, dann wieder nach aussen. Das Leben kannte keine Abkürzungen und dennoch gab es keinen gradlinigen Pfad. Diese geheimnisvollen Gedanken und Empfindungen beschäftigten mich auf dem weiteren Weg. Wer hatte wohl diese Figur ersonnen? Ich staunte, wie dieser äussere Weg mir zu einem inneren Weg wurde. Den Weg überschaut man im Leben nicht während dem Gehen, er führt in Windungen und Wendungen, vor und zurück, in Spiralen um eine Mitte …

Unzählige Meter später stand ich in der Mitte des Labyrinthes!

Nun würde ich schnell wieder draussen sein, dachte ich, denn der Ausgang lag mir ja vor Augen. Ich machte also kehrt und stand wieder verwirrt da! Es gab gar keinen Ausgang!  Der Weg den ich hinein genommen hatte, war auch der Weg, der mich wieder hinausführen würde …



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Diese Kurzgeschichte schrieb ich für die Aktion "Die Flotte Feder" von Follygirl … Zu einem vorgegeben Anfangssatz können alle die Lust haben, eine eigene Geschichte schreiben. An jedem 15. eines Monats wird sie online gestellt und es gibt Kurzgeschichten-Frischfutter. Hier gehts lang zur Aktion und den weiteren Beiträgen:  Petras Reserve Blog

Freitag, 15. April 2011

Feierabend

Aufatmend ließ ich mich auf das Sofa fallen, was war das für ein verückter Tag gewesen, und griff nach der Fernbedienung. Mir war jetzt alles recht, was mich aus meinen Gedanken herausriss. Ganz egal was es war. Hauptsache, das Dröhnen in meinem Kopf hörte endlich auf! Jetzt nur nicht nachdenken, weg mit all dem Mist, nur ins Vergessen absinken …

Lustlos drückte ich mich durch die Programme. Heute vermochte mich selbst der sonst so zuverlässige Kasten nicht abzulenken. Ich war wie unter Strom. Der Nachbar unter mir war in seinem üblichen Feierabendsuff und heulte wieder wie ein Wolf... Das verbesserte meine Stimmung um null Grad. Ich wünschte mir, meinem inneren Schweinehund auch endlich zu folgen. Ich stellte es mir vor, wie ich brav hinter ihm her dackelte.

Ein leises Grinsen stieg in mir auf und dann musste ich schallend lachen!  Mein hysterisches Gelächter musste auch eine Etage tiefer zu hören sein, jedenfalls herrschte jetzt Ruhe. Die Anspannung der letzten Monate fiel von mir ab während ich mir die Lachtränen aus den Augen rieb. Mein Ärger verschwand. All die Reibereien bei der Arbeit lagen hinter mir, ich hatte mich entschieden: Morgen würde ich kündigen und ab nächstem Montag unbezahlt freinehmen. Einfach so ins Blaue hinaus. Mir wars egal, es fühlte sich saugut an.

Ich sass noch eine ganze Weile still auf dem Sofa während es draussen dämmerte und dann Abend wurde. Dann griff ich zum Telefon und rief meiner Liebsten an. "Schatz, wie wärs mit Ostern in Rio?" Am anderen Ende der Leitung hörte ich erst atemlose Stille und dann einen sehr sehr lauten Jauchzer …



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Diese Kurzgeschichte schrieb ich für die Aktion "Die Flotte Feder" von Follygirl … Zu einem vorgegeben Anfangssatz können alle die Lust haben, eine eigene Geschichte schreiben. An jedem 15. eines Monats wird sie online gestellt und es gibt Kurzgeschichten-Frischfutter.
Hier gehts lang: Follygirls Blog

Mittwoch, 6. April 2011

MundArt

Vor kurzem, als wieder mal des Nachts wachlag, spukten mir ein paar hartnäckige Fetzen einer Geschichte im Kopf herum. Versuchsweise begann ich, diese in Mundart statt in Schriftsprache niederzuschreiben. Es war erstaunlich! Ich habe schon seit mehreren Jahren keine Kurzgeschichten mehr geschrieben, einfach deshalb, weil ich mich immer über meine trockene Sprache geärgert habe. In Berndeutsch ist einfach viiieel mehr Fleisch am Knochen! Plötzlich macht mir das Schreiben wieder Spass … Mal schauen, was daraus wird!