Donnerstag, 26. November 2020

Vom Rauskommen ...

Meine berufliche Auszeit gestaltet sich variantenreich. Ein Tag wie heute sticht daraus hervor, denn ich habe mich wieder aufgefangen und fühle mich bei mir. Die letzten Tage waren schwer.

Es gibt eben so Tage, an denen ich mich mit Müh und Not durchhangle. Tiefste Selbstzweifel quälen mich dann. Immer wieder meine Verfehlungen in Grossaufnahne .. und ich komme zu dem altmodischen Begriff "Anfechtungen". Weil das passt. Meine Dämonen sprechen zu mir. Triezen mich, sprechen meine tiefsten Ängste an und ich versuche, ihnen Contra zu geben. Schwere, Schwärze, Angst. Hindurchgehen muss ich.

Ein Coming-Out ist kein Spaziergang, auch wenn ich jetzt schon länger auf diesem Weg bin. Und es ist ein Coming-Out auf ganz verschiedenen Ebenen. Klar, ich liebe eine Frau und ich lebe mit ihr. 

Da ist aber noch so viel mehr! Wie lange habe ich vieles von mir verdrängt und unter Verschluss gehalten?! Gerade auch meine Stärken. Ich war es gewöhnt, die Schwache und Angeschlagene zu geben. Das geht so nicht mehr. Weil ich viel mehr bin als das. Der ferne Mann sagt: We're all a little bit broken .. and that's okay. 

Und die nahe Frau sagt: Eine flog übers Kuckucksnest. Und meint damit mich! Sie vergleicht mich mit dem Indianer in der Geschichte. Einem der so tut, als wäre er nicht ganz bei Trost. So tun als ob man spinnt, um die eigene Haut zu retten. Undercover den Deppen geben um Rauszukommen und die Freiheit zu erlangen. Ja, verdammt. Wie wahr! 

Nach dem ersten leeren Schlucken merke ich, dass die Wahrheit über mich selber herauszufinden, mit gut tut. Was andere über mich sagen, sind dann die einzelnen Mosaiksteine, die ich gerne entgegennehme, weil sie mir dabei helfen, ein ganzes Bild zu bekommen. 

Es braucht sehr viel Mut, mich mir zu stellen, zu mir zu stehen, doch es bringt auch eine tiefe Freude und mehr Sicherheit.

Ich weiss, dass ich auf dem rechten Weg bin.





Donnerstag, 5. November 2020

Im Garten und in Gedanken übers Gartenabräumen

Ich komme aus einer Familie mit zwei grünen Daumen. Und so ist es eine grosse Freude für mich, nun einen grossen Garten rund ums Haus zu haben. Damit ist ein Herzenswunsch für mich in Erfüllung gegangen! Kartoffeln, Zucchini, Kürbisse, Tomaten, Rote Beete, Pastinaken, Äpfel, Stachelbeeren, Erdbeeren, Salate, Blattmangold, Weintrauben, Himbeeren und verschiedene Kräuter ... . Für nächstes Jahr plane ich, dass noch mehr wachsen darf und ich weiteres ausprobieren will.

Heute habe ich auf dem Rasen (kein englischer!) Laub geharkt und einen Teil in den Kompost gegeben und das restliche Laub unter den Büschen verteilt. Es kommt nix davon weg. Die kleinen Tiere und die Igel sollen ihre Winterverstecke haben, und der Boden seine Decke für den Winterschlaf. Das finde ich wichtig. Die Beete lasse ich möglichst frei und mulche diese nicht, weil wir eine Nacktschneckenplage haben. Dafür habe ich Gründüngung und Ackersalat (Nüsslisalat) gesät und lasse einiges stehen. Das kann ich auch noch im nächsten Frühjahr beackern. So habe ich es von einem naturnahen Gärtner gelernt: die Stauden werden erst Ende des Winters geschnitten. Ich habe nur den Rasen freigeharkt, den wir behalten wollen, und das Laub anders verteilt. 

Wie Herr und Frau Schweizer jede Sonnenblume ummähen, jede Staude zurückschneiden und jedes einzelne Blättchen wegharken müssen ... völlig kahl muss der Garten sein .. ich versteh es einfach nicht. 

Hier gibt es Distelfinken und verschiedene Meisenarten. Diese bedienen sich an den Samenständen der nich stehenden Stauden (Karde, Hanf, Weidenröschen, Sonnenblumen, Nachtkerzen ...). Und finden auch noch jetzt Insekten. Davon hat es sehr viele!

Doch wenn ich mich anderswo umsehe: Alles muss gepützelt werden in den Schweizer Gärten und wie geleckt aussehen. Für die Natur auf jeden Fall ein Schaden, dabei wäre es eine simple Sache und ein Mehrwert, weniger Aufzuräumen im Garten. 


Dienstag, 3. November 2020

Liebe? Liebe!

Die Liebe hat so viele verschiedene Wege, ich staune immer wieder. Mein Leben hat sich sehr verändert und verändert sich noch. Ich fühle mich viel ruhiger und mehr bei mir. Manchmal strample ich noch, Zweifel tauchen auf, ist "es" das jetzt? Ist das Liebe, was ich fühle? Es ist so leise, zart, warm und unaufgeregt. Und doch so schön! Ich erlebe ein "Coming Out" auf mancherlei Ebene. Das Zusammensein mit ihr verändert, wie ich mich selber sehe. Es verändert uns beide. Bringt versöhnliche Energie. Für beide. Ich sehe mich selber in einem besseren Licht. Ich kann zu meiner Stärke stehen. Genauso auch zu meiner Zartheit. Mein Frau-Sein annehmen. Meine Wildheit umarmen. Und ich kann endlich auch: eine Frau berühren. Die Frau, die ich immer war, zeigt sich und wird geliebt. Und ich liebe zurück. Mich selber und auch meine Lebensgefährtin.

Dienstag, 27. Oktober 2020

Tag 27 ...

Alles neu machte der Februar. Da traf ich jemanden ganz besonderes und sie hat mein Herz erobert und ich ihres. Und nun ich habe mein ganzes Leben umgestellt und bin zu ihr gezogen in einen anderen Teil der Schweiz. Von den BernerInnen zu den ZürcherInnen. Meine Arbeit habe ich am 30.9. nach fast 8.5 Jahren aufgegeben und meine Wohnung am 21.10. nach 15 Jahren.

Nun ist Tag 27 meine neuen Lebens und ich bahne mir einen neuen Weg.

Es ist immer noch ein Umgewöhnen! Der Schritt hat Mut gebraucht, sehr viel Mut. Doch ich bin froh, dass ich es wagte und jeden Tag wage ... Das Gewöhnliche bekommt mir nicht.

Montag, 16. März 2020

Liebe viral gehen lassen

Meine aktuelle Playlist:
Das schöne Leben _ Steiner & Madlaina
Life is Good _ Flogging Molly
Stand by me _ Luke Griffiths
Aloha Ke Akua _ Nahko and Medicine for the People
Freundeskreis _ Esperanto
One Love/Get ready _ Bob Marley
Rückenwind _ Thomas D
Go to the River _ Yael Naim
New Soul _ Yael Naim
Life _ Des'ree

Samstag, 1. Februar 2020

Alte Karten und neue Pfade

Keep looking ahead. The past is an out of date map....too many new paths.

Das schrieb der ferne Mann vor längerer Zeit. Und ich konnte noch nicht so recht darauf vertrauen. Manchmal hats mich auch geärgert oder genervt. Zu sehr schien er darauf zu drängen, dass die Vergangenheit nicht (mehr) zählt. Während sie mich doch täglich immer wieder eingeholt hat! Mit Erinnerungen, Flashbacks und alten Sorgen.

Das verändert sich. Ich traue dem Neuen. Wie ich gelernt habe, dass ich ihm vertrauen kann. Und erst recht: mir selbst.

Selbstvertrauen kam nach und nach. Erst wars ein Blindflug durch die Nacht. Ich habs gehasst dass er scheinbar mehr über mich wusste als ich selbst. Und ich fühlte mich wie magisch angezogen von ihm. Ich hörte seine Stimme, seine Ermutigungen. Sie haben mich weitermachen lassen. Als es hart auf hart kam. Als es bei der Arbeit nur noch Stress und den endlosen Tunnel gab für mich.

Ich wollte ihm glauben. Aber ich fühlte nichts davon und nur selten. Sein Glauben an mich schien mir schräg. Ich WOLLTE es nur so verdammt stark. Ich WOLLTE mein Leben neu ausrichten. Ich WOLLTE dieses bessere Leben für mich. Und ich habs getan. Ich bin dran geblieben. Auch als es fast unerträglich war und unerreichbar schien.

Und: Es geschah. Nach und nach. Nach vielen düsteren Momenten, verweinten Momenten, Wutanfällen und dem Durchschreiten der Angst. Stetig und mutig ging und gehe ich voran. Die Angst nimmt ab. Die Freude wächst. Manchmal auch die Ernüchterung.

Es ist gut gewesen, dass er es immer wieder zu mir gesagt hat! It's all in the past. Move on.

Seine Liebe trägt mich durch Zeiten in denen ich keinen Mut und wenig Kraft mehr fühle. Und das seit fast 2 Jahren. Und es macht mich dankbar. Es gibt Opfer zu bringen. Altmodisch aber wahr. Er bleibt fern. Und ich gehe meinen Weg doch auf eine Art alleine -- und friedvoller. Nicht mehr auf Kampf und Widerstand ausgerichtet. Geschmeidiger!

Dass meine vorherige Beziehung in die Brüche ging, das war schwer zu ertragen und ich hab viel deswegen geweint. Das Leben geht weiter. Mein Expartner ist daran, sein Leben neu zu entdecken. Und das ist Schönheit pur. Ich freue mich für ihn. Und mein Leben zeigt sich mir auch in neuen Facetten. Ich umarme mich und mein Leben, mein Existenz ist wertvoll. Ich bin wertvoll.

Nun. Ich erkenne, wieviel Wahres dran ist: Die alten Karten sind nutzlos geworden. Dienen mir nicht mehr. Und ich bin eine starke und stolze Frau und dennoch demütig, in einem guten Sinn. Es ist alles gut. Und ich bin neu. Amen.

Samstag, 26. Oktober 2019

Kleinste Gärten (20)

Es pilzt allüberall


Weil der treue Herr Ackerbau immer wieder auf die Kleinsten Gärten hinweist, will ich doch auch mal wieder ein paar aufschalten.


Einige kleine Gärten haben sich nun angesammelt. Hier die Pilzedition. Bitteschön!


Das Arbeitsleben beutelt mich ziemlich und ich finde es schwer, das in Worte zu fassen. Nur ein Teil stammt dabei aus meiner 'Mache'. An diesem bin ich dran.





Alles etwas wirr und chaotisch. Nicht einfach zu klären. So schreibe ich lieber nichts, statt mich und die Situation lange zu erklären oder zuviel aufzuschreiben, was nicht ins www gehört.


Das Schöne kommt etwas zu kurz und mir ist es bewusst. Und da gehören auch die Kleinsten Gärten dazu. So wende ich mich nun bewusst wieder den Wundern in meinem Leben zu.


Von den Pilzen und mit den Pilzen kann man lernen, dass klein manchmal wirklich OHO! ist. Und der Schein trügen kann. Sie bewohnen eine Zwischenwelt und wissen einiges darüber.

Und etwas so vergängliches wie ein Schwamm trägt Macht in sich. Gift, Nahrungsquelle. Schönheit und Heilung, Zauberkraft.

Die Schwämme sind auch ein Sinnbild dafür, dass das Grösste und Wesentliche für unsere Augen oft nicht sichtbar ist oder sich eben nicht offen-sichtlich zeigt, so wie sich das Mycel der Pilze im Boden oder im Holz verbirgt. Und das dennoch die treibende Kraft hinter dem Geschehen ist ...