Mittwoch, 5. November 2025

Menschenrechte gelten für alle

Erste Schritte der jungen Queers

Plötzlich finde ich mich in der Rolle eine queeren Frau, die dem queeren Nachwuchs Lebenstipps gibt, geben darf. Etwas schräg, bin ich doch auch noch nicht so lange "dabei" ... Doch da ist dieser ungeoutete Welpe, noch keine 18 Jahre alt, der mir Löcher in den Bauch fragt. Starke Persönlichkeit, Charisma ohne Ende, ein umwerfendes Lachen und viele Fragen und Sorgen. Viele Fragen kommen, alle sind sie tiefgründig. Beide denken wir sehr viel, haben soziale Ängste, wurden in der Vergangenheit abgelehnt und gemobbt. Das verbindet uns. Ich verstehe, wo er steht. 

Ich werde ausgefragt darüber, wie ich/wir Beziehung lebe/n, wie ich/wir Krisen in einer Beziehung durchstehen und wie wir sowas lösen. Wie reagiere ich, wenn ich keine Antwort auf eine Textnachricht bekomme und der Luft hänge, ich nicht weiss, wo ich stehe mit dem anderen Menschen? Und was mache ich wenn da ein Gefühl von Wertlosigkeit ist? 

Gibt es Regeln, ein Rezept? Da muss ich enttäuschen. Meine Lebensgefährtin und ich geben Antworten, wie wir es handhaben. Auf meine Antwort, dass dies aber sehr individuell sei, folgt ein langes Gesicht des Gegenübers. Bin ich froh, kein Teenager mehr zu sein! ... aber das behalte ich für mich ^_^

Am Schluss frage ich ihn, ob ich ihn in den Arm nehmen darf. Darf ich. Mit einem etwas wehmütigen Gefühl lasse ich ihn ziehen. Mehr Helfen ist nicht. Aber ich hoffe er fühlt sich dadurch weniger allein in einem Umfeld in dem es eine Abweichung von der Hetero-Norm nicht verträgt.

Verbindungen mit den Alten 

Und dann sind da die alten Kämpinnen der gestandenen frauenliebenden Frauen. Ü50, Ü60 .. auch viel älter. Mit der Frauenbewegung gross geworden, auf der Strasse gewesen für mehr Rechte und heute noch laut und teilweise an Demos auf der Strasse für mehr Gerechtigkeit, gegen Sozialabbau, fürs Klima. Aktiv im Sozialen, in der Medizin, in der Kultur, im Sport. Aktiv setzen sie sich ein für Frauenräume auch gegen den aufkommenden Gegenwind aus der Genderbewegung, dass es "sowas" wie Frauenräume nicht mehr braucht. 

Was in mir ein zwiespältiges Gefühl auslöst. Sind wir denn heute nicht alle ein bisschen queer und "open role"?! Deswegen möchte ich dennoch nicht blöd angemacht werden, auch selber bestimmen, mit wem ich Tanze. 

Alte Schrecken in neuen Gewändern!

Mit Sorge schaue ich da hin, wo sich unheilige Allianzen bilden, die ich einfach nur zum Fürchten finden: Spirituelle Gemeinschaften mit der Lizenz zum Gelddrucken, die alleine an der einzig wahren Wahrheit dran sind und mit immensem finanziellem Background dastehen. Antidemokratische Kräfte die sich als "frei" darstellen, fortschrittlich geben und wo dann doch wieder eine starke Hierarchie und Diktatur zu sehen ist. Schulterschluss zwischen alternativ denkenden und rassistisch motivierten Menschen. Ausschreitungen, Verfassungsänderungen gegen gleichgeschlechtlich liebende Menschen gerichtet. Politische Kopfmenschen, abgehoben, unglaubwürdig und weit weg von dringenden und realen Themen. Nur Parolen statt Lösungen. Zum Schreien...

- - -

So lange Menschen (wegen ihrer Identität und sexuellen Orientierung) verfolgt, verhaftet, bedroht, getötet oder auch nur verlacht werden, geht der Marsch für grundlegende Menschenrechte weiter ...




Erinnerungen an F.

Vielleicht weil es November ist, kommen auch Erinnerungen an Menschen, die nicht mehr am Leben sind. Ich weiss nicht, wer sie noch kennt, die Bloggerin aus Kanada, Bäuerin, ausgewanderte Schweizerin im Exil. Eine Zeitlang war ich auch im direkten Austausch per eMail mit ihr. Ihr Universum war liebevoll und bunt, sie hegte und pflegte es. Da war aber immer eine Sehnsucht zu spüren. Etwas Ungelebtes. Ein Aufblühen durch Weiterbildungen, noch mal ein neuer Anfang für sie. Dann kam Krankheit, bis sie dann nach einigen Jahren daran starb. Sie kommt mir immer wieder in den Sinn. Ihr Aufbegehren, ihre Sehnsucht nach einem anderen Leben, sie hat mich tief berührt. Das Leuchten von dieser Begegnung trage ich noch in mir. Ich hoffe, du hast Frieden gefunden und all die Farben, die du dir im Leben versagt hast!

Es novembert und leuchtet zugleich ...

Nachdem in den letzten Wochen heftige Krisen zu bewältigen waren, ist der Sturm jetzt gerade wieder vorüber. Körperlich bin ich nicht auf der Höhe, fühle mich reduziert, aber die Nerven sind wieder glatt wie ein Teich. Der Schlaf ist wieder besser. 

Gefühlt bin ich an jeder schmerzhaften Stelle meines bisherigen Erdendaseins vorbeigewandert und es war furchtbar. So nahe kams mir noch nie und es war ganz gefühlt und nicht mit dem Kopf in Schach zu halten. Überwältigend. Mit dem heutigen Verständnis nenne ich es traumatische Erfahrungen. Durch den Raum, den ich in meinem Leben heute habe, kommt einiges hoch. Da waren aber auch Menschen, im Aussen, die mich gestützt haben. Auch wenn ich durch die grössten Einsamkeiten alleine in meinem Inneren gegangen bin. 

Das Leuchten wird grösser und auch die Fähigkeit, mich in meinen Nöten nach aussen mitzuteilen. Das Wissen, dass ich nicht alleine in diesem Umbruch ist, hilft mir. Das neue Bewusstsein, so esoterisch es klingt, nimmt sich Raum. Egal wie man es nennen mag. Die Kräfte, die hinter all dem menschlichen Chaos was wir hier auf Erden veranstalten, wirken, sind ungebrochen. 

Ich merke, dass es wichtig ist, zu dem zu stehen, was ich spüre. Auch wenn ich als Spinnerin dastehe. Es zählt nicht. Und die Seele, ist sowieso immer noch unsterblich. Ich mache den Mund auf und stehe mal komplett im Schilf und mal genau richtig ...

::: Leuchten:::

Mittwoch, 22. Oktober 2025

Rauskommen ... wenn das Herz Flügel bekommt

Es tut sich was. In mir ist die Gewissheit gewachsen, dass es an der Zeit ist, nach 22 Jahren mehr oder weniger "anonym" Bloggen, ganz nach Aussen zu treten. Meine Worte haben Relevanz und sind unterfüttert von Lebenserfahrung, viel durchlittenem Schmerz und tiefem Empfinden, inneren kraftvollen Bildern und einer grossen Liebe zu dieser Welt auf der wir leben. Nach und nach komme ich auch offline in eine tragende Vernetzung, die mich auf diesem Weg ermutigt. Ich möchte in den kreativen Ausdruck kommen von dem, was ich in mir als Wesentlich empfinde. Ich werde im Verlauf von 2026 auch eine neue Webpräsenz aufbauen. Diese werde ich dann auch hier weitergeben. ---::: stärke :::---

Montag, 22. April 2024

Geröllhaufen und Geschenke

Gerade formt sich vieles neu. Ich habe intensiv nochmals im inneren Archiv und auf dem Geröllhaufen aufgeräumt. Da war soviel Trauer, Groll und Schmerz, auch Wut. Trümmer ohne Ende. Es war unerträglich. Da schreibe ich vielleicht noch was dazu. Mit mehreren Ansätzen konnte ich aus dem Gröbsten wieder herauskommen, ich bin immer noch daran. 

  • 1 Lektion bei einer Körper- und Bewegungstherapeutin hat mir etwas gebracht (da mach ich auch noch weiter). 
  • Viele Gespräche und Auseinandersetzungen mit Menschen in meiner Umgebung kamen dazu. 
  • Viele verschiedene Arbeiten hab ich umgesetzt, bezahlte und unbezahlte. Trotz dem Gefühl, nicht mehr zu können und mit meinem Latein am Ende zu sein, konnte ich etwas erreichen und bin froh, dass ich mich nicht nur unter der bettdecke verkrochen habe (hab ich zwischendurch gemacht).
  • 10 Tage habe ich mich einer Meditation (via App) zum Thema "Frieden schliessen mit der Vergangenheit". Ich muss nicht mit allem und allen einig sein, aber ich kann annehmen, was ist. Und ich kann mich mir selber mit Mitgefühl zuwenden, wenn ich zur Ruhe komme.

Solange der Fokus nicht nur auf dem Mist ist, geht es weiter. Denn dieser verengte Fokus trügt. Selbstmitleid tritt bei mir dann auf, wenn ich kein Selbstmitgefühl habe. Das ist ein spannender Unterschied den es weiter zu erforschen gilt...

Dieser intensive Weg gerade bringt mir Klarheit und Mitgefühl mit mir selbst. Ja, ich packe vieles einfach an und setze mich auseinander. Weil ich es mir wert bin, dass sich meine Lebensqualität verbessert.

Nun kann ich mich auch wieder nach aussen wenden, mich anderen zuwenden und mein Leben aktiv gestalten. Noch nie in meinem Leben ist mir soviel geschenkt worden wie jetzt gerade: Materielles wie ein (altes) fahrtüchtiges Auto und nichtmaterielles wie gute Gesellschaft und gemeinsame Projekte mit anderen. Mir kommt Verständnis entgegen, von einer Seite innerhalb der erweiterten Familie, von der ich sie nicht erwartet hatte, ich fühle mich gesehen.

Ich freue mich sehr an meinem Leben. Auf eine stille, starke, innere Art. DANKE.

Samstag, 20. April 2024

Ich bin Team "Apfelbäumchen pflanzen"

Die Welt bricht, gefühlt, auseinander. Oder sind es Aufbrüche? Auf jeden Fall Brüche. Sollbruchstellen? Mancherorts schon. Manches fühlt sich an, als wäre es morgen mit der Welt zu Ende. Wohin schauen? Was trägt? Wie viel Hinschauen erträgts?

Es ist nicht gut.

Ruhiger wirds nicht. Fakt. 

Ich spreche Dinge an, auch wenn es Courage braucht. Auch in Freundschaften. Versuche, es auf eine liebevolle Art zu tun. Nicht mit Gewalt. Manchmal gelingt es. Seltsame Allianzen sind da am Werk, in der Welt. Wenn gestandene Lesben mit dem Herz auf dem rechten Fleck plötzlich mit Telegram-Kanal-Wissen oder antisemitisch daherkommen. "Wissen" dass ich dann auf der Seite des deutschen Nachrichtendienstes mit den Warnhinweis "russische Propanda" wiederfinde. Mein Bauchgefühl hat mich nicht getrogen. 

Maul aufmachen und Hetze als solche zu benennen ist wesentlich. Nicht schreiend, sondern hinterfragend besonnen. Geschrei gibts genug. in den Kommentarspalten am Lautesten. Da wo es keinen Mut braucht. Da schreien sie alle. Gefährliche Extreme tun sich auf. Wenn sich die political correctness zu einer Maulkorb-Diktatur aufbaut, ist es mir auch links nicht mehr wohl. 

Dennoch mag ich mich nicht der Paranoia ergeben. Ich bin Team "Apfelbäumchen pflanzen". Angst machts mir schon. Ich gehe einfach immer weiter. 

In meinem Leben ergeben sich neue Freundschaften, neue Arbeitsformen, Zusammenarbeit, während mich die alte Einsamkeit und Verzweiflung (gleichermassen an mir selbst wie an anderen) auch immer wieder besucht. 

Mit dem Leben, das ich führe, wirbelt vieles hoch. Ich stehe auf, ich breche zusammen, ich bin erschöpft und begeistert zugleich. Ich überlebe alles. Ich tanze es bisweilen aus mir heraus. 

Da ist eine Strenge an mir, wie ich mit mir bin und die hartnäckig ist, auch eine zähe Widerstandkraft und eine Wildheit. Loszulassen von altem Ballast ist ein Weg, eine Entscheidung und auf keinen Fall eine Hauruckaktion. Die Wildheit ist fürs Loslassen.

Ich webe mit anderen zusammen an Visionen, wie die Welt auch noch funktionieren könnte, einfach im Kleinen. Es sind kleine Gesten. Gegenseitige Gesten von Respekt, Hilfe, Zuhören, Wahrnehmen. 

Es ist ein Geben und ein Nehmen. 

Es ist gut. Das ist gut. 

Amen.


Freitag, 15. März 2024

Lesen, Schreiben, Lesung -- Es ist WIRKLICH wahr

Ich sitze WIRKLICH an meinen Texten.

Ich mache WIRKLICH eine Auwahl.

Es gibt WIRKLICH eine kleine private Lesung im Juni in unserem Garten.

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An einem Seminar letzten November traf ich zwei Frauen, alle drei schreiben wir, eine von uns ist Musikerin/Kabarettistin. Und nun, gibts eine Lesung. Mit Musik. Das nahm so schnell Fahrt auf durch die beiden, dass ich jetzt, trotz üblicher Selbstwertkrise (Texte sind nicht gut genug, andere könnens besser, bin nicht zufrieden, da muss ich nochmal ran und überarbeiten,....etc), nicht mehr aus der Nummer rauskomme. 

Glücklicherweise! 

Freitag, 8. März 2024

Neuro-dingens

Mir wird bewusst, dass ich anders vernetzt bin in meinem Sein und Denken, es schon immer war. Ich habe Formen von grossen Begabungen (Sprache, Imagination, Intuition, Kreativität) und in anderen Bereichen da hapert es recht (Koordination, Mathematik, Systeme verstehen, soziale Interaktion in Gruppen). 

Mir hilft der Begriff der Neurodivergenz und ich ordne mich da ein. Ich brauche keine Diagnose, kein Schema, keine Therapie. Doch es tut mir gut, dass die Wissenschaft doch langsam versteht, dass Menschen nicht genormt sind und man zu lange die Abweichungen von der Norm als krankhaft und behandlungsbedürftig angesehen hat. 

Mir gibt das eine Genugtuung. Und ich treffe auf andere, auf Lebensgeschichten von anderen und Erfahrungen und Tools, die mir helfen. Ich verstehe mein Scheitern, mich in ein gesellschaftlich anerkanntes System einzufügen.

Das grosse Bedürfnis, es irgendwo zu lesen, was ich denn bin, ist weg. Wer soll denn das besser wissen als ich?! Niemand. 

Die spannende und wirklich wichtige Frage ist: wie komme ich klar? Wie gestalte ich ein gutes Leben für mich? Und das ist ein schöner Weg. Ich brauch halt Wanderschuhe und genügend Wasser und Proviant dazu! Und Menschen, die auch unterwegs sind. 

Sonntag, 14. Januar 2024

Werkzeuge die mir gerade helfen (Januar 2024)

Was ist anders seit dem Jahresende? Was mache ich anders?

Ich nehme mir mehr Zeit für Besinnung, Achtsamkeit, Meditation und meine Arten der Spiritualität. Dadurch bin ich entspannter und bewusster unterwegs. Es braucht noch Zeit und Geduld, zeigt aber Resultate. Dies mit Meditations-App, Tagebuch, und einem 21Tage-Online-Kurs.

Ich öffne mich wieder mehr, teile mich mit. Manchmal fällt mir das sehr schwer.

Anders sein und anders machen ist okay!

Kaffee reduziert auf eine Tasse am Tag.

Kräutertees: Zitronenverbena und Griechischer Bergtee sowie andere

Mehr bewusste Paarzeit in der Beziehung, ohne Elektronik.

1x die Woche gehe ich mit meiner Lebensgefährtin Joggen. Anschliessend gehe ich in den eiskalten Bach und nehme ein Kältebad. Während sie Stellung hält und die Handtuchhalterin spielt, wie sie betont :) Dieser Kälteschock gibt mir den Reset, den Körper und Nerven brauchen. Dieses Ganz-Da-Sein.

Ich mache Körperübungen wie Yoga, Kräftigung, Dehnung, Tanzen. Körperübungen hatte ich auch lange nicht mehr gemacht. Es geht langsam besser und es ändert sich.

Manchmal nehme ich mir für den Tag eine Widmung zu einem Thema: Selbstannahme. Vertrauen. Oder ich formuliere einen ganzen Satz mit einer Widmung/Absicht. Mir hilft das. Im Yoga nennt man das Sankalpa.

Es ist nicht alles perfekt, alles andere als das. Aber machen tut gut.

Neues Jahr, neues Leben ... Neues leben

Ende letztem Jahr war ich an einem Tiefpunkt angelangt mit mir selber. Mit meiner Einstellung mir selber gegenüber, meinen Erwartungen anderen gegenüber. Das Leben fühlte sich schrecklich an und von Angst beherrscht. Ich sah nur noch Baustellen und mein Blick auf alles war negativ. Schamgefühl. Verhaftet in Sorgen. Grau in Grau und ohne Lebensfreude. 

Ich wusste, jetzt muss ich da raus. Und ich habe seither vieles anders gemacht. 

Es ging nicht schlagartig bergauf, es ist ein steter Weg.

Es sind viele Baustellen, an denen ich dran bin und viele Vorhaben. Manches verfolgt mich schon mein Leben lang. Die Selbstzweifel und das Alleinsein mit mir selber, während die Welt aussen vor ist. Das gefühlte Fremdsein unter anderen Menschen, speziell in dieser Gesellschaft und der ewige Versuch, meinen Platz zu finden, ohne mich zu verbiegen. 

Ich versuche, zu verstehen und anzunehmen. Und wenn ich liebevoll mit mir bin, wirds leichter. Zu sehen und zu spüren, dass ich nicht allein bin. Dass ich geschätzt werde. 

Dass manches doch leichter wird, vor allem auch, weil ich mich besser verstehe. Die wunderbaren Zeichen zu sehen, die mir andere geben. Die Wärme anzunehmen!

Ich treffe Menschen, die auf einem ähnlichen Weg sind. 

Die Herausforderungen sind da. Die berufliche Selbstständigkeit ist ein Thema, das Gefühl zu versagen wenn keine Aufträge kommen. Die Angst, nicht zu genügen, wenn dann Aufträge kommen! 

Die Herausforderung, ein Leben zu leben, wie ich es will. Und den Konsequenzen, die sich daraus ergeben, auch die finanziellen Engpässe, das Jonglieren damits finanziell reicht. 

Und doch, da ist mehr Freude als Resignation. Es geht immer irgendwie weiter!

Die verinnerlichten gesellschaftliche Erwartung: So kann man doch nicht leben?! Wovon lebst du im Alter? Das sind Fragen die in mir auftauchen und die ich mir auch stelle. 

Jedoch: ich habe Jahre meines Lebens damit verbracht, mich einzufügen und es hat mich traurig gemacht. Weil ich mir damit fremd geworden bin, Verwirrung und Angst, kamen mit der Anpassung. Meine Stärken konnte ich zu wenig einbringen. 

Seit dem Tod meines Bruders 2007 habe ich einfach immer weiter gemacht. Die Ausbildung abgeschlossen, gearbeitet, jede Hürde genommen. Eine richtige Auszeit gabs nie. Und es hat sich Groll, Trauer und Resignation in mir aufgestaut. S

So sehe ich diesen anderen Weg seit Herbst 2020 in einem anderen Licht. Ich akzeptiere, dass ich diesen Weg so brauche: Selbstbestimmt und selbstverantwortlich. 

Ich spüre Stärke, wenn ich mich ganz dem hingebe, was ansteht.

Donnerstag, 26. Oktober 2023

Angesichts der Welt ... meine Gedanken

Die Schweizer Wahlen haben den Rechtsrutsch gebracht, wie ich befürchtet habe. Bin ich engstirnig, sehe ich Geister? Oder ... Ich kann es auch nicht genau sagen. Bin froh, dass wir zumindest genügend verschiedene Parteien und Stimmen haben um nicht so schnell in ein Extrem abzurutschen. Sonst? Ich weiss es nicht. Mir scheinen die Themen so weit auseinanderzudriften, auch zwischen Stadt und Land. 

Die antisozialen Kräfte die gerne die Demokratie für mehr Wirksamkeit umkrempeln wollen ... oder ganz abschaffen. Und ich werde mich äussern, wenn Menschen hetzen, tue es in meinem privaten Umfeld. Ich weiss nicht, wie weit mein Mut in der Öffentlichkeit reicht. Im Anti-Corona-Massnahmen-Umfeld gediehen antisemitische Ur-märchen und andere gespenstische Mythen wie mit Dünger gegossen, wie ich festgestellt habe. Da habe ich geredet.

Das alte Sündenbock-Spiel läuft medial immer noch und sogar noch besser. Die mediale Entrüstung und Hetze scheint schneller als alles andere. Terrorismus muss aber als solcher benannt werden. 

Angesichts der neuen und alten Konflikte auf diesem Planeten fühle ich mich sprachlos. Ich kämpfe nicht um mein Leben. Um mich herum wird nicht Krieg geführt. Ich kann diese Konflikte nicht lösen. 

So auch aktuell bezüglich Israel/Palästina. Manchmal bin ich lieber still. Gerade ist sehr viel Propaganda pro Palästina im Netz. Was ich verstehe. Rechtfertigt das eine Terrororganisation? Kann man Terror gut finden? Zerstörung nach allen Seiten?

Weil jeder getötete Mensch einer zu viel ist. Und Partei zu ergreifen fühlt sich falsch an. Als würde bedrohtes/genommenes Leben nicht ernst genommen. Im Krieg aufzuwachsen schädigt für immer. Terrorismus und Fanatismus im Namen einer Religion ist immer ein Krieg, der sich gegen Menschen richtet. Egal auf welcher Seite. Aufruf zum Hass ist Krieg. Es werden muslimische und jüdische Menschen bedroht. So wie an Corona die Asiaten schuld waren, gibts nun einen Freipass für Hass gegen jüdische und muslimische Menschen.

Ich möchte eine Stimme für diese Art von Menschlichkeit sein:

J.S. Park, dem ich auf Instagram folge, ein Geistlicher der als Seelsorger im Krankenhaus arbeitet, hat es auf diesen Punkt gebracht: 

I'm with those who grieve. Ich bin mit denen, die trauern.

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https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/av24/video-berlin-israelisches-palaestinensisches-restaurant-kanaan.html



Samstag, 14. Oktober 2023

Ich hab da noch Fragen ... (digitale Welt)

Warum/wann ist das digitale Leben nur so kompliziert geworden? Ich muss immer wieder an Asterix und Obelix und das "Haus das verrückt macht" denken ... 

Muss ich diesen Artikel für 10 CHF wirklich online bewerten? Wer ersetzt mir diese Lebenszeit?

Ich habe doch den Newsletter und weitere Werbung extra nicht angewählt, warum kommt all das jetzt trotzdem?

Wisst ihr noch, wo im Netz ihr überall ein Login habt? Und sicher benutzt ihr alle alle einen Passwortmanager ... ;)

Bekommt ihr auch Werbung als Nachricht auf Wha*tsApp? Leute die etwas Verkaufen wollen oder euch anheuern?

Und dann komm ich auf die Website eines lokalen Eisen- und Haushaltswarengeschäfts. Verzerrtes Logo mit allen Angaben; auch diese verzerrt, schlechtes Bild, weisser Hintergrund rund ums Bild, fertig. Kein Sicherheitszertifikat, also kein https oder so und nichts Interaktives (= unsichere Seite). 

Es gibt Menschen, die in der digitalen Steinzeit stehen geblieben sind, aber beruhigen tuts mich auch nicht.

*AArrrgllll ...*

Freitag, 13. Oktober 2023

Get up, stand up ... [yes, Bob!]

Die Welt brennt an so vielen Stellen auf einmal. News habe ich ganz abgestellt. Mitbekommen tue ich trotzdem vieles. Doch die geballte Masse von Leid und die Bilder dazu ist nicht zu ertragen. Es lähmt mich. Lähmung vor Betroffenheit bringt mir nichts. Und ich will aktiv werden.

Es ist Zeit, den Mund aufzumachen, zu Handeln und zu Wählen. Was kann ich tun? Und wo? Was ist mir wichtig? Auch wenn es Tropfen auf den heissen Stein sind. Nichts tun geht gar nicht mehr.

Die anstehende nationalen Wahlen hier in der Schweiz beschäftigen mich. Weil ich nicht informiert bin und weder linken noch rechten Parolen traue. Werde mich noch schlau machen. Eher links orientiert bin ich. Mit gesunder Skepsis. Weil ich glaube, dass die Durchmischung mit verschiedenen Parteien in der Regierung wichtig ist.

Doch wenn ich kapiere, dass manche Mittigen oder rechts der Mitte wirklich den Sozialstaat als Steinbruch behandeln (obligatorische Krankenversicherung abschaffen) und auch gegen Mindestlöhne sind, weil ein Mindestlohn ja nicht wirklich die richtige Antwort auf Armut sei, dann kommt die Wut hoch. Dann kann es mir nicht gleichgültig sein.

Es gibt Parteien, die für mich schlicht nicht mehr wählbar sind. Als Einzelperson mag ich vielleicht jemanden wählen, aber nicht die ganze Partei. Alles sehr christliche oder extrem linke oder extrem rechte, sowie alle Hetzer, das ist für mich nicht wählbar. Beim allgemeinen Rechtsdrall, europäisch betracht, wird meine Wahl links ausfallen.

Der unvergessliche Berner Liedermacher Mani Matter hats 1970 schon in 50 Sekunden zusammengefasst: 

Sonntag, 24. September 2023

Ein neuer Tag, die Reise geht weiter

Ich war in Versuchung, den gestrigen Blogpost zu löschen. Zu negativ, zu viel Vergangenheit. Werde ihn dennoch stehen lassen. Weil er relevant ist. Das ist einer der Pole, die in meinem Leben immer wieder auftauchen, wenn ich in Not und oder erschöpft bin. Und Packen und mich Zuhause abnabeln ist immer auch so eine Sache ...

Heute morgen fühle ich mich zwar immer noch erschöpft, aber ich habe wieder neue Perspektiven. Es ist fast alles Wichtige getan. Die Reise, die ansteht, führt mich nach Osten, da wo es mich schon so lange hin zieht. Wir fahren erst ins Tessin, dann kommen Italien, Slowenien und dann gehts nach Kroatien und damit erfüllt sich ein Wunsch, ein erstes Mal auf den Balkan. Als Kind bin ich über die an die Schweiz angrenzenden Staaten nicht hinaus gekommen (ausser DDR) und nun erweitert sich meine Welt. 

Meine Welt zu erweitern, das strebe ich auch sonst in meinem Leben an...

Samstag, 23. September 2023

Nüchtern bleiben | Bodensatz | Leben

Zum Titel "Nüchtern bleiben" kam ich heute morgen beim Entsorgen meiner Antidepressiva, die ich nun schon länger nicht mehr nehme. Ich gehe schon länger durch eine sehr schwierige, tiefgehende Zeit in meinem Leben. Der Griff zur Linderung und leichten Betäubung wäre verlockend. Die Depression begegnet mir immer wieder, doch dahinter verbirgt sich Überforderung, Erschöpfung und Angst. Der Ansatz "Medikamente" ist gerade nicht meine Wahl. Daher: Nüchtern,.

Die Selbstständigkeit, die Suche nach meinem Weg, meine Beziehung und Freundschaften, die frühen Wechseljahre. Ich erlebe überall Grenzzustände und Herausforderungen und ich kann mich nicht mehr hinter meiner alten Identität verstecken, diese ist viel zu klein geworden,

Ich bin in Versuchung, wieder abzutauchen, einfach mich mit etwas ablenken. Aber ich will es anders versuchen. Ich habe es mir CBD-Tropfen probiert, aber die machen mich passiv und belämmert. Als wäre ich am Dahindriften. Ins Handeln zu kommen, da helfen sie mir nicht. Alkohol vertrage ich schlecht und das ist auch ein zu schmaler Grat. So trinke ich halt Tee .. starte mit Meditation und dem Ändern dessen, WIE ich meine Herausforderungen bewältige.

Das "Wegmachen" von unerwünschten Gefühlen ist so naheliegend. Es ist tiefggehend echt, was gerade passiert. Ich habe Zugang zu Erinnerungen, die ich lange verdrängt habe. Da sind auch Schmerzen, die endlich mal in Gänze erkannt werden wollen. Die Verlassenheit und Einsamkeit, die ich über Jahre als Teil meiner Existenz kannte, wurde zu so einer existenzbedrohend starken Empfindung und Angst, dass ich verstand, dass dies ein transgenerationales Thema (Trauma) sein könnte. Eine frühkindliche, existenzbedrohende Erfahrung, die ich mehrfach zuordnen kann in meiner Familie. Aufgerüttelt durch die Instabilität und meine wachsene Stärke: Da kommt Bewusstsein in meine Existenz. Und ich empfinde Dankbarkeit. Mitten im Bodensatz meines Lebens erkenne ich, was drückt.

Das zweite ist: Falsch sein, das Alien sein, nicht erkannt werden, Abgelehnt werden und sogar Angegriffen werden fürs eigene Sein und dadurch auch wieder Angst, Stress und Einsamkeit. Zudem Unverständnis, Überforderung und ungesunde Rollenverschiebungen in der Familie. Mir half das Hörbuch "Tragisch aber Geil 2.0" von Barbie Breakout, weil das Fremdsein und "falsch sein" und die Suche nach dem eigenen Selbst da wesentlicher Teil der Lebensgeschichte ist (Autobiographie als Buch oder Hörbuch). Ich habe noch nie eine solch gleichermassen ungeschönte, reflektierte, tragische und zugleich bunte, herzergreifende, ermutigende Autobiografie gelesen oder gehört wie diese. Grosse Empfehlung.

Wer bin ich?

Warum ist es so schwierig, einfach zu sein? Wie kann ich SEIN?

Was will ich in dieser Welt für mich?

Wie stelle ich das an?

Die ganz grosse Waschküche ist das bei mir. Und eine riesige Chance, solange ich nicht im Selbstmitleid, in der Depression, im Groll und im mich Vergraben und Mauern feststecke. Es bewegt sich viel. Meinen Fokus bestimmte ich selbst. Wie kann ich anders leben, besser zu mir sein?

Mir kam auch Glennon Doyle in den Sinn, die in ihrem Buch "Ungezähmt" genau so eine Zeit beschreibt. Bei ihr war es eine Essstörung und andere Selbstbestrafung aus denen sie den Ausweg fand. Sie hat ihr Leben komplett geändert. Und ich habe mein Leben komplett umgestellt. Da sind Parallelen. Glennon Doyle schreibt auch, dass dieser Weg nicht einfach Friede Freude Eierkuchen ist, auch wenn man Süchten entkommt: Der Weg bleibt ein Weg. Und die Gefahr eines Rückfalls in alte Muster bleibt.

Bei mir sind es alte Wunden die weh tun, die geweckt werden und daraus entstandene destruktive Muster mit denen ich früher zurechtkam. Ich komme damit nicht mehr zurecht! Diese Muster schränken mich sehr stark ein und es wird mir immer enger darin. Momentan bin ich froh, wenn ich den Tag durchstehe mit dem was ich mir vornehme. 

Mich wohlzufühlen, das ist noch eine andere Sache. Ich lebe schon so lange mit bewertenden Gedanken (in denen ich mich abwerte) und gleichzeitig ist da dieser ständige Hunger nach Gesehenwerden und Anerkanntwerden. Wenn ich dieses Geschätztwerden und den Respekt bekomme, kann ich das dann nicht annehmen. Als würde mir da etwas fehlen um dies zu "verstoffwechseln"!  Aka Imposter-Syndrom ...

Der Freude folgen: Das ist der Weg. Es leichter werden zu lassen. Da brauche ich noch Übung! Ich bin so viel besser darin, es mir schwerer zu machen... und das kann ich so nicht stehen lassen. Er-Leichterung, Er-Mutigung und Be-Geisterung ziehen mich mehr an. Es mangelt einfach an Vertrauen und an Ruhe. Jetzt 2 Wochen Urlaub im Süden. Mal sehen, was in der Zeit geht... 



Donnerstag, 3. August 2023

Grenzen - verschiedene ..

Das meine zu finden, zwischen Sachzwängen, eigenen Glaubenssätzen, Erziehung und gesellschaftlichen Erwartungen und sozialer Kontrolle oder Druck (soweit ich mich diesen stellen will) bleibt eine Herausforderung. Doch ich finde es lehrreich. 

Gerade eben hatte ich Lust, in den Krieg zu ziehen. Der lokale Grundherr der Nachbarliegenschaften (und Strassenbesitzer) stört sich an unseren ergreisenden Lavendelsträuchern, die sich nicht an die Grenze halten und über die Mauer hängen. Wunderschön doch zugegebenmassen füllig und gross. Seine meterhohen Thujas, über die sich ein anderer anliegender Hausbesitzer schon beschwert hat, weil sie seinen Garten fast komplett beschatten, bleiben aber immer auf geschätzten 3 Metern Höhe, oder mehr. Keine Diskussion. Ich war freundlich und zuvorkommend. Hab mich dann aber geärgert ... 

Arrggh. Nochmals so ein Abgrenz-Thema. Wenn ich die Sträucher so massiv zurücknehme wie gewünscht, kann es sein, dass sie sterben. Nach der Blüte schneiden wir sie. Hm, ich weiss noch nicht recht, was meine Strategie sein wird. Kriegszug definitiv nicht. Aber vielleicht komme ich mit Schläue weiter? *g* Hm, es gibt immer mehrere Wege.

Mein Leben ist wie eine Holperpiste, und doch, im Steuern meines Landrovers werde ich immer besser. Im Grunde weiss ich, wo ich lang will und wie es sich anfühlen soll. Das Vertrauen schwankt und die Sinnesüberreizung über die stolpere ich immer wieder. Mein In-der-Welt-sein bekommt neue Namen und ich weiss, es können Fallen sein. 

Benennen hilft aber manchmal eben doch. Neurodivergent -- statt empfindlich, reizbar, zerstreut, grübelnd und übersensibel klingt einfach besser. Ver-rückt sein hilft auf jeden Fall, weiterzuwachsen und zu lernen. Die Filter waren halt noch nie besonders dicht. Aber so bin ich gemacht. Und so bin ich gemeint. (Danke dass ich wunderbar gemacht bin!) Was mache ich daraus? Was in der Welt und in meiner Umgebung geschieht, be-trifft mich unmittelbar und tief. Das war schon immer so. Mir scheint, es ist wieder ähnlich wie damals als Kind, ich fühle so viel, bekomme so viele Informationen und fühle mich damit manchmal schlicht überfordert. 

Wo mache ich auf, wo setz ich Grenzen?! Wo spiele ich mit den Grenzen, wo mag ich sie erweitern?!

Spannend ... 



Dienstag, 1. August 2023

Eine Art Jahresrückblick im Sommer 2023

Ich hab Lust zu Schreiben, aber wo anfangen? Ein Wust aus Gedanken und Empfindungen. 

Ein so wildes Jahr war das seit letztem August. Das Abenteuer Selbstständigkeit läuft noch und es wechseln in mir die Freude und Lust am beruflichen Unterwegssein und die Existenzangst laufend. Noch nie war ich so viel unterwegs in meinem Leben und habe neue Leute kennengelernt, Kunden und andere Begegnungen. Viel Arbeit! Wenig Geld. Und den Umgang damit. Ratlos, immer wieder und doch ... es geht einfach immer weiter.

So viele "erste Male". Von Böden abschleifen bis 1t Kies bestellen. Das alles wirbelt in mir noch durcheinander und ist wenig fassbar. Die Seelenruhe spüre ich selten. Gerade erschöpft. Zum Ausruhen bin ich jetzt durch die Mattigkeit und das Ausgepowertsein angehalten. 

Ich fühle mich, als wäre ich um einiges gewachsen und müsste mich in dieser neuen Form erst zurechtfinden.

Viele Gartenarbeiten. Bäume schneiden. Nachtwache machen. Fenster reinigen. Umbauen helfen. Räumen. Logoentwurf und Design für unseren Bus gemacht und umsetzen lassen. Wohnungsumbau bei Kundin: Ich lerne Farbsysteme eines englischen Herstellers kennen, malere zum ersten Mal in meinem Leben und helfe dabei, Tapeten aufzuziehen. Unsere Website gemacht. Böden abschleifen mit Handgeräten in einem kleinen Ferienhaus im bergigen Kanton Glarus wo die Drachen wohnen. Seither weiss ich, dass Drachen heutzutage in der Kehrichtverbrennung arbeiten. Macht Sinn. 

Ich vertiefe mein Faible für diese Orte: KVAs, Grüngut-Kompostanlagen, Biogas-Anlagen, Werkhöfe, Industriegebiete/Gewerbegebiete, Deponien und andere "Unorte". 

Meine Liebe zu den Unorten hält unvermindert an. Nischen des Zufälligen, das Abfälligen (haha), von Menschenhand geschaffene Orte ohne den Auftrag schön zu sein. Nix Design. Oder Design by Zufall. ich finde das Lied, etwas böse teilweise, vom "Balkonfrühstück" von Heinz Rudolf Kunze. Die Gitarre am Schluss erinnert mich an diesen anderen Klassiker "Uneasy Rider" von Charlie Daniels, nur vage ein Zusammenhang... aber ich mag auch diesen Song.

Mal wieder an einem spirituellen Seminar dabei gewesen und Heimat gefunden. Im materiellen und nicht materiellen Sinn. Der Kurs war auf der Schwäbischen Alb. Wo ich familiäre Wurzeln habe und ich so seelische Heimat spüre, in Verbindung mit der Landschaft. Und: Der schamanische Weg gehört zu mir. Und ich gehe ihn auf meine eigene Weise jeden Tag. Im November werde ich im Allgäu nochmals an ein Seminar gehen. Ich mag leise und präsente geerdete LehrerInnen die auf Augenhöhe sind. 

An der Pride in Zürich gewesen und den Umzug mit meiner Lebenspartnerin mitgelaufen und ich hab ihn genossen. Es war mein zweites Mal und die Freude ist immer noch gross, ich fühle mich zugehörig. Andererseits ist der Kommerz unübersehbar und das Ende des Umzugs mit der Ankunft bei der Bühne und den Foodständen auf diesem Kasernenareal bizarr. Kein "Place to be". Da will ich einfach wieder weg! Nächstes Jahr ist schon in meinen Kalender eingetragen, meine beste Freundin kommt auch mit. Etwas zwiespältig das ganze, aber interessant.

Es gäbe noch mehr, aber ein ander Mal.

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Freitag, 28. April 2023

Ressourcen // Mit anderen "können"

Mit den Ressourcen ist es ja so, dass sie zwar da sind, aber man nicht immer darauf zurückgreifen kann. Sie sind einer nicht in jeder Situation zugänglich. Dass ich viele Talente, Fähigkeiten und Erfahrungen habe, heisst noch nicht, dass ich immer darauf zurückgreifen kann. Gerade bei (meinen) mentalen Schwierigkeiten kann alles von einem auf den anderen Moment eingefroren sein: Teilweise fordere ich mich auf so vielen Feldern gleichzeitig, dass es von einer Herausforderung zu einer puren Überforderung wird. Fight, Flight, Freeze. Die Schatztruhe meines Lebens schliesst sich und ich hab die Codes und Schlüssel für alle 7 Siegel vergessen ...

Je weiter ich mir Raum nehme, je mehr ich wage, desto näher komme ich meinen Verletzungen und alten Tabus. Es ist ein schmaler Grat zwischen Glück und Unglück, und es liegt :auch: an meinem Fokus. Wenn dieser überall auf einmal ist, ist der Systemabsturz vorprogrammiert. 

Gerade im sozialen Bereich, im Zusammensein mit anderen, sind Hemmungen und Ängste da. In Gruppen von Menschen bin ich besonders angespannt. Manche finden, ich würde so eine Ruhe ausstrahlen. Hm, es ist wohl die Ruhe des schlummernden Vulkans! Ich taste mich da heran, nehme wieder an Gruppenaktivitäten teil, doch es ist schnell zu viel. Ich darf das ernst nehmen. Es gibt kein Entweder-Oder, nur ein Herantasten an das, was für mich passt.


Montag, 10. April 2023

Hummel-Ich (upgedated)

Es gibt doch diesen vielzitierten Spruch von der Hummel, die eigentlich eine zu kleine Flügelfläche hat, um Fliegen zu können. Da sie dies nicht weiss, fliegt sie einfach drauflos. Mir gefällt das Bild. Inzwischen geht man da zwar von einem Berechnungsfehler aus, aber der Hummel ist auch das egal. Die elegantesten Fliegerinnen sind sie nicht, doch sie leben und gedeihen. 

Mir gefällt das Drauflos und die Robustheit der Hummel. Die erste Hummel auf Wohnungssuche hab ich gestern in unserem Garten getroffen. Das Hummel-Ich, das in mir steckt, freute sich.


P.S. vom 11. April 2023

Ich stand am Kleiderschrank und dacht wieder an die Hummel. Und daran, dass wir gerade keine neuen Aufträge für die Firma haben. Weiterfliegen. Immer schön mit den Flügeln schlagen!

Und ein paar Minuten später war da ein Auftrag im Emailpostfach. Sogar noch für diese Woche! Unglaublich...

Freitag, 31. März 2023

Queer sein auf dem Dorf

Ich merke, dass die Religion mich stärker geprägt hat, als ich wahrhaben wollte. Im Sinne von "mich falsch fühlen". Momentan bin ich wieder ab und zu in einem Umfeld unterwegs, in der es mehr gläubige ChristInnen und traditionelle Rollenverständnisse gibt. Mich stresst das. Nach meinem Coming-Out als queerer Mensch fühle ich mich noch mehr als Störfaktor oder als Unikum. 

Da ich dort auch andere Menschen finde, die mich interessieren, beobachte ich das mal behutsam. Wieso fokussiere ich mich gleich wieder auf die Extremen, muss ich mich mit allen verstehen? Es hat mich noch niemand direkt konfrontiert und wenn, dann hätte die Predigerstochter in mir doch jede Menge an passenden Bibelstellen parat was Jesus wirklich gelebt hat. Da muss ich innerlich lachen ... 

Wieso Fronten auffahren wo gar keine sind? Oder: Wieso mich verkriechen? Ist das liebevoll? Es reicht, wenn ich zu mir stehe.

Wenn ich es als soziales Experiment für meine eigene Toleranz, Freundlichkeit, Grosszügigkeit und persönliche Standhaftigkeit ansehe, muss ich sagen: Challenge accepted!

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Nachtrag 1.4.
Es läuft gut. Ich merke, dass ich akzeptiert werde. Wenn ich meine alten Schutzmechanismen überwinde und zu meiner Stärke und Einzigartigkeit stehe.