Meine Blogroll

Freitag, 30. Dezember 2016

Aufmerksam in Schwarz

Gestern war es der Reiher. Heute fällt mein Blick beim Halten aus dem Zug auf die Rabenkrähe auf dem Bahnsteig. Sehr aufmerksam mustert sie ihre Umgebung und auch den Zug. Dann sucht sie wieder dem Boden nach Essensresten ab. Mir gefällt ihre wache Natur.

Gestern die mystische Begegnung mit dem Silberreiher und heute die mit der wachen präsenten Krähe. Die Raunächte halten Informationen für mich bereit.

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Beeindruckend in Weiss

Auf dem Weg zum Bahnhof bei minus 9 Grad. Ein grosser weisser Reiher steht alleine auf dem frostigen Feld. Als er mich sieht, fliegt er auf. Ein grosses weiches Flügelpaar spannt sich und er hebt ab. Er ist noch lange zu sehen. Beeindruckend wie weit seine Flügel sind. Ein Silberreiher.

Samstag, 17. Dezember 2016

Was weiter geschah ...

Dieser Post schliesst an denjenigen vom August an: Was bisher geschah .... und was weiter geschehen darf.

Mein wöchentliches Montagshighlight
Seither hat sich einiges getan. Seit Mitte August mache ich tatsächlich montags über Mittag das Krafttraining in der Gruppe (und das zu pumpender Charts-Musik, und das finde ich lustig, eine Ironie des Schicksals, weil ich Radiomusik meide wie die Pest). Die Trainerin ist sehr motivierend und menschlich. Es ist kein Bootcamp sondern eine gute Stimmung und Atmosphäre.

Es gefällt mir dermassen gut, dass ich mich bereits für die dritte Serie angemeldet habe (meistens sind es pro Serie 9 bis 11 x Training à 50min). Die ersten paar Mal stand ich danach dermassen unter Adrenalin, dass an ein effizientes Arbeiten im Büro danach nicht mehr zu denken war. Inzwischen geht das problemlos. Mein Körper hat sich umgestellt und ich habe auch bei der Arbeit mehr Schub.

Bei gewissen Übungen hakts, vor allem wenns um schnelle Bewegungen geht, die eine gewisse Koordination erfordern. Aber ich stresse mich nicht deswegen. Was geht, geht und was nicht geht, das mache ich halt so gut ich kann. Es läuft und ich be/werte mich und andere nicht mehr ständig.

Ab Anfang Februar werde ich Mittwochabends zudem noch ins "Fight Power" gehen, das sind Übungen und Bewegungsabläufe aus verschiedenen Kampfsportarten zu Musik, aber ohne den Nahkampf-Teil. An Kraft habe ich bereits gewonnen. Beim Fight Power wird sicher mein Kreislauf nochmals sehr gefordert sein, denn hier kommt er erst so richtig ins Spiel .. bin schon gespannt! Etwas Bammel habe ich schon, doch die Vorfreude überwiegt ...

Alte Strukturen verändern
Ich weise an dieser Stelle auch nochmal auf einen externen Link hin, den ich wichtig finde:
Was wir denken, verändert unser Gehirn.

Fazit: Ich nutze die Kraft aus den neuen Bewegungen, um gegen meine Ängste anzugehen, um endlich in meinem ganz eigenen Raum und Leben anzukommen. Es funktioniert zunehmend und es zieht Kreise. Ich stehe ganz anders im Leben als noch vor einigen Monaten. Dieses viel zitierte "nichts muss, alles/vieles kann" nimmt sich in meinem Leben Raum. 


Gelungene Veränderungen in meiner Wohnung

Oder: Ich tausche mein altes Leben gegen ein neues ^_^  ...


Im Herbst hatte ich ja mal über die geplanten Veränderungen in meiner Wohnung gebloggt. Seit Anfang November sitze ich nun auf meinem neuen Sofa. So liess sich auch der bescheidene November besser ertragen.

Es ist das erste selbstgekaufte Sofa. Und ich bin sehr glücklich damit. Die Farbe stimmt perfekt, ein helles Braun, es erinnert mich von der Farbe her an das Fell eines Tieres und wirkt natürlich. Es ist bequem und es bietet genug Platz für mehrere Personen. Und trotzdem habe ich auch alleine nicht den Eindruck, darin zu versinken. Ich habe noch einen Hocker/einen Pouf dazu gekauft, welcher im Preis fast gut die Hälfte ausgemacht hat, doch es lohnt sich und ich kann nun die Beine nach vorne ausstrecken. Als Anhängerin des zelebrierten TV-Dinners ist das jetzt echt bequem ;)


Welcome!

Es hat sich wirklich gelohnt, dass ich mir sehr viel Zeit genommen habe, das passende Teil für mich zu finden. Ich war mindestens 5x in einem Möbelhaus, bis ich mich definitiv entschieden hatte. Irgendwas hat mich immer gestört. Bis ich plötzlich sicher war: Das ist es! Als ich dann bestellt habe startete "zufälligerweise" genau an diesem Tag eine 20%-Aktion ... und von der konnte ich dann profitieren. Es passte einfach genau.

Good bye 70er Jahre...
Dass ein neues Sitzmöbel mir so viel mehr an Lebensqualität bringt, hätte ich niemals gedacht! Das runtergerockte alte 70er-Jahre-Teil ist nun im Sofa-Himmel gelandet. Etwas geschmerzt hat es mich doch. Ich habe quasi "meine Kindheit darauf verbracht". Aber es war einfach Zeit. Für etwas eigenes. Zum ersten Mal.

Für jemanden anderes mag meine Freude über ein stinknormales Sofa etwas seltsam sein. Für mich ist es ein neuer Lebensabschnitt und wichtig. Und mein Wohnzimmer ist nun zu einem richtigen Wohlfühl-Ort für mich geworden und ich freue mich noch jeden Abend aufs Neue darüber. 

Die Feste feiern, wie sie fallen ...

es werde ... licht ...





Wenn es novembert






Wenn es zu novembern beginnt, gehts nach ganz Innen. Ans Eingemachte. Während nächtens die Wilde Jagd ums Haus pfeift, tritt in meinem Innern das unterste zuoberst. Die Dämonen fliegen tief. Schlaflos schaue ich ins Dunkel. Es gibt verschiedene Arten von inneren Kräften. Nicht alle sind taghell und frühlingsgrün. Ich sinke und sinke. Aufgeben und mich der Dunkelheit und meiner Kraftlosigkeit anvertrauen: das ist jetzt der Weg. Ob ich will oder nicht. Habe mich sinken lassen. Und wieder Grund gefunden. Schätze, aus dem Verborgenen heraus gewonnen. Aushalten. Durchhalten. Einschlummern. Müde aufwachen. Ertragen und dann bestaunen was alles da ist. 



...



Donnerstag, 15. Dezember 2016

Be-schwerend

Wer sich ständig beschwert, macht sich(s) schwer.


Link zum Thema: Denken formt das Gehirn um

Freitag, 9. Dezember 2016

Kleinste Gärten (8)

Städtische Untergrund-Kultur direkt vor dem Berner Bundeshaus

Auf kleinstem Raum ...
.. einig ...
.. zusammenstehen ...


Donnerstag, 17. November 2016

Blog-Pause

(Quelle unbekannt)

Ich brauche eine kleine Auszeit und mache hier mal eine Weile Pause. Auf Wiederlesen!

Mittwoch, 2. November 2016

Heute bloggen Haustiere

Heute ist, laut Herr Ackerbau, der Tag der bloggenden Haustiere. Schilderung des Projekts: hier.

Meine Haustiere und tierischen Hausgäste können leider nicht, wie andernorts die Samtpfoten, eine Tastatur bedienen. Daher habe ich ihre Botschaften in Lautschrift aufnotiert.

Text 1: Ein vorbeireisender Gast mit einem kurzen Grusswort
Text 2: Meine ständigen Haustiere, Auszug aus einem Gruppengespräch

Vielleicht finden sich noch Sachverständige für die Übersetzung?


Montag, 31. Oktober 2016

Rostparade (2)

Zeichen der Zeit, Zeit der Zeichen
Ende GeländeR
Schicht um Schicht um ...
Altmetall, quasi
Rostiger Felsen der spukt ...
Rost "al naturale" aus Elba, Italien: Erzhaltige Gesteine und andere Trouvaillen.

Am Hafen (Marina di Campo)

Damit schliesse ich mich Frau Tonaris Rostparade an. Diese findet immer am letzten des Monats statt ...

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Fran Varady

... ist eine meiner momentanen Serienheldinnen. Die Buchserie der englischen Krimiautorin Ann Granger gibts schon länger. Ich bin aber erst diesen Herbst auf die Bücher gestossen und ich habe die eigensinnige Hauptfigur sehr ins Herz geschlossen.

Es sind keine fiese spannenden Thriller, in denen man sich plötzlich im irren Hirn des Serienkillers wiederfindet *hüstel* ... sondern einfache klassische englische Krimis. Es geht halt, wie immer in diesen Stories, am Ende ums "whodunnit", also darum "wers getan hat".

Fran rutscht dabei eher zufällig in die Rolle der Detektivin, weil sie inoffiziell und auf eigene Faust, einen Todesfall untersucht, von dem sie indirekt betroffen ist, auch als Tatverdächtige.

Ich habe schon mehrere Bücher der Autorin gelesen, auch aus den anderen Serien, und ich war noch jedesmal bei der Auflösung eines Falles überrascht. Allzu vorhersehbar finde ich sie daher nicht.

Die Bücher sind sehr routiniert (runter)geschrieben und ähneln sich auch. Gesellschaftskritische Anklänge sind genauso zu finden wie einige Klischees. Das jeweilige "Personal" eines Buches umfasst jedoch ein recht breites Spektrum der Gesellschaft, genauso sind auch die Täter aus verschiedenen Umfeldern. Was ich an diesen Büchern sehr schätze.

Die Hauptfigur Francesca finde ich interessant. Weil sie so bockig und unkonventionell ist. Eine verhinderte Schauspielerin und unangepasste Frau, eine Teilzeitarbeiterin ohne feste Stelle, ohne gesellschaftlichen Status, ohne Liebesbeziehung und Familienanschluss. Ein Mensch mit sozialem Gewissen, der aus eigenem Antrieb den Dingen auf den Grund gehen muss. Ein Mensch mit nur einem einzigen richtigen Freund und "Sidekick" an der Seite, nämlich Ganesh.

Im ersten Buch lebt Fran in einer zusammengewürfelten WG in einem besetzten Haus. Wie es dazu gekommen ist und welche Rolle dieses Haus und seine Bewohner in diesem Mordfall spielen, erzählt der erste Band: Nur der Tod ist ohne Makel (ohne Link).

Schöne neue Arbeitswelt (Wie der Mensch sich selber abschafft)

Ich gehe sehenden Auges durchs Leben. Mir fällt einiges auf, was mir Sorgen macht. Je weniger ich mit mir selber zu tun habe, desto mehr beschäftige ich mich mit dem, was um mich herum passiert. Und vielleicht schreibe ich etwas naiv darüber, aber ich werds trotzdem aufschreiben, weil es mich beschäftigt.

Heute hab ich gelesen, dass die Schweizerische Post 600 Filialen schliessen will, das heisst 1200 Menschen sind davon betroffen. Stellen sollen aber dadurch keine verloren gehen.

Dass das geht (Stellen erhalten) kann ich mir nicht vorstellen. Aber ich lasse mich da gerne eines besseren belehren.


- - -

Das ist nur ein Beispiel. Ich habe nix weiter dazu recherchiert, werfe es einfach so hin. Es könnte auch Firma XY oder ZVW sein. Wie es bereits anderswo geschah und immer wieder geschieht.

Alles wird besser, schneller und alles wird digital. 

Eine vernachlässigbare Nebensache ist, dass Menschen und ihre wirtschaftliche Existenz an diesen Entwicklungen mit dranhängen. Wenn alles digitalisiert ist: Wohin mit den Menschen? Diese Art von Fortschritt lässt sich eben auch schlecht rückgängig machen. Mir machen einfach die Begleiterscheinungen Bauchweh. Die Geilheit nach den aktuellen Zahlen. Personalkosten sind teilweise schlicht ein zu grosser Posten im Budget. Da lässt sich immer etwas dran drehen.

Das möchte ich die Bilanzsanierer, Massenentlasser und Fans der Cost-Income-Ratio fragen: Wohin mit den Menschen?

Sozial? Scheissegal! Hauptsache die Bilanz stimmt: So viel haben wir gespart. Da haben wir expandiert. Soviel Gewinn haben wir im letzten Jahr gemacht. 

Das zählt. Das sind die Zaubertricks, die eine Rolle spielen.

Alles andere sind nur "Zeichen der Zeit", so läuft halt die Entwicklung, so spielt eben der Markt. Da finden sich immer ein paar schöne Worte.

Das sind "ökonomische" Spielereien die am Ende sehr viel kosten werden. Arbeitsplätze, Menschenwürde, ... Leben?

Irgendein Sozialfonds oder irgend ein Topf der Allgemeinheit wird schon für diejenigen aufkommen, die keine neue Arbeit finden oder die am System zugrunde gehen. Und genau an diesen Notfall-Töpfen wird dann später wieder herumgespart, weil die Sozialausgaben explodieren.

Und ich persönlich glaube nicht mehr an die Gewerkschaften. Die sind inzwischen Teil des ganzen seltsamen Systems.

Am Ende erledigt man wahrscheinlich dann doch mit weniger Menschen die gleiche Arbeit wie vorher -- voilà! Das ist dann der sogenannte Fortschritt. 

Und wenn einige Menschen halt durch die Maschen fallen, dann ist das eben so. Zeichen der Zeit und etc. pp. Wirklich verantwortlich dafür ist aber ...  (siehe Füllwörter oben).

Neben der obersten Kaste, den paar Spitzenverdienern, braucht es dann nur noch ein paar billige Lohnsklaven. Jemand muss ja schliesslich die Maschinen bedienen, die dann (fast) alles selber können. 

Grosse gesellschaftliche Veränderungen, Massenarbeitslosigkeit, die liegt zum Glück noch in genügend weiter Ferne. Aber es braut sich definitiv was zusammen. Und ich merke immer wieder, dass mich das Thema Hartz IV sehr beschäftigt, obwohl das ja ennet der Grenze vom (noch) bonzigen CH-Land "stattfindet". Aber auch im schönen CH-Land knirschts im Gebälk.

Und den arbeitslosen Rest der Menschheit: Schaffen wir den dann ab oder wie?

Die Tendenzen sind da.
Fortschritt: Wovon schreiten wir fort und wohin?




Mittwoch, 26. Oktober 2016

Anderswo in Bloggersdorf (8)

Teilenswerte Posts anderer Bloggerinnen, die mich angesprochen und nachdenklich gemacht haben.


Neulich im Fitnessstudio
Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper? Ob das wirklich zutrifft ... davon handelt dieser Post der Bloggerin Clara.

Weil es mich immer wieder einholt
Wenn Menschen erwarten, dass andere ihre innere Leere ausfüllen und ihre Bedürfnisse stillen. Eine Form von seelischem Missbrauch und eine Kindheitserfahrung. Darum geht es in diesem Post von Luzia.

Wer noch niemals in lauschiger Nacht ....
In der Firma wird alles besser -- und deshalb bleibt kein Stein auf dem anderen: Change Management. Darüber schreibt die Bloggerin Annika in diesem Post.



Dienstag, 25. Oktober 2016

Genug gewinkt (Schiff nach Nirgendwo)

Sehnsucht ist nur eine schlechte Angewohnheit. Es ist doch so, dass man Dinge bedauert/betrauert, die nicht so sind, wie man es gerne hätte. Damit beschäftigt man sich. Die Wunde darf nicht heilen. Man betrauert Momente, die mal waren und nun vorbei sind. Oder dass die Dinge anders gekommen sind, als man es sich gewünscht hat. Bedauert Freundschaften, die vorbei sind. Oder man erwartet etwas von jemandem, dass dieser jemand (jetzt oder generell) nicht im Stande ist zu geben.

Darüber vergisst man, dass dies kein Zustand ist -- sondern, ab einem bestimmten Punkt, eine hausgemachte Misere. Weil die Sehnsucht sich ab da im Innern epidemiemässig ausbreiten kann. Wehmut ist eine süsse Sucht.
Man vergisst/übersieht nun Menschen, die einen mögen, übersieht Gesten der Zuwendung, wenn sie von anderen oder (noch) Fremden kommen. Man vergisst das Gute. Das was jetzt gerade gut ist. Man kann es nicht zulassen, weil das Schiff nach Nirgendwo schon lange weg ist, während man noch am Ufer steht und dem leeren Horizont nachwinkt. In einer seltsamen Hoffnung auf Wunder.

Und man verpasst das, wozu man als Erwachsene/r jetzt selber im Stande ist. Das was man sich selber geben kann. Selbstfürsorge ist wichtig. Vor lauter Wehmut hat man das aber komplett vergessen und verlernt, verdrängt. Die Sehnsucht ist vertraut und ist ein warmer aber schwerer Mantel, den man eben aus Gewohnheit trägt.

Ich möchte diesem Bedauern immer weniger Raum geben. Ich habe jetzt lange genug am Ufer gewinkt! Es ist gut. Es frisst nur Kraft und macht traurig. Ich will mehr in dem leben, was wirklich da ist. An Gutem. An Sinnreichem. Ich will auch das mehr wertschätzen, was bei mir vorhanden ist. Es gibt einiges, worauf ich aufbauen kann. Mut zum Neuen, einmal mehr.

In diese Richtung zu gehen, fühlt sich kraftvoll an.

Sonntag, 23. Oktober 2016

Ein Mosaikstück (Thema Bruder)

Vorsicht: Es geht um den Tod, den Suizid eines Angehörigen und dem Leben damit und um Sucht. Wer das nicht lesen mag oder kann, lässt es besser. 




Dass mein Bruder eventuell auch Tabletten/Pillen irgendwelcher Art genommen hat, wurde mir gestern zugetragen. Das ist ein neues Mosaikstück, was mich gerade beschäftigt. Und es bestätigt die Situation, die ich gefühlt habe, dass eine (zusätzliche) Suchtmittel-Abhängigkeit (neben dem Alkohol) dagewesen sein könnte. Gestern hatte ich die Gelegenheit, einen anderen Blick auf seine Geschichte zu bekommen, weil ich mit jemandem geredet habe, der ihn auch gekannt hat und der ihn sehr gerne hatte.

Es war jemand aus der Familie, aber nicht zu nah dran. Da ist also genug Distanz für einen klaren Blick von einer anderer Seite. Ich habe es als extrem wohltuend empfunden, offen reden zu dürfen und mich austauschen zu können. Ich merke, dass es wichtig ist, Menschen zu haben, mit denen ich mich darüber austauschen kann und die ihn ebenfalls gekannt haben. Eine grosse Entlastung für mich.

Wasserwelten (33)

Wasser tritt aus. Der Alptraum jedes Aquarianers ...
Erschreckt sehe ich vor ein paar Tagen, dass Wasser aus meinem 64-Liter-Aquarium austritt. Es scheint sich um einen winzigen Riss zu handeln, es ist nur eine feuchte Stelle an einer Silikonnaht. Einige Zeit später ist es wieder trocken. Vielleicht hängt das mit der wechselnden Wasser- und der Raumtemperatur dieses Zimmers zusammen?

Ein Leck! 
Gestern abend spät heimgekommen: Jetzt rinnt es wirklich, Tropfen um Tropfen rinnt runter. Panik steigt auf. Circa 13 Liter Wasser abgelassen und das Leck hält still, weil der Druck nachgelassen hat. Das Wasser steht unterhalb der kritischen Stelle. Uff ... Heute noch 10 Liter Wasser gewechselt, damit die Fische wieder frisches Wasser haben. Handeln tut jetzt not, ich warte nicht noch länger.

Ein neues Becken muss jetzt her ...
Dieses Becken habe ich gebraucht übernommen, das genaue Alter kenne ich daher nicht. Es sieht so aus, als würde zeitgleich mit dem neuen Sofa nun auch ein neues Aquarium bei mir Einzug halten. *seufz* Jedenfalls will ich jetzt ein neues Becken und kein gebrauchtes mehr. Mir reichts, keine Experimente. Zum Glück habe ich Erspartes. Ich weiss, dass auch ein neues Becken nicht über alle Zweifel erhaben ist, jedoch ist das Alter der Silikonnähte hier bekannt. Geplant war der Ersatz bereits, nur der Zeitpunkt hat sich nun ergeben. Morgen gehe ich ins Zoogeschäft und halte Ausschau nach einem neuen Becken. 180 bis 200 Liter dürfen es schon werden.

Sicherheitshalber wurden mal ein paar Liter abgelassen ...



Samstag, 22. Oktober 2016

Notizen der Woche (42/16)

Eine Zeit der Klärung und BeReinigung (heftige Erkältung).
Unsentimentale Momente des Erkennens und Klärens.
Das Herz wird etwas leichter dadurch.

Die Klärung tut mir gut, das genaue Hinschauen ist für mich wichtig.
Mehr Verständnis und Liebe für mich bekommen, durch mich selbst, für mich.
Mit der Selbstverurteilung aufhören.

Ich darf lernen. Es ist ok.
Ich muss nicht schon alles können.

Bin schnell mutlos.
Neues macht erstmal Furcht.
. . . Ich fordere mich jedoch immer wieder selbst, in dem ich Grenzen überschreiten, die die Angst mir setzt. Spüre hinein, wie weit ich gehen kann. Und dann gehe ich den Weg.

Gefühle von Ausweglosigkeit anerkennen und das Alte dahinter loslassen.
Möglichkeiten zulassen, den Horizont offen halten, kleinere und kleinste Schritte sind auch ok.

Frage mich, ob ich zuviel von mir fordere.
Anwort von innen: Nein, aber manchmal das Falsche.
Also auch hier: Klären was für mich zählt.

Zulassen, dass es Menschen gibt, die mich so wie ich bin nicht annehmen können oder keinen Umgang mit mir finden. Deswegen muss ich mich nicht mehr verbiegen. So wie der andere mich eventuell haben will, kann ich nicht sein. Diese Sprachlosigkeit nicht immer auf mich beziehen (also nicht immer schuldig fühlen deswegen). Diese Scham überwinden lernen. Ich bin zufrieden mit mir, ich lerne, ich bin da -- und für einen Dialog braucht es immer zwei.

Schauen, wo ich etwas für andere tun kann, oder mit anderen tun kann, ohne mich selber zu verleugnen.
Offen bleiben für menschliche Begegnungen. Auch Unerwartetes annehmen.
Beweglich sein und dennoch bei mir bleiben.

Liebe.

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Geschmort: Tafelspitz

*Schmor*

Beim Einkaufen über ein Stück Tafelspitz gestolpert und spontan den Erstversuch gewagt. Gelungen. Saftig ist das Fleisch geblieben, zum Glück, und eine starke kleine Brühe hats gegeben. Gerade die richtige Kombi gegen meine üble Erkältung.

Achja, apropos saftig. Es war nicht so wie letztes Mal ... Mein letzter Braten war nämlich "Siedfleisch vom Lamm", eigentlich hätte es ein krosser Lammbraten werden sollen.

Doch durch das Gemüse (das tue ich überall rein.. ) und viel zuviel Flüssigkeitszugabe wurde eben durchgekochtes Siedfleisch daraus. Schimpfend ass ich das verhunzte edle Fleisch, Genuss war das keiner mehr. Mir schmeckte es jedenfalls nicht. Mein Freund fands nicht soo tragisch.

Aus dem Rest, da war ich noch immer sehr genervt, wurden kleingeschnittene Würfel zur Suppeneinlage. So kam das Lamm dann doch noch in der Suppe zu Ehren.

Und ich hab daraus gelernt, dass das Schmoren nur funktioniert, wenn ich das Ganze nicht ertränke ...

Dienstag, 18. Oktober 2016

Notizen der Woche (41/16)

Auch diesmal geträumt. Ein Alptraum, aus dem ich hochgeschreckt bin. Eine Arbeit mit der ein Kunde nicht zufrieden war. "Du kannst nix" meinte er zu mir. Am besten also ganz vorne auf Feld 1 wieder anfangen, so seine Meinung. Als ich bei der Arbeit, wars genau andersrum: Der Kunde war sehr zufrieden mit meiner Arbeit. So ist meine Welt/mein Denken/mein Angsten oft verkehrt. Wenigstens wird es mir nach und nach nun auch bewusst.

- - -

Zwischen zwei Extremen gibts jede Menge Raum.

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Handlungsfähigkeit ist Freiheit.

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Und noch ein provokatives Zitat zum Schluss:

"Es zeugt nicht von geistiger Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein."
 Jiddhu Krishnamurti, indischer Philosoph
1895-1986

Normalerweise mache ich keine Sprüche wie "kranke Gesellschaft" und dergleichen, weil es mir zu platt und polemisch ist. Dieses Zitat bietet --für mich-- jedoch einige Gedankenanstösse an, die darüber hinaus gehen.

Montag, 17. Oktober 2016

Wieviel gebe ich von mir?

Eine Frage die aufgeworfen wurde durch einen aktuellen Anlass. Ich habe mit mir selber um meinen Marktwert gefeilscht und einen guten Preis erzielt: Habe einen sehr guten statt einen billigen Kompromiss errungen. Das bin ich mir wert.

Zur Info: Es geht hier nicht um Geld. Sondern darum, jemandem einen Gefallen zu tun um den ich gebeten wurde (in einer für mich schwierigen Situation/Konstellation). Aber nun findet das Ganze eben zu meinen Bedingungen statt. Was sich gut und richtig anfühlt. Darum musste ich vor allem mit mir selber ringen: dass es auch für mich stimmt. Dass man es nicht einfach aus mir rausleiert. Wie schwierig manchmal. Und doch lohnend. Ich verschwende mich nicht mehr = Ich spüre endlich mehr Kraft auch in solchen Situationen ... 

P.S.:Allgemein merke ich, dass bei mir schnell Schicht im Schacht ist, wenn jemand etwas von mir einfordert. Da wird es Nacht um mich. Da ist die Existenz bedroht. Wenn ich den Eindruck habe, etwas geben zu müssen und keine Wahl zu haben. Wenn ich diese alten Programmierungen und Erfahrungen jetzt nach und nach abändern kann, macht mir das Mut. Ich muss nicht _alles_ geben oder mich selber aufgeben. Ich lebe selbstbestimmt. Handlungsfähigkeit ist Freiheit; so wie ich ich es auch hier als Notiz festgehalten habe.

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Wollen Sie drüber reden?!

Anstehen an einer Kasse im Kleidergeschäft kurz vor Ladenschluss. Eine einzelne Kassiererin bedient die wartende Schlange von 5 Personen. Die anderen MitarbeiterInnen räumen im Laden auf.

Die Person vor mir motzt und motzt, weil es dauert. Warum denn nicht noch eine zweite Kasse aufgemacht werde etc. Aggressiver Tonfall, gehetztes Getue. Bin mir sicher, das ist schon Gewohnheit. Ich halte die Klappe, mische mich nicht ein. Obwohl ich so Leute nicht abkann. Kann mir vorstellen, wenn der Laden am nächsten Tag unordentlich wäre, würde sie auch genauso motzen, diese Person.

Nächstes Mal, wenn ich wen wo treffe, der nur rummotzt, werd ich fragen: Sagen Sie mal, hatten Sie das schon immer? Ist es schlimm? Wollen Sie drüber reden?!

Vielleicht ist dann Ruhe im Karton.

PS:
Und, nein ich will natürlich nicht drüber reden ;)
Aber etwas sinnstiftende Verwirrung stiften *hexhex*

Samstag, 8. Oktober 2016

Notizen der Woche (40/16)

Ein fotorealistischer Traum. Habe ich dermassen klar von der englischen Küste geträumt: Ich muss da wieder hin. Letztes Jahr war ich zum ersten Mal dort und seither habe ich Sehnsucht.

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Wertschätzung zu spüren, tut gut. Und manchmal kommt sie von völlig unerwarteter Stelle.
Angespannte Verhältnisse können sich wandeln. Annehmen lernen.

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Im Rahmen meines Möglichen : das Maximale aus mir herausholen. Im positiven Sinn. Da bin ich dran. Ich meine nicht: mich verbiegen. Sondern im Rahmen des mir möglichen weiterwachsen. Ich kann mich soweit strecken, ausdehnen und entwickeln wie es eben geht. Und das heisst auprobieren, austesten, etwas wagen, mutig bleiben, wachsam und neugierig, offen und beweglich! Ich kann mir endlich meinen Raum nehmen. Diesen ganzen Raum, der bis jetzt noch brach liegt.

Akzeptieren, dass die Tagesform nicht immer gleich ist, Stärke ist ok, Schwäche ist ok. Aufhören, mich selber zu verurteilen.

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Mosaiksteine: Ich habe beschlossen, dass ich lieber lebenslang die Mosaiksteine mühsam einzeln einsammle, statt mich lebenslang über mein unfertiges Leben zu beklagen. Eine Entscheidung. Die. ich. getroffen. habe. Selber.

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Situationen, die mich vorher sehr geschreckt haben, werden händelbar. Kann auf eine neue Art und Weise im Leben stehen.

Freitag, 7. Oktober 2016

Vorsorge: Mut

... Ich sitze an einem Werbeinserat für die private Vorsorge ... das ist Teil meines Jobs. Das zu kreieren. Ein Inserat für ein Finanzprodukt.

Zukunftsplanung, Wohlstand, finanzielle Sicherheit. Jawoll. Wichtig. Richtig. Immer schön absichern. Planen, rechnen. Häusle kaufen.

Hmmm ...

Ich denk mir: Das Leben ist immer unsicher, gefährtet, zerbrechlich.

Was ist mit der mentalen Vorsorge?
Was ist mit dem Wohlstand im Kopf?

Lese irgendwo ein Heft für Senioren. Mit lauter Werbung für medizinische Produkte.

Denke mir: Ist das alles, woraus "Alter" besteht, bestehen wird: Körperliche Beschwerden?

Geniessen was sich bietet. Geschmeidig bleiben.
Das Leben nicht auf später verschieben

Vielleicht muss ich ja bis 70 arbeiten, wer weiss das schon.
Es ist mir egal. Jetzt gerade ist es mir egal. Inzwischen.
Jetzt ist jetzt.

Geschmeidig bleiben.

Wo komme ich hin, wenn ich mir denke "wenn ich erst XY gemacht habe, dann werde ich dann ZVW machen?" Was macht es mit mir? In erster Linie stresst es mich.

Leben ist jetzt. Immer. Solange es eine Gegenwart gibt.

Ich denke mir: Mut.

Mut braucht es immer.

Mut zur Gegenwart ... Mut zu dem was ist ... das ist wahre Vorsorge.
Im Moment bleiben, den nächsten Schritt sichern. Vorangehen.
Mutig.

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Widerstand bieten und biegsam bleiben

Wie der Bambus.
__
Das klappt gerade gut.
Dankbarkeit.

Sonntag, 2. Oktober 2016

Das Leben spüren und das Leben bedenken, ich brauche beides ...

Kleine Freuden sammeln
Nachdem gestern der Tag der schweren Kost war, habe ich heute Lust, mich wieder mehr dem *Freuen* zu widmen. Die Fernseherie von gestern muss ich da auf jeden Fall erwähnen. Diese hat den Abend für mich rausgerissen, hat mich inspiriert. Ich bin nicht schwer depressiv und ich meistere mein Leben, so gut ich es kann. Dass auch schwere Gedankengänge da sind, ist für mich quasi normal. Nur behalte ich sie meistens für mich. Ich denke seit ich Denken kann.

Meine Welt gliedern
Für mich gliedere ich damit meine Emotionen und mein Universum in Happen, die ich verdauen kann. Also dient das Denken quasi der mentalen Verdauung. Ist so. Dass ich mir mein Leben selber nicht gerade leicht mache, wird mir immer wieder bewusst. Manchmal wirke ich streng auf andere und bin auch streng. Mir selber gegenüber auch. Zum Glück nicht mehr so moralisch und rigide wie einst. Da bin ich wirklich glücklich, dass das heute so ist.

Mir fällt viel mehr auf im Alltag, als anderen, ich spüre Zwischentöne und lese zwischen den Zeilen. Meine Filter funktionieren einfach anders und damit lebe ich. Für mich ist es inzwischen eine Bereicherung. Anstrengend finde ich es trotzdem. Für mich ist es im Alltag wichtig, dass meine innere Welt geschützt bleibt. Weil es eine reiche Welt ist. Im Vergleich zum Arbeitsleben.

Ich bin aber am lebendigsten und ich bin echt, wenn ich mich nicht "zusammennehmen" muss. Der Arbeitsalltag fordert jedoch Zurückhaltung.

Wenn ich das Herz auf der Zunge trage, mache ich mich verletzbar. Musste ich feststellen. Meine Welt wird angreifbar. Dass daraus ein Missverhältnis entsteht, ist mir auch bewusst geworden. Denn ich muss mich im Griff haben.

Zu mir kommen
Ich schwinge heute emotional nicht mehr mit allem mit, auch wenn es manchmal in meinen Texten so scheinen mag. Das habe ich in den letzten Jahren gemerkt. Betroffenheit war eine meiner Schwächen: Alles und jedes hat mich betroffen gemacht. Das wollte ich nicht mehr. Um meiner selbst willen. Ordnen muss ich es für mich trotzdem, weil mich vieles beschäftigt. Dass dies mich dies verkopft macht, ist die Gefahr, in die ich laufe.

Mich dem "echten" Leben ausserhalb meines Kopfes wieder mehr zu widmen, das ist deshalb auch eine Quintessenz von gestern. Taten statt Worte. Daher habe ich noch einen Kuchen gebacken. Ganz spontan, aus Zutaten die ich noch daheim hatte. Mehl und Co, Äpfel, Trockenhefe hatte ich da und statt nur reiner Butter (war noch zu hart) habe ich dazu noch Brat-/Backöl genommen. Kann ich wieder mal machen ...

Hmmm ...



Samstag, 1. Oktober 2016

Einen Punkt machen



So. Nach zwei schweren Posts möchte ich einen Punkt machen und mich jetzt um mich selber gut kümmern. Vieles ist jetzt aufgeschrieben und ist gut so.

Jetzt kann ich mich anderem widmen. Es fühlt sich gut an. Nach mir selbst.

Die alten Schleifen und Bahnen sind erkannt und gebannt.

Ich liebe das Leben. Drum muss manches halt niedergeschrieben werden, damit der Atem und der Blick wieder frei wird. Und auch das Herz ...

Warum schaffen es die einen, und die anderen schaffen es nicht? (Das Leben)

Vorsicht: Es geht um den Tod, Selbstzweifel, Suizid, Hoffnung. Und das LEBEN. Wer das nicht lesen mag oder kann, lässt es besser. 




 - - -

Zur Titelfrage
Dies ist eine Frage, die ich mir immer wieder stelle. Doch ich zerfleische mich nicht mehr damit. Ich habe die Distanz dazu, auch wenn es mich beschäftigt. Bald jährt sich der Todestag meines Bruders zum neunten Mal. Wie langjährige LeserInnen wissen, starb er durch eigene Hand.

Für mich stellt sich die Frage nicht mehr, ob ich es selber schaffen werde. Ich lebe. Mit Zweifeln, aber ich bin lebendig. Mein Wille geschehe. Ich bin eine harte Ego-Nuss, auch wenns mir selber nicht immer klar ist. Andere haben das erkannt und es benannt. Erst dann konnte ich selber darüber nachdenken. (danke T.!).

Und das bringt mich wiederum zum Schmunzeln. Ich freu mich darüber, zäher zu sein, als meine Lebenszweifel: Ich hungre euch aus und werde noch drüber lachen! Nein, meine Dämonen werden mich nicht kriegen. Nicht mehr. Nie mehr. Weil ich es schaffe.

Weil ich nicht so weit gekommen bin, um mich dann aufzugeben. Da ist immer wieder ein grosses JETZT ERST RECHT. Nach jedem überstandenen Sturm und jeder panischen Situation.

Ich frage auch nicht mehr die Ärzte nach einer Diagnose oder einer Prognose. Warum sollten sie mein Leben besser kenne als ich? Diese Deutungshoheit gestehe ich niemandem mehr zu.

2007. In der Familie war ich die einzige, die wirklich kapiert hat, dass mein Bruder die schiefe Bahn schon längst erreicht hatte. In seinem (grossen!) Freundeskreis gab es auch einen guten und verständigen Freund, der auch einen Verdacht hatte und der Hilfe bieten wolllte, welche von meinem Bruder aber abgelehnt wurde. Er hätte meinen Bruder auf dem Gang zu den Fachstellen und zu ärztlicher Hilfe begleitet.

Mein Bruder.
Er versuchte so viel wie möglich in sein Leben zu packen und er scheiterte daran. Viel Arbeit, hohe Sensibilität, Müdigkeit durch zu wenig Schlaf, Zweifel, Liebeskummer und Alkohol -- so würde ich es umschreiben, das war der Mix, der ihn das Leben gekostet hat. Die grundsätzliche Einsamkeit inmitten von Menschen. Die er nie losgworden ist. Sich selber keine Heimat gegen können. Das scheint ein Familienthema zu sein. Inneres Nomadentum.

Bei jedem Treffen fand ich, er sehe verlebt aus. Ich versuchte auch, ihm zu helfen. Stolz, Verletztlichkeit und ein grosser Dickkopf -- da ist schwer gegen anzukommen. Meine liebevollen Mahnungen vielen auf ausgetrockneten Boden. In mir war auch die Idee: Wenn ich es geschafft habe, schafft er es auch. Eine Illusion, wie mir jetzt klar ist.

Dass in meines Bruders Leben bereits ein Strudel war, der deutlich nach abwärts zeigte: Ich konnte das nicht wegschieben, ich spürte es. Hatte eine unterbewusst Vorahnung. Trotz allem Mitgefühl, war ich mir selber näher. Zu weit gekommen um mich jetzt wieder um jemand anderes zu kümmern. Genug Bedürftigkeiten anderer bedient, Löcher gestopft. Eigene, andere. Ich wollte das nicht mehr.

In einem kurzen Augenblick wurde mir bildlich klar, was die Konsquenz daraus sein könnte, wenn es so weitergeht, dann war das Bild wieder weg. Vom eigenen Alltag weggewischt. Und ich machte mit meinem eigenen Leben weiter. Weil ich da endlich weiterkommen wollte, ich nochmal eine Chance bekommen hatte für eine Ausbildung.

Ein paar Wochen später gab es ihn nicht mehr, meine kurze Vision war Realität geworden.

Ich vermisse ihn nach wie vor, und es bleibt eine Leere zurück. Immer. Manchmal ist sie stärker, manchmal spüre ich sie kaum. Trotzdem bin ich froh, habe ich mich für mein eigenes Leben entschieden, so beschissen das auch klingen mag. Inzwischen stehe ich vor mir selber dazu. Und ich bin verantwortlich für meinen Weg. Immer.

Bruder: Ich vergesse dich nicht, weil du in meinem Herzen bist. Doch ich habe mein Leben nicht für deins in die Waagschale geworfen, weil ich mir zu wertvoll dazu war. Weil du auch um deine Selbstständigkeit gerungen hast und ich dir deinen Willen nicht nehmen wollte. Ich habe gesehen, was aus Menschen wird, die man entmündigt hat. Welche Spuren das hinterlässt. Und ich habe verdrängt, dass ich es vorausgeahnt habe, dass du bereits ans Gehen denkst.

Wieso bekommen also die einen ihr Leben auf die Reihe und andere schaffen es nicht? Und was heisst "schaffen" überhaupt? Wer misst das und warum?

Warum packen es die einen und andere nehmen den Notausgang oder versinken für Jahre oder lebenslang in den Wolken im Wolkenkuckucksheim?

Für mich heisst "es schaffen": Am Leben zu sein. Ein möglichst selbstständiges (im Rahmen der Möglichkeiten) und selbstbestimmtes Leben zu führen. Ich weiss, dass "Erfolg" völlig verschieden definiert wird. Und in unserer Status- und Leistungsgesellschaft sicher nicht so, wie ich es gerade für mich beschrieben habe. Für mich habe ich den Grundsatz, dass ich selbstständig sein will, so gut es geht und dass ich möchte, dass sich mein Leben als lebenswert anfühlt. Alles andere ist für mich Beigemüse ... 


- - -




... es gäbe noch mehr dazu zu schreiben, aber erstmal mache ich einen Punkt.

Die Egozentrik der Krankheit (Wolkenkuckucksheim)

Aus aktuelle Gegebenheit (gerade nicht in meinem eigenen Leben) musste ich darüber nachdenken, wie egozentrisch das Kranksein machen kann, gerade auch wenn Süchte und (deren Verleugnung) im Spiel sind.

Die Wahrnehmung dafür (ver)schwindet, dass ausserhalb der eigenen Nasenspitze noch eine andere Welt und andere Menschen existieren. 

Mir tut es weh für einen Menschen, der akut davon betroffen ist, dass jemand anderes sein Leben nicht in den Griff kriegt und sich weigert, sich selber zu helfen oder helfen zu lassen. Trotz Hilfesangeboten, familiärer -- und fachlicher Unterstützung -- von verschiedenen Seiten. Es kommt nichts an, es wird nichts davon wirklich genutzt. Zeit und Fristen verstreichen. Es passiert nix von Seiten des Kranken.

Und ich sehe, was es mit einem Menschen macht, der immer wieder zu helfen versucht. Ich verstehe jetzt, wie das ist wenn sich jemand komplett verweigert und was das mit dem Umfeld macht. Wenn den Helfenden die Kraft ausgeht. Weil sie sich selber auch einen Weg bahnen müssen durch den Alltag und selber auch ein Erwerbsleben haben, das Kraft und Aufmerksamkeit fordert. Und dass die Kraft irgendwann nachlässt. Und langsam auch der Wille, ständig zur Verfügung zu stehen, Behördengänge zu regeln, Arzttermine zu vermitteln, mit Vermietern zu verhandeln. Dass man es  müde wird, quasi im Alleingang diesen ganzen Rattenschwanz zu ordnen, den ein menschliches Leben eben so mit sich bringt.

Wie ermüdend es für andere ist, für die Helfenden, wenn eine Parelellwelt erichtet wurde, einst aus Not, die nun genau das tut, wofür sie wohl einst geschaffen wurde: Fluchten ermöglichen, Distanz schaffen, seine Ruhe haben. Die Not und Realität anderer kann so ausgeblendet werden. Die Verantwortung für das eigene Leben hat der Süchtige einfach wegdelegiert, so dass er es bequem hat, weil ja nix geändert werden muss. Da ist diese Trennwand zwischen dem "ich" und den "anderen", die vom Kranken irgendwann gebaut wurde. Stabil. Irgendwo im Wolkenkuckucksheim.

- - -


Ich wünsche mir ganz viel Leben und Liebe für diese eine Person, an die ich gerade denke. Die soviel zu helfen versucht und doch langsam soweit kommt, dass sie aufgibt. Und einen Gruss sende ich auch (innerlich) ins Wolkenkuckucksheim, vielleicht gibt es da auch einen Anschluss nach draussen.

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PS: Im Nachhinein klingt es für mich sehr von oben herab. Vielleicht ist das eine bewusste Distanzierung von mir. Nicht zu nah ranlassen. Beim Schreiben war es mir nicht bewusst. Wenn ich vom "Kranken" und den "Kranken" schreibe, entsteht ein Machtgefälle, gestehe ich mir eine Macht zu, die ich nicht habe. Das wollte ich noch festhalten. Da ich oft genug "die Kranke"/"Hilfsbedürftige" war. Es bleibt bei dieser Momentaufnahme meiner Gedanken. Ich lasse den Text so stehen.



Freitag, 30. September 2016

Reagieren macht müde (Arbeit)

Gestern abend vor dem Einschlafen, da wurde mir plötzlich etwas klar. Schon länger fühle ich mich erschöpft, doch ich konnte es bisher nicht genau einordnen. Eine Form von Resignation. Nicht bedrohlich, aber präsent. Jedenfalls habe ich es nicht genau herausgefunden bis jetzt.

Weil ich mich inzwischen sicherer fühle im Arbeitsleben und ich es besser anpacken kann. Da war nur dieses vage Gefühl. Bis ich es gestern glasklar erkannte: Ich bin müde vom Reagieren. Wie schon beschrieben, habe ich bei der Arbeit einen geringen Aktionsradius, meist reagiere ich nur. Und das seit viereinhalb Jahren. Während meiner Lehrzeit hatte ich mehr Entscheidungsfreiheit. Da waren auch Arbeiten, die ich in eigener Regie ausführen konnte. Da waren auch Hausarbeiten, an denen ich dran war und die ich selber gestaltet habe.

Heute läuft es anders. Die Strukturen sind gegeben und hierarchisch. Ich bin an einer Arbeit dran, das Telefon klingelt; eine Kundin will beraten werden. Ich arbeite an einer längeren Sache, arbeite eine Liste ab; da kommt eine dringende Mail in unser Abteilungspostfach -- und ich muss darauf reagieren. Da ich nicht direkt mit den Kunden zu tun habe, ausser per Mail und Telefon, bleibt wenig menschliches Feedback. Es ist Sachbearbeitung mit wenig persönlichen Aussenkontakten. Was ich ok finde. Und dennoch merke ich, dass es seinen Preis hat.

In meiner Freizeit nervt mich jetzt jedes Mail, jedes Whats*App und jede "Pendenz". Ich will einfach nur meine Ruhe haben, alles und jeder nervt mich. Menschen die ich sehr mag, nerven mich auch. Und da habe ich gestern drüber nachgedacht. Weil es mich langsam stutzig macht: Wieso habe ich inzwischen dermassen wenig Kapazität?

Mir wird bewusst, dass genau dies (unter anderem) vom ständigen Reagieren kommt. Dass mich dies auf die Dauer so müde/mürbe macht, hätte ich nicht gedacht. Ich vermute jetzt mal, dass dies auch vielen anderen so geht. Für mich ist es wichtig, dass ich jetzt erkannt habe, woran es liegt. An möglichen Lösungen bin ich dran. Für mich ist es wichtig, dass ich wenigstens in meiner Freizeit Aktionen setzten kann, statt nur "ausführende Person" zu sein. Ich bleib dran.

Donnerstag, 29. September 2016

Übers Schreiben und Bloggen nachgedacht (reloaded)

In meinem Blog hatte ich über einen gewissen Zeitraum wenig aus meiner Innenwelt geschrieben. Letztes Jahr und dieses Frühjahr etc.

Weil ich dachte "es muss doch auch mal genug sein" in Bezug auf meine Befindlichkeiten. Die reine Öffentlichkeit meines Blogs wurde mir zuviel, trotz überschaubarem "traffic". Auch die Worte fand ich nicht mehr. Für schlichte Füller fehlte mir die Lust.

Bis ich merkte, dass mein Blog ohne meine Innenansichten eingehen würde. Ohne die subjektive Perspektive fühlte sich das Schreiben hohl an, mechanisch. Aufsatzartig.

Übers Schreiben und Bloggen hatte ich hier schon mal geschrieben.

Ich (be)fragte mich: Inszeniere ich nur ein Drama? Bin ich zu egozentrisch? -- wenn ich über mich schreibe und meinen Weg? Solche Fragen habe ich mir vorher selten gestellt. Das Schreiben war eine Not-Wendigkeit. Das Privileg, mich bewusst entscheiden zu können, _dass_ ich weiterschreibe, und _wie_, das tut gut.

Zu den Fragen von oben: Für mich habe ich eine Antwort gefunden: Nein. In einer digitalen Welt voller spiegelnder Oberflächen möchte ich einfach mich selber -- und -- möglichst auch in meinen Texten authentisch sein.
                     
Nein, ich mache keinen auf Egoshow, oder auch nicht mehr als andre Blogger es machen ;)

Ich werde mir einfach nur bewusst darüber, dass mein Leben _für mich_ über lange Strecken mühselig war.

Und ich lerne jetzt, wie es ist, ein ruhiges Leben mit mehr Möglichkeiten zu leben. Weil ich diese Chancen nun auch _fühlen_ kann. Dass da noch Einschränkungen sind, darüber schreibe ich eben auch. Dann, wenn mir danach ist.

That's it.

Freitag, 9. September 2016

Was zu mir passt (Einrichtung)

Jetzt, wo so viel Altes weg ist, gibt es Platz für Neues. Diese Woche habe ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Sofa bestellt, ich hatte noch nie ein neues Sofa! Mein Jetziges ist ein Rest einer alten 70er-Jahre-Sofalandschaft in Dunkelgrün. Super bequem, doch überall platzt es auf, es hat seine Zeit auf Erden gehabt ... Das neue Sofa wird aus Mikrofaser und in einem rötlichen Beige sein, einen dazupassenden Hocker und drei Kissen habe ich ebenfalls bestellt.

Beim Suchen in den Möbelhäusern sind mir Stimmungen und Einrichtungen aufgefallen, die mir besonders zusagen. Die Erdfarben und gedeckten Rottöne sind für mich besonders wohltuend und ich kann mir gut vorstellen, meine Einrichtung in Zukunft gezielt auf diese Farben hin auszuwählen.

Es macht mir inzwischen Freude, mir Zeit zu nehmen, um das Passende zu finden. Der Platz um es hinzustellen ist zwar beschränkt, das Budget ist es auch -- aber gute Ideen für neue Kombinationen finden sich in den Einrichtungshäusern allemal! Und ich spare gezielt auf das hin, was ich möchte, auch wenn es etwas länger dauert als bei anderen.

Zu "Vintage" habe ich ein gespaltenes Verhältnis. Ich mag Benutztes und neu Kombiniertes, aber künstlich abgenutzte Möbel?! Ich weiss nicht. Optisch gefällts mir -- aber ich würde es mir trotzdem nicht hinstellen. Wenn das Möbel optisch gefällt, die Schubladen aber schwergäng sind, ist der Fall für mich sowieso klar. Ich wähle mit Sorgfalt aus. Zudem ist mir meine 50er-Jahre-Altbau-Mietwohnung "shabby" genug, abblätternde Farbe brauche ich mir also nicht für teures Geld zu kaufen * haha * ^_^

Bild 1: Die Aufnahmen sind zwar von mir, die Einrichtungs-Ideen aber aus den entsprechenden Einrichtungshäusern (Schweiz), die ich im Bild erwähne.

Und weils farblich so gut passt, stelle ich darunter noch meine neuste digitale Collage im Herbst-Modus mit rein ... Weitere stimmungsmässig passende (textliche und bildnerische) Moods aus vergangenen Jahren: hier und hier. Und ja, mir gehts gut, auch wenn der Herbstblues mich gerade durchweht.

Stimmungsbilder von Einrichtungen in warmen Farben
Digitale Collage zum Thema Herbst

Donnerstag, 8. September 2016

Dranbleiben ist alles (Altes entsorgen)

Unbewegt
Seit dem Betriebsausflug habe ich Ferien. Elan ist nicht vorhanden. Sonst blühe ich auf, sobald ich frei habe. Diesmal ist es anders. Der Antrieb fehlt. Und das macht mir zu schaffen, dass da eben kein Antrieb ist. Zurzeit. Ich bin irgendwie absorbiert. Kann mir aber nicht genau erklären warum. Ich fühle mich wie gelähmt. Mit Tricks überrede ich mich zu einigen Aktionen. Merke aber, dass es davon nicht "weggeht". Doch mich deswegen zu verachten, bringt mir auch nix. Daher bleibe ich einfach dran, mache was geht und denke nicht über das nach, was nicht geht. Ich weiss, es wird wieder anders werden. Von selbst.

Entsorgt
Allerdings habe ich, zusammen mit meinem Freund, mein altes Leben entsorgt. Will heissen, dass ich jede Menge Gerümpel entsorgt habe, sehr radikal in der Menge diesmal, für meine Verhältnisse. Sackweise. Mein Vater kam mit dem Auto und wir mussten 2x fahren. Einmal auf den hiesigen Werkhof. Ansässige können hier gratis Sachen entsorgen. Das zweite Mal in die nahegelegene Brockenstube (wohltätiger Second-Hand-Shop). Ein weiterer Teil landete im Glascontainer (all die Reste von Bachblütenmischflaschen und Co). Und ein anderer Teil geht in die Verbrennung. BASTA.

Hinterlassenschaften
Gestern schien es mir, als würde ich meinen eignen Nachlass regeln und entsorgen. Jede Menge Globuli, Standardmedis und Konsorten landeten im Sondermüll auf dem Werkhof. Ein ganz seltsames Gefühl. Ich brauche all das nicht mehr. Das ist vorbei. Und ja doch, ich erlebe es wirklich. Zu Lebzeiten. W i r k l i c h ...

Nein, das ist nicht mehr gut!
Der sammlerische Gedanke "das ist aber noch gut" diesmal einfach ins Kämmerchen gesperrt, ignoriert. Und das befreit mich endlich mal von materiellen Altlasten, die definitiv nicht mehr zu mir gehören. Und die mein bisheriges Ich nicht loslassen kann. Mein neues Ich schafft das, emotionslos. Und dennoch ist es anstrengend, mich durchzuwühlen. Doch: Es lohnt sich, so so sehr!

Befreit
Ich lebe jetzt seit 11 Jahren in dieser Wohnung. Und nun will ich nicht mehr in einem Warenlager leben. Jedesmal wenn ich bis jetzt von auswärts wieder heimkomme, nervte ich mich darüber. Dinge, die nicht (mehr) zu mir gehören. Ich will Platz haben in meinem eigenen Leben. Also weg damit, weg mit den alten Wegelagerern. Ich erkenne ganz klar, wo ich bisher nicht mein eigenes sondern ein (mir) fremdes Leben gelebt habe. Es fehlt mir gar nichts, wenn ich das nun loslasse. Diese Wahrheit befreit mich.


.. und wenn das Alte weg ist, gibt es Platz für Neues ...

Kleinste Gärten (7)

Die kleinste Prärie der Welt

Ein schattiges Plätzchen

Samstag, 3. September 2016

Wider die Gleichmacherei, die Fülle geniessend

Ein ganz toller Betriebsausflug gestern. Mit viel Action, und dennoch konnte ich bei mir bleiben. Hab es völlig genossen. Und mir auch immer wieder ruhige Momente gesucht. Nur wenig Alkohol für mich, da bleibe ich standhaft. Was für andere passt, muss für mich nicht das Passende sein. Ich lasse mich nicht gleichschalten und bin dennoch dabei. Bin ein Teil eines Ganzen. Ein sehr gutes, ein stimmiges Gefühl. Erfüllt und dankbar fühle ich mich heute. DANKE.

Donnerstag, 1. September 2016

Stürmisch ...

Gerade. Die Innenwelt tobt. Und da ist rein gar keine Lust auf Mittiges. Suche nicht nach Harmonie. Für einmal. Sondern ich will alles in Frage stellen. Es drängt mich, mich Unbequemem zu stellen. Innere Antworten zu suchen statt mainstreamig dahinzudümpeln. Wut. Habe zu lange mich ins Schema fügen wollen. Passt einfach nicht mehr ... soviel ungelebte Energie! !!
Sollte mich mit 37 Jahren doch noch die Pubertät erwischen ...

Mittwoch, 31. August 2016

Aaaarrgghhhh .. ich brauch euer Video nicht!

Gemeinsam Videos auf dem Smartphone anzuschauen ist ja was Tolles. Daheim. Oder mit Kopfhörern. Aber diese im Rudel zusammenhockend in Cafés oder im ÖV in voller Laustärke laufen zu lassen, finde ich sch .... Ich hasse diese Art von Lärm. Ich dachte dass machen vor allem Teenies und Twentysomethings.

Heute habe ich zwei Herren 55+ deswegen angemotzt. Höflichst gemotzt hab ich. Aber ich war völlig aufgebracht. Meine Nerven!

Und ich darauf hingewiesen, dass es ja auch Kopfhörer gibt. Und dass ich keine Lust habe, mir dieses Video anzuhören. Meine Gardinenpredigt hat sofort gefruchtet. Diese seltsamen Blicke ...

Wenn ich in der Mittagspause schon extra ein möglichst gemütliches Cafè aufsuche, dann will ich mir da auch kein Video anhören müssen. 

Ja, ich bin ein Weichei. Schon immer gewesen. Seis drum. Minimalster Anstand kann trotzdem von allen geleistet werden, finde ich.

Samstag, 27. August 2016

Ernüchterung und neue Chancen (Arbeit 2)

Hier gehts zu Teil 1

 

Ich war mal n Star, die Party ist vorbei

Im geschützten Arbeitsleben war ich sowas wie ein Star. Weil ich mich reingenkniet habe und endlich auch mal drangeblieben bin. Das konnte ich mir dann im normalen Arbeitsalltag ganz schnell abschminken. Als kleines Rädchen im Getriebe lobt dich selten jemand: Ach du tolles Rädchen, fein machst du das! 

Aber am Anfang war das ein Drama für mich. Darüber kann ich heute (liebevoll) grinsen.

 - - -

Es geht halt doch immer weiter, das schon. Aber WIE geht es weiter?! Immer mehr vom Gleichen bis zur Rente oder gibts da auch noch ein Leben? Krass ausgedrückt .. ;)

Dass ich nicht vorwärts komme ist auch nur ein Teil der Wahrheit. Meine Fortschritte bei der Arbeit sind immens. Was mir letztens mein Chef genauso gesagt hat. Und ich "weiss" es auch. Ich bin jetzt mehr als vier Jahre an dieser Stelle und bin eine ganz andere Frau geworden. Oder mehr die, die ich eigentlich bin.

Weil ich ganz viele Ängste abbauen konnte, und auch meine Kompetenz für diesen Job immer weiter ausbauen konnte. Nur ist er etwas ... beschränkt ... der Job. Ich unterschreite täglich meine (kreativen) Möglichkeiten, weil die Kunden es so wollen und nichts anderes gewünscht wird.

Ich schmeisse Werbung in die Welt, deren Inhalte ich wenig bis gar nicht mitbestimmen kann. Und ich habe keinerlei strategischen Einfluss auf diesen Prozess. Ich kann keine grösseren Entscheidungen beeinflussen oder treffen, auch nicht, was unseren Arbeitsbereich anbelangt.

Ernüchterung und neue Chancen (Arbeit 1)

Oder: Was die letzten 10 Jahre geschah


Per aspera ad astra -- hat das mein Vater einmal genannt, weil er es auch kennt.. Durch die Mühsal zu den Sternen. Und es passt wie die Faust aufs Auge.

Am Freitag hatte ich so einen Moment, an dem mir plötzlich bewusst wurde, wie viel ich schon an mir gearbeitet habe. Ich hatte einen ganz klaren Entscheidungsmoment -- wo ich mich für meine eigene Wahrheit entschieden habe (innerlich) und standhaft geblieben bin, in einer Situation, in der ich sonst in Panik verfalle. Das tat so gut.

Mir ist klargeworden, dass ich sehr viele "vernünftige" Entscheidungen getroffen habe die letzten Jahre. Erst kamen die beruflichen Abklärungen für psychisch Angeschlagene (2006). Die Berufswahl war ein besserer Kompromiss. Ich wollte die Lehre unbedingt im geschützten Bereich absolvieren und da sind die Berufe nicht so vielseitig. Die Lehre durchzustehen war ein Knochenjob (aufgrund meiner Ängste) und der Suizid meines Bruders fiel genau in den Beginn meiner Lehre (Herbst 2007). Ab da hab ich mich nur noch mehr reinversenkt. Da war dieses Gefühl von "jetzt erst recht". Ich war wirklich verbissen. Manches habe ich nur noch im Tunnelblick erlebt. Doch ich habe meine Erstausbildung mit 32 Jahren auf diese Weise abgeschlossen. In dem ich drangeblieben bin. Mir haben sehr viele Menschen geholfen, dass ich die Spur nicht verloren habe. 2010 war ein Scheissjahr, aber irgendwie ging auch das vorüber ... seither nehme ich halt wieder ein Medikament für die Psyche.  Ich habe 2011 eine vollwertige vierjährige Lehre abgeschlossen. Nur die praktische Prüfung, da hats vor Prüfungssstress haarscharf noch für "genügend" gereicht. Trotz guter bis sehr guter Leistungen über die ganze Lehrzeit.

Die Spur habe ich nie komplett verloren. Auch dann nicht, als ich 2012 den Schritt in den ersten Arbeitsmarkt geschafft habe. Vorher bekam ich noch ein Coaching, damit ich mich darauf vorbereiten konnte. Also auf den Schritt vom geschützten Bereich in die Freie Wildbahn (alias freier Arbeitsmarkt). Ich habe sehr viel Hilfe bekommen und auch die Zusammenarbeit mit den Fachpersonen und Ämtern habe ich als hilfreich und konstruktiv erlebt. Mir wurde wirklich Verständnis entgegengebracht. Horrorgeschichten habe ich keine erlebt.

Die Angst ist trotzdem meine ständige Begleiterin. Und ich versuche, mich mit ihr zu arrangieren.

Freitag, 26. August 2016

Es wird werden

Vorher hab ich viel Energie verbraucht beim "Dagegensein und Widerstand bieten". Jetzt will ich ausprobieren, wie es ist, "für" etwas zu sein. Schon die neue Einstellung fühlt sich gut an.

Mittwoch, 24. August 2016

Anderswo in Bloggersdorf (7)

Heute mal wieder ganz Durchmischtes. Angefangen bei "Ackerbau und Viehzucht", übers "Kochen" bis zum "Zeichnen" ...


Bei Oli von landidylle.com gehts ums einfache Selbstversorger-Leben auf dem Lande. Posts über Nutztierhaltung, den Selbstversorgergarten, die Haus-Renovierung, erprobte Rezepte und die eigenen Gedanken. Kein Landleben.Lifestyle.Blog und daher sehr empfehlenswert ...

Bei anonyme Köche gehts, ehrlich gesagt, um Food Porn at its Best :) Dazwischen gibts vom Autor Claudio del Principe selber erprobte gluschtige Rezepte, oft aus der cucina povera (italienische Armeleuteküche), die ganz simpel daher kommen -- aber grandios sind. Wie zum Beispiel die Ricotta Gnocchi, die bei uns regelmässig auf den Tisch kommen!

Auf der Seite der Urban Sketchers Switzerland finden sich Reiseskizzen sowie zeichnerische Beobachtungen aus dem Alltag. Einfach mal vorbeischauen! Der Reiz dieser Seite liegt für mich auch darin, wie viele Menschen dazu beitragen und wie verschieden ihre Stile sind ...

Dienstag, 23. August 2016

Religion / Glauben / Überzeugungen -- Mein Weg (1)

Neue Heilslehren
Mir fällt auf, dass man zwar über die Rückständigkeit von Religionen und der "Religion an sich" diskutiert -- aber sich schon längst neue Heilslehren breit gemacht haben. Healthy Lifestyle inkl. Fitnesswahn, Clean Food bis hin zur Esstörung -- und so weiter. Und aus der Ökologiebewegung ist teilweise ein menschenfeindlicher Ökofanatismus geworden. "Menschenhass" nennt es eine Freundin von mir. Andernorts wird hemmungslos dem Konsum gefrönt bis zum Abwinken. Da kampieren Leute vor Geschäften, nur um das neuste "Teil" zu ergattern. Ständig wird einem mit irgendwas vor der Nase rumgewedelt, ein Leben ohne Werbung gibts nicht mehr.

Ich weiss nicht, ob das wirklich ein "befreites" Leben ist. Ich stelle mir was anderes darunter, nämlich ein Überwinden von Ideologien und Abhängigkeit.
 
Genau das was man den Religionen vorgeworfen hat, passiert nun auf anderen Spielfeldern.


Kleine Umfrage (abgeschlossen)

Anfang August 2016:
Meine allererste Umfrage in meinem Bloggerdasein überhaupt: Habe rechts eine kleine Umfrage eingefügt, weil es mich interessiert, was meine LeserInnen auf meinem Blog finden/lesen/sehen wollen. Mich nimmt es einfach wunder. Die Umfrage läuft bis zum 14. August. Es sind mehrere Antworten möglich. Wer "anderes" ankreuzt, möge doch hier im Kommentarfeld erläutern, was es ist :)

Danke fürs Mitmachen!

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Die Umfrage ist beendet ...

Edit: Ich danke allen, die an der Umfrage teilgenommen haben! So wie es aussieht bliebt es bei den Inhalten, die ich bereits pflege. Danke auch für den Input, dass mein Blog mein Blog ist und ich damit selber den Inhalt bestimme :) Irgendwie schielt man halt doch ein wenig nach "erfolgreichen Themen". Einiges aus der Umfrage werde ich sicher integrieren (zB gelesene Bücher). Danke also fürs Lesen und Mitmachen!

Samstag, 20. August 2016

Kein Traumjob? Egal, solange ...

... ich die Musse und Energie habe, mich in meiner Freizeit eigenen kleinen Projekten zu widmen, die mir wichtig sind.

Ich brauche die Freiheit, Dinge zu tun, etwas zu erschaffen, was keinem direkten finanziellen Nutzen unterworfen ist.

Vom Konzept "Traumjob" bin ich abgekommen. Vielleicht ergibt er sich einmal. Aber ich höre auf damit, mein Leben deswegen auf später zu verschieben ...

-- P.S. vom 24.8. --
Nein, es reicht mir doch nicht!
Das wurde mir heute klar. Ich möchte beruflich mehr ausgefüllt sein, mich entwicklen. Allerdings wurde mir ebenso bewusst, dass jeder einzelne Tag gelebt werden will. Daher will ich wieder mehr Farbe in mein Leben bringen. Vielleicht werden mir so auch die Möglichkeiten bewusster, die ich habe, beruflich und auch sonst.

 

Donnerstag, 18. August 2016

Jane Eyre

Gerade Jane Eyre geschaut. In der Fassung mit Mia Wasikowska. Diese Schwere ... dieses Leiden ... natürlich für einen höheren Sinn ... aaah ... wie schwere dunkle Vorhänge vor der Sonne. Ne, das ist nicht mehr meins. Mein eigenes finsteres Zeitalter ist definitiv vorbei. Trotzdem schöner Film.

Mittwoch, 17. August 2016

Trends verschlafen -- kann ich

Keine Ahnung, was gerade "angesagt" ist. Filme? Digitale Trends? Oder gar Musik?

Frag mich nicht.. Meist komme ich erst Jahre später drauf. Gefällt mir etwas, was schon längst wieder vorbei ist. Oder ich stosse auf etwas, das ich einst nicht mochte, und mir nun zusagt. So wie Mundart-Rap z.B.

Im Allgemeinen: Wenn ich etwas für mich entdecke, tobt die Crowd schon längst woanders. Oder ist bereits im Rentenalter :)

Was ich dann genau in diesem Moment erst realisiere. Meine Anknüpfungspunkte sind queerbeet, durch alle Stile und Epochen.

Sowas wie Favoriten gibts bei mir allüberall. Was Kultur angeht, bin ich komplett omnivor. Nur schmecken muss es mir.

Samstag, 13. August 2016

The Scandalous, Ridiculous and Inspiring Art of Waste and Littering -- oder so etwas ...

 
Ökologischer Fussabdruck?
Gefunden! *
Panorama mit Bildstörung *
Schöner Warten im Grünen
Idyllische Vorstadt
Kanarische Strandszene *

Hier gibts nichts zu sehen.

An sehenswerten Orten finde ich immer das Nichtsehenswerte fast spannender. Als ich einst mit einer damaligen Liebe auf dem Schloss Heidelberg war, konnte er fast nicht glauben, dass ich keine Fotos von diesem Motiv schoss.
 
Und ich meinte: Warum soll ich etwas fotografieren, dass schon so viele vor mir fotografiert haben und von dem es tausende Postkartenmotive gibt?

Mein jetziger Freund und Reisekamerad teilt hingegen meine Vorliebe für Nichtsehenswertes. Dieses stille Amüsement über Unpassendes an idyllischen Orten.

Achja: An die berühmte "Unberührte Natur" glaube ich nicht mehr. Der Mensch hat ja inzwischen überall seine Spuren hinterlassen.
 
Ich sinniere also gerne darüber nach, dass diese unberührte Natur für uns auf dem Planeten eigentlich nur noch in unserer Seele zu finden ist. Da wo die meisten selten langgehen. Ein Haufen verwildertes Gelände dort.


Für die Bilder mit dem * danke ich ganz herzlich meinem Lebensgefährten V. ...


Freitag, 12. August 2016

Freiwerden

Langsam aber sicher bekomme ich den Kopf frei. Ich habe jetzt auch die Kraft dafür, mich weiterzubilden. Zu entscheiden, was ich in meinem Leben schaffen will. Zu erkennen, was mir wichtig ist und was ich sein lasse. Der Wille kehrt zurück. Die Zeit des gelähmten Willens, der gefühlten Fremdbestimmung rückt in den Hintergrund. Wichtig: Mir keinen Stress machen, wo es keinen gibt.

Mittwoch, 10. August 2016

übers Schreiben/Bloggen

Schreiben oder untergehen -- das war die Devise. Schon vor der Bloggerei.

Als ich damals das Bloggen für mich entdeckt habe (das war 2003), war das wie ein Lebenselixier. Weil endlich etwas zurückkam.

Ich trat durchs Schreiben mit anderen in Kontakt. Anders als beim gewohnten Tagebuchschreiben für mich allein.

Mir tat sich die Welt auf. Ich bekam ein Feedback, begann, meine Texte mehr zu reflektieren. Fühlte mich dadurch beschenkt. Und das geht mir noch heute so.

Das Schreiben im www machte mir eine Zeitlang keine grosse Freude mehr. Vielleicht merkte mans. Ich zensierte mich zu sehr, da ich mir mehr Gedanken darüber machte, was ich schreibe, wie ich es schreibe usw. Eine vorher nicht gekannte Hemmung.

Das konnte ich inzwischen wieder beseite legen. Denn es ist -mein- Blog. Und ich freue mich, dass es wieder klappt, mit dem Schreiben.


Montag, 8. August 2016

Was bisher geschah .... und was weiter geschehen darf

Was bisher geschah ...
So könnte man meinen momentanen Modus umschreiben. Derzeit habe ich das starke Bedürfnis, das Vergangene vor meinem geistigen Auge Revue passieren zu lassen. Bei der Arbeit ist es so ruhig, dass ich mich denken hören kann. Bei mir sortiert sich gerade einiges neu. Altes schwingt aus und neue Energien kommen in mein Leben.

Etwas für den Körper tun
Ich hab noch was vor mit meinem Leben. Und mein Körper benötigt dazu dringend mehr Bewegung und Kraft. Ich brauche auch meinen Körper, wenn ich noch weiterkommen und gesunden will. Den momentan vorhandenen mentalen Schwung habe ich heute genutzt, um mich für einen Sport-Kurs anzumelden (allgemeine Kräftigung/Kraftausdauer, an 10 Tagen, Dauer je 50 min). Das ging mir heute erstaunlicherweise leicht von der Hand. Eigentlich hatte ich vor, die Crawl-Schwimmtechnik zu lernen. Da dies aber noch angstbesetzt ist ("Sport in der Gruppe im Wasser" = Stress), lasse ich es momentan bleiben. Und entscheide mich eben für etwas anderes. Irgendwann wird es stimmen für mich.

.. und etwas für die Seele 
Art Clay (Silber) ausprobieren. Eine Arbeitskollegin (die zu einer Freundin wurde) hat mich gefragt, ob ich mit ihr in einen kleinen Kurs gehen würde, der sich mit dieser Metallmodelliermasse beschäftigt (Art Clay Silver). Da gehen wir am Freitag nach der Arbeit hin. Ich freue mich darauf!

Sonntag, 7. August 2016

Wie gings mit den grünen Smoothies weiter?

Grüne Smoothies (siehe Link unten). Letztes Jahr waren die ja bei mir/uns hoch im Kurs. Und ich habe 11 kg an Gewicht verloren, was überraschend kam, und doch gut für mich war. Von meinem Höchststand von 84 kg bin ich jetzt runter. Meine Absicht war es eigentlich gewesen, einen für mich gesünderen Ernährungsstil zu pflegen, was ich auf diesem Weg erreicht habe. Ich war nicht mehr wohl mit mir selber, weil ich spürte, dass ich nicht zu dem komme, was mein Körper wirklich braucht.

Den letzten Sommer über habe ich reichlich Grüne Smoothies getrunken. Bei über 33 Grad im Büro war mir auch nicht nach richtigen Menus. Gegen Herbst machte ich mir dann eher Suppen. Ich habe die ähnlichen Zutaten wie für den Smoothie genommen --- plus eine Kartoffel -- und diese Gemüse dann zu püriert.  Sehr lecker!

Seither habe ich viele Erkenntnisse gemacht. Ich kann besser auswählen, was ich essen will, weil ich weniger energetische Löcher habe.

Meine letztjährigen Posts:
Über Ernährung, meine 50 cts.
Grüner Smoothie Fan über Nacht 

Die Gewichtsabnahme kam dann nebenbei. Durch den Ess-Ratgeber-Dschungel kämpfe ich mich nicht (mehr). Eine Zeitlang liebäugelte ich mit der Paläo-Diät. Bis ich dann entschied, dass mir das zu extrem, zu kompliziert ist -- und ich in anderen Bereichen schon genug verinnerlichte Do's und Dont's in meinem bisherigen Leben hatte. Hier sollte jetzt endlich mehr die Lust und Neugier und weniger der Krampf vorherrschen!

Ich bin hochsensibel und zum Glück ist es auch mein Lebensgefährte, so konnten wir eine Art von Küche entwickeln, die für beide stimmt. Auswärtig essen ins Restaurant gehen wir nur noch selten.

Wesentlich für meine Ernährung ist, dass ich seit einiger Zeit besser mit stressigen Momenten klar komme. Vorher habe ich einiges mit Essen kompensiert, was bei mir sehr schnell gegen Gestresstsein hilft. Kurzfristig. Ich glaube, dies hat die Art meiner Ernährung am meisten beeinflusst: Vorher musste einfach superschnell Energie her, weil sonst nichts mehr ging. Heisshunger war für mich eher die Regel als die Ausnahme. Es ist durch die Ausbildung und die zusätzliche Belastung gekommen.

Mein Verhältnis mit mir selber hat sich geändert. Ich bin ausgeglichener und ruhiger geworden. Das wirkt sich positiv auf meine Ernährung aus. Und diese wirkt wiederum positiv und beruhigend auf mich zurück.

Mir sind einige Dinge bei meiner Ernährung klar und wichtig geworden:
  • Was für den einen stimmt, muss für die andere keinesfalls stimmen! Ernährungsmythen immer für mich selber ausprobieren und selber Erfahrungen sammeln.
  • ein belasteter Magen und Darm, sogar nachhaltige Blähungen, das kann bei mir Depressionen auslösen (es fühlt sich wirklich so an!)
  • Am Mittag habe ich für mich Take-Away-Stellen gefunden, die für mich stimmen und bei denen sich für mich gute Kompromisse ergeben (zB frischgekochtes Thai-Essen)
  • auswärts Essen gehen ist Stress für meinen Körper, sobald Fertigsaucen, Bratbutter und hefehaltige und glutamatige Streuwürzen ins Spiel kommen
  • Ich folge keiner Diät, schon gar keiner, die mich sozial isoliert! Die Inputs waren zwar interessant und einiges habe ich integriert. Ich esse nach wie vor gekochte Nahrung, tierische Produkte, Getreide, usw. Ich will nicht als Exotin durchs Leben gehen, die allein essen muss, weil sie irgend einer Ernährungsreform folgt.
  • Das extreme Hungergefühl war nicht durch Hunger, sondern durch Stress ausgelöst und durch Zucker/Kohlenhydrate 
  • helles Brot sollte ich möglichst meiden (und als spezielle Form, fast wie ein Dessert, ansehen)
  • Vor allem morgens darf ich nicht zuviel Zuckerhaltiges zu mir nehmen; Konfitüre, zu viel Brot, zu stark gesüssten Tee, Kakao, Kaffee etc. Kurz darauf rasselt nämlich mein Blutzucker in den Keller und mir wird flau und schwummrig. Wirklich mühsam. 
  • Gebäck sollte ich nur sparsam zu mir nehmen. Brunchen mag ich daher gar nicht = zuviel Gebäck. Der Energiemangel nach einem Tag, an dem ich vorallem Brot/Sandwiches gegessen habe, ist enorm.
  • Regeln beim Essen helfen mir nicht, mir selber zu vertrauen 
  • wenn ich meine Bedürfnisse beachte, entsteht eine Balance
  • Ausnahmen sind erlaubt und werfen bei mir nicht gleich alles über den Haufen (zB ein Eis ab und zu)
  • Süssgetränke meide ich wo ich kann (zuviel zusätzliche Energie)
  • stark kohlenhydrathaltige Menus (ausser Kartoffeln) lösen nach enigen Stunden bei mir Heisshunger aus (Nudeln, Polenta, Reis)
  • monatelanges Schwarzteetrinken (mit viel Zucker) löst bei mir Eisenmangel aus (Vermutung)
  • (gewisse) Glutamathaltige Produkte lösen sofortige Übelkeit und Bauchdrücken bei mir aus, manchmal sogar Herzrasen, das kann wiederum auch zu Ängsten führen
  • Knoblauch kann ähnliches bewirken bei mir wie Glutamat (Übelkeit, Bauchschmerzen). Zwiebeln und Knoblauch, Kohlsorten, Hülsenfrüchte -- (alles was bläht) esse ich inzwischen sehr eingeschränkt.
  • Xylit (kalorienarmer Zuckerersatz) wirkt bei mir auf den Energiehaushalt/Blutzucker und ich bekomme danach ebenso energetische Löcher wie beim Zucker
  • PMS wurde bei mir besser / milderte sich durch verbesserte Ernährung
  • ein schlechtes Gewissen gegenüber einer zugeführten Kostbarkeit ist Hohn (böses Fleisch, sündiger Cappuccino, teuflisches Süsses) -- Genuss statt Verschwendung --
  • der "Superfood" roher reiner Kakao löst bei mir Bauchweh (sofort) und Kopfschmerzen / Migräne aus (am nächsten Tag) das gleiche gilt für Schokolade, wenn ich oft davon esse
  • (schnelle) Ortswechsel lösen Stress und Hunger aus, sehr viel Trinken hilft mir da sehr und salzige Nahrung (Erdung, in die Gegenwart kommen)
  • Fertig- und Halbfertigprodukte spielen keine grosse Rolle mehr (auch zB Tortelloni aus der Kühlung etc lasse ich besser weg)
  • das Weglassen von Milch und tierischen Produkten macht keinen Sinn für mich (Vit. B12 Mangel wurde bei mir festgestellt)
  • ... 
  • es gäbe noch mehr :), aber das tuts vorerst
Durch die schnelle Energie (Zucker) kams bei mir dann immer auch wieder zu energetischen Löchern, die ich dann als "psychisch bedingt" eingeordnet habe, was es in diesem Fall nicht wahr. Ein Kreislauf aus schneller Energiezufuhr und schnellem Energiemangel. Beim Essen von Dingen wie Bananen, Konfitüre muss ich aufpassen, da gerät mein System schnell durcheinander. Worauf ich achte: Die kohlenhydrathaltigen Nahrungsmittel machen nur etwa einen Drittel meiner Mahlzeit aus. Ausser bei den Kartoffeln, die sind (zuhause) fast meine wichtigsten Grundnahrungsmittel. Ich wechsle bei den Lebensmitteln mehr ab, achte besser auf die Bedürfnisse meines Körpers.

Insgesamt esse ich jetzt viel mehr Gemüse und Salate. Durch die Smoothies hat sich das verändert, auch wahrscheinlich die Verdaaungsflora. Ich vertrage die geliebte Rohkost jetzt viel besser. Vorher machte mir Rohkost eher Mühe = Blähungen, Durchfall etc. Ich habe den Eindruck, dass sich durch die Ernährung mit frischem Gemüse und frischen Früchten auch mein Prämenstruelles Syndrom gemildert hat.

Dadurch, dass ich besser achtgebe, gehts auch meiner Psyche besser. Denn der Blutzucker bleibt stabil, ich habe praktisch keine Heisshungerattacken mehr.

Wichtig: Eisen wird im Zusammenhang mit Vitamin C vom Körper leichter aufgenommen. zB Zitronensaft auf das Schnitzel geben. Oder einen vitmainreichen Saft zu den Mahlzeiten geniessen. Generell kombiniere ich gerne Fleisch mit Früchten und Gemüsen. Auch die für die Ernährung wertvolle Tier-Leber kann man durchaus lecker zubereiten, für die die sie essen mögen! Blattgrünreiche Gemüse sind ebenfalls wertvolle Eisenspender -- es muss nicht immer Fleisch sein.

Diese Erkenntnisse gelten für mich persönlich und sind nicht zu verallgemeinern!


.... to be continued ..

Donnerstag, 4. August 2016

Hoffnungsvoll

Da ist nicht nur Traurigkeit in mir, wie ich es im vorletzten Post schrieb. Da ist auch Hoffnung. Das verstärkt sich gerade. Das spüre ich heute Abend.

Kleinste Gärten (Nr. 6)


Traurigkeit



Ich weiss nicht genau, welchen Moment sie genutzt hat, um einzutreten, nun ist sie da. Die Trauer.

Ich lebe nicht das Leben, das ich gerne leben möchte. Was mich gerade schmerzt. Es fühlt sich stumpf und abgenutzt an. Und ich weiss, dass ich das JETZT ändern muss, beginnen muss, das zu ändern. Weil es sonst weiter runter geht.

Ich will mein Leben nicht ewig auf "später" verschieben (wenn ich noch "stabiler" bin etc. haha) und immer vernünftig sein (ja nur nicht übertreiben), stets mit allem und jedem Mass halten, nur weil ich ein paar seelische Handicaps habe. Ich verzichte bereits auf genügend Dinge/Events/Aktivitäten, weil ich weiss, dass diese mir schaden oder die Zeit bei mir noch nicht reif ist dafür.

Die seelischen Handicaps/Altlasten schränken mich zwar ein, doch ich will mich trotzdem nicht aufhalten lassen. Ich möchte mich endlich wieder mal richtig lebendig fühlen. Mit der Vergleicherei (mit anderen in meinem Alter) aufhören. Und mich an meinem Können freuen, dass definitiv da ist und ausgebaut werden will.

Trotz all meinen Ängsten möchte ich jetzt endlich auch auf der beruflichen Ebene mehr Zufriedenheit erreichen. Ich habe den Eindruck, unter meinen Niveau zu leben. Nicht vom Finanziellen her, sondern von den Inhalten, mit denen ich mich beschäftige. Das ist nicht meins. Definitiv nicht mehr. Gewogen und für zu leicht befunden!

Ein lauwarmes Leben, ein halbwarmes Gefühl. Mein Blog habe ich damit nicht behelligt, da ich es mit mir selber ausmachen wollte -- und nicht in der relativen (Welt-)Öffentlichkeit des Blogs.

Nun drängt es mich aber, es auch hier festzuhalten. Auch aus dem Grund, dass ich es dann nicht mehr übersehen kann und ich mich "geoutet" habe ;)

Habe in den letzten Jahren das meiste in meinem Leben der Balance untergeordent (fit und stabil genug bleiben, Schlafen, Essen, Arbeiten, Urlaub) und der Vernunft. Und jetzt sehne ich mich nach den roten Schuhen*. Den selbstgemachten bitteschön. Das Verlangen nach Exzessen hält sich inzwischen in Grenzen. Ich mag es inwzischen, das Leben wachsen selber zu lassen -- statt nur nach den roten Früchten zu greifen.

Warum halte ich es dann unter Verschluss?!
Warum halte ich mich selber unter dem Deckel ...
... Seufz ...

Für mich kommt es auch nicht überraschend, dass dieses Leben wie ich es führe, jetzt auf dem Prüfstand steht. Dezent hat sich das schon länger abgezeichnet. Gewusst habe ich es auch, dass so ein "normales" Arbeitsleben für mich eben nicht ausreicht, mich nicht ausfüllt. Da muss Leben in der Bude sein! Da muss es doch mehr geben als das tägliche Bild in Grautönen und Pastell ..

Das letzte Mal, dass ich mich wirklich freu und gut gefühlt hab, war mit meiner alten Schulfreundin, als wir vor einiger Zeit klönend im Gras lagen. Oder als ich mit anderen Zeit verbracht habe.

Mit anderen etwas erreichen, das wünsche ich mir.
Mit anderen, die auch lebendig sind!

Habe mich ganz in der täglichen Routine verkrampft. Und wage mich keinen Schritt mehr weiter. Obwohl es Visionen gibt, von einem besseren Leben, einem, in dem ich mehr aus meinen Stärken heraus leben kann.

Was mir eben auch bewusst ist, deutlich bewusst, sind meine Grenzen -- und deshalb schwanke ich. Das stecke ich Neues oder Unvorhergesehenes nicht einfach weg. Da kann mich Kleinstes nachhaltig und hinterhältig erschüttern und verunsichern.

Es ist eben nicht so, dass alles "schon mit der Zeit kommt". Es gibt Bereiche, da konnte ich nichts Stabiles aufbauen bis jetzt, weil die Sicherheit immer wieder wegbricht. Einmal Erreichtes, das an einem schlechten Tag plötzlich unerreichbar wird, mir unter der Händen zerbröselt, als wärs nie dagewesen. Da ist dann wieder Aufbauarbeit gefragt.

"Sie möchte am liebsten immer wieder von vorne anfangen", so hat es einer meiner Lehrmeister liebevoll und wohlmeinend ausgedrückt. Und er hatte recht. Wenn das Selbstvertrauen weg ist, kann ich scheinbar GAR NIX mehr. Black- und Whiteouts treten auf und dann ist da nur noch Rauschen.

Das kann mir jederzeit passieren. Da müssen nur ein paar Auslöser zusammentreffen und dann ist alles weg. (Scheinbar). Blockaden, Ängste und massive Selbstzweifel treten manchmal auch in der Freizeit auf. Das ist nicht mal davon abhängig, wie anspruchsvoll die Tätigkeit ist, mit der ich mich gerade beschäftige. Es ist mehr meine mentaLe Verfassung und die jeweilige Umgebung (inkl. Mitmenschen).

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Die feine Art der Traurigkeit, die stille und doch so grosse Sehnsucht in mir nach "mehr" -- die überraschen mich in ihrer Heftigkeit dann doch. Dass etwas so Feines so stark sein kann. Das ist keine Flucht in Tagträume mehr -- das ist ein ausgewachsener Hunger nach Leben!

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Ich habe, vor lauter Erleichterung darüber, ein Leben wie die anderen zu führen, endlich führen zu können, meine innere Stimme schon länger unterdrückt.

So im Sinne von: Das muss doch jetzt reichen.
Nein tut es eben nicht! Ganz und gar nicht ..

Habe auch verdrängt, dass ich so ein Leben gar nie angestrebt habe. Ich habe gemacht, was ich den Eindruck hatte, was man von mir erwartet.

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Und was erwarte ich eigentlich von mir?!
Kommt da plötzlich eine lustvoll-sinnige Frage aus meinem Innern ...

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Das wäre dann auch eine erste Antwort auf eine der beiden Fragen, die ich mir im vorletzen Post gestellt habe: Was brauche ich auf meinem beruflichen Weg?

Lebendigkeit,
Leben,
Freude!

Ja ...






*Die roten Schuhe -- ein Märchen von Hans Christian Andersen